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Minus 58 Millionen Eigenkapital ohne einen Cent Bankschuld: Solaris Resources hat sein Gold verkauft, bevor die Mine steht

Minus 58 Millionen Eigenkapital ohne einen Cent Bankschuld: Solaris Resources hat sein Gold verkauft, bevor die Mine steht

Solaris Resources besitzt mit Warintza in Ecuador eines der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt — die eigene Vorstudie beziffert den Barwert nach Steuern auf 4,617 Milliarden US-Dollar. In der Bilanz zum 31. März 2026 stehen davon 51,9 Millionen Vermögen gegen 102,2 Millionen Verbindlichkeiten, und das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital beträgt minus 58,1 Millionen. Bankschulden hat die Firma keine: Die Lücke stammt aus einem Goldvorschuss von 90 Millionen Dollar, den Royal Gold im Mai 2025 gezahlt hat und der in Gold aus einer Mine zurückgezahlt wird, die frühestens in einigen Jahren fördert. Der Prüfer sieht eine wesentliche Unsicherheit über den Fortbestand, und ein Londoner Fonds hat die Position binnen zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Kein Anlagerat, sondern die nüchterne Frage, was ein Vorschuss wert ist, solange die Mine nur auf dem Papier existiert.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit
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Minus 58 Millionen Eigenkapital ohne einen Cent Bankschuld: Solaris Resources hat sein Gold verkauft, bevor die Mine steht
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (40-F/6-K)

Chart

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Es gibt eine Anleger-Falle, die nicht mit Gier zu tun hat, sondern mit Kontostand — nennen wir sie die Vorkasse-Falle. Du kennst sie von der Selbstständigkeit: Ein großer Kunde zahlt im Januar 30.000 Euro voraus, das Konto sieht großartig aus, und für ein paar Monate fühlt sich alles gelöst an. Nur gehört das Geld dir noch gar nicht. Du hast es gegen Arbeit getauscht, die du erst noch leisten musst — und wenn im Herbst die Rechnung kommt, ist das Konto leer und die Arbeit steht noch aus. Bei Solaris Resources Inc. (TSX: SLS, NYSE American: SLSR) ist genau diese Falle in der Bilanz eingebaut: Zum 31. März 2026 stehen dort 51,9 Millionen US-Dollar Vermögen und 102,2 Millionen Verbindlichkeiten. Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital: minus 58,1 Millionen. Und die Firma hat keinen einzigen Cent Bankschulden. Machen wir also einen Deal: Bevor du dir aus dieser Zahl eine Meinung baust, lesen wir gemeinsam, was Solaris selbst bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat — den Jahresbericht 40-F für 2025 vom 26. März 2026 samt geprüftem Abschluss, Lagebericht und Annual Information Form, den Zwischenbericht zum 31. März 2026 vom 14. Mai 2026 und die Mitteilungen bis zum 30. Juni 2026. Ein Bericht an die SEC ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von einem Weltklasse-Kupfervorkommen, von 90 Millionen Dollar, die schon jemand anderem gehören, und von einem Prüfer, der beim Fortbestand ein Fragezeichen setzt. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Solaris Resources eigentlich macht — ein Berg, kein Betrieb

Zuerst eine Klarstellung, weil hier schon einige danebengegriffen haben: Nicht verwechseln. An der US-Börse gibt es auch eine Solaris Energy Infrastructure — ein völlig anderes, nicht verwandtes Unternehmen. Hier geht es ausschließlich um Solaris Resources Inc., einen Kupfer-Gold-Explorer mit Sitz in Baar in der Schweiz.

Solaris fördert nichts. Die Gesellschaft besitzt Gestein und Genehmigungen. Der Hauptwert ist Warintza, ein Porphyr-Kupfervorkommen in der Provinz Morona Santiago im Südosten Ecuadors — neun Konzessionen über 26.773 Hektar, davon vier mit 9.997 Hektar für Bohrungen genehmigt, eingebettet in ein Landpaket von über 260 Quadratkilometern. In der Nachbarschaft liegen zwei bereits laufende Großminen: Mirador (Kupfer, chinesische CRCC-Tongguan) und Fruta del Norte (Gold, Lundin Gold). Dazu kommen die ENAMI-Konzessionen in Ecuador, 60 Prozent an La Verde in Mexiko (die restlichen 40 Prozent hält eine Tochter von Teck Resources) und Tamarugo in Chile. 84 Mitarbeiter.

Ein Wort zur Übersetzung: Porphyr-Kupfer heißt „viel Gestein, wenig Metall". Warintzas Reserven liegen bei 0,41 Prozent Kupferäquivalent — aus einer Tonne Gestein kommen also gut vier Kilogramm verwertbares Metall. Das klingt lächerlich wenig und ist trotzdem der Normalfall im Kupferbergbau; der Trick ist die Menge. Bei geplanten 60,2 Millionen Tonnen Durchsatz im Jahr ergibt das über 22 Jahre rund 156.000 Tonnen Kupfer jährlich. Das ist der Unterschied zwischen einem Bergwerk und einem Steinbruch: Bei Kupfer verdient man nicht am Gehalt, sondern am Maßstab — und Maßstab kostet Milliarden, bevor er einen Cent bringt.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, das sich durch jedes Kapitel zieht: Solaris besitzt einen Vermögenswert, dessen eigene Vorstudie einen Barwert nach Steuern von 4,617 Milliarden US-Dollar ausrechnet — und eine Kasse, die zum 31. März 2026 12,9 Millionen enthielt. Zwischen beidem liegen 3,7 Milliarden Baukosten, die noch niemand zugesagt hat.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Diese Analyse beginnt nicht mit einem Treffer im hauseigenen Aktien-Scanner, sondern mit einem Formular. Am 8. Mai 2026 reichte Helikon Investments Ltd aus London bei der SEC ihr Formular 13F-HR zum Stichtag 31. März 2026 ein (Aktenzeichen 0001839497-26-000002). Ein 13F ist die Pflichtmeldung großer US-Vermögensverwalter: Wer mehr als 100 Millionen US-Dollar in US-gelisteten Aktien verwaltet, muss vierteljährlich offenlegen, was er hält. In Helikons Tabelle stehen 17 Positionen im Gesamtwert von 2.648.555.113 US-Dollar — und darin 15.545.845 Solaris-Aktien im Wert von 133.383.350 US-Dollar, gut fünf Prozent des Depots und rund 9,3 Prozent aller Solaris-Aktien.

Interessanter als die Größe ist die Geschwindigkeit. Über vier Stichtage gemeldet: 4.811.620 Stück (30. Juni 2025), 6.811.620 (30. September), 9.022.072 (31. Dezember) — und dann 15.545.845 zum 31. März 2026. Binnen eines Jahres mehr als verdreifacht, allein im letzten Quartal plus 72,3 Prozent. Nach New Pacific Metals war das die aggressivste Aufstockung des ganzen Portfolios, das insgesamt auffällig viele Gold-, Silber- und Kupfer-Explorer enthält. Im selben Quartal baute der Fonds kräftig um: sechs komplett neue Positionen, sechs vollständige Abgänge.

