Börsenlotse
Kauftag heute: Schlecht Neutral (62 ) Gut Breite Marktteilnahme · Breite steigend (+8 zum 10-Tage-Schnitt) · Makro-Großtermin direkt benachbart

Arch Capital: Ein Drittel des Gewinns hängt am US-Hypothekenmarkt

Arch Capital: Ein Drittel des Gewinns hängt am US-Hypothekenmarkt

Arch Capital verdient mit der Absicherung US-amerikanischer Hypotheken gegen Zahlungsausfall aus 6,9 Prozent der Prämien 34,1 Prozent des versicherungstechnischen Ergebnisses. Die Schaden-Kosten-Quote dieses Segments lag 2025 bei 14,6 Prozent — ein Wert, den kein Sach- oder Haftpflichtgeschäft je erreicht. Wir haben nachgerechnet, woher diese Marge kommt, was ein Anstieg der Ausfallquote von 2,17 Prozent auf Rezessionsniveau kosten würde und was in der Finanzkrise mit Hypothekenversicherern passiert ist. Keine Anlageberatung.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit
Unternehmensprofil ansehen (ACGL)

Supertiefe Analyse — die letzte Prüfung vor dem Kauf

Die Supertiefe Analyse ist unsere gründlichste Untersuchung — gedacht als letzte Entscheidungsgrundlage, bevor Du wirklich kaufst. Wir recherchieren die letzten 10 Geschäftsberichte (10-K), sämtliche Quartalsberichte (10-Q) aus diesem Zeitraum, alle relevanten Insider-Transaktionen, prüfen die Liquiditätslage inklusive Warnsignalen der letzten 5 Jahre und werten eine kuratierte Auswahl relevanter Nachrichten aus — ohne Spam- und Schrottmeldungen. Preis: einmalig 49 €.

Deine Supertiefe Analyse bekommst Du zuerst exklusiv; 30 Tage nach Lieferung veröffentlichen wir sie auch auf Börsenlotse.

Nach der Bestellung melden wir uns per E-Mail mit den Zahlungsdetails. Erstellt wird die Analyse nach Zahlungseingang — reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung.

Arch Capital: Ein Drittel des Gewinns hängt am US-Hypothekenmarkt
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Versicherer verdienen selten spektakulär. Eine Schaden-Kosten-Quote von 90 Prozent gilt als gutes Jahr, 95 Prozent als normal, alles über 100 als Verlust. Vor diesem Hintergrund ist eine Zahl aus dem Geschäftsbericht von Arch Capital erklärungsbedürftig: 14,6 Prozent.

So hoch war 2025 die Schaden-Kosten-Quote im Hypothekensegment. Von jedem eingenommenen Dollar blieben 85 Cent übrig. Zum Vergleich: In der Versicherungssparte desselben Hauses waren es 4,8 Cent, in der Rückversicherung 19,2. Das Ergebnis dieser Spreizung ist die eigentliche Geschichte des Konzerns. Die Hypothekensparte steuerte 6,9 Prozent der Nettoprämien bei — und 34,1 Prozent des versicherungstechnischen Ergebnisses.

Ein Drittel des Zeichnungsgewinns eines 35-Milliarden-Dollar-Konzerns hängt damit an einer einzigen Frage: Zahlen amerikanische Hausbesitzer ihre Raten? Diese Analyse rechnet nach, woher die Marge kommt, wie belastbar sie ist und was passiert, wenn die Antwort einmal Nein lautet.

Was Arch Capital macht — und warum Bermuda nichts an der Meldepflicht ändert

Arch Capital Group Ltd. sitzt im Waterloo House an der 100 Pitts Bay Road in Pembroke auf Bermuda und wird an der Nasdaq unter „ACGL“ gehandelt; Vorzugsaktien der Serien F und G sind dort ebenfalls notiert. Das Haus gehört zum S&P 500 und verfügte zum 31. Dezember 2025 über rund 26,9 Milliarden US-Dollar Kapital. Trotz des Sitzes auf Bermuda meldet Arch als US-Inlandsemittent: Geschäftsbericht 10-K, Quartalsbericht 10-Q und Ad-hoc-Meldungen 8-K. Ein 20-F oder 6-K existiert in der Filing-Historie nicht — wir haben den EDGAR-Index dazu geprüft, nicht angenommen.

Das Geschäft läuft in drei berichtspflichtigen Segmenten. Die Zahlen für 2025 zeigen, wie unterschiedlich sie arbeiten:

Segment 2025Nettoprämien verdientZeichnungsergebnisSchaden-Kosten-Quote
Versicherung7.771 Mio. US-Dollar375 Mio. US-Dollar95,2 %
Rückversicherung8.122 Mio. US-Dollar1.558 Mio. US-Dollar80,8 %
Hypothekenversicherung1.172 Mio. US-Dollar1.000 Mio. US-Dollar14,6 %
Summe17.065 Mio. US-Dollar2.933 Mio. US-Dollar

Die Versicherungssparte zeichnet Spezialrisiken für Unternehmen in Nordamerika, Großbritannien, Europa, Kanada und Australien. Sie ist mit 10.435 Millionen US-Dollar Bruttoprämien die größte, verdient aber am wenigsten je Prämiendollar. Die Rückversicherung kam auf 11.149 Millionen Bruttoprämien und lieferte mit 1.558 Millionen den größten absoluten Beitrag. Die Hypothekenversicherung sichert Kreditgeber gegen Zahlungsausfälle bei Wohnimmobilienkrediten ab — überwiegend bei Darlehen, die an die staatlich geförderten Institute Fannie Mae und Freddie Mac verkauft werden.

Genau dieses dritte Standbein unterscheidet Arch von den beiden anderen Bermuda-Häusern in unserem Qualitätsfilter. AXIS Capital hat sich 2022 aus dem Katastrophengeschäft zurückgezogen und konzentriert sich auf Spezialversicherung; RenaissanceRe blieb im Katastrophengeschäft. Keines von beiden versichert Hypotheken.

Die Hypothekensparte: was sie absichert und wie groß sie ist

Das Geschäftsmodell ist einfach. Wer in den USA ein Haus mit weniger als 20 Prozent Eigenkapital kauft, muss den Kredit versichern lassen. Fällt der Kreditnehmer aus und reicht der Verkaufserlös nicht, zahlt der Versicherer die Differenz bis zu einer vertraglich festgelegten Deckungsquote. Die Prämie zahlt der Kreditnehmer, versichert ist der Kreditgeber.

Die Größenordnung zum 31. Dezember 2025:

  • Versichertes Volumen (Insurance in Force): 484,607 Milliarden US-Dollar — das ist die Summe aller laufenden Kreditsalden. Davon entfallen 286,318 Milliarden (59,1 Prozent) auf das US-Primärgeschäft, 132,205 Milliarden (27,3 Prozent) auf Kreditrisikotransfer-Geschäfte mit den staatlichen Instituten und 66,084 Milliarden (13,6 Prozent) auf internationales Geschäft, vor allem in Australien und Europa.
  • Eigenes Risiko (Risk in Force): 87,901 Milliarden US-Dollar. Das ist der Betrag nach Anwendung der Deckungsquoten und Schadensobergrenzen — die realistische Höchstbelastung, wenn jeder einzelne versicherte Kredit ausfiele. Davon 74,679 Milliarden (85,0 Prozent) im US-Primärgeschäft.
  • Bestand: 1.058.907 Policen im US-Primärgeschäft, nach 1.100.653 ein Jahr zuvor.

