Range Resources: Bilanznote 8 von 9 — und die Wette, die in dieser Note nicht vorkommt
Der hauseigene Aktien-Scanner führt Range Resources am 26. Juli 2026 in 18 Listen, darunter der Piotroski-Bilanzcheck mit 8 von 9 Punkten. Die Zahlen dahinter sind echt: 1.171,3 Millionen US-Dollar operativer Mittelzufluss 2025, 537,0 Millionen Gewinn allein im ersten Halbjahr 2026, 600 Millionen teure Anleihe im Januar 2026 abgelöst. Nur misst dieser Test ausschließlich, was war. Im Quartalsbericht vom 21. Juli 2026 steht der Satz, der zeigt, was noch offen ist: Zum 30. Juni 2026 war gut ein Viertel der erwarteten Gasförderung für den Rest des Jahres abgesichert — der Rest hängt am Tagespreis. Eine gute Note für gestern ist kein Versprechen für morgen.
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Es gibt eine Anleger-Falle, die schon in der Schule angelegt wurde: den Zeugnis-Reflex. Wir sehen eine Note — 8 von 9 — und der Kopf macht daraus im selben Moment eine Prognose. Wer eine Acht schreibt, schreibt beim nächsten Mal wieder eine Acht. Bei Menschen mag das oft stimmen. Bei Range Resources Corporation (NYSE: RRC) ist es eine Verwechslung: Der Test, der diese Acht vergeben hat, misst ausschließlich, was im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr passiert ist. Was die nächsten zwölf Monate bringen, entscheidet etwas ganz anderes — der Preis, den der Markt für ein Tausend Kubikfuß Erdgas zahlt. Machen wir also einen Deal: Bevor du der Note glaubst, lesen wir gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat. Vor allem den Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026, eingereicht am 21. Juli 2026, und den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 24. Februar 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von einer Firma, die operativ auffällig gut arbeitet, ihre teuersten Schulden abgelöst hat, 247.000 US-Dollar in der Kasse hält — und drei Viertel ihrer Gasförderung ungesichert in den Markt gibt. Am Ende entscheidest du selbst.
Was Range Resources eigentlich macht — Löcher bohren, wo das Gas dicht liegt
Range Resources ist ein Förderer, kein Transporteur und kein Versorger. Die Firma pachtet Land, bohrt senkrecht nach unten und dann waagerecht in eine Gesteinsschicht hinein, presst Wasser und Sand hinein, bis das Gestein aufreißt, und holt heraus, was jahrmillionenlang eingeschlossen war. Ihr Revier ist der Marcellus-Schiefer in Pennsylvania — geologisch eine der ergiebigsten Gasformationen Nordamerikas, wirtschaftlich vor allem deshalb interessant, weil sie nah an den Verbrauchszentren der US-Ostküste liegt.
Die Größenordnung: Zum 31. Dezember 2025 wies Range 18,1 Tcfe nachgewiesene Reserven aus — „Tcfe“ steht für Billionen Kubikfuß Erdgas-Äquivalent, also die Menge, die man aus heutigen Bohrungen mit heutiger Technik und heutigen Preisen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch herausholen kann. 71 Prozent davon gelten bereits als erschlossen, 65 Prozent sind Erdgas, 34 Prozent Erdgasflüssigkeiten (NGL), 1 Prozent Öl. Gefördert wurde 2025 im Jahresschnitt 2,24 Milliarden Kubikfuß-Äquivalent je Tag aus 1.579 Bohrungen (1.499 davon auf eigene Rechnung), nach 2,18 Milliarden im Jahr 2024. Das Ganze stemmen 564 Vollzeitkräfte (Stand 1. Januar 2026) von Fort Worth in Texas aus, geführt von President und CEO Dennis L. Degner.
Merk dir diese Zahl: 2,18 auf 2,24. Das ist die Mengenentwicklung zweier Jahre — knapp drei Prozent. Alles, was in der Gewinn- und Verlustrechnung darüber hinaus schwankt, kommt vom Preis. Genau darin liegt das Spannungsfeld dieser Analyse: Eine Firma, die operativ bemerkenswert gleichmäßig arbeitet, liefert Ergebnisse, die alles andere als gleichmäßig sind.
Ein Wort zur Verwechslungsgefahr: Wer im SEC-Archiv nach älteren Unterlagen sucht, stößt auf den Namen Lomak Petroleum Inc. Das ist dieselbe Firma. Im Register der Börsenaufsicht lief sie bis zum 16. Juli 1998 unter diesem Namen; das Aktenzeichen (CIK 315852) ist seither unverändert. Es gab keinen Insolvenz-Neustart und keinen Nachfolge-Rechtsträger — die Zahlenreihen laufen durch.