Jetzt die Grenze, die zu jedem 13F gehört, damit aus einer Pflichtmeldung keine Legende wird: Ein 13F zeigt ausschließlich US-gelistete Long-Positionen, gemeldet mit 35 bis 45 Tagen Verzug, ohne Leerverkäufe, ohne Derivate und ohne alles, was außerhalb der USA notiert. Er ist ein Rückspiegel, kein Fahrplan.

Bei Solaris gibt es allerdings einen zweiten Spiegel, und der zeigt weiter. Weil Helikon die Fünf-Prozent-Schwelle überschritten hat, muss der Fonds zusätzlich eine Beteiligungsmeldung nach Schedule 13G abgeben. Am 6. Mai 2026 meldete er darin 15.545.845 Aktien oder 9,31 Prozent zum Stichtag 31. März — deckungsgleich mit dem 13F. Einen Tag später, am 7. Mai 2026, folgte die nächste Änderung mit neuem Stichtag 30. April 2026: 17.488.787 Aktien, 10,47 Prozent. Der Fonds hat also nach dem Quartalsende weiter zugekauft und die Zehn-Prozent-Marke überschritten. Zum Vergleich: Der zweitgrößte offengelegte Halter kam zum 31. Dezember 2025 auf 4,4 Prozent; Verwaltungsrat und Geschäftsleitung halten als Gruppe 36,90 Prozent.

Ein Wort zum Scanner, weil es zur Ehrlichkeit gehört: Solaris ist kein Titel, den unsere Filter nach vorne spülen — und das kann er auch gar nicht sein. Der Datenbestand kennt acht Quartale, in allen acht steht null Umsatz. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis existiert nicht, weil es keinen Gewinn gibt. Der Piotroski-Score steht bei 5 von 9 — ein Neun-Punkte-Test der Bilanzgesundheit, bei dem kerngesunde Firmen 8 oder 9 erreichen; bei einer Gesellschaft ohne Umsatz misst er allerdings kaum etwas Sinnvolles. Und der Altman-Z von minus 2,95 ist keine Insolvenzprognose, sondern schlicht die mechanische Folge eines negativen Eigenkapitals: Wo im Zähler eine negative Zahl steht, kommt hinten eine negative Zahl heraus. Merke dir das: Kennzahlen, die für laufende Betriebe gebaut wurden, sagen bei einem Explorer fast nichts. Was zählt, sind Kasse, Reichweite, Genehmigungen und Verwässerung.

Warum es von Solaris keinen Quartalsbericht gibt — und an welcher Börse die Aktie wirklich hängt

Zwei Missverständnisse gleich zu Beginn ausräumen. Erstens: Von Solaris gibt es kein 10-K und kein 10-Q. Die Gesellschaft ist in British Columbia gegründet und nutzt das sogenannte MJDS-Verfahren, eine gegenseitige Anerkennung der Börsenaufsichten: Sie berichtet nach kanadischen Regeln und reicht dasselbe Paket bei der SEC als Formular 40-F ein — für 2025 am 26. März 2026, ergänzt um eine Änderung einen Tag später. Bilanziert wird nach IFRS, berichtet in US-Dollar und in Tausenderbeträgen. Die Quartalszahlen kommen als ungeprüfte Anlage zu einem Formular 6-K. Praktisch heißt das: einmal im Jahr ein von BDO Canada geprüftes Werk, dreimal im Jahr ungeprüfte Zahlen.

Zweitens die Börsenfrage, bei der viele Datenblätter veraltet sind: Solaris ist kein OTC-Wert. Der Zwischenabschluss sagt es in einem Satz:

„Solaris’ common shares trade on the Toronto Stock Exchange under the symbol “SLS” and the NYSE American under the symbol “SLSR”."

Übersetzung: „Die Stammaktien von Solaris werden an der Toronto Stock Exchange unter dem Kürzel ‚SLS' und an der NYSE American unter dem Kürzel ‚SLSR' gehandelt."

— Solaris Resources Inc., Zwischenabschluss zum 31. März 2026 (6-K-Anhang 99.1), Note 1 „Nature of operations and going concern"

Die Heimatbörse ist also Toronto, die US-Notierung läuft seit dem 19. April 2024 an der NYSE American. Und die Annual Information Form hält ausdrücklich fest: „Concurrent with the start of trading on the NYSE American, the Common Shares ceased trading on the OTCQB Venture Market." — Mit dem Start an der NYSE American endete der Handel im OTCQB-Segment. Wer die Aktie heute noch als OTC-Wert geführt sieht, liest eine zwei Jahre alte Information.

Zur Vorgeschichte, weil sie erklärt, warum die Kennzahlenreihen so kurz sind: Solaris wurde am 18. Juni 2018 als hundertprozentige Tochter von Equinox Gold Corp. gegründet und anschließend per Plan of Arrangement abgespalten. Ende 2024 verlegte die Gesellschaft ihren operativen Sitz in die Schweiz, schloss die kanadischen Büros und bestellte einen neuen Vorstand. Und ein Kapitel fehlt in vielen Zeitleisten: Am 11. Januar 2024 vereinbarte Solaris eine Privatplatzierung über rund 130 Millionen kanadische Dollar zu 4,55 C$ je Aktie mit einer Tochter des chinesischen Bergbaukonzerns Zijin Mining. Am 21. Mai 2024 meldete die Gesellschaft die Beendigung dieser Platzierung. Das Geld kam nie — und genau die Lücke, die dadurch entstand, füllt heute Royal Gold.

Die Zahlen über die Jahre — bei einem Explorer heißen sie anders

Erst das, was wirklich beeindruckt, denn davon gibt es einiges. Am 6. November 2025 legte Solaris die Vorstudie (Pre-Feasibility Study) für Warintza vor, erarbeitet mit Ausenco, Knight Piésold und AMC Consultants. Sie enthält die erste Reservenschätzung der Firmengeschichte: 1,3 Milliarden Tonnen sichere und wahrscheinliche Reserven mit 0,41 Prozent Kupferäquivalent — darin enthalten 4,1 Millionen Tonnen Kupfer, 1,8 Millionen Unzen Gold, 54,1 Millionen Unzen Silber und 214.000 Tonnen Molybdän. Die gemessenen und angezeigten Ressourcen stiegen gegenüber der Schätzung von 2024 um 312 Prozent. Die Eckdaten der Wirtschaftlichkeitsrechnung: 22 Jahre Laufzeit, Barwert nach Steuern 4,617 Milliarden US-Dollar bei 8 Prozent Zins, interner Zinsfuß 26 Prozent, Amortisation 2,6 Jahre nach dem Bau — und Gesamtkosten je Pfund Kupfer von 0,85 US-Dollar in den ersten fünf Jahren, was tatsächlich Weltklasse wäre.