Beide Bestandsgrößen sind im Jahresverlauf leicht geschrumpft — das versicherte Volumen um 3,3 Prozent, das eigene Risiko um 1,4 Prozent. Der Grund steht im Bericht: Bei hohen Hypothekenzinsen kaufen weniger Menschen Häuser, gleichzeitig bleiben bestehende Kredite länger laufen. Die Bestandstreue lag Ende 2025 bei 81,8 Prozent, zum 31. März 2026 bei 80,7 Prozent.

Woher die Marge wirklich kommt — 20,2 von 14,6 Ratiopunkten

Hier wird es interessant. Eine Schaden-Kosten-Quote von 14,6 Prozent setzt sich 2025 so zusammen: Schadenquote minus 0,4 Prozent, Abschlusskostenquote 1,1 Prozent, Verwaltungskostenquote 13,9 Prozent.

Eine negative Schadenquote bedeutet, dass Arch im Jahr 2025 unter dem Strich Geld aus Schadenreserven zurückbekommen hat, statt Schäden zu bezahlen. Das ist kein Buchungstrick, sondern die Folge einer Besonderheit der Hypothekenversicherung: Reserven werden erst gebildet, wenn ein Kreditnehmer tatsächlich in Verzug gerät. Heilt der Verzug — der Kreditnehmer zahlt nach —, wird die Reserve wieder aufgelöst.

Der Bericht beziffert diesen Effekt exakt. Die günstige Abwicklung früherer Jahre betrug im Hypothekensegment 235 Millionen US-Dollar oder 20,2 Ratiopunkte (2024: 282 Millionen oder 23,0 Punkte). Rechnet man sie heraus, ergibt sich ein anderes Bild:

Hypothekensegment2025 ausgewiesen2025 ohne Reserveauflösung2024 ausgewiesen2024 ohne Reserveauflösung
Schaden-Kosten-Quote14,6 %34,8 %12,6 %35,6 %
Zeichnungsergebnis1.000 Mio. US-Dollar765 Mio. US-Dollar1.094 Mio. US-Dollar812 Mio. US-Dollar

Auch bereinigt bleibt eine Quote von rund 35 Prozent ein außergewöhnliches Geschäft — kein Sachversicherer der Welt arbeitet so. Aber der Abstand ist erheblich: Fast ein Viertel des ausgewiesenen Zeichnungsgewinns dieser Sparte stammt aus der Auflösung von Rückstellungen für Ausfälle, die sich als weniger schlimm erwiesen haben als befürchtet. Diese Quelle versiegt, sobald der Bestand aufgeräumt ist — und sie kehrt sich um, sobald Ausfälle nicht mehr heilen.

Der Trend dreht bereits

Drei Kennzahlen zeigen dieselbe Richtung.

Erstens die Ausfallquote. Der Anteil der Kredite in Verzug im US-Primärbestand stieg von 2,09 Prozent (31.12.2024) auf 2,17 Prozent (31.12.2025). In absoluten Zahlen: 22.985 ausgefallene Darlehen. Die Bewegung dahinter ist erheblich — 47.378 neue Verzugsmeldungen standen 46.057 Heilungen und 1.318 gezahlten Schäden gegenüber. Der Bestand an Problemfällen ist also praktisch konstant, aber nur, weil fast ebenso viele Fälle heilen wie neu entstehen. Genau dieses Gleichgewicht ist konjunkturabhängig.

Zweitens die Schadenhöhe. Die Severity — der Anteil des gedeckten Risikos, der bei einem Schadenfall tatsächlich gezahlt wird — stieg von 71,6 Prozent (2024) auf 76,9 Prozent (2025). Der Durchschnittsschaden kletterte von 34,3 auf 40,6 Tausend US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent in einem Jahr.

Drittens das laufende Quartal. Im ersten Quartal 2026 sprang die Schadenquote des Segments von 1,1 Prozent (Vorjahresquartal) auf 5,3 Prozent, die Schaden-Kosten-Quote von 16,1 auf 22,3 Prozent. Das Zeichnungsergebnis fiel um 12,3 Prozent auf 221 Millionen US-Dollar. Der Bericht führt das auf leicht höhere Neuausfälle zurück.

Keine dieser Bewegungen ist dramatisch. Zusammengenommen zeigen sie aber, dass die Ausnahmemarge der Jahre 2022 bis 2025 auf einem Umfeld beruht, das sich langsam ändert.

Was ein Anstieg auf Rezessionsniveau kosten würde

Die Rechnung lässt sich mit den Angaben aus dem Geschäftsbericht selbst anstellen. Arch hält je ausgefallenem Darlehen im Schnitt 15,3 Tausend US-Dollar Reserve — in beiden Jahren 2024 und 2025 identisch. Bei 1.058.907 Policen bedeutet jeder Prozentpunkt zusätzliche Ausfallquote rund 10.589 weitere Fälle.

Szenario AusfallquoteAusgefallene DarlehenZusätzliche ReserveZeichnungsergebnis Hypothek
2,17 % (Ist 2025)22.9851.000 Mio. US-Dollar
4 % (milde Rezession)42.356rund 296 Mio. US-Dollarrund 469 Mio. US-Dollar
6 % (Niveau der Pandemie-Spitze)63.534rund 620 Mio. US-Dollarrund 145 Mio. US-Dollar
10 % (Finanzkrisen-Niveau)105.891rund 1.268 Mio. US-Dollarrund minus 503 Mio. US-Dollar

In allen Szenarien ist unterstellt, dass die günstige Reserveabwicklung von 235 Millionen US-Dollar entfällt — in einer Rezession heilen weniger Verzugsfälle, die Auflösung kehrt sich eher um. Die Rechnung ist damit noch freundlich: Sie hält die Reserve je Ausfall bei 15,3 Tausend US-Dollar konstant. Bei fallenden Hauspreisen steigt sie, weil weniger Eigenkapital des Kreditnehmers den Schaden abfedert — genau der Mechanismus, den Arch im Risikoteil selbst beschreibt.

Die Botschaft der Tabelle ist unmissverständlich: Schon eine milde Rezession halbiert den Ergebnisbeitrag der Sparte. Bei Ausfällen auf Finanzkrisen-Niveau wird aus dem größten Gewinnbringer je Prämiendollar ein Verlustbringer.

