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Idaho Strategic Resources: 42 Millionen aus einer Goldmine — und null aus den Seltenen Erden im Firmennamen

Idaho Strategic Resources: 42 Millionen aus einer Goldmine — und null aus den Seltenen Erden im Firmennamen

Der hauseigene Aktien-Scanner führte Idaho Strategic Resources am 26. Juli 2026 in acht Listen, darunter das Fundamental-Rating mit Rang A. Die SEC-Berichte erklären, woher diese Note kommt — und was sie nicht abbildet: 42.406.253 US-Dollar Umsatz im Jahr 2025 stammen zu 100 Prozent aus Gold einer einzigen Untertagemine, 98 Prozent davon gehen an einen einzigen Händler, der zugleich Aktionär ist. Die drei Seltene-Erden-Projekte, die der Firma ihren Namen geben, haben laut Geschäftsbericht bis heute weder Reserven noch Ressourcen noch einen Dollar Umsatz. Und der Umsatzsprung im ersten Quartal 2026 kam nach Angaben des Unternehmens zu 97 Prozent vom Goldpreis. Keine Anlageberatung — nur die Frage, wofür der Kurs hier eigentlich bezahlt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Idaho Strategic Resources: 42 Millionen aus einer Goldmine — und null aus den Seltenen Erden im Firmennamen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die schon zuschnappt, bevor du die erste Zahl gelesen hast: die Schaufenster-Falle. Im Schaufenster liegt das Spannendste, im Hinterzimmer wird das Geld verdient — und dein Kopf verwechselt beides. Idaho Strategic Resources (NYSE American: IDR) heißt seit dem 6. Dezember 2021 so — davor firmierte dieselbe Gesellschaft schlicht als New Jersey Mining Company. „Strategic Resources“ klingt nach Seltenen Erden, nach Thorium, nach kritischen Rohstoffen für Verteidigung und Robotik. Und tatsächlich besitzt das Unternehmen drei solcher Projekte. Nur: Jeder einzelne Dollar Umsatz kam 2025 aus Gold.

Machen wir also einen Deal. Wir lassen den Namen beiseite und lesen gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 23. März 2026 und den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026, eingereicht am 14. Mai 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich; er darf werben, aber nicht lügen. Und dieser erzählt von einer erstaunlich profitablen kleinen Goldmine, von einem einzigen Abnehmer, von einer Kasse, die größer ist als der Jahresumsatz — und von einer Erzählung, die noch keine einzige Zahl hat. Was du daraus machst, entscheidest am Ende du.

Was Idaho Strategic Resources eigentlich macht — eine Mine, eine Mühle, ein Käufer

Das Geschäft ist so übersichtlich, dass man es in einem Satz erklären kann: Idaho Strategic betreibt die Golden-Chest-Mine bei Murray im Norden Idahos, fährt das Erz untertage heraus, fährt es zur New Jersey Mill bei Kellogg, die das Unternehmen betreibt, und mahlt dort ein Flotationskonzentrat — das ist ein Pulver, in dem das Gold aus dem Gestein bereits stark angereichert ist, aber noch nicht rein vorliegt. Dieses Konzentrat wird verkauft und verschifft; die eigentliche Schmelze passiert in Hütten in Südkorea oder Japan.

Die Zahlen dahinter sind für ein Unternehmen dieser Größe bemerkenswert. Im Jahr 2025 verarbeitete die Mühle 41.840 Tonnen Erz mit einem Goldgehalt von 10,14 Gramm je Tonne und einer Ausbeute von 93,0 Prozent. Daraus wurden 12.538 Unzen Gold (2024: 11.915). Zum Vergleich: Große Goldkonzerne rechnen in Millionen Unzen je Jahr. Idaho Strategic ist also kein Bergbaukonzern, sondern eine hochgradige Kleinmine mit echter Marge — und genau das ist die Stärke, um die es hier geht.

Daneben stehen die Seltenen Erden. Das Unternehmen kontrolliert drei Explorationsprojekte in Idaho — Mineral Hill, Lemhi Pass und Diamond Creek — mit zusammen rund 21.385 Acres (etwa 87 Quadratkilometer) Bergbauclaims. Dort wurden 2025 Proben mit bis zu 17,6 Prozent Gesamt-Seltenerdgehalt genommen, ein erstes Bohrprogramm über 2.056 Meter lief im vierten Quartal, und es gibt eine Absichtserklärung mit dem Kernbrennstoff-Entwickler Clean Core Thorium Energy über Thorium aus Lemhi Pass. Das ist alles echt. Es ist nur eben Exploration: Suchen, Bohren, Probieren — bezahlt aus der Kasse, ohne Gegenbuchung auf der Umsatzseite.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Eine einzige kleine Goldmine finanziert eine große Rohstoff-Erzählung — und der Aktienkurs bezahlt bereits für beides.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Der Anstoß kam aus dem hauseigenen Aktien-Scanner. Idaho Strategic steht dort (Stand 26. Juli 2026) in der US-Auswahl der Liste „Fundamental Rank (A / A+)“. Diese Liste vergleicht jede Aktie perzentil-genau mit allen anderen: Gewinn- und Umsatzwachstum, Gewinnüberraschungen, Margen und Margenausweitung, Piotroski-Punkte, freier Mittelzufluss, Eigenkapitalrendite, Bilanzsicherheit. Herauskommt eine Note von −100 bis +100; ab 51 gibt es Rang A. Idaho Strategic steht bei 57 — also Rang A, aber im unteren Drittel der Liste. Insgesamt erfüllen 38 US-Titel die Bedingung, angezeigt werden höchstens 25. Wichtig: Diese Listen werden täglich neu berechnet; was am 26. Juli 2026 galt, kann in einer Woche anders aussehen.

