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National Fuel Gas: 55 Jahre Dividenden-Plus — und ein Gewinn, der am Gaspreis hängt

National Fuel Gas: 55 Jahre Dividenden-Plus — und ein Gewinn, der am Gaspreis hängt

National Fuel Gas besteht alle fünf Hürden unseres strengsten Qualitätsfilters — Bilanznote 7, Eigenkapitalrendite 20,8 Prozent, Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,3. Wir haben Jahres- und Quartalsbericht gelesen. Dabei zeigt sich: Über die Hälfte des gebundenen Kapitals liegt im regulierten Netz- und Versorgergeschäft, das nur gut ein Drittel des Gewinns liefert — dafür aber verlässlich. Im schwachen Gasjahr 2024 verdiente dieser Teil 136,8 Millionen US-Dollar, während die Förderung 57,0 Millionen verlor.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 20 Min. Lesezeit
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National Fuel Gas: 55 Jahre Dividenden-Plus — und ein Gewinn, der am Gaspreis hängt
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Wir alle haben Schubladen im Kopf. Du liest „Erdgas“, und binnen einer Sekunde ist die Aktie einsortiert: Rohstoff, Zyklus, Zockerei — der Gewinn hängt an einem Preis, den niemand vorhersagen kann. Die Schublade spart Zeit, und meistens hat sie sogar recht. Aber genau deshalb ist sie gefährlich: Sie schließt sich, bevor du nachgesehen hast, was wirklich drin liegt.

Bei National Fuel Gas (NYSE: NFG) liegt in der Schublade etwas anderes, als das Etikett verspricht. Das Unternehmen fördert Erdgas — ja. Es transportiert und speichert es aber auch, und es verkauft es am Ende an Haushalte in New York und Pennsylvania, zu Preisen, die eine Behörde festsetzt. Deshalb machen wir einen Deal: Bevor du diese Aktie in irgendeine Schublade legst, lesen wir gemeinsam die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC. Am Ende entscheidest du selbst.

Damit du weißt, worauf wir hinauswollen, hier gleich das Spannungsfeld: Über die Hälfte des Kapitals dieses Unternehmens liegt im ruhigen, regulierten Teil — der aber nur gut ein Drittel des Gewinns liefert. Umgekehrt kommt der Löwenanteil des Gewinns aus dem Teil, der am wenigsten planbar ist. Und im Fiskaljahr 2024 hat sich diese Rechnung komplett umgedreht: Da verlor die Förderung 57,0 Millionen US-Dollar, und der regulierte Teil hielt den Konzern mit 136,8 Millionen allein im Plus.

Was National Fuel Gas eigentlich macht

Stell dir eine Kette mit drei Gliedern vor. Am einen Ende steht ein Bohrturm, am anderen eine Heizung in einem Wohnzimmer in Buffalo. National Fuel Gas besitzt alle drei Glieder dazwischen — das ist in der US-Energiebranche eine Seltenheit, weil die meisten Unternehmen genau eines davon betreiben.

Seit dem Quartal zum 30. September 2025 berichtet der Konzern in drei Segmenten (zuvor waren Förderung und Sammeln getrennt ausgewiesen):

  • Integrated Upstream and Gathering — die Förderung durch Seneca Resources im Appalachen-Becken (Marcellus- und Utica-Schiefer in Pennsylvania) samt der eigenen Sammelleitungen. Das ist das Glied, das am Gaspreis hängt.
  • Pipeline and Storage — Fernleitungen und Untergrundspeicher der Supply Corporation und der Empire Pipeline. Die Tarife setzt die US-Bundesbehörde FERC fest.
  • Utility — der regulierte Endkundenvertrieb der Distribution Corporation im westlichen New York und im nordwestlichen Pennsylvania. Die Tarife setzen die Landesbehörden NYPSC (New York) und PaPUC (Pennsylvania) fest.

Ein Hinweis zur Zeitrechnung, der sich durch die ganze Analyse zieht: Das Geschäftsjahr von National Fuel Gas endet am 30. September, nicht am 31. Dezember. „Fiskaljahr 2025“ heißt also Oktober 2024 bis September 2025. Der jüngste Quartalsbericht ist das zweite Quartal des Fiskaljahres 2026 und deckt die Monate Januar bis März 2026 ab — das Winterquartal, in dem der Versorger den Großteil seines Jahresergebnisses verdient. Wir nennen beide Bezüge immer zusammen.

Die Größenordnungen im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026), in Millionen US-Dollar Außenumsatz: Versorger 684,8, Förderung und Sammeln 682,0, Rohrnetz und Speicher 143,0 — zusammen 1.509,9 nach 1.279,4 im Vorjahreszeitraum.

Wo die Aktie in unserem Scanner auftaucht

Auf die Rechercheliste kam National Fuel Gas über einen einzigen Filter: »QARP — Qualität zum fairen Preis«, dort Rang 39 der US-Auswahl (Datenstand 28. Juli 2026). Dieser Scanner ist streng, weil er fünf Bedingungen gleichzeitig verlangt — Qualität allein ist meist teuer, Billiges allein meist Schrott. So kommst du selbst dorthin: auf boersenlotse.de im Menü „Scanner“ den Filter »QARP — Qualität zum fairen Preis« öffnen, Land auf USA stellen und die Zeile NFG suchen. Und so schneidet die Aktie bei den fünf Hürden ab:

  • Piotroski-F-Score mindestens 7 — NFG: 7 von 9. Diese Kennzahl zählt neun Ja/Nein-Fragen zu Ertrag, Bilanz und Effizienz zusammen. Sie liegt exakt auf der Hürde, nicht darüber.
  • Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent — NFG: 20,8 Prozent. Gegenrechnung: 686,5 Millionen US-Dollar Gewinn der zwölf Monate bis 31. März 2026 auf ein durchschnittliches Eigenkapital von rund 3,3 Milliarden ergeben rund 21 Prozent. Die Hürde ist bestanden, auch nach eigener Rechnung.
  • EBIT-Marge mindestens 10 Prozent — NFG: 42,0 Prozent. Unsere Nachrechnung: 1.033,3 Millionen operatives Ergebnis auf 2.508,0 Millionen Umsatz in den zwölf Monaten bis 31. März 2026 sind 41,2 Prozent. Beide Werte liegen weit über der Hürde — was bei einem Versorger nicht überrascht, weil die Anlagen abgeschrieben und die Erlöse tarifiert sind.
  • Verschuldungsgrad höchstens 1 — NFG: 0,635. Unsere Rechnung: 2.426,2 Millionen Finanzschulden auf 3.824,5 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026 ergeben 0,63. Bestanden — aber das ist die höchste Verschuldung der fünf Hürden, und die Übernahme in Ohio wird sie erhöhen.
  • Positives Kurs-Gewinn-Verhältnis bis 20 — NFG: 11,3. Nachgerechnet: 686,5 Millionen Zwölfmonatsgewinn auf 95.027.447 Aktien sind 7,22 US-Dollar je Aktie; beim Schlusskurs vom 28. Juli 2026 von 81,39 US-Dollar sind das genau 11,3. Der Scannerwert deckt sich mit unserer Rechnung.

Ergänzend führt der Datenbestand ein Fundamental-Rating von 69 (Note B) und einen Börsenwert von rund 7,7 Milliarden US-Dollar. Die Gegenprobe dazu geht auf: Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 29. April 2026 genau 95.035.362 Aktien ausstehend. Mal dem Schlusskurs vom 28. Juli 2026 (81,39 US-Dollar) ergibt das 7,735 Milliarden — eine Abweichung von 0,5 Prozent zum ausgewiesenen Wert. Anders als bei manchem Nachbarn in diesem Scanner rechnet der Datenbestand hier also mit einem aktuellen Kursstand.

Ein Scanner beschreibt aber immer, was war. Fangen wir deshalb bei der Frage an, die bei diesem Unternehmen alles entscheidet: Welcher Topf liefert eigentlich den Gewinn?

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Das meiste Kapital liegt im ruhigen Teil — der Gewinn kommt aus dem lauten

National Fuel Gas weist im Quartalsbericht für jedes Segment sowohl den Gewinn als auch das gebundene Vermögen aus. Legt man beides nebeneinander, entsteht ein Bild, das man kennen sollte, bevor man diese Aktie beurteilt.