Was Arch selbst dazu modelliert — und was im Risikoteil steht

Zur Ehrlichkeit gehört die Gegenseite. Arch rechnet dieses Szenario selbst durch und veröffentlicht das Ergebnis. Das hauseigene Modell heißt Realistic Disaster Scenario und simuliert einen schweren Einbruch am Wohnungsmarkt:

„We have developed a proprietary risk model (‚Realistic Disaster Scenario‘ or ‚RDS‘) that simulates the maximum loss resulting from a severe economic downturn impacting the housing market. The RDS models the collective impact of adverse conditions for key economic indicators, the most significant of which is a decline in home prices.“

Übersetzung: „Wir haben ein eigenes Risikomodell entwickelt (‚Realistic Disaster Scenario‘ oder ‚RDS‘), das den Höchstschaden aus einem schweren, den Wohnungsmarkt treffenden Wirtschaftsabschwung simuliert. Das RDS bildet das Zusammenwirken ungünstiger Entwicklungen bei zentralen Wirtschaftsindikatoren ab, von denen der Rückgang der Hauspreise der bedeutendste ist.“ — Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt „Catastrophic and Severe Economic Events“

Markierte Fundstelle im Geschäftsbericht 10-K von Arch Capital für 2025: Der modellierte Verlust aus einem schweren Wirtschaftsereignis beträgt 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals, bei einer selbstgesetzten Obergrenze von rund 25 Prozent.
Die Originalstelle im Geschäftsbericht: „Currently, we seek to limit our modeled RDS loss from a severe economic event to approximately 25% of tangible shareholders’ equity available to Arch. […] our modeled RDS loss was $931 million, or 4.1% of tangible shareholders’ equity available to Arch.“ — „Derzeit begrenzen wir den modellierten RDS-Verlust aus einem schweren Wirtschaftsereignis auf rund 25 Prozent des materiellen, Arch zustehenden Eigenkapitals. […] Der modellierte RDS-Verlust betrug 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen, Arch zustehenden Eigenkapitals.“ Quelle: Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt „Catastrophic and Severe Economic Events“. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das Ergebnis dieses Modells zum Stichtag 1. Januar 2026: ein Verlust von 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals. Arch begrenzt sich selbst auf 25 Prozent — das Haus liegt also weit innerhalb der eigenen Leitplanke. Zum Vergleich: Die größte modellierte Naturkatastrophe, ein Wirbelsturm über den drei Küstenbezirken Südfloridas, wird mit 1,9 Milliarden US-Dollar veranschlagt und ist damit doppelt so teuer wie der komplette Hypotheken-Krisenfall.

Diese Zahl ist die wichtigste Entlastung im ganzen Kapitel. Sie sagt: Ein Hypothekencrash bedroht Arch nicht in der Substanz. Er kostet ein Jahresergebnis der Sparte, nicht das Haus.

Was er sehr wohl bedroht, ist die Ertragskraft — und zwar auf eine Weise, die Arch nicht abstellen kann. Der Risikoteil ist an dieser Stelle bemerkenswert offen:

„Mortgage insurance premiums are set at the time coverage is procured, based in part on the expected duration of the coverage. We cannot cancel mortgage insurance coverage or adjust renewal premiums during the life of the policy. Thus, higher than anticipated claims generally cannot be offset by premium increases on policies in force.“

Übersetzung: „Die Prämien der Hypothekenversicherung werden bei Abschluss festgelegt, unter anderem auf Basis der erwarteten Vertragsdauer. Wir können den Versicherungsschutz nicht kündigen und die Folgeprämien während der Vertragslaufzeit nicht anpassen. Höher als erwartet ausfallende Schäden lassen sich daher in aller Regel nicht durch Prämienerhöhungen im Bestand ausgleichen.“ — Geschäftsbericht 10-K für 2025, Risk Factors

Markierte Fundstelle im Risikoteil des Geschäftsberichts 10-K von Arch Capital für 2025: Der Versicherungsschutz kann nicht gekündigt und die Folgeprämien können während der Vertragslaufzeit nicht angepasst werden.
Die Originalstelle im Risikoteil: „We cannot cancel mortgage insurance coverage or adjust renewal premiums during the life of the policy.“ — „Wir können den Versicherungsschutz nicht kündigen und die Folgeprämien während der Vertragslaufzeit nicht anpassen.“ Der Satz danach zieht die Folgerung: Höhere Schäden als erwartet lassen sich im Bestand nicht durch Prämienerhöhungen ausgleichen. Quelle: Geschäftsbericht 10-K für 2025, Risk Factors. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist der entscheidende Unterschied zur übrigen Versicherung. Ein Sachversicherer, der sich verkalkuliert hat, erhöht im nächsten Jahr die Prämien oder zeichnet das Risiko nicht mehr. Ein Hypothekenversicherer sitzt seinen Bestand ab — bei Kredit­laufzeiten von 30 Jahren und einer Bestandstreue von über 80 Prozent kann das lange dauern. Die Überschrift des Risikofaktors lautet entsprechend schlicht: „The ultimate performance of our mortgage insurance portfolios remains uncertain.“ — „Wie sich unsere Hypothekenversicherungsbestände letztlich entwickeln, bleibt ungewiss.“

Und zur Abhängigkeit von der Konjunktur schreibt der Bericht:

„The frequency and severity of claims we incur is uncertain and will depend largely on general economic factors outside of our control, including, among others, changes in unemployment and home prices affordability.“

Übersetzung: „Häufigkeit und Höhe der Schäden, die auf uns zukommen, sind ungewiss und werden weitgehend von allgemeinen wirtschaftlichen Faktoren außerhalb unserer Kontrolle abhängen, darunter Veränderungen der Arbeitslosigkeit und der Erschwinglichkeit von Wohneigentum.“ — Geschäftsbericht 10-K für 2025, Risk Factors

Was in der Finanzkrise geschah — und wen Arch 2024 gekauft hat

Der historische Maßstab ist unangenehm konkret. Von den US-Hypothekenversicherern, die 2007 im Markt standen, überlebten drei die Krise nicht: PMI, Republic und Triad. Alle drei wurden von den Versicherungsaufsichten ihrer Bundesstaaten übernommen. Das ist keine Randnotiz — es waren etablierte Häuser mit jahrzehntelanger Geschichte.

Der Ablauf bei Triad Guaranty lässt sich in den SEC-Meldungen von 2008 nachlesen: Für das zweite Quartal 2008 meldete das Unternehmen einen Verlust von 198,8 Millionen US-Dollar nach einem Gewinn von 12,0 Millionen im Vorjahresquartal. Zum 15. Juli 2008 stellte Triad das Neugeschäft ein und ging in die Abwicklung; Freddie Mac hatte die Berufung gegen die Aussetzung der Zulassung als anerkannter Hypothekenversicherer zurückgewiesen. Bei MGIC, das überlebte, summierten sich die Verluste auf 1,3 Milliarden US-Dollar (2009) und 364 Millionen (2010). Von den Kreditjahrgängen 2005 bis 2008 gerieten je nach Jahrgang 10,8 bis 19,5 Prozent aller Darlehen für 180 Tage oder länger in Verzug — das Fünf- bis Neunfache der heutigen Quote von 2,17 Prozent.