Dazu kam am 9. April 2026 die Genehmigung, auf die alle gewartet hatten: die technische Freigabe der Umweltverträglichkeitsprüfung durch das ecuadorianische Umwelt- und Energieministerium — eingereicht im Herbst 2024, freigegeben nach eineinhalb Jahren Prüfung. Die Gesellschaft nennt als Ziel einen vollständig genehmigten Betrieb bis Ende 2026; davor liegt noch das staatlich geführte Konsultationsverfahren mit den betroffenen Gemeinschaften.

Und jetzt die Kehrseite, die bei einem Explorer die eigentliche Bilanz ist — die Kasse:

Balkendiagramm zum Kassenbestand von Solaris Resources in Millionen US-Dollar: 31,7 zum 31. Dezember 2024, 25,2 zum 31. Dezember 2025, 12,9 zum 31. März 2026 und rechnerisch 62,9 nach dem Zufluss der zweiten Royal-Gold-Tranche über 50 Millionen am 14. April 2026.
Die Kasse schrumpft, der Tropf hält sie am Leben. Der vierte Balken ist eine reine Addition und kein berichteter Kassenstand. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (40-F/6-K); Jahresabschluss 2025 und Zwischenbericht zum 31.03.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Verluste über drei Jahre lesen sich so: 41,1 Millionen US-Dollar (2023), 77,1 Millionen (2024), 42,3 Millionen (2025), dazu 5,0 Millionen im ersten Quartal 2026. Je Aktie waren das 0,29, 0,49, 0,26 und 0,03 US-Dollar. Der größte Posten ist jedes Jahr derselbe: Bohren. Und genau hier hat sich 2025 etwas verschoben, was man kennen muss, bevor man die Reihe falsch liest:

Balkendiagramm der Explorationsausgaben von Solaris Resources je Quartal in Millionen US-Dollar: 10,2 im ersten Quartal 2024 steigend auf 19,3 im vierten Quartal 2024, danach fallend über 12,3, 8,9, 9,5 und 4,7 bis auf 0,8 im ersten Quartal 2026.
Von 19,3 auf 0,8 Millionen je Quartal — der Rückgang ist zum Teil eine Buchungsfrage: Seit der Vorstudie werden Projektkosten aktiviert. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (40-F/6-K); Lagebericht 2025 und Zwischenbericht zum 31.03.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Lagebericht erklärt den Absturz selbst: „Exploration expenses decreased from 2024 to 2025 primarily due to the decrease in exploration and drilling activities at Warintza and the capitalising of costs following the completion of the PFS." — Die Ausgaben sanken, weil weniger gebohrt und weil nach der Vorstudie ein Teil der Kosten aktiviert statt als Aufwand gebucht wird. Im ersten Quartal 2026 stehen deshalb nur 0,8 Millionen in der Gewinn- und Verlustrechnung, während gleichzeitig 7,7 Millionen als Projektaktivum in die Bilanz wanderten. Merke dir das: Wenn eine Aufwandsreihe plötzlich zusammenbricht, prüfe erst, ob das Geld wirklich weg ist — oder nur die Buchungsseite gewechselt hat.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Minus 58,1 Millionen Eigenkapital — und keine Bank weit und breit

Das ist die Zahl, an der diese Analyse hängt. Die Zwischenbilanz zum 31. März 2026 weist aus: Bilanzsumme 51,910 Millionen US-Dollar, Verbindlichkeiten 102,229 Millionen, Eigenkapital der Aktionäre minus 58,148 Millionen, Minderheitsanteile plus 7,829 Millionen, gesamtes Eigenkapital minus 50,319 Millionen. Die Firma schuldet also gut doppelt so viel, wie ihr Vermögen in den Büchern wert ist.

Gelb markierte Zeile in der Zwischenbilanz von Solaris Resources zum 31. März 2026: Total shareholders’ deficit minus 50.319 Tausend US-Dollar, darüber die Positionen Deferred revenue 93.171 und Deficit attributable to shareholders of the Company minus 58.148.
Die markierte Stelle im Original: 51,9 Millionen Bilanzsumme, 102,2 Millionen Verbindlichkeiten, ein Eigenkapital von minus 50,3 Millionen. Quelle: Zwischenabschluss zum 31.03.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Bei den meisten Firmen mit negativem Eigenkapital steckt dahinter ein Schuldenberg. Hier nicht: Der Orion-Kredit über 60 Millionen wurde am 21. Mai 2025 vollständig getilgt, seither steht in der Zeile „Loans and borrowings" eine Null. Die Lücke hat zwei ganz andere Ursachen, und beide sind lehrreich.

Ursache eins — der Vorschuss. Der mit Abstand größte Posten der Passivseite sind 93,171 Millionen US-Dollar „deferred revenue", also abgegrenzter Umsatz. Dahinter steckt kein Kredit, sondern ein Verkauf: Royal Gold hat 90 Millionen im Voraus gezahlt und bekommt dafür künftig Gold. Der Anhang formuliert es nüchtern:

„The Company recorded the Stream Upfront Payment as deferred revenue. The Company determines the amortization of deferred revenue on a per unit basis using the estimated total gold production over the life of the Warintza Project."

Übersetzung: „Die Gesellschaft hat die Vorauszahlung aus dem Streaming-Vertrag als abgegrenzten Umsatz erfasst. Die Auflösung dieses Postens bemisst sie je Einheit anhand der geschätzten gesamten Goldproduktion über die Lebensdauer des Warintza-Projekts."

— Solaris Resources Inc., Zwischenabschluss zum 31. März 2026 (6-K-Anhang 99.1), Note 8 „Deferred revenue"

Gelb markierter Absatz im Zwischenabschluss von Solaris Resources: Die Vorauszahlung aus dem Streaming-Vertrag wurde als abgegrenzter Umsatz erfasst; darunter die Bewegungstabelle mit einem Endbestand von 93.171 Tausend US-Dollar.
Die markierte Stelle im Original: 90 Millionen Vorauszahlung, gebucht als abgegrenzter Umsatz — Endbestand 93,171 Millionen zum 31.03.2026. Quelle: Zwischenabschluss zum 31.03.2026, Note 8 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Posten wächst sogar noch: Weil zwischen Zahlung und Lieferung Jahre liegen, verzinst ihn Solaris mit 4,6 Prozent — 2,562 Millionen im Jahr 2025, weitere 1,081 Millionen allein im ersten Quartal 2026. Und er ist besichert wie ein Bankkredit: durch eine Globalsicherheit über sämtliche Vermögenswerte, durch eine Verpfändung der Anteile an der Zwischenholding Lowell Copper Holdings und durch Garantien der ecuadorianischen Tochtergesellschaft.