Wo die Aktie auf unseren Tisch kam
Auf die Rechercheliste kam Range Resources über den hauseigenen Aktien-Scanner, genauer über die Liste „Piotroski F-Score (7–9)“. Der Piotroski-Test ist ein Bilanzcheck mit neun Ja-oder-Nein-Fragen: Verdient die Firma Geld? Kommt echtes Bargeld herein? Wird sie profitabler? Schrumpfen die Schulden? Muss sie neue Aktien ausgeben? Für jedes Ja gibt es einen Punkt. Range steht bei 8 von 9 — und das ist tatsächlich stark: 6 von 9 wäre okay, aber nicht gut; eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9. In der US-Auswahl dieses Scanners standen zum 26. Juli 2026 insgesamt 16 Titel.
Interessanter als die eine Liste ist die Konfluenz: Am 26. Juli 2026 fand sich Range in 18 Listen unseres Scanners gleichzeitig — neben dem Piotroski-Check unter anderem im KGV-Ranking, bei den Value-Aktien, im Levermann-Filter, bei den Buffett-Kriterien, in „Terry Smith: Quality“, in „QARP — Qualität zum fairen Preis“, im EBIT-Margen-Ranking und bei „Benjamin Graham: Defensiver Investor“. Wer das nachmachen will: Scanner öffnen, Liste „Piotroski F-Score (7–9)“ wählen, Markt USA. Alle diese Listen werden täglich neu berechnet — was heute drinsteht, kann morgen fehlen.
Eine Liste fällt aus dem Rahmen, und sie ist ehrlicherweise die wichtigste: „Stan Weinstein: Stage 1“. Stage 1 ist in Weinsteins Modell die Bodenphase — die Aktie läuft seitwärts, sie hat den Aufwärtstrend noch nicht begonnen. Zum Datenstand 24. Juli 2026 notierte sie unter ihrem 50- und ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das ist kein Widerspruch zu den Qualitätslisten, sondern die Übersetzung des Spannungsfelds in Kursbewegung: Die Bilanz überzeugt, der Markt wartet ab. Worauf er wartet, steht weiter unten.
Sechs der neun Piotroski-Kriterien kannst du direkt in den Berichten nachzählen. Der Gewinn 2025 war positiv (658,0 Millionen US-Dollar). Der operative Mittelzufluss war positiv (1.171,3 Millionen). Die Gesamtkapitalrendite stieg von 3,6 auf 8,9 Prozent (266,3 beziehungsweise 658,0 Millionen Gewinn auf eine Bilanzsumme von 7.347,7 beziehungsweise 7.421,9 Millionen). Der Mittelzufluss lag deutlich über dem Gewinn — ein Zeichen, dass der Gewinn nicht aus Buchungstricks stammt. Neue Aktien gab es nicht; im Gegenteil, 2025 kaufte Range für 230,6 Millionen US-Dollar eigene Aktien zurück. Und der Kapitalumschlag stieg von 0,33 auf 0,42, weil aus derselben Bilanz mehr Umsatz kam.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. Range Resources hat in drei Jahren keinen einzigen Verlust geschrieben — und das in einer Branche, in der Verluste zum Inventar gehören. 2023: 3.374,9 Millionen US-Dollar Umsatz und sonstige Erträge, 871,1 Millionen Gewinn. 2024: 2.417,1 Millionen Umsatz, 266,3 Millionen Gewinn. 2025: 3.115,5 Millionen Umsatz, 658,0 Millionen Gewinn, das sind 2,74 US-Dollar je verwässerter Aktie nach 1,09 im Jahr davor.
Noch aussagekräftiger als der Gewinn ist der operative Mittelzufluss — das Bargeld, das nach allen laufenden Kosten tatsächlich auf dem Konto landet. Er lag 2023 bei 977,9, 2024 bei 944,5 und 2025 bei 1.171,3 Millionen US-Dollar. Anders als der Gewinn brach er im schwachen Jahr 2024 kaum ein. Das ist die Stärke dieses Geschäftsmodells: Die Kosten je gefördertem Kubikfuß sind niedrig und stabil. Der direkte Förderaufwand lag im zweiten Quartal 2026 bei 0,13 US-Dollar je mcfe, im Vorjahresquartal bei 0,11.
Und das erste Halbjahr 2026 setzt noch einen drauf: 1.867,7 Millionen US-Dollar Umsatz (Vorjahreszeitraum 1.546,8), 537,0 Millionen Gewinn (334,6) beziehungsweise 2,27 US-Dollar je verwässerter Aktie (1,39), dazu 854,2 Millionen operativer Mittelzufluss (666,3). Das Geld ging in die Bilanz: Im Januar 2026 löste Range die 8,25-Prozent-Anleihe über 600 Millionen US-Dollar vorzeitig ab, zum Preis von 101,375 Prozent des Nennwerts und mit 12,3 Millionen Verlust aus der vorzeitigen Tilgung. Der Zinsaufwand fiel dadurch im zweiten Quartal 2026 auf 14,4 Millionen US-Dollar nach 26,8 Millionen im Vorjahresquartal — ein Minus von 46 Prozent je gefördertem mcfe.