Die Verbindung zur Gegenwart ist direkter, als man denkt. „Republic“ steht für die RMIC Companies, Inc. — und die hat Arch Capital 2024 selbst übernommen. Im Geschäftsbericht taucht das in einer unscheinbaren Zeile der Ausfallstatistik auf: „Acquired delinquent loans“ mit 2.525 Fällen im Jahr 2024. Arch hat also die Altlast eines Hauses ins eigene Buch geholt, das die letzte Krise nicht überstanden hat. Das spricht für Zutrauen in die eigene Bewertung solcher Bestände — und es ist zugleich die deutlichste Erinnerung daran, was in diesem Geschäft möglich ist.

Zwei Einwände gehören dazu, und sie wiegen schwer. Erstens ist die Kreditqualität heute eine andere: Die Standards nach dem Dodd-Frank-Gesetz und die Vorgaben der staatlichen Institute haben die Praktiken beseitigt, die 2005 bis 2007 die Ausfälle produzierten. Zweitens ist Arch anders finanziert. Das Verhältnis von Risiko zu Kapital bei der US-Tochter liegt bei 8,2 zu 1 (2024: 7,8 zu 1) — die gesetzliche Obergrenze der meisten Bundesstaaten liegt bei 25 zu 1. Die Kapitalanforderungen der staatlichen Institute erfüllt Arch mit einem Deckungsgrad von 179 Prozent (2024: 186 Prozent); bei vollständiger Umsetzung der 2024 verschärften Regeln wären es 173 Prozent.

Die MidCorp-Übernahme von Allianz

Der zweite große Vorgang der jüngeren Vergangenheit liegt in der Versicherungssparte. Am 1. August 2024 übernahm Arch von der Allianz das US-Geschäft mit mittelständischen Sach- und Haftpflichtrisiken sowie das US-Unterhaltungsgeschäft — gezeichnet von der Allianz-Tochter Fireman's Fund, bezogen auf Schadenjahre ab 2016.

Der Kaufpreis wirkt zunächst klein: 450 Millionen US-Dollar in bar. Die eigentliche Zahl steht in der Kapitalflussrechnung. Mit dem Geschäft kamen Kapitalanlagen und Barmittel im Zeitwert von 2.332 Millionen US-Dollar zu Arch; unter dem Strich flossen dem Konzern 852 Millionen US-Dollar netto an Barmitteln zu. Arch hat also weniger bezahlt, als an liquiden Mitteln hereinkam — bei gleichzeitiger Übernahme der zugehörigen Schadenreserven.

Wie entwickelt sich das übernommene Geschäft? Die Antwort fällt gemischt aus:

  • Volumen: Die Nettoprämien der Versicherungssparte stiegen 2025 um 13,4 Prozent auf 7.798 Millionen US-Dollar — laut Bericht überwiegend wegen der Übernahme.
  • Reserveüberraschungen: Es gab keine. Die Versicherungssparte wies 2025 eine günstige Abwicklung von 43 Millionen US-Dollar aus (2024: 37 Millionen). Die Kaufpreisaufteilung wurde im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen; die einzige Korrektur betrug 10 Millionen US-Dollar, die vom Nettovermögen in den Firmenwert wanderten. Für ein Portfolio mit Schadenjahren zurück bis 2016 ist das ein bemerkenswert ruhiger Verlauf.
  • Kosten: Transaktions- und Integrationskosten von 75 Millionen US-Dollar (2025) nach 81 Millionen (2024), dazu Abschreibungen auf immaterielle Werte von 193 Millionen (2025) nach 235 Millionen. Die Vertriebsbeziehungen wurden mit 220 Millionen aktiviert und werden über zehn Jahre abgeschrieben.
  • Kurskorrektur: Im ersten Quartal 2026 entschied Arch, bestimmtes übernommenes Programmgeschäft im mittelständischen Bereich nicht zu verlängern. Die Daten- und Systemmigration ist weitgehend abgeschlossen, Übergangskosten laufen bis zur Jahresmitte 2026.

Zusammen mit dem Rückzug von David Gansberg als President der Versicherungssparte am 3. Juni 2026 ergibt das ein Bild: Der Zukauf hat Volumen gebracht und keine Reserveleichen, aber die Sparte trägt mit 95,2 Prozent Schaden-Kosten-Quote (2025) und 66 Millionen US-Dollar Zeichnungsgewinn im ersten Quartal 2026 den geringsten Teil zum Ergebnis bei.

Schadenquoten, Reserven, Katastrophenlast

Über alle drei Segmente hinweg war 2025 ein gutes Jahr — und es war von günstiger Reserveentwicklung getragen. Die Auflösung von Rückstellungen früherer Jahre summierte sich auf 600 Millionen US-Dollar: 43 Millionen in der Versicherung (0,6 Ratiopunkte), 322 Millionen in der Rückversicherung (4,0 Punkte) und 235 Millionen im Hypothekengeschäft (20,2 Punkte). Im Vorjahr waren es 507 Millionen.

Die Katastrophenlast fiel milder aus als 2024. In der Rückversicherung kostete sie 8,5 Ratiopunkte nach 11,8 Punkten, vor allem durch die kalifornischen Waldbrände; in der Versicherung 4,4 Punkte nach 4,6. Im ersten Quartal 2026 war der Kontrast noch deutlicher: Die Rückversicherung verbuchte 5,4 Punkte Katastrophenlast gegen 21,7 Punkte im Vorjahresquartal, das von denselben Waldbränden geprägt war. Die Schadenquote des Segments fiel dadurch von 66,9 auf 51,7 Prozent, das Zeichnungsergebnis stieg auf 441 Millionen US-Dollar.

Die Gesamtschadenreserven betrugen zum 31. Dezember 2025 33,5 Milliarden US-Dollar. Arch gibt 28,0 Prozent der Bruttoprämien an Rückversicherer ab (2024: 26,9 Prozent).

Für das laufende Jahr formuliert der Bericht selbst Gegenwind. Bei den Vertragserneuerungen zum 1. Januar 2026 fielen die Preise für Katastrophen- und kurzabwickelnde Schadenexzedenten-Deckungen laut Arch um 10 bis 20 Prozent. Die Nettoprämien der Rückversicherung sanken im ersten Quartal 2026 entsprechend um rund 6 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar.

Kapitalanlage, Buchwert und der Preisvergleich

Das Kapitalanlageergebnis stieg 2025 auf 1.625 Millionen US-Dollar nach 1.495 Millionen (2024) und 1.023 Millionen (2023). Dazu kamen 464 Millionen realisierte Gewinne. Die Gesamtrendite des Portfolios lag bei 8,52 Prozent gegen einen Vergleichsmaßstab von 8,78 Prozent — die leichte Unterrendite führt Arch auf Abschreibungen und Verkäufe alternativer Anlagen zurück. Die Zinsbindungsdauer der festverzinslichen Anlagen beträgt 3,34 Jahre und ist damit bewusst kurz gehalten.

Der Buchwert je Aktie stieg 2025 um 22,6 Prozent von 53,11 auf 65,11 US-Dollar und zum 31. März 2026 weiter auf 66,19 US-Dollar. Das Stammaktienkapital betrug zuletzt 23.358 Millionen US-Dollar bei 352,9 Millionen Aktien.

