CNX-Aktie: Das niedrigste KGV im ganzen Scanner — und warum 922 Millionen davon kein Geld sind
CNX Resources hat mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,5 den günstigsten Wert unseres strengsten Qualitätsfilters. Wir haben Jahresbericht und Quartalsbericht gelesen. Dabei zeigt sich: Von 1.179 Millionen US-Dollar Zwölfmonatsgewinn sind 922 Millionen die Neubewertung von Sicherungsgeschäften, für die kein Dollar geflossen ist. Bereinigt bleiben 452 Millionen — und aus 4,5 wird 10,6. Die gute Nachricht steckt in derselben Rechnung.
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Stell dir einen Bauern vor, der Angst vor dem Herbst hat. Er weiß nicht, was sein Weizen im September kosten wird, also verkauft er ihn schon im Februar — zu einem festen Preis, der heute vereinbart wird. Fällt der Preis bis zur Ernte, war das klug. Steigt er, hat er sich selbst um den Gewinn gebracht. So weit ist das ein normales Geschäft.
Nun kommt der Buchhalter. Er verlangt, dass der Bauer jeden Monat aufschreibt, was sein Vorverkaufsvertrag gerade wert wäre. Fällt der Weizenpreis im April, ist der Vertrag plötzlich viel wert — und der Bauer schreibt einen Gewinn in seine Bücher, obwohl kein Korn geerntet und kein Euro geflossen ist. Steigt der Preis im Mai wieder, schreibt er einen Verlust. Am Ende des Jahres steht in seiner Gewinnrechnung eine Zahl, die mehr über den Weizenmarkt aussagt als über seinen Hof.
Genau das passiert bei CNX Resources (NYSE: CNX), einem reinen Erdgasförderer im Appalachen-Becken. Auf unsere Rechercheliste kam die Aktie, weil sie in einem strengen Qualitätsfilter ganz vorne beim Preis steht: Kurs-Gewinn-Verhältnis 4,5 — der niedrigste Wert der gesamten US-Auswahl. Deshalb machen wir einen Deal: Bevor du dich von dieser Zahl überzeugen lässt, lesen wir gemeinsam die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC. Am Ende entscheidest du selbst.
Damit du weißt, worauf wir hinauswollen, hier gleich das Spannungsfeld dieser Analyse: Von den 1.179 Millionen US-Dollar Gewinn der letzten zwölf Monate sind 922 Millionen die Neubewertung von Sicherungsgeschäften. Rechnet man sie heraus, bleiben 452 Millionen — und aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,5 wird 10,6. Die gute Nachricht steckt in derselben Rechnung: Dieselbe Bereinigung macht aus drei ausgewiesenen Verlustjahren drei Gewinnjahre.
Was CNX Resources eigentlich macht
CNX sucht, bohrt, fördert und verkauft Erdgas — fast nichts anderes. 2025 waren 92 Prozent der Absatzmenge Erdgas und nur 8 Prozent Flüssiggas, Kondensat und Öl. Das Unternehmen ist damit ein deutlich reinerer Gasfall als die meisten US-Förderer.
Das Gebiet ist das Appalachen-Becken in Pennsylvania, West Virginia und Ohio — die Schieferformationen Marcellus und Utica. 94 Prozent der Menge kommt aus Schiefergestein, 6 Prozent aus alten Kohleflözen (Coalbed Methane, kurz CBM). 99,1 Prozent der Reserven betreibt CNX selbst, ist also nicht auf fremde Betriebsführer angewiesen.
Zur Firmengeschichte gehört ein Detail, das im SEC-Stammsatz steht: CNX hieß früher CONSOL Energy. 2017 wurde das Kohlegeschäft als eigene Gesellschaft abgespalten; was blieb, war der Gasteil unter dem alten Kürzel CNX. Das Kohleerbe ist trotzdem nicht ganz weg — es steckt in den Kohleflözgas-Bohrungen und in einem Zweitgeschäft, auf das wir weiter unten kommen.
Drei Zahlen zum Betrieb, alle aus dem Jahresbericht für 2025:
- 629,0 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent Absatzmenge im Jahr 2025, das sind 1.723.178 tausend Kubikfuß am Tag. In zehn Jahren ist diese Menge um rund 91 Prozent gewachsen.
- 9,7 Billionen Kubikfuß Gasäquivalent nachgewiesene Reserven zum 31. Dezember 2025, davon 89,5 Prozent Erdgas und 72,2 Prozent bereits erschlossen.
- 605 bis 620 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent plant CNX für 2026 — also weniger als 2025, bei Investitionen von 556 bis 586 Millionen US-Dollar.
Für dich als Leser heißt das: Hier steht kein Wachstumsunternehmen. Hier steht ein Förderer, der eine große, langlebige Gasbasis bewirtschaftet — und der 2026 nach eigener Planung etwas weniger fördern wird als im Jahr davor.
Wo die Aktie in unserem Scanner auftaucht
Auf die Rechercheliste kam CNX über einen einzigen Filter: »QARP — Qualität zum fairen Preis«, dort Rang 38 der US-Auswahl (Datenstand 28. Juli 2026). Dieser Scanner ist streng, weil er fünf Bedingungen gleichzeitig verlangt — Qualität allein ist meist teuer, Billiges allein meist Schrott. So kommst du selbst dorthin: auf boersenlotse.de im Menü „Scanner" den Filter »QARP — Qualität zum fairen Preis« öffnen, Land auf USA stellen und die Zeile CNX suchen.
Und so schneidet die Aktie bei den fünf Hürden ab — mit einem Hinweis, den du dir gleich merken solltest:
- Piotroski-F-Score mindestens 7 — CNX: 7 von 9. Diese Kennzahl zählt neun Ja/Nein-Fragen zu Ertrag, Bilanz und Effizienz zusammen. Zwei davon lauten „ist der Gewinn positiv?" und „ist er gegenüber dem Vorjahr gestiegen?". Beide Antworten hängen an der Bewertung der Sicherungsgeschäfte.
- Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent — CNX: 28,1 Prozent. Gegenrechnung: 1.179,0 Millionen US-Dollar Gewinn der zwölf Monate bis zum 31. März 2026 auf ein Durchschnittseigenkapital von 4.198,7 Millionen ergeben 28,1 Prozent — punktgenau. Auch diese Zahl hängt an derselben Bewertung.
- EBIT-Marge mindestens 10 Prozent — CNX: hoch bestanden. Eigene Rechnung für 2025: 973,6 Millionen operatives Ergebnis (803,0 Millionen vor Steuern plus 170,6 Millionen Zinsaufwand) auf 2.239,1 Millionen Umsatz sind 43,5 Prozent. Und wieder: Die Buchbewertung steckt sowohl im Zähler als auch im Nenner.
- Verschuldungsgrad höchstens 1 — CNX: 0,51 nach eigener Rechnung (2.366,9 Millionen Finanzschulden auf 4.626,6 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026). Diese Hürde ist die einzige, die von der Bewertung praktisch unberührt bleibt.
- Positives Kurs-Gewinn-Verhältnis bis 20 — CNX: 4,5, der niedrigste Wert der gesamten US-Auswahl. Auch hier steht die Buchbewertung im Nenner.