Ursache zwei — die Buchhaltung des Bohrens. Solaris hat den Großteil seiner Explorationsausgaben nie aktiviert, sondern sofort als Aufwand gebucht. Das Ergebnis steht in der Bilanz: ein aufgelaufener Verlustvortrag von 329,766 Millionen US-Dollar gegen ein eingezahltes Aktienkapital von 253,464 Millionen. Anders gesagt: Es wurde mehr verbohrt, als je an Kapital eingesammelt wurde — und deshalb war das Eigenkapital schon zum 31. Dezember 2024 negativ (minus 17,201 Millionen), lange bevor Royal Gold ins Spiel kam. Der Wert dieser Bohrungen liegt nicht in der Bilanz, er liegt im Berg. Übersetzt in ein Alltagsbild: Das ist ein Bauherr, der sein gesamtes Erspartes in das Grundstück gesteckt und die Rechnungen als Ausgabe verbucht hat — im Kontoauszug sieht es nach Verlust aus, im Grundbuch steht ein Grundstück. Nur zahlt der Bauherr eben nicht mit dem Grundbuch seine Rechnungen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Prüfer setzt ein Fragezeichen hinter den Fortbestand

Der Bestätigungsvermerk von BDO Canada zum Jahresabschluss 2025 enthält einen eigenen Abschnitt mit der Überschrift „Going Concern Uncertainty". Darin steht, dass die Gesellschaft keinen operativen Cashflow aus einer produzierenden Mine erwirtschaftet, bisher Verluste geschrieben hat und auf Außenfinanzierung angewiesen ist — „that raise substantial doubt about its ability to continue as a going concern". Im Zwischenbericht wird es dann konkret:

„Based on its current forecasted expenditures, the Company requires the additional financing from the third tranche of the Royal Gold funding package to fund ongoing operations for the next twelve months. As a result, material uncertainty exists that casts significant doubt about the Company’s ability to continue as a going concern."

Übersetzung: „Auf Basis ihrer derzeitigen Ausgabenplanung benötigt die Gesellschaft die zusätzliche Finanzierung aus der dritten Tranche des Royal-Gold-Finanzierungspakets, um den laufenden Betrieb für die nächsten zwölf Monate zu finanzieren. Daraus ergibt sich eine wesentliche Unsicherheit, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft aufwirft, den Geschäftsbetrieb fortzuführen."

— Solaris Resources Inc., Zwischenabschluss zum 31. März 2026 (6-K-Anhang 99.1), Note 1 „Nature of operations and going concern"

Gelb markierter Absatz im Zwischenabschluss von Solaris Resources zum 31. März 2026: Die Gesellschaft benötigt die dritte Tranche des Royal-Gold-Finanzierungspakets, um den laufenden Betrieb für die nächsten zwölf Monate zu finanzieren; daraus ergibt sich eine wesentliche Unsicherheit über die Fortführung.
Die markierte Stelle im Original: ohne die dritte Rate über 50 Millionen reicht die Planung keine zwölf Monate. Quelle: Zwischenabschluss zum 31.03.2026, Note 1 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und hier wird es spannend, denn diese dritte Rate hängt an einem Datum. Sie wird fällig „on the first anniversary of the closing date and completion of all filings necessary to fully perfect Royal Gold’s security" — zum ersten Jahrestag des Abschlusses, also zum 21. Mai 2026, und nach vollständiger Eintragung aller Sicherheiten, darunter Verpfändungen nach ecuadorianischem Recht, die im Abschluss ausdrücklich noch als offen beschrieben werden. Die zweite Rate hatte Solaris am 9. April 2026 in einer eigenen Mitteilung angekündigt. Zur dritten Rate liegt bis zum Stand dieser Analyse (24. Juli 2026) keine Einreichung bei der SEC vor; die jüngste Meldung ist das 6-K vom 30. Juni 2026 mit den Ergebnissen der Hauptversammlung. Das ist kein Beleg dafür, dass nichts geflossen wäre — ein Abruf muss nicht gemeldet werden. Es heißt nur: Die Bestätigung steht aus, und sichtbar wird sie zuerst im nächsten Zwischenbericht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der operative Cashflow 2025 ist positiv — aus dem falschen Grund

In der Kapitalflussrechnung für 2025 steht eine Zahl, die man zweimal lesen muss: Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit plus 48,265 Millionen US-Dollar. Ein Unternehmen ohne einen Dollar Umsatz erwirtschaftet aus dem laufenden Geschäft 48 Millionen? Zwei Zeilen darüber steht die Antwort: „Deferred revenue 90.000". Der Royal-Gold-Vorschuss ist vollständig im operativen Bereich verbucht — nach IFRS korrekt, denn eine Anzahlung auf künftige Warenlieferungen ist ein operativer Vorgang. Rechnet man ihn heraus, blieb 2025 ein Mittelabfluss von 41,7 Millionen, nach 58,4 Millionen im Jahr 2024.

Für dich heißt das: Solange Tranchen fließen, sieht diese Zeile gesund aus — 2026 kamen am 14. April weitere 50,0 Millionen an derselben Stelle herein. Im ersten Jahr ohne Tranche kippt sie zurück auf den nackten Abfluss. Wer die Reihe fortschreibt, liest deshalb nicht die Summe, sondern die Unterzeile.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Berg ist mehrfach verkauft, bevor der erste Spatenstich fällt

Die Vorstudie rechnet über 22 Jahre mit einem Bruttoerlös von rund 42,4 Milliarden US-Dollar. Davon gehen ab, bevor irgendjemand von Gewinn spricht: 2,529 Milliarden US-Dollar Förderabgaben und 3,204 Milliarden für Fracht sowie Verhüttungs- und Raffinationskosten. Wer die Abgaben kassiert, steht schwarz auf weiß im Jahresbericht:

„a 2% NSR royalty is payable to South32 Royalty Investments Pty Ltd. on the Curigem 9, Curigem 9-1, Caya 21, and Caya 22 concessions. Ecuadorian mining law also applies a 4% NSR royalty to the state, along with corporate income tax (20% of taxable profits), profit-sharing requirements (12% to the state and 3% to employees), and annual concession fees based on hectares held and stage of development."

Übersetzung: „Auf die Konzessionen Curigem 9, Curigem 9-1, Caya 21 und Caya 22 ist eine Förderabgabe von 2 Prozent des Nettoschmelzerlöses an South32 Royalty Investments Pty Ltd. zu zahlen. Das ecuadorianische Bergrecht sieht zusätzlich eine Abgabe von 4 Prozent des Nettoschmelzerlöses an den Staat vor, dazu Körperschaftsteuer (20 Prozent des zu versteuernden Gewinns), eine Gewinnbeteiligung (12 Prozent an den Staat und 3 Prozent an die Beschäftigten) sowie jährliche Konzessionsgebühren nach Fläche und Projektstand."