Damit lässt sich der Preisvergleich anstellen, der bei drei Bermuda-Häusern im selben Filter naheliegt:

Bermuda-VersichererKurs-Buchwert-VerhältnisEigenkapitalrenditeBesonderheit
Arch Capitalrund 1,5620,1 % (2025)drei Segmente inkl. Hypothek
AXIS Capitalrund 1,5217,4 %2022 aus dem Katastrophengeschäft ausgestiegen
RenaissanceRerund 1,1623,4 %im Katastrophengeschäft geblieben

Arch ist der teuerste der drei — und das ist bemerkenswert, weil RenaissanceRe die höhere Eigenkapitalrendite ausweist und trotzdem nur rund drei Viertel des Buchwert-Aufschlags kostet. Der Markt zahlt bei Arch für die Verteilung auf drei voneinander unabhängige Ertragsquellen und für die Stetigkeit der Reihe. Der Vergleich mit AXIS Capital zeigt, wie eng das beieinanderliegt: 1,56 gegen 1,52 bei drei Prozentpunkten mehr Rendite.

Weitere Häuser mit ähnlichem Zuschnitt finden sich in unseren Analysen zu SiriusPoint und zur American Financial Group.

Rückkäufe, Rating und Kapitalstruktur

Arch gibt konsequent Kapital zurück. 2025 wurden eigene Aktien für 1,9 Milliarden US-Dollar zurückgekauft, im ersten Quartal 2026 weitere 783 Millionen. Die Aktienzahl fiel dadurch von 376,4 Millionen (31.12.2024) über 359,0 Millionen (31.12.2025) auf 352,9 Millionen (31.03.2026) — jede sechzehnte Aktie verschwand binnen fünfzehn Monaten. Am 4. September 2025 erhöhte der Verwaltungsrat die Rückkaufermächtigung um 2,0 Milliarden US-Dollar auf das bestehende 1,0-Milliarden-Programm. Seit Programmbeginn hat Arch rund 455,0 Millionen Aktien erworben. Im Jahr 2024 kam eine Sonderdividende von 1,9 Milliarden hinzu.

Die Verschuldung war zum Jahresende gering: 2.750 Millionen US-Dollar Anleihen im Nennwert gegen 24.206 Millionen Eigenkapital — ein Verschuldungsgrad von 0,11. Nach dem Quartalsbericht hat sich das geändert. Anfang Juni 2026 begab Arch neue Anleihen über 600 Millionen US-Dollar (5,250 Prozent, fällig 2036) und 1.400 Millionen (5,950 Prozent, fällig 2056) und kaufte im Gegenzug ältere Papiere über bis zu 417,851 Millionen zurück. Rechnerisch steigen die Schulden damit auf rund 4,33 Milliarden US-Dollar und der Verschuldungsgrad auf rund 0,19 — für den Qualitätsfilter, der bis 1,0 zulässt, weiterhin unauffällig, aber der Zinsaufwand von zuletzt 148 Millionen US-Dollar wird deutlich zulegen.

Die Finanzstärke der operativen Töchter bewertet A.M. Best mit „A+“; für alle Lloyd's-Syndikate gilt die Gruppenbewertung „A+“ („Superior“), Stand 5. Januar 2026.

Warum Arch Capital im QARP-Filter steht

Der Scanner „Qualität zum fairen Preis“ verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig. Arch erfüllt alle fünf mit Abstand:

BedingungSchwelleArch Capital
Piotroski-F-Scoremindestens 78 von 9
Eigenkapitalrenditemindestens 15 %21,3 % (Arch selbst weist 20,1 % aus)
EBIT-Margemindestens 10 %rund 25,7 % (4.979 Mio. Vorsteuerergebnis plus 148 Mio. Zinsaufwand gegen 19.929 Mio. Erträge)
Verschuldungsgradhöchstens 1,00,11 zum Jahresende, rund 0,19 nach den Juni-Anleihen
Kurs-Gewinn-Verhältnisüber 0 bis 208,3

Das Fundamental-Rating liegt bei 58 Punkten (Note B); 50 ist der Durchschnitt des Universums, ab 75 gibt es die Note A. Arch belegt Rang 32 der US-Auswahl, direkt hinter AXIS Capital auf Rang 31. Die Scanner-Listen werden täglich neu berechnet.

Was das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,3 verdeckt

Arch hat zwei voneinander unabhängige Zyklen im Haus. Der eine ist der klassische Versicherungszyklus: Katastrophenlast und Reserveauskömmlichkeit. Der andere ist der Kreditzyklus des US-Wohnungsmarkts. Beide standen 2025 gleichzeitig günstig — und genau das misst das Vielfache von 8,3.

Rechnet man beide auf ein normaleres Niveau, ergibt sich Folgendes, ausgehend vom Vorsteuerergebnis 2025 von 4.979 Millionen US-Dollar:

NormalisierungsschrittWirkungVorsteuerergebnis
Ausgangswert 20254.979 Mio. US-Dollar
ohne Reserveauflösung Versicherung und Rückversicherungminus 365 Mio.4.614 Mio. US-Dollar
Katastrophenlast Rückversicherung auf Vorjahresniveau (11,8 statt 8,5 Punkte)minus 268 Mio.4.346 Mio. US-Dollar
Hypothekenausfälle bei 6 % statt 2,17 %, ohne Reserveauflösungminus 855 Mio.3.491 Mio. US-Dollar

Das Vorsteuerergebnis fiele um 29,9 Prozent. Überträgt man diesen Rückgang auf das den Stammaktionären zustehende Ergebnis von 4.359 Millionen US-Dollar, blieben rund 3.056 Millionen — und das Kurs-Gewinn-Verhältnis stiege von 8,3 auf rund 12.

Das ist kein Katastrophenszenario. Es ist ein Jahr mit durchschnittlicher Katastrophenlast, ohne Rückenwind aus alten Reserven und mit Hypothekenausfällen auf dem Niveau, das die Branche zuletzt 2020 sah. Wer die Aktie mit 8,3 bewertet, unterstellt implizit, dass beide Zyklen günstig bleiben.

Warum wir den Altman-Z″-Score hier nicht deuten

Der Altman-Z″-Score ist ein Frühwarnmaß für Zahlungsunfähigkeit; unterhalb von 1,1 gilt ein Unternehmen als gefährdet, ab 2,6 als sicher. Wir nennen diese Schwellen der Vollständigkeit halber und werten sie bei Arch Capital bewusst nicht aus.

Der Grund liegt in der Konstruktion der Formel. Sie wurde an Industrieunternehmen mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht, und ihr am stärksten gewichteter Baustein ist das Nettoumlaufvermögen — die Differenz aus kurzfristigem Vermögen und kurzfristigen Schulden. Eine Versicherungsbilanz kennt diese Trennung nicht. Schadenrückstellungen von 33,5 Milliarden US-Dollar sind keine kurzfristige Verbindlichkeit mit Fälligkeitsdatum, sondern eine statistische Schätzung darüber, wann und in welcher Höhe künftig gezahlt wird. Bei Arch kommt hinzu, dass die Reserven der Hypothekensparte nach einer völlig anderen Logik gebildet werden als die der beiden anderen Segmente — erst bei eingetretenem Verzug, nicht bei verdienter Prämie.