Ergänzend führt der Datenbestand ein Fundamental-Rating von 70 (Note B) und einen Börsenwert von rund 4,8 Milliarden US-Dollar (Datenstand 28. Juli 2026). Vier der fünf Hürden werden also von einer einzigen Größe mitbestimmt. Sehen wir uns diese Größe an.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Zwei Drittel des Gewinns sind Buchwert
CNX verkauft einen großen Teil seiner künftigen Förderung Jahre im Voraus — über physische Lieferverträge und über Finanzgeschäfte, sogenannte Swaps. Wirtschaftlich ist das eine Versicherung gegen fallende Gaspreise. Buchhalterisch ist es etwas anderes, und CNX schreibt selbst, was:
„The unrealized gain (loss) on commodity derivative instruments represents changes in the fair value of all the Company's existing commodity hedges on a mark-to-market basis."
Übersetzung: „Der unrealisierte Gewinn (Verlust) aus Rohstoff-Derivaten stellt die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts sämtlicher bestehender Rohstoff-Sicherungsgeschäfte des Unternehmens auf Marktwertbasis dar."
— CNX Resources Corporation, SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Abschnitt Unrealized Gain (Loss) on Commodity Derivative Instruments
„Mark-to-market" heißt: Jedes Quartal wird geschätzt, was die Sicherungsgeschäfte gerade wert wären, wenn man sie heute glattstellen würde. Diese Schätzung landet unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung — im Umsatz. Fällt der Gaspreis, springt der Gewinn nach oben, ohne dass ein Dollar hereinkommt. Steigt er, entsteht ein Buchverlust, ohne dass ein Dollar abfließt.
Wie groß dieser Effekt ist, zeigt der direkte Vergleich der beiden Zeilen über fünf Jahre:
Die Zahlen im Einzelnen, jeweils Nettogewinn und darin enthaltene unrealisierte Bewertung vor Steuern, in Millionen US-Dollar:
- 2021: minus 499 Gewinn, minus 1.094 Bewertung.
- 2022: minus 142 Gewinn, minus 851 Bewertung.
- 2023: plus 1.721 Gewinn, plus 1.766 Bewertung.
- 2024: minus 90 Gewinn, minus 454 Bewertung.
- 2025: plus 633 Gewinn, plus 278 Bewertung.
- Zwölf Monate bis 31. März 2026: plus 1.179 Gewinn, plus 922 Bewertung.
Jetzt die eigentliche Rechnung. Wir ziehen die unrealisierte Bewertung ab und belasten sie mit CNX' Steuerquote des Jahres 2025 von 21,1 Prozent (169,8 Millionen Steueraufwand auf 803,0 Millionen Vorsteuerergebnis). Für die zwölf Monate bis zum 31. März 2026 ergibt das:
Aus 1.179 Millionen werden 452 Millionen US-Dollar. Das ist ein Anteil von 38 Prozent — 62 Prozent des ausgewiesenen Gewinns waren Bewertung. Was das für die Kennzahlen bedeutet, die CNX in den Filter gebracht haben:
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: Bei einem Börsenwert von 4,8 Milliarden US-Dollar ergeben 452 Millionen bereinigter Gewinn ein Verhältnis von 10,6 statt der ausgewiesenen 4,5. Gegenprobe auf den ausgewiesenen Gewinn: 4.800 geteilt durch 1.179 sind 4,1 — der kleine Abstand zu den 4,5 des Datenbestands stammt aus einem etwas anderen Kursstichtag.
- Eigenkapitalrendite: 452 Millionen auf 4.198,7 Millionen Durchschnittseigenkapital sind 10,8 Prozent statt 28,1. Damit fällt CNX bereinigt unter die 15-Prozent-Hürde des Filters — als einzige der fünf Bedingungen.
- EBIT-Marge: 695,9 Millionen bereinigtes operatives Ergebnis auf 1.961,4 Millionen bereinigten Umsatz sind 35,5 Prozent statt 43,5. Diese Hürde hält auch bereinigt bequem.
Und jetzt kommt die Wendung, mit der wir nicht gerechnet hatten. Wenden wir dieselbe Bereinigung auf alle fünf Jahre an:
- 2021: ausgewiesen minus 499 Millionen — bereinigt plus 364 Millionen.
- 2022: ausgewiesen minus 142 Millionen — bereinigt plus 529 Millionen.
- 2023: ausgewiesen plus 1.721 Millionen — bereinigt plus 328 Millionen.
- 2024: ausgewiesen minus 90 Millionen — bereinigt plus 267 Millionen.
- 2025: ausgewiesen plus 633 Millionen — bereinigt plus 414 Millionen.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Ohne die Buchbewertung hat CNX in jedem einzelnen dieser fünf Jahre verdient — zwischen 267 und 529 Millionen US-Dollar. Die dramatischen Ausschläge der ausgewiesenen Zahl — der Rekordgewinn 2023, die drei Verlustjahre — kommen ganz überwiegend aus einer Bewertungszeile. Das Geschäft selbst war in dieser Zeit erstaunlich ruhig.
Wer die andere Seite dieser Medaille sehen will — einen Gasförderer, dessen Zahlen ohne diese Glättung durch den Zyklus laufen —, findet sie bei Range Resources und bei Comstock Resources.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Versicherung kostet gerade Geld
Buchgewinne sind die eine Hälfte der Geschichte. Die andere ist das, was wirklich fließt — und da läuft es derzeit in die andere Richtung. Der Quartalsbericht zum 31. März 2026 stellt beide Zeilen nebeneinander:
- Realisierter Verlust aus Rohstoff-Derivaten: minus 221,6 Millionen US-Dollar. Dieses Geld ist abgeflossen, an die Gegenparteien der Sicherungsgeschäfte.
- Unrealisierter Gewinn: plus 225,6 Millionen US-Dollar. Dieses Geld ist nicht geflossen.
- Unter dem Strich der Derivate-Zeile blieben plus 4,0 Millionen. Der ausgewiesene Quartalsgewinn betrug 348,1 Millionen.
Über das ganze Jahr 2025 sah es genauso aus: Die Derivate brachten in Summe plus 96,7 Millionen — bestehend aus minus 181,0 Millionen tatsächlicher Barabrechnung und plus 277,7 Millionen Bewertung. Je tausend Kubikfuß gerechnet nennt der Jahresbericht das offen: Die Barabrechnung lag 2025 bei minus 0,31 US-Dollar, nachdem sie 2024 noch plus 0,57 und 2023 plus 0,32 betragen hatte.
Der Grund ist simpel: Der Gaspreis ist gestiegen. CNX erzielte 2025 für Schiefergas 2,93 US-Dollar je tausend Kubikfuß nach 1,92 im Vorjahr — plus 53 Prozent. Wer vorverkauft hat, verdient an so einem Anstieg nicht mit. Der Jahresbericht sagt das im Risikoteil in aller Deutlichkeit, und die Überschrift dieses Risikos lautet wörtlich „Our hedging activities may prevent us from benefiting from price increases":
„Increases or decreases in forward market prices could result in material unrealized (non-cash) losses or gains on commodity derivative instruments resulting in volatility in reported earnings."
Übersetzung: „Steigende oder fallende Terminmarktpreise können zu wesentlichen unrealisierten (nicht zahlungswirksamen) Verlusten oder Gewinnen aus Rohstoff-Derivaten führen und damit zu Schwankungen im ausgewiesenen Ergebnis."
