Pelagos Insurance Capital Ltd (PLGO)
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Pelagos Insurance Capital hieß bis zum 11. Mai 2026 Fidelis Insurance Group und handelte unter „FIHL“. Der Bermuda-Versicherer schrieb 2025 Bruttoprämien von 4,7 Milliarden US-Dollar — mit 108 eigenen Mitarbeitern. Gezeichnet wird das Geschäft von einer rechtlich getrennten Gesellschaft, die 9,9 Prozent der Aktien hält, die IT-Systeme lizenziert und bis zur Umbenennung auch den Namen. Wir haben den Geschäftsbericht (20-F) für 2025 und alle Zwischenberichte (6-K) danach gelesen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7 misst zwölf Monate mit auffällig milder Katastrophenlast. Fällt die Schaden-Kosten-Quote nur auf ihren Dreijahresschnitt zurück, kostet das rund 1,32 US-Dollar je Aktie. Keine Anlageberatung — nur die Frage, was ein niedriges Vielfaches bei einem Spezialversicherer überhaupt beweist.
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Basis
Performance
Bewertung
Rentabilität
Bilanz & Sicherheit
Wachstum
Dividende
Qualität & Screener
KI-Einstufung
BedrohtDer Geschäftsbericht 20-F für 2025 widmet künstlicher Intelligenz einen eigenen Risikofaktor: Wettbewerber könnten KI schneller oder erfolgreicher einsetzen, „insurtech“-Anbieter greifen mit Big-Data- und KI-Werkzeugen an, und die EU-KI-Verordnung droht mit Bußgeldern von bis zu 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes; ein eigenes KI-Produkt oder ein bezifferter KI-Nutzen wird dagegen nirgends genannt.
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„The rapid development of AI and the limited number of established laws, regulations or industry standards specifically governing its use may increase compliance and governance risks. The Group may also face challenges in obtaining and retaining personnel, expertise, intellectual property or other resources needed to develop, implement and maintain AI tools effectively. Competitors or other market participants may adopt AI or generative AI more quickly or more successfully than the Group, which could negatively affect the Group’s competitive position."
Die rasche Entwicklung von KI und die geringe Zahl etablierter Gesetze, Vorschriften oder Branchenstandards, die ihren Einsatz ausdrücklich regeln, können Compliance- und Governance-Risiken erhöhen. Der Konzern könnte zudem Schwierigkeiten haben, Personal, Fachwissen, geistiges Eigentum oder andere Ressourcen zu gewinnen und zu halten, die nötig sind, um KI-Werkzeuge wirksam zu entwickeln, einzuführen und zu pflegen. Wettbewerber oder andere Marktteilnehmer könnten KI oder generative KI schneller oder erfolgreicher einsetzen als der Konzern, was dessen Wettbewerbsposition beeinträchtigen könnte.
„We may also face competition from non-traditional competitors, as well as “insurtech” start-up companies and others who aim to leverage access to “big data,” artificial intelligence or other emerging technologies to gain a competitive advantage."
Wir können auch dem Wettbewerb nicht-traditioneller Anbieter ausgesetzt sein, ebenso „insurtech“-Neugründungen und anderen, die sich über den Zugang zu „Big Data“, künstlicher Intelligenz oder weiteren neuen Technologien einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen.
„Non-compliance with the AI Act may be subject to regulatory fines of up to 7% of annual worldwide turnover or €35 million."
Verstöße gegen die KI-Verordnung können mit Bußgeldern von bis zu 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder 35 Millionen Euro geahndet werden.
Ausgewertete Berichte: 20-F 2026-03-05 · 6-K 2026-05-13 · 6-K 2026-05-12 · 6-K 2026-05-07 · 6-K 2026-05-07 · 6-K 2026-02-25
Eingestuft am 27. Juli 2026 · So entsteht die Einstufung
Quartalszahlen
| Quartal | GpA (Gewinn pro Aktie) | GpA YoY (%) | Umsatz (Mio. $) | Umsatz YoY (%) | Nettomarge (%) | OCF (Mio. $) | FCF (Mio. $) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024: Q4 | -1,09 | -156,70 | 680 | 22,80 | -18,00 | 126 | 125 |
| 2025: Q1 | -0,38 | -155,50 | 578 | 11,10 | -7,40 | -433 | -433 |
| 2025: Q2 | 0,18 | -60,50 | 591 | 9,30 | 3,30 | -359 | -359 |
| 2025: Q3 | 1,24 | 41,70 | 650 | -4,50 | 20,10 | 155 | 155 |
| 2025: Q4 | 1,17 | – | 275 | -59,60 | 42,90 | 229 | 229 |
| 2026: Q1 | 1,15 | – | 612 | 6,00 | 17,60 | 274 | 274 |
- GpA (Gewinn pro Aktie):
- Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
- YoY (Year over Year):
- Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
- Umsatz:
- Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
- Nettomarge:
- Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
- OCF (operativer Cashflow):
- Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
- FCF (freier Cashflow):
- Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.
