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Pelagos-Aktie: 4,7 Milliarden Prämien — und 108 Mitarbeiter, die das Geschäft nicht zeichnen

Pelagos-Aktie: 4,7 Milliarden Prämien — und 108 Mitarbeiter, die das Geschäft nicht zeichnen

Pelagos Insurance Capital hieß bis zum 11. Mai 2026 Fidelis Insurance Group und handelte unter „FIHL“. Der Bermuda-Versicherer schrieb 2025 Bruttoprämien von 4,7 Milliarden US-Dollar — mit 108 eigenen Mitarbeitern. Gezeichnet wird das Geschäft von einer rechtlich getrennten Gesellschaft, die 9,9 Prozent der Aktien hält, die IT-Systeme lizenziert und bis zur Umbenennung auch den Namen. Wir haben den Geschäftsbericht (20-F) für 2025 und alle Zwischenberichte (6-K) danach gelesen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7 misst zwölf Monate mit auffällig milder Katastrophenlast. Fällt die Schaden-Kosten-Quote nur auf ihren Dreijahresschnitt zurück, kostet das rund 1,32 US-Dollar je Aktie. Keine Anlageberatung — nur die Frage, was ein niedriges Vielfaches bei einem Spezialversicherer überhaupt beweist.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Pelagos-Aktie: 4,7 Milliarden Prämien — und 108 Mitarbeiter, die das Geschäft nicht zeichnen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Zwischenberichte, 20-F/6-K)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt in diesem Geschäftsbericht eine Zahl, die kleiner ist, als man sie erwartet, und genau deshalb alles erklärt: 108. So viele Menschen beschäftigte Pelagos Insurance Capital zum 31. Dezember 2025 — 25 auf Bermuda, 66 in Großbritannien, 17 in Irland. Im selben Jahr zeichnete das Haus Versicherungs- und Rückversicherungsverträge über 4.717,6 Millionen US-Dollar Bruttoprämien. Das sind rund 44 Millionen US-Dollar Prämie je Kopf.

Der Grund ist kein Effizienzwunder. Er steht drei Kapitel weiter: Origination, Zeichnung, Rückversicherungseinkauf und Schadenbearbeitung erledigt eine rechtlich getrennte Gesellschaft — The Fidelis Partnership, im Bericht kurz „TFP“. Sie hält 9,9 Prozent der Aktien, lizenziert dem Konzern die IT-Systeme und lizenzierte ihm bis vor Kurzem auch den eigenen Namen. Von den 108 Mitarbeitern arbeiteten nur 20 überhaupt im Versicherungshandwerk; die anderen 88 verwalten Kapital, Finanzen, Aufsichtsrecht und Verträge.

Der Aktien-Scanner sieht davon nichts. Er sieht ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7, eine Eigenkapitalrendite von 16,2 Prozent und einen Piotroski-F-Score von 7 von 9 — und meldet Qualität zum fairen Preis. Wir haben deshalb den Geschäftsbericht für 2025 und alle Zwischenberichte danach gelesen, mit einer einzigen Frage: Was misst dieses niedrige Vielfache eigentlich? Die Antwort führt zu zwei Befunden, die sich durch die ganze Analyse ziehen. Erstens: Die zwölf Monate, auf denen das KGV beruht, waren katastrophenarm. Zweitens: Der Konzern besitzt Kapital und eine Bilanz — das Handwerk gehört jemand anderem.

Was Pelagos eigentlich macht — und warum es nicht mehr Fidelis heißt

Pelagos Insurance Capital Limited ist eine Bermuda-Gesellschaft mit Sitz in Pembroke, gegründet am 22. August 2014, seit Juni 2015 im Zeichnungsgeschäft und seit Juli 2023 an der New York Stock Exchange. Geführt wird sie von Konzernchef Daniel Burrows (über 35 Jahre in der Branche) und Finanzchef Allan C. Decleir. Unter dem Dach hängen drei operative Versicherer: Fidelis Insurance Bermuda, Fidelis Underwriting (Großbritannien) und Fidelis Insurance Ireland.

Am 3. Januar 2023 wurde das ursprüngliche Fidelis in zwei Häuser zerlegt — die „Separation Transactions“. Auf der einen Seite blieb der Risikoträger mit dem Kapital und der Bilanz, das heutige Pelagos. Auf der anderen Seite entstand The Fidelis Partnership, eine privat gehaltene Gesellschaft, die das Zeichnungsgeschäft betreibt — im Fachjargon ein Managing General Underwriter, also ein Bevollmächtigter, der im Namen eines Versicherers Policen zeichnet, ohne selbst das Risiko zu tragen.

Am 25. Februar 2026 kündigte der Konzern an, sich in Pelagos Insurance Capital umzubenennen. Die Hauptversammlung stimmte am 28. April 2026 zu, die Namensänderung wurde am 11. Mai 2026 wirksam, und am 12. Mai 2026 wechselte das Kürzel an der NYSE von FIHL auf PLGO. Burrows begründete das mit Herkunft und Bild: „Pelagos“ stammt aus derselben Wurzel wie „Archipel“ — eine Gemeinschaft von Inseln, jede eigenständig, alle verbunden.

Es gibt allerdings einen zweiten, nüchterneren Grund, und der steht im Kapitel über die Lizenzverträge: Der Name „Fidelis“ gehörte gar nicht dem börsennotierten Haus. Er wurde ihm von TFP lizenziert. Wer den Bericht in dieser Reihenfolge liest, versteht die Umbenennung anders — als Ablösung von einer Marke, die man nur gemietet hatte.

„As part of the Separation Transactions, existing technology platforms, including Tyche capital models, the Prequel Policy Administration system, the Jarvis Data Warehouse, and the FireAnt Analytics system, were transferred to TFP. […] The „Fidelis“ name, certain trademarks in the U.K. and E.U., proprietary branding and other protectable signs are likewise subject to licensing by TFP in favor of the Group.“

Übersetzung: „Im Rahmen der Aufspaltung wurden bestehende Technologieplattformen — darunter die Tyche-Kapitalmodelle, das Policenverwaltungssystem Prequel, das Datenlager Jarvis und das Analysesystem FireAnt — auf TFP übertragen. […] Der Name ‚Fidelis‘, bestimmte Marken im Vereinigten Königreich und in der EU, geschützte Gestaltungselemente und weitere schutzfähige Zeichen werden dem Konzern ebenfalls von TFP lizenziert.“

— Pelagos Insurance Capital Limited (damals Fidelis Insurance Holdings), SEC-Geschäftsbericht 20-F für das Geschäftsjahr 2025, Item 7.B „Related Party Transactions“

Gelb markierte Textstelle aus dem Geschäftsbericht 20-F für 2025: Technologieplattformen wurden auf TFP übertragen, und der Name Fidelis sowie Marken in Großbritannien und der EU werden dem Konzern von TFP lizenziert.
Die markierte Stelle im Original: Kapitalmodelle, Policenverwaltung, Datenlager — und der Name „Fidelis“ selbst — gehören TFP und werden dem börsennotierten Konzern lizenziert. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ein Hinweis zur Meldeform, weil er die Aktualität dieser Analyse bestimmt: Pelagos ist ein ausländischer Emittent („foreign private issuer“). Es gibt deshalb keinen Quartalsbericht 10-Q und keinen Jahresbericht 10-K, sondern den Jahresbericht 20-F und Zwischenmeldungen als 6-K. Die Quartalszahlen zum 31. März 2026 stehen in einem 6-K vom 13. Mai 2026 — dem jüngsten Zahlenwerk zum Zeitpunkt dieser Analyse.