Aussagekräftig sind stattdessen die Schaden-Kosten-Quoten je Segment, die Reserveentwicklung, das Verhältnis von Risiko zu Kapital in der Hypothekentochter (8,2 zu 1) und die Finanzstärke-Bewertung „A+“.

Fazit

Arch Capital ist ein hervorragend geführtes Versicherungshaus mit einer ungewöhnlichen Ertragsstruktur. Alle drei Segmente arbeiteten 2025 profitabel, der Buchwert je Aktie stieg um 22,6 Prozent, die Eigenkapitalrendite lag bei 20,1 Prozent, und das Haus kaufte für 1,9 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurück. Ein Verlustjahr gab es in der jüngeren Vergangenheit nicht.

Die Frage, die diese Analyse aufwirft, betrifft nicht die Substanz, sondern die Haltbarkeit des Gewinns. Ein Drittel des Zeichnungsergebnisses stammt aus einer Sparte, deren ausgewiesene Marge zu einem erheblichen Teil aus der Auflösung alter Reserven gespeist wird und die von zwei Größen abhängt, über die Arch keine Kontrolle hat: Arbeitslosigkeit und Hauspreise. Der Trend in dieser Sparte hat bereits gedreht — Ausfallquote, Schadenhöhe und Schadenquote zeigen alle drei nach oben, wenn auch von sehr niedrigem Niveau.

Der Preis dafür ist die eigentliche Entscheidung. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,56 ist Arch teurer als beide Bermuda-Nachbarn im selben Filter, und das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,3 misst das gleichzeitige Zusammentreffen zweier günstiger Zyklen. Normalisiert liegt es bei rund 12. Das ist kein hoher Preis für die Qualität dieses Hauses — aber es ist ein anderer Preis als der, den die Kennzahl auf den ersten Blick nennt. Keine Anlageberatung.

Unser Fazit auf einen Blick

Ertragsstruktur positiv
Alle drei Segmente arbeiteten 2025 profitabel und lieferten zusammen 2.933 Millionen US-Dollar Zeichnungsergebnis: Versicherung 375 Millionen bei 95,2 Prozent Schaden-Kosten-Quote, Rückversicherung 1.558 Millionen bei 80,8 Prozent und Hypothekenversicherung 1.000 Millionen bei 14,6 Prozent. Dazu kamen 1.625 Millionen US-Dollar Kapitalanlageergebnis nach 1.495 Millionen im Vorjahr. Die Erträge stiegen von 13.634 (2023) über 17.440 (2024) auf 19.929 Millionen US-Dollar, das Vorsteuerergebnis von 3.385 auf 4.979 Millionen. Diese Verteilung auf drei weitgehend unabhängige Ertragsquellen ist der eigentliche Vorzug gegenüber reinen Spezial- oder Rückversicherern.
Hypothekenversicherung negativ
Das offene Thema. Die Sparte liefert aus 6,9 Prozent der Prämien 34,1 Prozent des Zeichnungsergebnisses, doch 20,2 der 14,6 Ratiopunkte Schaden-Kosten-Quote stammen aus der Auflösung alter Reserven — 235 Millionen US-Dollar. Bereinigt läge die Quote bei 34,8 statt 14,6 Prozent. Alle drei Frühindikatoren zeigen nach oben: Die Ausfallquote stieg von 2,09 auf 2,17 Prozent, die Schadenhöhe je Fall von 71,6 auf 76,9 Prozent der gedeckten Summe, und im ersten Quartal 2026 sprang die Schadenquote von 1,1 auf 5,3 Prozent. Nach unserer Rechnung würde eine Ausfallquote von 6 Prozent das Ergebnis der Sparte von 1.000 auf rund 145 Millionen US-Dollar drücken. Arch schreibt selbst, es könne die Prämien im Bestand nicht anpassen: „higher than anticipated claims generally cannot be offset by premium increases on policies in force“ (10-K für 2025).
Substanz & Kapital positiv
Dem Eigenkapital von 24.206 Millionen US-Dollar (31.12.2025) standen Anleihen über 2.750 Millionen gegenüber — ein Verschuldungsgrad von 0,11, nach der Emission vom Juni 2026 rund 0,19. Das Kapital beträgt 26,9 Milliarden US-Dollar, der Piotroski-F-Score 8 von 9, die Finanzstärke „A+“ bei A.M. Best. Der Buchwert je Aktie stieg 2025 um 22,6 Prozent auf 65,11 und weiter auf 66,19 US-Dollar (31.03.2026). Entscheidend für die Substanzfrage: Arch beziffert den modellierten Schaden aus einem schweren Wirtschaftsabschwung am Wohnungsmarkt selbst auf 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals — weniger als ein Jahresergebnis der betroffenen Sparte und weit unter der selbstgesetzten Grenze von 25 Prozent.
Versicherungssparte neutral
Die größte Sparte nach Prämien ist die schwächste nach Ergebnis. 2025 lieferte sie aus 7.771 Millionen US-Dollar Nettoprämien nur 375 Millionen Zeichnungsgewinn bei einer Schaden-Kosten-Quote von 95,2 Prozent; im ersten Quartal 2026 waren es 66 Millionen. Die MidCorp-Übernahme von Allianz brachte Volumen — plus 13,4 Prozent Nettoprämien — und bislang keine Reserveüberraschungen: Die Abwicklung war 2025 mit 43 Millionen US-Dollar günstig, die Kaufpreisaufteilung wurde im zweiten Quartal 2025 mit einer Korrektur von nur 10 Millionen abgeschlossen. Arch verzichtet inzwischen jedoch auf die Verlängerung bestimmter übernommener Programmgeschäfte, und am 3. Juni 2026 legte der zuständige President David Gansberg sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.
Kapitalrückgabe positiv
Arch gibt konsequent Kapital zurück, und zwar aus laufendem Ertrag. 2025 wurden eigene Aktien für 1,9 Milliarden US-Dollar zurückgekauft, im ersten Quartal 2026 weitere 783 Millionen; 2024 kam eine Sonderdividende von 1,9 Milliarden hinzu. Die Aktienzahl fiel von 376,4 Millionen (31.12.2024) über 359,0 (31.12.2025) auf 352,9 Millionen (31.03.2026). Am 4. September 2025 erhöhte der Verwaltungsrat die Ermächtigung um 2,0 Milliarden US-Dollar. Die Rückkäufe erfolgten dabei oberhalb des Buchwerts von 65,11 US-Dollar je Aktie — sie schmälern den Buchwert je Aktie also leicht, statt ihn zu heben.
Bewertung neutral
Kurs-Gewinn-Verhältnis 8,3, Kurs-Buchwert-Verhältnis rund 1,56 gegen den Buchwert je Aktie von 66,19 US-Dollar (31.03.2026), Börsenwert 35,7 Milliarden US-Dollar — Rang 32 im QARP-Scanner (Datenstand 28. Juli 2026). Damit ist Arch teurer als AXIS Capital mit rund 1,52 und deutlich teurer als RenaissanceRe mit rund 1,16, obwohl RenaissanceRe die höhere Eigenkapitalrendite ausweist. Das Vielfache von 8,3 misst ein Jahr, in dem Versicherungs- und Kreditzyklus gleichzeitig günstig standen: 600 Millionen US-Dollar Reserveauflösungen, eine Katastrophenlast von 8,5 statt 11,8 Ratiopunkten in der Rückversicherung und Hypothekenausfälle auf einem Mehrjahrestief. Normalisiert man alle drei, sinkt das Vorsteuerergebnis von 4.979 auf rund 3.491 Millionen und das Vielfache steigt auf rund 12.

