Börsenlotse
Kauftag heute: Schlecht Neutral (62 ) Gut Breite Marktteilnahme · Breite steigend (+8 zum 10-Tage-Schnitt) · Makro-Großtermin direkt benachbart

EOG-Aktie: Der Vorrat reicht 12,2 Jahre — aber der Nachschub kam 2025 aus dem Scheckbuch

EOG-Aktie: Der Vorrat reicht 12,2 Jahre — aber der Nachschub kam 2025 aus dem Scheckbuch

EOG Resources besteht alle fünf Hürden unseres strengsten Qualitätsfilters — Bilanznote 8, Eigenkapitalrendite 18,2 Prozent, Kurs-Gewinn-Verhältnis 13. Wir haben Jahresbericht, Quartalsbericht und den Reservenspiegel gelesen. Dabei zeigt sich: Die Reserven wuchsen 2025 um 766 Millionen Fass — 749 davon waren gekauft, nicht gefunden. Aus 2,3 Milliarden Dollar Netto-Guthaben wurden 4,5 Milliarden Netto-Schulden. Und der ausgewiesene Börsenwert liegt 5 Prozent unter dem, was Aktienzahl mal Kurs ergibt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit
Unternehmensprofil ansehen (EOG)

Supertiefe Analyse — die letzte Prüfung vor dem Kauf

Die Supertiefe Analyse ist unsere gründlichste Untersuchung — gedacht als letzte Entscheidungsgrundlage, bevor Du wirklich kaufst. Wir recherchieren die letzten 10 Geschäftsberichte (10-K), sämtliche Quartalsberichte (10-Q) aus diesem Zeitraum, alle relevanten Insider-Transaktionen, prüfen die Liquiditätslage inklusive Warnsignalen der letzten 5 Jahre und werten eine kuratierte Auswahl relevanter Nachrichten aus — ohne Spam- und Schrottmeldungen. Preis: einmalig 49 €.

Deine Supertiefe Analyse bekommst Du zuerst exklusiv; 30 Tage nach Lieferung veröffentlichen wir sie auch auf Börsenlotse.

Nach der Bestellung melden wir uns per E-Mail mit den Zahlungsdetails. Erstellt wird die Analyse nach Zahlungseingang — reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung.

EOG-Aktie: Der Vorrat reicht 12,2 Jahre — aber der Nachschub kam 2025 aus dem Scheckbuch
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Stell dir einen Weinberg vor. Er wirft jedes Jahr eine Ernte ab, und der Besitzer verkauft sie. Nur ist dieser Weinberg besonders: Jede Traube, die er verkauft, wächst nicht nach. Was er im Keller hat, ist alles, was er je haben wird — es sei denn, er pflanzt neue Reben oder kauft den Nachbarn auf. Und der Preis, den er für seinen Wein bekommt, wird nicht von ihm gemacht, sondern von einem Markt, der ihn in einem Jahr reich und im nächsten arm rechnet.

Genau dieses Geschäft betreibt EOG Resources (NYSE: EOG), einer der größten unabhängigen Öl- und Gasförderer der Vereinigten Staaten. Auf unsere Rechercheliste kam die Aktie, weil sie in einem strengen Qualitätsfilter auftaucht: Bilanznote 8 von 9, Eigenkapitalrendite 18,2 Prozent, Kurs-Gewinn-Verhältnis 13. Deshalb machen wir einen Deal: Bevor du dich von dieser Datenlage überzeugen lässt, lesen wir gemeinsam die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC. Am Ende entscheidest du selbst.

Damit du weißt, worauf wir hinauswollen, hier gleich das Spannungsfeld dieser Analyse: EOG ist ein außergewöhnlich gut geführter Förderer — 12,2 Jahre Reservenreichweite, Förderkosten von 20,72 US-Dollar je Fass, ein Insolvenzrisiko, das rechnerisch nicht existiert. Merk dir trotzdem diese drei Sätze: Der Reservenzuwachs des Jahres 2025 war zu 749 von 766 Millionen Fass gekauft, nicht gefunden. Aus 2,3 Milliarden US-Dollar Netto-Guthaben wurden binnen zwölf Monaten 4,5 Milliarden Netto-Schulden. Und die Bilanznote von 8, die die Aktie überhaupt erst in den Filter gebracht hat, gibt es erst seit einem einzigen Quartal.

Was EOG Resources eigentlich macht

EOG sucht, entwickelt und fördert Rohöl, Flüssiggas (NGL) und Erdgas — und verkauft es. Es ist kein Dienstleister, der an fremden Bohrlöchern verdient, sondern der Eigentümer der Lagerstätten. Das Unternehmen wurde 1985 als Enron Oil & Gas gegründet, löste sich 1999 vom Mutterkonzern und ist heute eine Delaware-Gesellschaft mit Sitz in Houston/Texas (Commission File 1-9743, CIK 0000821189).

Das Portfolio zum 31. Dezember 2025 im Überblick:

  • Delaware Basin (New Mexico/West-Texas) — das Ertragszentrum, überwiegend Rohöl.
  • Eagle Ford (Süd-Texas) — rund 565.000 Netto-Acres, 122 fertiggestellte Netto-Bohrungen 2025, für 2026 sind rund 115 geplant.
  • Dorado (Süd-Texas) — rund 160.000 Netto-Acres reines Gasspiel, 27 Bohrungen 2025, 40 geplant für 2026.
  • Utica (Ohio, Appalachen) — rund 1.100.000 Netto-Acres, darunter 135.000 eigene Mineralrechte. 55 Bohrungen 2025, rund 85 geplant für 2026. Das ist das Gebiet, in das die Übernahme von Encino floss.
  • Powder River Basin und Williston Basin (Rocky Mountains) — 22 beziehungsweise 12 Bohrungen 2025, für 2026 zusammen rund 45.
  • Ausland: Erdgas vor der Küste Trinidads, Gasgeschäft in Bahrain, Erkundung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zusammen 1 Prozent der Reserven.

Und nun der Punkt, den viele übersehen: EOG ist längst kein reiner Ölförderer mehr. Gemessen an der Menge kamen 2025 nur 42 Prozent der Förderung aus Rohöl, 23 Prozent aus Flüssiggas und 34 Prozent aus Erdgas. Gemessen am Geld sieht es völlig anders aus: Rohöl brachte 12.501 Millionen US-Dollar, Flüssiggas 2.376 Millionen und Erdgas 2.791 Millionen — also 71 Prozent, 13 Prozent und 16 Prozent der Fördererlöse. Ein Fass Öläquivalent aus Erdgas brachte 2025 rechnerisch 18,12 US-Dollar, ein Fass Rohöl 65,63. Der Faktor ist 3,6.

Für dich als Leser heißt das: Wenn jemand über den Ölpreis spricht, spricht er über 71 Prozent von EOGs Umsatz — und über ein Drittel der Förderung, das sich preislich ganz anders verhält.