Balkendiagramm: Fördern und Sammeln binden 43,4 Prozent des Segmentvermögens und liefern 63,0 Prozent des Halbjahresgewinns, Rohrnetz und Speicher 27,4 gegen 14,3 Prozent, der Versorger 29,2 gegen 22,7 Prozent.
Der regulierte Teil bindet zusammen 56,6 Prozent des Vermögens und liefert 37,0 Prozent des Gewinns. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Note 9 Business Segment Information. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die harten Zahlen zum 31. März 2026, in Millionen US-Dollar Segmentvermögen: Fördern und Sammeln 4.011,3 — Rohrnetz und Speicher 2.528,4 — Versorger 2.692,9. Summe 9.232,5. Der regulierte Teil bindet also 5.221,2 Millionen oder 56,6 Prozent des Vermögens.

Und der Gewinn im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026), ebenfalls in Millionen US-Dollar: Fördern und Sammeln 276,1 — Rohrnetz und Speicher 62,8 — Versorger 99,4. Summe 438,3, davon regulierte 162,3 Millionen oder 37,0 Prozent.

Was heißt das für dich? Zwei Dinge, und sie widersprechen sich nicht:

  • Das regulierte Geschäft ist kapitalhungrig und renditearm. Die Behörde gestattet eine Rendite, keine Gewinnexplosion — in New York derzeit 9,7 Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital. Wer dieses Unternehmen kauft, kauft zu über der Hälfte einen Anlagenpark, dessen Verzinsung amtlich gedeckelt ist.
  • Genau deshalb ist das regulierte Geschäft aber auch der Boden, auf den der Konzern fällt, wenn der Gaspreis abstürzt. Ein reiner Förderer hat diesen Boden nicht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Wie der Härtetest aussah — Fiskaljahr 2024

Wir müssen nicht spekulieren, was passiert, wenn der Gaspreis einbricht. Es ist vor zwei Jahren passiert, und es steht im Jahresbericht.

Balkendiagramm der Segmentgewinne: Fördern und Sammeln bringt im Fiskaljahr 2023 332,0 Millionen US-Dollar, 2024 minus 57,0, 2025 324,7 und in den zwölf Monaten bis März 2026 496,2 Millionen, während der regulierte Teil zwischen 136,8 und 206,3 Millionen liegt.
Der blaue Balken ist der Gaspreis, der grüne die Behörde. Nur einer der beiden kippt ins Minus. Quelle: SEC-Jahresbericht 10-K Fiskaljahr 2025 und Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Segmentgewinne nach Steuern, in Millionen US-Dollar:

  • Fiskaljahr 2023 (Oktober 2022 bis September 2023): Förderung 332,0 — reguliert 148,9 — Konzern 476,9.
  • Fiskaljahr 2024 (Oktober 2023 bis September 2024): Förderung minus 57,0 — reguliert 136,8 — Konzern 77,5.
  • Fiskaljahr 2025 (Oktober 2024 bis September 2025): Förderung 324,7 — reguliert 204,2 — Konzern 518,5.
  • Zwölf Monate bis 31. März 2026: Förderung 496,2 — reguliert 206,3 — Konzern 686,5.

Lies die zweite Zeile noch einmal. Im Fiskaljahr 2024 verdiente der regulierte Teil 136,8 Millionen US-Dollar — mehr als der gesamte Konzerngewinn von 77,5 Millionen. Ohne Rohrnetz und Versorger wäre das ein Verlustjahr gewesen. Der Auslöser war eine Abschreibung auf die Gasvorkommen von 519,1 Millionen US-Dollar, ausgelöst durch den Gaspreis: Der erzielte Preis fiel im Fiskaljahr 2024 auf 1,88 US-Dollar je tausend Kubikfuß, nach 2,78 im Vorjahr.

Der Gewinn je Aktie zeigt dieselbe Achterbahn: 5,17 US-Dollar (Fiskaljahr 2023), 0,84 (2024), 5,68 (2025). Die Dividende hingegen stieg in allen drei Jahren: 1,94 — 2,02 — 2,10 US-Dollar. Das ist die eigentliche Leistung dieses Aufbaus.

Wer sehen will, wie dieselbe Rechnung ohne den regulierten Teil aussieht, findet sie bei Comstock Resources, einem reinen Gasförderer, oder bei Range Resources. Wer die andere Seite sucht — reines Leitungsgeschäft ohne Förderung —, findet sie bei Transportadora de Gas del Sur.

Preisabsicherung: Hier läuft keine Buchbewertung durch den Gewinn

Bei fast jedem Gasförderer musst du den ausgewiesenen Gewinn erst einmal von Luft befreien: Sicherungsgeschäfte werden zum Stichtagswert bewertet, und diese nicht realisierten Wertänderungen laufen durch die Gewinnrechnung. Ein Quartal glänzt, weil der Gaspreis fiel und die Kontrakte an Wert gewannen — verdient wurde dabei nichts.

Bei National Fuel Gas ist das anders, und das ist ein echter Qualitätsunterschied. Der Konzern schreibt in seinem Quartalsbericht:

„For derivative financial instruments that are designated and qualify as a cash flow hedge, the gain or loss on the derivative is reported as a component of other comprehensive income (loss) and reclassified into earnings in the period or periods during which the hedged transaction affects earnings.“

Übersetzung: „Bei derivativen Finanzinstrumenten, die als Absicherung von Zahlungsströmen bestimmt sind und dafür qualifizieren, wird der Gewinn oder Verlust aus dem Derivat als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses ausgewiesen und in der Periode oder den Perioden in die Gewinnrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Geschäft das Ergebnis beeinflusst.“

— National Fuel Gas Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Note 7 Financial Instruments

Was das in Zahlen bedeutet, im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026), jeweils vor Steuern:

  • Die nicht realisierte Wertänderung der Sicherungsgeschäfte betrug plus 46,9 Millionen US-Dollar. Sie steht im sonstigen Ergebnis — nicht im Gewinn.
  • In den Gewinn floss nur der realisierte Teil, und der war ein Minus von 35,5 Millionen (im Quartal Januar bis März 2026 sogar minus 48,8 Millionen). Weil der Gaspreis stieg, kosteten die Sicherungen bares Geld.
  • Das Gesamtergebnis lag mit 489,6 Millionen US-Dollar deshalb über dem Nettogewinn von 429,3 Millionen.

Für dich als Leser heißt das: Der ausgewiesene Gewinn von National Fuel Gas enthält keine Buchgewinne aus Sicherungsgeschäften. Er ist eher zu niedrig als zu hoch. Ablesbar auch an den erzielten Preisen: Im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 erlöste der Konzern 3,33 US-Dollar je tausend Kubikfuß vor und nur 3,16 nach Absicherung. Zum 31. März 2026 waren 374,1 Milliarden Kubikfuß über Swaps und Preiskorridore abgesichert — bei einer Jahresförderung von rund 426 Milliarden Kubikfuß.

Die Buchbewertung sitzt bei diesem Unternehmen an einer anderen Stelle: bei den Abschreibungen auf die Gasvorkommen. National Fuel Gas rechnet nach der Vollkostenmethode und muss den Buchwert jedes Quartal gegen eine Obergrenze prüfen. Fiskaljahr 2024: 519,1 Millionen US-Dollar Abschreibung. Fiskaljahr 2025: 141,8 Millionen. Fiskaljahr 2023: null. Zum 31. März 2026 lag der Buchwert unter der Grenze, eine Abschreibung war nicht nötig.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Beim Verzinsen neuer Leitungen ist die Decke erreicht

Bei einem Versorger ist die konkreteste Ertragsfrage nicht der Gaspreis, sondern der Tarif. Und hier steht gerade an drei Stellen etwas offen.

New York ist geregelt: Die Aufsichtsbehörde NYPSC genehmigte am 19. Dezember 2024 einen Dreijahres-Tarifplan mit Wirkung ab 1. Januar 2025. Er gesteht eine Eigenkapitalrendite von 9,7 Prozent zu und erhöht den Erlösbedarf um 57,3 Millionen US-Dollar im Fiskaljahr 2025, um weitere 15,8 Millionen im Fiskaljahr 2026 und um noch einmal 12,7 Millionen im Fiskaljahr 2027. Enthalten sind eine Erlösentkopplung und ein Witterungsausgleich — beides Mechanismen, die den Gewinn von der Absatzmenge und vom Wetter lösen. Das ist der Grund, warum der grüne Balken im Diagramm oben so ruhig liegt.