Einschätzung: Chancen & Risiken
Die Schaden-Kosten-Quote lag drei Jahre in Folge unter 100 Prozent: 82,1 (2023), 99,7 (2024) und 94,8 Prozent (2025), im ersten Quartal 2026 bei 86,6 Prozent nach 115,6 Prozent im Vorjahresquartal. Das gelang trotz Katastrophen- und Großschäden von 515,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 (Hurrikan Melissa, kalifornische Waldbrände). Die Bruttoprämien wuchsen 2025 um 7,1 Prozent auf 4.717,6 Millionen (20-F für 2025, 6-K zum 31.03.2026).
Dem Eigenkapital von 2.253,9 Millionen US-Dollar stehen Schulden von 843,5 Millionen gegenüber (31.03.2026); die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote lag zum 31.12.2025 bei 26,0 Prozent. AM Best bestätigte am 1. April 2026 das Finanzstärke-Rating „A“ (Excellent) mit stabilem Ausblick, S&P führt „A−“, Moody’s „A3“. Das Anlageportfolio besteht zu 85,0 Prozent aus Anleihen und kurzfristigen Papieren mit 2,7 Jahren Durchschnittslaufzeit.
Die Aktienzahl fiel von 111.730.209 (31.12.2024) über 96.651.534 (31.12.2025) auf 85.496.757 (31.03.2026). Im ersten Quartal 2026 wurden 11.544.855 Aktien zu durchschnittlich 19,00 US-Dollar eingezogen — unter dem Buchwert je verwässerter Aktie von 24,61 US-Dollar. Der Buchwert je Aktie stieg dadurch im Quartal um 7,2 Prozent einschließlich Dividende auf 26,22 US-Dollar. Die Ermächtigung wurde am 20.02.2026 auf 400 Millionen US-Dollar erhöht.
Origination, Zeichnung, Rückversicherungseinkauf und Schadenbearbeitung liegen bei The Fidelis Partnership; der Konzern selbst beschäftigte zum 31.12.2025 nur 108 Menschen, davon 20 im Versicherungshandwerk. Dafür flossen 2025 Provisionen von 328,8 Millionen US-Dollar (14,3 Prozent der verdienten Nettoprämien) — mehr als das Dreifache der eigenen Verwaltungskosten von 96,6 Millionen. Eine Ratingherabstufung über eine vereinbarte Schwelle hinaus löst laut Bericht ein Kündigungsrecht von TFP aus (20-F für 2025, Item 3.D und Item 7.B).
Die Konzernzahl für 2025 wirkt ruhig — 3,0 Millionen US-Dollar günstige Nachbewertung alter Schadenjahre —, verdeckt aber 77,6 Millionen nachteilige Entwicklung im Erstversicherungssegment aus der Sparte Luft- und Raumfahrt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt, gegengerechnet gegen 80,6 Millionen günstige Entwicklung in der Rückversicherung. Im ersten Quartal 2026 wiederholte sich das Muster (−15,2 gegen +18,3 Millionen).
Kurs-Gewinn-Verhältnis 6,7, Kurs-Buchwert rund 0,98 gegen den Buchwert je verwässerter Aktie von 26,22 US-Dollar, Börsenwert rund 2,2 Milliarden US-Dollar — Rang 9 im QARP-Scanner. Das niedrige Vielfache misst aber zwölf Monate mit rund 87,2 Prozent Schaden-Kosten-Quote gegen einen Dreijahresschnitt von 92,2 Prozent; ein Rückfall auf diesen Schnitt kostet nach eigener Rechnung rund 1,32 US-Dollar je Aktie (Datenstand 27. Juli 2026).
