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Johnson & Johnson: 94 Milliarden Umsatz, 76.000 Klagen

Johnson & Johnson: 94 Milliarden Umsatz, 76.000 Klagen

Johnson & Johnson hat die Dividende 2025 im 63. Jahr in Folge erhöht und setzt 94 Milliarden US-Dollar um. Der ausgewiesene Gewinn sprang trotzdem von 14 auf 27 Milliarden — nicht wegen des Geschäfts, sondern wegen einer einzigen Zeile über Talkum-Klagen. Wir rechnen diese Zeile heraus und schauen, welcher Gewinn dem Geschäft selbst gehört.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit
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Johnson & Johnson: 94 Milliarden Umsatz, 76.000 Klagen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

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Die Beruhigungs-Falle

Es gibt eine Zahl, die bei Johnson & Johnson jedes Gespräch beendet, bevor es anfängt: 63 Jahre in Folge erhöhte Dividende. Wer das hört, hört nicht „Unternehmen", sondern „Anleihe mit Aufwärtspotenzial". Sechs Jahrzehnte ohne Unterbrechung — das kann doch nur eine Firma schaffen, bei der nichts Aufregendes passiert.

Genau das ist die Falle. Nennen wir sie die Beruhigungs-Falle: Eine lange, gleichmäßige Reihe beruhigt uns so zuverlässig, dass wir aufhören nachzurechnen. Und dann lesen wir Sätze wie diesen und wundern uns nicht einmal: Der Gewinn der fortgeführten Geschäfte lag 2024 bei 14.066 Millionen US-Dollar und 2025 bei 26.804 Millionen. Fast eine Verdoppelung. In einem Jahr. Bei einem Konzern, dessen Umsatz im selben Zeitraum um 6,0 Prozent gewachsen ist.

Das passt nicht zusammen — und es soll auch nicht. Denn der Unterschied kommt nicht aus dem Geschäft. Er kommt aus einer einzigen Zeile im Anhang, in der es um Klagen wegen Körperpuder mit Talkum geht.

Das ist das Spannungsfeld dieser Analyse, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Das Geschäft von Johnson & Johnson ist bemerkenswert ruhig — die ausgewiesene Gewinnzahl gehört ihm nur zum Teil. Der Rest gehört einem Gerichtssaal in New Jersey.

Der Deal für diesen Artikel: Wir rechnen diese Zeile heraus, zeigen die Zahlen mit und ohne sie, und benennen jede Stolperstelle, die einen Jahresvergleich hier unsauber macht. Keine Prognose zum Prozessausgang — die stellen wir nicht auf. Nur das, was in den Originaldokumenten steht.

Was Johnson & Johnson eigentlich macht

Seit August 2023 ist Johnson & Johnson eine andere Firma als die, die viele im Kopf haben. Das Verbrauchergeschäft — Pflaster, Babypuder, Listerine, Nicorette — ist ausgegliedert und heißt Kenvue. Was übrig blieb, sind zwei Säulen, und beide verkaufen an Fachleute, nicht an dich im Drogeriemarkt.

Innovative Medicine ist das Medikamentengeschäft: 60.401 Millionen US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2025, also 64,1 Prozent des Konzerns. Der Schwerpunkt liegt auf Krebs (25.380 Millionen), Immunologie (15.728 Millionen) und Neurologie (7.837 Millionen), dazu Lungenhochdruck, Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauf.

MedTech ist die Medizintechnik: 33.792 Millionen US-Dollar, 35,9 Prozent des Konzerns. Vier Bereiche — Chirurgie (10.137 Millionen), Orthopädie (9.258 Millionen), Herz-Kreislauf-Geräte (8.928 Millionen) und Augenheilkunde mit den ACUVUE-Kontaktlinsen (5.468 Millionen).

Beide Säulen wuchsen 2025 fast im gleichen Tempo: das Medikamentengeschäft um 6,0 Prozent, die Medizintechnik um 6,1 Prozent. Das ist selten und es ist der stärkste Befund dieser Analyse. Ein Konzern mit 94 Milliarden Umsatz, dessen beide Hälften gleichmäßig zulegen, hat kein Nachfrageproblem.

Eine Ansage aus dem Oktober 2025 gehört dazu: Johnson & Johnson will die Orthopädie abspalten — ein Geschäft mit 9.258 Millionen US-Dollar Umsatz, also fast ein Zehntel des Konzerns. Der Zeitplan im Geschäftsbericht: Abschluss angestrebt innerhalb von 18 bis 24 Monaten nach der Ankündigung, der Weg dorthin ist noch offen. Wer die Segmentzahlen der nächsten Jahre vergleicht, wird also erneut zwei verschiedene Konzerne vergleichen. Dazu gleich mehr.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Ehrlicherweise: nicht über ein Signal. Unser hauseigener Aktien-Scanner sortiert nach Kennzahlen — Bewertung, Bilanzqualität, Momentum. Die ganz großen, teuer bewerteten Namen fallen durch solche Filter systematisch durch, und ein Konzern, dessen ausgewiesener Gewinn von einem Rückstellungsposten hin- und hergeworfen wird, sowieso.

Diese Analyse stammt aus einer Bestandsaufnahme vom 28.07.2026: Wir haben die 100 größten US-Aktien nach Börsenwert aufgelistet und geprüft, für welche davon eine Analyse existiert. Johnson & Johnson stand auf Rang 17 — und hatte keine. Das ist der ganze Aufhänger. Kein Kaufsignal, sondern das Schließen einer Lücke.

Das ist auch die ehrlichere Reihenfolge: erst lesen, dann urteilen. Nicht erst ein Signal suchen und danach die Begründung dazu.

Zwei Stolperstellen, bevor die erste Zahl stimmt

Bei den meisten Firmen kannst du zwei Jahresberichte nebeneinanderlegen und die Zahlen vergleichen. Hier nicht. Zwei Dinge musst du vorher wissen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen — und merkst es nicht.

