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Comstock Resources: 420 Millionen Gewinn — und vier Jahre, in denen mehr abfloss als hereinkam

Comstock Resources: 420 Millionen Gewinn — und vier Jahre, in denen mehr abfloss als hereinkam

Comstock Resources hat 2025 das beste Ergebnis seit dem Gaspreis-Boom 2022 erzielt: 420,2 Millionen US-Dollar Gewinn bei 2.220,3 Millionen Erlösen. Genau deshalb sieht die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 6 billig aus. Die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC zeigen aber auch: Seit 2023 kostet das Bohrprogramm jedes Jahr mehr, als der Betrieb hereinholt, die Finanzschulden liegen bei 2.947,6 Millionen — und 71 Prozent der Aktien gehören einem einzigen Mann. Keine Anlageberatung, sondern die Frage, wem am Ende die Bohrlöcher gehören.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Comstock Resources: 420 Millionen Gewinn — und vier Jahre, in denen mehr abfloss als hereinkam
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die immer dann zuschnappt, wenn ein bekannter Name im Aktionärsregister steht: die Beifahrer-Falle. Du siehst, dass ein Milliardär 71 Prozent einer Firma hält, und denkst: Der weiß mehr als ich, der steigt nicht aus, ich fahre einfach mit. Bei Comstock Resources, Inc. (NYSE: CRK) ist der Mann Jerral W. Jones — jener Unternehmer, den die meisten als Eigentümer eines Football-Klubs kennen. Nur sitzt du nicht neben ihm. Er bestimmt fünf von neun Sitzen im Verwaltungsrat, er hat einen Zeithorizont von Jahrzehnten, und er hat seine Aktien zum Teil in einer Privatplatzierung gekauft. Machen wir also einen Deal: Bevor wir über den Fahrer reden, lesen wir gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 19. Februar 2026 und den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 vom 6. Mai 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser hier erzählt von 7,0 Billionen Kubikfuß Erdgas im Boden — und von vier Jahren, in denen mehr Geld aus der Firma herausfloss, als der Betrieb hereinholte.

Was Comstock Resources eigentlich macht — ein Bohrunternehmen mit 252 Leuten

Comstock ist ein unabhängiger Erdgasförderer: Die Firma pachtet Land, bohrt waagerecht in Schiefergestein, sprengt es mit Wasserdruck auf und verkauft das Gas, das herauskommt. Sitz ist Frisco im US-Bundesstaat Texas, geführt wird das Unternehmen von M. Jay Allison als Chairman und Vorstandsvorsitzendem sowie Roland O. Burns als President und Finanzvorstand. Bemerkenswert klein ist die Mannschaft: 252 Beschäftigte zum 31. Dezember 2025, alles Weitere machen Vertragsfirmen. Öl spielt praktisch keine Rolle — von 1.428,1 Millionen US-Dollar Förderumsatz 2025 entfielen ganze 2,3 Millionen auf Öl.

Das Revier ist der Haynesville- und Bossier-Schiefer in Nordlouisiana und Osttexas: 1.069.991 Acres, davon 802.769 auf eigene Rechnung. Der Vorteil dieser Region ist Geografie. Von hier sind es kurze Wege zur Golfküste, wo Flüssiggas-Terminals verladen, Chemiewerke stehen und neue Kraftwerke gebaut werden. Comstock nennt im Geschäftsbericht auch eine Partnerschaft mit NextEra Energy Resources, um Gas für neue Kraftwerke im Western Haynesville zu liefern — mit einer Anfangsleistung von 2 Gigawatt und einer möglichen Erweiterung auf 8 Gigawatt für Rechenzentren.

Zwei Dinge muss man auseinanderhalten. Erstens gibt es an der Börse mehrere Firmen mit dem Namen Comstock: Comstock Resources (Ticker CRK), Comstock Inc. (LODE) und Comstock Holding Companies (CHCI) sind drei verschiedene Registranten mit eigenen SEC-Berichten. Wer Kennzahlen googelt, landet leicht bei der falschen. Zweitens gehört zu Comstock seit 2023 eine eigene Pipeline-Tochter, Pinnacle Gas Services LLC, die Gas im Western Haynesville sammelt und aufbereitet — Ende 2025 zwei Aufbereitungsanlagen in Texas und 246 Meilen Hochdruckleitung. Diese Tochter wird uns später noch beschäftigen.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Comstock sitzt auf einem der besten Gasvorkommen Nordamerikas — aber seit 2023 kostet das Erschließen dieses Vorkommens jedes Jahr mehr, als das laufende Geschäft einbringt. Wie unterschiedlich Förderung und Infrastruktur im selben Geschäft verdienen, haben wir in unserer Analyse zu Summit Midstream auseinandergenommen; wie stark Rohstoffpreise ein Förderergebnis durchschütteln, zeigt unsere Analyse zu APA Corporation.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Der Aufhänger ist diesmal keine Kursbewegung, sondern eine Bilanzliste. Der hauseigene Aktien-Scanner führt Comstock in der US-Auswahl des Fundamental-Rankings — jener Liste, die Firmen nach der Güte ihrer Zahlen sortiert und nicht nach ihrem Chartbild (Stand 26. Juli 2026; die Listen werden täglich neu berechnet). Zum selben Stichtag erfüllen 38 US-Titel die Kriterien dieser Liste; die Seite zeigt die ersten 25 davon. Nachmachen kannst du das in drei Klicks: Aktien-Scanner öffnen, die Liste „Fundamental Rank (A / A+)“ wählen, Markt USA.

