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Heidmar Maritime: 50 Schiffe, kein einziges davon eigenes — und eine Börsennotierung, die in der Bilanz stand

Heidmar Maritime: 50 Schiffe, kein einziges davon eigenes — und eine Börsennotierung, die in der Bilanz stand

Heidmar befrachtet zum 30. April 2026 eine Flotte von 50 Tankern und Bulkern, rund 6,5 Millionen Tonnen Tragfähigkeit. Gehören tut der Reederei aus Piräus davon kein einziges Schiff. An die Nasdaq kam die Gesellschaft im Februar 2025 nicht über einen Börsengang, sondern über die Übernahme einer bereits notierten Firma — den dabei gebuchten Firmenwert von 11,08 Millionen US-Dollar nennt der Jahresbericht wörtlich den Wert „der Notierung an der Börse“, und vier Monate später war er abgeschrieben. Der Umsatz stieg 2025 um 93 Prozent auf 55,85 Millionen, unterm Strich standen 22,56 Millionen Verlust. Zwei Aktionäre halten 89 Prozent der Aktien. Wer hier hinsieht, sollte wissen, wem das Schiff gehört, auf dem er mitfährt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Heidmar Maritime: 50 Schiffe, kein einziges davon eigenes — und eine Börsennotierung, die in der Bilanz stand
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahresberichte 20-F, Zwischenmitteilungen 6-K)

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Es gibt eine Anleger-Falle, die besonders bei Schifffahrtsaktien zuschnappt, und sie funktioniert über eine einzige Zahl: die Flotten-Falle. Du liest „50 Schiffe, 6,5 Millionen Tonnen Tragfähigkeit“ und dein Kopf rechnet automatisch weiter — 50 Tanker, das sind schnell ein paar Milliarden an Stahl, das muss doch etwas wert sein. Bei Heidmar Maritime Holdings (Nasdaq: HMR) aus Piräus stimmt die Zahl, und trotzdem führt sie in die Irre: Der Gesellschaft gehört von diesen 50 Schiffen kein einziges. Heidmar verwaltet sie für fremde Reeder — sucht Ladung, verhandelt Frachtraten, rechnet ab und kassiert dafür eine Gebühr. Das ist ein völlig legitimes Geschäftsmodell, es heißt „asset-light“ und hat handfeste Vorteile. Aber es bedeutet, dass die Flottenzahl über die Ertragskraft ungefähr so viel aussagt wie die Zahl der Wohnungen über das Einkommen eines Hausverwalters. Machen wir also einen Deal: Bevor du die 50 Schiffe für dich sprechen lässt, lesen wir gemeinsam, was Heidmar der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Jahresbericht (20-F) für 2025 vom 30. April 2026, die Zwischenmitteilungen (6-K) danach und den Prospekt-Nachtrag vom 1. Juni 2026. Diese Berichte erzählen von einem Umsatzsprung, dessen Marge fast vollständig verdunstet, von einer Börsennotierung, die als Vermögensposten in der Bilanz stand, und von zwei Aktionären, denen 89 Prozent der Firma gehören. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Heidmar eigentlich macht — Hausverwalter für Tanker

Heidmar Inc. wurde 1984 gegründet, die heutige Holding Heidmar Maritime Holdings Corp. entstand am 7. Mai 2024 nach dem Recht der Marshallinseln; geführt wird das Geschäft von Piräus aus, dazu kommen Büros in London, Singapur, Chennai, Hongkong und Dubai. Das Kerngeschäft besteht aus drei Bausteinen. Erstens die Tankerpools: Mehrere Reeder geben Schiffe derselben Klasse in einen gemeinsamen Topf, Heidmar vermarktet sie als eine Flotte, und die Erlöse werden nach einem Punktesystem verteilt. Drei Pools sind aktiv — Dorado (Mittelklasse-Produktentanker), Blue Fin (Suezmax) und SeaLion (Aframax und LR2). Zweitens die Einzel-Managementverträge („commercial management agreements“): Hier bekommt Heidmar laut Jahresbericht typischerweise eine Kommission von 1,25 Prozent auf Bruttofracht und Liegegeld plus eine Tagespauschale zwischen 100 und 350 US-Dollar je Schiff. Drittens das technische Management, seit dem Zukauf von Landbridge Ship Management (Hongkong) im März 2024: Besatzung, Wartung, Klassezertifikate.

Dazu kommt ein viertes Geschäft, das in den Zahlen inzwischen dominiert und das man leicht übersieht: Heidmar chartert selbst Schiffe ein und vermietet sie weiter. Wirtschaftlich ist das etwas völlig anderes als eine Gebühr — es ist ein Handelsgeschäft mit voller Kostenlast auf der Einkaufsseite. Genau hier liegt das Spannungsfeld dieser Analyse, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Heidmar wächst — aber es wächst dort, wo am wenigsten hängen bleibt, während das margenstarke Gebührengeschäft seit drei Jahren schrumpft.