Das Geschäft: zehn Sparten, zwei Segmente, ein Schwerpunkt

Pelagos zeichnet in zwei Segmenten. Die Erstversicherung stand 2025 für 3.756,3 Millionen US-Dollar oder 80 Prozent der Bruttoprämien und umfasst Sach, See, forderungsbesicherte Finanzierungen und Portfoliokredite, Energie, Cyber, Luft- und Raumfahrt, politische Risiken, Gewalt und Terror sowie sonstige Spezialrisiken. Die Rückversicherung steuerte 961,3 Millionen oder 20 Prozent bei und ist im Kern ein weltweites Naturkatastrophen-Buch mit Schwerpunkt Nordamerika, dazu Japan, Europa und Australasien.

Balkendiagramm der Bruttoprämien 2025 nach Sparte in Millionen US-Dollar: Sach 1.314,9, Sach-Rückversicherung 931,6, See 722,6, Kredit 531,0, Sonstige 454,6, Energie 208,8, Cyber 195,6, Luftfahrt 172,2, politische Risiken 156,6, Retrozession 29,7.
Zwei Sach-Blöcke tragen fast die Hälfte des Geschäfts: Erstversicherung Sach mit 1.314,9 und Sach-Rückversicherung mit 931,6 Millionen US-Dollar. Beide sind naturkatastrophenexponiert. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Zwischenberichte, 20-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Merke dir diese Verteilung: Zwei der zehn Sparten — Sach-Erstversicherung und Sach-Rückversicherung — stellen zusammen 2.246,5 Millionen US-Dollar oder 48 Prozent der Bruttoprämien, und beide hängen am Wetter. Genau hier entstehen die Schwankungen, um die es weiter unten geht. Eine Sparte ist zudem bewusst geschrumpft: Luft- und Raumfahrt fiel von 371,8 Millionen (2023) über 339,5 (2024) auf 172,2 Millionen US-Dollar (2025) — der Bericht nennt den Grund offen, die Preise erfüllten die eigenen Anforderungen nicht.

Auf der Vertriebsseite gibt es eine Konzentration, die man kennen sollte: Über Aon kamen 2025 Prämien von 896,3 Millionen US-Dollar, über Marsh & McLennan 754,8 Millionen. Zwei Makler bringen damit rund 35 Prozent des Geschäfts.

Wo die Aktie in unserem Scanner auftauchte

Wir lassen täglich rund 3.500 Aktien durch unsere Scanner laufen. Pelagos kam über den QARP-Scanner auf die Rechercheliste — „Quality at a Reasonable Price“, Qualität zum fairen Preis. Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig, und PLGO steht dort auf Rang 9 in der US-Auswahl (Datenstand 27. Juli 2026):

  • Piotroski-F-Score 7 von 9 — die Bilanz-Checkliste ist erfüllt (Mindestwert 7).
  • Eigenkapitalrendite 16,2 Prozent — über der 15-Prozent-Hürde, aber knapp.
  • Operative Marge 19,3 Prozent — fast das Doppelte des geforderten Mindestwerts von 10 Prozent.
  • Verschuldungsgrad 0,37 — Schulden von 843,5 Millionen US-Dollar gegen 2.253,9 Millionen Eigenkapital; erlaubt ist bis 1,0.
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis 6,7 — weit unter der 20er-Grenze.

Dazu meldet der Scanner ein Fundamental-Rating von 60 Punkten (Note B), einen Aufwärtstrend nach Stan Weinstein („Stage 2“), eine relative Stärke von 75 und einen Kurszuwachs von rund 33 Prozent über drei Monate; vom Jahreshoch ist der Titel 1,6 Prozent entfernt. Der Börsenwert liegt bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar.

Zwei Spalten fehlen in der Stammdatenzeile, und das gehört ehrlich dazu: Für PLGO liegen weder eine Drei-Jahres-Rendite noch ein Stress-Verhalten der relativen Stärke vor. Der Grund ist banal und trotzdem erklärungsbedürftig — die Aktie ist erst seit Juli 2023 börsennotiert und trug bis Mai 2026 ein anderes Kürzel. Wer die Historie über den Tickerwechsel hinweg zusammensetzen will, muss FIHL und PLGO manuell verbinden.

Und jetzt der Punkt, an dem man beim Lesen langsamer werden muss. Die beiden auffälligsten Zahlen des Filters — Eigenkapitalrendite 16,2 Prozent und KGV 6,7 — sind Zwölf-Monats-Größen. Der Konzern selbst weist für das Geschäftsjahr 2025 eine Eigenkapitalrendite von 9,3 Prozent aus, bereinigt 8,5 Prozent. Der Unterschied ist kein Rechenfehler: Die 16,2 Prozent stammen aus den vier Quartalen vom zweiten Quartal 2025 bis zum ersten Quartal 2026 — rund 376,0 Millionen US-Dollar Gewinn auf ein durchschnittliches Eigenkapital von rund 2,3 Milliarden. In diesem Fenster fehlt genau das eine Quartal, das wehtat: das erste Quartal 2025 mit den kalifornischen Waldbränden und einem Verlust von 42,5 Millionen US-Dollar.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich trägt. Die Bruttoprämien wuchsen von 3.579,0 (2023) über 4.403,1 (2024) auf 4.717,6 Millionen US-Dollar (2025), ein Plus von 7,1 Prozent im letzten Jahr — getragen von neu angebundenen Zeichnungspartnern in mehreren Sparten. Im ersten Quartal 2026 lagen sie bei 1.840,4 Millionen, plus 6,8 Prozent zum Vorjahresquartal.

Und das Zeichnungsgeschäft war in jedem einzelnen dieser Jahre profitabel. Die entscheidende Kennzahl heißt Schaden-Kosten-Quote (englisch combined ratio): Sie setzt Schäden, Abschlusskosten, die Provisionen an TFP und die Verwaltungskosten ins Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. Unter 100 Prozent bedeutet Zeichnungsgewinn, darüber Zeichnungsverlust.