Stolperstelle 1: Das Geschäftsjahr hat manchmal 53 Wochen

Johnson & Johnson rechnet nicht nach dem Kalender. Das Geschäftsjahr endet am Sonntag, der dem 31. Dezember am nächsten liegt — 2025 also am 28. Dezember, 2024 am 29. Dezember, 2023 am 31. Dezember. Normalerweise sind das 52 Wochen. Alle fünf bis sechs Jahre wird eine Woche eingeschoben, und dann hat das Jahr 53 Wochen und entsprechend mehr Liefertage. Der Konzern schreibt selbst, wann das der Fall war und wann es wieder so kommt:

Markierte Fundstelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: Das Geschäftsjahr endet am Sonntag nächst dem Ende des Monats Dezember, umfasst normalerweise 52 Wochen, alle fünf oder sechs Jahre aber 53 Wochen — so war es 2020 und so wird es wieder 2026 sein.
Aus Anhang 1 des Geschäftsberichts, Abschnitt „Annual closing date". Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, eingereicht 11.02.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

„The Company follows the concept of a fiscal year, which ends on the Sunday nearest to the end of the month of December. Normally each fiscal year consists of 52 weeks, but every five or six years the fiscal year consists of 53 weeks, and therefore includes additional shipping days, as was the case in fiscal year 2020, and will be the case again in fiscal year 2026.“

Übersetzung: „Das Unternehmen folgt dem Konzept eines Geschäftsjahres, das am Sonntag endet, der dem Ende des Monats Dezember am nächsten liegt. Normalerweise besteht jedes Geschäftsjahr aus 52 Wochen, aber alle fünf oder sechs Jahre besteht das Geschäftsjahr aus 53 Wochen und enthält daher zusätzliche Liefertage, wie es im Geschäftsjahr 2020 der Fall war und im Geschäftsjahr 2026 wieder der Fall sein wird.“

— Johnson & Johnson, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Anhang 1

Was das praktisch heißt: Die drei Vergleichsjahre 2023, 2024 und 2025 hatten alle 52 Wochen — sie sind untereinander sauber vergleichbar. Das laufende Jahr 2026 hat 53 Wochen. Wenn der Umsatz 2026 also um ein oder zwei Prozent stärker wächst als erwartet, ist ein Teil davon schlicht eine zusätzliche Liefer-Woche und kein neuer Kunde. Umgekehrt wird 2027 optisch schwächer aussehen, weil diese Woche dann fehlt. Merksatz: Eine Extra-Woche ist rund 1,9 Prozent eines Jahres. Wer 2026 mit 2025 vergleicht, muss das im Kopf haben.

Stolperstelle 2: Kenvue macht die Reihen unvergleichbar

Die Abspaltung des Verbrauchergeschäfts im August 2023 hat in den Zahlen eine Bruchstelle hinterlassen. Der Konzern hat sie sauber behandelt — aber unterschiedlich, je nachdem, welche Rechnung du ansiehst.

In der Gewinn- und Verlustrechnung ist Kenvue für alle Jahre als „aufgegebener Geschäftsbereich" getrennt ausgewiesen. Deshalb sind die Umsatz- und Ergebniszahlen 2023, 2024 und 2025 untereinander vergleichbar: 85.159, 88.821 und 94.193 Millionen US-Dollar Umsatz aus den fortgeführten Geschäften. Diese Grundlage — fortgeführte Geschäfte, alle Jahre — verwenden wir in diesem Artikel durchgehend.

Eine Zahl aus 2023 dürfen wir dabei nicht mit den anderen in eine Reihe stellen: das Gesamtergebnis von 35.153 Millionen US-Dollar. Darin stecken 21.827 Millionen aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich, und davon wiederum ist ein Buchgewinn von 20.984 Millionen aus dem Umtauschangebot für die Kenvue-Aktien. Das war ein Einmal-Effekt ohne einen Dollar Geldzufluss. Wer 2023 mit 35 Milliarden Gewinn in eine Zeitreihe schreibt, hat die Reihe zerstört.

In der Kapitalflussrechnung ist es anders — und darauf muss man ausdrücklich hinweisen. Dort steht unter der Tabelle der Satz, dass die Beträge für 2023 nicht um den aufgegebenen Geschäftsbereich angepasst wurden. Das Jahr 2023 enthält dort also noch Kenvue. Deshalb vergleichen wir Mittelzufluss und Investitionen in diesem Artikel nur für 2024 und 2025. Zwei Jahre sind wenig — aber zwei saubere Jahre sind mehr wert als drei unsaubere.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was tatsächlich beeindruckt. Und da gibt es viel.

Der Umsatz wächst, und zwar breit. 85.159 (2023), 88.821 (2024), 94.193 Millionen US-Dollar (2025). Das Plus von 6,0 Prozent im Jahr 2025 setzte sich laut Geschäftsbericht aus 8,4 Prozent mehr Menge, 3,1 Prozent niedrigeren Preisen und 0,7 Prozent Währungsrückenwind zusammen. Lies das noch einmal: Johnson & Johnson wuchs 2025 obwohl die Preise fielen. Das Wachstum kam aus verkauften Einheiten, nicht aus Preiserhöhungen — bei einem Pharmakonzern ist das die belastbarere Variante.

Die Rohertragsmarge ist beneidenswert stabil. 68,8 Prozent (2023), 69,1 (2024), 67,9 (2025). Der Rückgang 2025 hat laut Konzern zwei Gründe: einen schlechteren Produktmix wegen des STELARA-Einbruchs und Zölle in der Medizintechnik. Zwei Drittel Rohertrag bedeutet: Von jedem verkauften Dollar bleiben nach den Herstellkosten 68 Cent für Forschung, Vertrieb und Gewinn.

Die Forschung ist keine Randnotiz. 14.665 Millionen US-Dollar im Jahr 2025, das sind 15,6 Prozent des Umsatzes. Im Medikamentengeschäft sogar 19,6 Prozent des Segmentumsatzes. Der Rückgang gegenüber 2024 (17.232 Millionen, 19,4 Prozent) täuscht: 2024 enthielt Einmalzahlungen für zugekaufte Forschungsprojekte — allein 1,25 Milliarden für die weltweiten Rechte an einem bispezifischen Antikörper.

Die Bilanz ist stark. Zum 28.12.2025 standen 199.210 Millionen US-Dollar Bilanzsumme gegen 117.666 Millionen Verbindlichkeiten und 81.544 Millionen Eigenkapital. Der Zinsaufwand betrug 971 Millionen bei einem Vorsteuerergebnis von 32.581 Millionen — die Zinsen sind rund 34-fach gedeckt. Zum 28.06.2026 lagen 20,8 Milliarden US-Dollar in Kasse und Wertpapieren. Diese Firma hat kein Schuldenproblem.

Der Mittelzufluss ist verlässlich. 24.266 Millionen US-Dollar aus dem laufenden Geschäft im Jahr 2024, 24.530 Millionen 2025. Nach Sachinvestitionen von 4.424 und 4.832 Millionen bleiben 19.842 und 19.698 Millionen. Zwei Jahre, fast identischer freier Mittelzufluss — Langeweile in ihrer besten Form. (Warum wir 2023 hier weglassen, steht oben unter Stolperstelle 2.)

Das laufende Jahr bestätigt das Bild. Im zweiten Quartal 2026 (bis 28.06.2026) stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 25.310 Millionen US-Dollar, im ersten Halbjahr um 8,2 Prozent auf 49.372 Millionen. Bedenke dabei die 53. Woche des Jahres 2026 aus Stolperstelle 1.

Und dann kommt der Gewinn

Bis hierhin ist alles ruhig. Jetzt wird es unruhig — und deshalb bekommt das Thema ein eigenes Kapitel.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Gewinn kommt aus dem Gerichtssaal

Der ausgewiesene Gewinn der fortgeführten Geschäfte: 13.326 (2023), 14.066 (2024), 26.804 Millionen US-Dollar (2025). Wer diese Reihe unkommentiert liest, sieht einen Konzern, der seinen Gewinn in zwei Jahren verdoppelt hat. Das ist nicht passiert.