Zum Stichtag 30. April 2026 nennt der Jahresbericht die Flotte im Detail: 50 kommerziell gemanagte Schiffe mit rund 6,5 Millionen Tonnen Tragfähigkeit — 5 VLCC (die größten Rohöltanker), 9 Suezmax, 4 LR2, 2 LR1, 11 Mittelklasse-Produktentanker, 7 Aframax, 3 kleine Tanker, 1 Plattform-Versorger und 5 Massengutfrachter; drei weitere Schiffe betreut Heidmar nur als Befrachtungsmakler. Technisch gemanagt werden zusätzlich 3 VLCC, 3 MR- und 2 LR2-Tanker. Von den 50 Schiffen fahren 13 in den Pools, 34 laufen über Einzelverträge. Und die Zahl wächst: 2020 waren es sechs. Wer Vergleichbares im Bereich der reinen Schiffseigner sehen will, findet in unserer Analyse zu Scorpio Tankers die andere Seite derselben Branche — dort gehören die Tanker der Firma selbst, mit allem, was das an Kapitalbindung und Hebel bedeutet.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Heidmar hat keiner unserer Filter ausgespuckt. Die Aktie kam über eine Durchsicht Nasdaq-notierter Nebenwerte auf die Rechercheliste, zu denen bei uns noch keine Detailanalyse vorlag. Und das hat einen einfachen Grund: Die Gesellschaft wird erst seit dem 20. Februar 2025 gehandelt. Zum Stand 30. Juli 2026 steht HMR in keinem einzigen unserer Scanner — die Listen werden täglich neu berechnet, aber eine Firma mit knapp anderthalb Jahren Kurshistorie, zwei Jahresberichten und einem Streubesitz von rund elf Prozent liefert schlicht nicht die Daten, aus denen Momentum-, Bewertungs- oder Qualitätsfilter etwas machen könnten. Merke dir das gleich als ersten Befund: Wo die üblichen Kennzahlen schweigen, muss man den Anhang lesen. Genau das tun wir jetzt.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Zuerst das, was wirklich für Heidmar spricht. Das operative Geschäft ist im ersten Quartal 2026 sichtbar angesprungen: 18,35 Millionen US-Dollar Umsatz gegenüber 5,84 Millionen im Vorjahresquartal, ein Nettogewinn von 2,78 Millionen nach einem Verlust von 6,03 Millionen, und die Kasse stieg von 18,65 Millionen zum Jahresende auf 27,55 Millionen US-Dollar zum 31. März 2026. Der operative Mittelzufluss betrug im Quartal 6,56 Millionen. Auch die Verwaltungskosten gingen zurück, von 6,09 auf 3,56 Millionen. Und das Umfeld hilft: Der Vorstandsvorsitzende beschreibt in der Mitteilung vom 26. Mai 2026 Frachtraten auf historisch hohem Niveau (im Original: „historically elevated levels“), getrieben von Umleitungen rund um die Straße von Hormuz und längeren Transportwegen. Auch das ist ein reales Muster — längere Wege binden mehr Schiffe pro transportierter Tonne.

Jetzt die Kurve, die den Rest der Analyse erklärt. Nicht der Umsatz insgesamt ist das Interessante, sondern seine Zusammensetzung:

Balkendiagramm des Heidmar-Umsatzes 2023 bis 2025 in Millionen US-Dollar: Gebühren und Kommissionen 18,7 / 13,1 / 12,3 (blau, fallend); Voyage- und Zeitcharter-Erlöse 22,0 / 15,2 / 43,5 (grün, 2025 stark steigend). Das Gebührengeschäft schrumpft, das Chartergeschäft wächst.
Zwei gegenläufige Linien in einer Firma: Die Gebühren aus Pool- und Managementverträgen fallen seit 2023 von 18,7 auf 12,3 Millionen US-Dollar, während die Charter-Erlöse 2025 auf 43,5 Millionen springen. 2023 kamen zusätzlich 8,4 Millionen Syndication-Erlöse hinzu (2024: 0,7; 2025: null). Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahresberichte 20-F, Zwischenmitteilungen 6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Summe sah 2025 nach einem Rekordjahr aus: 55,85 Millionen US-Dollar Umsatz, plus 93 Prozent gegenüber 2024 (28,95 Millionen). Trotzdem stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 22,56 Millionen. Zum Vergleich: 2023 erwirtschaftete dieselbe Firma bei 49,10 Millionen Umsatz einen Gewinn von 19,55 Millionen, 2024 bei 28,95 Millionen noch 1,91 Millionen. Der Umsatz ist also wieder auf dem Niveau von 2023, das Ergebnis nicht einmal in der Nähe. Womit wir bei den unbequemen Wahrheiten wären.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Die Börsennotierung stand als Vermögensposten in der Bilanz — und wurde nach vier Monaten abgeschrieben