Interessant ist die Zusammensetzung der Treffer. Am 26. Juli 2026 stand CRK in acht Listen gleichzeitig, und die Mischung ist ungewöhnlich: neben dem Fundamental-Rank noch Power Trend, Profis 80 %, Big Earnings Surprise, Starke DCR 80, Enge Wochenspanne sowie die reinen Ranglisten nach Kurs-Gewinn- und Kurs-Cashflow-Verhältnis. Übersetzt heißt das: Die Aktie sieht nach den letzten gemeldeten Zahlen billig aus, hat die Erwartungen zuletzt geschlagen und läuft technisch nicht schlecht. Genau diese Kombination verdient einen zweiten Blick — denn billig ist nur dann günstig, wenn der Gewinn wiederkommt.

Zwei Kennzahlen aus dem Datenstand vom 24. Juli 2026 gehören dazu, und beide werden hier bewertet, nicht nur genannt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 6 — gerechnet auf 2,21 US-Dollar Ergebnis je Aktie der letzten zwölf Monate. Alles unter 10 gilt gemeinhin als billig; wir werden gleich sehen, warum diese Zahl mit Vorsicht zu genießen ist. Und die Verschuldungsquote von 1,1 heißt: Auf jeden Dollar Eigenkapital kommt gut ein Dollar Fremdkapital. Das ist für einen Rohstoffförderer nicht ungewöhnlich, aber es ist auch kein Polster.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich beeindruckt. Comstock hat 2025 den Turnaround geschafft. Die Gesamterlöse stiegen auf 2.220,3 Millionen US-Dollar nach 1.254,5 Millionen (2024) und 1.565,2 Millionen (2023). Aus einem Betriebsverlust von 168,6 Millionen wurde ein Betriebsergebnis von 645,9 Millionen, aus einem Nettoverlust von 218,8 Millionen ein Nettoergebnis von 420,2 Millionen US-Dollar oder 1,43 US-Dollar je verwässerter Aktie. Das erste Quartal 2026 bestätigte die Richtung: 587,4 Millionen Erlöse, 174,9 Millionen Betriebsergebnis, 112,5 Millionen Nettoergebnis und 0,38 US-Dollar je Aktie — nach einem Verlust von 0,40 US-Dollar im Vorjahresquartal.

Der Grund dafür steht in einer einzigen Zeile: der Gaspreis. 2024 erlöste Comstock im Schnitt 1,98 US-Dollar je tausend Kubikfuß — ein Preis, bei dem in diesem Revier niemand Geld verdient. 2025 waren es 3,17 US-Dollar, im ersten Quartal 2026 sogar 4,27 US-Dollar. Im Alltagsbild: Comstock verkauft immer dasselbe Produkt, aber der Preis dafür wird jeden Tag neu von jemand anderem festgelegt.

Balkendiagramm des durchschnittlich erlösten Erdgaspreises von Comstock je tausend Kubikfuß: 2024 blau 1,98 und grün 2,37 US-Dollar nach Absicherungen, 2025 blau 3,17 und grün 3,21, im ersten Quartal 2026 blau 4,27 und grün nur 3,45.
Der Gaspreis erholt sich — die Absicherung dreht die Richtung: 2024 und 2025 hoben die Sicherungsgeschäfte den erlösten Preis noch an (von 1,98 auf 2,37 und von 3,17 auf 3,21 US-Dollar je Mcf), im ersten Quartal 2026 drückten sie ihn von 4,27 auf 3,45. 2024 und 2025 sind Jahresdurchschnitte, Q1 2026 ist ein Quartalsdurchschnitt. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Beeindruckend ist auch die Kostenseite. Die reinen Förderkosten lagen im ersten Quartal 2026 bei 0,29 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent, die Förderabgaben bei 0,10 und der Transport bei 0,43. Wer bei 4,27 US-Dollar verkauft und für 0,82 fördert und transportiert, hat einen erheblichen Spielraum. Und das Bohrprogramm ersetzt mehr, als es verbraucht: 2025 fügten die 52 niedergebrachten Bohrungen (44,2 auf eigene Rechnung) neue nachgewiesene Reserven in Höhe von 830 Prozent der Jahresproduktion hinzu — gerechnet im SEC-Preisfall, also nach dem von der Börsenaufsicht vorgeschriebenen Preismaßstab, auf dem auch alle übrigen Reserven- und Barwertzahlen dieser Analyse beruhen. Daneben rechnet der Geschäftsbericht einen „alternativen Preisfall“ mit den NYMEX-Terminpreisen vom 31. Dezember 2025 (3,23 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gas, 56,82 US-Dollar je Barrel Öl); in dieser Rechnung waren es 229 Prozent, was Findungskosten von 1,02 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent entspricht.

Und die Bilanz? Zum 31. März 2026 stand ein Eigenkapital der Anteilseigner von 2.757,5 Millionen US-Dollar in den Büchern, das entspricht einem Buchwert von 9,39 US-Dollar je Aktie. Die nachgewiesenen Reserven von 7,0 Billionen Kubikfuß Gasäquivalent hatten zum 31. Dezember 2025 einen abgezinsten Barwert (PV-10) von 4.463,3 Millionen US-Dollar. Merk dir den Satz: Bei einem Rohstoffförderer ist die Bilanz nur die halbe Wahrheit — die andere Hälfte liegt im Boden und wird jedes Jahr neu bewertet.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Seit 2023 fließt jedes Jahr mehr ab, als hereinkommt

Der Gewinn steht in der Gewinnrechnung. Ob Geld übrig bleibt, steht im Kapitalflussnachweis — und dort sieht es anders aus. Drei Geschäftsjahre in Folge lagen die Investitionen über dem operativen Mittelzufluss: 1.425,1 gegen 1.016,8 Millionen US-Dollar (2023), 1.097,5 gegen 620,3 (2024) und 1.349,3 gegen 899,6 (2025). Unter dem Strich fehlten so 408,2, 477,1 und 449,7 Millionen US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 ging es genauso weiter: 415,8 Millionen Investitionen gegen 272,0 Millionen Zufluss.