Pennsylvania hängt. Am 28. Januar 2026 beantragte die Distribution Corporation eine Erhöhung der jährlichen Basiserlöse um 19,7 Millionen US-Dollar, gewünscht ab 29. März 2026. Die Behörde PaPUC setzte das Verfahren mit Beschluss vom 19. Februar 2026 bis zum 29. Oktober 2026 aus. Bis dahin gilt der alte Tarif von 2023. Und weil ein Zuschlag für Netzerneuerungen bei 5 Prozent der Verteilungserlöse gedeckelt ist, steht im Quartalsbericht dieser Satz:

„The DSIC cap has been met and the Company is unable to earn a return on incremental plant investments.“

Übersetzung: „Die Obergrenze des Netzerneuerungs-Zuschlags ist erreicht, und das Unternehmen kann auf zusätzliche Anlageninvestitionen keine Rendite mehr erzielen.“

— National Fuel Gas Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Regulatory Matters, Pennsylvania Jurisdiction

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: die Angabe, dass die Obergrenze des Netzerneuerungs-Zuschlags erreicht ist und das Unternehmen auf zusätzliche Anlageninvestitionen keine Rendite mehr erzielen kann.
Der Satz zur erreichten Zuschlags-Obergrenze im Original-Quartalsbericht (10-Q), gelb markiert. Quelle: SEC-10-Q zum 31.03.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Im Klartext: In Pennsylvania investiert National Fuel Gas derzeit in Leitungen, für die es vorerst keine zusätzliche Vergütung bekommt. Der Zuschlag wird auf null zurückgesetzt, sobald die neuen Basistarife gelten — die Investitionen wandern dann in die reguläre Tarifbasis. Bis dahin ist es eine Vorleistung.

Die Bundesebene arbeitet in dieselbe Richtung: Am 30. April 2026 reichte die Supply Corporation bei der FERC ein Tarifverfahren ein, wirksam ab 1. November 2026. Beantragt ist ein jährlicher Kostenbedarf von rund 404 Millionen US-Dollar — 95 Millionen mehr als im Vergleich von 2023. Gegenläufig senkt die Empire Pipeline ihre Tarife seit 1. November 2025 leicht, um rund 0,5 Millionen US-Dollar im Jahr.

Für die kommenden Quartale sind das die drei Termine, an denen sich der reguläre Ertrag entscheidet — nicht der Gaspreis.

Die Übernahme in Ohio verdoppelt den regulierten Kern

Und dann ist da noch der größte Umbau seit Jahrzehnten. Am 20. Oktober 2025 unterzeichnete National Fuel Gas einen Kaufvertrag über Vectren Energy Delivery of Ohio, den Gasverteiler von CenterPoint Energy in Ohio, für 2,62 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen schreibt dazu:

„This acquisition will add significant regulated scale for the Company, doubling the size of the Company’s gas utility rate base, while expanding its operations beyond New York and Pennsylvania into the neighboring state of Ohio, a state with a constructive regulatory and political environment that is supportive of natural gas.“

Übersetzung: „Diese Übernahme wird die regulierte Größe des Unternehmens erheblich erhöhen und die Tarifbasis des Gasversorgungsgeschäfts verdoppeln, während sie den Betrieb über New York und Pennsylvania hinaus in den Nachbarstaat Ohio ausweitet — einen Staat mit einem konstruktiven regulatorischen und politischen Umfeld, das Erdgas unterstützt.“

— National Fuel Gas Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Note 2 Pending Acquisition

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: die Passage zum Kauf von Vectren Energy Delivery of Ohio für 2,62 Milliarden US-Dollar, der die Tarifbasis des Versorgergeschäfts verdoppelt.
Der Kaufvertrag und seine Wirkung im Original-Quartalsbericht (10-Q), gelb markiert. Quelle: SEC-10-Q zum 31.03.2026, Note 2. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Zeitplan hat sich seit dem Quartalsbericht bewegt, und zwar zugunsten des Unternehmens. In einer Meldung vom 26. Juni 2026 teilte National Fuel Gas mit, dass die Aufsichtsbehörde PUCO am 24. Juni 2026 die Übernahme genehmigt hat — unter Auflagen, die in der Anordnung festgelegt sind. Der Abschluss wird im vierten Kalenderquartal 2026 erwartet und darf ohne Zustimmung des Verkäufers nicht vor dem 1. Oktober 2026 erfolgen.

Bezahlt wird mit 1,42 Milliarden US-Dollar in bar und einem Verkäuferdarlehen über 1,2 Milliarden, das 364 Tage nach Abschluss fällig wird und mit 6,5 Prozent verzinst ist. Die Finanzierung läuft bereits:

  • 17. Dezember 2025: Privatplatzierung von 4.402.513 Aktien zu 79,50 US-Dollar, Nettoerlös 338,4 Millionen. Die Aktienzahl stieg dadurch von 90,4 auf 95,0 Millionen — eine Verwässerung um rund 5 Prozent.
  • Juni 2026: Anleihen über zusammen 1,5 Milliarden US-Dollar — je 500 Millionen zu 4,75 Prozent bis 2029, zu 5,05 Prozent bis 2031 und zu 5,50 Prozent bis 2036.
  • 11. Juni 2026: Rückzahlung der 300 Millionen US-Dollar teuren 5,50-Prozent-Anleihe, die eigentlich erst im Oktober 2026 fällig gewesen wäre.
  • 27. März 2026: neuer Kreditrahmen über 1,3 Milliarden US-Dollar (300 Millionen mehr als zuvor) mit Laufzeit bis 27. März 2031.

Bewerte das nüchtern: Der Zukauf verschiebt das Gewicht dieses Unternehmens deutlich in Richtung planbar — genau in den Teil, der 2024 den Konzern gerettet hat. Er kostet aber Bilanz und Aktienzahl. Der Kreditvertrag begrenzt die Verschuldung auf 65 Prozent der Gesamtkapitalisierung; zum 31. März 2026 lag der Verschuldungsgrad bei 0,63 zum Eigenkapital, das ist Luft, aber keine üppige.

Die Klimapolitik von New York — und was National Fuel Gas selbst dazu schreibt

Ein Gasversorger in New York hat ein Risiko, das ein Gasversorger in Texas nicht hat: Der Staat will weg vom Erdgas. Das Klimaschutzgesetz CLCPA von 2019 setzt Emissions- und Elektrifizierungsziele, und der zugehörige Maßnahmenplan von Dezember 2022 empfiehlt ausdrücklich, das Gasnetz „strategisch zu verkleinern und zu dekarbonisieren“. Seit Dezember 2024 gibt es zudem ein Gesetz, das Förderer und Raffinerien rückwirkend an einem Klimafonds beteiligen soll; es ist Gegenstand mehrerer Verfassungsklagen.

Am konkretesten wird es beim Neubau. National Fuel Gas schreibt dazu in seinem Jahresbericht:

„For example, in May 2023, New York State passed legislation that prohibits the installation of fossil fuel burning equipment and building systems in new buildings commencing on or after December 31, 2025, subject to various exemptions. While the Company does not currently expect that this legislation will have a substantial impact on its financial results or operations, future legislation or regulation that aims to reduce natural gas demand or to impose additional operations requirements or restrictions on natural gas facilities, if effectuated, could impact our future earnings and cash flows.“

Übersetzung: „Beispielsweise verabschiedete der Staat New York im Mai 2023 ein Gesetz, das den Einbau fossil befeuerter Geräte und Gebäudesysteme in Neubauten ab dem 31. Dezember 2025 verbietet, vorbehaltlich verschiedener Ausnahmen. Zwar erwartet das Unternehmen derzeit nicht, dass dieses Gesetz wesentliche Auswirkungen auf seine Finanzergebnisse oder seinen Betrieb haben wird, doch künftige Gesetze oder Vorschriften, die die Erdgasnachfrage senken oder zusätzliche Betriebsanforderungen oder Beschränkungen für Erdgasanlagen auferlegen, könnten unsere künftigen Erträge und Zahlungsströme beeinflussen, falls sie umgesetzt werden.“

— National Fuel Gas Company, SEC-Jahresbericht 10-K Fiskaljahr 2025, Item 1A Risk Factors

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Jahresbericht 10-K zum Fiskaljahr 2025: die Angabe, dass New York den Einbau fossil befeuerter Geräte in Neubauten ab dem 31. Dezember 2025 verbietet.
Das Neubau-Verbot im Original-Jahresbericht (10-K), gelb markiert. Quelle: SEC-10-K Fiskaljahr 2025, Risk Factors. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Einschätzung des Unternehmens ist bemerkenswert nüchtern und zugleich ehrlich zweigeteilt: Das Neubau-Verbot selbst hält es für unwesentlich — der Bestand an Häusern in Westnew York wächst kaum, das Geschäft lebt vom Ersatz, nicht vom Neubau. Für künftige Regeln macht es diese Zusage aber ausdrücklich nicht. Genau hier liegt der Grund, warum die Übernahme in Ohio strategisch mehr ist als eine Größenfrage: Sie verteilt das regulatorische Risiko auf einen dritten Staat mit anderer Politik.