Wo die Aktie in unserem Scanner auftaucht

Auf die Rechercheliste kam EOG über einen einzigen Filter: »QARP — Qualität zum fairen Preis«, dort Rang 26 der US-Auswahl (Datenstand 27. Juli 2026). Dieser Scanner ist streng, weil er fünf Bedingungen gleichzeitig verlangt — Qualität allein ist meist teuer, Billiges allein meist Schrott. So kommst du selbst dorthin: auf boersenlotse.de im Menü „Scanner“ den Filter »QARP — Qualität zum fairen Preis« öffnen, Land auf USA stellen und die Zeile EOG suchen. Und so schneidet die Aktie bei den fünf Hürden ab:

  • Piotroski-F-Score mindestens 7 — EOG: 8 von 9. Diese Kennzahl zählt neun Ja/Nein-Fragen zu Ertrag, Bilanz und Effizienz zusammen. Sie bekommt weiter unten ein eigenes Kapitel, weil sie erst seit einem Quartal so hoch steht.
  • Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent — EOG: 18,2 Prozent. Gegenrechnung: 5.497 Millionen US-Dollar Gewinn der zwölf Monate bis 31. März 2026 auf 30.908 Millionen Eigenkapital ergeben 17,8 Prozent. Die Hürde ist bestanden, auch nach unserer eigenen Rechnung.
  • EBIT-Marge mindestens 10 Prozent — EOG: 37,9 Prozent. Unsere Nachrechnung fällt niedriger aus, weil sie den durchlaufenden Handelsumsatz mitzählt: 7.124 Millionen operatives Ergebnis auf 23.884 Millionen Umsatz sind 29,8 Prozent. Beide Werte liegen weit über der Hürde.
  • Verschuldungsgrad höchstens 1 — EOG: 0,269. Unsere Rechnung — 7.931 Millionen Finanzschulden auf 30.908 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026 — ergibt 0,257. Bequem bestanden. Aber: Vor der Übernahme wäre hier eine deutlich kleinere Zahl gestanden.
  • Positives Kurs-Gewinn-Verhältnis bis 20 — EOG: 13,0. Auf den Schlusskurs vom 27. Juli 2026 gerechnet sind es 13,8. Woher der Unterschied kommt, klären wir in der Gegenprobe zum Börsenwert.

Ergänzend führt der Datenbestand ein Fundamental-Rating von 59 (Note B), einen Börsenwert von rund 71,2 Milliarden US-Dollar und eine Dreijahresrendite von 13,5 Prozent pro Jahr. Ein Scanner beschreibt aber immer, was war. Fangen wir deshalb bei der Substanz an — und bei einem Förderer heißt Substanz: Reserven.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Nachschub kam aus dem Scheckbuch

Bei einem Förderer ist die wichtigste Zahl nicht der Gewinn, sondern die Ersatzquote: Wird mehr gefunden als gefördert? Wer zehn Jahre lang glänzende Gewinne meldet und dabei seinen Vorrat aufzehrt, hat kein Unternehmen, sondern eine Liquidation in Zeitlupe. Deshalb steht diese Zahl bei uns vor allen anderen — genauso wie bei den Goldminen dieser Serie.

Der Bestand zuerst. EOG schreibt im Jahresbericht:

„At December 31, 2025, EOG's total estimated net proved reserves were 5,514 million barrels of oil equivalent (MMBoe), of which 1,905 million barrels (MMBbl) were crude oil and condensate reserves, 1,510 MMBbl were NGLs reserves and 12,592 billion cubic feet (Bcf), or 2,099 MMBoe, were natural gas reserves … At such date, approximately 99% of EOG's net proved reserves, on a crude oil equivalent basis, were located in the United States and 1% in Trinidad.“

Übersetzung: „Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich EOGs geschätzte nachgewiesene Netto-Reserven auf 5.514 Millionen Barrel Öläquivalent (MMBoe), davon 1.905 Millionen Barrel (MMBbl) Rohöl und Kondensat, 1.510 MMBbl Flüssiggas sowie 12.592 Milliarden Kubikfuß (Bcf), also 2.099 MMBoe, Erdgas … Zu diesem Zeitpunkt lagen rund 99 Prozent der nachgewiesenen Netto-Reserven auf Öläquivalent-Basis in den Vereinigten Staaten und 1 Prozent in Trinidad.“

— EOG Resources, Inc., SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Item 1 Business

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Jahresbericht 10-K 2025: die Angabe, dass EOGs nachgewiesene Netto-Reserven zum 31. Dezember 2025 bei 5.514 Millionen Barrel Öläquivalent lagen, davon 99 Prozent in den USA.
Der Reservenbestand im Original-Jahresbericht (10-K), gelb markiert. Quelle: SEC-10-K Geschäftsjahr 2025. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Gefördert wurden 2025 laut Reservenspiegel 452 Millionen Barrel Öläquivalent. Aus 5.514 geteilt durch 452 folgt die Reichweite von 12,2 Jahren. Das ist für einen Schieferölförderer ein sehr ordentlicher Wert — Schieferbohrungen fallen im ersten Jahr steil ab, die Branche lebt vom ständigen Nachbohren.

Jetzt die Bewegung, und hier wird es interessant. Der Reservenspiegel des Jahresberichts zerlegt den Zuwachs von 4.748 auf 5.514 Millionen Barrel in vier Teile:

Wasserfalldiagramm: EOGs Reserven steigen von 4.748 Millionen Barrel Öläquivalent Ende 2024 über plus 133 Korrekturen, plus 749 aus dem Zukauf Encino und plus 336 aus neuen Funden abzüglich 452 Förderung auf 5.514 Millionen Ende 2025.
Ohne den Zukauf wären EOGs Reserven 2025 um 17 Millionen Barrel gewachsen statt um 766. Quelle: SEC-Jahresbericht 10-K 2025, Net Proved Reserve Summary. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Rechnen wir die Ersatzquote daraus aus. Sie misst, welcher Anteil der Förderung durch neue Reserven ersetzt wurde:

  • 2023: 607 Millionen Fass aus eigenen Funden plus 29 aus Korrekturen gegen 361 Millionen Förderung — 176 Prozent.
  • 2024: 580 plus 69 gegen 391 — 166 Prozent.
  • 2025: 336 plus 133 gegen 452 — 104 Prozent. Mit dem Zukauf gerechnet wären es 269 Prozent.

Die eigenen Funde fielen also von 607 über 580 auf 336 Millionen Fass — ein Minus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr —, während die Förderung von 361 auf 452 Millionen stieg. Der Abstand zwischen dem, was EOG selbst findet, und dem, was es verkauft, ist binnen zwei Jahren von 246 Millionen Fass auf 17 Millionen geschrumpft.

Balkendiagramm 2023 bis 2025: EOGs neue Funde und Erweiterungen fallen von 607 über 580 auf 336 Millionen Barrel Öläquivalent, während die Förderung von 361 über 391 auf 452 Millionen steigt.
Die grünen Balken sind der Nachschub, die roten der Verbrauch. 2025 berühren sie sich fast. Quelle: SEC-Jahresbericht 10-K 2025, Net Proved Reserve Summary. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zur Fairness gehört: 104 Prozent sind immer noch über 100. EOG hat seinen Vorrat 2025 aus eigener Kraft nicht angetastet, sondern minimal vergrößert. Und einzelne Jahre schwanken bei Reservenbuchungen stark, weil sie an Preisannahmen und an der Bohrplanung hängen. Aber die Richtung ist eindeutig, und sie ist genau die Frage, die man einem Förderer stellen muss. Wer wissen will, wie dieselbe Rechnung bei einem reinen Gasförderer aussieht, findet sie bei Range Resources.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Bilanz von 2024 gibt es nicht mehr

EOG war jahrelang für etwas bekannt, das in dieser Branche selten ist: eine Bilanz ohne Netto-Schulden. Diese Zeit ist vorbei, und der Grund hat einen Namen.

„Encino Acquisition. On August 1, 2025, EOG acquired all of the outstanding equity interest in Encino, an independent oil and gas exploration and production company with operations in the Utica play, for cash consideration of $4,471 million and the assumption of Encino's senior notes in an aggregate principal amount of $1,200 million.“

Übersetzung: „Übernahme Encino. Am 1. August 2025 erwarb EOG sämtliche ausstehenden Eigenkapitalanteile an Encino, einem unabhängigen Öl- und Gasexplorations- und -förderunternehmen mit Betrieb im Utica-Spiel, gegen eine Barzahlung von 4.471 Millionen US-Dollar und die Übernahme von Encinos vorrangigen Anleihen über einen Gesamtnennbetrag von 1.200 Millionen US-Dollar.“

— EOG Resources, Inc., SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Note 16 Acquisition

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Jahresbericht 10-K 2025: die Passage zur Übernahme von Encino Acquisition Partners am 1. August 2025 für 4.471 Millionen US-Dollar in bar plus Übernahme von 1.200 Millionen Anleihen.
Der Kaufpreis im Original-Jahresbericht (10-K), gelb markiert. Quelle: SEC-10-K Geschäftsjahr 2025, Note 16. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Gekauft wurden 675.000 Netto-Acres im Kern des Utica-Spiels in Ohio. Der Gesamtpreis lag bei 5,7 Milliarden US-Dollar einschließlich der übernommenen Netto-Schulden; die übernommenen Anleihen löste EOG sofort für rund 1.292 Millionen ab. Ein Firmenwert (Goodwill) wurde nicht gebucht — der volle Kaufpreis steckt in den Öl- und Gasvorkommen, die mit 6.703 Millionen US-Dollar angesetzt sind. Seit dem 1. August 2025 steuerte Encino 874 Millionen US-Dollar Umsatz und 246 Millionen Gewinn bei.