Spannender als die eine Liste ist die Kombination. Am selben Tag stand IDR in acht Scanner-Listen, und die widersprechen sich auf lehrreiche Weise:

  • Hohes Umsatzwachstum und Matt Caruso: Sales Leader — der Umsatz lag in jedem der letzten sechs Quartale mindestens 20 Prozent über dem Vorjahresquartal. Das stimmt und ist beeindruckend.
  • Gary Antonacci: Dual Momentum und Pradeep Bonde: $ Breakout Bullish — Kursstärke über längere Zeiträume, hohes Handelsvolumen in Dollar.
  • Hohe ADR (≥ 5 %) — die Aktie schwankt im Schnitt mehr als fünf Prozent je Tag. Das ist keine Auszeichnung, sondern eine Warnung an dein Nervenkostüm.
  • Stan Weinstein: Stage 1 — Bodenbildung nach einem Abwärtstrend. Im Klartext: Der Kurs hat eine harte Zeit hinter sich. Die 52-Wochen-Spanne reichte zum Datenstand 24. Juli 2026 von 16,03 bis 54,70 US-Dollar; der Schlusskurs dieses Tages lag bei 28,38 US-Dollar.
  • Beneish M-Score — und diese Liste ist die unangenehmste. Sie sammelt Firmen, deren Bilanzkennzahlen im Modell von Professor Messod Beneish auffällig aussehen. Der Schwellenwert liegt bei −1,78; Idaho Strategic steht bei −1,02 und damit im Warnbereich.

Bevor daraus ein Skandal wird: Der M-Score ist kein Beweis, sondern ein Anlass zum Genauerhinsehen. Er reagiert auf Margensprünge, schnelles Wachstum und steigende Forderungen — und alle drei liegen hier vor. Die Goldforderungen stiegen von 1.578.694 US-Dollar (31.12.2024) auf 3.912.922 US-Dollar (31.12.2025), also um 148 Prozent, während der Umsatz um 64,6 Prozent wuchs. Der Grund steht im Bericht: Konzentratlieferungen werden zunächst nur vorläufig bezahlt und erst nach der Analyse in der Hütte endgültig abgerechnet. Wer nur die Kennzahl sieht, liest ein Warnsignal; wer den Bericht liest, sieht ein Abrechnungsverfahren. Merke dir das: Eine Kennzahl ist eine Frage, keine Antwort.

Dieselbe Vorsicht lohnt sich bei jedem kleinen Goldproduzenten. Wie schnell aus steigenden Unzen keine steigenden Gewinne werden, haben wir in unserer Analyse zu Allied Gold Zeile für Zeile durchgerechnet.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich beeindruckt. Diese Firma hat den Sprung geschafft, an dem die allermeisten kleinen Bergbauunternehmen scheitern: vom dauerhaften Verlustbringer zum echten Gewinnbetrieb. Die Reihe spricht für sich (Geschäftsjahr endet jeweils am 31. Dezember, alle Werte aus den SEC-Berichten):

  • Umsatz: 7,6 Millionen US-Dollar (2021) → 9,6 (2022) → 13,7 (2023) → 25,8 (2024) → 42,4 Millionen (2025).
  • Ergebnis: Verlust von 3,3 Millionen US-Dollar (2021) und 2,6 Millionen (2022), dann Gewinn von 1,1 Millionen (2023), 8,8 Millionen (2024) und 16.631.198 US-Dollar (2025).
  • Rohmarge: von 50,3 Prozent (2024) auf 61,8 Prozent (2025) und weiter auf 66,1 Prozent im ersten Quartal 2026.

Das erste Quartal 2026 setzt den Trend fort: 14.482.286 US-Dollar Umsatz nach 7.278.536 im Vorjahresquartal, ein Betriebsergebnis von 7.582.160 US-Dollar (Vorjahr: 1.401.254) und ein Nettogewinn von 6.369.190 US-Dollar, also 0,40 US-Dollar je Aktie. Und das Unternehmen zahlt inzwischen Steuern: 1.359.320 US-Dollar Steueraufwand im Quartal, nach null im Vorjahresquartal. Auch das ist ein Reifezeichen — Verlustvorträge halten nicht ewig.