— Solaris Resources Inc., Annual Information Form 2025 (40-F-Anhang 99.1), Abschnitt „Warintza Project"

Dazu kommen 0,45 Prozent für Royal Gold (vertraglich von 0,3 Prozent steigend auf bis zu 0,6 Prozent) und der Goldstrom selbst: Royal Gold erhält 20 Unzen Gold je einer Million Pfund gefördertem Kupfer und zahlt dafür 20 Prozent des Marktpreises, bis 90.000 Unzen geliefert sind, danach 60 Prozent. Über die gesamte Minenlaufzeit verbucht Solaris aus diesem Strom Erlöse von 131 Millionen US-Dollar. Und der Absatz ist ebenfalls vergeben: Aus dem Orion-Paket vom Dezember 2023 stammt ein Abnahmevertrag über 20 Prozent der Kupfer- und Molybdänkonzentrate, mindestens aber 30.000 Tonnen Kupfer und 1.500 Tonnen Molybdän je Jahr, 20 Jahre lang — bei geplanten 156.000 Tonnen Jahresproduktion ist allein die Mindestmenge rund ein Fünftel.

Zur Fairness gehört: All das ist in den 4,617 Milliarden Barwert bereits eingerechnet. Es ändert nichts an der Rechnung, aber viel am Bild — ein Explorer, der nicht produziert, bezahlt seine Bohrer mit Anteilen an einer Zukunft, die er noch nicht besitzt. Wie teuer ein solcher Vorverkauf werden kann, wenn der Rohstoffpreis dann steigt, haben wir bei einem Goldproduzenten aus demselben Depot gesehen — in der Analyse zu Allied Gold, die ebenfalls einen Royal-Gold-Vertrag in den Büchern hat.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Alles hängt an zwei Dörfern — und 2006 stand Warintza schon einmal zwölf Jahre still

Ecuador ist kein einfaches Bergbauland, und Solaris schreibt das selbst in die Risikofaktoren: politische Instabilität, Korruption, Enteignung, Neuverhandlung von Konzessionen, illegaler Bergbau. Der entscheidende Absatz betrifft aber nicht den Staat, sondern die Nachbarn:

„Warintza was in a period of inactivity from late 2006 as a result of social unrest within the surrounding communities and lack of support for mineral exploration within Ecuador. … While the IBA represents significant progress for the development of Warintza, continued development at Warintza is largely contingent on the continued support of these local communities. Any deterioration in Solaris’ relationship with these communities would significantly negatively impact the development of Warintza."

Übersetzung: „Warintza lag ab Ende 2006 brach, weil es soziale Unruhen in den umliegenden Gemeinschaften und keine Unterstützung für die Exploration in Ecuador gab. … Das Abkommen über Auswirkungen und Vorteile ist ein bedeutender Fortschritt, die weitere Entwicklung von Warintza hängt jedoch weitgehend von der anhaltenden Unterstützung dieser lokalen Gemeinschaften ab. Jede Verschlechterung der Beziehung von Solaris zu diesen Gemeinschaften würde die Entwicklung von Warintza erheblich beeinträchtigen."

— Solaris Resources Inc., Annual Information Form 2025 (40-F-Anhang 99.1), Abschnitt „Relationships with, and claims by, local communities and Indigenous Groups"

Gelb markierter Absatz in der Annual Information Form von Solaris Resources: Warintza lag ab Ende 2006 wegen sozialer Unruhen in den umliegenden Gemeinschaften brach; 2018 wurde die Beziehung wiederhergestellt und 2.349,67 Hektar Oberflächenrechte an die Shuar-Gemeinden Warints und Yawi zurückgegeben.
Die markierte Stelle im Original: zwölf Jahre Stillstand ab Ende 2006, Neustart erst 2018 nach einem Konsultationsverfahren. Quelle: Annual Information Form 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Solaris hat daraus gelernt und mehr getan als die meisten: 2.349,67 Hektar Oberflächenrechte an die Shuar-Gemeinden Warints und Yawi zurückgegeben, seit 2020 ein Abkommen über Auswirkungen und Vorteile (2022 und 2024 erneuert), im März 2024 eine Kooperation mit dem Shuar-Dachverband FICSH, im März 2025 eine gemeinsame Arbeitsgruppe und im September 2025 ein Abkommen mit der Organisation Pueblo Shuar Arutam, die rund zehntausend Menschen in 47 Shuar-Zentren vertritt und zuvor Beschwerden gegen das Projekt geführt hatte. Für 2026 und 2027 sind Zahlungen aus Gemeindevereinbarungen von 0,770 und 0,378 Millionen US-Dollar fest zugesagt. Trotzdem bleibt die Struktur: Das Recht zu bauen kommt vom Ministerium, die Möglichkeit zu bauen kommt aus dem Dorf. Der nächste Schritt ist das staatlich geführte Konsultationsverfahren — es hat noch nicht begonnen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 6: 3,7 Milliarden Baukosten und niemand, der sie zugesagt hat

Die Vorstudie beziffert die Anfangsinvestition auf 3,729 Milliarden US-Dollar über drei Baujahre, dazu 1,713 Milliarden laufende Ersatzinvestitionen und 200 Millionen Stilllegungskosten — zusammen 5,443 Milliarden. Diesen Betrag hat bislang niemand zugesagt. Solaris ist eine Gesellschaft mit 167,0 Millionen Aktien und einer Kasse im zweistelligen Millionenbereich; die gesamte bisherige Finanzierung — Orion, Royal Gold, Kapitalerhöhungen — summiert sich auf einen Bruchteil davon.

Für Aktionäre heißt das zweierlei. Erstens: Es wird weitere Verwässerung geben. Verwässerung heißt, dein Stück vom Kuchen wird kleiner, weil ständig neue Stücke abgeschnitten werden — die Aktienzahl stieg von 150.811.195 (Ende 2023) über 163.234.932 (Ende 2024) auf 167.035.328 zum 31. März 2026, dazu kommen 10.932.500 ausstehende Optionen. Bisher war das moderat; die Größenordnung eines Milliardenprojekts ist es nicht. Zweitens: Der wahrscheinlichere Weg ist ein Partner. Genau darauf zielte die geplatzte Zijin-Platzierung von 2024, und der Abschluss nennt als Option ausdrücklich das „evaluating strategic alternatives for its mineral property interests" — die Prüfung strategischer Alternativen für die Bergbaurechte. Übersetzt: Verkauf, Beteiligung oder Gemeinschaftsunternehmen sind nicht ausgeschlossen, sondern eingeplant.

Bewertung: Was ein Drittel eines Barwerts kostet

Für eine evergreen-taugliche Einordnung brauchen wir einen datierten Anker statt eines Tageskurses — und den liefert ausgerechnet das Formular vom Anfang. Aus 133.383.350 US-Dollar für 15.545.845 Aktien ergibt sich zum Stichtag 31. März 2026 ein rechnerischer Kurs von rund 8,58 US-Dollar je Aktie. Bei 167.035.328 Aktien entspricht das einem Börsenwert von rund 1,43 Milliarden US-Dollar.