Finanziert wurde das mit Anleihen. Am 1. Juli 2025 begab EOG vier Tranchen über zusammen 3.500 Millionen US-Dollar — 500 Millionen zu 4,400 Prozent bis 2028, 1.250 Millionen zu 5,000 Prozent bis 2032, 1.250 Millionen zu 5,350 Prozent bis 2036 und 500 Millionen zu 5,950 Prozent bis 2055. Im November kamen 750 Millionen zu 4,400 Prozent bis 2031 und 250 Millionen zu 5,950 Prozent bis 2055 hinzu. Und nun die Bilanzwirkung, Stichtag gegen Stichtag:

  • 31. Dezember 2024: 7.092 Millionen US-Dollar Kasse gegen 4.752 Millionen Schulden — ein Netto-Guthaben von 2.340 Millionen.
  • 31. Dezember 2025: 3.396 Millionen Kasse gegen 7.936 Millionen Schulden — eine Netto-Verschuldung von 4.540 Millionen.
  • 31. März 2026: 3.849 Millionen Kasse gegen 7.931 Millionen Schulden — 4.082 Millionen.

Der Umschwung binnen eines Jahres beträgt 6.880 Millionen US-Dollar. Das ist keine Krise: 4.082 Millionen Netto-Schulden stehen 30.908 Millionen Eigenkapital gegenüber, der Verschuldungsgrad liegt bei 0,26, die früheste Anleihe wird 2028 fällig, und seit dem 3. Dezember 2025 steht eine ungenutzte Kreditlinie über 3.000 Millionen US-Dollar bis Dezember 2030 bereit. Aber es ist eine andere Firma als die, an die sich langjährige Aktionäre erinnern. Wer heute die Bilanzqualität von EOG lobt, sollte wissen, dass er dabei über 2024 spricht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Ausgeschüttet wurde mehr, als hereinkam

EOG hat sich selbst eine Ausschüttungsregel gegeben, und sie steht im Jahresbericht:

„In November 2023, EOG announced an increase in its cash return commitment - specifically, a commitment, effective beginning with fiscal year 2024, to return a minimum of 70 percent of annual net cash provided by operating activities before certain balance sheet-related changes, less total capital expenditures, to stockholders through a combination of regular dividends, special dividends and share repurchases.“

Übersetzung: „Im November 2023 kündigte EOG eine Erhöhung seiner Ausschüttungszusage an — konkret die Verpflichtung, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2024 mindestens 70 Prozent des jährlichen operativen Mittelzuflusses vor bestimmten bilanzbezogenen Veränderungen, abzüglich der gesamten Investitionen, über eine Kombination aus regulären Dividenden, Sonderdividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückzugeben.“

— EOG Resources, Inc., SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Abschnitt Cash Return Framework

Gelb markierter Ausschnitt aus dem Jahresbericht 10-K 2025: die Zusage, ab dem Geschäftsjahr 2024 mindestens 70 Prozent des operativen Mittelzuflusses abzüglich Investitionen an die Aktionäre zurückzugeben.
Die Ausschüttungszusage im Original-Jahresbericht (10-K), gelb markiert. Quelle: SEC-10-K Geschäftsjahr 2025. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was tatsächlich geflossen ist, steht in der Kapitalflussrechnung. 2025 kamen 10.044 Millionen US-Dollar aus dem laufenden Geschäft herein. Investiert wurden 6.115 Millionen in Öl- und Gasvorkommen plus 479 Millionen in sonstige Anlagen, zusammen 6.594 Millionen. Es blieb ein freier Mittelzufluss von 3.450 Millionen US-Dollar.

Ausgeschüttet wurden im selben Jahr 2.161 Millionen Dividende und 2.564 Millionen Aktienrückkäufe, zusammen 4.725 Millionen — also 137 Prozent des freien Mittelzuflusses. Bezahlt wurde die Differenz aus der Kasse, die von 7.092 auf 3.396 Millionen fiel, und mit den neuen Anleihen. Das ist kein Regelbruch: Die 70-Prozent-Zusage ist eine Untergrenze, keine Obergrenze, und sie rechnet mit einer bereinigten Größe. Es ist aber eine Ausschüttung aus der Substanz, nicht aus dem Ertrag — und sie fiel in dasselbe Jahr wie eine Übernahme über 5,7 Milliarden.

Am 20. Mai 2026 hat der Verwaltungsrat die Rückkaufermächtigung dennoch von 10 auf 20 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Bis zum 31. März 2026 waren unter der alten Ermächtigung 59,4 Millionen Aktien für rund 7,1 Milliarden zurückgekauft worden; verfügbar waren noch 2,9 Milliarden, jetzt sind es 12,9 Milliarden. Die reguläre Quartalsdividende liegt seit Mai 2025 bei 1,02 US-Dollar je Aktie, aufs Jahr 4,08 US-Dollar oder rund 2,9 Prozent Rendite. Eine variable Zusatzdividende hat EOG in den ausgewerteten Berichten nicht mehr erklärt.

Die Kostenseite — und ab welchem Ölpreis EOG noch verdient

Jetzt zur eigentlichen Stärke dieses Unternehmens. EOG beschreibt seine Strategie im Jahresbericht so:

„EOG is focused on being among the highest return and lowest cost producers … EOG implements its strategy primarily by emphasizing the drilling of internally generated prospects in order to find and develop low-cost reserves. Maintaining the lowest possible operating cost structure, coupled with efficient and safe operations and robust environmental stewardship practices and performance, is integral in the implementation of EOG's strategy.“

Übersetzung: „EOG ist darauf ausgerichtet, zu den Förderern mit der höchsten Rendite und den niedrigsten Kosten zu gehören … EOG setzt seine Strategie vor allem dadurch um, dass es das Bohren intern erzeugter Prospekte betont, um kostengünstige Reserven zu finden und zu entwickeln. Die niedrigstmögliche Kostenstruktur aufrechtzuerhalten, verbunden mit effizientem und sicherem Betrieb sowie belastbaren Praktiken und Leistungen im Umweltschutz, ist wesentlicher Bestandteil der Umsetzung von EOGs Strategie.“

— EOG Resources, Inc., SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Item 1 Business

Diese Behauptung lässt sich nachprüfen, denn EOG legt seine Stückkosten offen. Die Tabelle „Costs per Boe“ im Jahresbericht nennt für 2025 und 2024 (in US-Dollar je Barrel Öläquivalent):

  • Betrieb und Instandhaltung der Bohrungen (Lease and Well): 3,72 nach 4,04
  • Sammeln, Aufbereiten, Transportieren: 4,74 nach 4,43
  • Abschreibung auf Öl- und Gasvermögen: 9,34 nach 10,04
  • Abschreibung auf sonstige Anlagen: 0,58 nach 0,53
  • Verwaltung: 1,82 nach 1,72
  • Zinsaufwand, netto: 0,52 nach 0,36
  • Summe: 20,72 nach 21,12

Die Kosten sind also trotz gestiegener Zinslast gesunken. Auffällig ist nur eine Zeile: Der Zinsaufwand je Fass stieg um 44 Prozent — das ist die Encino-Finanzierung, in Stückkosten übersetzt.