Was passiert ist, steht in der Zeile „Other (income) expense, net" und in Anhang 19. Drei Jahre, drei Talkum-Buchungen:

  • 2023: Belastung von rund 7,0 Milliarden US-Dollar für den damals geplanten Vergleich.
  • 2024: weitere Belastung von rund 5,1 Milliarden. Die Rückstellung erreichte zum Jahresende einen Barwert von rund 11,6 Milliarden (Nominalwert rund 13,5 Milliarden).
  • 2025: Nachdem ein Insolvenzgericht in Texas im März 2025 das Verfahren einstellte, löste der Konzern rund 7,0 Milliarden wieder auf — als Ertrag.

Der Konzern nennt sogar den Steuersatz, mit dem diese Beträge gebucht wurden: rund 22 Prozent US-Bundes- und Bundesstaatensteuer. Damit können wir rechnen. Wir ziehen den Talkum-Effekt heraus, versteuern ihn mit diesen 22 Prozent und setzen das Ergebnis daneben. Das ist unsere eigene Rechnung, nicht die des Konzerns — deshalb steht sie hier offen:

Balkendiagramm: Jahresergebnis der fortgeführten Geschäfte 2023 bis 2025. Ausgewiesen 13.326, 14.066 und 26.804 Millionen US-Dollar; ohne Talkum-Effekt 18.786, 18.044 und 21.344 Millionen US-Dollar.
Ausgewiesenes Ergebnis gegen Ergebnis ohne den Talkum-Posten. Bereinigung: eigene Rechnung, Talkum-Effekt versteuert mit den vom Konzern genannten rund 22 Prozent. Quelle: Geschäftsberichte 10-K für 2024 und 2025, Anhänge 8 und 19. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ohne den Posten sieht die Reihe so aus: 18.786, 18.044, 21.344 Millionen US-Dollar. Ein leichter Rückgang 2024, ein solides Plus von 18,3 Prozent 2025. Das ist die Firma. Die andere Reihe ist der Prozess.

Dieselbe Rechnung im laufenden Jahr, und hier wird es besonders lehrreich: Im ersten Halbjahr 2026 fiel das ausgewiesene Ergebnis von 16.536 auf 10.769 Millionen US-Dollar — ein Minus von 34,9 Prozent. Klingt nach Einbruch. Ist keiner. Das Vorjahreshalbjahr enthielt die 7,0-Milliarden-Auflösung, das laufende trägt 0,8 Milliarden neue Talkum-Belastungen. Bereinigt: 11.076 gegen 11.393 Millionen US-Dollar, ein Plus von 2,9 Prozent.

Merksatz für diese Aktie: Bei Johnson & Johnson ist die Gewinnzeile die unzuverlässigste Zahl im ganzen Bericht. Nicht falsch — der Abschlussprüfer hat das Thema sogar als „Critical Audit Matter" eigens hervorgehoben. Aber ohne die Bereinigung erzählt sie die falsche Geschichte, in beide Richtungen.

Ähnliche Effekte gibt es auch kleiner: Abschreibungen auf zugekaufte Forschungsprojekte von 81 Millionen (2025), 211 Millionen (2024) und 313 Millionen (2023), Restrukturierungsaufwand von 228, 234 und 489 Millionen, sowie eine Steuerquote, die von 11,5 Prozent (2023) über 15,7 (2024) auf 17,7 Prozent (2025) stieg. Alles im Bericht, alles erklärt — nur nicht in der Schlagzeile.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Rückstellung ist kleiner als die Zusage

Jetzt zum Kern. Was in den Berichten über die Talkum-Verfahren steht, ist nüchtern und ziemlich unerfreulich — und es ist die Grundlage für die wichtigste offene Frage bei dieser Aktie.

Der Sachstand. Gegen Johnson & Johnson und seine Tochtergesellschaften richten sich Personenschadenklagen mit dem Vorwurf, Körperpuder mit Talkum — vor allem JOHNSON'S Baby Powder — habe Krebs verursacht. Die Zahl der US-Kläger mit direkten Ansprüchen in laufenden Verfahren lag zum 28.12.2025 bei 74.360, zum 28.06.2026 bei rund 76.000. Sie steigt, nicht fällt.

Drei gescheiterte Insolvenzlösungen. Ab Oktober 2021 hat der Konzern seine Struktur mehrfach umgebaut, um die Talkum-Haftung in eigene Gesellschaften zu verlagern und dort geordnet abzuwickeln. Aus dem Verbrauchergeschäft wurde LTL Management LLC ausgegliedert, später umbenannt in LLT Management LLC und nach Texas verlegt; 2024 entstanden daraus Red River Talc LLC (Eierstock- und andere gynäkologische Krebsansprüche) und Pecos River Talc LLC (Mesotheliom und Weiteres). Insgesamt wurden drei Chapter-11-Verfahren eingeleitet — und alle drei eingestellt: Oktober 2021, April 2023 und im März 2025 das Verfahren von Red River durch das Insolvenzgericht in Texas. Danach ging der Konzern zurück in das normale Prozesssystem.

Die Rückstellung. Nach der Einstellung im März 2025 löste Johnson & Johnson praktisch alles auf, was für die Insolvenzlösung zurückgestellt war. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 blieben rund 3,4 Milliarden US-Dollar Barwert, zum 28.06.2026 rund 3,7 Milliarden — für bereits geschlossene Vergleiche, Prozesskosten und Sonstiges. Rund 40 Prozent davon sind als kurzfristige Verbindlichkeit gebucht:

Markierte Fundstelle aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 28. Juni 2026: Der Barwert der Rückstellung für Talkum-Angelegenheiten beträgt rund 3,7 Milliarden US-Dollar, rund 40 Prozent davon sind als kurzfristige Verbindlichkeit gebucht. Darüber der Absatz über die drei eingestellten Chapter-11-Verfahren und die Auflösung von rund 7,0 Milliarden im ersten Quartal 2025.
Aus Anhang 11 des Quartalsberichts, Abschnitt „Matters concerning talc". Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 28.06.2026, eingereicht 23.07.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

„As of the second quarter of 2026, the total present value of the reserve for talc related matters is approximately $3.7 billion, comprising executed settlement agreements, litigation defense and other costs. Approximately 40% of the reserve is recorded as a current liability.“

Übersetzung: „Zum zweiten Quartal 2026 beträgt der gesamte Barwert der Rückstellung für talkumbezogene Angelegenheiten rund 3,7 Milliarden US-Dollar und umfasst geschlossene Vergleichsvereinbarungen, Prozessverteidigung und andere Kosten. Rund 40 Prozent der Rückstellung sind als kurzfristige Verbindlichkeit erfasst.“