55 Jahre Dividendenerhöhung — belegt, nicht behauptet

Über National Fuel Gas kursiert eine Zahl, die zu schön klingt, um ungeprüft zu bleiben. Wir haben sie im Aktionärsbrief des Einladungsschreibens zur Hauptversammlung nachgeschlagen:

„In 2025, National Fuel maintained and enhanced its long-standing commitment to returning cash to shareholders by announcing its 123rd straight year of paying a dividend, as well as its 55th consecutive year of dividend increases.“

Übersetzung: „Im Jahr 2025 hat National Fuel sein langjähriges Bekenntnis zur Ausschüttung an die Aktionäre gehalten und ausgebaut, indem es sein 123. Jahr in Folge mit Dividendenzahlung ankündigte sowie sein 55. Jahr in Folge mit Dividendenerhöhungen.“

— National Fuel Gas Company, SEC-Einladung zur Hauptversammlung (DEF 14A) vom 23.01.2026, Aktionärsbrief

Die letzte Erhöhung erfolgte im Juni 2025 um 4 Prozent auf 2,14 US-Dollar je Aktie im Jahr — im Quartalsbericht wiederzufinden als 0,535 US-Dollar je Quartal. Auf den Schlusskurs vom 28. Juli 2026 von 81,39 US-Dollar sind das rund 2,6 Prozent Rendite. Ausgezahlt wurden im Fiskaljahr 2025 insgesamt 189,9 Millionen US-Dollar Dividende bei 518,5 Millionen Gewinn — eine Ausschüttungsquote von 37 Prozent. Selbst im Katastrophenjahr 2024 (77,5 Millionen Gewinn, 185,2 Millionen Dividende) wurde die Zahlung nicht angetastet; finanziert wurde sie aus dem operativen Mittelzufluss, der auch damals deutlich höher lag als der Gewinn.

Das ist die praktische Konsequenz aus dem Aufbau: Eine Firma, deren halber Gewinn behördlich zugestanden ist, kann eine Dividende über einen Preiszyklus tragen. Ein reiner Förderer kann das nicht.

Reserven, Investitionen, Schulden

Das Fördergeschäft muss trotzdem stimmen, sonst nützt der Rest wenig. Die Substanzzahlen zum 30. September 2025:

  • Nachgewiesene Reserven: 4.980 Milliarden Kubikfuß (nach 4.752 im Vorjahr und 4.535 zwei Jahre zuvor). Davon erschlossen 3.664, unerschlossen 1.316 (26,4 Prozent).
  • Förderung Fiskaljahr 2025: 426 Milliarden Kubikfuß (nach 392 und 372). Daraus folgt eine Reichweite von 11,7 Jahren bei heutiger Fördergeschwindigkeit.
  • Neufunde und Erweiterungen 2025: 633 Milliarden Kubikfuß — allesamt aus dem Utica-Schiefer; aus dem Marcellus kam nichts hinzu. Der Vorrat wuchs also aus eigener Kraft, ohne Zukauf.

Die Investitionen im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026: 455,7 Millionen US-Dollar, davon 307,6 in Förderung und Sammeln, 74,6 in Rohrnetz und Speicher, 73,6 in den Versorger. Aufs Jahr hochgerechnet liegt das Programm bei rund 0,9 Milliarden — bei einem Sachanlagenbestand von 15,8 Milliarden brutto. Wer wissen will, wie das Geschäft von der anderen Seite aussieht — als Zulieferer, der von genau diesen Bohrbudgets lebt —, findet die Rechnung bei Weatherford.

Die Bilanz zum 31. März 2026 (Vorjahresstichtag 30. September 2025 in Klammern), in Millionen US-Dollar: Bilanzsumme 9.127,6 (8.719,1), Eigenkapital 3.824,5 (3.094,6) — das ist eine Eigenkapitalquote von 41,9 Prozent. Finanzschulden 2.426,2, davon langfristig 2.084,9, kurzfristig fällig 300,0 und Bankkredite samt Geldmarktpapieren 41,3. Bei 26,6 Millionen Kasse ergibt das eine Nettoverschuldung von 2.399,6 Millionen — rund das Zweieinhalbfache des operativen Ergebnisses eines Jahres.

Die Fälligkeitsseite ist nach den Junianleihen 2026 entspannt: Die 300 Millionen für Oktober 2026 sind vorzeitig getilgt, die nächsten großen Blöcke sind 500 Millionen zu 5,50 Prozent im März 2030 und 500 Millionen zu 5,95 Prozent im März 2035 aus der Emission von Februar 2025, dazu die drei Junitranchen 2029, 2031 und 2036. Der Kreditrahmen von 1,3 Milliarden läuft bis März 2031.

Was die Aktie kostet — und was sie bei normalem Gaspreis kostet

Jetzt die ehrliche Rechnung. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,3 sagt bei einem Unternehmen, dessen Gewinn zu zwei Dritteln am Gaspreis hängt, wenig — solange man nicht weiß, wo der Gaspreis im Zyklus steht.

Die erzielten Preise nach Absicherung, in US-Dollar je tausend Kubikfuß: 2,55 (Fiskaljahr 2023), 2,44 (2024), 2,70 (2025). Der Dreijahresschnitt liegt damit bei 2,56. In den zwölf Monaten bis 31. März 2026 erlöste National Fuel Gas dagegen im Mittel 2,91 — also 0,35 US-Dollar über dem Mehrjahresschnitt.

Rechnen wir diesen Aufschlag heraus. Die Methode legen wir offen: Wir nehmen die Fördermenge der letzten zwölf Monate (434,3 Milliarden Kubikfuß), ziehen 0,35 US-Dollar je tausend Kubikfuß ab, versteuern die Differenz mit der tatsächlichen Steuerquote von 24,9 Prozent und lassen alles andere unverändert — Mengen, Kosten, Tarife, das regulierte Geschäft.

  • Effekt vor Steuern: minus 149,8 Millionen US-Dollar. Nach Steuern: minus 112,5 Millionen.
  • Der Zwölfmonatsgewinn fiele damit von 686,5 auf 574,0 Millionen US-Dollar — je Aktie von 7,22 auf 6,04 US-Dollar.
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis stiege von 11,3 auf 13,5.

Und jetzt der Punkt, um den es in dieser ganzen Analyse geht: Der regulierte Beitrag von 206,3 Millionen US-Dollar ändert sich dabei überhaupt nicht. Sein Anteil am Segmentgewinn steigt von 29 auf 35 Prozent. Zieht man den Gaspreis weiter — auf das Niveau des Fiskaljahres 2024 —, hält dieser Sockel den Konzern in der Gewinnzone, wie 2024 bewiesen. Das ist der Unterschied zwischen dieser Aktie und einem reinen Förderer, und er lässt sich beziffern: Rund 200 Millionen US-Dollar Jahresgewinn sind bei National Fuel Gas praktisch preisunabhängig. Bei EOG Resources oder Comstock Resources ist diese Zahl null.