Nur: Woher kommt dieser Sprung? Das Unternehmen beantwortet die Frage selbst, und zwar erfreulich unverblümt:

„Revenue increased 99% to $14,482,286 from $7,278,536 for the three-month periods ended March 31, 2026 and 2025 respectively. The increase in revenue was 97% due to the increased average gold price realized on ounces sold which was $4,702.04 in the first quarter of 2026 and $2,848.74 in the first quarter of 2025. The remaining 3% of the increased revenue was from producing 334 more ounces of gold.“

Übersetzung: „Der Umsatz stieg um 99 Prozent auf 14.482.286 US-Dollar gegenüber 7.278.536 US-Dollar in den Dreimonatszeiträumen zum 31. März 2026 beziehungsweise 2025. Der Anstieg beruhte zu 97 Prozent auf dem gestiegenen durchschnittlich erzielten Goldpreis je verkaufter Unze, der im ersten Quartal 2026 bei 4.702,04 US-Dollar und im ersten Quartal 2025 bei 2.848,74 US-Dollar lag. Die restlichen 3 Prozent des Umsatzanstiegs stammten aus der Produktion von 334 zusätzlichen Unzen Gold.“

— Idaho Strategic Resources, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Lagebericht (Results of Operations)

97 Prozent Preis, 3 Prozent Leistung. Das ist keine Kritik am Management — niemand kann den Goldpreis machen. Aber es beantwortet die Frage, was du hier eigentlich kaufst: in erster Linie einen Hebel auf den Goldpreis, in zweiter Linie eine gut geführte Mine. Und der Hebel wirkt in beide Richtungen.

Balkendiagramm: realisierter Goldpreis und Gesamtkosten je Unze bei Idaho Strategic Resources. 2024 2.307 gegen 1.474 US-Dollar, 2025 3.583 gegen 1.892 US-Dollar, erstes Quartal 2026 4.702 gegen 1.868 US-Dollar.
Die grünen Balken sind der erzielte Goldpreis, die roten die Gesamtkosten je Unze (AISC). Beide steigen — der Preis nur eben schneller. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was das Bild ebenfalls zeigt: Die Kosten laufen mit. Die Gesamtkosten je Unze (in der Branche „All-in Sustaining Costs“, kurz AISC — also Betriebskosten plus Erhaltungsinvestitionen plus Exploration plus Verwaltung) stiegen 2025 um 417,74 auf 1.891,79 US-Dollar je Unze. Rechnet man die Exploration heraus, waren es 1.494,75 US-Dollar nach 1.256,16 im Vorjahr — also auch dann rund 19 Prozent mehr. Im ersten Quartal 2026 lagen die reinen Barkosten bei 1.190,33 US-Dollar je Unze, ein Plus von 344,11 gegenüber dem Vorjahresquartal.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt die Zeilen, die in keiner Präsentation vorkommen. Vier Stück, nummeriert, jede mit Fundstelle.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Ein einziger Käufer nimmt fast alles ab — und ist zugleich Aktionär

Kundenkonzentration ist eine dieser Vokabeln, die harmloser klingen, als sie sind. Übersetzt heißt sie: Wenn dein Nachbar erzählt, sein Betrieb laufe prächtig, und du erfährst nebenbei, dass ein einziger Kunde für fast den gesamten Umsatz sorgt — würdest du kurz schlucken. Genau das steht hier im Geschäftsbericht:

„The Company sold all its flotation gold concentrate to H&H Metals Corporation (‚H&H Metals‘ or ‚H&H‘) of New York, NY which accounted for 98% of gold sales in 2025. The remaining gold sales were gold doré which was sold to a western U.S. refinery. H&H Metals is also an IDR shareholder.“

Übersetzung: „Das Unternehmen verkaufte sein gesamtes Flotations-Goldkonzentrat an die H&H Metals Corporation (‚H&H Metals‘ oder ‚H&H‘) aus New York, auf die 2025 98 Prozent der Goldverkäufe entfielen. Die restlichen Goldverkäufe waren Doré-Gold, das an eine Raffinerie im Westen der USA verkauft wurde. H&H Metals ist zudem Aktionär von IDR.“

— Idaho Strategic Resources, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 (Customer Dependence and Product Distribution)

Gelb markierte Stelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: 98 Prozent der Goldverkäufe gingen an H&H Metals Corporation aus New York, die zugleich Aktionärin von Idaho Strategic ist.
Die markierte Stelle im Original: ein Käufer, 98 Prozent — und er hält selbst Aktien. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Im ersten Quartal 2026 war es nicht mehr 98 Prozent, sondern 100 Prozent: Doré-Verkäufe fanden nicht statt, der gesamte Umsatz von 14.482.286 US-Dollar lief über H&H. Und die offene Forderung zum 31. März 2026 — 3.920.174 US-Dollar — besteht ausschließlich gegen diese eine Adresse, ohne jede Wertberichtigung. Das Unternehmen argumentiert, ein Ersatzkäufer wäre schnell gefunden, weil das Konzentrat hochwertig und arm an störenden Beimengungen sei. Das ist plausibel. Es ändert nichts daran, dass zwischen der Mine und dem Geld genau eine Unterschrift steht — und dass das Konzentrat per Schiff nach Südkorea und Japan geht, was das Unternehmen im Risikoteil des Berichts selbst mit Zöllen, Sanktionen und Handelskonflikten in Verbindung bringt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Vorrat wächst — sein Goldgehalt schrumpft

Eine Reserve ist im Bergbau der Teil des Erzes, den ein unabhängiger Sachverständiger für wirtschaftlich abbaubar hält. Sie ist die Lebensversicherung jedes Produzenten: Was heute gefördert wird, muss morgen ersetzt werden. Hier gibt es zunächst eine gute Nachricht — und dann das Kleingedruckte.