— Johnson & Johnson, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 28.06.2026, Anhang 11

Und dann, fünf Tage nach dem Quartalsbericht, kam das hier. Am 27. Juli 2026 teilte der Konzern mit, er habe sich mit den führenden Klägeranwälten des Bundesverfahrens und der Landesgerichte auf eine Gesamtlösung der Eierstockkrebs-Klagen verständigt. Die Zahlen aus der Pflichtmitteilung:

Markierte Fundstelle aus der Anlage 99.1 zur SEC-Meldung 8-K vom 28. Juli 2026: Die Lösung sieht Zahlungen je Anspruch vor, mit einer Zusage von 5,5 Milliarden US-Dollar, wobei die erste Zahlung von höchstens 3 Milliarden im Jahr 2027 erfolgt und vor 2028 keine weiteren Zahlungen fällig werden.
Aus der Presseanlage zur Meldung vom 27.07.2026. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Meldung 8-K, Item 7.01, Anlage 99.1, eingereicht 28.07.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

„Calls for per claim payments, with a $5.5 billion commitment by the Company and the first payment of no more than $3 billion to be made in 2027 and no additional payments due before 2028.“

Übersetzung: „Sieht Zahlungen je Anspruch vor, mit einer Zusage des Unternehmens über 5,5 Milliarden US-Dollar, wobei die erste Zahlung von höchstens 3 Milliarden im Jahr 2027 geleistet wird und vor 2028 keine weiteren Zahlungen fällig sind.“

— Johnson & Johnson, SEC-Meldung 8-K vom 28.07.2026, Item 7.01, Anlage 99.1

Rechne das nebeneinander: 3,7 Milliarden US-Dollar stehen in der Bilanz, 5,5 Milliarden sind zugesagt. Die Differenz von rund 1,8 Milliarden ist noch nicht gebucht. Sie wird in einem der kommenden Quartale als Aufwand auftauchen — und dann sieht die Gewinnzeile wieder aus wie ein Einbruch, obwohl es keiner ist. Genau der Mechanismus aus Wahrheit Nr. 1, nur diesmal vorhersehbar.

Zwei Bedingungen stehen ausdrücklich in der Meldung, und sie sind der Grund, warum hier noch nichts entschieden ist. Erstens: Die Lösung setzt voraus, dass die führenden Klägerkanzleien mindestens 95 Prozent der offenen Ansprüche einbringen. Zweitens laufen die 5,5 Milliarden über Jahre — erste Zahlung höchstens 3 Milliarden in 2027, danach nichts vor 2028. Wird die 95-Prozent-Schwelle nicht erreicht, steht der Konzern wieder dort, wo er im März 2025 stand: 76.000 Einzelverfahren im normalen Prozesssystem.

Zur Vorgeschichte gehört, dass Johnson & Johnson die Sache nie anerkannt hat. In derselben Meldung heißt es, die Ansprüche entbehrten wissenschaftlicher Grundlage; im Juli 2026 hatten die Kläger in zwei Musterverfahren ihre Sachverständigen zur konkreten Ursächlichkeit zurückgezogen, worauf das Bundesgericht am 22. Juli 2026 aufforderte darzulegen, warum die übrigen Ansprüche nicht abzuweisen seien. Der Vergleich ist also aus Sicht des Konzerns kein Eingeständnis, sondern ein Schlussstrich. Für dich als Anleger ist der Unterschied ohne Belang: Beides kostet Geld, und der Betrag steht jetzt fest.

Noch nicht erledigt sind zwei Nebenstränge. Die Sammelklage von Aktionären aus Februar 2018 — Vorwurf: mangelhafte Offenlegung möglicher Asbestverunreinigung — läuft weiter; die Klasse ist zugelassen, der US-Supreme Court lehnte die Beschwerde des Konzerns im April 2026 ab, die Sachverständigenphase läuft. Und aus den Opioid-Verfahren sind zum 28.06.2026 noch rund 0,9 Milliarden US-Dollar offen; von dem 2021 vereinbarten Vergleich über bis zu 5,0 Milliarden waren zum Jahresende 2025 rund 80 Prozent bezahlt. Wie ein anderer Konzern mit einem vergleichbaren Rückstellungs-Posten umgeht, haben wir in der Analyse zu Visa nachgerechnet — dort schrumpfte ein Prozess-Treuhandfonds in neun Monaten von 2.990 auf 888 Millionen US-Dollar. Und wie ein Opioid-Vergleich nach der letzten Zahlung weiterläuft, steht in unserer Analyse zu Walmart.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Das größte Medikament ersetzt sich selbst

Ein Alltagsbild vorweg: Ein Biosimilar ist der Nachbau eines biotechnisch hergestellten Medikaments, nachdem der Patentschutz gefallen ist. Anders als bei einer chemischen Tablette lässt sich ein Biotech-Wirkstoff nicht identisch kopieren — er wird von lebenden Zellen produziert. Deshalb heißt es „ähnlich" und nicht „gleich". Für den Preis macht das keinen großen Unterschied: Sobald Nachbauer im Markt sind, fällt er.

Genau das passiert bei STELARA, dem Immunologie-Mittel, das jahrelang das umsatzstärkste Produkt des Konzerns war. Der Absturz in Zahlen: von 10.361 Millionen US-Dollar (2024) auf 6.078 Millionen (2025) — minus 41,3 Prozent, minus 4.283 Millionen in einem einzigen Jahr. Allein in den USA machte STELARA 2025 noch rund 3,8 Milliarden aus, und der Konzern schreibt klar, wie es weitergeht:

„The Company expects continued launches of biosimilar versions of STELARA globally which will continue to negatively impact the Company's sales of STELARA.“

Übersetzung: „Das Unternehmen erwartet weitere Markteinführungen von Biosimilar-Versionen von STELARA weltweit, die die STELARA-Umsätze des Unternehmens weiterhin negativ beeinflussen werden.“

— Johnson & Johnson, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7

Und jetzt der Teil, der Respekt verdient: Der Konzern hat diesen Verlust im selben Jahr überkompensiert.

Balkendiagramm: Umsatz der drei größten Präparate 2024 gegen 2025. STELARA fällt von 10.361 auf 6.078 Millionen US-Dollar, TREMFYA steigt von 3.670 auf 5.155, DARZALEX von 11.670 auf 14.351 Millionen US-Dollar.
Der Patentklippen-Tausch bei Johnson & Johnson: was wegfällt und was nachwächst. Quelle: Geschäftsbericht 10-K für 2025, eingereicht 11.02.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

TREMFYA legte um 1.485 Millionen auf 5.155 Millionen US-Dollar zu (+40,5 Prozent). DARZALEX, das Mittel gegen das multiple Myelom, wuchs um 2.681 Millionen auf 14.351 Millionen (+23,0 Prozent). Der Krebsbereich insgesamt stieg um 22,1 Prozent auf 25.380 Millionen. CARVYKTI verdoppelte sich fast auf 1.887 Millionen, SPRAVATO wuchs auf 1.696 Millionen, und mit CAPLYTA kam über den Zukauf von Intra-Cellular Therapies am 02.04.2025 ein Produkt mit 700 Millionen Umsatz im ersten Teiljahr hinzu.