— CNX Resources Corporation, SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Item 1A Risk Factors
Bleibt die Frage, wie lange dieser Zustand anhält. Antwort: mindestens bis 2028. So weit reicht das Sicherungsbuch:
Stand 8. Januar 2026 waren also verkauft:
- 448,8 Milliarden Kubikfuß der für 2026 erwarteten Förderung zu durchschnittlich 2,74 US-Dollar je tausend Kubikfuß. Gemessen an der Planmenge von 605 bis 620 Milliarden sind das rund 73 Prozent.
- 379,3 Milliarden Kubikfuß für 2027 zu 3,28 US-Dollar.
- 186,5 Milliarden Kubikfuß für 2028 zu 3,25 US-Dollar.
- Für 2029 nur eine nominale Menge.
Zum 31. März 2026 standen laut Quartalsbericht noch 867,1 Milliarden Kubikfuß an Gas-Swaps offen, nach 929,8 zum Jahresende. Praktisch heißt das: Rund drei Viertel der Menge des laufenden Jahres hängen nicht mehr am Gaspreis, sondern an 2,74 US-Dollar. Die Nachricht ist zweischneidig — sie schützt vor einem Absturz und sie sperrt einen Anstieg aus.
Die Substanzfrage: Reicht der Vorrat?
Bei einem Förderer ist die wichtigste Frage nicht der Gewinn, sondern der Vorrat. Wer zehn Jahre lang glänzende Zahlen meldet und dabei seine Lagerstätten aufzehrt, hat kein Unternehmen, sondern eine Liquidation in Zeitlupe.
Der Bestand zum 31. Dezember 2025: 9.662 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent nachgewiesene Reserven, gerundet 9,7 Billionen. Bei einer Jahresförderung von 629,0 Milliarden ergibt das eine Reichweite von 15,4 Jahren. Rechnet man nur die bereits erschlossenen Reserven (6.972 Milliarden), bleiben immer noch 11,1 Jahre. Das sind für einen Schiefergasförderer sehr komfortable Werte.
Jetzt die Bewegung, und hier wird es unbequem. Der Reservenspiegel des Jahresberichts zeigt für den Bestand am Jahresende, in Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent:
- 31.12.2022: 9.807
- 31.12.2023: 8.741 — ein Rückgang um 1.066
- 31.12.2024: 8.538 — ein weiterer Rückgang um 203
- 31.12.2025: 9.662 — ein Anstieg um 1.124
Zwei Jahre fallender Vorrat, dann ein Sprung. Woher der Sprung kam, steht im selben Spiegel. Der Bestand 2025 stieg durch neue Funde und Erweiterungen (plus 867), Korrekturen (plus 69) und höhere Preisannahmen (plus 171) — und durch einen Zukauf von 668. Abgezogen wurden die Förderung (minus 629) und kleine Verkäufe (minus 22).
Der Zukauf hat einen Namen: Am 27. Januar 2025 übernahm CNX das Gas- und Sammelleitungsgeschäft von Apex Energy II, LLC für rund 518 Millionen US-Dollar in bar. Rechnen wir die Ersatzquote daraus aus — sie misst, welcher Anteil der Förderung durch neuen Vorrat ersetzt wurde:
- Nur eigene Funde und Erweiterungen: 867 gegen 629 Förderung — 138 Prozent.
- Funde plus Korrekturen: 936 gegen 629 — 149 Prozent.
- Alles zusammen, einschließlich Zukauf und Preisannahmen: 279 Prozent.
Zur Fairness gehört: Auch ohne den Zukauf hätte CNX 2025 mehr gefunden als gefördert. Die eigene Ersatzquote von 138 Prozent ist ein guter Wert. Aber die beiden Jahre davor sahen anders aus, und die 2026er Planmenge liegt mit 605 bis 620 Milliarden Kubikfuß unter den 629 des Jahres 2025 — obwohl Apex seit Januar 2025 dazugehört. Der Vorrat ist also gesichert, das Mengenwachstum nicht.
Die Kostenseite — und ab welchem Gaspreis CNX verdient
Jetzt zur eigentlichen Stärke dieses Unternehmens: CNX fördert billig, und es legt die Zahlen selbst offen. Für die Schiefer-Sparte, aus der 94 Prozent der Menge kommt, nennt der Jahresbericht je tausend Kubikfuß Gasäquivalent für 2025 und 2024 (in US-Dollar):
- Betrieb der Bohrungen (Lease Operating Expense): 0,12 nach 0,09
- Förderabgaben und sonstige Gebühren: 0,04 nach 0,04
- Sammeln, Transportieren, Verdichten: 0,54 nach 0,62
- Abschreibung auf die Fördervermögen: 0,83 nach 0,80
- Summe: 1,53 nach 1,55
- Erzielte Marge: 1,17 nach 1,07
Daraus lassen sich zwei Gewinnschwellen ablesen, und der Unterschied ist wichtig:
- Die Barkosten-Schwelle liegt bei rund 0,70 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent — das ist die Summe ohne die Abschreibung von 0,83, die kein Geld kostet. Unterhalb dieses Preises fließt bei laufendem Betrieb Geld ab.
- Die Vollkosten-Schwelle der Sparte liegt bei 1,53 US-Dollar. Darüber verdient die Schiefer-Sparte auch nach Abschreibung. Hinzu kommen konzernweit noch Verwaltung (140 Millionen im Jahr 2025) und Zinsen (170,6 Millionen), zusammen rund 0,49 US-Dollar je tausend Kubikfuß auf die Gesamtmenge gerechnet — die Konzern-Gewinnschwelle liegt damit bei gut 2,00 US-Dollar.
Zum Einordnen: Erzielt hat CNX 2025 einschließlich der Derivate 2,75 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent, 2024 waren es 2,66 und 2023 2,61. Ohne die Derivate lagen die Werte bei 3,04 (2025), 2,15 (2024) und 2,32 (2023). Die Absicherung hat also genau das getan, wofür sie gedacht ist: Sie hob den Erlös in den schwachen Jahren und drückte ihn im starken. Der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Ablesung schrumpfte von 0,89 auf 0,14 US-Dollar.
Diese Glättung ist der eigentliche Kern des Geschäftsmodells — und der Grund, warum die ausgewiesene Gewinnzahl so wenig darüber verrät.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Umweltgutschriften schrumpfen
CNX bewirbt seit Jahren ein Zweitgeschäft, das aus dem Kohleerbe stammt: Das Unternehmen fängt Methan aus stillgelegten Bergwerken ab (im Bericht „remediated mine gas", kurz RMG) und verkauft die dafür ausgestellten Umweltgutschriften — Emissionszertifikate, Methan-Zertifikate, Gutschriften aus dem Alternative-Energy-Programm Pennsylvanias. In der Erzählung des Unternehmens ist das ein Wachstumsfeld. In den Zahlen ist es das nicht.
„The decrease in the period-to-period comparison was due to a decrease in the amount of environmental attributes sold and a decrease in the price received."
Übersetzung: „Der Rückgang im Vorjahresvergleich beruhte auf einer geringeren verkauften Menge an Umweltgutschriften und auf einem niedrigeren erzielten Preis."
— CNX Resources Corporation, SEC-Jahresbericht 10-K Geschäftsjahr 2025, Other Revenue and Operating Income
Die Zahlen dazu: Der Verkauf von Umweltgutschriften brachte 2025 78 Millionen US-Dollar nach 95 Millionen im Vorjahr — ein Minus von 17,9 Prozent. Gemessen an 2.239,1 Millionen Konzernumsatz sind das 3,5 Prozent. Menge und Preis sind gefallen; das Unternehmen nennt beides.