Balkendiagramm mit dem operativen Mittelzufluss von Comstock in Blau (1.016,8 / 620,3 / 899,6 Millionen US-Dollar) und den Investitionen in Rot (1.425,1 / 1.097,5 / 1.349,3 Millionen) für die Jahre 2023 bis 2025 — der rote Balken ist in jedem Jahr höher.
Drei Jahre, drei Mal dieselbe Richtung: Der rote Balken der Investitionen überragt in jedem Jahr den blauen Balken des operativen Mittelzuflusses. Geschäftsjahr endet am 31. Dezember. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Woher kam das fehlende Geld? 2025 zum größten Teil aus Verkäufen: Comstock trennte sich von den Shelby-Trough- und Cotton-Valley-Feldern und erhielt dafür 432,4 Millionen US-Dollar netto. Der Rest kam aus der Kreditlinie. Das ist keine Panik-Nachricht — ein Förderer, der ein neues Feld erschließt, muss vorfinanzieren. Aber es ist die entscheidende Größe für Anleger: Von den 420,2 Millionen Gewinn 2025 ist kein einziger Dollar bei den Aktionären angekommen, weder als Dividende noch als Rückkauf. Für 2026 sind nach dem ersten Quartal weitere 1,1 bis 1,2 Milliarden US-Dollar an Investitionen geplant.

Zur Fairness gehört die Gegenseite: Comstock schreibt selbst, die Zeitpunkte der meisten Investitionen seien freiwillig, weil es kaum langfristige Abnahmeverpflichtungen gebe — man könne das Programm also drosseln. Und die Liquidität ist mit 1,27 Milliarden US-Dollar zum 31. März 2026 auskömmlich: 1,15 Milliarden freie Kreditlinie plus 14,8 Millionen Kasse.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Absicherung hat aus plus 19 Prozent ein Minus gemacht

Comstock sichert einen Teil der künftigen Fördermenge über Termingeschäfte ab. Im Alltagsbild ist das eine Versicherung: Du zahlst eine Prämie und weißt dafür, was du bekommst. In schlechten Jahren rettet dich das — 2024 hoben die Sicherungsgeschäfte den erlösten Preis von 1,98 auf 2,37 US-Dollar je tausend Kubikfuß. In guten Jahren kostet es. Und das erste Quartal 2026 war ein gutes Quartal.

Die Zahlen aus dem Quartalsbericht: Der erlöste Gaspreis stieg um 19 Prozent auf 4,27 US-Dollar je tausend Kubikfuß. Nach Abrechnung der Sicherungsgeschäfte blieben davon 3,45 US-Dollarweniger als die 3,52 US-Dollar des Vorjahresquartals. Die realisierten Verluste aus dem Preis-Risikomanagement betrugen 80,4 Millionen US-Dollar im Quartal nach 8,0 Millionen im Vorjahresquartal. Gleichzeitig sank die Fördermenge um 15 Prozent auf 97,9 Milliarden Kubikfuß. Höherer Preis, weniger Menge, teurere Versicherung — deshalb legten die Erdgas- und Ölverkäufe trotz des Preissprungs nur um 6,0 Millionen US-Dollar oder 1 Prozent zu.

Das Risiko dieser Konstruktion beschreibt Comstock im eigenen Geschäftsbericht mit erstaunlicher Genauigkeit:

„Our hedging transactions could result in financial losses or could reduce our income. To the extent we have hedged a significant portion of our expected production and our actual production is lower than we expected or the costs of goods and services increase, our profitability would be adversely affected.“

Übersetzung: „Unsere Sicherungsgeschäfte können zu finanziellen Verlusten führen oder unseren Ertrag mindern. Soweit wir einen erheblichen Teil unserer erwarteten Förderung abgesichert haben und unsere tatsächliche Förderung geringer ausfällt als erwartet oder die Kosten für Güter und Dienstleistungen steigen, würde unsere Ertragskraft beeinträchtigt.“

— Comstock Resources, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A Risikofaktoren

Gelb markierte Textstelle aus dem Comstock-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Sicherungsgeschäfte können zu finanziellen Verlusten führen, insbesondere wenn die tatsächliche Förderung geringer ausfällt als erwartet.
Die markierte Stelle im Original: Genau der Fall ist eingetreten — die Fördermenge sank 2025 und im ersten Quartal 2026 jeweils um 15 Prozent. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wie weit das reicht, steht im Quartalsbericht: Zum 31. März 2026 waren 88,0 Milliarden Kubikfuß der Förderung 2026 zu durchschnittlich 3,51 US-Dollar je MMBtu fest verkauft, dazu 126,5 Milliarden Kubikfuß in Bandbreitengeschäften mit einer Obergrenze von 4,35 und einer Untergrenze von 3,50 US-Dollar. Für 2027 sind weitere 146,0 Milliarden Kubikfuß mit Obergrenze 4,44 abgesichert. Merk dir das Bild: Die Decke ist eingezogen. Steigt der Gaspreis über 4,35 US-Dollar, sieht Comstock davon auf dem abgesicherten Teil nichts mehr.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: 2.947,6 Millionen Schulden und 222,8 Millionen Zinsen im Jahr