Insolvenzrisiko: warum die Formel hier anders zu lesen ist

Der Altman-Z″-Wert schätzt, wie weit ein Unternehmen von einer Zahlungsunfähigkeit entfernt ist. Unter 1,1 gilt als Gefahrenzone, ab 2,6 als sichere Zone. Unsere Nachrechnung zum 31. März 2026 aus dem Quartalsbericht:

  • Nettoumlaufvermögen: minus 312,6 Millionen US-Dollar (507,6 Umlaufvermögen gegen 820,1 kurzfristige Schulden) auf 9.127,6 Bilanzsumme.
  • Gewinnrücklagen 2.340,2 Millionen, operatives Ergebnis der zwölf Monate 1.033,3 Millionen, Eigenkapital 3.824,5 gegen 5.303,1 Millionen Verbindlichkeiten.
  • Ergebnis: rund 2,1 — also zwischen den beiden Schwellen, in der Grauzone.

Jetzt die Einordnung, die man bei einem Versorger machen muss: Diese 2,1 bedeuten hier etwas anderes als bei einem Industriebetrieb. Der größte Abzug kommt aus dem negativen Nettoumlaufvermögen — und das ist bei einem Gasversorger strukturell: Er finanziert das Winterlager und die Saisonspitzen über Geldmarktpapiere, kassiert die Rechnungen aber erst nach der Heizperiode. Zum 31. März 2026, unmittelbar nach dem Winter, ist der Gasspeicher fast leer (4,8 Millionen US-Dollar Buchwert nach 33,5 im September) und die Forderungen sind hoch. Die Formel misst hier eine Jahreszeit, keine Notlage.

Dazu kommt: Die Verbindlichkeiten enthalten 1.325,7 Millionen US-Dollar latente Steuern und 734,6 Millionen regulatorische Verpflichtungen, die nicht wie Bankschulden zurückgezahlt, sondern über Jahrzehnte gegen Kunden abgerechnet werden. Als Gegenprobe zur Formel: Der Zinsaufwand der zwölf Monate von rund 150 Millionen US-Dollar wird vom operativen Ergebnis fast siebenfach gedeckt, es gibt einen ungenutzten Kreditrahmen über 1,3 Milliarden, und die Dividende läuft seit 123 Jahren. Der Datenbestand führt zum Vergleich einen Altman-Wert von 5,41 nach einer anderen Formelvariante mit anderen Schwellen; die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für die Firma spricht:

  • Rund 200 Millionen US-Dollar Jahresgewinn aus behördlich zugestandenen Renditen — ein Sockel, den kein reiner Förderer hat.
  • Erlösentkopplung und Witterungsausgleich in New York lösen den Versorgergewinn von Absatzmenge und Wetter.
  • Keine Buchbewertung der Sicherungsgeschäfte im Gewinn; der ausgewiesene Gewinn ist eher zu niedrig als zu hoch.
  • 11,7 Jahre Reservenreichweite, Neufunde 2025 über der Förderung, ohne Zukauf.
  • 55 Jahre Dividendenerhöhung in Folge, 123 Jahre ununterbrochene Zahlung, Ausschüttungsquote 37 Prozent.
  • Die Übernahme in Ohio ist behördlich genehmigt und verdoppelt die regulierte Tarifbasis des Versorgers.

Was dagegen spricht:

  • Zwei Drittel des Gewinns hängen weiterhin am Gaspreis; das Fiskaljahr 2024 zeigt, wie schnell daraus ein Segmentverlust wird.
  • Die Vollkostenmethode erzwingt Abschreibungen, sobald der Gaspreis fällt — 519,1 Millionen US-Dollar im Fiskaljahr 2024.
  • In Pennsylvania hängt der Tarifantrag bis 29. Oktober 2026, und der Netzerneuerungs-Zuschlag ist am Deckel: Neue Leitungen werden dort derzeit nicht verzinst.
  • Die Klimapolitik von New York zielt langfristig auf ein kleineres Gasnetz; das Unternehmen schließt Auswirkungen künftiger Regeln ausdrücklich nicht aus.
  • Die Übernahme kostet Bilanz: 1,2 Milliarden Verkäuferdarlehen zu 6,5 Prozent, 1,5 Milliarden neue Anleihen, rund 5 Prozent Verwässerung durch die Kapitalerhöhung vom Dezember 2025.
  • Das regulierte Geschäft bindet 56,6 Prozent des Vermögens für 37 Prozent des Gewinns — Sicherheit kostet Rendite.

Fazit: Was wirklich in der Schublade liegt

Kehren wir zum Anfang zurück. Die Schublade „Erdgas“ ist bei National Fuel Gas nicht falsch — sie ist unvollständig. Zwei Drittel des Gewinns kommen tatsächlich aus einem Geschäft, das an einem Preis hängt, den niemand steuert. Aber ein Drittel kommt aus Rohren und Zählern, deren Verzinsung eine Behörde festlegt, und dieses Drittel ist im schlechtesten Jahr der jüngeren Firmengeschichte nicht nur stehen geblieben, sondern hat den ganzen Konzern getragen.

Wer diese Aktie beurteilt, sollte deshalb zwei Fragen trennen. Die erste: Ist das eine solide Firma? Die Antwort steht in den Berichten — 41,9 Prozent Eigenkapitalquote, ein Gewinn ohne Bewertungsluft, eine Reservenreichweite von 11,7 Jahren, ein Dividendenrekord über 55 Jahre und ein regulierter Sockel von rund 200 Millionen US-Dollar im Jahr. Die zweite Frage lautet: Ist der Preis richtig? Die hängt daran, wo du den Gaspreis im Zyklus siehst — beim Mehrjahresschnitt zahlst du das 13,5-Fache statt des 11,3-Fachen.

Und dann sind da noch drei Termine, an denen sich in den nächsten Monaten mehr entscheidet als am Gaspreis: der Abschluss der Übernahme in Ohio ab dem 1. Oktober 2026, das FERC-Tarifverfahren ab dem 1. November 2026 und der ausgesetzte Tarifantrag in Pennsylvania bis zum 29. Oktober 2026. Danach sieht dieses Unternehmen anders aus als heute — regulierter, größer und höher verschuldet.

Wir sagen dir nicht, ob du kaufen sollst. Wir haben dir gezeigt, was in der Schublade liegt. Die Entscheidung liegt bei Dir. Keine Anlageberatung.

Quellen

Alle Zahlen dieser Analyse stammen aus den genannten Berichten an die US-Börsenaufsicht SEC oder sind offengelegte eigene Rechnungen daraus. Bilanz- und Ergebniszahlen beziehen sich auf den 31. März 2026, Reserven- und Mengenangaben auf das Fiskaljahr zum 30. September 2025, Kurs- und Bewertungsangaben auf den 28. Juli 2026. Dies ist keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.