Jetzt die Frage, die für einen Förderer über alles entscheidet: Ab welchem Ölpreis verdient EOG noch? Das Unternehmen nennt dazu keine einzelne Zahl im Jahresbericht, also rechnen wir es aus den Angaben nach. 2025 erzielte EOG ein Vorsteuerergebnis von 6.362 Millionen US-Dollar bei einer Ölförderung von 190,5 Millionen Fass. Bleiben Kosten, Mengen sowie Gas- und Flüssiggaspreise unverändert, verschwindet dieses Ergebnis, wenn der realisierte Ölpreis um 33,40 US-Dollar fällt — von 65,63 auf rund 32 US-Dollar je Fass. Zum Einordnen: Unter 32 Dollar lag der von EOG realisierte Jahrespreis zuletzt nie; 2020, im Jahr der Pandemie, waren es 38,63.

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte steht im Risikoteil des Jahresberichts, und sie ist bemerkenswert offen formuliert:

„The above-described factors and the volatility of commodity prices make it difficult to predict crude oil, NGLs and natural gas prices in 2026 and thereafter. As a result, there can be no assurance that the prices for crude oil, NGLs and/or natural gas will sustain, or increase from, their current levels, nor can there be any assurance that the prices for crude oil, NGLs and/or natural gas will not decline.“

Übersetzung: „Die vorstehend beschriebenen Faktoren und die Schwankungsanfälligkeit der Rohstoffpreise machen es schwierig, die Preise für Rohöl, Flüssiggas und Erdgas für 2026 und danach vorherzusagen. Es kann daher weder zugesichert werden, dass die Preise für Rohöl, Flüssiggas und/oder Erdgas ihr derzeitiges Niveau halten oder darüber steigen, noch dass sie nicht fallen werden.“

— EOG Resources, Inc., SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Item 1A Risk Factors

Die Rechnung über den Zyklus: Was EOG bei anderen Preisen verdient hätte

Hier kommen wir zum Kern. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 sagt bei einem Förderer wenig, weil der Gewinn im Zähler an einem Preis hängt, den das Unternehmen nicht beeinflusst. Deshalb rechnen wir dieselbe Firma bei verschiedenen Preisniveaus durch — mit den Fördermengen und Kosten des Jahres 2025, damit nur der Preis variiert.

Die realisierten Jahrespreise stammen aus den Jahresberichten für 2022 und 2025:

  • 2020: 38,63 US-Dollar je Fass Rohöl, 13,41 je Fass Flüssiggas, 1,83 je tausend Kubikfuß Erdgas — Verlust von 605 Millionen US-Dollar.
  • 2022: 97,21 / 36,70 / 6,93 — Rekordgewinn von 7.759 Millionen.
  • 2025: 65,63 / 22,58 / 3,02 — 4.980 Millionen.

Der Dreijahresschnitt 2023 bis 2025 liegt bei 74,07 US-Dollar je Fass Rohöl, der Fünfjahresschnitt 2021 bis 2025 bei 77,58. Setzt man diese Preise in die Mengen und Kosten des Jahres 2025 ein und rechnet mit der Steuerquote von 21,7 Prozent sowie 532,6 Millionen Aktien, ergibt sich:

Balkendiagramm: EOGs Gewinn je Aktie beträgt bei den Preisen von 2020 minus 1,59 US-Dollar, bei den Preisen von 2025 plus 9,35, beim Dreijahresschnitt 11,29, beim Fünfjahresschnitt 14,75 und bei den Preisen von 2022 plus 25,69.
Dieselbe Firma, dieselben Mengen, dieselben Kosten — nur andere Preise. Quelle: SEC-Jahresberichte 10-K 2022 und 2025; eigene Rechnung. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.
  • Bei den Preisen von 2025: 9,35 US-Dollar Gewinn je Aktie — Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,0 beim Schlusskurs von 140,31 US-Dollar am 27. Juli 2026.
  • Beim Dreijahresschnitt: 11,29 US-Dollar je Aktie — Kurs-Gewinn-Verhältnis 12,4.
  • Beim Fünfjahresschnitt: 14,75 US-Dollar je Aktie — Kurs-Gewinn-Verhältnis 9,5.
  • Bei den Preisen von 2022: 25,69 US-Dollar je Aktie — Kurs-Gewinn-Verhältnis 5,5.
  • Bei den Preisen von 2020: ein Vorsteuerverlust von 846 Millionen US-Dollar oder minus 1,59 US-Dollar je Aktie — und das trotz 63 Prozent höherer Fördermenge als damals.

Diese Rechnung fällt anders aus als bei den Goldminen dieser Serie, und das ist der interessanteste Befund der ganzen Analyse: EOG verdient heute unterdurchschnittlich, nicht überdurchschnittlich. Das Jahr 2025 war mit 65,63 US-Dollar je Fass das schwächste Preisjahr seit 2021. Auf Mittelzyklus-Preise gerechnet wird die Aktie also billiger, nicht teurer. Wer bei einem Zykliker sonst gewohnt ist, dass ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis eine Falle am Gewinngipfel ist, findet hier den umgekehrten Fall.

Die Kehrseite steht im ersten Punkt der Liste. Bei den Preisen von 2020 schreibt dieselbe Firma trotz 449,8 statt 275,9 Millionen Fass Jahresförderung einen Verlust. Größe schützt nicht vor dem Preis. Genau diesen Zusammenhang liest man auch von der anderen Seite der Kette — beim Ölfelddienstleister Weatherford, dessen Auftragsbuch sich aus Investitionsbudgets wie dem von EOG speist.

Was das erste Quartal 2026 verändert hat

Am 5. Mai 2026 legte EOG den Bericht für das erste Quartal vor, und er fiel deutlich besser aus als die Vorquartale:

  • Umsatz 6.921 Millionen US-Dollar nach 5.669 Millionen im Vorjahresquartal — plus 22 Prozent.
  • Operatives Ergebnis 2.598 Millionen nach 1.859 Millionen — plus 40 Prozent.
  • Nettoergebnis 1.980 Millionen nach 1.463 Millionen — plus 35 Prozent.
  • Ergebnis je Aktie 3,70 US-Dollar nach 2,65.
  • Förderung 1.383.800 Fass Öläquivalent am Tag nach 1.090.400 — plus 27 Prozent, überwiegend aus dem Utica-Zukauf.
  • Realisierte Preise: 72,47 US-Dollar je Fass Rohöl (Vorjahr 72,87), 22,20 je Fass Flüssiggas (26,29), 3,76 je tausend Kubikfuß Erdgas (3,41).

Zwei Dinge folgen daraus. Erstens: Der Zwölfmonatsgewinn je Aktie steht bei 10,17 US-Dollar (9,12 für 2025, minus 2,65 für das erste Quartal 2025, plus 3,70 für das erste Quartal 2026). Beim Schlusskurs von 140,31 US-Dollar ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,8.

Zweitens — und das ist der ehrlichste Punkt dieses Kapitels: Die Bilanznote von 8, die EOG in den Filter gebracht hat, gibt es erst seit diesem Quartal. In den fünf Quartalen davor — vom vierten Quartal 2024 bis zum vierten Quartal 2025 — lautete die Ablesung des Piotroski-F-Scores durchgehend 4 von 9. Das ist weit unter der Filterhürde von 7. Der Sprung auf 8 stammt aus einem einzigen Bericht, in dem gleichzeitig Gewinn, Mittelzufluss und Marge gegenüber dem Vorjahr stiegen — was nach einer Übernahme dieser Größe wenig überraschend ist. Ob die Note hält, entscheidet der Bericht für das zweite Quartal am 4. August 2026, wenn der Vorjahresvergleich erstmals ein Quartal mit Encino enthält.