Zum 31. März 2026 standen 2.947,6 Millionen US-Dollar Finanzschulden in der Bilanz: 1.623,9 Millionen Anleihen mit 6,75 Prozent Zins bis 2029, 965,0 Millionen mit 5,875 Prozent bis 2030, 350,0 Millionen gezogene Kreditlinie und 47,0 Millionen bei der Tochter Pinnacle. Dem gegenüber standen 14,8 Millionen US-Dollar Kasse. Der Zinsaufwand betrug 2025 insgesamt 222,8 Millionen US-Dollar — mehr als ein Drittel des Betriebsergebnisses von 645,9 Millionen. Im schwachen Jahr 2024 reichte das Betriebsergebnis mit minus 168,6 Millionen nicht einmal ansatzweise, um die 210,6 Millionen Zinsen zu decken.

„We had $2.8 billion principal amount of debt as of December 31, 2025.“

Übersetzung: „Zum 31. Dezember 2025 hatten wir Schulden im Nennbetrag von 2,8 Milliarden US-Dollar.“

— Comstock Resources, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A Risikofaktoren, Abschnitt zum Schuldendienst

Gelb markierte Textstelle aus dem Comstock-Geschäftsbericht 10-K für 2025 unter der Überschrift zum Schuldendienst: Zum 31. Dezember 2025 hatte die Firma Schulden im Nennbetrag von 2,8 Milliarden US-Dollar.
Comstock benennt die Schuldenlast im eigenen Risikokapitel. Zum 31. März 2026 waren daraus 2.947,6 Millionen US-Dollar geworden. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Es gibt Entlastendes. Die nächste große Anleihefälligkeit liegt erst 2029; die Kreditlinie läuft bis zum 15. November 2027, die Beleihungsbasis von 2,0 Milliarden US-Dollar ist mit 350,0 Millionen nur zu einem Sechstel ausgenutzt, und die einzigen Finanzauflagen — ein Verschuldungsgrad unter 3,5 und ein bereinigtes Verhältnis von kurzfristigem Vermögen zu kurzfristigen Schulden von mindestens 1,0 — waren zum 31. März 2026 eingehalten. Der Markt sieht das ähnlich entspannt: Die Anleihen notierten zum selben Stichtag bei rund 96 beziehungsweise 98 Prozent ihres Nennwerts. Trotzdem gilt die einfache Rechnung: Bei rund 222 Millionen US-Dollar Zinsen im Jahr muss ein Gasjahr schon ordentlich laufen, damit für die Eigentümer etwas übrig bleibt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Streubesitz zahlt, entscheiden tun andere

Am 7. April 2026 — dem Stichtag für die Hauptversammlung — hielten drei Gesellschaften von Jerral W. Jones zusammen 208.300.084 der 293.695.832 Aktien: Arkoma Drilling mit 146.950.577, Williston Drilling mit 47.870.852 und JWJ BES mit 13.478.655. Das sind 70,9 Prozent. Comstock gilt an der New Yorker Börse deshalb als „controlled company“ und dürfte auf mehrere Unabhängigkeitsregeln verzichten; nach eigener Angabe nutzt die Firma diese Ausnahmen derzeit nicht. Die Jones-Partnerschaften dürfen allerdings fünf der neun Verwaltungsratssitze besetzen — und zur Einladung vom 22. April 2026 waren vier Sitze schlicht unbesetzt.

Der Mehrheitseigner hat seinen Anteil zuletzt nicht abgebaut, sondern ausgebaut: Im März 2024 gab Comstock 12.500.000 neue Aktien in einer Privatplatzierung an zwei Gesellschaften des Mehrheitseigners aus und nahm dafür 100,5 Millionen US-Dollar ein — rechnerisch rund 8,04 US-Dollar je Aktie. Danach stieg der Anteil auf 67 Prozent, nach Zukäufen über die Börse im dritten Quartal 2024 auf 71 Prozent. Dazu kommen Geschäfte zwischen beiden Seiten: Comstock betreibt Bohrungen, die Partnerschaften des Mehrheitseigners gehören, und erhielt dafür 2025 rund 1,1 Millionen US-Dollar an Betriebs- und Vermarktungsgebühren.

Bewerten muss das jeder selbst. Ein Ankeraktionär mit langem Atem kann ein Segen sein — er drängt nicht auf Quartalsergebnisse und finanziert lieber ein zehnjähriges Bohrprogramm. Nur ist die Kehrseite handfest: Bei einem Streubesitz von rund 63,5 Millionen Aktien oder 21,6 Prozent hat die Börsenöffentlichkeit bei keiner Abstimmung eine Mehrheit. Und weil dieser Streubesitz so klein ist, fällt die Leerverkaufsquote von rund 30,5 Prozent des Streubesitzes (Datenstand 24. Juli 2026) entsprechend heftig aus — die Aktie ist eng, in beide Richtungen.