Arch Capital führt drei Segmente, und das kleinste trägt am meisten. Die Hypothekenversicherung lieferte 2025 aus 6,9 Prozent der Nettoprämien 34,1 Prozent des versicherungstechnischen Ergebnisses — 1.000 von 2.933 Millionen US-Dollar bei einer Schaden-Kosten-Quote von 14,6 Prozent. Diese Marge ist zur Hälfte geliehen: 20,2 der 14,6 Ratiopunkte stammen aus der Auflösung alter Reserven; bereinigt läge die Quote bei 34,8 Prozent. Der Trend hat gedreht — Ausfallquote von 2,09 auf 2,17 Prozent, Schadenhöhe je Fall von 71,6 auf 76,9 Prozent, Schadenquote im ersten Quartal 2026 von 1,1 auf 5,3 Prozent. Entlastend wirkt Archs eigenes Rezessionsmodell: Ein schwerer Einbruch am Wohnungsmarkt kostet danach 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals — ein Jahresergebnis der Sparte, nicht das Haus. Die Substanz ist unstrittig: 26,9 Milliarden US-Dollar Kapital, Verschuldungsgrad 0,11, F-Score 8 von 9, Rating „A+“, Buchwert je Aktie plus 22,6 Prozent, 1,9 Milliarden US-Dollar Rückkäufe. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,56 ist Arch trotzdem teurer als AXIS Capital (1,52) und RenaissanceRe (1,16), und das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,3 liegt normalisiert bei rund 12. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Für Rot gibt es keinen Substanzbefund, und zwar mit erheblichem Abstand. Dem Eigenkapital von 24.206 Millionen US-Dollar stehen Anleihen über 2.750 Millionen gegenüber — ein Verschuldungsgrad von 0,11, der auch nach der Emission vom Juni 2026 erst bei rund 0,19 liegt. Das Kapital beträgt 26,9 Milliarden US-Dollar, der Piotroski-F-Score 8 von 9, die Finanzstärke der operativen Töchter lautet „A+“ bei A.M. Best. Alle drei Segmente arbeiteten 2025 profitabel, das Vorsteuerergebnis stieg von 3.385 (2023) auf 4.979 Millionen US-Dollar, die Eigenkapitalrendite lag bei 20,1 Prozent, der Buchwert je Aktie stieg um 22,6 Prozent auf 65,11 US-Dollar und weiter auf 66,19 (31.03.2026). Zusätzlich kaufte das Haus eigene Aktien für 1,9 Milliarden US-Dollar zurück. Selbst der eigene Krisenfall trägt: Arch beziffert den modellierten Schaden aus einem schweren Wirtschaftsabschwung am Wohnungsmarkt auf 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals, bei einer selbstgesetzten Obergrenze von 25 Prozent. Für Grün fehlt trotzdem die Antwort auf eine wesentliche operative Frage, und sie ist konkret: die Haltbarkeit der Hypothekenmarge. Ein Drittel des Zeichnungsergebnisses stammt aus einer Sparte, deren ausgewiesene Schaden-Kosten-Quote von 14,6 Prozent zu 20,2 Ratiopunkten aus der Auflösung alter Reserven gespeist wird — bereinigt sind es 34,8 Prozent, das Zeichnungsergebnis fällt von 1.000 auf 765 Millionen US-Dollar. Diese Quelle versiegt naturgemäß, und die Frühindikatoren zeigen bereits nach oben: Ausfallquote von 2,09 auf 2,17 Prozent, Schadenhöhe je Fall von 71,6 auf 76,9 Prozent der gedeckten Summe, Schadenquote im ersten Quartal 2026 von 1,1 auf 5,3 Prozent. Arch kann darauf nicht reagieren — der Bericht hält fest, dass Prämien im Bestand nicht angepasst werden können. Dazu kommt die zweite offene Frage: Die Versicherungssparte liefert aus 7.771 Millionen US-Dollar Nettoprämien nur 375 Millionen Zeichnungsgewinn und im ersten Quartal 2026 nur noch 66 Millionen, Arch verlängert Teile des von Allianz übernommenen Programmgeschäfts nicht mehr, und der zuständige President legte am 3. Juni 2026 sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Das sind operative Fragen ohne Substanzrisiko — also Gelb.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam ACGL über den QARP-Scanner „Qualität zum fairen Preis“ (Rang 32 der US-Auswahl, Datenstand 28. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (ACGL: 8 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (21,3 laut Scanner; Arch selbst weist 20,1 Prozent aus), EBIT-Marge mindestens 10 Prozent (nach unserer Rechnung aus dem Geschäftsbericht rund 25,7 Prozent: 4.979 Mio. US-Dollar Vorsteuerergebnis plus 148 Mio. Zinsaufwand gegen 19.929 Mio. Erträge), Verschuldungsgrad höchstens 1,0 (0,11 zum Jahresende, rund 0,19 nach den Anleihen vom Juni 2026) und ein positives KGV bis 20 (8,3). Das Fundamental-Rating liegt bei 58 Punkten (Note B) — 50 ist der Durchschnitt des Universums, ab 75 gibt es die Note A. Direkt davor auf Rang 31 steht AXIS Capital, ebenfalls aus Pembroke auf Bermuda. Die Scanner-Listen werden täglich neu berechnet.
  • Der Altman-Z″-Score wird in dieser Analyse bewusst nicht gedeutet (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sicher). Er wurde an Industriebetrieben mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht; eine Versicherungsbilanz kennt die Trennung in kurz- und langfristig nicht, sodass sich das am stärksten gewichtete Nettoumlaufvermögen nicht bilden lässt — Schadenrückstellungen von 33,5 Milliarden US-Dollar (31.12.2025) sind keine kurzfristige Verbindlichkeit mit Fälligkeitsdatum, sondern eine statistische Schätzung. Bei Arch kommt hinzu, dass die Reserven der Hypothekensparte nach einer anderen Logik gebildet werden als die der beiden übrigen Segmente: erst bei eingetretenem Zahlungsverzug, nicht bei verdienter Prämie. Aussagekräftig sind stattdessen die Schaden-Kosten-Quoten je Segment, die Reserveentwicklung, das Verhältnis von Risiko zu Kapital in der Hypothekentochter (8,2 zu 1 bei einer gesetzlichen Obergrenze von 25 zu 1) und die Finanzstärke-Bewertung „A+“.
  • Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 28. Juli 2026 (Börsenwert 35,7 Milliarden US-Dollar). Die Gegenprobe mit 352,9 Millionen Aktien und Aktienäquivalenten aus dem Quartalsbericht zum 31. März 2026 und dem Kurs von 103,36 US-Dollar ergibt rund 36,5 Milliarden US-Dollar; die Abweichung von rund 2 Prozent liegt weit unter der Fünftel-Schwelle und erklärt sich durch die Rückkäufe nach dem Quartalsstichtag — bei 35,7 Milliarden entspricht das rund 345 Millionen Aktien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis hält der Gegenprobe ebenfalls stand: Gegen das den Stammaktionären zustehende Ergebnis von 4.359 Millionen US-Dollar (2025) ergeben 35,7 Milliarden ein Vielfaches von 8,2, gegen den verwässerten Gewinn je Aktie von 11,60 US-Dollar rund 8,9, gegen den rollierenden Zwölfmonatsgewinn von 13,00 US-Dollar rund 7,9 — der Scanner-Wert von 8,3 liegt in dieser Spanne. Hinweis in eigener Sache: Diese Werte wurden am 28. Juli 2026 korrigiert; zuvor rechnete die Liste mit einem 26 Tage alten Börsenwert (KGV 7,5 bei 32,4 Milliarden US-Dollar). Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument.
  • Verwechslungsgefahr: Arch Capital Group Ltd. (Nasdaq: ACGL) hat nichts mit Arch Resources zu tun, einem US-Kohleförderer, und nichts mit Arch Coal. Trotz Sitz auf Bermuda ist Arch US-Inlandsemittent und legt 10-K, 10-Q und 8-K vor — in der Filing-Historie existiert kein 20-F und kein 6-K. Der jüngste Quartalsbericht ist das 10-Q zum 31. März 2026, eingereicht am 5. Mai 2026; die zugehörige Ergebnismitteilung erschien als 8-K am 28. April 2026. Sämtliche Einreichungen danach sind ausgewertet: die Hauptversammlungsergebnisse (8-K vom 07.05.2026, alle Beschlussvorlagen angenommen, Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers LLP), das Rückkaufangebot für Altanleihen (8-K vom 02.06.2026, Ergebnis am 16.06.2026 mit einem Höchstbetrag von 417,851 Mio. US-Dollar), die Anleiheemission über 2,0 Mrd. US-Dollar (8-K vom 03.06. und 09.06.2026) sowie der Rücktritt von David Gansberg als President und die Erweiterung der Zuständigkeit von Maamoun Rajeh (8-K vom 03.06.2026). Form 15 oder Form 25 liegen nicht vor.