Balkendiagramm der Schaden-Kosten-Quote in Prozent: 82,1 im Jahr 2023, 99,7 im Jahr 2024, 94,8 im Jahr 2025 und 86,6 im ersten Quartal 2026.
Vier Zeiträume, eine Spanne von 17,6 Punkten: 2024 blieben von 100 US-Dollar Prämie 30 Cent Zeichnungsgewinn übrig, 2023 dagegen 17,90 US-Dollar. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Zwischenberichte, 20-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Bewegung dahinter ist die Katastrophenlast. Katastrophen- und Großschäden kosteten 288,2 Millionen US-Dollar (2023), 509,0 Millionen (2024) und 515,5 Millionen (2025) — 2025 vor allem Hurrikan Melissa und die kalifornischen Waldbrände. Im ersten Quartal 2026 waren es nur 72,3 Millionen nach 333,3 Millionen im Vorjahresquartal. Genau diese Differenz von 261 Millionen US-Dollar trägt den schönen Zwölf-Monats-Ausschnitt.

Der zweite Motor ist die Kapitalanlage. Das Portfolio umfasst zum 31. Dezember 2025 rund 4,5 Milliarden US-Dollar aus Kasse und Anlagen, davon 85,0 Prozent Anleihen und kurzfristige Papiere mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,7 Jahren. Es lieferte 2025 184,0 Millionen US-Dollar laufende Erträge bei einer Gesamtrendite von 4,4 Prozent; im ersten Quartal 2026 waren es 43,7 Millionen bei 4,2 Prozent Durchschnittsverzinsung — leicht rückläufig, weil weniger anlagefähiges Vermögen da war und die Verzinsung nachgab.

Und dann ist da der Hebel, der bei Versicherern oft unterschätzt wird: die eigene Aktie. Die Aktienzahl fiel von 111.730.209 (31.12.2024) über 96.651.534 (31.12.2025) auf 85.496.757 (31.03.2026) — minus 23,5 Prozent in fünf Quartalen. Im ersten Quartal 2026 wurden 11.544.855 Aktien zu durchschnittlich 19,00 US-Dollar eingezogen, darunter 8.597.170 Stück aus einem außerbörslichen Paket des Altgesellschafters CVC für 163,3 Millionen. Der Buchwert je verwässerter Aktie stieg von 21,79 (31.12.2024) über 24,61 (31.12.2025) auf 26,22 US-Dollar (31.03.2026).

Merke dir den Mechanismus: Wer eigene Aktien unter Buchwert einkauft, hebt den Buchwert der verbleibenden Aktien, ohne einen Cent verdient zu haben. Genau das ist im ersten Quartal 2026 passiert — das Eigenkapital sank von 2.399,6 auf 2.253,9 Millionen US-Dollar, der Buchwert je Aktie stieg trotzdem um 7,2 Prozent einschließlich Dividende. Bei einem Versicherer ist das die tragende Bewertungsgröße, nicht das KGV; dazu gleich mehr.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Das KGV von 6,7 misst ein katastrophenarmes Fenster

Rechnen wir es nach, Schritt für Schritt und mit veröffentlichten Zahlen. Der Gewinn je verwässerter Aktie betrug 2025 2,11 US-Dollar; im ersten Quartal 2025 stand ein Verlust von 0,38 US-Dollar, im ersten Quartal 2026 ein Gewinn von 1,15 US-Dollar. Auf die vergangenen zwölf Monate gerechnet ergibt das rund 3,64 US-Dollar je Aktie — beim Kurs, mit dem der hauseigene Datenbestand rechnet (25,60 US-Dollar), etwa das Siebenfache. Der Scanner weist 6,7 aus; die Größenordnung stimmt.

Nun dieselbe Rechnung für die Schaden-Kosten-Quote. Aus Jahres- und Quartalszahlen lässt sich der Zwölf-Monats-Wert bilden: Er liegt bei rund 87,2 Prozent — gegenüber einem Dreijahresschnitt 2023 bis 2025 von 92,2 Prozent und einem schweren Jahr wie 2024 mit 99,7 Prozent. Die verdienten Nettoprämien dieser zwölf Monate betrugen rund 2.259 Millionen US-Dollar. Ein einziger Punkt Schaden-Kosten-Quote kostet damit rund 22,6 Millionen US-Dollar vor Steuern — bei 85,5 Millionen Aktien sind das 0,26 US-Dollar je Aktie.

Daraus folgen zwei Szenarien, beide nicht sonderlich pessimistisch:

  • Rückfall auf den Dreijahresschnitt (92,2 Prozent): fünf Punkte mehr, rund 113 Millionen US-Dollar oder 1,32 US-Dollar je Aktie weniger. Aus 3,64 werden 2,32 US-Dollar — das Kurs-Gewinn-Verhältnis springt von rund 7 auf rund 11.
  • Ein Katastrophenjahr wie 2024 (99,7 Prozent): 12,5 Punkte mehr, rund 282 Millionen US-Dollar oder 3,30 US-Dollar je Aktie weniger. Übrig bleiben rund 0,34 US-Dollar — ein Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich daraus nicht mehr sinnvoll bilden.

Beides ist eine eigene Rechnung, keine Prognose des Unternehmens. Aber sie zeigt, was ein KGV bei einem Spezialversicherer wert ist: Es ist keine Bewertungsaussage, sondern eine Wetterauskunft über die vergangenen zwölf Monate. Deshalb schauen Fachleute bei Versicherern zuerst auf den Buchwert — die einzige Größe, die nicht davon abhängt, ob im Berichtszeitraum ein Hurrikan lief.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Wer hier zeichnet, arbeitet nicht für Pelagos

Das Verhältnis zu TFP regeln ein Rahmenvertrag vom 20. Dezember 2022 mit rollierender Zehnjahreslaufzeit sowie Vollmachtsverträge je Rechtsordnung. Der Konzern hat den Rahmenvertrag für 2026 verlängert und damit eine neue Zehnjahresperiode begonnen. Bezahlt wird TFP nach einem gestaffelten Schlüssel:

  • 11,5 Prozent Zedentenprovision auf im offenen Markt beschafftes Geschäft, 3,0 Prozent auf Geschäft, das über weiterbevollmächtigte fremde Assekuradeure kommt.
  • 3,0 Prozent Portfoliomanagement-Gebühr auf die gezeichneten Nettoprämien.
  • 20 Prozent des operativen Gewinns oberhalb einer Mindestverzinsung von 5 Prozent.
  • Überprovisionen auf Quotenrückversicherungen sowie Gebühren für Abwicklungsdienste im Kündigungsfall.