Was nach dem letzten Quartalsbericht passiert ist

Der jüngste Quartalsbericht datiert vom 6. Mai 2026 — und die wichtigste Nachricht des Jahres kam danach. Am 15. Juni 2026 verkaufte Comstock einen Minderheitsanteil an der Midstream-Tochter Pinnacle Gas Services an Fonds von Sixth Street:

„Sixth Street invested $600 million and acquired a 27% non-controlling common equity interest in Pinnacle with Comstock retaining a 73% controlling common equity interest. Comstock will continue to manage, operate and control Pinnacle under a management services agreement.“

Übersetzung: „Sixth Street investierte 600 Millionen US-Dollar und erwarb einen nicht beherrschenden Stammkapitalanteil von 27 Prozent an Pinnacle, während Comstock einen beherrschenden Stammkapitalanteil von 73 Prozent behält. Comstock wird Pinnacle im Rahmen eines Managementvertrags weiterhin führen, betreiben und kontrollieren.“

— Comstock Resources, Inc., SEC-Meldung 8-K vom 16. Juni 2026, Item 8.01

Gelb markierte Textstelle aus der Comstock-Meldung 8-K vom 16. Juni 2026: Sixth Street investiert 600 Millionen US-Dollar für 27 Prozent an Pinnacle Gas Services, Comstock behält 73 Prozent und die Kontrolle.
Die markierte Stelle im Original: 600 Millionen US-Dollar für 27 Prozent der Pipeline-Tochter. Direkt darunter steht, wofür das Geld verwendet wurde — Ablösung der Vorzugspapiere für 445 Millionen plus aufgelaufene Dividenden und Tilgung aller Schulden bei Pinnacle. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 16. Juni 2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Damit ist ein Sachverhalt aus dem Quartalsbericht erledigt: Dort war die Rückführung der Pinnacle-Vorzugspapiere für 440 Millionen US-Dollar plus aufgelaufener Ausschüttungen noch als Vorhaben für das zweite Quartal 2026 beschrieben. Bezahlt wurden am Ende 445 Millionen. Und die Meldung enthält eine Zahl, die im Bericht so nirgends steht: Wer 600 Millionen für 27 Prozent zahlt, bewertet Pinnacle insgesamt mit rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Comstocks verbleibende 73 Prozent entsprächen damit rund 1,6 Milliarden — bei einem gesamten Börsenwert von rund 4,0 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026).

Eine zweite Zahl steht schon im Quartalsbericht und wird gern überlesen. Comstock verfügt über 1,5 Milliarden US-Dollar an bundesweiten Verlustvorträgen — steuerliche Guthaben aus früheren Verlustjahren. Wegen des Kontrollwechsels im August 2018 ist ihre Nutzung begrenzt, und die Firma schätzt selbst, dass 720,7 Millionen davon ungenutzt verfallen werden, dazu 1,2 Milliarden der einzelstaatlichen Vorträge.

Gelb markierte Textstelle aus dem Comstock-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: 1,5 Milliarden US-Dollar bundesweite Verlustvorträge, davon werden nach eigener Schätzung 720,7 Millionen ungenutzt verfallen.
Die markierte Stelle im Original: Comstock rechnet selbst damit, dass 720,7 Millionen US-Dollar an Bundes-Verlustvorträgen und 1,2 Milliarden an einzelstaatlichen Vorträgen verfallen. Sichtbar wird das an der Steuerquote — 9,6 Prozent im ersten Quartal 2026. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Bewertung — was die Börse für das Gas im Boden zahlt

Rechnen wir in Größenordnungen, nicht in Tageskursen. Bei einem Börsenwert von rund 4,0 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026) und 293.695.832 Aktien ergibt sich ein rechnerischer Kurs von 13,52 US-Dollar. Auf das Ergebnis der letzten zwölf Monate von 2,21 US-Dollar je Aktie ist das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 6, auf das Geschäftsjahr 2025 mit 1,43 US-Dollar eines von rund 9. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund 1,4.

Die 6 ist die Zahl, die den Scanner anspringen lässt — und sie ist mit Vorsicht zu genießen. In den 2,21 US-Dollar der letzten zwölf Monate stecken der Verkaufsgewinn von 291,9 Millionen aus den Feldverkäufen und Bewertungsgewinne aus Derivaten. Ohne den Verkaufsgewinn läge das Betriebsergebnis 2025 bei 353,9 statt 645,9 Millionen US-Dollar. Merk dir den Satz: Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis bei einem Rohstoffförderer misst oft nur, wie gut das letzte Jahr war.

Aussagekräftiger ist der Blick auf das Ganze. Zählt man die 2.947,6 Millionen US-Dollar Schulden hinzu und zieht die Kasse ab, kommt man auf einen Unternehmenswert von rund 6,9 Milliarden US-Dollar. Das ist rund das 10,7-Fache des Betriebsergebnisses 2025 — und rund 55 Prozent mehr, als der abgezinste Barwert der nachgewiesenen Reserven zum 31. Dezember 2025 hergibt (PV-10: 4.463,3 Millionen US-Dollar zu SEC-Preisen). Diese Differenz ist kein Fehler, sondern eine These: Der Markt bezahlt zusätzlich das Bohrinventar, das noch nicht als Reserve gebucht ist — 3.343 Bohrpunkte im Western Haynesville, davon 2.561 auf eigene Rechnung — sowie die Midstream-Tochter.