Die gute Nachricht: Die Reserven am Golden Chest stiegen zum 31. Dezember 2025 auf 338.521 Tonnen, nach 170.819 Tonnen ein Jahr zuvor und 127.477 Tonnen 2023. Das Unternehmen hat also deutlich mehr ersetzt, als es abgebaut hat. Das Kleingedruckte: Der Goldgehalt dieser Reserven fiel von 8,99 auf 6,95 Gramm je Tonne. Die Mühle verarbeitete 2025 aber Erz mit 10,14 Gramm je Tonne, im ersten Quartal 2026 mit 9,68 Gramm. Anders gesagt: Was im Vorrat liegt, ist rund ein Drittel ärmer als das, was aktuell gemahlen wird. Und im Bergbau gilt eine schlichte Regel — sinkt der Gehalt, steigen die Kosten je Unze, weil du mehr Gestein für dieselbe Unze bewegen musst.

Rechne einmal selbst mit: 338.521 Tonnen mal 6,95 Gramm ergeben rund 2,35 Tonnen Gold, bei 93 Prozent Ausbeute also grob 70.000 gewinnbare Unzen. Bei der Fördermenge von 2025 (12.538 Unzen) reicht das für gut fünf Jahre. Das ist für einen Untertagebetrieb nicht ungewöhnlich und wird jedes Jahr durch Bohrungen verlängert — 2025 waren es 19.362 Meter Kernbohrungen, im ersten Quartal 2026 weitere 8.700 Meter. Aber es erklärt, warum die Explorationsausgaben von 2.920.535 auf 7.637.435 US-Dollar gestiegen sind: Dieses Unternehmen muss bohren, um zu bleiben.

Gelb markierte Stelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: Der Golden Chest ist die einzige Liegenschaft des Unternehmens mit berechneten Reserven.
Ein Halbsatz mit Gewicht: Der Golden Chest ist die einzige Liegenschaft mit berechneten Reserven — die Seltene-Erden-Projekte haben keine. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Mehr Geld kam von den Aktionären als aus der Mine

Die Bilanz von Idaho Strategic sieht aus wie die eines Musterschülers. Zum 31. März 2026 standen 20.791.904 US-Dollar Kasse und 55.660.141 US-Dollar US-Staatsanleihen gegen Gesamtverbindlichkeiten von nur 6.635.889 US-Dollar, davon gerade einmal 2.023.500 US-Dollar verzinste Kredite. Das Eigenkapital lag bei 119.333.642 US-Dollar. Rund 61 Prozent der Bilanzsumme sind Kasse oder Staatsanleihen. Eine Festung.

Nur: Diese Festung ist zum größeren Teil gekauft, nicht verdient. Die Kapitalflussrechnung für 2025 zeigt es unmissverständlich.

Wasserfalldiagramm der Kassenbewegung 2025 bei Idaho Strategic Resources in Millionen US-Dollar: Anfangsbestand 1,11, aus dem Betrieb plus 19,10, neue Aktien plus 52,29, Kredittilgung minus 1,15, Mine und Ausrüstung minus 13,10, Wertpapierdepot minus 48,36, Endbestand 9,89.
Der grüne Balken „Neue Aktien“ ist fast dreimal so hoch wie der Balken „Aus dem Betrieb“. Der größte Abfluss ging nicht in die Mine, sondern ins Wertpapierdepot. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Betrieb spülte 2025 19.101.691 US-Dollar in die Kasse. Aus dem Verkauf neuer Aktien kamen 52.027.149 US-Dollar netto — mehr als das Zweieinhalbfache. Und der größte Teil dieses Geldes wanderte direkt weiter: 51.759.798 US-Dollar in US-Staatsanleihen, dazu knapp acht Millionen in Aktien und Fonds. In die eigentliche Mine — Anlagen, Ausrüstung, Bergbaurechte — flossen dagegen rund 13,1 Millionen US-Dollar.

Was das für dich bedeutet, heißt Verwässerung. Stell dir die Firma als Kuchen vor: Dein Stück wird kleiner, wenn ständig neue Stücke abgeschnitten werden — auch dann, wenn der Kuchen insgesamt wächst. Die Zahlen: 13.665.058 Aktien zum 31. Dezember 2024, 15.705.199 zum 31. Dezember 2025 (plus 14,9 Prozent) und 15.809.859 zum 1. Mai 2026. Am 2. Oktober 2025 startete zusätzlich ein Verkaufsprogramm über bis zu 20 Millionen US-Dollar, das Aktien laufend über die Börse abgibt; der Prospektnachtrag nennt als Stichtagskurs den Schlusskurs vom 1. Oktober 2025 in Höhe von 34,23 US-Dollar. Zwei Wochen später, am 16. Oktober 2025, hinterlegte das Unternehmen zusätzlich eine automatische Regalregistrierung (S-3ASR) — ein Papier, das ohne betragsmäßige Obergrenze und ohne weitere Prüfung sofort wirksam wird. Wachstum, das mit frischen Aktien bezahlt wird, ist nie ganz gratis.

Erwähnenswert ist auch, wo das Geld zwischenzeitlich lag. Zum 31. Dezember 2025 hielt der Goldproduzent für 8.087.018 US-Dollar fremde Aktien und Investmentfonds. Im ersten Quartal 2026 wurde alles verkauft — mit einem Ergebniseffekt von 304.241 US-Dollar zulasten des Quartals.