Die Gegenprobe zum Börsenwert

Weil Kennzahlen nur so gut sind wie die Aktienzahl und der Kurs dahinter, hier die Kontrollrechnung — und sie fällt diesmal nicht folgenlos aus. Der Datenbestand führt einen Börsenwert von rund 71,2 Milliarden US-Dollar. Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 28. April 2026 genau 532.628.530 Aktien ausstehend. Beim Schlusskurs vom 27. Juli 2026 von 140,31 US-Dollar ergibt das 74,7 Milliarden.

Die Abweichung beträgt 5,0 Prozent oder rund 3,6 Milliarden US-Dollar, und sie kommt nicht von der Aktienzahl — die stimmt auf die Stelle genau —, sondern vom Kursstand: Der ausgewiesene Börsenwert rechnet noch mit 133,59 US-Dollar. Das schlägt direkt auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch: 13,0 im Datenbestand, 13,8 auf den aktuellen Kurs. Beide Werte bestehen die 20er-Hürde des Filters bequem, aber wer eine Aktie auf zwei Nachkommastellen vergleicht, sollte diesen Versatz kennen. Es gab weder einen Aktiensplit noch eine Kapitalerhöhung; die Aktienzahl sinkt vielmehr laufend durch Rückkäufe — von 589,0 Millionen ausgegebenen Aktien hält EOG 54,2 Millionen selbst.

Bilanzstabilität: Der Altman-Wert

Zur Einordnung des Insolvenzrisikos rechnen wir den Altman-Z″-Wert nach, die Frühwarnzahl aus vier Bilanzkennzahlen (unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone). Die Bilanz trägt die Formel, weil sie sauber in kurz- und langfristige Posten gegliedert ist. Zum 31. März 2026: Nettoumlaufvermögen 3.739 Millionen US-Dollar (8.963 minus 5.224) und Gewinnrücklagen 31.200 Millionen auf 53.378 Millionen Bilanzsumme, operatives Ergebnis 7.124 Millionen auf Zwölfmonatssicht, Eigenkapital 30.908 Millionen gegen 22.470 Millionen Verbindlichkeiten. Ergebnis: rund 4,7 — deutlich in der sicheren Zone.

Getragen wird der Wert vor allem von den Gewinnrücklagen: 31.200 Millionen US-Dollar aufgelaufene, nicht ausgeschüttete Gewinne sind fast 59 Prozent der Bilanzsumme. Das ist das Gegenteil einer Bilanznarbe. Zur Kontrolle: Die Zinsdeckung liegt nach unserer Rechnung bei rund 28 (7.124 Millionen operatives Ergebnis auf 254 Millionen Netto-Zinsaufwand). Der hauseigene Datenbestand führt einen Altman-Wert von 7,97 nach einer anderen Formelvariante mit anderen Schwellen; die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für EOG Resources spricht:

  • Reservenreichweite von 12,2 Jahren (5.514 Millionen Fass Öläquivalent gegen 452 Millionen Jahresförderung), 99 Prozent davon in den USA und damit ohne Enteignungs- oder Währungsrisiko.
  • Fallende Stückkosten trotz höherer Zinslast: 20,72 US-Dollar je Fass Öläquivalent 2025 nach 21,12 im Vorjahr. Nach unserer Rechnung liegt die Gewinnschwelle bei rund 32 US-Dollar je Fass Rohöl — mehr als 50 Prozent unter dem realisierten Preis von 2025.
  • Bilanz ohne erkennbares Ausfallrisiko: Altman-Z″ von rund 4,7 bei einer Sicherheitsschwelle von 2,6, Verschuldungsgrad 0,26, Zinsdeckung 28, erste Anleihefälligkeit 2028, ungenutzte Kreditlinie über 3.000 Millionen US-Dollar bis Dezember 2030.
  • Auf Mittelzyklus-Preise gerechnet ist die Aktie günstiger, nicht teurer: Kurs-Gewinn-Verhältnis 12,4 auf den Dreijahresschnitt und 9,5 auf den Fünfjahresschnitt der realisierten Preise, gegenüber 13,8 auf die letzten zwölf Monate.
  • Kapitalrückgabe mit Rückenwind: Quartalsdividende 1,02 US-Dollar je Aktie (rund 2,9 Prozent Rendite), Rückkaufermächtigung am 20. Mai 2026 von 10 auf 20 Milliarden US-Dollar verdoppelt, verfügbarer Rahmen 12,9 Milliarden.
  • Starkes erstes Quartal 2026: Umsatz plus 22 Prozent, Nettoergebnis plus 35 Prozent, Förderung plus 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Was dagegen spricht:

  • Der Nachschub wird knapper: Eigene Funde fielen von 607 (2023) über 580 (2024) auf 336 Millionen Fass (2025), die organische Ersatzquote von 176 über 166 auf 104 Prozent. Der Reservenzuwachs 2025 kam zu 749 von 766 Millionen Fass aus dem Zukauf.
  • Die Bilanz hat ihren Ausnahmestatus verloren: aus 2.340 Millionen US-Dollar Netto-Guthaben (31.12.2024) wurden 4.540 Millionen Netto-Schulden (31.12.2025), ein Umschwung von 6.880 Millionen binnen zwölf Monaten. Der Zinsaufwand je Fass stieg um 44 Prozent.
  • Ausgeschüttet wurde 2025 mehr, als hereinkam: 4.725 Millionen US-Dollar Dividende und Rückkäufe gegen 3.450 Millionen freien Mittelzufluss — 137 Prozent. Die Kasse fiel von 7.092 auf 3.396 Millionen.
  • Der Bilanzscore ist frisch: Der Piotroski-F-Score lag in den fünf Quartalen vor dem ersten Quartal 2026 durchgehend bei 4 von 9 und damit weit unter der Filterhürde von 7.
  • Preisrisiko ohne Puffer: Bei den realisierten Preisen des Jahres 2020 hätte EOG trotz 63 Prozent höherer Fördermenge einen Vorsteuerverlust von 846 Millionen US-Dollar geschrieben. Der Jahresbericht schließt fallende Preise ausdrücklich nicht aus.
  • Der ausgewiesene Börsenwert von 71,2 Milliarden US-Dollar liegt 5,0 Prozent unter der eigenen Gegenprobe von 74,7 Milliarden, weil er mit einem älteren Kursstand rechnet.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an den Weinberg vom Anfang — den, bei dem jede verkaufte Traube nicht nachwächst? Nach dem Blick in die Berichte weißt du jetzt, warum das Bild passt. EOG hat 2025 mehr geerntet als je zuvor, zu den niedrigsten Kosten seit Jahren, und dabei einen Preis erzielt, der so niedrig war wie seit 2021 nicht mehr. Der Winzer hat also gut gearbeitet und schlecht verkauft.

Nur hat er in diesem Jahr auch etwas anderes getan: Er hat den Nachbarhof gekauft — für 5,7 Milliarden — und dafür seine Rücklagen aufgebraucht und Schulden aufgenommen. Der Vorrat im Keller ist dadurch größer geworden. Aber die Menge, die er auf seinen eigenen Feldern neu ansetzt, ist im selben Jahr um 42 Prozent gefallen. Das eine ist eine Entscheidung, das andere ein Trend. Nur eines davon lässt sich mit Geld lösen.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Wenn wir die Funde ehrlich gewichten, steht am Ende ein außergewöhnlich solide finanziertes Unternehmen mit einer Kostenstruktur, die auch einen tiefen Ölpreis aushält, zu einem Preis, der auf Mittelzyklus-Erlöse gerechnet nicht hoch ist. Deshalb ist das hier ausdrücklich keine Warnung. Es ist eine Beobachtungslage mit einem klaren Termin und einer klaren Frage. Am 4. August 2026 kommt der Bericht für das zweite Quartal. Darin stehen zwei Zeilen, auf die es ankommt: ob der freie Mittelzufluss die Ausschüttung diesmal deckt — und, im nächsten Jahresbericht, ob die eigenen Funde wieder über die Förderung steigen. Du kannst es nachlesen. Wie riskant es wird, wenn ein Förderer diese Frage nicht beantworten kann, zeigt der Blick auf SandRidge Energy, und wie ein größerer Wettbewerber dieselbe Aufgabe löst, liest du bei APA Corporation.