Und der Blick der Profis? Zum Datenstand 24. Juli 2026 lag das mittlere Analystenkursziel bei 15,58 US-Dollar, rund 15 Prozent über dem rechnerischen Kurs. Das Stimmungsbild ist aber alles andere als euphorisch: 2 starke Kaufempfehlungen stehen 10 Halte-Voten, 2 Verkaufsempfehlungen und 1 starken Verkaufsempfehlung gegenüber. Übersetzt: Die Profis halten die Aktie für ungefähr richtig bewertet — und warten, wie alle anderen, auf den Gaspreis.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Comstock spricht:

  • Ein erstklassiges Vorkommen in bester Lage: 7,0 Billionen Kubikfuß Gasäquivalent nachgewiesene Reserven zum 31.12.2025, 1.069.991 Acres im Haynesville- und Bossier-Schiefer, kurze Wege zur Golfküste mit Flüssiggas-Terminals und Petrochemie.
  • Der Turnaround 2025 ist belegt: Aus minus 168,6 Millionen US-Dollar Betriebsverlust (2024) wurden 645,9 Millionen Betriebsergebnis, aus einem Nettoverlust von 218,8 Millionen ein Gewinn von 420,2 Millionen.
  • Sehr niedrige Betriebskosten: 0,29 US-Dollar Förderkosten je tausend Kubikfuß Gasäquivalent im ersten Quartal 2026, 0,10 Förderabgaben, 0,43 Transport.
  • Das Bohrprogramm ersetzt mehr, als es verbraucht: 830 Prozent der Jahresproduktion 2025 im SEC-Preisfall und 229 Prozent im alternativen Preisfall des Geschäftsberichts (NYMEX-Terminpreise zum 31.12.2025) — auf dessen Basis entspricht das Findungskosten von 1,02 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent.
  • Ein handfester Bewertungsbeweis für die Midstream-Tochter: Sixth Street zahlte am 15. Juni 2026 600 Millionen US-Dollar für 27 Prozent an Pinnacle und löste damit Vorzugspapiere über 445 Millionen sowie alle Pinnacle-Schulden ab.
  • Solide Finanzierungslage: 1,27 Milliarden US-Dollar Liquidität zum 31.03.2026, Kreditauflagen eingehalten, nächste große Anleihefälligkeit erst 2029.

Was dagegen spricht:

  • Seit 2023 kein freier Mittelzufluss: Die Investitionen übertrafen den operativen Zufluss um 408,2 (2023), 477,1 (2024) und 449,7 Millionen US-Dollar (2025) — im ersten Quartal 2026 erneut um 143,8 Millionen.
  • 2.947,6 Millionen US-Dollar Finanzschulden gegen 14,8 Millionen Kasse zum 31.03.2026, dazu 222,8 Millionen Zinsaufwand allein 2025.
  • Die Fördermenge sinkt: minus 15 Prozent auf 450,2 Milliarden Kubikfuß (2025) und erneut minus 15 Prozent auf 97,9 Milliarden im ersten Quartal 2026.
  • Die Preisabsicherung deckelt die Erholung: Obergrenze 4,35 US-Dollar je MMBtu für 126,5 Milliarden Kubikfuß der Förderung 2026, realisierte Verluste von 80,4 Millionen im ersten Quartal 2026.
  • Im Gewinn 2025 stecken 291,9 Millionen US-Dollar Verkaufsgewinn — ohne ihn läge das Betriebsergebnis bei 353,9 statt 645,9 Millionen.
  • Der Streubesitz von rund 21,6 Prozent hat bei keiner Abstimmung eine Mehrheit; fünf der neun Verwaltungsratssitze stehen den Jones-Partnerschaften zu, vier Sitze waren zum 22.04.2026 unbesetzt.
  • Keine Dividende seit 2023, keine Aktienrückkäufe; die Kreditlinie beschränkt beides ausdrücklich.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Beifahrer-Falle vom Anfang. Ihr Problem ist nicht, dass sie zu schlechten Firmen führt — Comstock ist ein ordentlich geführtes Unternehmen mit einem beneidenswerten Vorkommen, niedrigen Kosten und einem Vorstand, der seine Risiken so klar in den Bericht schreibt, dass man sie nicht suchen muss. Ihr Problem ist, dass sie eine Gemeinsamkeit unterstellt, die es nicht gibt. Der Mehrheitseigner kann zehn Jahre warten, hat fünf von neun Sitzen und ist zuletzt zu 8,04 US-Dollar je Aktie eingestiegen. Du hast keinen Sitz, keinen Sondereinstieg und meistens auch keine zehn Jahre.

Was du dagegen hast, ist derselbe Quartalsbericht wie er. Und der stellt eine einzige, sehr konkrete Frage: Wann wird aus dem Bohrprogramm im Western Haynesville ein Geschäft, das Geld zurückbringt statt es zu verschlingen? Vier Jahre lang lautete die Antwort: noch nicht. 2025 wurde die Lücke mit Feldverkäufen geschlossen, 2026 mit dem Einstieg von Sixth Street bei Pinnacle. Das sind gute Lösungen — aber es sind Lösungen, die man nicht beliebig oft wiederholen kann, weil irgendwann die Teile ausgehen, die man verkaufen kann.

Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Ist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6 billig?“, sondern: Traust du diesem Bohrprogramm zu, aus 3.343 Bohrpunkten im Western Haynesville einen freien Mittelzufluss zu machen — und bist du bereit, bis dahin Quartale mit sinkender Fördermenge und rund 53 Millionen US-Dollar Zinsen je Quartal auszuhalten, ohne die Nerven zu verlieren? Wenn ja, hast du eine These, und die Berichte liefern dir jedes Quartal klare Messpunkte. Wenn nein, hast du ein bekanntes Gesicht im Aktionärsregister gesehen. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Comstock-Resources-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Substanz und Standort positiv
Zum 31. Dezember 2025 wies Comstock 7,0 Billionen Kubikfuß Gasäquivalent an nachgewiesenen Reserven mit einem PV-10-Barwert von 4.463,3 Millionen US-Dollar aus, verteilt über 1.069.991 Acres im Haynesville- und Bossier-Schiefer. Der Standort ist der eigentliche Wert: kurze Wege zur Golfküste, wo Flüssiggas-Terminals, Petrochemie und neue Kraftwerke die Nachfrage tragen. 99 Prozent der Reservebasis betreibt Comstock selbst.
Ergebnisqualität neutral
Im Gewinn 2025 von 420,2 Millionen US-Dollar stecken 291,9 Millionen Gewinn aus dem Verkauf der Shelby-Trough- und Cotton-Valley-Felder sowie 82,5 Millionen aus Derivategeschäften. Ohne den Verkaufsgewinn läge das Betriebsergebnis bei 353,9 statt 645,9 Millionen. Wer das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 6 auf die letzten zwölf Monate rechnet, rechnet diese Einmal-Posten mit.
Freier Mittelzufluss negativ
Drei Jahre in Folge lagen die Investitionen über dem operativen Mittelzufluss: 1.425,1 gegen 1.016,8 Millionen US-Dollar (2023), 1.097,5 gegen 620,3 (2024), 1.349,3 gegen 899,6 (2025). Im ersten Quartal 2026 setzte sich das mit 415,8 gegen 272,0 Millionen fort, und für die restlichen neun Monate 2026 sind weitere 1,1 bis 1,2 Milliarden geplant. Die Lücke wurde bisher aus Anlagenverkäufen und Kreditlinien geschlossen.
Bilanz und Zinslast negativ
Den 2.947,6 Millionen US-Dollar Finanzschulden zum 31. März 2026 standen 14,8 Millionen Kasse gegenüber; der Zinsaufwand lag 2025 bei 222,8 Millionen und damit über einem Drittel des Betriebsergebnisses. 2024 reichte das Betriebsergebnis mit minus 168,6 Millionen gar nicht zur Deckung der Zinsen. Entlastend: 1,27 Milliarden Liquidität, eingehaltene Kreditauflagen zum 31.03.2026 und die nächste große Anleihefälligkeit erst 2029.
Eigentümer und Kontrolle neutral
Die Jones-Gesellschaften hielten am 7. April 2026 mit 208.300.084 Aktien 70,9 Prozent und dürfen fünf der neun Verwaltungsratssitze besetzen; vier Sitze waren zu diesem Zeitpunkt unbesetzt. Der Mehrheitseigner hat zuletzt zugekauft — im März 2024 über eine Privatplatzierung von 12.500.000 Aktien für 100,5 Millionen US-Dollar. Ein langfristig denkender Ankeraktionär ist ein Vorteil; der Streubesitz von rund 21,6 Prozent hat allerdings nichts zu entscheiden.
Bewertung neutral
Bei rund 4,0 Milliarden US-Dollar Börsenwert (Datenstand 24. Juli 2026) und 2.947,6 Millionen Schulden liegt der Unternehmenswert bei rund 6,9 Milliarden — das 10,7-Fache des Betriebsergebnisses 2025 und rund 55 Prozent über dem PV-10-Barwert der nachgewiesenen Reserven von 4,5 Milliarden. Der Aufschlag ist der Preis für das noch nicht gebuchte Bohrinventar im Western Haynesville. Das mittlere Analystenkursziel von 15,58 US-Dollar liegt rund 15 Prozent über dem rechnerischen Kurs, das Konsensurteil lautet halten.

Comstock Resources besitzt eines der besten Gasvorkommen Nordamerikas und hat 2025 mit 420,2 Millionen US-Dollar das beste Ergebnis seit 2022 vorgelegt. Der Haken steht im Kapitalflussnachweis: Seit 2023 kostet das Bohrprogramm jedes Jahr 200 bis 500 Millionen mehr, als der Betrieb hereinholt, finanziert aus Anlagenverkäufen und Krediten; die Zinslast von 222,8 Millionen frisst über ein Drittel des Betriebsergebnisses, und die Preisabsicherung hat im ersten Quartal 2026 aus plus 19 Prozent Gaspreis ein Minus gemacht. Wer hier kauft, wettet nicht auf die Reserven — die sind unstrittig —, sondern darauf, dass aus dem Western Haynesville irgendwann Geld zurückfließt statt nur hinein. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Das Geschäft funktioniert: 7,0 Billionen Kubikfuß nachgewiesene Reserven, 99 Prozent selbst betrieben, Förderkosten von 0,29 US-Dollar je Mcfe im ersten Quartal 2026, ein Eigenkapital von 2.757,5 Millionen US-Dollar und 1,27 Milliarden Liquidität bei eingehaltenen Kreditauflagen. Kein Hinweis auf eine Bestandsgefährdung, kein Bilanz- oder Governance-Bruch. Offen ist eine wesentliche operative Frage, und sie ist vier Jahre alt: Das Unternehmen erwirtschaftet seit 2023 keinen freien Mittelzufluss, die Fördermenge sinkt zwei Jahre in Folge, und die Erschließung des Western Haynesville muss erst beweisen, dass sie mehr zurückbringt, als sie kostet. Dazu kommt die Zinslast von 222,8 Millionen im Jahr, die in einem schwachen Gasjahr wie 2024 nicht aus dem Betriebsergebnis zu bezahlen war. Das ist keine Existenzfrage, aber deutlich mehr als eine Formalie. Deshalb Gelb: belegte Substanz, unbewiesene Kapitalrückkehr. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Comstock über den hauseigenen Aktien-Scanner: Die Aktie steht in der US-Auswahl der Liste „Fundamental Rank (A / A+)“, die Firmen nach der Güte ihrer Zahlen sortiert (Stand 26. Juli 2026; 38 US-Titel erfüllen die Kriterien, die Seite zeigt die ersten 25). Zum selben Stichtag stand CRK in acht Listen gleichzeitig, darunter „Power Trend“, „Profis 80 %“, „Big Earnings Surprise“ sowie die reinen Ranglisten nach KGV und Kurs-Cashflow-Verhältnis. Die Listen werden täglich neu berechnet.
  • Aktualitätsstand: Ausgewertet sind der Geschäftsbericht 10-K für 2025 (19.02.2026), der Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (06.05.2026) sowie alle danach eingereichten Unterlagen — die Einladung DEF 14A vom 22.04.2026, die Meldung 8-K vom 03.06.2026 (Hauptversammlung) und die Meldung 8-K vom 16.06.2026 (Sixth Street). Ein Sachverhalt aus dem Quartalsbericht ist dadurch überholt: Die dort für das zweite Quartal 2026 angekündigte Rückführung der Pinnacle-Vorzugspapiere ist seit dem 15.06.2026 vollzogen.
  • Verwechslungsgefahr: Comstock Resources (CRK, CIK 23194) ist weder Comstock Inc. (LODE, CIK 1120970) noch Comstock Holding Companies (CHCI, CIK 1299969). Drei verschiedene Registranten mit eigenen SEC-Berichten.
  • Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der rechnerische Kurs von 13,52 US-Dollar ergibt sich aus dem Börsenwert von rund 4,0 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026) geteilt durch die 293.695.832 Aktien, die der Quartalsbericht zum 31. März 2026 ausweist. Analysen sind evergreen; Tageskurse sind kein Kaufargument.