In Zahlen: 2025 kostete das 328,8 Millionen US-Dollar oder 14,3 Prozent der verdienten Nettoprämien (2024: 311,1 Millionen, 13,8 Prozent). Im ersten Quartal 2026 waren es 86,8 Millionen oder 15,3 Prozent — gestiegen, weil erstmals seit Langem wieder eine Gewinnbeteiligung von 10,2 Millionen anfiel; 2024 war die Mindestverzinsung nicht erreicht worden. Zum Vergleich: Die gesamten eigenen Verwaltungskosten des Konzerns lagen 2025 bei 96,6 Millionen US-Dollar. Pelagos zahlt für das Zeichnen mehr als das Dreifache dessen, was es für sich selbst ausgibt.

Der Geschäftsbericht benennt die Kehrseite ohne Beschönigung:

„The Group relies on TFP to provide certain key services pursuant to the TFP Framework to operate its business, and the Group is limited in how it may conduct certain of its business activities as it must be in accordance with the parameters and limitations set forth in the TFP Framework. If any of the agreements constituting the TFP Framework were terminated or if TFP fails to perform any of the services outsourced to it under the TFP Framework, the Group may be required to hire additional staff to provide such services itself or retain a third party to provide such services, and no assurances can be made that the Group would be able to do so in a timely, efficient or cost-effective manner.“

Übersetzung: „Der Konzern ist darauf angewiesen, dass TFP im Rahmen des TFP-Vertragswerks bestimmte Schlüsselleistungen erbringt, und der Konzern ist in der Art, wie er einen Teil seiner Geschäftstätigkeit ausüben darf, eingeschränkt, weil sie den im TFP-Vertragswerk festgelegten Parametern und Grenzen entsprechen muss. Würde eine der Vereinbarungen des TFP-Vertragswerks beendet oder erbrächte TFP eine der ausgelagerten Leistungen nicht, könnte der Konzern gezwungen sein, zusätzliches Personal einzustellen oder einen Dritten zu beauftragen — ohne dass zugesichert werden kann, dass ihm dies rechtzeitig, effizient oder kostengünstig gelänge.“

— Pelagos Insurance Capital Limited (damals Fidelis Insurance Holdings), SEC-Geschäftsbericht 20-F für das Geschäftsjahr 2025, Item 3.D „Risk Factors“

Gelb markierte Textstelle aus dem Geschäftsbericht 20-F für 2025: Der Konzern ist auf TFP für Schlüsselleistungen angewiesen und müsste bei einer Beendigung zusätzliches Personal einstellen oder Dritte beauftragen.
Die markierte Stelle im Original: Ohne TFP müsste Pelagos das Zeichnungsgeschäft von Grund auf neu aufbauen — der Bericht sagt ausdrücklich, dass dafür keine Zusicherung gegeben werden kann. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ein Detail verdient besondere Aufmerksamkeit: Eine Herabstufung der Finanzstärke über eine vereinbarte Schwelle hinaus löst ein Kündigungsrecht von TFP aus — mit Heilungsfrist, aber eben ein Kündigungsrecht. Derzeit ist das theoretisch: AM Best bestätigte am 1. April 2026 das Rating „A“ (Excellent) mit stabilem Ausblick, S&P führt „A−“, Moody’s „A3“. Aber es beschreibt eine Rückkopplung, die man kennen sollte — schlechte Zahlen könnten über eine Ratingherabstufung genau die Fähigkeit gefährden, überhaupt Geschäft zu zeichnen.

Gelb markierte Textstelle aus dem Geschäftsbericht 20-F für 2025: Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern 108 Personen, davon 25 auf Bermuda, 66 in Großbritannien und 17 in Irland; nur 20 arbeiteten in versicherungsnahen Funktionen.
Die markierte Stelle im Original: 108 Mitarbeiter für 4,7 Milliarden US-Dollar Bruttoprämien — und nur 20 davon in versicherungsnahen Funktionen wie Aktuariat, Schaden, Risiko und Zeichnung. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der Zeichnungspartner ist zugleich Großaktionär — und darf immer mitverkaufen

TFP hält über die Gesellschaft TFP HoldCo 8.527.574 Aktien oder 9,9 Prozent (Stand 3. März 2026). Diese Grenze ist kein Zufall: Ab 9,9 Prozent beschneidet die Satzung das Stimmrecht. Damit der Anteil nicht darüber rutscht, wenn der Konzern eigene Aktien einzieht, gibt es eine vertragliche Zusicherung — TFP darf bei jedem Rückkauf anteilig mitverkaufen.

„In addition, pursuant to contractual arrangements, TFP HoldCo has the right to sell the common shares its owns in FIHL whenever the Group decides to repurchase its common shares either in the open market or pursuant to privately negotiated transactions with one or more of its existing shareholders in order to ensure its beneficial ownership of FIHL's common shares does not exceed 9.9% of the total number of FIHL common shares issued and outstanding. The existence or exercise of this right could give rise to actual or perceived conflicts of interest, including with respect to the timing, pricing or approval of share repurchases by the Group.“

Übersetzung: „Darüber hinaus hat TFP HoldCo aufgrund vertraglicher Vereinbarungen das Recht, die von ihr an FIHL gehaltenen Stammaktien immer dann zu verkaufen, wenn der Konzern beschließt, eigene Stammaktien zurückzukaufen — sei es über die Börse oder in privat ausgehandelten Geschäften mit einem oder mehreren bestehenden Aktionären —, um sicherzustellen, dass ihr wirtschaftlicher Anteil an FIHLs Stammaktien 9,9 Prozent der insgesamt ausgegebenen und umlaufenden Aktien nicht übersteigt. Das Bestehen oder die Ausübung dieses Rechts kann tatsächliche oder wahrgenommene Interessenkonflikte begründen, auch mit Blick auf Zeitpunkt, Preis und Genehmigung von Aktienrückkäufen durch den Konzern.“

— Pelagos Insurance Capital Limited (damals Fidelis Insurance Holdings), SEC-Geschäftsbericht 20-F für das Geschäftsjahr 2025, Item 3.D „Risk Factors“

Gelb markierte Textstelle aus dem Geschäftsbericht 20-F für 2025: TFP HoldCo hat das vertragliche Recht, bei jedem Aktienrückkauf des Konzerns mitzuverkaufen, um ihren Anteil bei höchstens 9,9 Prozent zu halten.
Die markierte Stelle im Original: Der Dienstleister, der für Pelagos zeichnet, ist zugleich der einzige Aktionär, dessen Anteil durch Rückkäufe nie steigt — und der Bericht nennt die daraus möglichen Interessenkonflikte selbst. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ein zweiter Altgesellschafter hat den Ausgang bereits genommen: Am 2. März 2026 kaufte der Konzern sämtliche verbliebenen Aktien von CVC Falcon Holdings zurück; am 7. Mai 2026 verzichtete CVC unwiderruflich auf alle Sonderrechte aus dem Aktionärsvertrag und der Satzung, und der von CVC entsandte Verwaltungsrat Daniel Brand trat zurück. Größter bekannter Aktionär bleiben die Crestview-Fonds mit 14.251.474 Aktien oder 16,5 Prozent; auch der US-Investor Leon G. Cooperman hält 7.041.751 Aktien.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: In der Luftfahrt musste nachreserviert werden — sichtbar nur in der Segmenttabelle