Quellen

Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung. Er stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar und kann persönliche Umstände nicht berücksichtigen. Aktien unterliegen Kursschwankungen; ein Totalverlust ist möglich. Triff deine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und ziehe im Zweifel unabhängigen Rat hinzu.

Unser Fazit auf einen Blick

Reserven & Substanz neutral
Zum 31. Dezember 2025 lagen die nachgewiesenen Reserven bei 5.514 Millionen Barrel Öläquivalent — 12,2 Jahre Reichweite bei einer Jahresförderung von 452 Millionen, 99 Prozent davon in den USA. Der Zuwachs von 766 Millionen Barrel stammt jedoch überwiegend aus dem Zukauf: 749 Millionen kamen mit Encino, nur 336 aus eigenen Funden. Die organische Ersatzquote fiel damit von 176 Prozent (2023) über 166 (2024) auf 104 Prozent (2025), die eigenen Funde von 607 über 580 auf 336 Millionen Barrel. Über 100 Prozent liegt sie weiterhin — der Vorrat wurde also nicht angetastet —, aber der Abstand zwischen Fund und Förderung schrumpfte binnen zwei Jahren von 246 auf 17 Millionen Barrel.
Kostenführerschaft positiv
Die Gesamtkosten je Barrel Öläquivalent sanken 2025 auf 20,72 US-Dollar nach 21,12 im Vorjahr — und das trotz eines um 44 Prozent gestiegenen Zinsaufwands je Fass (0,52 nach 0,36). Betrieb und Instandhaltung fielen von 4,04 auf 3,72, die Abschreibung auf Öl- und Gasvermögen von 10,04 auf 9,34. Nach eigener Rechnung aus den Angaben des Jahresberichts fiele das Vorsteuerergebnis erst bei rund 32 US-Dollar je Fass Rohöl auf null, wenn Gas- und Flüssiggaspreise auf dem Stand von 2025 bleiben. Realisiert wurden 2025 im Schnitt 65,63 US-Dollar. Der Abstand zur Gewinnschwelle beträgt damit mehr als 50 Prozent.
Bilanz & Liquidität positiv
Zum 31. März 2026 stehen 3.849 Millionen US-Dollar Kasse gegen 7.931 Millionen Finanzschulden — eine Netto-Verschuldung von 4.082 Millionen bei 30.908 Millionen Eigenkapital, also ein Verschuldungsgrad von 0,26 und eine Eigenkapitalquote von 58 Prozent. Der Altman-Z″-Wert liegt nach eigener Nachrechnung bei rund 4,7 gegenüber einer Sicherheitsschwelle von 2,6, die Zinsdeckung bei rund 28. Die erste Anleihe wird 2028 fällig, eine ungenutzte Kreditlinie über 3.000 Millionen läuft bis Dezember 2030. Einschränkung: Ende 2024 stand hier noch ein Netto-Guthaben von 2.340 Millionen — der Umschwung binnen zwölf Monaten beträgt 6.880 Millionen.
Bewertung positiv
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,0 aus dem Datenbestand rechnet mit einem Kurs von 133,59 US-Dollar; auf den Schlusskurs vom 27. Juli 2026 von 140,31 sind es 13,8 bei einem Zwölfmonatsgewinn von 10,17 US-Dollar je Aktie. Entscheidend ist bei einem Förderer aber die Preisannahme: Setzt man die Fördermengen und Kosten des Jahres 2025 mit dem Dreijahresschnitt der realisierten Preise an, ergeben sich 11,29 US-Dollar Gewinn je Aktie und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,4; auf den Fünfjahresschnitt 14,75 und 9,5. Das Jahr 2025 war mit 65,63 US-Dollar je Fass das schwächste Preisjahr seit 2021 — die Aktie wird auf Mittelzyklus-Preise gerechnet also günstiger, nicht teurer.
Preisrisiko & Zyklus negativ
Der Gewinn hängt vollständig an Preisen, die EOG nicht beeinflusst. Die Jahresreihe zeigt die Spannweite: 2020 ein Verlust von 605 Millionen US-Dollar bei 38,63 US-Dollar je Fass, 2022 ein Rekordgewinn von 7.759 Millionen bei 97,21, 2025 noch 4.980 Millionen bei 65,63. Rechnet man die Preise von 2020 auf die Mengen und Kosten von 2025, stünde trotz 63 Prozent höherer Förderung ein Vorsteuerverlust von 846 Millionen US-Dollar. Der Jahresbericht selbst schließt fallende Preise ausdrücklich nicht aus. Hinzu kommt der Mix: 34 Prozent der Förderung ist Erdgas, das nur 16 Prozent der Fördererlöse liefert und einem eigenen Preiszyklus folgt.
Kapitalrückgabe neutral
EOG hat sich verpflichtet, mindestens 70 Prozent des bereinigten operativen Mittelzuflusses abzüglich Investitionen auszuschütten. 2025 flossen 2.161 Millionen US-Dollar Dividende und 2.564 Millionen Rückkäufe — zusammen 4.725 Millionen gegenüber einem freien Mittelzufluss von 3.450 Millionen, also 137 Prozent. Die Differenz kam aus der Kasse, die von 7.092 auf 3.396 Millionen fiel, und aus neuen Anleihen. Die Quartalsdividende liegt seit Mai 2025 bei 1,02 US-Dollar je Aktie (rund 2,9 Prozent Rendite). Am 20. Mai 2026 verdoppelte der Verwaltungsrat die Rückkaufermächtigung von 10 auf 20 Milliarden US-Dollar; verfügbar sind 12,9 Milliarden.

EOG Resources fördert Rohöl, Flüssiggas und Erdgas in den USA sowie in Trinidad, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten und gehört zu den kostengünstigsten Förderern seiner Größe: 20,72 US-Dollar Gesamtkosten je Barrel Öläquivalent im Jahr 2025 nach 21,12 im Vorjahr, eine Gewinnschwelle nach eigener Rechnung bei rund 32 US-Dollar je Fass und eine Bilanz mit einem Altman-Z″ von rund 4,7. Zwei Dinge haben sich 2025 jedoch verändert. Erstens kam der Reservenzuwachs von 766 Millionen Barrel zu 749 Millionen aus dem Zukauf von Encino, während die eigenen Funde von 580 auf 336 Millionen fielen und die organische Ersatzquote von 166 auf 104 Prozent. Zweitens wurden aus 2.340 Millionen US-Dollar Netto-Guthaben binnen zwölf Monaten 4.540 Millionen Netto-Schulden. Auf den Dreijahresschnitt der realisierten Preise gerechnet kostet die Aktie das 12,4-Fache des Gewinns, auf die letzten zwölf Monate das 13,8-Fache. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Qualität belegt

Geschäftsmodell, Zahlen und Bilanz halten unserer Prüfung stand. Ob der aktuelle Kurs einen Einstieg trägt, ist eine eigene Frage — sie hängt am Preis, nicht am Unternehmen.