Häufige Fragen

Comstock Resources, Inc. (NYSE: CRK) aus Frisco im US-Bundesstaat Texas ist ein unabhängiger Erdgasförderer. Die Firma bohrt und betreibt Gasquellen im Haynesville- und Bossier-Schiefer von Nordlouisiana und Osttexas und verkauft das Gas überwiegend an der US-Golfküste. Öl spielt praktisch keine Rolle: 2025 entfielen von 1.428,1 Millionen US-Dollar Förderumsatz nur 2,3 Millionen auf Öl.

Mehrheitlich dem Unternehmer Jerral W. Jones. Seine Gesellschaften Arkoma Drilling, Williston Drilling und JWJ BES hielten laut Einladung zur Hauptversammlung am 7. April 2026 zusammen 208.300.084 der 293.695.832 Aktien, also 70,9 Prozent. Comstock gilt an der New Yorker Börse deshalb als „controlled company“ und darf bestimmte Unabhängigkeitsregeln aussetzen — nach eigener Angabe nutzt es diese Ausnahmen derzeit nicht.

Nein, das sind drei verschiedene börsennotierte Firmen. Comstock Resources (Ticker CRK, SEC-Aktenzeichen CIK 23194) fördert Erdgas in Texas und Louisiana. Comstock Inc. (Ticker LODE, CIK 1120970) und Comstock Holding Companies (Ticker CHCI, CIK 1299969) sind eigenständige Registranten mit eigenen Berichten. Wer Kennzahlen vergleicht, muss auf den Ticker achten.

Weil das Bohrprogramm mehr kostet, als der Betrieb einbringt. 2025 standen einem operativen Mittelzufluss von 899,6 Millionen US-Dollar Investitionen von 1.349,3 Millionen gegenüber, 2024 waren es 620,3 gegen 1.097,5 und 2023 1.016,8 gegen 1.425,1 Millionen. Die Lücke wurde 2025 vor allem durch Anlagenverkäufe von 428,9 Millionen und Kreditlinien geschlossen.

Zum 31. März 2026 waren es 2.947,6 Millionen US-Dollar: 1.623,9 Millionen Anleihen mit 6,75 Prozent Zins bis 2029, 965,0 Millionen mit 5,875 Prozent bis 2030, 350,0 Millionen aus der Comstock-Kreditlinie (Laufzeit bis 15. November 2027) und 47,0 Millionen aus der Kreditlinie der Tochter Pinnacle. Der Zinsaufwand betrug 2025 insgesamt 222,8 Millionen US-Dollar.

Am 15. Juni 2026 verkaufte Comstock 27 Prozent des Stammkapitals seiner Midstream-Tochter Pinnacle Gas Services für 600 Millionen US-Dollar an Fonds von Sixth Street; 73 Prozent und die Kontrolle bleiben bei Comstock. Mit dem Erlös wurden die Pinnacle-Vorzugspapiere für 445 Millionen plus aufgelaufene Dividenden abgelöst und alle Schulden bei Pinnacle getilgt. Das Geschäft fällt zeitlich nach dem letzten Quartalsbericht.

Zwei Gründe. Erstens verkaufte Comstock 2025 die Shelby-Trough- und Cotton-Valley-Felder für 432,4 Millionen US-Dollar netto und verlor damit laufende Produktion. Zweitens fließt ein großer Teil des Kapitals in die Erkundung des Western Haynesville, wo bis Ende 2025 erst 30 Bohrungen in Produktion gingen. Die Fördermenge sank 2025 um 15 Prozent auf 450,2 Milliarden Kubikfuß und im ersten Quartal 2026 erneut um 15 Prozent auf 97,9 Milliarden.

Derzeit nicht. Zuletzt schüttete die Firma 2023 insgesamt 0,50 US-Dollar je Aktie aus; für 2024 und 2025 weist der Geschäftsbericht keine Dividende aus, und zum Datenstand 24. Juli 2026 liegt die Ausschüttungsquote bei null. Die Kreditlinie beschränkt Bardividenden und Aktienrückkäufe ausdrücklich.

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