Gelb markierte Stelle aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: Das Unternehmen verkaufte seine Aktien- und Fondsanlagen mit einem realisierten Verlust von 194.149 US-Dollar und legte das Geld anschließend in US-Staatsanleihen an.
Note 14 im Quartalsbericht: Verkauf der Aktien- und Fondsanlagen, realisierter Verlust 194.149 US-Dollar, danach Umschichtung in US-Staatsanleihen. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Mühle, durch die alles läuft, gehört nur zu 65 Prozent

Der gesamte Umsatz dieses Unternehmens entsteht in einer einzigen Anlage — und die teilt es sich. Der Geschäftsbericht beschreibt ein Gemeinschaftsunternehmen von 2011: Crescent Silver, LLC bezahlte den Ausbau der New Jersey Mill und bekam dafür 35 Prozent an den Anlagen plus das Recht, monatlich 7.000 Tonnen eigenes Erz zu verarbeiten. Idaho Strategic hält 65 Prozent, führt den Betrieb — und hat vertraglich Anspruch auf 3.000 Tonnen im Monat. Verarbeitet wurden 2025 aber 41.840 Tonnen, also rund 3.487 Tonnen monatlich.

Gelb markierte Stelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: Crescent Silver hält 35 Prozent an der New Jersey Mill und das Recht auf 7.000 Tonnen Erz je Monat, Idaho Strategic 65 Prozent und das Recht auf 3.000 Tonnen je Monat; Crescent hat seit über einem Jahrzehnt kein Erz verarbeitet.
Der Partner hat seit über zehn Jahren kein Erz durch die Mühle geschickt — deshalb funktioniert die Rechnung. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das Unternehmen zieht daraus die richtige Konsequenz und baut eine eigene Mühle mit 360 Tonnen Tagesleistung direkt am Golden Chest. Backen- und Kegelbrecher wurden im ersten Quartal 2026 geliefert, der Stromanschluss wird 2026 auf 2.000 kVA verdoppelt, das neue Rückstandslager ist im Genehmigungsverfahren, und laut Geschäftsbericht soll die Verarbeitung 2027 umziehen. Bis dahin gilt: Ein Bauprojekt und eine fremde Beteiligung stehen zwischen der Mine und dem Umsatz.

Bewertung — was der Kurs bereits einpreist

Ein Kursanker, datiert und ausdrücklich kein Kaufargument: Am 24. Juli 2026 schloss die Aktie bei 28,38 US-Dollar. Mit den 15.809.859 Aktien vom 1. Mai 2026 ergibt das einen Börsenwert von rund 449 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich nennt der Geschäftsbericht für den 30. Juni 2025 einen Marktwert der von Nichtinsidern gehaltenen Aktien von 168.504.500 US-Dollar und der Prospektnachtrag für den 1. Oktober 2025 einen Kurs von 34,23 US-Dollar — die Größenordnung passt zusammen.

Daraus ergeben sich (Datenstand 24. Juli 2026) diese Größenordnungen: ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20 auf den Gewinn der letzten vier Quartale (1,42 US-Dollar je Aktie), ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9 (Umsatz der letzten vier Quartale: 49,6 Millionen US-Dollar) und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 3,8 (Buchwert 7,38 US-Dollar je Aktie zum 31. März 2026). Zieht man Kasse und Staatsanleihen ab und rechnet die Kredite hinzu, bleibt ein Unternehmenswert von rund 375 Millionen US-Dollar — also gut das Siebeneinhalbfache des Jahresumsatzes.

Für einen Goldproduzenten mit 12.538 Unzen Jahresproduktion ist das kein Schnäppchenpreis. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 9 zahlt man normalerweise für Software, nicht für Erz. Der Markt bezahlt hier erkennbar zwei Dinge zusätzlich: den Hebel auf den Goldpreis — und die Seltene-Erden-Erzählung, für die es bislang weder Ressourcen noch Reserven noch Umsatz gibt. Wie riskant es ist, eine Bewertung auf Explorationsflächen ohne Zahlen zu stützen, haben wir bei einem reinen Explorer in der Analyse zu Solaris Resources auseinandergenommen.

Der „Blick der Profis“ ist bei dieser Firma dünner, als das Wort vermuten lässt: Zum Datenstand 24. Juli 2026 verfolgt genau ein Analyst die Aktie, mit einem Kursziel von 45 US-Dollar. Eine einzelne Meinung ist kein Konsens. Deutlicher spricht die Gegenseite: 1.264.926 Aktien waren leerverkauft, das sind rund 8,5 Prozent des Streubesitzes von 14.930.357 Aktien — für einen profitablen Kleinproduzenten eine bemerkenswert große Wette gegen den Kurs.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Idaho Strategic spricht:

  • Echte, belegte Profitabilität: 16.631.198 US-Dollar Gewinn 2025 nach 8.753.377 im Jahr 2024 — und 6.369.190 US-Dollar allein im ersten Quartal 2026.
  • Eine Bilanz ohne Sorgen: 76,5 Millionen US-Dollar Kasse und Staatsanleihen gegen 2,0 Millionen verzinste Kredite zum 31. März 2026; das Unternehmen kann jedes eigene Vorhaben aus eigener Kraft bezahlen.
  • Hohe Erzgehalte: 10,14 Gramm Gold je Tonne im Jahr 2025 bei 93,0 Prozent Ausbeute — daraus entstehen Rohmargen von 61,8 Prozent (2025) und 66,1 Prozent (Q1 2026).
  • Reserven mehr als verdoppelt: 338.521 Tonnen zum 31. Dezember 2025 nach 170.819 Tonnen ein Jahr zuvor, gestützt auf 19.362 Meter Kernbohrungen im Jahr 2025.
  • Eine kostenlose Option auf Seltene Erden und Thorium: drei Projekte auf rund 21.385 Acres, erste Bohrungen bei Lemhi Pass im vierten Quartal 2025, Proben bis 17,6 Prozent Gesamt-Seltenerdgehalt am Prospekt Cardinal.
  • Die eigene Mühle am Golden Chest löst ab 2027 die Abhängigkeit vom Gemeinschaftsunternehmen; Brecher sind geliefert, der Stromanschluss wird 2026 verdoppelt.

Was dagegen spricht:

  • Der Gewinn ist überwiegend geliehen — vom Goldpreis: 97 Prozent des Umsatzanstiegs im ersten Quartal 2026 kamen laut Unternehmen aus dem Preis, nur 3 Prozent aus mehr Produktion.
  • Ein Kunde für praktisch alles: 98 Prozent der Goldverkäufe 2025 und 100 Prozent im ersten Quartal 2026 gingen an H&H Metals, der zugleich Aktionär ist; die gesamte Forderung von 3.920.174 US-Dollar besteht gegen ihn.
  • Eine Mine, eine Mühle: Der Golden Chest ist die einzige Liegenschaft mit berechneten Reserven, und die Mühle gehört dem Unternehmen nur zu 65 Prozent.
  • Der Reservegehalt fällt: 6,95 Gramm je Tonne im Vorrat gegen 10,14 Gramm im Mühlenfutter 2025 — sinkende Gehalte bedeuten steigende Kosten je Unze.
  • Verwässerung mit offenem Ende: plus 14,9 Prozent Aktien im Jahr 2025, ein laufendes Verkaufsprogramm über bis zu 20 Millionen US-Dollar und seit dem 16. Oktober 2025 eine automatische Regalregistrierung ohne Betragsgrenze.
  • Die Seltenen Erden im Firmennamen haben laut Geschäftsbericht bis heute weder Ressourcen noch Reserven noch Umsatz — bezahlt werden sie trotzdem.
  • Ein sportlicher Preis: Kurs-Umsatz-Verhältnis rund 9 und Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 20 (Datenstand 24. Juli 2026), begleitet von 8,5 Prozent Leerverkäufen im Streubesitz.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Schaufenster-Falle vom Anfang. Ihr Problem ist nicht, dass sie dich zu schlechten Firmen führt — Idaho Strategic ist keine schlechte Firma. Im Gegenteil: Hier arbeitet ein kleines Team von 62 Vollzeitkräften (Stand 31. Dezember 2025) eine hochgradige Mine ordentlich ab, verdient echtes Geld, hält die Bilanz sauber und legt die unangenehmen Stellen im Bericht offen hin, statt sie zu verstecken. Das ist mehr, als man von vielen größeren Häusern sagen kann.

Das Problem der Schaufenster-Falle ist, dass sie dich die falsche Frage stellen lässt. Sie fragt: „Wie viel sind drei Seltene-Erden-Projekte im Zeitalter kritischer Rohstoffe wert?“ Die ehrliche Frage lautet: „Wie viel ist eine Goldmine mit 12.538 Unzen Jahresproduktion, fünf Jahren Reserven und einem einzigen Abnehmer wert — und wie viel von den restlichen rund 449 Millionen US-Dollar Börsenwert bezahle ich für eine Erzählung, die noch keine einzige Zahl hat?“