Dazu kommt: Die Sparte, aus der dieses Gas stammt, verdient kein Geld. Das Kohleflözgas-Segment meldete für 2025 einen Verlust vor Steuern von 17 Millionen US-Dollar (2024: 26 Millionen Verlust) bei 37,8 Milliarden Kubikfuß Absatz. Die Umweltgutschriften sind also kein Geschäftsfeld, das eine Bewertung trägt — sie sind ein Nebenertrag von rund 3,5 Prozent des Umsatzes, der 2025 geschrumpft ist. Als Erzählung taugt der Punkt, als Ergebnistreiber nicht.
Bilanz, Fälligkeiten und die Rückkaufmaschine
Die Bilanz zum 31. März 2026, alle Angaben aus dem Quartalsbericht in Millionen US-Dollar:
- Bilanzsumme 9.131,2, Eigenkapital 4.626,6 — eine Eigenkapitalquote von 50,7 Prozent.
- Finanzschulden 2.366,9, Kasse 3,7 — Nettoverschuldung 2.363,2.
- Umlaufvermögen 458,3 gegen 927,7 kurzfristige Verbindlichkeiten — das Nettoumlaufvermögen ist mit minus 469,4 negativ, was bei einem Förderer mit gezogener Kreditlinie und fälliger Wandelanleihe üblich ist.
- Gewinnrücklagen 2.274,7.
Die Fälligkeiten sind bemerkenswert entspannt. Zum Stichtag standen aus: 600 Millionen zu 7,25 Prozent bis März 2032, 500 Millionen zu 5,875 Prozent bis März 2034, 500 Millionen zu 7,375 Prozent bis Januar 2031, 400 Millionen zu 4,75 Prozent bis April 2030 (begeben von der Tochter CNX Midstream), 208 Millionen Wandelanleihe zu 2,25 Prozent mit Fälligkeit am 1. Mai 2026 sowie 105 und 76 Millionen aus zwei Kreditlinien. Nach der Wandelanleihe wird bis April 2030 keine Anleihe fällig. Die eigene Kreditlinie läuft bis zum 17. Mai 2029; die Beleihungsbasis wurde am 14. Mai 2025 von 2,25 auf 2,40 Milliarden US-Dollar erhöht, die abgerufenen Zusagen blieben bei 1,40 Milliarden.
Die Zinsdeckung liegt nach eigener Rechnung bei 5,7 (973,6 Millionen operatives Ergebnis 2025 auf 170,6 Millionen Zinsaufwand) — bereinigt um die Buchgewinne bei 4,1. Beides ist auskömmlich.
Und dann ist da die Rückkaufmaschine. CNX kauft seit Jahren massiv eigene Aktien zurück:
- 2025 wurden 16,9 Millionen Aktien für 528 Millionen US-Dollar erworben, zu einem Durchschnittspreis von 31,00 US-Dollar.
- Über die Jahre 2021 bis 2025 flossen zusammen 1.838 Millionen US-Dollar in Rückkäufe.
- Die Aktienzahl fiel von 220,4 Millionen (31.12.2020) über 170,8 (2022) und 148,9 (2024) auf 141,5 Millionen zum 15. April 2026.
Das ist ein Rückgang um 35,8 Prozent in gut fünf Jahren. Rechnerisch heißt das: Ein unverändert hoher Konzerngewinn ergibt heute je Aktie 55,8 Prozent mehr als Ende 2020 — ohne dass ein einziger Kubikfuß mehr gefördert werden müsste. Bei CNX kommt das Wachstum des Gewinns je Aktie also zu einem erheblichen Teil aus dem Nenner, nicht aus dem Zähler.
Die Kehrseite steht in der Kapitalflussrechnung. 2025 kamen 1.029,0 Millionen US-Dollar aus dem laufenden Geschäft herein, investiert wurden 495,0 Millionen — es blieben 534,0 Millionen freier Mittelzufluss. Die Rückkaufzahlungen betrugen im selben Jahr 523,6 Millionen, also 98 Prozent davon. Zusätzlich wurde Apex für 518 Millionen gekauft. Beides zusammen ging nicht aus dem Ertrag: Die Finanzschulden stiegen von 2.166,0 auf 2.421,4 Millionen. Wer eine ähnliche Rechnung bei einem sehr viel größeren Förderer nachlesen will, findet sie bei EOG Resources.
Bilanzstabilität: Der Altman-Wert
Zur Einordnung des Insolvenzrisikos rechnen wir den Altman-Z″-Wert nach, die Frühwarnzahl aus vier Bilanzkennzahlen (unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone). Hier trägt die Formel, weil die Bilanz sauber in kurz- und langfristige Posten gegliedert ist. Zum 31. März 2026:
- Nettoumlaufvermögen minus 469,4 Millionen auf 9.131,2 Millionen Bilanzsumme — Beitrag minus 0,34.
- Gewinnrücklagen 2.274,7 Millionen auf dieselbe Bilanzsumme — Beitrag plus 0,81.
- Operatives Ergebnis 1.673,7 Millionen auf Zwölfmonatssicht — Beitrag plus 1,23.
- Eigenkapital 4.626,6 gegen 4.504,6 Millionen Verbindlichkeiten — Beitrag plus 1,08.
Summe: rund 2,8 — knapp über der Sicherheitsschwelle von 2,6. Und jetzt die Gegenprobe, die zu dieser Analyse gehört: Zieht man die 921,8 Millionen unrealisierte Bewertung aus dem operativen Ergebnis heraus, fällt der dritte Beitrag von 1,23 auf 0,55 — und der Gesamtwert auf 2,1. Damit läge CNX im Graubereich zwischen 1,1 und 2,6.
Das ist kein Alarmsignal, aber es ist die ehrliche Ablesung: Auch die Bilanzstabilitätskennzahl wird von derselben Buchbewertung über die Schwelle gehoben. Der Puffer besteht in beiden Fällen aus den Gewinnrücklagen und dem Eigenkapital, nicht aus dem laufenden Ergebnis.
Was die Aktie über den Zyklus kostet
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,5 wirkt spektakulär. Rechnen wir es deshalb auf drei verschiedene Gewinnbegriffe, jeweils gegen den Börsenwert von 4,8 Milliarden US-Dollar (Datenstand 28. Juli 2026):
- Auf den ausgewiesenen Zwölfmonatsgewinn von 1.179 Millionen: 4,1 (der Datenbestand führt 4,5, gerechnet auf einen anderen Kursstichtag).
- Auf den hedge-bereinigten Zwölfmonatsgewinn von 452 Millionen: 10,6.
- Auf den Durchschnitt der bereinigten Jahre 2021 bis 2025 (364, 529, 328, 267, 414 — im Mittel 380 Millionen): 12,6.
Die dritte Zahl ist die für einen Zykliker ehrlichste, denn sie mittelt über ein Preistief (2024: 1,92 US-Dollar Schiefergas) und ein deutlich besseres Jahr (2025: 2,93). Sie sagt: CNX kostet rund das Zwölf- bis Dreizehnfache dessen, was das Unternehmen im Schnitt der letzten fünf Jahre tatsächlich verdient hat. Das ist kein Schnäppchen und kein überzogener Preis — es ist eine normale Bewertung für einen soliden Förderer.