Zum 30. Juni 2026 stand ein Eigenkapital von 4.708,7 Millionen US-Dollar gegen eine Bilanzsumme von 7.561,9 Millionen. Das ist eine Eigenkapitalquote von rund 62 Prozent — für einen Rohstoffförderer ein sehr solider Wert. Wer eine ähnliche Rechnung für die Transportseite des Gasgeschäfts sehen will, findet sie in unserer Analyse zu Summit Midstream, wo das Verhältnis genau umgekehrt liegt.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Nr. 1: Die Note misst die Vergangenheit. Der Preis macht die Zukunft.
Range schreibt es selbst in die Risikofaktoren des Geschäftsberichts, und zwar ohne jede Beschönigung:
„Natural gas, NGLs and oil prices are volatile, and a decline in prices could adversely affect our profitability and financial condition. As a commodity business, the oil and gas industry is typically cyclical and we expect the volatility to continue. Natural gas prices are likely to affect us the most because approximately 65% of our proved reserves were natural gas as of December 31, 2025 and, at times in the past, natural gas prices have been low compared to our costs to produce.“
Übersetzung: „Die Preise für Erdgas, NGL und Öl sind schwankungsanfällig, und ein Preisrückgang könnte unsere Ertragskraft und unsere Finanzlage beeinträchtigen. Als Rohstoffgeschäft ist die Öl- und Gasbranche typischerweise zyklisch, und wir erwarten, dass die Schwankungen anhalten. Die Erdgaspreise dürften uns am stärksten treffen, weil rund 65 Prozent unserer nachgewiesenen Reserven zum 31. Dezember 2025 aus Erdgas bestanden und die Erdgaspreise in der Vergangenheit zeitweise niedrig waren im Vergleich zu unseren Förderkosten.“
— Range Resources, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A Risikofaktoren
Wie stark dieser Hebel ist, zeigt keine Kennzahl besser als der PV-10. Das ist der auf heute abgezinste Barwert der Zahlungsströme, die Range aus den nachgewiesenen Reserven erwartet — vereinfacht: Was ist das Gas im Boden wert? Die SEC schreibt vor, dass dafür der Durchschnittspreis des jeweiligen Jahres angesetzt wird. Ergebnis: 2023 lag der PV-10 bei 7.926 Millionen US-Dollar, 2024 bei 5.454 Millionen, 2025 bei 11.566 Millionen. Die Reserven im Boden waren in diesen drei Jahren praktisch dieselben. Nur der Stichtagspreis für Erdgas veränderte sich: 2,62, dann 2,13, dann 3,39 US-Dollar je mcf.
Nr. 2: Drei Viertel der Förderung laufen ungesichert in den Markt
Ein Förderer kann sich gegen fallende Preise absichern, indem er die Ware über Termingeschäfte im Voraus verkauft. Das kostet Rendite, wenn die Preise steigen, und rettet das Jahr, wenn sie fallen. Range macht davon nur begrenzt Gebrauch. Der Quartalsbericht vom 21. Juli 2026 formuliert es so:
„As of June 30, 2026, we have hedged more than 25% of our projected natural gas production for the remainder of 2026.“
Übersetzung: „Zum 30. Juni 2026 haben wir mehr als 25 Prozent unserer erwarteten Erdgasförderung für den Rest des Jahres 2026 abgesichert.“
— Range Resources, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Item 2 (Liquidität und Kapitalausstattung)
Was das praktisch bedeutet, hat das zweite Quartal 2026 vorgeführt. Die Förderung stieg um 5 Prozent auf 208.972.296 mcfe. Der NYMEX-Referenzpreis für Erdgas fiel im selben Zeitraum von 3,44 auf 2,89 US-Dollar je mcf. Ergebnis: Der Erdgasumsatz sank um 15 Prozent auf 339,8 Millionen US-Dollar, der Gewinn je Aktie von 0,99 auf 0,83 US-Dollar. Mehr Arbeit, weniger Ertrag — und niemand im Unternehmen hat einen Fehler gemacht.