Das ist der Kern des Pharmageschäfts, und Johnson & Johnson beherrscht ihn: Jedes Medikament ist ein Auslaufmodell mit Ablaufdatum, und der einzige Schutz ist der Nachschub. 2025 hat der Nachschub gereicht.

Die Kehrseite ist Konzentration. DARZALEX steht mit 14.351 Millionen US-Dollar für 15,2 Prozent des Konzernumsatzes, die drei größten Präparate zusammen für 27,2 Prozent. Und die nächste Klippe ist im Bericht schon benannt: Für OPSUMIT erwartet der Konzern 2026 Generika-Wettbewerb, „was voraussichtlich zu einer deutlichen Verringerung künftiger Umsätze führen wird" — das Mittel setzte 2025 mit OPSYNVI zusammen 2.325 Millionen um. Für SIMPONI (2.668 Millionen) verfolgen mindestens zwei Anbieter eine Biosimilar-Zulassung in den USA. Merksatz: Bei einem Pharmakonzern ist die Pipeline keine Fantasie, sondern die Instandhaltung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Drei Großhändler, fast die halbe Rechnung

Diese Zahl steht unauffällig in der Umsatzanalyse und wird selten zitiert. 2025 lieferte Johnson & Johnson über drei Großhändler, die zusammen rund 48,4 Prozent des Bruttoumsatzes ausmachten — einzeln 21,8, 15,5 und 11,1 Prozent. 2024 war es dieselbe Größenordnung: 20,5, 15,6 und 12,3 Prozent.

Markierte Fundstelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: Drei Großhändler, die Produkte für beide Segmente vertreiben, standen 2025 für rund 21,8, 15,5 und 11,1 Prozent des Bruttoumsatzes, 2024 für rund 20,5, 15,6 und 12,3 Prozent.
Aus Item 7 des Geschäftsberichts, Abschnitt zur Umsatzanalyse. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, eingereicht 11.02.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ordnen wir das ein, ohne zu dramatisieren. Der US-Pharmavertrieb läuft strukturell über eine Handvoll Großhändler; das gilt für jeden Hersteller. Diese drei Unternehmen sind nicht die Kunden im Sinne von „sie entscheiden, ob DARZALEX gebraucht wird" — sie sind die Rohre, durch die es fließt. Ein Arzt verschreibt weiter, egal wie das Paket ins Krankenhaus kommt.

Trotzdem ist es eine Konzentration, die man kennen sollte. Fast die Hälfte des Bruttoumsatzes hängt an drei Vertragsverhältnissen, und in denselben Verträgen stecken die Rabatte: Die Rückstellung für Rabatte, Retouren und Verkaufsförderung stand zum 28.12.2025 bei 19.124 Millionen US-Dollar — mehr als der gesamte Rohertrag eines Quartals. Wer wissen will, wie stark ein Hersteller die Kette in der Hand hat, findet die Antwort in dieser Zeile, nicht in der Umsatzzeile.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Firmenwert und Patente wiegen mehr als das Eigenkapital

Auch hier zuerst das Alltagsbild. Firmenwert (englisch „Goodwill") entsteht, wenn du ein Unternehmen kaufst und mehr bezahlst, als seine einzelnen Vermögenswerte wert sind. Der Überschuss landet als Bilanzposten — er ist die bezahlte Erwartung, dass die Sache sich rechnet. Immaterielle Vermögenswerte sind dagegen benennbar: Patente, Zulassungen, Markenrechte, laufende Forschungsprojekte.

Zum 28.12.2025 stehen bei Johnson & Johnson 48.772 Millionen US-Dollar Firmenwert und 50.403 Millionen immaterielle Vermögenswerte in der Bilanz. Zusammen 99.175 Millionen. Dem gegenüber steht ein Eigenkapital von 81.544 Millionen. Rechne es aus:

  • 99.175 von 199.210 Millionen Bilanzsumme = 49,8 Prozent aller Aktiva
  • 99.175 von 81.544 Millionen Eigenkapital = 121,6 Prozent

Das ist kein Skandal, sondern die Handschrift einer Einkaufsstrategie. 2025 gab der Konzern 17.541 Millionen US-Dollar für Zukäufe aus, 2024 waren es 15.146 Millionen — allein Intra-Cellular Therapies kostete rund 14,5 Milliarden und brachte 3.488 Millionen neuen Firmenwert. Die immateriellen Werte sprangen dadurch binnen eines Jahres von 37.618 auf 50.403 Millionen.

Zwei Folgen davon siehst du jedes Jahr in der Gewinn- und Verlustrechnung. Erstens: In den Herstellkosten steckt eine Abschreibung auf immaterielle Werte von 4.600 Millionen US-Dollar (2025; 4.500 Millionen 2024) — das sind 4,9 Prozent des Umsatzes, die als Aufwand durchlaufen, ohne dass Geld abfließt. Zweitens: Wird ein Zukauf zur Enttäuschung, folgt eine Abschreibung. 2025 waren es 81 Millionen für ein nicht-strategisches Projekt aus der Abiomed-Übernahme, 2024 rund 200 Millionen für ein Biosimilar-Projekt aus dem Momenta-Kauf von 2020, das inzwischen vollständig abgeschrieben ist.

Und die Rechnung wird zum Teil auf Kredit bezahlt. Die Nettoverschuldung stieg 2025 von 12,1 auf 27,8 Milliarden US-Dollar, die Gesamtschulden von 36,6 auf 47,9 Milliarden; im ersten Quartal 2025 gab der Konzern für 9,2 Milliarden unbesicherte Anleihen aus, um den Intra-Cellular-Kauf zu finanzieren. Zum 28.06.2026 lag die Nettoverschuldung bei 28,2 Milliarden.

Bei einem operativen Mittelzufluss von 24.530 Millionen im Jahr und 34-facher Zinsdeckung ist das gut tragbar. Aber der Weg der Kennzahl ist eindeutig: Johnson & Johnson kauft Wachstum, und ein Teil davon steht als Erwartung in der Bilanz. Wie es aussieht, wenn ein Konzern deutlich mehr ausschüttet als er nach Investitionen verdient, haben wir in der Analyse zu ExxonMobil aufgeschrieben — dort war die Lücke 13,9 Milliarden US-Dollar. Hier ist sie nicht das Problem: 2025 standen 18.334 Millionen Ausschüttung gegen 19.698 Millionen freien Mittelzufluss, die Zukäufe wurden zusätzlich finanziert.

Was die Aktie kostet

Keine Tageskurse, nur Größenordnungen mit Datenstand.