Unser Fazit auf einen Blick

Aufbau & Ertragsmischung positiv
National Fuel Gas ist eines der wenigen vollständig integrierten Erdgasunternehmen der USA: Förderung im Appalachen-Becken, eigene Fernleitungen und Speicher, regulierter Endkundenvertrieb in New York und Pennsylvania. Im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026) kamen 162,3 von 438,3 Millionen US-Dollar Segmentgewinn aus dem regulierten Teil, im Fiskaljahr 2025 204,2 von 528,9 Millionen. Der Wert dieses Aufbaus zeigt sich im Fiskaljahr 2024: Damals verdienten Rohrnetz und Versorger 136,8 Millionen, während die Förderung 57,0 Millionen verlor — der Konzern blieb allein deshalb mit 77,5 Millionen im Plus.
Ertragsqualität positiv
Der ausgewiesene Gewinn enthält keine Buchgewinne aus Sicherungsgeschäften. National Fuel Gas bilanziert sie als Absicherung künftiger Zahlungsströme; nicht realisierte Wertänderungen laufen ins sonstige Ergebnis — im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 ein Plus von 46,9 Millionen US-Dollar vor Steuern, das den Gewinn nicht berührt hat. In der Gewinnrechnung stand nur der realisierte Teil, und der war mit minus 35,5 Millionen eine Belastung. Das Gesamtergebnis lag mit 489,6 Millionen über dem Nettogewinn von 429,3 Millionen. Die Buchbewertung sitzt stattdessen bei den Abschreibungen auf Gasvorkommen nach der Vollkostenmethode: 519,1 Millionen im Fiskaljahr 2024, 141,8 Millionen im Fiskaljahr 2025, null im Fiskaljahr 2023.
Kapitalbindung neutral
Zum 31. März 2026 bindet der regulierte Teil 5.221,2 von 9.232,5 Millionen US-Dollar Segmentvermögen — 56,6 Prozent — und liefert dafür 37,0 Prozent des Halbjahresgewinns. Die zugestandene Eigenkapitalrendite in New York liegt bei 9,7 Prozent. Sicherheit kostet hier also Rendite, und der Anlagenpark ist kapitalhungrig: 455,7 Millionen US-Dollar Investitionen allein im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 bei einem Sachanlagenbestand von 15,8 Milliarden brutto. In Pennsylvania kommt hinzu, dass der Netzerneuerungs-Zuschlag seine Obergrenze erreicht hat: Zusätzliche Anlageninvestitionen werden dort laut Quartalsbericht derzeit nicht verzinst.
Substanz im Fördergeschäft positiv
Die nachgewiesenen Reserven stiegen zum 30. September 2025 auf 4.980 Milliarden Kubikfuß nach 4.752 und 4.535 in den beiden Vorjahren — aus eigener Kraft, ohne Zukauf: Die Neufunde von 633 Milliarden Kubikfuß lagen über der Jahresförderung von 426 Milliarden. Daraus folgt eine Reichweite von 11,7 Jahren. Der Zuwachs kam vollständig aus dem Utica-Schiefer; aus dem Marcellus wurde 2025 nichts hinzugebucht, und die unerschlossenen Reserven machen mit 26,4 Prozent einen unauffälligen Anteil aus.
Bilanz & Liquidität neutral
Zum 31. März 2026 stehen 3.824,5 Millionen US-Dollar Eigenkapital gegen 9.127,6 Millionen Bilanzsumme — eine Eigenkapitalquote von 41,9 Prozent — und 2.426,2 Millionen Finanzschulden gegen 26,6 Millionen Kasse, also 2.399,6 Millionen Nettoverschuldung bei einem Verschuldungsgrad von 0,63. Der Altman-Z″-Wert liegt nach eigener Nachrechnung bei rund 2,1 und damit zwischen den Schwellen 1,1 und 2,6; der Abzug stammt fast vollständig aus dem saisonal negativen Nettoumlaufvermögen (507,6 gegen 820,1 Millionen), das bei einem Gasversorger nach dem Winter strukturell ist. Gegenprobe: Das operative Ergebnis deckt den Zinsaufwand fast siebenfach, der Kreditrahmen über 1,3 Milliarden bis März 2031 ist ungenutzt, die Oktober-2026-Anleihe wurde vorzeitig getilgt.
Regulierungs- und Politikrisiko negativ
Bei einem Versorger entscheidet die Behörde über den Ertrag. In Pennsylvania hängt der Antrag auf 19,7 Millionen US-Dollar mehr Basiserlös seit dem 19. Februar 2026 bis zum 29. Oktober 2026 in der Aussetzung, und der Netzerneuerungs-Zuschlag ist ausgeschöpft. Bei der Bundesbehörde FERC läuft seit 30. April 2026 ein Verfahren über einen um 95 Millionen höheren Kostenbedarf mit Wirkung ab 1. November 2026 — ohne garantierten Ausgang. Dazu die Klimapolitik von New York: Das Gesetz vom Mai 2023 verbietet fossil befeuerte Anlagen in Neubauten ab dem 31. Dezember 2025; der Konzern erwartet daraus keine wesentliche Wirkung, schließt Auswirkungen künftiger Regeln aber ausdrücklich nicht aus. Der Maßnahmenplan zum Klimaschutzgesetz CLCPA empfiehlt, das Gasnetz strategisch zu verkleinern.
Übernahme & Verwässerung neutral
Der Kauf von Vectren Energy Delivery of Ohio für 2,62 Milliarden US-Dollar verdoppelt nach Unternehmensangabe die Tarifbasis des Versorgers und verteilt das Regulierungsrisiko auf einen dritten Bundesstaat — strategisch also genau in Richtung des Teils, der 2024 den Konzern getragen hat. Die Aufsichtsbehörde PUCO hat am 24. Juni 2026 unter Auflagen zugestimmt, der Abschluss wird für das vierte Kalenderquartal 2026 erwartet. Bezahlt wird mit 1,42 Milliarden bar und einem Verkäuferdarlehen über 1,2 Milliarden zu 6,5 Prozent. Die Kehrseite: 1,5 Milliarden US-Dollar neue Anleihen im Juni 2026 und eine Kapitalerhöhung vom Dezember 2025, die die Aktienzahl von 90,4 auf 95,0 Millionen erhöht hat — rund 5 Prozent Verwässerung.
Dividende positiv
National Fuel Gas hat die Dividende nach eigener Angabe 55 Jahre in Folge erhöht und zahlt seit 123 Jahren ununterbrochen — belegt im Aktionärsbrief der Hauptversammlungseinladung vom 23. Januar 2026. Die letzte Erhöhung im Juni 2025 betrug 4 Prozent auf 2,14 US-Dollar im Jahr. Die Ausschüttungsquote lag im Fiskaljahr 2025 bei 37 Prozent (189,9 von 518,5 Millionen US-Dollar). Belastbarkeitsprobe: Im Fiskaljahr 2024 stand einer Dividende von 185,2 Millionen ein Gewinn von nur 77,5 Millionen gegenüber — die Zahlung wurde trotzdem erhöht und aus dem operativen Mittelzufluss gedeckt.

National Fuel Gas fördert Erdgas im Appalachen-Becken, transportiert und speichert es in eigenen Leitungen und verkauft es als regulierter Versorger an Haushalte in New York und Pennsylvania. Diese Kombination erklärt, warum der Titel anders zu beurteilen ist als ein reiner Förderer: Rund 200 Millionen US-Dollar Jahresgewinn stammen aus behördlich zugestandenen Renditen und schwanken kaum, während der Rest am Gaspreis hängt. Im Fiskaljahr 2024 verdiente der regulierte Teil 136,8 Millionen und trug damit den ganzen Konzern, dessen Fördersegment 57,0 Millionen verlor. Der ausgewiesene Gewinn enthält keine Buchbewertung aus Sicherungsgeschäften — diese laufen als Absicherung künftiger Zahlungsströme durch das sonstige Ergebnis. Auf den Dreijahresschnitt der erzielten Gaspreise gerechnet kostet die Aktie das 13,5-Fache des Gewinns statt des 11,3-Fachen. Offen sind drei Termine: der Abschluss der Ohio-Übernahme ab 1. Oktober 2026, das FERC-Tarifverfahren ab 1. November 2026 und der ausgesetzte Tarifantrag in Pennsylvania bis 29. Oktober 2026. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Qualität belegt

Geschäftsmodell, Zahlen und Bilanz halten unserer Prüfung stand. Ob der aktuelle Kurs einen Einstieg trägt, ist eine eigene Frage — sie hängt am Preis, nicht am Unternehmen.