Auf Konzernebene sah 2025 ruhig aus: 3,0 Millionen US-Dollar günstige Nachbewertung alter Schadenjahre, nach 124,6 Millionen nachteiliger Entwicklung im Jahr 2024. In den Segmenten war es anders. Die Erstversicherung musste 77,6 Millionen US-Dollar nachreservieren — der Bericht nennt als Grund höhere Reserven in der Sparte Luft- und Raumfahrt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt, einschließlich Vergleichen und eines Urteils des englischen High Court vom Juni 2025. Gegengerechnet wurde das durch 80,6 Millionen günstige Entwicklung in der Rückversicherung.

Im ersten Quartal 2026 wiederholte sich das Muster in kleinerem Maßstab: Erstversicherung 15,2 Millionen nachteilig, Rückversicherung 18,3 Millionen günstig, unter dem Strich 3,1 Millionen günstig. Für den Hintergrund: Der Konzern hat für den Ukraine-Konflikt eigens Rückstellungen gebildet, auch für Schäden an in Russland verbliebenen Leasingflugzeugen samt der zugehörigen Verfahren. Das ist der Grund, warum die Luftfahrtprämien seit 2023 mehr als halbiert wurden.

Merke dir das Muster: Bei einem Zwei-Segment-Versicherer kann eine ruhige Konzernzahl zwei unruhige Segmente verdecken. Die tragende Größe steht nicht in der Zusammenfassung, sondern in den Segmenttabellen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Die Prämien wachsen schneller als das Kapital

Die Bruttoprämien stiegen von 3.579,0 (2023) auf 4.717,6 Millionen US-Dollar (2025), plus 31,8 Prozent. Das Eigenkapital ging im selben Zeitraum von 2.449,8 auf 2.399,6 Millionen zurück und lag zum 31. März 2026 bei 2.253,9 Millionen. Die Bilanzsumme wuchs dagegen auf 13.711,1 Millionen; die Eigenkapitalquote liegt damit bei 16,4 Prozent.

Das ist nicht automatisch bedenklich — ein Teil der Bilanzverlängerung sind vorausbezahlte Rückversicherungsprämien und Forderungen, die sich im Jahresverlauf abbauen; das erste Quartal ist bei Spezialversicherern erneuerungsbedingt das prämienstärkste. Aber die Richtung ist eindeutig: Mehr Risiko wird auf weniger Eigenkapital gezeichnet, weil das Kapital planmäßig an die Aktionäre zurückgeht. 2025 flossen 313,7 Millionen US-Dollar zurück (261,4 Millionen Rückkäufe, 52,3 Millionen Dividende), im ersten Quartal 2026 weitere 232,7 Millionen. Die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote lag zum 31. Dezember 2025 bei 26,0 Prozent, die Schulden selbst bei 843,5 Millionen US-Dollar (31.03.2026).

Unbequeme Wahrheit Nr. 6: Der Altman-Z-Score sagt hier nichts — und wir deuten ihn deshalb nicht

Der Altman-Z″-Score (Schwellen: unter 1,1 gilt als Gefahrenzone, ab 2,6 als sicher) wurde an Industriebetrieben mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht. Sein am stärksten gewichteter Baustein ist das Nettoumlaufvermögen — kurzfristiges Vermögen minus kurzfristige Schulden. Eine Versicherungsbilanz kennt diese Trennung nicht: Auf der Passivseite stehen Schadenrückstellungen von 2.748,0 Millionen und unverdiente Prämien von 5.315,0 Millionen US-Dollar (31.03.2026), deren Fälligkeit nicht in kurz und lang zerfällt, sondern statistisch geschätzt wird. Wir deuten den Wert für Pelagos deshalb nicht.

Was stattdessen zählt, ist bei einem Versicherer gut messbar und steht in den Berichten:

  • Finanzstärke-Rating „A“ (Excellent) von AM Best, am 1. April 2026 bestätigt, stabiler Ausblick; S&P „A−“, Moody’s „A3“.
  • Schulden zu Gesamtkapital 26,0 Prozent bei einem Gesamtkapital von 3,2 Milliarden US-Dollar (31.12.2025).
  • Schadenrückstellungen 2.748,0 Millionen US-Dollar, denen 1.243,8 Millionen einbringliche Rückversicherungsforderungen auf Reserven gegenüberstehen (31.03.2026).
  • Schaden-Kosten-Quote drei Jahre in Folge unter 100 Prozent (82,1 / 99,7 / 94,8 Prozent) — das eigentliche Qualitätszeugnis eines Zeichners.
  • Anlageportfolio zu 85,0 Prozent in Anleihen und kurzfristigen Papieren mit 2,7 Jahren Durchschnittslaufzeit — kurz genug, um bei steigenden Zinsen nicht zu einem Bewertungsproblem zu werden.

Bei Hamilton Insurance Group, dem Nachbarn eine Zeile tiefer im selben Scanner, haben wir dieselbe Übung gemacht — dort war die offene Frage eine andere: Das Ergebnis hing an einer fremdverwalteten Kapitalanlage statt am Zeichnungsgeschäft.

Bewertung: 2,2 Milliarden für ein Haus, das um seinen Buchwert notiert

Zur Größenordnung: Der hauseigene Datenbestand weist einen Börsenwert von rund 2,2 Milliarden US-Dollar aus (Datenstand 27. Juli 2026), gerechnet aus 85.496.757 Aktien zum 31. März 2026 und einem Kurs von 25,60 US-Dollar. Die Gegenprobe ergibt 2.188,7 Millionen US-Dollar — die Zahlen decken sich. Eine kleine Ungenauigkeit bleibt nach oben: Zwischen dem 1. April und dem 8. Mai 2026 wurden weitere 705.752 Aktien eingezogen; auf dieser Basis wären es rund 2.170,6 Millionen.

Bei einem Versicherer ist die tragende Bewertungsgröße nicht der Gewinn, sondern das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Der Buchwert je verwässerter Aktie lag zum 31. März 2026 bei 26,22 US-Dollar. Gegen den Kurs von 25,60 US-Dollar gerechnet ergibt das rund 0,98; der Scanner weist 0,9 aus. Beide Zahlen sagen dasselbe: Die Aktie notiert um ihren Buchwert herum — der Markt traut dem Haus keinen Aufschlag zu, aber auch keinen Abschlag.