Zum 17.07.2026 waren laut Deckblatt des Quartalsberichts 2.409.898.597 Aktien ausstehend. Der Börsenwert lag bei rund 643 Milliarden US-Dollar (Datenstand 29.07.2026), das entspricht bei dieser Aktienzahl einem Kurs von rund 267 US-Dollar. Die Jahresspanne reichte von 160,21 bis 274,90 US-Dollar — die Aktie notiert also am oberen Ende ihres Jahresbandes. Als Vergleichsanker aus einem Filing: Der mittlere Rückkaufpreis lag zwischen dem 24.11. und dem 28.12.2025 bei 204,81 US-Dollar je Aktie.

Auf die nachlaufenden vier Quartale (Geschäftsjahr 2025 plus erstes Halbjahr 2026 minus erstes Halbjahr 2025) gerechnet:

  • Umsatz: 97.929 Millionen US-Dollar → Kurs-Umsatz-Verhältnis rund 6,6
  • Gewinn: 21.037 Millionen US-Dollar → Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 31
  • Gewinn ohne Talkum-Belastung des ersten Halbjahres 2026: rund 21.661 Millionen → Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 30
  • Eigenkapital 81.544 Millionen (28.12.2025) → Kurs-Buchwert-Verhältnis rund 7,9
  • Dividendenrendite rund 2,0 Prozent bei annualisiert 5,36 US-Dollar je Aktie

Was das heißt, in Klartext: Mit dem rund 30-Fachen des Gewinns wird Johnson & Johnson bewertet wie ein Wachstumsunternehmen, nicht wie ein Dividendenwert. Bei einem Umsatzwachstum von 6,0 Prozent (2025) und 8,2 Prozent (erstes Halbjahr 2026, mit 53-Wochen-Effekt) ist das ein Vorschuss auf die Pipeline. Der Markt bezahlt hier nicht Verlässlichkeit, sondern Nachschub.

Und dieselbe Rechnung von der anderen Seite: Wer 2,0 Prozent Dividendenrendite für den Hauptgrund hält, sollte wissen, dass 12.381 Millionen US-Dollar Dividende (2025) rund 63 Prozent des freien Mittelzuflusses beanspruchen — solide gedeckt, aber ohne großen Spielraum für Sprünge. Die 63 Jahre in Folge sind eine Leistung; sie sind kein Versprechen für das 64. Jahr.

Ein Blick der Profis fehlt hier absichtlich: Analystenziele sind Momentaufnahmen und veralten schneller als dieser Artikel. Wer sie sehen will, findet sie auf der Scanner-Übersicht zusammen mit den Kennzahlenfiltern, aus denen unsere Auswahl normalerweise entsteht.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für das Unternehmen spricht

  • Beide Säulen wuchsen 2025 fast gleich stark: Innovative Medicine +6,0 Prozent auf 60.401 Millionen, MedTech +6,1 Prozent auf 33.792 Millionen US-Dollar.
  • Das Wachstum kam 2025 aus 8,4 Prozent mehr Menge bei 3,1 Prozent niedrigeren Preisen — verkaufte Einheiten, nicht Preiserhöhungen.
  • Rohertragsmarge stabil zwischen 67,9 und 69,1 Prozent über drei Jahre.
  • Bilanz belastbar: 81.544 Millionen Eigenkapital, 34-fache Zinsdeckung, 20,8 Milliarden US-Dollar Liquidität zum 28.06.2026.
  • Der Patentklippen-Ersatz funktionierte 2025: STELARA −4.283 Millionen, dafür TREMFYA +1.485 und DARZALEX +2.681 Millionen.
  • Freier Mittelzufluss zwei Jahre in Folge bei rund 19,7 Milliarden US-Dollar; die Ausschüttung von 18.334 Millionen ist daraus gedeckt.
  • Der Talkum-Vergleich vom 27.07.2026 beziffert das Risiko erstmals mit einer festen Summe und einem Zahlungsplan bis 2028.

Was dagegen spricht

  • Die 5,5-Milliarden-Lösung steht unter der Bedingung, dass mindestens 95 Prozent der offenen Ansprüche mitmachen — ohne diese Schwelle bleibt es bei rund 76.000 Einzelverfahren.
  • Die Rückstellung von 3,7 Milliarden (28.06.2026) liegt rund 1,8 Milliarden unter der Zusage; die Differenz muss noch als Aufwand gebucht werden.
  • Der ausgewiesene Gewinn ist ohne Bereinigung nicht aussagekräftig: 13.326 / 14.066 / 26.804 gegen bereinigt 18.786 / 18.044 / 21.344 Millionen US-Dollar.
  • Drei gescheiterte Chapter-11-Verfahren zeigen, dass die gewählte Lösungsstrategie über vier Jahre nicht funktioniert hat.
  • Nächste Patentklippen sind benannt: Generika-Wettbewerb für OPSUMIT (2.325 Millionen Umsatz) ab 2026, Biosimilar-Anträge für SIMPONI (2.668 Millionen).
  • Umsatzkonzentration: DARZALEX 15,2 Prozent des Konzernumsatzes, drei Präparate 27,2 Prozent, drei Großhändler 48,4 Prozent des Bruttoumsatzes.
  • Firmenwert und immaterielle Werte übersteigen mit 99.175 Millionen das Eigenkapital um 21,6 Prozent; die Nettoverschuldung stieg 2025 von 12,1 auf 27,8 Milliarden US-Dollar.
  • Die geplante Abspaltung der Orthopädie (9.258 Millionen Umsatz) macht kommende Zeitreihen erneut unvergleichbar.
  • Die Aktionärs-Sammelklage zur Asbest-Offenlegung läuft nach der Ablehnung der Beschwerde durch den Supreme Court im April 2026 weiter.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Beruhigungs-Falle vom Anfang. Sie hat einen Kern von Wahrheit: Das Geschäft von Johnson & Johnson ist ruhig. Zwei Säulen, beide wachsend. Zwei Drittel Rohertrag, drei Jahre stabil. Fast 20 Milliarden freier Mittelzufluss, zweimal in Folge fast auf den Dollar gleich. Eine Dividende, die im 63. Jahr in Folge stieg. Wer nach Verlässlichkeit im operativen Geschäft sucht, findet sie hier — belegt, nicht behauptet.

Was nicht ruhig ist, ist die Zahl darunter. Und die Falle besteht nicht darin, dem Konzern zu vertrauen, sondern darin, die Gewinnzeile für das Ergebnis dieses Geschäfts zu halten. 2023 und 2024 war sie zu niedrig, 2025 zu hoch, und in einem der nächsten Quartale wird sie wieder zu niedrig sein, wenn die 1,8 Milliarden Differenz zur Vergleichszusage gebucht werden. Dreimal derselbe Posten, dreimal ein anderes Vorzeichen.

