Unsere Einordnungen erklärt
Was die drei Ampelstufen „Qualität belegt“, „Offene Fragen“ und „Substanzrisiko“ bei uns bedeuten, wie die Urteile entstehen — und welche Interessenkonflikte bestehen (Transparenz nach Art. 20 der EU-Marktmissbrauchsverordnung, MAR).
Stand: 25. Juli 2026
Was unsere Analysen sind — und was nicht
Unsere Aktienanalysen sind Anlageempfehlungen im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Nr. 35 der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR): redaktionelle Einschätzungen zu börsennotierten Unternehmen, die sich an die Allgemeinheit richten. Wir erstellen sie als institutsunabhängiger Ersteller von Anlageempfehlungen nach § 86 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Sie sind keine Anlageberatung — wir kennen Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Anlagehorizont, steuerliche Situation) nicht und können sie nicht berücksichtigen. Jede Anlageentscheidung triffst Du selbst; Investitionen in Aktien sind mit dem Risiko von Verlusten bis zum Totalverlust verbunden.
Die drei Stufen
Jede Analyse endet mit genau einer Einordnung. Sie beurteilt die Qualität des Unternehmens — nicht den Kurs und nicht den Einstiegszeitpunkt. Die Stufen bedeuten:
- Qualität belegt (Ampel grün): Geschäftsmodell, Zahlen und Bilanz halten unserer Prüfung stand — keine existenzielle Abhängigkeit, kein Bruch in Bilanz oder Unternehmensführung, die belegten Stärken überwiegen deutlich.
- Offene Fragen (Ampel gelb): Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen — etwa ein noch unbewiesener Turnaround, eine schwankende Profitabilität oder ein Ergebnis, das an einem einzelnen Ereignis hängt.
- Substanzrisiko (Ampel rot): Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet (z. B. Fortführungszweifel, negatives Eigenkapital, existenzielle Abhängigkeit von einer Gegenpartei).
Ob eine Aktie zum aktuellen Kurs kaufenswert ist, beantwortet die Ampel bewusst nicht. Dafür stehen die Scanner: Sie verbinden die Qualitätsstufe mit Bewertungs-, Wachstums- und Trendkennzahlen. Eine teure Aktie kann deshalb grün sein — Qualität und Preis sind zwei verschiedene Fragen, und wir beantworten sie getrennt.
Existieren zu einer Firma eine Detail-Analyse und eine Supertiefe Analyse, gilt eine gemeinsame Einordnung — maßgeblich ist die tiefere, neuere Analyse.
Wie eine Einordnung entsteht
Grundlage jeder Analyse sind Originalquellen — vor allem die bei der US-Börsenaufsicht SEC hinterlegten Geschäftsberichte (10-K), Quartalsberichte (10-Q), Ad-hoc-Meldungen (8-K) und Insider-Meldungen (Form 4); bei deutschen Werten die Berichte des Unternehmens selbst. Zahlen und Zitate werden gegen die Originaldokumente geprüft und im Artikel verlinkt.
Für das Urteil gewichten wir jeden negativen Befund nach zwei Fragen: Welchen Anteil des Unternehmens betrifft er konkret (in Prozent von Umsatz, Gewinn oder Eigenkapital) und welcher Art ist er — existenzbedrohend, ein Bewertungs-/Preisrisiko oder ein Schönheitsfehler? Nur existenzbedrohende Befunde tragen eine rote Einordnung. Bewertungs- und Preisrisiken bestimmen die Ampel ausdrücklich nicht — sie betreffen den Einstiegszeitpunkt, nicht die Substanz des Unternehmens, und werden im Text benannt sowie in den Scanner-Kennzahlen sichtbar. Schönheitsfehler werden benannt, bestimmen das Urteil aber nicht.
Jede Einordnung gilt zum Analysezeitpunkt, der im Artikel genannt ist. Neue Erkenntnisse können zu einer Umstufung führen; wesentliche Umstufungen nehmen wir direkt am Artikel vor.
Interessenkonflikte
Einzelne Autoren halten eigene Positionen in Unternehmen, die auf Börsenlotse analysiert werden. Welche das sind, legen wir im Abschnitt „Eigene Positionen der Redaktion" auf dieser Seite offen — zusätzlich steht am Anfang jeder betroffenen Analyse ein deutlich sichtbarer Hinweis.
Wir erhalten keine Vergütung von analysierten Unternehmen oder von Dritten für die Erstellung oder die Tendenz einer Analyse; die Auswahl der Unternehmen treffen wir ausschließlich redaktionell.
Auf einzelnen Seiten verwenden wir gekennzeichnete Partner-Links (z. B. zu Brokern). Sie haben keinen Einfluss auf Analysen oder Einordnungen.
Eigene Positionen der Redaktion
Zum Stand vom 15. September 2026 bestehen folgende Positionen von Börsenlotse-Autoren in Unternehmen, zu denen eine Analyse veröffentlicht ist:
- AUMOVIO N (AMV0.DE): Aktienbestand — der Betreiber hält 38 Stück (Stand: 15. September 2026).
- Southern Copper Corporation (SCCO): Aktienbestand — der Betreiber hält 0,096 Stück (Stand: 15. September 2026).
- Friedrich Vorwerk Group SE (VH2.DE): Aktienbestand — der Betreiber hält 21 Stück (Stand: 15. September 2026).
Am Anfang jeder betroffenen Analyse und auf der jeweiligen Aktienseite steht zusätzlich ein deutlich sichtbarer Hinweis. Diese Liste zieht der Bestand täglich selbst nach; das Datum daneben ist der Tag, an dem der Bestand zuletzt geprüft wurde.
Aktuelle Verteilung unserer Einordnungen
Damit Du unsere Maßstäbe einordnen kannst (Art. 20 MAR): Über alle 919 derzeit veröffentlichten Analysen verteilen sich die Einordnungen so (automatisch berechnet, Stand: heute):
- Qualität belegt: 77 (8,4 %)
- Offene Fragen: 649 (70,6 %)
- Substanzrisiko: 193 (21,0 %)