Zur Vollständigkeit die Verlustjahre, wie sie tatsächlich ausgewiesen wurden: 2019 minus 80,7 Millionen US-Dollar, 2020 minus 483,8, 2021 minus 498,6, 2022 minus 142,1, 2024 minus 90,5. Fünf Verlustjahre in sieben. Wer nur diese Reihe sieht, hält CNX für ein Sanierungsfall. Wer die Bewertungszeile herausrechnet, sieht ab 2021 fünf Gewinnjahre in Folge. Beide Bilder stammen aus denselben Berichten — und genau deshalb ist diese Analyse geschrieben worden.
Die Gegenprobe zum Börsenwert: Der Datenbestand führt rund 4,8 Milliarden US-Dollar. Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 15. April 2026 rund 141,5 Millionen Aktien ausstehend. Der letzte in einem Filing dokumentierte Kurs ist der Durchschnittspreis der Rückkäufe des Jahres 2025 von 31,00 US-Dollar; damit ergäben sich 4,39 Milliarden. Die Abweichung beträgt 9,3 Prozent und liegt damit deutlich unter der Fünftel-Schwelle, ab der wir einen ausgewiesenen Börsenwert verwerfen. Der ausgewiesene Wert entspricht einem Kurs von rund 33,93 US-Dollar je Aktie.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für CNX Resources spricht:
- Sehr niedrige Förderkosten: 1,53 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent in der Schiefer-Sparte einschließlich Abschreibung, davon nur rund 0,70 zahlungswirksam. Die erzielte Spartenmarge stieg 2025 auf 1,17 nach 1,07.
- Komfortabler Vorrat: 9,7 Billionen Kubikfuß Gasäquivalent nachgewiesene Reserven, 15,4 Jahre Reichweite, 11,1 Jahre allein aus den bereits erschlossenen Reserven; 99,1 Prozent selbst betrieben.
- Bereinigt um die Buchbewertung war CNX in jedem Jahr von 2021 bis 2025 profitabel — zwischen 267 und 529 Millionen US-Dollar. Das Geschäft ist deutlich ruhiger, als die ausgewiesene Zahlenreihe vermuten lässt.
- Entspannte Fälligkeiten: nach der Wandelanleihe vom 1. Mai 2026 wird bis April 2030 keine Anleihe fällig; Kreditlinie bis Mai 2029, Beleihungsbasis im Mai 2025 auf 2,40 Milliarden US-Dollar erhöht; Zinsdeckung 5,7 (bereinigt 4,1).
- Konsequente Aktienrückkäufe: Die Aktienzahl fiel von 220,4 Millionen Ende 2020 auf 141,5 Millionen im April 2026 — minus 35,8 Prozent, was einem gleich hohen Gewinn je Aktie rechnerisch 55,8 Prozent mehr Gewicht gibt.
- Hohe Absicherung nach unten: 448,8 Milliarden Kubikfuß der Planmenge 2026 sind zu 2,74 US-Dollar verkauft, 379,3 für 2027 zu 3,28. Ein Preisverfall trifft CNX 2026 nur zu rund einem Viertel der Menge.
Was dagegen spricht:
- Die Ertragsqualität: 922 von 1.179 Millionen US-Dollar Zwölfmonatsgewinn sind unrealisierte Bewertung. Bereinigt fällt die Eigenkapitalrendite von 28,1 auf 10,8 Prozent — unter die 15-Prozent-Hürde des Filters, über den die Aktie überhaupt gefunden wurde.
- Die Absicherung kostet aktuell Geld: minus 221,6 Millionen US-Dollar Barabrechnung im ersten Quartal 2026, minus 181,0 Millionen im Gesamtjahr 2025, minus 0,31 US-Dollar je tausend Kubikfuß nach plus 0,57 im Vorjahr. Ein weiter steigender Gaspreis vergrößert diesen Abfluss bis 2028.
- Die Menge wächst nicht: Die Planung für 2026 liegt mit 605 bis 620 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent unter den 629 des Jahres 2025 — obwohl das im Januar 2025 zugekaufte Apex-Geschäft nun ganzjährig zählt.
- Der Reservenbestand fiel 2023 und 2024 (9.807 auf 8.741 auf 8.538 Milliarden Kubikfuß) und stieg 2025 nur, weil 668 Milliarden zugekauft und 171 aus höheren Preisannahmen zugeschrieben wurden.
- Das beworbene Zweitgeschäft schrumpft: Umweltgutschriften brachten 78 Millionen US-Dollar nach 95 im Vorjahr (minus 17,9 Prozent, Menge und Preis gefallen); die zugehörige Kohleflözgas-Sparte schrieb 17 Millionen Verlust vor Steuern.
- Der Altman-Z″-Wert von 2,8 liegt nur knapp über der Sicherheitsschwelle — bereinigt um die Buchgewinne fällt er auf 2,1 und damit in den Graubereich. Die Kasse betrug zum 31. März 2026 nur 3,7 Millionen US-Dollar; CNX arbeitet planmäßig auf der Kreditlinie.
Ein menschliches Fazit
Erinnerst du dich an den Bauern vom Anfang, der seinen Weizen im Februar verkauft und dann jeden Monat aufschreiben muss, was sein Vertrag gerade wert wäre? Nach dem Blick in die Berichte weißt du jetzt, warum das Bild passt — und warum die Gewinnzahl von CNX so oft in die Irre führt.
Der Hof selbst ist in Ordnung. Die Böden reichen fünfzehn Jahre, die Erntekosten sind niedrig, die Schulden erst in vier Jahren fällig, und der Bauer hat in fünf Jahren mehr als ein Drittel seiner Anteilseigner ausbezahlt. Ohne die Vertragsbewertung hat er in jedem der letzten fünf Jahre Geld verdient — ruhig, zwischen 267 und 529 Millionen. Das ist eine belastbare Grundlage.
Was du dir nicht einreden lassen solltest, ist die Zahl 4,5. Sie entsteht, weil in einem Zwölfmonatsfenster zufällig eine große positive Bewertung liegt. Bezahlst du für den Hof, bekommst du nicht 1.179 Millionen Ertrag, sondern rund 452 — und im Fünfjahresschnitt eher 380. Das ergibt das Zwölf- bis Dreizehnfache. Damit ist die Aktie nicht teuer, aber eben auch kein Ausnahmeschnäppchen.
Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Zwei Termine machen die Sache nachprüfbar: der Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026, in dem die Zeile „Realized (Loss) Gain on Commodity Derivative Instruments" zeigt, wie viel Geld die Absicherung diesmal gekostet hat — und der nächste Jahresbericht, in dem die Absatzmenge gegen die Planung von 605 bis 620 Milliarden Kubikfuß steht. Du kannst beides selbst nachlesen. Und wenn du sehen willst, wie ein Zulieferer derselben Branche auf denselben Zyklus reagiert, lohnt der Blick auf Weatherford.
Quellen
- CNX Resources Corporation — SEC-Jahresbericht 10-K, Geschäftsjahr 2025 (eingereicht 10.02.2026)
- CNX Resources Corporation — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (eingereicht 30.04.2026)
- CNX Resources Corporation — SEC-Meldung 8-K vom 30.04.2026 (Ergebnisbericht erstes Quartal 2026)
- CNX Resources Corporation — SEC-Meldung 8-K vom 11.05.2026 (Hauptversammlung, Abstimmungsergebnisse)
- CNX Resources Corporation — SEC-Jahresbericht 10-K, Geschäftsjahr 2024 (Vergleichsreihen 2023 und 2024)
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Bewertung, Jahres- und Quartalsreihe); hauseigener Aktien-Scanner, Datenstand 28. Juli 2026.
Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung. Er stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar und kann persönliche Umstände nicht berücksichtigen. Aktien unterliegen Kursschwankungen; ein Totalverlust ist möglich. Triff deine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und ziehe im Zweifel unabhängigen Rat hinzu.
Unser Fazit auf einen Blick
- Ertragsqualität negativ
- Von 1.179,0 Millionen US-Dollar Nettogewinn der zwölf Monate bis zum 31. März 2026 waren 921,8 Millionen unrealisierte Bewertungsänderungen von Gas-Sicherungsgeschäften — Beträge, für die kein Geld geflossen ist und die CNX im Jahresbericht selbst als Marktwertbewertung beschreibt. Nach Steuern zu 21,1 Prozent bereinigt bleiben 452 Millionen, also 38 Prozent des Ausweises. Derselbe Posten erklärt auch die Vergangenheit: 2023 standen 1.720,7 Millionen Gewinn gegen 1.765,6 Millionen Buchbewertung, 2021 minus 498,6 gegen minus 1.093,7. Die ausgewiesene Gewinnreihe misst zu großen Teilen den Gaspreis am Terminmarkt, nicht das Geschäft.
- Operative Stabilität positiv
- Genau dieselbe Bereinigung zeigt die Stärke des Geschäfts. Ohne die Buchbewertung verdiente CNX 2021 bis 2025 durchgehend Geld: 364, 529, 328, 267 und 414 Millionen US-Dollar, im Mittel 380 Millionen. Getragen wird das von sehr niedrigen Kosten — 1,53 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent in der Schiefer-Sparte einschließlich Abschreibung, davon nur rund 0,70 zahlungswirksam — und von einer Spartenmarge, die 2025 auf 1,17 nach 1,07 stieg. Die Absicherung glättete den erzielten Gesamtpreis auf 2,75 (2025), 2,66 (2024) und 2,61 US-Dollar (2023), während der unabgesicherte Preis zwischen 2,15 und 3,04 schwankte.
- Reserven & Substanz neutral
- Zum 31. Dezember 2025 lagen die nachgewiesenen Reserven bei 9.662 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent — 15,4 Jahre Reichweite bei einer Jahresförderung von 629,0 Milliarden, 11,1 Jahre allein aus den erschlossenen Reserven, 99,1 Prozent selbst betrieben. Die eigene Ersatzquote lag 2025 bei 138 Prozent aus Funden und Erweiterungen. Einschränkend: Der Bestand fiel 2023 von 9.807 auf 8.741 und 2024 weiter auf 8.538 Milliarden; der Anstieg 2025 kam zu 668 Milliarden aus dem Zukauf von Apex Energy II für rund 518 Millionen US-Dollar und zu 171 Milliarden aus höheren Preisannahmen. Die Planmenge 2026 liegt mit 605 bis 620 Milliarden unter der von 2025.
- Bilanz & Fälligkeiten positiv
- Zum 31. März 2026 stehen 4.626,6 Millionen US-Dollar Eigenkapital (Quote 50,7 Prozent) gegen 2.366,9 Millionen Finanzschulden und 3,7 Millionen Kasse — eine Nettoverschuldung von 2.363,2 Millionen, ein Verschuldungsgrad von 0,51. Nach der Wandelanleihe über 208 Millionen mit Fälligkeit am 1. Mai 2026 wird bis April 2030 keine Anleihe mehr fällig; die Kreditlinie läuft bis 17. Mai 2029, ihre Beleihungsbasis wurde im Mai 2025 auf 2,40 Milliarden erhöht. Die Zinsdeckung liegt bei 5,7, hedge-bereinigt bei 4,1. Der Altman-Z″-Wert erreicht 2,8 gegenüber der Sicherheitsschwelle von 2,6 — bereinigt 2,1 und damit im Graubereich.
- Absicherung & Preisbindung neutral
- Stand 8. Januar 2026 waren 448,8 Milliarden Kubikfuß der Förderung 2026 zu durchschnittlich 2,74 US-Dollar verkauft — rund 73 Prozent der Planmenge —, dazu 379,3 Milliarden für 2027 zu 3,28 und 186,5 Milliarden für 2028 zu 3,25. Das schützt vor einem Preisverfall und sperrt zugleich einen Anstieg aus. Aktuell kostet es Geld: minus 221,6 Millionen US-Dollar Barabrechnung im ersten Quartal 2026 und minus 181,0 Millionen im Gesamtjahr 2025, nachdem 2024 noch plus 0,57 US-Dollar je tausend Kubikfuß hereinkamen. Die Bindung läuft bis 2028.
- Kapitalallokation neutral
- CNX kauft konsequent eigene Aktien zurück: 16,9 Millionen Stück für 528 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 zu durchschnittlich 31,00 US-Dollar, zusammen 1.838 Millionen in den Jahren 2021 bis 2025. Die Aktienzahl fiel von 220,4 Millionen Ende 2020 auf 141,5 Millionen zum 15. April 2026 — minus 35,8 Prozent, was einem gleich hohen Konzerngewinn je Aktie rechnerisch 55,8 Prozent mehr Gewicht gibt. Einschränkend: 2025 entsprachen die Rückkaufzahlungen von 523,6 Millionen bereits 98 Prozent des freien Mittelzuflusses von 534,0 Millionen; die zusätzliche Apex-Übernahme wurde über Schulden finanziert, die von 2.166,0 auf 2.421,4 Millionen stiegen.