Nr. 3: 247.000 Dollar Kasse — die Liquidität ist geliehen
Zum 30. Juni 2026 hatte Range Resources 247.000 US-Dollar in der Kasse. Nicht Millionen: 247.000. Zum 31. Dezember 2025 waren es 204.000. Die gemeldete Liquidität von rund 1,5 Milliarden US-Dollar besteht damit praktisch vollständig aus einer besicherten Kreditlinie:
Das ist keine Notlage — es ist eine bewusste Entscheidung, kein totes Geld herumliegen zu lassen. Aber es hat eine Folge, die man kennen sollte: Die Kreditlinie ist kein Festbetrag. Ihre Beleihungsbasis von 3,0 Milliarden US-Dollar wird jährlich neu festgesetzt und richtet sich laut Bericht vor allem danach, wie die Banken die künftigen Mittelzuflüsse einschätzen — also nach dem Rohstoffpreis. Im März 2026 wurde sie bei 3,0 Milliarden bestätigt, die Zusagen der 17 beteiligten Banken bei 2,0 Milliarden. Gezogen waren zum 30. Juni 2026 381,0 Millionen US-Dollar nach 125,0 Millionen ein Jahr zuvor, dazu 165,1 Millionen an Avalen. Fällt der Gaspreis stark, sinken Mittelzufluss und Kreditrahmen gleichzeitig.
Nr. 4: Der zweitgrößte Umsatzblock ist gar kein Erdgas
Im zweiten Quartal 2026 kamen von 702,1 Millionen US-Dollar Fördererlösen nur 339,8 Millionen aus Erdgas — und 312,8 Millionen aus Erdgasflüssigkeiten (NGL), also aus Ethan, Propan und Butan, die beim Fördern mit ans Tageslicht kommen. Öl steuerte 49,5 Millionen bei. NGL steht damit für 45 Prozent der Fördererlöse und liegt nur noch 27,0 Millionen US-Dollar hinter dem Erdgas. Während der Erdgasumsatz um 15 Prozent fiel, stieg der NGL-Umsatz um 31 Prozent und der Ölumsatz um 61 Prozent. Wer diese Aktie als reine Gaswette kauft, hat sie zur Hälfte falsch verstanden — wie eng das NGL-Geschäft an eigenen Preiszyklen hängt, haben wir am Beispiel von NGL Energy Partners auseinandergenommen.
Nr. 5: Das Gedächtnis der Bilanz
Zum 30. Juni 2026 standen im Eigenkapital 5.978,2 Millionen US-Dollar eingezahltes Kapital, davon abgezogen 852,6 Millionen für eigene Aktien — und ein Verlustvortrag von 419,9 Millionen US-Dollar. Ein Verlustvortrag ist die Summe aller Gewinne und Verluste seit Bestehen der Firma, abzüglich der ausgeschütteten Dividenden. Er ist immer noch negativ. Zum 31. Dezember 2024 lag er bei 1.480,6 Millionen im Minus, zum 31. Dezember 2025 bei 909,2 Millionen. Das heißt: Range Resources arbeitet den Absturz früherer Jahre bis heute ab. Bei dem Tempo des ersten Halbjahrs 2026 wäre die Null in deutlich unter einem Jahr erreicht — vorausgesetzt, der Gaspreis spielt mit. Die Kursspanne, die der Geschäftsbericht für die Jahre 2023 bis 2025 nennt, macht die Bandbreite anschaulich: zwischen 22,61 und 43,50 US-Dollar je Aktie.
Bewertung — teuer ist die Aktie nicht, sicher aber auch nicht
Ein Tageskurs hat in einer Analyse nichts verloren; er ist morgen falsch. Deshalb zuerst ein Anker, der in einem Pflichtdokument steht: Range Resources hat im zweiten Quartal 2026 selbst 2,0 Millionen eigene Aktien für 78,4 Millionen US-Dollar zurückgekauft — im Schnitt also gut 39 US-Dollar je Aktie. Mit den 233.679.515 Aktien, die am 17. Juli 2026 im Umlauf waren, ergibt das eine Größenordnung von rund 9,2 Milliarden US-Dollar Börsenwert. Die Fundamentaldaten weisen zum Datenstand 24. Juli 2026 8,57 Milliarden aus; der Unterschied ist eine Frage des Stichtags, nicht der Rechnung.
Auf dieser Basis (Fundamentaldaten, Datenstand 24. Juli 2026) sieht die Bewertung so aus: Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 9,6, auf die Gewinnschätzung für das laufende Jahr rund 9,3. Kurs-Buchwert-Verhältnis 1,9. Unternehmenswert zum operativen Ergebnis vor Abschreibungen (EV/EBITDA) rund 6,1. Kurs-Cashflow-Verhältnis 6,3. Dividendenrendite 1,06 Prozent bei einer Ausschüttungsquote von nur 10,6 Prozent — es bleibt also viel Spielraum. Für einen Förderer mit 62 Prozent Eigenkapitalquote, 21,1 Prozent Eigenkapitalrendite und einem Altman-Z-Wert von 5,55 (alles über 3 gilt als bilanziell sicher) ist das nicht teuer.