Klassische Multiplikatoren gibt es hier nicht: kein Umsatz, kein Gewinn, kein Buchwert (der ist negativ). Bei Entwicklern rechnet die Branche deshalb gegen den Barwert des Projekts. Der Vergleich lautet: 1,43 Milliarden Börsenwert gegen 4,617 Milliarden Barwert nach Steuern — die Aktie kostete zum Stichtag also rund 31 Prozent des ausgerechneten Projektwerts. Für ein genehmigungsrechtlich noch nicht fertiges Projekt in Ecuador ist das weder auffällig billig noch auffällig teuer; Entwickler ohne Baufinanzierung handeln üblicherweise mit deutlichem Abschlag auf ihren Barwert. Eine zweite Größenordnung: Auf die 4,1 Millionen Tonnen Kupfer in den Reserven gerechnet zahlte der Markt rund 16 US-Cent je Pfund Kupfer im Boden.

Beides sind Rechengrößen, keine Kurse — und beide hängen an derselben Voraussetzung: dass die 3,7 Milliarden Baukosten irgendwann jemand aufbringt. Der Barwert von 4,617 Milliarden unterstellt außerdem einen Kupferpreis von 4,50 US-Dollar je Pfund über 22 Jahre; die Vorstudie schreibt selbst, dass der Kupferpreis der mit Abstand empfindlichste Stellhebel ist. Alle Bewertungsangaben mit Datenstand 24. Juli 2026; Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Wie sehr politische Rahmenbedingungen eines Schwellenlands den Wert eines an sich soliden Geschäfts überlagern können, zeigt aus demselben Depot die Analyse zu Corporación América Airports.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Solaris Resources spricht:

  • Ein Vermögenswert von seltener Größe: 1,3 Milliarden Tonnen Reserven mit 0,41 Prozent Kupferäquivalent, 22 Jahre Laufzeit, 4,1 Millionen Tonnen enthaltenes Kupfer — und Gesamtkosten von 0,85 US-Dollar je Pfund in den ersten fünf Jahren, also im günstigsten Viertel der Branche.
  • Der Genehmigungsweg kommt voran: technische Freigabe der Umweltverträglichkeitsprüfung am 9. April 2026 nach eineinhalb Jahren Prüfung; als Ziel nennt die Gesellschaft einen vollständig genehmigten Betrieb bis Ende 2026.
  • Die Finanzierung steht bis zur Machbarkeitsstudie: Von den 200 Millionen US-Dollar aus dem Royal-Gold-Paket sind 150 Millionen geflossen (100 im Mai 2025, 50 am 14. April 2026), der Orion-Kredit über 60 Millionen ist seit Mai 2025 vollständig getilgt, Bankschulden gibt es keine.
  • Die Gesellschaft ist eng gehalten: Verwaltungsrat und Geschäftsleitung halten als Gruppe 36,90 Prozent, ein Londoner Fonds meldete zum 30. April 2026 10,47 Prozent — im Fall einer Kapitalerhöhung sind das Adressen, die zeichnen können.
  • Die Beziehung zu den Anrainergemeinden ist so formalisiert wie selten in der Branche: Rückgabe von 2.349,67 Hektar Oberflächenrechten, Abkommen mit den Shuar-Zentren Warints und Yawi seit 2020, mit dem Dachverband FICSH seit 2024 und mit der Organisation Pueblo Shuar Arutam seit September 2025.

Was dagegen spricht:

  • Wesentliche Unsicherheit über den Fortbestand: Nach eigener Planung braucht Solaris die dritte Royal-Gold-Rate über 50 Millionen für die nächsten zwölf Monate. Sie war zum 21. Mai 2026 fällig und an die vollständige Bestellung ecuadorianischer Sicherheiten geknüpft; bis zum 24. Juli 2026 lag dazu keine Einreichung bei der SEC vor.
  • Negatives Eigenkapital von 58,1 Millionen US-Dollar bei 51,9 Millionen Bilanzsumme, ein Verlustvortrag von 329,8 Millionen und eine Kasse von 12,9 Millionen zum 31. März 2026 — vor dem Zufluss der zweiten Tranche im April.
  • Der Berg ist vorverkauft: 2,529 Milliarden US-Dollar Förderabgaben über die Laufzeit (2 Prozent South32, 4 Prozent Staat, bis zu 0,6 Prozent Royal Gold), ein Goldstrom mit 20 Prozent des Marktpreises für die ersten 90.000 Unzen und ein Abnahmevertrag über mindestens 30.000 Tonnen Kupfer im Jahr, 20 Jahre lang.
  • Länderrisiko und soziale Zustimmung sind nicht theoretisch: Warintza lag ab Ende 2006 zwölf Jahre still, weil die Unterstützung vor Ort fehlte; das staatlich geführte Konsultationsverfahren für die Abbaugenehmigung hat noch nicht begonnen.
  • 3,729 Milliarden US-Dollar Anfangsinvestition stehen einem Börsenwert von rund 1,43 Milliarden gegenüber (Stichtag 31. März 2026). Ohne Partner oder massive Kapitalmaßnahmen wird daraus keine Mine — und die Vorstudie ist eine Vorstudie, keine Machbarkeitsstudie.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Vorkasse-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass Solaris ein schlechtes Unternehmen wäre — Warintza ist echt, die Reserven sind von unabhängigen Gutachtern bestätigt, die Umweltfreigabe liegt vor, und die Beziehung zu den Anrainergemeinden ist sorgfältiger gepflegt als bei vielen Wettbewerbern. Ihr Kern ist, dass die Bilanz eine Frage beantwortet, die du gar nicht gestellt hast. Sie sagt dir nicht, was der Berg wert ist. Sie sagt dir, wem er gehört — und die Antwort lautet: bis auf Weiteres zu einem beachtlichen Teil einem Streaming-Konzern, einem Handelshaus, einem Rohstoffkonzern aus Australien und dem ecuadorianischen Staat. Für die Aktionäre bleibt der Rest, und ob dieser Rest groß ist, entscheidet sich an drei Fragen, die alle noch offen sind: Kommt die dritte Rate? Kommt die Abbaugenehmigung? Und kommt jemand, der 3,7 Milliarden Dollar mitbringt? Der Londoner Fonds, der seine Position binnen zwölf Monaten mehr als verdreifacht und im April 2026 noch einmal nachgelegt hat, hat für sich offenbar eine Antwort gefunden — sein Formular sagt nicht, welche. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Ist Warintza gut?" — nach allem, was in den Berichten steht, ist es das. Sondern: Willst du einen Vorschuss mitfinanzieren, dessen Gegenleistung frühestens in einigen Jahren aus dem Berg kommt, und dabei aushalten, dass zwischendurch jede Kapitalerhöhung deinen Anteil kleiner macht? Wenn ja, hast du eine These. Wenn nein, hattest du einen Eindruck. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden; bei Explorationsunternehmen ohne Umsatz ist dieses Risiko besonders ausgeprägt. Reserven- und Ressourcenangaben folgen dem kanadischen Standard NI 43-101 und weichen von US-Vorschriften ab; Ergebnisse einer Vorstudie beruhen teilweise auf abgeleiteten Ressourcen und sind keine Garantie für eine spätere Umsetzung. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Solaris-Resources-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Vermögenswert Warintza positiv
Die Vorstudie vom 6. November 2025 weist erstmals Reserven aus: 1,3 Milliarden Tonnen mit 0,41 Prozent Kupferäquivalent, darin 4,1 Millionen Tonnen Kupfer, bei 22 Jahren Laufzeit und rund 156.000 Tonnen Jahresproduktion. Der Barwert nach Steuern liegt bei 4,617 Milliarden US-Dollar, der interne Zinsfuß bei 26 Prozent, die Gesamtkosten je Pfund Kupfer in den ersten fünf Jahren bei 0,85 US-Dollar — das wäre im günstigsten Viertel der Branche. Die gemessenen und angezeigten Ressourcen stiegen gegenüber 2024 um 312 Prozent.
Bilanz & Finanzierung negativ
Zum 31. März 2026 standen 51,910 Millionen US-Dollar Bilanzsumme 102,229 Millionen Verbindlichkeiten gegenüber; das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag bei minus 58,148 Millionen, der Verlustvortrag bei 329,766 Millionen. Bankschulden gibt es keine — der größte Passivposten sind 93,171 Millionen abgegrenzter Umsatz aus dem Goldvorschuss von Royal Gold, verzinst mit 4,6 Prozent und besichert durch eine Globalsicherheit sowie die Verpfändung der Anteile an der Zwischenholding. In der Kasse lagen 12,894 Millionen; am 14. April 2026 kamen 50,0 Millionen aus der zweiten Rate hinzu.
Fortbestand negativ
Der Prüfer BDO Canada führt im Bestätigungsvermerk 2025 einen eigenen Abschnitt zur Unsicherheit über die Fortführung. Der Zwischenbericht wird konkret: Nach der eigenen Ausgabenplanung benötigt Solaris die dritte Royal-Gold-Rate über 50 Millionen, um den Betrieb zwölf Monate zu finanzieren. Diese Rate war zum ersten Jahrestag des Abschlusses am 21. Mai 2026 fällig und an die vollständige Bestellung der Sicherheiten nach ecuadorianischem Recht geknüpft; bis zum 24. Juli 2026 lag dazu keine Einreichung bei der SEC vor — die jüngste Meldung ist das 6-K vom 30. Juni 2026 zur Hauptversammlung.
Vorverkauf des Projekts negativ
Über die Minenlaufzeit rechnet die Vorstudie mit 2,529 Milliarden US-Dollar Förderabgaben bei rund 42,4 Milliarden Bruttoerlös: 2 Prozent an South32 auf vier Kernkonzessionen, 4 Prozent an den ecuadorianischen Staat samt 20 Prozent Körperschaftsteuer und 15 Prozent Gewinnbeteiligung, dazu 0,3 bis 0,6 Prozent an Royal Gold. Aus dem Goldstrom selbst verbucht Solaris über die gesamte Laufzeit nur 131 Millionen Erlös. Der Absatz ist über den Orion-Vertrag zu mindestens 30.000 Tonnen Kupfer und 1.500 Tonnen Molybdän im Jahr für 20 Jahre gebunden. Die Barwertrechnung berücksichtigt all das bereits.
Genehmigungen & soziale Zustimmung neutral
Am 9. April 2026 kam nach eineinhalb Jahren Prüfung die technische Freigabe der Umweltverträglichkeitsprüfung — der größte Genehmigungsschritt bisher. Offen sind das staatlich geführte Konsultationsverfahren und die Abbaugenehmigungen; die Gesellschaft nennt Ende 2026 als Ziel. Die Beziehung zu den Anrainern ist ungewöhnlich weit formalisiert: Rückgabe von 2.349,67 Hektar Oberflächenrechten, Abkommen mit den Shuar-Zentren Warints und Yawi seit 2020, mit dem Dachverband FICSH seit 2024 und mit der Organisation Pueblo Shuar Arutam seit September 2025. Der Jahresbericht hält dennoch fest, dass die weitere Entwicklung weitgehend von dieser Zustimmung abhängt — Warintza lag ab Ende 2006 zwölf Jahre still.

Solaris Resources ist die Vorkasse-Falle in Reinform: Das Kupferprojekt Warintza in Ecuador ist echt, unabhängig geprüft und seit dem 9. April 2026 umweltrechtlich technisch freigegeben; die eigene Vorstudie rechnet einen Barwert nach Steuern von 4,617 Milliarden US-Dollar aus. Die Bilanz dazu weist zum 31. März 2026 51,9 Millionen Vermögen, 102,2 Millionen Verbindlichkeiten und ein Eigenkapital der Aktionäre von minus 58,1 Millionen aus — ohne einen Cent Bankschulden, weil der größte Posten ein Goldvorschuss von Royal Gold über 90 Millionen ist, der in künftigen Lieferungen zurückgezahlt wird. Der Prüfer sieht eine wesentliche Unsicherheit über den Fortbestand, die dritte Rate über 50 Millionen war am 21. Mai 2026 fällig und ist bis zum 24. Juli 2026 nicht gemeldet, und für den Bau fehlen 3,7 Milliarden. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Wenn Du die Aktie nicht hast
Solange die im Fazit genannte Frage offen ist, sehen wir keine Grundlage für einen Einstieg.
Wenn Du sie im Depot hast
Unsere Befunde liefern keinen akuten Verkaufsgrund — entscheidend bleiben die genannten Prüfpunkte.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Kategorien bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Solaris Resources nicht über einen Scanner-Treffer, sondern über das Formular 13F-HR der Helikon Investments Ltd (London) zum Stichtag 31. März 2026: 15.545.845 Aktien im Wert von 133.383.350 US-Dollar, eine von 17 Positionen in einem Depot über 2.648.555.113 US-Dollar. Binnen zwölf Monaten hat der Fonds die Position mehr als verdreifacht (30.06.2025: 4.811.620 Stück), allein im ersten Quartal 2026 um 72,3 Prozent. In einer Beteiligungsmeldung nach Schedule 13G vom 7. Mai 2026 nennt er zum 30. April 2026 bereits 17.488.787 Aktien oder 10,47 Prozent. Ein 13F zeigt nur US-gelistete Long-Positionen mit 35 bis 45 Tagen Verzug, ohne Leerverkäufe und Derivate — ein Rückspiegel, kein Fahrplan.
  • Solaris Resources ist bei der SEC ein kanadischer MJDS-Filer: Es gibt kein 10-K und kein 10-Q. Geprüft wird einmal jährlich im Formular 40-F (für 2025 eingereicht am 26. März 2026, Prüfer BDO Canada LLP; Änderung 40-F/A am 27. März 2026), Zwischenzahlen werden nur als ungeprüfte Anlage zu einem Formular 6-K übermittelt. Bilanziert wird nach IFRS in US-Dollar, Beträge in Tausend. Reserven und Ressourcen folgen dem kanadischen Standard NI 43-101 und weichen von US-Vorschriften ab.
  • Nicht verwechseln: Es existiert ein anderes, nicht verwandtes Unternehmen mit ähnlichem Namen (Solaris Energy Infrastructure). Diese Analyse behandelt ausschließlich Solaris Resources Inc., TSX: SLS und NYSE American: SLSR, CIK 0002019103. Die US-Notierung besteht seit dem 19. April 2024; zeitgleich endete der Handel im OTCQB-Segment — Datenblätter, die die Aktie noch als OTC-Wert führen, sind veraltet.
  • Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der rechnerische Kurs von rund 8,58 US-Dollar je Aktie stammt aus der 13F-Meldung zum 31. März 2026 (133.383.350 US-Dollar für 15.545.845 Aktien) und dient als Größenordnung, nicht als Tageskurs; der daraus abgeleitete Börsenwert von rund 1,43 Milliarden beruht auf 167.035.328 ausstehenden Aktien zum selben Stichtag. Der Vergleich mit dem Barwert von 4,617 Milliarden US-Dollar stammt aus der Vorstudie vom 6. November 2025 und unterstellt einen Kupferpreis von 4,50 US-Dollar je Pfund über 22 Jahre. Stand aller Angaben: 24. Juli 2026.