CNX Resources fördert Erdgas im Appalachen-Becken und verkauft einen großen Teil der Menge Jahre im Voraus. Weil diese Sicherungsgeschäfte jedes Quartal zum Marktwert bewertet werden und die Wertänderung durch die Gewinn- und Verlustrechnung läuft, sagt die ausgewiesene Gewinnzahl wenig über das Geschäft aus: Von 1.179,0 Millionen US-Dollar Zwölfmonatsgewinn sind 921,8 Millionen genau diese Bewertung. Bereinigt bleiben 452 Millionen — womit die Eigenkapitalrendite von 28,1 auf 10,8 Prozent fällt. Dieselbe Rechnung entlastet das Unternehmen an anderer Stelle: Ohne die Bewertung verdiente CNX in jedem Jahr von 2021 bis 2025 Geld, zwischen 267 und 529 Millionen. Dahinter stehen sehr niedrige Förderkosten von 1,53 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent, 15,4 Jahre Reservenreichweite und eine Bilanz mit 50,7 Prozent Eigenkapitalquote, deren nächste Anleihefälligkeit nach dem 1. Mai 2026 erst im April 2030 liegt. Offen bleiben die Menge (die Planung 2026 liegt unter 2025) und die Frage, was die Absicherung bis 2028 noch kostet. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb, weil eine wesentliche Frage zur Ertragsqualität offen ist, ohne dass die Substanz gefährdet wäre. Der Befund: Von 1.179,0 Millionen US-Dollar Nettogewinn der zwölf Monate bis 31. März 2026 sind 921,8 Millionen unrealisierte Bewertungsänderungen von Sicherungsgeschäften — 62 Prozent des Ausweises entstehen ohne Zahlungsvorgang, und dieselbe Zeile erklärt auch den Rekordausweis 2023 (1.720,7 Millionen Gewinn gegen 1.765,6 Millionen Bewertung) und die ausgewiesenen Verluste 2021, 2022 und 2024. Eine Gewinnreihe, deren Vorzeichen von der Marktwertbewertung eines Finanzinstruments bestimmt wird, ist keine belastbare Ertragsbasis. Dazu kommen zwei operative Punkte: Die eigene Absatzplanung für 2026 liegt mit 605 bis 620 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent unter den 629,0 des Jahres 2025, obwohl das im Januar 2025 zugekaufte Apex-Geschäft nun ganzjährig zählt — die Menge wächst also nicht. Und der Reservenbestand fiel 2023 und 2024 (9.807 auf 8.741 auf 8.538 Milliarden Kubikfuß) und stieg 2025 nur, weil 668 Milliarden zugekauft und 171 aus höheren Preisannahmen zugeschrieben wurden. Warum trotzdem nicht Rot: Es gibt kein belegtes Substanzrisiko. Das Eigenkapital beträgt 4.626,6 Millionen US-Dollar bei 9.131,2 Millionen Bilanzsumme (Quote 50,7 Prozent), die Nettoverschuldung 2.363,2 Millionen, der Verschuldungsgrad 0,51, die Zinsdeckung 5,7 und selbst hedge-bereinigt 4,1. Nach der Wandelanleihe vom 1. Mai 2026 wird bis April 2030 keine Anleihe fällig, die Kreditlinie läuft bis Mai 2029 mit einer im Mai 2025 auf 2,40 Milliarden erhöhten Beleihungsbasis. Es gibt keinen Fortführungszweifel, keine Governance-Auffälligkeit und keine Bilanznarbe. Und die operative Basis trägt: Ohne die Buchbewertung verdiente CNX 2021 bis 2025 in jedem Jahr Geld — 364, 529, 328, 267 und 414 Millionen US-Dollar — bei Förderkosten von 1,53 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent, davon nur rund 0,70 zahlungswirksam, und einer Reservenreichweite von 15,4 Jahren. Warum nicht Grün: Die Ertragsausweise sind zu großen Teilen Bewertung statt Ergebnis, und die Fördermenge soll 2026 sinken. Beides sind offene operative Fragen im Sinne der Gelb-Definition.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam CNX Resources über den Scanner „QARP — Qualität zum fairen Preis" (Rang 38 der US-Auswahl, Datenstand 28. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (CNX: 7 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (28,1), EBIT-Marge mindestens 10 Prozent (43,5 nach eigener Rechnung), Verschuldungsgrad höchstens 1 (0,51 nach eigener Rechnung) und ein positives KGV bis 20 (4,5). Ergänzend: Fundamental-Rating 70 (Note B), Börsenwert rund 4,8 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist, welche dieser Kennzahlen von der Bewertung der Sicherungsgeschäfte mitbestimmt werden: das KGV (die Bewertung steht im Nenner), die Eigenkapitalrendite (dito), die EBIT-Marge (die Bewertung steht in Zähler und Nenner) und teilweise der F-Score, dessen Fragen nach positivem und gestiegenem Gewinn an derselben Zeile hängen. Unberührt bleibt allein der Verschuldungsgrad. Bereinigt fällt die Eigenkapitalrendite auf 10,8 Prozent und damit unter die 15-Prozent-Hürde; die EBIT-Marge hält mit 35,5 Prozent, das bereinigte KGV mit 10,6 ebenfalls.
- Hedge-Bereinigung (eigene Rechnung, Methode offengelegt): Vom ausgewiesenen Nettogewinn wird die unrealisierte Bewertungsänderung der Rohstoff-Derivate abgezogen, belastet mit der Steuerquote des Jahres 2025 von 21,1 Prozent (169,8 Mio. Steueraufwand auf 803,0 Mio. Vorsteuerergebnis). Die realisierten Barabrechnungen bleiben im Gewinn, weil sie zahlungswirksam sind. Ausgewiesener Gewinn und darin enthaltene unrealisierte Bewertung vor Steuern, in Mio. US-Dollar: 2021 minus 498,6 / minus 1.093,7; 2022 minus 142,1 / minus 851,0; 2023 plus 1.720,7 / plus 1.765,6; 2024 minus 90,5 / minus 453,6; 2025 plus 633,2 / plus 277,7; zwölf Monate bis 31.03.2026 plus 1.179,0 / plus 921,8. Bereinigt ergibt das plus 364, 529, 328, 267 und 414 Mio. sowie 452 Mio. für die zwölf Monate. Quelle der Jahresreihen: XBRL-Unternehmensdaten der SEC (us-gaap:NetIncomeLoss und us-gaap:UnrealizedGainLossOnDerivativesAndCommodityContracts), gegengeprüft an der Non-GAAP-Überleitung des Jahresberichts 2025 (dort: 2.239 Mio. Umsatz abzüglich 278 Mio. unrealisierter Gewinn 2025, 1.267 Mio. zuzüglich 453 Mio. unrealisierter Verlust 2024). Die Zwölfmonatswerte sind eigene Rechnung aus dem Jahresbericht 2025 zuzüglich erstem Quartal 2026 abzüglich erstem Quartal 2025.
- Altman-Z″ (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone): Eigene Nachrechnung zum 31.03.2026 aus dem Quartalsbericht. Nettoumlaufvermögen minus 469,4 Mio. US-Dollar (458,3 minus 927,7) auf 9.131,2 Mio. Bilanzsumme ergibt minus 0,34; Gewinnrücklagen 2.274,7 Mio. ergeben plus 0,81; operatives Ergebnis 1.673,7 Mio. auf Zwölfmonatssicht (1.504,2 Mio. vor Steuern plus 169,5 Mio. Zinsaufwand) ergibt plus 1,23; Eigenkapital 4.626,6 Mio. gegen 4.504,6 Mio. Verbindlichkeiten ergibt plus 1,08. Summe rund 2,8 — knapp in der sicheren Zone. Gegenprobe ohne die unrealisierte Bewertung von 921,8 Mio.: Der dritte Beitrag fällt auf 0,55, die Summe auf 2,1 und damit in den Graubereich. Zur Kontrolle: Zinsdeckung 5,7 nach eigener Rechnung (973,6 Mio. operatives Ergebnis 2025 auf 170,6 Mio. Zinsaufwand), bereinigt 4,1.
- Börsenwert-Gegenprobe: Der Datenbestand führt rund 4,8 Milliarden US-Dollar (Datenstand 28. Juli 2026, an diesem Tag korrigiert). Laut Deckblatt des Quartalsberichts waren am 15.04.2026 rund 141,5 Mio. Aktien ausstehend (31.12.2025: 142,59 Mio.). Ein tagesaktueller Kurs aus einem Filing liegt nicht vor; der letzte dokumentierte Kurs ist der Durchschnittspreis der Rückkäufe des Jahres 2025 von 31,00 US-Dollar aus Note 5 des Jahresberichts. Daraus ergeben sich 4,39 Mrd. US-Dollar — eine Abweichung von 9,3 Prozent zum ausgewiesenen Wert und damit deutlich unter der Fünftel-Schwelle, ab der wir einen Börsenwert verwerfen. Der ausgewiesene Wert entspricht einem Kurs von rund 33,93 US-Dollar. Es gab weder Aktiensplit noch Kapitalerhöhung; die Aktienzahl sinkt laufend durch Rückkäufe. Anmerkung zur Datenlage: Für CNX existiert im lokalen Datenbestand keine Company-Zeile — die Scanner-Kennzahlen dieser Analyse stammen aus dem Live-Stand des hauseigenen Aktien-Scanners.