Für einen Versicherer, der drei Jahre in Folge einen Zeichnungsgewinn erwirtschaftet hat, ist das ein zurückhaltendes Urteil. Es ist auch ein nachvollziehbares. Wer den Bericht gelesen hat, weiß, was der Markt einpreist: eine Ertragskraft, die vom Wetter abhängt; ein Handwerk, das ausgelagert ist; einen Dienstleister, der 14 bis 15 Prozent der Nettoprämien einbehält und zugleich Großaktionär ist; und einen Konzern, der seit dem Börsengang 2023 mehr Kapital zurückgibt, als er neu bindet.

Dagegen steht eine Kapitalrückgabe mit echter Wirkung: 313,7 Millionen US-Dollar im Jahr 2025, 232,7 Millionen allein im ersten Quartal 2026, eine auf 400 Millionen US-Dollar aufgestockte Rückkaufermächtigung (20. Februar 2026) und eine Quartalsdividende, die im August 2025 von 0,10 auf 0,15 US-Dollar stieg — auf Jahressicht rund 2,3 Prozent Rendite. Zum Vergleich: Bei Mercury General haben wir gezeigt, wie stark Katastrophen die Ertragskraft eines Schadenversicherers in einem einzigen Quartal verbiegen können, und bei Greenlight Capital Re, warum bei Rückversicherern der Buchwert je Aktie die ehrlichere Bewertungsgröße ist als der Gewinn.

Merke dir das Spannungsfeld: Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis um 1,0 ist bei einem Spezialversicherer weder billig noch teuer — es ist die Aussage des Marktes, dass er dem Zeichnungsergebnis über den Zyklus hinweg genau die Rendite zutraut, die das Eigenkapital ohnehin kostet.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Pelagos spricht:

  • Drei Jahre Zeichnungsgewinn in Folge: Schaden-Kosten-Quote 82,1 (2023), 99,7 (2024), 94,8 Prozent (2025) und 86,6 Prozent im ersten Quartal 2026 — trotz kalifornischer Waldbrände und Hurrikan Melissa.
  • Ein Rückkauf mit echter Hebelwirkung, weil er unter Buchwert stattfindet: Aktienzahl von 111,7 auf 85,5 Millionen in fünf Quartalen, Kaufpreis 19,00 US-Dollar im ersten Quartal 2026 gegen einen Buchwert von 24,61 US-Dollar; Ermächtigung auf 400 Millionen US-Dollar aufgestockt.
  • Der Buchwert je verwässerter Aktie stieg von 21,79 (31.12.2024) über 24,61 (31.12.2025) auf 26,22 US-Dollar (31.03.2026) — allein im ersten Quartal plus 7,2 Prozent einschließlich Dividende.
  • Eine solide finanzierte Bilanz: 2.253,9 Millionen US-Dollar Eigenkapital, 843,5 Millionen Schulden, Schulden zu Gesamtkapital 26,0 Prozent, Rating „A“ von AM Best am 1. April 2026 bestätigt.
  • Wachstum, das nicht erkauft ist: Bruttoprämien plus 7,1 Prozent auf 4.717,6 Millionen US-Dollar (2025) und plus 6,8 Prozent auf 1.840,4 Millionen im ersten Quartal 2026 — bei gleichzeitig halbierten Luftfahrtprämien, weil die Preise dort nicht stimmten.

Was dagegen spricht:

  • Das niedrige Vielfache misst ein katastrophenarmes Fenster: Auf zwölf Monate lag die Schaden-Kosten-Quote bei rund 87,2 Prozent gegen einen Dreijahresschnitt von 92,2 Prozent. Ein Rückfall auf diesen Schnitt kostet nach eigener Rechnung rund 1,32 US-Dollar je Aktie, ein Jahr wie 2024 rund 3,30 US-Dollar.
  • Das Handwerk gehört einem anderen: Zeichnung, Schaden und Rückversicherungseinkauf liegen bei The Fidelis Partnership, die 2025 dafür 328,8 Millionen US-Dollar erhielt — mehr als das Dreifache der eigenen Verwaltungskosten von 96,6 Millionen. Der Konzern selbst hat nur 108 Mitarbeiter, davon 20 im Versicherungshandwerk.
  • Ein Kündigungsrecht mit Rückkopplung: Eine Ratingherabstufung über eine vereinbarte Schwelle hinaus löst laut Bericht ein Kündigungsrecht von TFP aus. Schwache Zahlen könnten damit den Zugang zum Geschäft selbst gefährden.
  • Ein Großaktionär mit Doppelrolle: TFP HoldCo hält 9,9 Prozent und darf bei jedem Rückkauf mitverkaufen — der Bericht nennt die daraus möglichen Interessenkonflikte bei Zeitpunkt, Preis und Genehmigung von Rückkäufen selbst.
  • Reservenachschlag in der Luftfahrt: 77,6 Millionen US-Dollar nachteilige Vorjahresentwicklung im Erstversicherungssegment 2025 aus dem Ukraine-Konflikt, weitere 15,2 Millionen im ersten Quartal 2026 — auf Konzernebene verdeckt durch die Gegenbewegung in der Rückversicherung.
  • Konzentration im Vertrieb und im Portfolio: Aon und Marsh & McLennan brachten 2025 zusammen 1.651,1 Millionen US-Dollar oder rund 35 Prozent der Bruttoprämien; Sach-Erst- und Sach-Rückversicherung stellen 48 Prozent des Geschäfts und hängen beide am Wetter.

Ein menschliches Fazit

Zurück zu den 108. Es ist verlockend, diese Zahl als Effizienzbeweis zu lesen — so wenige Menschen, so viel Prämie. Aber sie beweist nichts über Effizienz. Sie beschreibt eine Arbeitsteilung: Pelagos bringt das Kapital und die Bilanz mit, die Zeichnung bringt jemand anderes mit. Das kann eine sehr gute Idee sein, weil es Fixkosten in variable verwandelt und den Konzern beweglich hält. Es bedeutet aber auch, dass das Wichtigste an einem Versicherer — das Urteil darüber, welches Risiko zu welchem Preis angenommen wird — außerhalb des Unternehmens gefällt wird.

Die Umbenennung passt genau in dieses Bild. Ein Haus, das den eigenen Namen mietet, gibt ihn irgendwann zurück. „Pelagos“ ist die offene See, und der Konzern erklärt den Namen mit Verbindung und Nähe. Man kann ihn auch schlichter lesen: als den Versuch, eine eigene Identität aufzubauen, wo bislang eine geliehene stand. Dass die Bezahlung des Zeichnungspartners davon unberührt bleibt, steht im selben Bericht.