Es gibt eine bittere Ehrlichkeit in diesen Berichten. Ein Unternehmen, das 138.200 Menschen beschäftigt und Krebsmedikamente entwickelt, verhandelt seit fünfzehn Jahren über Babypuder. Es hat drei Insolvenzverfahren angestoßen, alle drei wurden eingestellt, und am Ende steht eine Zahl: 5,5 Milliarden US-Dollar, erste Rate 2027. Das ist rund ein Viertel eines Jahresgewinns für etwas, das keinen einzigen Patienten heilt.

Für dich als Anleger sind daraus zwei Dinge zu lernen, und sie gelten über diese Aktie hinaus. Erstens: Eine lange Reihe ist kein Argument, sondern ein Grund genauer hinzusehen. Zweitens: Wenn ein Konzern seine eigene Bereinigung nicht vorrechnet, rechne sie selbst — die Bausteine dafür stehen im Anhang, samt Steuersatz.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Hinweis zur Einordnung. Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensberichte und keine Anlageberatung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Alle Zahlen stammen aus den oben genannten Quellen und tragen den dort angegebenen Stichtag; sie können sich seither geändert haben. Die Bereinigung des Ergebnisses um den Talkum-Posten ist eine eigene Rechnung dieser Redaktion und wird vom Unternehmen so nicht ausgewiesen. Aktien unterliegen Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Johnson & Johnson.

Unser Fazit auf einen Blick

Operative Leistung positiv
Beide Segmente wuchsen 2025 fast im gleichen Tempo: Innovative Medicine +6,0 % auf 60.401 Mio. US-$, MedTech +6,1 % auf 33.792 Mio. Das Konzernplus von 6,0 % entstand aus 8,4 % mehr Menge bei 3,1 % niedrigeren Preisen. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz 6,6 % über dem Vorjahr.
Bilanz und Liquidität positiv
Zum 28.12.2025 standen 81.544 Mio. US-$ Eigenkapital gegen 47,9 Mrd. Gesamtschulden; der Zinsaufwand von 971 Mio. war durch das Vorsteuerergebnis von 32.581 Mio. 33,6-fach gedeckt. Zum 28.06.2026 lagen 20,8 Mrd. US-$ in Kasse und Wertpapieren, die Nettoverschuldung bei 28,2 Mrd. Kein Substanzrisiko erkennbar.
Ergebnisqualität negativ
Der ausgewiesene Gewinn der fortgeführten Geschäfte lief von 13.326 (2023) über 14.066 (2024) auf 26.804 Mio. US-$ (2025) — Ursache sind Talkum-Buchungen von −7,0, −5,1 und +7,0 Mrd. Ohne sie wären es 18.786, 18.044 und 21.344 Mio. gewesen (eigene Rechnung, 22 % Steuersatz laut Konzern). Der Abschlussprüfer führt das Thema als Critical Audit Matter.
Talkum-Verfahren negativ
Rund 76.000 US-Kläger zum 28.06.2026 nach 74.360 zum 28.12.2025. Die Rückstellung von 3,7 Mrd. US-$ Barwert liegt rund 1,8 Mrd. unter der Zusage von 5,5 Mrd. vom 27.07.2026; diese steht zudem unter der Bedingung, dass mindestens 95 % der offenen Ansprüche mitmachen. Drei Chapter-11-Verfahren der Tochtergesellschaften wurden zwischen 2021 und 2025 eingestellt.
Patentklippe und Nachschub neutral
STELARA fiel 2025 um 4.283 Mio. auf 6.078 Mio. US-$ (−41,3 %), vollständig ausgeglichen durch TREMFYA (+1.485 Mio.) und DARZALEX (+2.681 Mio.). Die nächste Welle ist im 10-K benannt: Generika-Wettbewerb für OPSUMIT ab 2026 (2.325 Mio. Umsatz), Biosimilar-Anträge für SIMPONI (2.668 Mio.). Forschung 14.665 Mio. = 15,6 % des Umsatzes.
Bilanzstruktur und Zukäufe neutral
Firmenwert (48.772 Mio.) und immaterielle Werte (50.403 Mio.) ergeben 99.175 Mio. US-$ — 49,8 % der Bilanzsumme und 121,6 % des Eigenkapitals. 2025 flossen 17.541 Mio. in Zukäufe (Intra-Cellular rund 14,5 Mrd.), finanziert unter anderem mit 9,2 Mrd. neuen Anleihen; die Nettoverschuldung stieg von 12,1 auf 27,8 Mrd. Die laufende Abschreibung immaterieller Werte beträgt 4,6 Mrd. im Jahr.