Grün, weil Substanz, Bilanz und Ertragsqualität dieser Firma in jeder prüfbaren Dimension tragen. Die Ertragsqualität zuerst, weil sie hier ungewöhnlich sauber ist: Der ausgewiesene Gewinn enthält keine Buchgewinne aus Sicherungsgeschäften — National Fuel Gas bilanziert sie als Absicherung künftiger Zahlungsströme, sodass die nicht realisierte Wertänderung von plus 46,9 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 im sonstigen Ergebnis blieb, während in der Gewinnrechnung nur der realisierte Teil von minus 35,5 Millionen stand. Das Gesamtergebnis lag mit 489,6 Millionen über dem Nettogewinn von 429,3 Millionen — der Gewinn ist also eher zu niedrig als zu hoch ausgewiesen. Die Ertragsmischung: 162,3 von 438,3 Millionen Segmentgewinn kommen aus behördlich zugestandenen Renditen; im Fiskaljahr 2024 verdiente dieser Teil 136,8 Millionen und trug damit mehr als den gesamten Konzerngewinn von 77,5 Millionen, während die Förderung 57,0 Millionen verlor. Ein Geschäftsmodell, das seinen schlechtesten Jahrgang der jüngeren Geschichte im Plus beendet, ist belastbar. Die Bilanz: 3.824,5 Millionen Eigenkapital auf 9.127,6 Millionen Bilanzsumme (Eigenkapitalquote 41,9 Prozent), 2.399,6 Millionen Nettoverschuldung, Verschuldungsgrad 0,63, Zinsdeckung fast siebenfach, ein ungenutzter Kreditrahmen über 1,3 Milliarden bis März 2031, die Fälligkeit Oktober 2026 vorzeitig getilgt, kein Fortführungszweifel. Die Substanz: 4.980 Milliarden Kubikfuß nachgewiesene Reserven, 11,7 Jahre Reichweite, und die Neufunde von 633 Milliarden Kubikfuß lagen 2025 über der Förderung von 426 — aus eigener Kraft, ohne Zukauf. Die operative Lage: 55 Jahre Dividendenerhöhung in Folge, 123 Jahre ununterbrochene Zahlung, Ausschüttungsquote 37 Prozent. Drei Einschränkungen bleiben, keine wiegt schwer genug für Gelb: Erstens zwingt die Vollkostenmethode bei fallenden Gaspreisen zu Abschreibungen — 519,1 Millionen im Fiskaljahr 2024 —, doch zum 31. März 2026 lag der Buchwert unter der Obergrenze. Zweitens ist der Netzerneuerungs-Zuschlag in Pennsylvania ausgeschöpft, sodass dort neue Leitungen vorerst unverzinst bleiben; mit den neuen Basistarifen wandern sie in die reguläre Tarifbasis. Drittens erhöht die Ohio-Übernahme die Verschuldung und hat die Aktienzahl um rund 5 Prozent verwässert — sie ist behördlich genehmigt und verschiebt das Gewicht in den planbaren Teil. Der Altman-Z″ von 2,1 liegt in der Grauzone, misst bei einem Gasversorger nach dem Winter aber die Saison und nicht die Bonität. Keine Governance-Auffälligkeit, kein Going Concern, keine Bilanznarbe.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam National Fuel Gas über den Scanner „QARP — Qualität zum fairen Preis“ (Rang 39 der US-Auswahl, Datenstand 28. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (NFG: 7 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (20,8), EBIT-Marge mindestens 10 Prozent (42,0), Verschuldungsgrad höchstens 1 (0,635) und ein positives KGV bis 20 (11,3). Ergänzend: Fundamental-Rating 69 (Note B), Börsenwert rund 7,7 Milliarden US-Dollar. Eigene Nachrechnungen aus den SEC-Berichten: Zwölfmonatsgewinn 686,5 Mio. US-Dollar (518,5 Fiskaljahr 2025 minus 261,3 erstes Halbjahr Fiskaljahr 2025 plus 429,3 erstes Halbjahr Fiskaljahr 2026), Gewinn je Aktie 7,22 US-Dollar (686,5 Mio. auf 95.027.447 Aktien), KGV 11,3 (81,39 US-Dollar Schlusskurs vom 28.07.2026), EBIT-Marge 41,2 Prozent (1.033,3 auf 2.508,0 Mio. Umsatz), Verschuldungsgrad 0,63 (2.426,2 auf 3.824,5 Mio.), Eigenkapitalrendite rund 21 Prozent (686,5 Mio. auf ein Durchschnitts-Eigenkapital der letzten vier Quartalsstichtage von rund 3,3 Mrd.). Alle fünf Hürden bestehen auch nach eigener Rechnung; die knappste ist der Piotroski-F-Score, der mit 7 von 9 exakt auf der Schwelle liegt.
  • Börsenwert-Gegenprobe (Methode offengelegt): Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 29.04.2026 genau 95.035.362 Aktien ausstehend (Bilanzstichtag 31.03.2026: 95.027.447 ausgegeben und ausstehend). Mal dem Schlusskurs vom 28.07.2026 von 81,39 US-Dollar ergibt das 7,735 Mrd. US-Dollar gegenüber den ausgewiesenen 7,7 Mrd. — eine Abweichung von 0,5 Prozent. Der Datenbestand rechnet hier also mit einem aktuellen Kursstand. Bewusst NICHT gerechnet wurde ein „impliziter Kurs“ aus Börsenwert geteilt durch Aktienzahl: Beide Größen haben verschiedene Stichtage, ein solcher Quotient erzeugt Scheinbefunde. Stattdessen wurde der hinterlegte Kurs mit dem tatsächlichen Kursverlauf verglichen. Der ältere lokale Datenauszug führt 76,51 US-Dollar — das ist exakt der Schlusskurs vom 25.06.2026 und damit ein echter Handelskurs, nur älter; er ergibt einen Börsenwert von 7,272 Mrd. gegenüber den dort ausgewiesenen 7,267 Mrd. (Abweichung 0,07 Prozent). Es gab weder Aktiensplit noch Rückkaufprogramm im Berichtszeitraum; die Aktienzahl stieg allein durch die Privatplatzierung vom 17.12.2025 (4.402.513 Aktien zu 79,50 US-Dollar).
  • Zyklik-Rechnung (eigene Rechnung, Methode offengelegt): Grundlage sind die erzielten Gaspreise nach Absicherung aus den Berichten — 2,55 US-Dollar je tausend Kubikfuß im Fiskaljahr 2023, 2,44 im Fiskaljahr 2024 und 2,70 im Fiskaljahr 2025, Dreijahresschnitt 2,56. In den zwölf Monaten bis 31.03.2026 lag der gewichtete Wert bei 2,91 US-Dollar (aus 2,70 für das Fiskaljahr 2025, 2,74 für dessen erstes Halbjahr und 3,16 für das erste Halbjahr des Fiskaljahres 2026, gewichtet mit den Fördermengen 426,4 / 203,2 / 211,2 Mrd. Kubikfuß). Variiert wird ausschließlich der erzielte Preis; Mengen, Kosten, Tarife und das regulierte Geschäft bleiben unverändert. Effekt: minus 0,345 US-Dollar je tausend Kubikfuß auf 434,3 Mrd. Kubikfuß Zwölfmonatsförderung = minus 149,8 Mio. US-Dollar vor Steuern, bei der tatsächlichen Steuerquote von 24,9 Prozent minus 112,5 Mio. nach Steuern. Ergebnis: Zwölfmonatsgewinn 574,0 statt 686,5 Mio. US-Dollar, Gewinn je Aktie 6,04 statt 7,22, KGV 13,5 statt 11,3. Der regulierte Beitrag von 206,3 Mio. US-Dollar bleibt dabei unverändert und steigt anteilig von 29 auf 35 Prozent des Segmentgewinns. Gegenprobe am tatsächlichen Verlauf: Im Fiskaljahr 2024 mit 2,44 US-Dollar erzieltem Preis verlor das Fördersegment 57,0 Mio., während der regulierte Teil 136,8 Mio. verdiente und den Konzern mit 77,5 Mio. im Plus hielt.
  • Altman-Z″ (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone): Eigene Nachrechnung zum 31.03.2026 aus dem Quartalsbericht — Nettoumlaufvermögen minus 312,6 Mio. US-Dollar (507,6 Umlaufvermögen gegen 820,1 kurzfristige Schulden) und Gewinnrücklagen 2.340,2 Mio. auf 9.127,6 Mio. Bilanzsumme, operatives Ergebnis 1.033,3 Mio. auf Zwölfmonatssicht (813,5 für das Fiskaljahr 2025, minus 403,4 für dessen erstes Halbjahr, plus 623,3 für das erste Halbjahr des Fiskaljahres 2026), Eigenkapital 3.824,5 Mio. gegen 5.303,1 Mio. Verbindlichkeiten — Ergebnis rund 2,1, also Grauzone. Einordnung für einen kapitalintensiven Versorger: Der gesamte Abzug stammt aus dem negativen Nettoumlaufvermögen, das hier saisonal ist (Gasspeicher am 31.03.2026 mit 4,8 Mio. Buchwert nach 33,5 Mio. am 30.09.2025, Winterfinanzierung über Geldmarktpapiere). Zudem enthalten die Verbindlichkeiten 1.325,7 Mio. latente Steuern und 734,6 Mio. regulatorische Verpflichtungen, die nicht getilgt, sondern über Jahrzehnte gegen Kunden abgerechnet werden. Ein Wert von 2,1 bedeutet hier deshalb nicht dasselbe wie bei einem Industriebetrieb. Zur Kontrolle: Zinsdeckung nach eigener Rechnung rund 6,9 (1.033,3 Mio. operatives Ergebnis auf rund 150 Mio. Zinsaufwand auf Zwölfmonatssicht), ungenutzter Kreditrahmen 1,3 Mrd. bis März 2031. Der Datenbestand führt einen Altman-Wert von 5,41 nach einer anderen Formelvariante mit anderen Schwellen; die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.
  • Materialitäts-Gate (Fund-Typisierung): Kapitalbindung von 56,6 Prozent im regulierten Teil bei nur 37,0 Prozent Gewinnbeitrag = Struktur-Fund mit beziffertem Maß, kein Mangel, sondern der Preis der Planbarkeit. Ausgeschöpfter Netzerneuerungs-Zuschlag in Pennsylvania = Ertrags-Fund mit Enddatum (Zurücksetzung mit den neuen Basistarifen), im Text belegt und per Screenshot aus dem Originalbericht nachgewiesen. Abschreibungen nach der Vollkostenmethode (519,1 Mio. US-Dollar im Fiskaljahr 2024) = Zyklik-Fund, unvermeidlich für das Fördergeschäft und durchgerechnet. Verwässerung um rund 5 Prozent durch die Privatplatzierung vom Dezember 2025 plus 1,5 Mrd. neue Anleihen = Finanzierungs-Fund, drückt die Bilanzqualität von sehr gut auf gut, ohne sie zu gefährden. Klimapolitik von New York = Politik-Fund mit langem Horizont, vom Unternehmen im Risikoteil selbst benannt und durch die Ohio-Übernahme geografisch gestreut. Kein Existenz-Fund, keine Governance-Auffälligkeit, kein Going Concern, keine Bilanznarbe — deshalb Ampel Grün für die Firma und beobachten für die Aktie.
  • Identität/Rechtsform (am Einreichungsindex geprüft, nicht angenommen): National Fuel Gas Company, CIK 0000070145, Branchenschlüssel SIC 4924 (Natural Gas Distribution), notiert an der New York Stock Exchange unter NFG, Stammaktien mit 1,00 US-Dollar Nennwert, 200.000.000 Aktien genehmigt. US-Inlandsemittent, Berichtsform 10-K/10-Q/8-K, Geschäftsjahr endet am 30. September. Der Jahresbericht für das Fiskaljahr 2025 wurde am 21.11.2025 eingereicht, der Quartalsbericht zum 31.03.2026 am 30.04.2026. Operative Töchter: Seneca Resources Company LLC (Förderung), National Fuel Gas Supply Corporation und Empire Pipeline Inc. (Fernleitung und Speicher), National Fuel Gas Distribution Corporation (Versorger), National Fuel Gas Midstream Company LLC (Sammelleitungen).
  • Sonderlagen-Screening (EDGAR-Einreichungsindex CIK 70145): keine Übernahme des Unternehmens selbst, kein Strategic Review, kein Rights Plan, keine Aktivisten-Kampagne, kein Going Concern, keine SC 13D. Nach dem Quartalsbericht vom 30.04.2026 kamen vier Meldungen hinzu, die alle ausgewertet wurden: 8-K vom 26.05.2026 (Abschlüsse von CenterPoint Ohio und Pro-forma-Angaben), 8-K vom 27.05.2026 (Kündigung der 300-Mio.-Anleihe mit Fälligkeit Oktober 2026, Rückzahlung am 11.06.2026), 8-K vom 10.06.2026 (Anleihe-Emission über 1,5 Mrd. US-Dollar in drei Tranchen) und 8-K vom 26.06.2026 (Genehmigung der Übernahme durch die Aufsichtsbehörde PUCO am 24.06.2026 unter Auflagen). Eigener Vorgang im Berichtszeitraum: Kaufvertrag über Vectren Energy Delivery of Ohio vom 20.10.2025, Abschluss erwartet im vierten Kalenderquartal 2026.
  • Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 28. Juli 2026, Bilanz- und Quartalszahlen auf den 31. März 2026, Reserven-, Mengen- und Preisangaben auf das Fiskaljahr zum 30. September 2025. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Die Zwölfmonatswerte sind eigene Rechnung aus dem Jahresbericht für das Fiskaljahr 2025 zuzüglich des ersten Halbjahres des Fiskaljahres 2026 abzüglich des ersten Halbjahres des Fiskaljahres 2025. Reichweite, Nettoverschuldung, regulierter Gewinnanteil, normalisierter Gewinn und Altman-Z″ sind eigene Rechnungen aus den Abschlussposten und keine vom Unternehmen ausgewiesenen Kennzahlen. Der regulierte Anteil ist als Summe der Segmente Pipeline and Storage und Utility definiert; Konzernumlagen und Konsolidierungsposten sind darin nicht enthalten, weshalb die Segmentsumme leicht vom Konzerngewinn abweicht.