Was bleibt, ist eine ehrliche Rechnung. Wer heute kauft, bekommt einen Versicherer mit einem soliden Rating, einem drei Jahre lang profitablen Zeichnungsbuch und einem Rückkaufprogramm, das den Buchwert je Aktie messbar hebt, zu etwa seinem Buchwert. Wer wartet, verzichtet vielleicht auf einen guten Einstieg — kann aber in jedem Zwischenbericht (6-K) in einer einzigen Zeile nachlesen, ob die These trägt: der Schaden-Kosten-Quote. Bleibt sie in der Nähe der 86,6 Prozent des ersten Quartals 2026, ist die Aktie zu billig. Kehrt sie zu 94,8 Prozent zurück, ist sie fair bewertet. Geht sie über 100, wird aus dem Rückkauf ein teurer Fehler. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Aktien der Pelagos Insurance Capital Limited.

Unser Fazit auf einen Blick

Zeichnungsergebnis positiv
Die Schaden-Kosten-Quote lag drei Jahre in Folge unter 100 Prozent: 82,1 (2023), 99,7 (2024) und 94,8 Prozent (2025), im ersten Quartal 2026 bei 86,6 Prozent nach 115,6 Prozent im Vorjahresquartal. Das gelang trotz Katastrophen- und Großschäden von 515,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 (Hurrikan Melissa, kalifornische Waldbrände). Die Bruttoprämien wuchsen 2025 um 7,1 Prozent auf 4.717,6 Millionen (20-F für 2025, 6-K zum 31.03.2026).
Bilanz & Rating positiv
Dem Eigenkapital von 2.253,9 Millionen US-Dollar stehen Schulden von 843,5 Millionen gegenüber (31.03.2026); die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote lag zum 31.12.2025 bei 26,0 Prozent. AM Best bestätigte am 1. April 2026 das Finanzstärke-Rating „A“ (Excellent) mit stabilem Ausblick, S&P führt „A−“, Moody’s „A3“. Das Anlageportfolio besteht zu 85,0 Prozent aus Anleihen und kurzfristigen Papieren mit 2,7 Jahren Durchschnittslaufzeit.
Kapitalrückgabe positiv
Die Aktienzahl fiel von 111.730.209 (31.12.2024) über 96.651.534 (31.12.2025) auf 85.496.757 (31.03.2026). Im ersten Quartal 2026 wurden 11.544.855 Aktien zu durchschnittlich 19,00 US-Dollar eingezogen — unter dem Buchwert je verwässerter Aktie von 24,61 US-Dollar. Der Buchwert je Aktie stieg dadurch im Quartal um 7,2 Prozent einschließlich Dividende auf 26,22 US-Dollar. Die Ermächtigung wurde am 20.02.2026 auf 400 Millionen US-Dollar erhöht.
Struktur & Abhängigkeit negativ
Origination, Zeichnung, Rückversicherungseinkauf und Schadenbearbeitung liegen bei The Fidelis Partnership; der Konzern selbst beschäftigte zum 31.12.2025 nur 108 Menschen, davon 20 im Versicherungshandwerk. Dafür flossen 2025 Provisionen von 328,8 Millionen US-Dollar (14,3 Prozent der verdienten Nettoprämien) — mehr als das Dreifache der eigenen Verwaltungskosten von 96,6 Millionen. Eine Ratingherabstufung über eine vereinbarte Schwelle hinaus löst laut Bericht ein Kündigungsrecht von TFP aus (20-F für 2025, Item 3.D und Item 7.B).
Ertragsqualität & Reserven neutral
Die Konzernzahl für 2025 wirkt ruhig — 3,0 Millionen US-Dollar günstige Nachbewertung alter Schadenjahre —, verdeckt aber 77,6 Millionen nachteilige Entwicklung im Erstversicherungssegment aus der Sparte Luft- und Raumfahrt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt, gegengerechnet gegen 80,6 Millionen günstige Entwicklung in der Rückversicherung. Im ersten Quartal 2026 wiederholte sich das Muster (−15,2 gegen +18,3 Millionen).
Bewertung neutral
Kurs-Gewinn-Verhältnis 6,7, Kurs-Buchwert rund 0,98 gegen den Buchwert je verwässerter Aktie von 26,22 US-Dollar, Börsenwert rund 2,2 Milliarden US-Dollar — Rang 9 im QARP-Scanner. Das niedrige Vielfache misst aber zwölf Monate mit rund 87,2 Prozent Schaden-Kosten-Quote gegen einen Dreijahresschnitt von 92,2 Prozent; ein Rückfall auf diesen Schnitt kostet nach eigener Rechnung rund 1,32 US-Dollar je Aktie (Datenstand 27. Juli 2026).