Auf diese Frage gibt es zwei vertretbare Antworten, und beide haben ihre Berechtigung. Wer glaubt, dass der Goldpreis hoch bleibt und dass aus Lemhi Pass irgendwann eine Lagerstätte wird, hält hier eine ungewöhnlich solide finanzierte Option auf genau diesen Fall — ohne Schulden, ohne Insolvenzrisiko, mit einem Betrieb, der die Wartezeit selbst bezahlt. Wer dagegen findet, dass ein Neunfaches des Umsatzes für eine Mine mit einem Kunden und fünf Jahren Vorrat reichlich ist, hat ebenfalls jede Zahl auf seiner Seite. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Idaho-Strategic-Resources-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Ertragskraft positiv
Aus einem Verlustbringer ist ein echter Gewinnbetrieb geworden: 16.631.198 US-Dollar Nettogewinn 2025 nach 8.753.377 (2024) und 1.157.746 (2023), zuvor Verluste. Die Rohmarge stieg von 50,3 auf 61,8 Prozent, im ersten Quartal 2026 auf 66,1 Prozent. Der operative Mittelzufluss lag 2025 bei 19.101.691 US-Dollar. Seit dem ersten Quartal 2026 zahlt das Unternehmen auch Ertragsteuern (1.359.320 US-Dollar im Quartal).
Bilanz positiv
Zum 31. März 2026 standen 20.791.904 US-Dollar Kasse und 55.660.141 US-Dollar US-Staatsanleihen nur 6.635.889 US-Dollar Gesamtverbindlichkeiten gegenüber, davon lediglich 2.023.500 verzinste Kredite. Das Eigenkapital betrug 119.333.642 US-Dollar. Diese Firma kann ihre Bohrprogramme und den Bau der neuen Mühle aus eigener Kraft bezahlen — ein Zustand, den nur wenige Kleinproduzenten erreichen.
Abhängigkeit vom Goldpreis negativ
Der Ergebnissprung ist überwiegend geliehen. Der realisierte Goldpreis stieg von 2.306,86 US-Dollar je Unze (2024) auf 3.583,43 (2025) und 4.702,04 im ersten Quartal 2026, während die Produktion nur von 11.915 auf 12.538 Unzen zulegte. Für das erste Quartal 2026 beziffert das Unternehmen selbst 97 Prozent des Umsatzanstiegs als Preiseffekt. Gleichzeitig stiegen die Gesamtkosten je Unze 2025 um 417,74 auf 1.891,79 US-Dollar.
Klumpenrisiken negativ
Eine Mine, eine Mühle, ein Käufer: Der Golden Chest ist laut Geschäftsbericht die einzige Liegenschaft mit berechneten Reserven, die New Jersey Mill gehört dem Unternehmen nur zu 65 Prozent, und 98 Prozent der Goldverkäufe 2025 — im ersten Quartal 2026 sogar 100 Prozent — gingen an H&H Metals, der zugleich Aktionär ist. Die gesamte Forderung von 3.920.174 US-Dollar zum 31. März 2026 besteht gegen diesen einen Abnehmer.
Verwässerung negativ
Die Aktienzahl stieg 2025 um 14,9 Prozent von 13.665.058 auf 15.705.199 Stück, zum 1. Mai 2026 waren es 15.809.859. Aus Aktienverkäufen kamen 52.027.149 US-Dollar netto — mehr als das Zweieinhalbfache des operativen Mittelzuflusses. Seit dem 2. Oktober 2025 läuft ein Verkaufsprogramm über bis zu 20 Millionen US-Dollar, seit dem 16. Oktober 2025 zusätzlich eine automatische Regalregistrierung ohne Betragsgrenze.
Seltene Erden neutral
Die drei Projekte Mineral Hill, Lemhi Pass und Diamond Creek umfassen rund 21.385 Acres; 2025 wurden Proben mit bis zu 17,6 Prozent Gesamt-Seltenerdgehalt genommen und im vierten Quartal 2.056 Meter gebohrt. Der Geschäftsbericht hält aber ausdrücklich fest, dass dort bis heute weder Ressourcen noch Reserven festgestellt wurden. Es ist eine echte Option — mit offenem Zeitplan und ohne jede Zahl, an der man sie messen könnte.

Idaho Strategic Resources ist eine kleine, gut geführte und ungewöhnlich solide finanzierte Goldmine mit einer großen Erzählung obendrauf. Das Geschäft ist echt: 42.406.253 US-Dollar Umsatz und 16.631.198 US-Dollar Gewinn im Jahr 2025, 76,5 Millionen US-Dollar Kasse und Staatsanleihen gegen 2,0 Millionen Kredite zum 31. März 2026. Die Grenzen sind ebenso echt: 97 Prozent des Umsatzanstiegs im ersten Quartal 2026 kamen aus dem Goldpreis, 98 bis 100 Prozent der Verkäufe gehen an einen einzigen Händler, der Reservegehalt fiel auf 6,95 Gramm je Tonne, und die Seltenen Erden im Firmennamen haben bis heute weder Ressourcen noch Umsatz. Bei rund 449 Millionen US-Dollar Börsenwert (Schlusskurs 28,38 US-Dollar am 24. Juli 2026) bezahlt der Markt beides — die Mine und die Geschichte. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Die Firma verdient nachweislich Geld, die Bilanz ist ungewöhnlich sauber, und das Management legt die unangenehmen Stellen im Bericht selbst offen — das spricht klar für Qualität. Offen bleibt die operative Kernfrage, und sie ist keine Kleinigkeit: Das gesamte Geschäft hängt an einer einzigen Mine mit gut fünf Jahren Reserven, an einer Mühle, die dem Unternehmen nur zu 65 Prozent gehört, und an einem einzigen Abnehmer, auf den zuletzt 100 Prozent der Verkäufe entfielen. Dazu kommt, dass der Ergebnissprung nach eigener Rechnung zu 97 Prozent vom Goldpreis getragen wurde und der Reservegehalt von 8,99 auf 6,95 Gramm je Tonne gefallen ist. Kein Substanzrisiko — dafür ist die Kasse zu voll und die Verschuldung zu gering —, aber deutlich mehr als eine Formalie. Deshalb Gelb: belegte Ertragskraft, ungelöste Konzentration. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Idaho Strategic Resources über den hauseigenen Aktien-Scanner: Die Aktie steht in der US-Auswahl der Liste „Fundamental Rank (A / A+)“ mit einem Fundamental-Rating von 57 (Rang A ab 51), dazu in sieben weiteren Listen — Beneish M-Score, Gary Antonacci: Dual Momentum, Hohe ADR (≥ 5 %), Hohes Umsatzwachstum, Matt Caruso: Sales Leader, Pradeep Bonde: $ Breakout Bullish und Stan Weinstein: Stage 1 (Stand 26. Juli 2026). Die Listen werden täglich neu berechnet.
  • Verwechslungsgefahr: Idaho Strategic Resources hieß bis zum 6. Dezember 2021 New Jersey Mining Company — daher die Namen New Jersey Mill und New Jersey Mine für Anlagen, die vollständig in Idaho liegen. Die Form 15-12G vom 16. Mai 2013 in der EDGAR-Akte betrifft eine damals abgemeldete Wertpapiergattung; die Stammaktie ist seither durchgehend registriert und unter der Commission File Number 001-41320 an der NYSE American notiert.
  • Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der Kursanker von 28,38 US-Dollar ist der Schlusskurs vom 24. Juli 2026 und ausdrücklich kein Kaufargument. Belegt wird die Größenordnung zusätzlich durch zwei Filing-Angaben: 168.504.500 US-Dollar Marktwert der von Nichtinsidern gehaltenen Aktien zum 30. Juni 2025 (Geschäftsbericht 10-K) und 34,23 US-Dollar Schlusskurs zum 1. Oktober 2025 (Prospektnachtrag 424B5). Der Börsenwert von rund 449 Millionen US-Dollar ist aus 15.809.859 Aktien (Stand 1. Mai 2026) und dem Schlusskurs errechnet.