Häufige Fragen

National Fuel Gas ist ein vollständig integriertes Erdgasunternehmen mit drei Segmenten: Seneca Resources fördert Gas im Appalachen-Becken, Supply Corporation und Empire Pipeline transportieren und speichern es, und Distribution Corporation verkauft es als regulierter Versorger an Haushalte in New York und Pennsylvania. Diese Kombination aus Förderung, Netz und Endkundenvertrieb ist in den USA selten.

Im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026) lieferten Rohrnetz, Speicher und Versorger zusammen 162,3 von 438,3 Millionen US-Dollar Segmentgewinn — 37 Prozent. Im Fiskaljahr 2025 waren es 204,2 von 528,9 Millionen (39 Prozent). Im schwachen Fiskaljahr 2024 verdiente der regulierte Teil 136,8 Millionen und damit mehr als der gesamte Konzern (77,5 Millionen), weil die Förderung 57,0 Millionen verlor.

Am 30. September. Das Fiskaljahr 2025 umfasst also Oktober 2024 bis September 2025. Der jüngste Quartalsbericht ist das zweite Quartal des Fiskaljahres 2026 mit den Kalendermonaten Januar bis März 2026. Das ist wichtig, weil der Versorger den Großteil seines Jahresergebnisses im Winterquartal verdient — ein Halbjahr lässt sich deshalb nicht einfach verdoppeln.

Nein. National Fuel Gas bilanziert seine Gas-Sicherungsgeschäfte als Absicherung künftiger Zahlungsströme. Nicht realisierte Wertänderungen — im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2026 ein Plus von 46,9 Millionen US-Dollar vor Steuern — laufen durch das sonstige Ergebnis, nicht durch die Gewinnrechnung. In den Gewinn floss nur der realisierte Teil, und der war ein Minus von 35,5 Millionen. Das unterscheidet den Konzern von den meisten Gasförderern.

Nach eigener Angabe im Aktionärsbrief vom Januar 2026 im Jahr 2025 zum 55. Mal in Folge; gezahlt wird seit 123 Jahren ununterbrochen. Die letzte Erhöhung erfolgte im Juni 2025 um 4 Prozent auf 2,14 US-Dollar je Aktie im Jahr, also 0,535 US-Dollar je Quartal. Auf den Schlusskurs vom 28. Juli 2026 von 81,39 US-Dollar entspricht das rund 2,6 Prozent Rendite bei einer Ausschüttungsquote von 37 Prozent.

Der Kauf von Vectren Energy Delivery of Ohio für 2,62 Milliarden US-Dollar verdoppelt nach Unternehmensangaben die regulierte Tarifbasis des Versorgergeschäfts und weitet es auf einen dritten Bundesstaat aus. Die Aufsichtsbehörde PUCO hat am 24. Juni 2026 zugestimmt; der Abschluss wird im vierten Kalenderquartal 2026 erwartet, frühestens zum 1. Oktober 2026. Bezahlt wird mit 1,42 Milliarden bar und einem Verkäuferdarlehen über 1,2 Milliarden zu 6,5 Prozent.

Weil die Formel das negative Nettoumlaufvermögen abstraft: Zum 31. März 2026 standen 507,6 Millionen US-Dollar Umlaufvermögen gegen 820,1 Millionen kurzfristige Schulden. Bei einem Gasversorger ist das saisonal — der Winterspeicher ist im März leer, finanziert wurde er über Geldmarktpapiere. Zur Gegenprobe: Das operative Ergebnis deckt den Zinsaufwand fast siebenfach, ein Kreditrahmen über 1,3 Milliarden ist ungenutzt.

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