Häufige Fragen

Das Hypothekensegment lieferte 2025 ein Zeichnungsergebnis von 1.000 Millionen US-Dollar aus Nettoprämien von 1.172 Millionen — eine Schaden-Kosten-Quote von 14,6 Prozent. Damit steuerte die Sparte 6,9 Prozent der Konzernprämien, aber 34,1 Prozent des versicherungstechnischen Ergebnisses bei. Es war das vierte Jahr in Folge mit über einer Milliarde US-Dollar.

Zu einem erheblichen Teil aus der Auflösung alter Reserven. Von den 14,6 Ratiopunkten stammen 20,2 Punkte oder 235 Millionen US-Dollar aus günstiger Abwicklung früherer Jahre. Ohne diesen Effekt läge die Quote bei 34,8 Prozent und das Zeichnungsergebnis bei 765 statt 1.000 Millionen. Reserven entstehen erst bei Zahlungsverzug und werden aufgelöst, sobald der Verzug geheilt ist.

Sie stieg von 2,09 Prozent am 31. Dezember 2024 auf 2,17 Prozent am 31. Dezember 2025. Das entspricht 22.985 von 1.058.907 Policen im US-Primärgeschäft. Je Ausfall sind im Schnitt 15,3 Tausend US-Dollar zurückgestellt. Die Schadenhöhe je Fall stieg im selben Zeitraum von 71,6 auf 76,9 Prozent der gedeckten Summe.

Arch modelliert das selbst: Ein schwerer Wirtschaftsabschwung am Wohnungsmarkt ergibt nach dem hauseigenen Modell einen Verlust von 931 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des materiellen Eigenkapitals (Stand 1. Januar 2026), bei einer selbstgesetzten Obergrenze von 25 Prozent. Nach unserer Rechnung würde eine Ausfallquote von 6 Prozent das Zeichnungsergebnis der Sparte von 1.000 auf rund 145 Millionen US-Dollar drücken.

Drei US-Häuser überlebten sie nicht und wurden von den Aufsichtsbehörden übernommen: PMI, Republic und Triad. Triad Guaranty meldete für das zweite Quartal 2008 einen Verlust von 198,8 Millionen US-Dollar und stellte das Neugeschäft zum 15. Juli 2008 ein. Von den Kreditjahrgängen 2005 bis 2008 gerieten 10,8 bis 19,5 Prozent aller Darlehen für 180 Tage oder länger in Verzug. Republic — die RMIC Companies — hat Arch 2024 selbst übernommen.

Zum 1. August 2024 übernahm Arch das US-Geschäft mit mittelständischen Sach- und Haftpflichtrisiken sowie das US-Unterhaltungsgeschäft der Allianz-Tochter Fireman's Fund für 450 Millionen US-Dollar bar. Mit dem Geschäft kamen Kapitalanlagen und Barmittel über 2.332 Millionen; netto flossen Arch 852 Millionen US-Dollar an Barmitteln zu. Reserveüberraschungen gab es bislang nicht — die Versicherungssparte wies 2025 eine günstige Abwicklung von 43 Millionen aus.

Das Vielfache misst ein Jahr, in dem Versicherungs- und Kreditzyklus gleichzeitig günstig standen. Normalisiert man beide — durchschnittliche Katastrophenlast, keine Reserveauflösungen, Hypothekenausfälle bei 6 Prozent —, sinkt das Vorsteuerergebnis von 4.979 auf rund 3.491 Millionen US-Dollar und das Kurs-Gewinn-Verhältnis steigt auf rund 12. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,56 liegt über dem von AXIS Capital (1,52) und RenaissanceRe (1,16).

Ja. Arch Capital Group Ltd. ist eine Bermuda-Gesellschaft mit Sitz in Pembroke, meldet aber als US-Inlandsemittent unter der SEC-Nummer 947484: Geschäftsbericht 10-K, Quartalsbericht 10-Q und Ad-hoc-Meldungen 8-K. In der Filing-Historie gibt es kein 20-F und kein 6-K. Die Aktie wird an der Nasdaq gehandelt, das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember.

Fehler gefunden?

Dir ist in dieser Analyse ein sachlicher Fehler, eine veraltete Zahl oder ein Tippfehler aufgefallen? Schreib es kurz rein — Deine Meldung geht direkt an die Redaktion.

Deine Angaben werden nur zur Prüfung Deiner Meldung verwendet und nicht weitergegeben.

Das könnte Sie interessieren

War diese Seite hilfreich für Dich?