Häufige Fragen

Solaris Resources Inc. (TSX: SLS, NYSE American: SLSR) mit Sitz in Baar in der Schweiz sucht und entwickelt Kupfervorkommen und erzielt bislang keinen Umsatz. Hauptwert ist das zu 100 Prozent gehaltene Projekt Warintza in der Provinz Morona Santiago im Südosten Ecuadors — neun Konzessionen über 26.773 Hektar in einem Landpaket von über 260 Quadratkilometern. Dazu kommen die ENAMI-Konzessionen in Ecuador, 60 Prozent an La Verde in Mexiko (Partner Teck) und Tamarugo in Chile. Die Gesellschaft beschäftigte zum Stand des Jahresberichts 84 Menschen.

Zum 31. März 2026 standen 51,9 Millionen US-Dollar Bilanzsumme 102,2 Millionen Verbindlichkeiten gegenüber; das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag bei minus 58,1 Millionen. Bankschulden gibt es keine. Der größte Passivposten sind 93,2 Millionen abgegrenzter Umsatz aus dem Goldvorschuss von Royal Gold. Dazu kommt, dass Solaris seine Explorationsausgaben überwiegend sofort als Aufwand bucht: Der Verlustvortrag von 329,8 Millionen übersteigt das eingezahlte Aktienkapital von 253,5 Millionen, weshalb das Eigenkapital schon zum 31. Dezember 2024 negativ war (minus 17,2 Millionen).

Am 21. Mai 2025 vereinbarte Solaris mit RGLD Gold AG, einer Tochter von Royal Gold, ein Paket über 200 Millionen US-Dollar in drei Raten: 100 Millionen bei Vertragsschluss (90 für den Goldstrom, 10 für eine Förderabgabe), 50 Millionen nach Vorstudie und technischer Umweltfreigabe (zugeflossen am 14. April 2026) und 50 Millionen zum ersten Jahrestag des Abschlusses bei vollständiger Bestellung der Sicherheiten. Royal Gold erhält dafür 20 Unzen Gold je einer Million Pfund gefördertem Kupfer und zahlt 20 Prozent des Marktpreises, bis 90.000 Unzen geliefert sind, danach 60 Prozent. Dazu kommt eine Förderabgabe, die von 0,3 auf bis zu 0,6 Prozent steigt.

Zum 31. März 2026 lagen 12,9 Millionen US-Dollar in der Kasse, nach 25,2 Millionen zum Jahresende 2025 und 31,7 Millionen zum Jahresende 2024. Am 14. April 2026 flossen weitere 50,0 Millionen aus der zweiten Royal-Gold-Rate zu. Der Zwischenbericht hält jedoch fest, dass die Gesellschaft nach eigener Planung auch die dritte Rate über 50 Millionen benötigt, um den laufenden Betrieb für zwölf Monate zu finanzieren; daraus ergibt sich eine wesentliche Unsicherheit über die Fortführung. Bis zum 24. Juli 2026 lag zur dritten Rate keine Einreichung bei der SEC vor.

Die am 6. November 2025 veröffentlichte Vorstudie weist erstmals Reserven aus: 1,3 Milliarden Tonnen sichere und wahrscheinliche Reserven mit 0,41 Prozent Kupferäquivalent, darin 4,1 Millionen Tonnen Kupfer, 1,8 Millionen Unzen Gold, 54,1 Millionen Unzen Silber und 214.000 Tonnen Molybdän. Geplant sind 22 Jahre Laufzeit bei rund 156.000 Tonnen Kupfer im Jahr. Der Barwert nach Steuern liegt bei 4,617 Milliarden US-Dollar (8 Prozent Zins), der interne Zinsfuß bei 26 Prozent, die Anfangsinvestition bei 3,729 Milliarden über drei Baujahre. Die Rechnung unterstellt einen Kupferpreis von 4,50 US-Dollar je Pfund.

Nein. Solaris Resources Inc. ist ein kanadisch gegründeter Kupfer-Gold-Explorer mit Sitz in der Schweiz, notiert an der Toronto Stock Exchange unter SLS und an der NYSE American unter SLSR. Solaris Energy Infrastructure ist ein anderes, nicht verwandtes Unternehmen. Die Namensähnlichkeit führt regelmäßig zu Verwechslungen — maßgeblich ist das Börsenkürzel.

Heimatbörse ist die Toronto Stock Exchange (Kürzel SLS). In den USA notiert die Aktie seit dem 19. April 2024 an der NYSE American unter SLSR; mit dem Handelsstart dort endete zugleich die Notierung im OTCQB-Segment. Datenblätter, die die Aktie noch als OTC-Wert führen, geben einen Stand von vor April 2024 wieder. Als kanadischer Emittent berichtet Solaris bei der SEC über das MJDS-Verfahren: Jahresbericht als Formular 40-F, Zwischenzahlen als ungeprüfte Anlage zu einem Formular 6-K — es gibt kein 10-K und kein 10-Q.

Ein 13F ist die vierteljährliche Pflichtmeldung großer US-Vermögensverwalter. Helikon Investments Ltd aus London meldete zum Stichtag 31. März 2026 15.545.845 Solaris-Aktien im Wert von 133.383.350 US-Dollar — eine von 17 Positionen in einem Depot über 2.648.555.113 US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 4.811.620 Stück. In einer Beteiligungsmeldung nach Schedule 13G vom 7. Mai 2026 nennt der Fonds für den 30. April 2026 bereits 17.488.787 Aktien oder 10,47 Prozent. Ein 13F zeigt nur US-gelistete Long-Positionen mit 35 bis 45 Tagen Verzug, ohne Leerverkäufe und Derivate.

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