Pelagos Insurance Capital, bis zum 11. Mai 2026 Fidelis Insurance Group, ist ein Spezial- und Rückversicherer aus Bermuda, der 2025 Bruttoprämien von 4.717,6 Millionen US-Dollar zeichnete — mit 108 eigenen Mitarbeitern. Zeichnung, Schaden und Rückversicherungseinkauf erledigt The Fidelis Partnership, ein rechtlich getrenntes Haus, das 9,9 Prozent der Aktien hält und dafür 2025 328,8 Millionen US-Dollar erhielt. Das Zeichnungsgeschäft war drei Jahre in Folge profitabel (Schaden-Kosten-Quote 82,1 / 99,7 / 94,8 Prozent), die Bilanz ist solide (2.253,9 Millionen Eigenkapital, Rating „A“ von AM Best), und der Rückkauf unter Buchwert hob den Buchwert je Aktie allein im ersten Quartal 2026 um 7,2 Prozent auf 26,22 US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,7 beruht allerdings auf zwölf katastrophenarmen Monaten. Keine Anlageberatung.
- Auf die Rechercheliste kam PLGO über den QARP-Scanner „Qualität zum fairen Preis“ (Rang 9 der US-Auswahl, Datenstand 27. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (PLGO: 7 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (16,2), operative Marge mindestens 10 Prozent (19,3), Verschuldungsgrad höchstens 1,0 (0,37) und ein positives KGV bis 20 (6,7). Die Eigenkapitalrendite ist die knappste dieser Hürden — und sie ist ein Zwölf-Monats-Wert: Der Konzern selbst weist für das Geschäftsjahr 2025 9,3 Prozent aus, bereinigt 8,5 Prozent.
- Zwei Scanner-Spalten fehlen für PLGO: die Drei-Jahres-Rendite und das Stress-Verhalten der relativen Stärke. Die Aktie ist erst seit Juli 2023 notiert und trug bis zum 12. Mai 2026 das Kürzel FIHL; eine durchgehende Historie über den Tickerwechsel hinweg liegt im Datenbestand nicht vor. Vorhanden sind Fundamental-Rating 60 (Note B), relative Stärke 75 und ein Aufwärtstrend nach Stan Weinstein („Stage 2“).
- Der Altman-Z″-Score (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sicher) wird in dieser Analyse bewusst nicht gedeutet. Er wurde an Industriebetrieben mit klassisch gegliederter Bilanz geeicht; eine Versicherungsbilanz kennt die Trennung in kurz- und langfristig nicht, sodass sich das am stärksten gewichtete Nettoumlaufvermögen nicht bilden lässt. Aussagekräftig sind stattdessen Schaden-Kosten-Quote, Reserveentwicklung, Finanzstärke-Rating und die Schulden-zu-Gesamtkapital-Quote von 26,0 Prozent.
- Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 27. Juli 2026 (Kurs 25,60 US-Dollar, Börsenwert rund 2,2 Milliarden US-Dollar). Die Gegenprobe mit 85.496.757 Aktien zum 31.03.2026 ergibt 2.188,7 Millionen US-Dollar und deckt sich damit; berücksichtigt man die bis zum 08.05.2026 zusätzlich eingezogenen 705.752 Aktien, wären es rund 2.170,6 Millionen. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember; als ausländischer Emittent legt Pelagos einen 20-F und Zwischenberichte 6-K vor, keinen 10-K und keinen 10-Q.
Über das Unternehmen
Pelagos Insurance Capital Limited bietet Versicherungs- und Rückversicherungslösungen in Bermuda, der Republik Irland und Großbritannien an. Es ist in zwei Segmenten tätig: Insurance und Reinsurance.
| Mitarbeiter | 108 |
|---|---|
| Hauptsitz | Pembroke, Bermuda |
| Website | pelagosinsurancecapital.com |
| Börsengang | 29. Jun 2023 |
| Nächste Zahlen | 12. Aug 2026 |
Management
| Name | Position | Jahrgang |
|---|---|---|
| Daniel Burrows | Group CEO & Executive Director | 1969 |
| Allan Carl Decleir | Group CFO & Executive Director | 1965 |
| Jason Kittinger | Group Chief Operating Officer | 1980 |
| Miranda Hunter | Group Head of Investor Relations | – |
| Nicole Kapu-Leyland | Group General Counsel | 1993 |
| Anneeka Patel | Group Chief Human Resources Officer | – |
| Ian Houston | Group & UK Chief Underwriting Officer | – |
| Michael Pearson | Group Chief Risk Officer | 1969 |
| Jonathan Strickle | Group Managing Director | 1988 |
| William Waddell-Dudley | Chief Underwriting Officer of UK | – |
Führungskräfte laut jüngsten Pflichtmeldungen; Positionsbezeichnungen in Originalsprache. Quelle: Fundamentaldaten.
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
Datenstand: 24. Juli 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.