Johnson & Johnson wuchs 2025 in beiden Segmenten um rund 6 Prozent auf 94.193 Mio. US-$ Umsatz und zog 24.530 Mio. aus dem laufenden Geschäft — das operative Bild ist so ruhig, wie die 63 Jahre Dividendenerhöhung es versprechen. Die ausgewiesene Gewinnzeile ist es nicht: Talkum-Buchungen von −7,0 (2023), −5,1 (2024) und +7,0 Mrd. US-$ (2025) haben sie dreimal in eine andere Richtung gezogen; ohne sie liegt das Ergebnis bei 18.786, 18.044 und 21.344 Mio. Am 27.07.2026 kündigte der Konzern eine Gesamtlösung über 5,5 Mrd. US-$ an, bei einer Rückstellung von 3,7 Mrd. und unter der Bedingung von 95 Prozent Beteiligung. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Das Geschäft selbst trägt und ist gut belegt: 94.193 Mio. US-$ Umsatz mit 6,0 Prozent Wachstum in beiden Segmenten, 67,9 Prozent Rohertragsmarge, 24.530 Mio. operativer Mittelzufluss, 81.544 Mio. Eigenkapital, 33,6-fache Zinsdeckung und 20,8 Mrd. Liquidität zum 28.06.2026. Kein Going-Concern-Hinweis, kein negatives Eigenkapital, kein Bilanz- oder Governance-Bruch, und die Konzentration auf drei Großhändler ist ein Vertriebskanal, keine existenzielle Abhängigkeit von einer Gegenpartei. Zwei wesentliche operative Fragen sind trotzdem offen und begründen zusammen die vorsichtigere Stufe. Erstens die Talkum-Lösung: Die Zusage über 5,5 Mrd. US-$ vom 27.07.2026 steht ausdrücklich unter der Bedingung, dass mindestens 95 Prozent der offenen Ansprüche mitmachen — wird sie verfehlt, stehen wieder rund 76.000 Einzelverfahren an, und die Rückstellung von 3,7 Mrd. liegt ohnehin rund 1,8 Mrd. unter der Zusage. Drei eingestellte Chapter-11-Verfahren zeigen, dass vier Jahre Lösungsversuche nichts erledigt haben. Zweitens die Patentklippe: STELARA verlor 2025 in einem Jahr 4.283 Mio. Umsatz, der Konzern erwartet weitere Biosimilar-Einführungen und benennt für 2026 Generika-Wettbewerb bei OPSUMIT sowie Biosimilar-Anträge für SIMPONI. 2025 hat der Nachschub gereicht — das ist ein Beweis für die Pipeline, aber kein Beweis für die nächste Welle. Getrennt davon steht die Preisfrage: Mit rund dem 31-Fachen des nachlaufenden Gewinns und dem 7,9-Fachen des Buchwerts wird die Aktie am oberen Ende ihrer Jahresspanne wie ein Wachstumswert bezahlt, nicht wie ein Dividendentitel. Das ist ein Bewertungsargument, kein Qualitätsargument, und ändert an der Ampel nichts.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger: Bestandsaufnahme der 100 größten US-Aktien nach Börsenwert vom 28.07.2026. Johnson & Johnson stand auf Rang 17 und hatte keine Analyse. Kein Scanner-Treffer.
  • Datenstand: Quartalsbericht 10-Q zum 28.06.2026 (eingereicht 23.07.2026), Geschäftsberichte 10-K für 2025 und 2024, Ergebnismitteilung 8-K vom 15.07.2026 und Meldung 8-K vom 28.07.2026 (Item 7.01). Fundamentaldaten zum 29.07.2026.
  • Geschäftsjahr: 52/53 Wochen, Ende am Sonntag nächst dem 31. Dezember. 2023, 2024 und 2025 hatten je 52 Wochen und sind untereinander vergleichbar; das laufende Jahr 2026 hat laut Konzern 53 Wochen — rund 1,9 Prozent zusätzliche Liefertage im Jahresvergleich.
  • Berechnungsgrundlage: Umsatz und Ergebnis durchgehend als fortgeführte Geschäfte (ohne Kenvue) für alle Jahre. Das Gesamtergebnis 2023 von 35.153 Mio. US-$ enthält 21.827 Mio. aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich, darunter einen Buchgewinn von 20.984 Mio. aus dem Kenvue-Umtauschangebot, und gehört nicht in die Reihe. Die Kapitalflussrechnung 2023 ist laut Fußnote nicht angepasst und enthält Kenvue noch — Mittelzufluss und Investitionen werden deshalb nur für 2024 und 2025 verglichen.
  • Die Bereinigung des Ergebnisses um den Talkum-Posten ist eine eigene Rechnung dieser Redaktion, nicht eine Kennzahl des Unternehmens. Verwendet wird der vom Konzern in Anhang 8 genannte Satz von rund 22 Prozent für US-Bundes- und Bundesstaatensteuer.
  • Die Einreichungen 25-NSE aus 2019, 2022 und 2024 betreffen ausgelaufene Anleihen, nicht die Stammaktie; die Form 15-15D aus 2019 ebenfalls nicht die Stammaktie. Die Aktie notiert weiterhin an der NYSE — kein Delisting-Signal.

Häufige Fragen

Das Geschäftsjahr endet am Sonntag, der dem 31. Dezember am nächsten liegt — 2025 am 28. Dezember, 2024 am 29. Dezember. Normalerweise sind das 52 Wochen. Weil ein Kalenderjahr etwas länger ist, muss alle fünf bis sechs Jahre eine Woche eingeschoben werden. Das war 2020 der Fall und ist es laut Geschäftsbericht 2025 im laufenden Jahr 2026 wieder. Eine Extra-Woche entspricht rund 1,9 Prozent eines Jahres und schmeichelt dem Umsatzvergleich.

Das Verbrauchergeschäft wurde im August 2023 als Kenvue abgespalten. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist es für alle Jahre getrennt als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen — Umsatz und Ergebnis der fortgeführten Geschäfte sind daher vergleichbar. In der Kapitalflussrechnung dagegen enthält das Jahr 2023 laut Fußnote noch Kenvue. Mittelzufluss und Investitionen lassen sich deshalb nur für 2024 und 2025 sauber vergleichen.

Zum 28. Juni 2026 betrug der Barwert der Rückstellung für talkumbezogene Angelegenheiten rund 3,7 Milliarden US-Dollar, davon rund 40 Prozent als kurzfristige Verbindlichkeit. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 waren es rund 3,4 Milliarden, ein Jahr davor noch rund 11,6 Milliarden Barwert. Der Rückgang entstand, weil der Konzern nach der Einstellung des Insolvenzverfahrens im März 2025 rund 7,0 Milliarden auflöste.

Johnson & Johnson hat sich mit den führenden Klägerkanzleien auf eine Gesamtlösung der Eierstockkrebs-Talkum-Klagen verständigt: Zahlungen je Anspruch mit einer Zusage von 5,5 Milliarden US-Dollar, erste Zahlung höchstens 3 Milliarden im Jahr 2027, danach nichts vor 2028. Die Lösung setzt voraus, dass mindestens 95 Prozent der offenen Ansprüche einbezogen werden. Bis diese Schwelle erreicht ist, ist nichts endgültig.

Weil die Talkum-Rückstellung durch die Gewinn- und Verlustrechnung läuft. 2023 belastete sie das Ergebnis mit rund 7,0 Milliarden US-Dollar, 2024 mit weiteren 5,1 Milliarden, 2025 hob eine Auflösung von rund 7,0 Milliarden es an. Der ausgewiesene Gewinn der fortgeführten Geschäfte lief dadurch von 13.326 über 14.066 auf 26.804 Millionen US-Dollar. Ohne diesen Posten wären es rund 18.786, 18.044 und 21.344 Millionen gewesen.

DARZALEX war 2025 mit 14.351 Millionen US-Dollar das umsatzstärkste Produkt und stand für 15,2 Prozent des Konzernumsatzes. Die drei größten Präparate — DARZALEX, STELARA und TREMFYA — kamen zusammen auf 27,2 Prozent. Das ist für einen Pharmakonzern dieser Größe eher moderat, aber es erklärt, warum jede Patentfrist zu einem Ereignis für die ganze Aktie wird.

STELARA war jahrelang das umsatzstärkste Medikament des Konzerns. Seit Biosimilars — Nachbauten biotechnisch hergestellter Wirkstoffe — auf den Markt kommen, fällt der Preis. Der Umsatz sank 2025 von 10.361 auf 6.078 Millionen US-Dollar, ein Minus von 41,3 Prozent. Der Konzern erwartet laut Geschäftsbericht weitere Biosimilar-Einführungen und dadurch weiter fallende STELARA-Umsätze. 2025 kompensierten TREMFYA und DARZALEX den Ausfall vollständig.

Laut Geschäftsbericht 2025 hat der Konzern die Dividende im 63. aufeinanderfolgenden Jahr erhöht. Gezahlt wurden 5,14 US-Dollar je Aktie im Jahr 2025 nach 4,91 im Jahr 2024 und 4,70 im Jahr 2023. Am 15. Juli 2026 beschloss der Verwaltungsrat erneut eine Quartalsdividende von 1,34 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 8. September 2026 — annualisiert 5,36 US-Dollar.

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