Der Blick der Profis: 26 Analysten führen den Titel, das Konsens-Kursziel liegt bei 46,59 US-Dollar, die mittlere Empfehlung bei 1,7 auf einer Skala von 1 (kaufen) bis 5 (verkaufen). Das ist deutlich freundlich. Dagegen steht eine Zahl, die man nicht überlesen sollte: 11,98 Prozent des Streubesitzes waren leerverkauft (Datenstand 24. Juli 2026). Fast jede achte frei handelbare Aktie ist von jemandem geliehen und verkauft worden, der auf fallende Kurse setzt. Optimismus und Skepsis stehen sich hier ungewöhnlich hart gegenüber.
Und die Schuldenseite? Zum 30. Juni 2026 lag die Gesamtverschuldung bei 881,0 Millionen US-Dollar: 500 Millionen festverzinsliche Anleihen mit 4,75 Prozent, fällig 2030, plus 381,0 Millionen variabel verzinste Kreditlinie zu zuletzt 5,4 Prozent. Der Bericht rechnet die Zinssensitivität selbst vor: Ein Prozentpunkt mehr am kurzen Ende kostet rund 3,8 Millionen US-Dollar zusätzlichen Jahreszins.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Range Resources spricht:
- Drei Jahre ohne Verlust in einer Verlustbranche: 871,1 (2023), 266,3 (2024) und 658,0 Millionen US-Dollar Gewinn (2025), dazu 537,0 Millionen allein im ersten Halbjahr 2026.
- Der operative Mittelzufluss blieb selbst im schwachen Jahr 2024 bei 944,5 Millionen US-Dollar und stieg 2025 auf 1.171,3 Millionen — die Kostenbasis je gefördertem mcfe ist niedrig und stabil.
- Die Bilanz wurde konsequent aufgeräumt: Im Mai 2025 wurde die 4,875-Prozent-Anleihe getilgt, im Januar 2026 die 8,25-Prozent-Anleihe über 600 Millionen US-Dollar vorzeitig abgelöst. Der Zinsaufwand fiel im zweiten Quartal 2026 auf 14,4 Millionen nach 26,8 Millionen im Vorjahresquartal.
- Rückflüsse an die Aktionäre laufen: 230,6 Millionen US-Dollar Rückkauf und 85,7 Millionen Dividende 2025, dazu 105,5 Millionen Rückkauf und 47,5 Millionen Dividende im ersten Halbjahr 2026. Im Februar 2026 stockte der Verwaltungsrat das Rückkaufprogramm auf insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar auf; zum 30. Juni 2026 waren davon noch rund 1,4 Milliarden offen, die Ausschüttungsquote liegt bei nur 10,6 Prozent.
- Die Reserven reichen weit: 18,1 Tcfe zum 31. Dezember 2025 bei einer Jahresförderung von rund 0,8 Tcfe — rechnerisch über zwanzig Jahre. 53 neue Bohrungen 2025 mit 100 Prozent Erfolgsquote.
- Keine Klumpenrisiken bei den Abnehmern: Nur ein Kunde kam 2025 auf 10 Prozent der Fördererlöse, nach 15 Prozent 2024 und 13 Prozent 2023.
Was dagegen spricht:
- Zum 30. Juni 2026 war nur gut ein Viertel der erwarteten Gasförderung für den Rest des Jahres abgesichert. Der Rest hängt am Tagespreis — im zweiten Quartal 2026 kostete das 15 Prozent Erdgasumsatz trotz 5 Prozent mehr Förderung.
- Die Bilanznote von 8 von 9 Punkten ist ein Rückspiegel. Sie prämiert genau das, was ein starkes Preisjahr automatisch erzeugt: steigende Rendite, steigenden Kapitalumschlag, sinkende Schulden.
- Der Kassenbestand lag zum 30. Juni 2026 bei 247.000 US-Dollar. Die gemeldeten 1,5 Milliarden Liquidität sind eine Kreditlinie, deren Beleihungsbasis jährlich anhand der erwarteten Mittelzuflüsse — und damit der Rohstoffpreise — neu festgesetzt wird.
- Der Verlustvortrag von 419,9 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026 zeigt, dass die Firma über ihre gesamte Geschichte bislang mehr verloren als verdient hat.
- Fast jede achte frei handelbare Aktie war leerverkauft (11,98 Prozent des Streubesitzes, Datenstand 24. Juli 2026) — die Gegenwette ist groß.
- Der hauseigene Scanner führt die Aktie in der Bodenphase nach Stan Weinstein (Stage 1): Zum 24. Juli 2026 notierte sie unter dem 50- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Qualität allein macht noch keinen Trend.
Ein menschliches Fazit
Der Zeugnis-Reflex vom Anfang hat eine ehrliche Antwort verdient. Die Acht von neun ist keine Erfindung — sie ist verdient, und sechs ihrer Bausteine kannst du in den Berichten selbst nachrechnen. Range Resources ist eine gut geführte, günstig produzierende, bilanziell saubere Firma, die ihre teuersten Schulden losgeworden ist und Geld an ihre Eigentümer zurückgibt. Das ist mehr, als die meisten Rohstoffförderer von sich behaupten können.