Grün, weil die Firmenqualität in jeder prüfbaren Dimension belastbar ist und kein einziger Befund die Substanz berührt. Die Bilanz: 30.908 Millionen US-Dollar Eigenkapital bei 53.378 Millionen Bilanzsumme (Eigenkapitalquote 58 Prozent), 4.082 Millionen Netto-Verschuldung, Verschuldungsgrad 0,26, Zinsdeckung rund 28, ein Altman-Z″ nach eigener Nachrechnung von rund 4,7 bei einer Sicherheitsschwelle von 2,6, erste Anleihefälligkeit 2028, ungenutzte Kreditlinie über 3.000 Millionen bis Dezember 2030, kein Fortführungszweifel. Die Kosten: 20,72 US-Dollar je Barrel Öläquivalent im Jahr 2025 nach 21,12 im Vorjahr — gesunken trotz um 44 Prozent gestiegener Zinslast je Fass; die Gewinnschwelle liegt nach eigener Rechnung bei rund 32 US-Dollar je Fass Rohöl und damit mehr als 50 Prozent unter dem realisierten Preis von 2025. Die Substanz: 5.514 Millionen Barrel Öläquivalent nachgewiesene Reserven, 12,2 Jahre Reichweite, 99 Prozent davon in den USA und damit ohne Enteignungs- oder Währungsrisiko. Der Ertrag: 4.980 Millionen US-Dollar Nettogewinn im schwächsten Preisjahr seit 2021, im ersten Quartal 2026 plus 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Drei Einschränkungen bleiben, keine davon wiegt schwer genug für Gelb: Erstens fiel die organische Ersatzquote von 176 über 166 auf 104 Prozent — sie liegt aber weiterhin über 100, der Vorrat wurde also nicht angetastet. Zweitens wurden aus einem Netto-Guthaben von 2.340 Millionen Netto-Schulden von 4.540 Millionen; gemessen an 30.908 Millionen Eigenkapital ist das eine niedrige Verschuldung, die jeder Wettbewerber unterschreiben würde. Drittens lag die Ausschüttung 2025 mit 4.725 Millionen bei 137 Prozent des freien Mittelzuflusses — finanziert aus einer Kasse, die zuvor 7.092 Millionen betrug, nicht aus neuer Not. Keine Governance-Auffälligkeit, keine SC 13D, kein Going Concern, keine Bilanznarbe.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam EOG Resources über den Scanner „QARP — Qualität zum fairen Preis“ (Rang 26 der US-Auswahl, Datenstand 27. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (EOG: 8 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (18,2), EBIT-Marge mindestens 10 Prozent (37,9), Verschuldungsgrad höchstens 1 (0,269) und ein positives KGV bis 20 (13,0). Ergänzend: Fundamental-Rating 59 (Note B), Börsenwert rund 71,2 Milliarden US-Dollar, Dreijahresrendite 13,5 Prozent pro Jahr. Eigene Nachrechnungen: Eigenkapitalrendite 17,8 Prozent (5.497 Mio. Zwölfmonatsgewinn auf 30.908 Mio. Eigenkapital), EBIT-Marge 29,8 Prozent (7.124 auf 23.884 Mio. Umsatz einschließlich der durchlaufenden Handelserlöse), Verschuldungsgrad 0,257 (7.931 auf 30.908 Mio.), KGV 13,8 (140,31 US-Dollar auf 10,17 US-Dollar Zwölfmonatsgewinn je Aktie). Alle fünf Hürden bestehen auch nach eigener Rechnung. Wackelig ist nur eine: Der Piotroski-F-Score lag in den fünf Quartalen vom vierten Quartal 2024 bis zum vierten Quartal 2025 durchgehend bei 4 von 9 und sprang erst mit dem Bericht zum ersten Quartal 2026 auf 8.
  • Materialitäts-Gate (Fund-Typisierung): Organische Ersatzquote 2025 von 104 Prozent nach 166 und 176 Prozent in den beiden Vorjahren, eigene Funde von 607 über 580 auf 336 Mio. Barrel gefallen = Substanz-Fund mit beziffertem Maß, aber ohne Existenzwirkung (die Quote liegt weiterhin über 100 Prozent, die Reichweite bei 12,2 Jahren). Bilanzumschwung von 2.340 Mio. US-Dollar Netto-Guthaben auf 4.540 Mio. Netto-Schulden binnen zwölf Monaten durch die Encino-Übernahme = Finanzierungs-Fund, drückt die Bilanzqualität von außergewöhnlich auf gut, ohne sie zu gefährden (Verschuldungsgrad 0,26, Zinsdeckung 28). Ausschüttung von 137 Prozent des freien Mittelzuflusses 2025 = Kapitalallokations-Fund aus einer Kassenposition heraus, keine Fremdfinanzierung der Dividende im engeren Sinn. Piotroski-F-Score erst seit einem Quartal bei 8 nach fünf Quartalen mit 4 = Datenstands-Fund, drückt das Urteil zur Aktie, nicht zur Firma. Preisabhängigkeit des Gewinns (Verlust von 605 Mio. im Jahr 2020, Rekord von 7.759 Mio. im Jahr 2022) = Zyklik-Fund, unvermeidlich für das Geschäftsmodell und im Text durchgerechnet. Kein Existenz-Fund, keine Governance-Auffälligkeit, kein Going Concern, keine Bilanznarbe — deshalb Ampel Grün für die Firma und beobachten für die Aktie.
  • Altman-Z″ (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone): Die Bilanz trägt die Formel, weil sie in kurz- und langfristige Posten gegliedert ist. Eigene Nachrechnung zum 31.03.2026 aus dem Quartalsbericht: Nettoumlaufvermögen 3.739 Mio. US-Dollar (8.963 minus 5.224) und Gewinnrücklagen 31.200 Mio. auf 53.378 Mio. Bilanzsumme, operatives Ergebnis 7.124 Mio. auf Zwölfmonatssicht (6.385 für 2025, minus 1.859 für das erste Quartal 2025, plus 2.598 für das erste Quartal 2026), Eigenkapital 30.908 Mio. gegen 22.470 Mio. Verbindlichkeiten — Ergebnis rund 4,7, deutlich in der sicheren Zone. Haupttreiber sind die Gewinnrücklagen mit 58 Prozent der Bilanzsumme. Zur Kontrolle: Zinsdeckung nach eigener Rechnung rund 28 (7.124 Mio. operatives Ergebnis auf 254 Mio. Netto-Zinsaufwand auf Zwölfmonatssicht). Der Datenbestand führt einen Altman-Wert von 7,97 nach einer anderen Formelvariante mit anderen Schwellen; die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.
  • Börsenwert-Gegenprobe: Der Datenbestand führt rund 71,2 Milliarden US-Dollar. Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 28.04.2026 genau 532.628.530 Aktien ausstehend (589.044.385 ausgegeben abzüglich 54.193.530 eigener Aktien zum 31.03.2026; verwässerter Durchschnitt im Quartal 535 Mio.). Beim Schlusskurs vom 27.07.2026 von 140,31 US-Dollar ergibt das 74,7 Milliarden — eine Abweichung von 5,0 Prozent oder rund 3,6 Milliarden. Die Ursache liegt nicht bei der Aktienzahl, sondern beim Kursstand: Der ausgewiesene Börsenwert rechnet mit 133,59 US-Dollar. Folge für die Bewertung: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis steigt von 13,0 auf 13,8. Es gab weder Aktiensplit noch Kapitalerhöhung; die Aktienzahl sinkt laufend durch Rückkäufe (59,4 Mio. Aktien für 7,1 Mrd. US-Dollar bis zum 31.03.2026 unter der bisherigen Ermächtigung).
  • Peak-Earnings-Rechnung (eigene Rechnung, Methode offengelegt): Grundlage sind die Fördermengen des Jahres 2025 (190,5 Mio. Barrel Rohöl, 105,2 Mio. Barrel Flüssiggas, 924,5 Mrd. Kubikfuß Erdgas), das Vorsteuerergebnis von 6.362 Mio. US-Dollar, die Steuerquote von 21,7 Prozent und 532,6 Mio. Aktien. Variiert wird ausschließlich der realisierte Preis; Kosten, Mengen, Absicherungsgeschäfte und Handelsmargen bleiben unverändert. Ergebnisse je Aktie: minus 1,59 US-Dollar bei den Preisen von 2020 (38,63 / 13,41 / 1,83), plus 9,35 bei den Preisen von 2025 (65,63 / 22,58 / 3,02), plus 11,29 beim Dreijahresschnitt 2023 bis 2025 (74,07 / 23,02 / 2,66), plus 14,75 beim Fünfjahresschnitt 2021 bis 2025 (77,58 / 28,02 / 3,91) und plus 25,69 bei den Preisen von 2022 (97,21 / 36,70 / 6,93). Gegenprobe an den tatsächlichen Ergebnissen: 2020 ein Verlust von 605 Mio. US-Dollar, 2022 ein Rekordgewinn von 7.759 Mio., 2025 ein Gewinn von 4.980 Mio. Gewinnschwelle: Das Vorsteuerergebnis von 6.362 Mio. verschwindet bei einem Rückgang des Ölpreises um 33,40 US-Dollar je Fass, also bei rund 32 US-Dollar.
  • Identität/Rechtsform (am Einreichungsindex geprüft, nicht angenommen): EOG Resources, Inc., CIK 0000821189, Commission File 1-9743, IRS-Nummer 47-0684736, Delaware-Gesellschaft, Hauptverwaltung 1111 Bagby, Sky Lobby 2, Houston, Texas 77002, notiert an der New York Stock Exchange, Stammaktien mit 0,01 US-Dollar Nennwert. US-Inlandsemittent, Berichtsform 10-K/10-Q/8-K, Geschäftsjahr endet am 31. Dezember. Gegründet 1985 als Enron Oil & Gas Company, seit 1999 eigenständig. Der Jahresbericht für 2025 wurde am 24.02.2026 eingereicht, der Quartalsbericht zum 31.03.2026 am 05.05.2026.
  • Sonderlagen-Screening (EDGAR-Einreichungsindex CIK 821189): keine Übernahme des Unternehmens selbst, kein Strategic Review, kein Rights Plan, keine Aktivisten-Kampagne, kein Going Concern, keine SC 13D. Nach dem Quartalsbericht vom 05.05.2026 kamen zwei Meldungen hinzu: die 8-K vom 21.05.2026 (Hauptversammlung vom 20.05.2026 mit Wiederwahl aller neun Verwaltungsräte und Bestätigung der Prüfungsgesellschaft; Verdopplung der Rückkaufermächtigung von 10 auf 20 Milliarden US-Dollar) und die 8-K vom 09.07.2026 (turnusmäßige Offenlegung der Preisabsicherungspositionen). Eigene Vorgänge im Berichtszeitraum: Übernahme von Encino Acquisition Partners (Vollzug 01.08.2025) und Verkauf des nördlichen Midland-Basin-Anteils für 165 Mio. US-Dollar (Vollzug 18.02.2026, rund 4.000 Fass Rohöl am Tag).
  • Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 27. Juli 2026, Bilanz- und Quartalszahlen auf den 31. März 2026, Reserven-, Mengen- und Kostenangaben auf das Geschäftsjahr 2025. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Die Zwölfmonatswerte sind eigene Rechnung aus dem Jahresbericht 2025 zuzüglich erstem Quartal 2026 abzüglich erstem Quartal 2025. Die Reservenangaben stammen aus dem Net Proved Reserve Summary des Jahresberichts; die dort ausgewiesene Jahresförderung von 452 Mio. Barrel Öläquivalent weicht rundungsbedingt leicht von den 449,8 Mio. der Mengentabelle ab. Freier Mittelzufluss, Netto-Verschuldung und Ersatzquote sind eigene Rechnungen aus den Abschlussposten und keine vom Unternehmen ausgewiesenen Kennzahlen.