- Materialitäts-Gate (Fund-Typisierung): Anteil der unrealisierten Bewertung am Gewinn (921,8 von 1.179,0 Mio. US-Dollar auf Zwölfmonatssicht) = Ertragsqualitäts-Fund mit beziffertem Maß, wirkt auf vier der fünf Filterhürden. Absatzplanung 2026 von 605 bis 620 Mrd. Kubikfuß Gasäquivalent unter den 629,0 des Jahres 2025 trotz ganzjähriger Apex-Zurechnung = Mengen-Fund ohne Existenzwirkung. Reservenbestand 2023 und 2024 gefallen, Anstieg 2025 zu 668 Mrd. aus Zukauf = Substanz-Fund, die eigene Ersatzquote liegt mit 138 Prozent weiterhin über 100. Barabrechnung der Derivate minus 221,6 Mio. im ersten Quartal 2026 = Mittelfluss-Fund mit klarem Prüftermin. Umweltgutschriften 78 nach 95 Mio. bei einem Segmentverlust von 17 Mio. = Zweitgeschäfts-Fund unterhalb der Wesentlichkeitsschwelle für die Bewertung (3,5 Prozent des Umsatzes). Kein Existenz-Fund, kein Going Concern, keine Governance-Auffälligkeit, keine Bilanznarbe — deshalb Ampel Gelb für die Firma und beobachten für die Aktie.
- Identität und Aktualität (am Einreichungsindex geprüft, nicht angenommen): CNX Resources Corporation, CIK 0001070412, notiert an der New York Stock Exchange, SIC 1311, Geschäftsjahr endet am 31. Dezember. Frühere Firmierung laut SEC-Stammsatz: CONSOL Energy Inc.; das Kohlegeschäft wurde 2017 abgespalten. Verwerfungs-Kriterien geprüft: kein Form 15, Ticker in der SEC-Registry vorhanden, reguläre NYSE-Notierung, kein Chapter 11. Jüngster Periodenbericht ist der 10-Q zum 31.03.2026, eingereicht am 30.04.2026 und vollständig ausgewertet. Alle Einreichungen danach wurden durchgesehen: 8-K vom 11.05.2026 (Item 5.07, Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung vom 07.05.2026), mehrere Formulare 4 und SCHEDULE 13G/A — nichts, was das Bild verändert. Die Wandelanleihe über 208 Mio. US-Dollar zu 2,25 Prozent war zum 31.03.2026 als kurzfristige Schuld ausgewiesen und am 01.05.2026 fällig; ihr Verbleib wird erst im nächsten Quartalsbericht dokumentiert, weshalb sie hier ausschließlich als Stichtagsangabe geführt wird.
- Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 28. Juli 2026, Bilanz- und Quartalszahlen auf den 31. März 2026, Reserven-, Mengen-, Kosten- und Preisangaben auf das Geschäftsjahr 2025, die Absicherungspositionen auf den 08.01.2026 (10-K) beziehungsweise 31.03.2026 (10-Q). Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Freier Mittelzufluss, Nettoverschuldung, Ersatzquote, Gewinnschwelle, Zinsdeckung und die Hedge-Bereinigung sind eigene Rechnungen aus den Abschlussposten und keine vom Unternehmen ausgewiesenen Kennzahlen. Die Reservenangaben stammen aus dem Reservenspiegel des Jahresberichts; die dort ausgewiesene Jahresförderung von 628,96 Mrd. Kubikfuß Gasäquivalent weicht rundungsbedingt minimal von den 629,0 der Mengentabelle ab.
Häufige Fragen
CNX Resources Corporation (NYSE: CNX) ist ein reiner Erdgasförderer im Appalachen-Becken in Pennsylvania, West Virginia und Ohio. 2025 setzte das Unternehmen 629,0 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent ab, davon 92 Prozent Erdgas und 94 Prozent aus Schiefergestein (Marcellus und Utica). CNX hieß früher CONSOL Energy; das Kohlegeschäft wurde 2017 abgespalten.
Weil im ausgewiesenen Gewinn eine große unbare Position steckt. Von 1.179 Millionen US-Dollar Gewinn der zwölf Monate bis 31. März 2026 waren 922 Millionen unrealisierte Bewertungsänderungen von Gas-Sicherungsgeschäften. Zieht man sie nach Steuern ab, bleiben 452 Millionen — und aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,5 wird rund 10,6.
CNX verkauft einen großen Teil seiner Förderung Jahre im Voraus. Diese Verträge werden jedes Quartal neu zum Marktwert bewertet, und die Wertänderung läuft direkt durch die Gewinn- und Verlustrechnung. Fällt der Gaspreis, entsteht ein Buchgewinn ohne Geldzufluss; steigt er, ein Buchverlust ohne Geldabfluss. Das Unternehmen nennt das im Jahresbericht selbst eine Bewertung auf Marktwertbasis.
Rechnet man die unrealisierte Bewertung mit der Steuerquote von 21,1 Prozent heraus, ergeben sich für 2021 bis 2025 Gewinne von 364, 529, 328, 267 und 414 Millionen US-Dollar — im Schnitt 380 Millionen. Für die zwölf Monate bis 31. März 2026 sind es 452 Millionen. Ausgewiesen wurden in drei dieser Jahre dagegen Verluste.
Zum 31. Dezember 2025 lagen die nachgewiesenen Reserven bei 9.662 Milliarden Kubikfuß Gasäquivalent, gerundet 9,7 Billionen. Bei einer Jahresförderung von 629,0 Milliarden ergibt das eine Reichweite von 15,4 Jahren; allein die bereits erschlossenen Reserven von 6.972 Milliarden reichen 11,1 Jahre. 89,5 Prozent sind Erdgas.
Die Schiefer-Sparte kostet laut Jahresbericht 1,53 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent einschließlich Abschreibung, davon rund 0,70 zahlungswirksam. Rechnet man konzernweite Verwaltung und Zinsen hinzu, liegt die Gewinnschwelle bei gut 2,00 US-Dollar. Erzielt wurden 2025 einschließlich Derivaten 2,75 US-Dollar je tausend Kubikfuß Gasäquivalent.
Stand 8. Januar 2026 waren 448,8 Milliarden Kubikfuß der für 2026 erwarteten Förderung zu durchschnittlich 2,74 US-Dollar verkauft — rund 73 Prozent der Planmenge von 605 bis 620 Milliarden. Für 2027 sind es 379,3 Milliarden zu 3,28 US-Dollar, für 2028 186,5 Milliarden zu 3,25. Zum 31. März 2026 standen 867,1 Milliarden Kubikfuß an Gas-Swaps offen.
Der Verkauf von Umweltgutschriften aus abgefangenem Grubengas brachte 2025 78 Millionen US-Dollar nach 95 Millionen im Vorjahr — ein Minus von 17,9 Prozent bei gesunkener Menge und gesunkenem Preis. Das sind 3,5 Prozent des Konzernumsatzes von 2.239,1 Millionen. Die zugehörige Kohleflözgas-Sparte schrieb 2025 einen Verlust vor Steuern von 17 Millionen.
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