Nur beantwortet diese Note eine andere Frage als die, die du eigentlich stellst. Sie sagt: „Diese Firma hat im letzten Jahr sauber gewirtschaftet.“ Sie sagt nicht: „Diese Firma wird im nächsten Jahr sauber verdienen.“ Zwischen beiden Sätzen stehen 2,89 US-Dollar je mcf — der Referenzpreis des zweiten Quartals 2026, gegenüber 3,44 im Vorjahresquartal — und ein Absicherungsgrad von gut einem Viertel. Range hat sich bewusst dafür entschieden, den Preis nicht wegzusichern. Das ist eine legitime Strategie: Wer an steigende Gaspreise glaubt, verschenkt mit Absicherungen Geld. Es ist aber eine Wette, und sie wird von den Aktionären mitgetragen, ob sie wollen oder nicht.
Wer diese Aktie kauft, kauft also zwei Dinge in einem Paket: ein überdurchschnittlich gut geführtes Förderunternehmen und eine ungesicherte Position im Erdgaspreis. Das erste kann man analysieren. Das zweite kann niemand vorhersagen — auch die 26 Analysten mit ihrem Kursziel von 46,59 US-Dollar nicht. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht 21. Juli 2026), Range Resources Corporation, CIK 0000315852
- Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht 21. April 2026)
- Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 24. Februar 2026)
- Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht 25. Februar 2025)
- Meldungen 8-K vom 22. Juli 2026 (Quartalsergebnis zweites Quartal 2026), 10. Juli 2026 und 13. Mai 2026
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Bewertung, Analystenschätzungen, Leerverkaufsquote), Datenstand 24. Juli 2026
- Hauseigener Aktien-Scanner, Scanner-Zugehörigkeit und Piotroski-Wert, Stand 26. Juli 2026 — die Listen werden täglich neu berechnet
Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unterlagen und keine Anlageberatung. Sie enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Wertpapieren. Aktien von Rohstoffförderern schwanken stark; ein Totalverlust ist bei jeder Aktienanlage möglich. Alle Zahlen stammen aus den genannten SEC-Berichten oder aus Fundamentaldaten mit ausgewiesenem Datenstand. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Range Resources.
Unser Fazit auf einen Blick
- Geschäft und Kostenposition positiv
- Range fördert günstig und gleichmäßig: 2,24 Milliarden Kubikfuß-Äquivalent je Tag im Jahresschnitt 2025 nach 2,18 Milliarden 2024, direkter Förderaufwand im zweiten Quartal 2026 bei 0,13 US-Dollar je mcfe. 53 neue Bohrungen 2025 mit 100 Prozent Erfolgsquote, 18,1 Tcfe nachgewiesene Reserven zum 31. Dezember 2025 — rechnerisch über zwanzig Jahre Vorrat. Der größte Abnehmer kam 2025 auf 10 Prozent der Fördererlöse, nach 15 Prozent 2024.
- Ergebnisqualität und Schwankung negativ
- Der Gewinn sprang binnen drei Jahren von 871,1 (2023) auf 266,3 (2024) und wieder auf 658,0 Millionen US-Dollar (2025) — bei nahezu unveränderter Fördermenge. Das ist keine operative Schwäche, sondern die Bauart des Geschäfts: Die Ertragskraft ist nicht planbar. Der Verlustvortrag von 419,9 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026 zeigt, dass die Firma über ihre gesamte Geschichte bislang mehr verloren als verdient hat.
- Bilanz und Schuldenabbau positiv
- Zum 30. Juni 2026 standen 881,0 Millionen US-Dollar Schulden einem Eigenkapital von 4.708,7 Millionen gegenüber, Eigenkapitalquote rund 62 Prozent, Altman-Z 5,55 (Datenstand 24. Juli 2026). Im Mai 2025 wurde die 4,875-Prozent-Anleihe getilgt, im Januar 2026 die 8,25-Prozent-Anleihe über 600 Millionen vorzeitig abgelöst. Der Zinsaufwand fiel im zweiten Quartal 2026 auf 14,4 Millionen nach 26,8 Millionen im Vorjahresquartal.
- Preisabsicherung und Liquiditätsstruktur negativ
- Zum 30. Juni 2026 waren laut Quartalsbericht mehr als 25 Prozent der erwarteten Gasförderung für den Rest des Jahres abgesichert — knapp drei Viertel laufen ungesichert. Dazu kommt: Die Kasse betrug 247.000 US-Dollar, die gemeldeten 1,5 Milliarden Liquidität sind eine Kreditlinie, deren Beleihungsbasis von 3,0 Milliarden jährlich anhand der erwarteten Mittelzuflüsse neu festgesetzt wird. Fällt der Gaspreis, sinken beide zugleich.