Häufige Fragen

EOG Resources, Inc. (NYSE: EOG) ist einer der größten unabhängigen Öl- und Gasförderer der USA. Das Unternehmen sucht, entwickelt und fördert Rohöl, Flüssiggas und Erdgas — vor allem im Delaware Basin, im Eagle Ford, im Gasspiel Dorado, im Utica und in den Rocky Mountains. Hinzu kommen Trinidad, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. 2025 wurden 449,8 Millionen Barrel Öläquivalent gefördert.

Zum 31. Dezember 2025 lagen die nachgewiesenen Reserven bei 5.514 Millionen Barrel Öläquivalent. Bei einer Jahresförderung von 452 Millionen Barrel ergibt das eine Reichweite von 12,2 Jahren. 99 Prozent der Reserven liegen in den USA, 1 Prozent in Trinidad. Aufgeteilt sind es 1.905 Millionen Barrel Rohöl, 1.510 Millionen Barrel Flüssiggas und 12.592 Milliarden Kubikfuß Erdgas.

Zuletzt nur noch knapp. 2025 ersetzten eigene Funde und Korrekturen 104 Prozent der Förderung, nach 166 Prozent im Jahr 2024 und 176 Prozent im Jahr 2023. Die eigenen Funde fielen von 607 über 580 auf 336 Millionen Barrel. Der ausgewiesene Reservenzuwachs von 766 Millionen Barrel stammt zu 749 Millionen aus der Übernahme von Encino, nicht aus eigener Exploration.

Nach unserer Rechnung aus den Angaben des Jahresberichts fiele das Vorsteuerergebnis bei rund 32 US-Dollar je Fass Rohöl auf null — vorausgesetzt, Kosten, Mengen sowie Gas- und Flüssiggaspreise bleiben auf dem Stand von 2025. Realisiert wurden 2025 im Schnitt 65,63 US-Dollar je Fass. Im Pandemiejahr 2020 waren es 38,63 US-Dollar, und EOG schrieb 605 Millionen US-Dollar Verlust.

EOG übernahm Encino Acquisition Partners am 1. August 2025 für 5,7 Milliarden US-Dollar einschließlich Netto-Schulden: 4.471 Millionen in bar plus die Übernahme von 1.200 Millionen Anleihen, die sofort abgelöst wurden. Gekauft wurden 675.000 Netto-Acres im Utica-Spiel in Ohio. Seit dem Stichtag steuerte Encino 874 Millionen US-Dollar Umsatz und 246 Millionen Gewinn bei.

Zum 31. März 2026 standen 3.849 Millionen US-Dollar Kasse gegen 7.931 Millionen Schulden, also 4.082 Millionen Netto-Verschuldung bei 30.908 Millionen Eigenkapital. Ende 2024 hatte EOG noch ein Netto-Guthaben von 2.340 Millionen. Der Umschwung beträgt 6.880 Millionen US-Dollar. Die erste Anleihe wird 2028 fällig, eine ungenutzte Kreditlinie über 3.000 Millionen läuft bis Dezember 2030.

Die reguläre Quartalsdividende liegt seit Mai 2025 bei 1,02 US-Dollar je Aktie, aufs Jahr 4,08 US-Dollar oder rund 2,9 Prozent Rendite. 2025 flossen 2.161 Millionen US-Dollar Dividende und 2.564 Millionen Rückkäufe — zusammen 137 Prozent des freien Mittelzuflusses von 3.450 Millionen. Am 20. Mai 2026 verdoppelte der Verwaltungsrat die Rückkaufermächtigung auf 20 Milliarden US-Dollar.

Weil der ausgewiesene Wert mit einem älteren Kursstand von 133,59 US-Dollar rechnet. Mit 532.628.530 Aktien laut Deckblatt des Quartalsberichts und dem Schlusskurs von 140,31 US-Dollar am 27. Juli 2026 ergeben sich 74,7 Milliarden statt der ausgewiesenen 71,2 Milliarden — eine Abweichung von 5,0 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis steigt dadurch von 13,0 auf 13,8.

Fehler gefunden?

Dir ist in dieser Analyse ein sachlicher Fehler, eine veraltete Zahl oder ein Tippfehler aufgefallen? Schreib es kurz rein — Deine Meldung geht direkt an die Redaktion.

Deine Angaben werden nur zur Prüfung Deiner Meldung verwendet und nicht weitergegeben.

Das könnte Sie interessieren

War diese Seite hilfreich für Dich?