Pelagos Insurance Capital, bis zum 11. Mai 2026 Fidelis Insurance Group, ist ein Spezial- und Rückversicherer aus Bermuda, der 2025 Bruttoprämien von 4.717,6 Millionen US-Dollar zeichnete — mit 108 eigenen Mitarbeitern. Zeichnung, Schaden und Rückversicherungseinkauf erledigt The Fidelis Partnership, ein rechtlich getrenntes Haus, das 9,9 Prozent der Aktien hält und dafür 2025 328,8 Millionen US-Dollar erhielt. Das Zeichnungsgeschäft war drei Jahre in Folge profitabel (Schaden-Kosten-Quote 82,1 / 99,7 / 94,8 Prozent), die Bilanz ist solide (2.253,9 Millionen Eigenkapital, Rating „A“ von AM Best), und der Rückkauf unter Buchwert hob den Buchwert je Aktie allein im ersten Quartal 2026 um 7,2 Prozent auf 26,22 US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7 beruht allerdings auf zwölf katastrophenarmen Monaten. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Für Rot fehlt jeder Substanzbefund: Das Eigenkapital beträgt 2.253,9 Millionen US-Dollar, die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote 26,0 Prozent, AM Best bestätigte am 1. April 2026 das Finanzstärke-Rating „A“ mit stabilem Ausblick, und das Zeichnungsgeschäft war drei Jahre in Folge profitabel — 82,1, 99,7 und 94,8 Prozent Schaden-Kosten-Quote. Für Grün fehlt die Antwort auf eine wesentliche operative Frage: Das Handwerk, das über Erfolg oder Misserfolg eines Versicherers entscheidet, findet außerhalb des Unternehmens statt. Origination, Zeichnung, Rückversicherungseinkauf und Schadenbearbeitung liegen bei The Fidelis Partnership; der Konzern beschäftigt 108 Menschen, davon 20 im Versicherungshandwerk, und zahlte dafür 2025 Provisionen von 328,8 Millionen US-Dollar — mehr als das Dreifache seiner eigenen Verwaltungskosten. Der Vertragspartner ist zugleich Großaktionär mit 9,9 Prozent, darf bei jedem Aktienrückkauf mitverkaufen, und eine Ratingherabstufung über eine vereinbarte Schwelle hinaus löst laut Geschäftsbericht sein Kündigungsrecht aus. Dazu kommt eine offene fachliche Frage: Im Erstversicherungssegment musste 2025 mit 77,6 Millionen US-Dollar nachreserviert werden (Luft- und Raumfahrt, Ukraine-Konflikt), im ersten Quartal 2026 mit weiteren 15,2 Millionen — auf Konzernebene verdeckt durch die Gegenbewegung in der Rückversicherung. Beides sind operative Fragen ohne Substanzrisiko — also Gelb.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam PLGO über den QARP-Scanner „Qualität zum fairen Preis“ (Rang 9 der US-Auswahl, Datenstand 27. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (PLGO: 7 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (16,2), operative Marge mindestens 10 Prozent (19,3), Verschuldungsgrad höchstens 1,0 (0,37) und ein positives KGV bis 20 (6,7). Die Eigenkapitalrendite ist die knappste dieser Hürden — und sie ist ein Zwölf-Monats-Wert: Der Konzern selbst weist für das Geschäftsjahr 2025 9,3 Prozent aus, bereinigt 8,5 Prozent.
  • Zwei Scanner-Spalten fehlen für PLGO: die Drei-Jahres-Rendite und das Stress-Verhalten der relativen Stärke. Die Aktie ist erst seit Juli 2023 notiert und trug bis zum 12. Mai 2026 das Kürzel FIHL; eine durchgehende Historie über den Tickerwechsel hinweg liegt im Datenbestand nicht vor. Vorhanden sind Fundamental-Rating 60 (Note B), relative Stärke 75 und ein Aufwärtstrend nach Stan Weinstein („Stage 2“).
  • Der Altman-Z″-Score (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sicher) wird in dieser Analyse bewusst nicht gedeutet. Er wurde an Industriebetrieben mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht; eine Versicherungsbilanz kennt die Trennung in kurz- und langfristig nicht, sodass sich das am stärksten gewichtete Nettoumlaufvermögen nicht bilden lässt. Aussagekräftig sind stattdessen Schaden-Kosten-Quote, Reserveentwicklung, Finanzstärke-Rating und die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote von 26,0 Prozent.
  • Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 27. Juli 2026 (Kurs 25,60 US-Dollar, Börsenwert rund 2,2 Milliarden US-Dollar). Die Gegenprobe mit 85.496.757 Aktien zum 31.03.2026 ergibt 2.188,7 Millionen US-Dollar und deckt sich damit; berücksichtigt man die bis zum 08.05.2026 zusätzlich eingezogenen 705.752 Aktien, wären es rund 2.170,6 Millionen. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember; als ausländischer Emittent legt Pelagos einen 20-F und Zwischenberichte 6-K vor, keinen 10-K und keinen 10-Q.

Häufige Fragen

Pelagos Insurance Capital Limited ist ein Spezial- und Rückversicherer mit Sitz in Pembroke auf Bermuda, gelistet an der NYSE unter „PLGO“. Bis zum 11. Mai 2026 hieß das Haus Fidelis Insurance Holdings und handelte unter „FIHL“. Die Hauptversammlung stimmte der Umbenennung am 28. April 2026 zu; der Tickerwechsel erfolgte am 12. Mai 2026. Der Name „Fidelis“ war dem Konzern von The Fidelis Partnership lizenziert.

Weil das Zeichnungsgeschäft ausgelagert ist. Seit der Aufspaltung am 3. Januar 2023 erledigt The Fidelis Partnership — ein rechtlich getrenntes Haus — Origination, Zeichnung, Rückversicherungseinkauf und Schadenbearbeitung im Rahmen von Vollmachtsverträgen. Pelagos stellt Kapital, Bilanz und Aufsicht. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern 108 Personen, davon nur 20 in versicherungsnahen Funktionen.

2025 waren es 328,8 Millionen US-Dollar oder 14,3 Prozent der verdienten Nettoprämien, im ersten Quartal 2026 86,8 Millionen oder 15,3 Prozent. Der Rahmenvertrag sieht 11,5 Prozent Zedentenprovision auf Marktgeschäft (3,0 Prozent über fremde Assekuradeure), 3,0 Prozent Portfoliomanagement-Gebühr auf die Nettoprämien sowie 20 Prozent des operativen Gewinns oberhalb einer Mindestverzinsung von 5 Prozent vor.

Sie misst Schäden, Abschlusskosten, Provisionen und Verwaltungskosten im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien; unter 100 Prozent bedeutet Zeichnungsgewinn. Pelagos lag 2023 bei 82,1 Prozent, 2024 bei 99,7 Prozent, 2025 bei 94,8 Prozent und im ersten Quartal 2026 bei 86,6 Prozent. Die Spanne von 17,6 Punkten zeigt, wie stark Katastrophenjahre das Ergebnis verbiegen.

Es ist vor allem eine Momentaufnahme. Das Vielfache beruht auf zwölf Monaten mit auffällig milder Katastrophenlast — rund 87,2 Prozent Schaden-Kosten-Quote gegen einen Dreijahresschnitt von 92,2 Prozent. Nach eigener Rechnung kostet jeder Punkt rund 0,26 US-Dollar je Aktie: Ein Rückfall auf den Schnitt hebt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf rund 11, ein Jahr wie 2024 lässt vom Gewinn praktisch nichts übrig.

Weil die Formel an Industriebetrieben mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht wurde (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sicher). Ihr wichtigster Baustein, das Nettoumlaufvermögen, lässt sich für eine Versicherungsbilanz nicht bilden: Schadenrückstellungen von 2.748,0 Millionen und unverdiente Prämien von 5.315,0 Millionen US-Dollar (31.03.2026) werden statistisch geschätzt, nicht nach Fristen getrennt. Aussagekräftiger sind Schaden-Kosten-Quote, Rating und die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote von 26,0 Prozent.

Beides. Die Quartalsdividende stieg im August 2025 von 0,10 auf 0,15 US-Dollar je Aktie; 2025 wurden insgesamt 52,3 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Deutlich schwerer wiegen die Rückkäufe: 261,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 und 219,4 Millionen allein im ersten Quartal 2026, zu durchschnittlich 19,00 US-Dollar je Aktie. Die Ermächtigung wurde am 20. Februar 2026 auf 400 Millionen US-Dollar aufgestockt.

Der QARP-Scanner („Qualität zum fairen Preis“) verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7, Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent, operative Marge mindestens 10 Prozent, Verschuldungsgrad höchstens 1,0 und ein positives KGV bis 20. Pelagos erfüllt alle fünf (7 von 9; 16,2 Prozent; 19,3 Prozent; 0,37; 6,7) und steht damit auf Rang 9 der US-Auswahl (Datenstand 27. Juli 2026).

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