- Kapitalrückflüsse positiv
- 2025 flossen 230,6 Millionen US-Dollar in Aktienrückkäufe (6,4 Millionen Stück) und 85,7 Millionen in Dividenden (0,36 US-Dollar je Aktie, plus 12,5 Prozent). Im ersten Halbjahr 2026 kamen 105,5 Millionen Rückkauf und 47,5 Millionen Dividende dazu. Die Ausschüttungsquote lag zum 24. Juli 2026 bei nur 10,6 Prozent. Im Februar 2026 hob der Verwaltungsrat das Rückkaufprogramm auf insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar an; zum 30. Juni 2026 waren davon noch rund 1,4 Milliarden offen.
- Bewertung neutral
- Zum Datenstand 24. Juli 2026 lagen Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 9,6, Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,9 und EV/EBITDA bei rund 6,1 — für einen Förderer mit dieser Bilanz nicht teuer. Der belegte Kursanker aus den eigenen Rückkäufen im zweiten Quartal 2026 liegt bei 39,20 US-Dollar je Aktie. Dagegen stehen 11,98 Prozent leerverkaufter Streubesitz und ein Konsens-Kursziel von 46,59 US-Dollar aus 26 Analystenhäusern.
Range Resources ist kein Sanierungsfall und keine Wachstumsgeschichte, sondern ein sauber geführter Erdgasförderer mit einer offenen Wette im Bauch. Die belegten Stärken sind echt: 1.171,3 Millionen US-Dollar operativer Mittelzufluss 2025, 537,0 Millionen Gewinn allein im ersten Halbjahr 2026, rund 62 Prozent Eigenkapitalquote, die teure 8,25-Prozent-Anleihe im Januar 2026 abgelöst, dazu Rückkäufe und eine wachsende Dividende. Dagegen steht, dass zum 30. Juni 2026 nur gut ein Viertel der erwarteten Gasförderung abgesichert war, die Kasse 247.000 US-Dollar betrug und der Gewinn zwischen 2023 und 2024 um mehr als zwei Drittel einbrach, ohne dass jemand einen Fehler gemacht hätte. Wer hier kauft, kauft ein gutes Unternehmen und eine ungesicherte Rohstoffposition im selben Paket. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Das Geschäft trägt ohne Zweifel: niedrige Förderkosten, über zwanzig Jahre Reserven, drei Gewinnjahre in Folge, eine Bilanz mit rund 62 Prozent Eigenkapitalquote und ein Zinsaufwand, der nach der Ablösung der 8,25-Prozent-Anleihe im Januar 2026 auf 14,4 Millionen US-Dollar je Quartal gefallen ist. Es gibt keinen Substanzbefund — kein Going-Concern-Thema, keine Klumpenrisiken bei den Abnehmern, keine Bilanz- oder Governance-Auffälligkeit. Offen bleibt die operative Kernfrage der Ertragskraft: Der Gewinn schwankte binnen drei Jahren zwischen 266,3 und 871,1 Millionen US-Dollar bei praktisch gleicher Fördermenge, und zum 30. Juni 2026 war gut ein Viertel der erwarteten Gasförderung abgesichert. Der Verlustvortrag von 419,9 Millionen zeigt zudem, dass die Firma über ihre Geschichte bislang mehr verloren als verdient hat. Deshalb Gelb: belegte Qualität in der Ausführung, unbewiesene Beständigkeit im Ergebnis. Die Entscheidung liegt bei Dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
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- Auf die Rechercheliste kam Range Resources über den hauseigenen Aktien-Scanner, genauer über die Liste „Piotroski F-Score (7–9)“ mit dem Wert 8 von 9. Am 26. Juli 2026 stand die Aktie in insgesamt 18 Listen, darunter KGV-Ranking, Value-Aktien, Levermann, Buffett-Kriterien, Terry Smith: Quality, QARP und Benjamin Graham: Defensiver Investor — und zugleich in „Stan Weinstein: Stage 1“, also in der Bodenphase ohne Aufwärtstrend. In der US-Auswahl des Piotroski-Scanners standen zu diesem Stand 16 Titel. Alle Listen werden täglich neu berechnet.
- Verwechslungsgefahr: Im SEC-Archiv laufen Unterlagen bis zum 16. Juli 1998 unter dem Namen Lomak Petroleum Inc. Das ist dieselbe Firma unter demselben Aktenzeichen (CIK 0000315852) — es gab keinen Insolvenz-Neustart und keinen Nachfolge-Rechtsträger, die Zahlenreihen laufen durch. Ebenfalls nicht zu verwechseln: Range Resources fördert und transportiert nicht — Rohrleitungs- und Sammelgesellschaften mit ähnlichem Namen im Erdgasgeschäft sind eigenständige Unternehmen mit einem anderen Geschäftsmodell.
- Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der Kursanker von 39,20 US-Dollar ist kein Tageskurs, sondern der Durchschnittspreis der eigenen Aktienrückkäufe im zweiten Quartal 2026 (78,4 Millionen US-Dollar für 2,0 Millionen Aktien, belegt im Quartalsbericht vom 21. Juli 2026). Der Geschäftsbericht nennt für die Jahre 2023 bis 2025 eine Kursspanne von 22,61 bis 43,50 US-Dollar. Kennzahlen und Analystenschätzungen tragen den Datenstand 24. Juli 2026. Analysen sind evergreen; Tageskurse sind kein Kaufargument.
Häufige Fragen
Range Resources Corporation (NYSE: RRC) aus Fort Worth in Texas fördert Erdgas, Erdgasflüssigkeiten (NGL) und Öl im Marcellus-Schiefer in Pennsylvania. Die Firma bohrt selbst, transportiert aber nicht und beliefert keine Endkunden. Zum 31. Dezember 2025 hielt sie 18,1 Tcfe nachgewiesene Reserven und förderte im Jahresschnitt 2,24 Milliarden Kubikfuß-Äquivalent je Tag aus 1.579 Bohrungen. 564 Vollzeitkräfte, Stand 1. Januar 2026.
Der Piotroski-Test stellt neun Ja-oder-Nein-Fragen an den letzten Jahresabschluss: Ist der Gewinn positiv? Fließt Bargeld herein? Steigt die Rendite? Sinken die Schulden? Für jedes Ja gibt es einen Punkt. 8 von 9 ist ein starker Wert — 6 wäre okay, aber nicht gut. Wichtig: Der Test misst ausschließlich die abgelaufene Periode und sagt nichts über die kommende Preisentwicklung.
Fast vollständig. Die Förderung stieg zwischen 2024 und 2025 nur von 2,18 auf 2,24 Milliarden Kubikfuß-Äquivalent je Tag, der Gewinn dagegen von 266,3 auf 658,0 Millionen US-Dollar. Auch der Barwert der Reserven (PV-10) folgt dem Stichtagspreis: 7.926 Millionen US-Dollar 2023, 5.454 Millionen 2024 und 11.566 Millionen 2025 — bei praktisch unveränderten Reserven im Boden.
Der Quartalsbericht vom 21. Juli 2026 nennt die Zahl wörtlich: Zum 30. Juni 2026 waren mehr als 25 Prozent der erwarteten Erdgasförderung für den Rest des Jahres 2026 über Termingeschäfte abgesichert. Knapp drei Viertel laufen damit zum jeweiligen Marktpreis. Das ist eine bewusste Strategie — sie zahlt sich bei steigenden Preisen aus und kostet bei fallenden.
Weil kein Geld herumliegen soll. Jeder freie Dollar geht in Bohrungen, Schuldentilgung, Aktienrückkäufe und Dividende. Die im Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 genannte Liquidität von rund 1,5 Milliarden US-Dollar besteht deshalb fast vollständig aus der besicherten Kreditlinie. Deren Beleihungsbasis von 3,0 Milliarden wird jährlich neu festgesetzt und hängt von den erwarteten Mittelzuflüssen ab.
Ja, und sie wächst. 2025 wurden 85,7 Millionen US-Dollar ausgeschüttet, das entspricht 0,36 US-Dollar je Aktie nach 0,32 im Jahr 2024. Im zweiten Quartal 2026 waren es 0,10 US-Dollar je Aktie nach 0,09 im Vorjahresquartal. Die Ausschüttungsquote lag zum Datenstand 24. Juli 2026 bei nur 10,6 Prozent des Gewinns, die Dividendenrendite bei 1,06 Prozent.
NGL steht für Erdgasflüssigkeiten — Ethan, Propan und Butan, die beim Fördern mit ans Tageslicht kommen und getrennt verkauft werden. Sie folgen anderen Preiszyklen als Erdgas. Im zweiten Quartal 2026 brachten sie 312,8 Millionen US-Dollar, das sind 45 Prozent der Fördererlöse, und lagen damit nur noch 27,0 Millionen hinter dem Erdgas mit 339,8 Millionen.
Zum 30. Juni 2026 lag die Gesamtverschuldung bei 881,0 Millionen US-Dollar: 500 Millionen festverzinsliche Anleihen mit 4,75 Prozent Kupon, fällig 2030, und 381,0 Millionen gezogene Kreditlinie zu zuletzt 5,4 Prozent. Dem stand ein Eigenkapital von 4.708,7 Millionen gegenüber. Im Januar 2026 wurde die teure 8,25-Prozent-Anleihe über 600 Millionen vorzeitig abgelöst.
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