Häufige Fragen

Idaho Strategic Resources, Inc. (NYSE American: IDR) fördert Gold in der Untertagemine Golden Chest bei Murray im Norden Idahos und verarbeitet das Erz in der von ihm betriebenen New Jersey Mill zu einem Goldkonzentrat. 2025 wurden 41.840 Tonnen Erz mit 10,14 Gramm Gold je Tonne verarbeitet und 12.538 Unzen Gold produziert. Daneben betreibt das Unternehmen drei Explorationsprojekte für Seltene Erden und Thorium, die bislang keinen Umsatz erzielen.

Nein. Der Geschäftsbericht für 2025 hält ausdrücklich fest, dass auf den drei Projekten Mineral Hill, Lemhi Pass und Diamond Creek bis heute weder Ressourcen noch Reserven festgestellt wurden. Der gesamte Umsatz von 42.406.253 US-Dollar im Jahr 2025 stammt aus Gold- und Silberverkäufen der Golden-Chest-Mine, davon 234.523 US-Dollar aus Silber. Die Seltenen Erden sind reine Exploration und kosten bislang nur Geld.

Weil das Unternehmen bis zum 6. Dezember 2021 New Jersey Mining Company hieß. Der Name stammt aus der Bergbaugeschichte des Coeur-d'Alene-Reviers, nicht vom US-Bundesstaat New Jersey. Die Gesellschaft wurde 1996 in Idaho gegründet und führt bei der SEC unverändert das Aktenzeichen CIK 1030192. Mühle und Mine behielten ihre historischen Namen, obwohl alle Anlagen in Idaho liegen.

Sehr. Laut Geschäftsbericht gingen 2025 rund 98 Prozent der Goldverkäufe an die H&H Metals Corporation aus New York, die zugleich Aktionärin des Unternehmens ist. Im ersten Quartal 2026 waren es 100 Prozent, und die gesamte Goldforderung von 3.920.174 US-Dollar zum 31. März 2026 besteht gegen diesen einen Abnehmer. Das Unternehmen hält einen Ersatzkäufer für schnell auffindbar, weil das Konzentrat hochwertig sei.

Zum 31. Dezember 2025 wies das Unternehmen 338.521 Tonnen Reserven mit 6,95 Gramm Gold je Tonne aus. Bei 93 Prozent Ausbeute entspricht das grob 70.000 gewinnbaren Unzen — bei der Jahresproduktion 2025 von 12.538 Unzen also gut fünf Jahre. Die Reserven wurden 2025 fast verdoppelt, allerdings bei sinkendem Goldgehalt: 2024 lagen sie noch bei 8,99 Gramm je Tonne.

Überwiegend vom Goldpreis. Der realisierte Preis stieg von 2.306,86 US-Dollar je Unze (2024) auf 3.583,43 (2025) und 4.702,04 im ersten Quartal 2026. Die Produktion legte im selben Zeitraum nur von 11.915 auf 12.538 Unzen zu. Für das erste Quartal 2026 beziffert das Unternehmen selbst, dass 97 Prozent des Umsatzanstiegs aus dem Preis und 3 Prozent aus zusätzlichen 334 Unzen stammten.

Die Zahl der Aktien stieg von 13.665.058 zum 31. Dezember 2024 auf 15.705.199 zum 31. Dezember 2025, also um 14,9 Prozent. Aus dem Verkauf neuer Aktien flossen 52.027.149 US-Dollar netto zu — mehr als das Zweieinhalbfache des operativen Mittelzuflusses von 19.101.691 US-Dollar. Zum 1. Mai 2026 waren 15.809.859 Aktien im Umlauf. Weitere Ausgaben sind über ein laufendes Verkaufsprogramm und eine Regalregistrierung jederzeit möglich.

Nein. Der Prospektnachtrag vom 2. Oktober 2025 stellt klar, dass das Unternehmen nie eine Bardividende gezahlt oder beschlossen hat und dies auf absehbare Zeit auch nicht plant. Alle verfügbaren Mittel und künftigen Erträge sollen in die Entwicklung und Ausweitung des Geschäfts fließen — derzeit vor allem in Bohrprogramme und den Bau der neuen Mühle am Golden Chest.

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