Heidmar ist nicht durch einen Börsengang an die Nasdaq gekommen. Am 18. Juni 2024 unterzeichnete die Gesellschaft eine Zusammenschlussvereinbarung mit MGO Global Inc., einer bereits an der Nasdaq notierten US-Firma. Am 19. Februar 2025 wurde MGO auf eine Heidmar-Tochter verschmolzen, die Heidmar-Altaktionäre brachten im Gegenzug ihre Anteile ein — und am 20. Februar 2025 begann der Handel unter dem Kürzel HMR. Die Aufteilung zeigt das Kräfteverhältnis: Die MGO-Aktionäre erhielten 3.212.368 Aktien, der Finanzberater von MGO 1.413.462 und die Heidmar-Altaktionäre 52.497.968 — 94,34 Prozent gegenüber 5,66 Prozent. Insgesamt gab es danach 57.123.798 Aktien.

Buchhalterisch war das ein Kauf: Heidmar Inc. gilt als Erwerber, MGO als erworbenes Unternehmen. Der angesetzte Kaufpreis betrug 14.258.460 US-Dollar — bezahlt in eigenen Aktien, bewertet mit 3,06 US-Dollar je Stück auf Basis einer Gesamtbewertung des Eigenkapitals von 175 Millionen US-Dollar (ermittelt per Kapitalwertverfahren mit 12 Prozent Kapitalkosten und 2 Prozent Wachstum). Das übernommene Nettovermögen war 3.176.286 US-Dollar wert. Die Differenz von 11.082.174 US-Dollar wanderte als Firmenwert in die Bilanz. Und der Anhang sagt in einem einzigen Satz, was dieser Firmenwert eigentlich ist:

„Goodwill arising on acquisition represents the intrinsic value of the listing on the stock exchange through the acquisition of MGO.“

Übersetzung: „Der beim Erwerb entstandene Firmenwert repräsentiert den inneren Wert der Notierung an der Börse, die durch den Erwerb von MGO erlangt wurde.“

— Heidmar Maritime Holdings Corp., SEC-Jahresbericht 20-F für 2025, Note 14 „Business Combination“

Gelb markierte Textstelle aus dem Heidmar-Jahresbericht 20-F für 2025: Der beim Erwerb entstandene Firmenwert repräsentiert den inneren Wert der Börsennotierung, die durch den Erwerb von MGO erlangt wurde.
Die markierte Stelle im Original: Der Firmenwert ist der Wert der Notierung selbst. Quelle: SEC-Jahresbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist ungewöhnlich offen formuliert und deshalb bemerkenswert. Firmenwert ist normalerweise der Aufpreis für Kundenbeziehungen, Marken oder Erfahrung. Hier ist er der Eintrittspreis in einen Börsensaal. Und dann kommt der Teil, den man kennen sollte: Mit MGO übernahm Heidmar auch dessen operatives Geschäft, die Tochter Americana Liberty LLC — ein Verkäufer patriotisch gestalteter Fahnenmasten und Konsumartikel im Internet. Mit Tankermanagement hat das nichts zu tun, und Heidmar zog die Konsequenz: Am 27. Juni 2025, gut vier Monate nach dem Zusammenschluss, wurde Americana Liberty verkauft. Die Gegenleistung bestand aus einer Forderung über 334.942 US-Dollar. Firmenwert und Markenrecht wurden vollständig ausgebucht. Der Verlust aus dem Verkauf: 12.862.936 US-Dollar; der Verlust aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich insgesamt 13.923.516 US-Dollar. Übersetzt in ein Alltagsbild: Man kauft ein Haus, weil man den Parkplatz davor braucht, und verkauft das Haus vier Monate später für den Gegenwert eines Gebrauchtwagens. Der Parkplatz — die Notierung — bleibt. Aber die 13,9 Millionen sind der Hauptgrund dafür, dass 2025 mit 22,56 Millionen Verlust endete statt mit 8,64 Millionen aus dem fortgeführten Geschäft.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Vom Umsatzsprung bleibt fast nichts hängen

Der Umsatzanstieg von 28,95 auf 55,85 Millionen US-Dollar sieht nach Durchbruch aus. Rechnen wir ihn auseinander. Die Gebühren — Kommissionen und Managementhonorare aus Pools und Einzelverträgen, das eigentliche Kerngeschäft — brachten 2025 zusammen 12,33 Millionen. 2024 waren es 13,10 Millionen, 2023 noch 18,72 Millionen. Dieser Teil schrumpft seit zwei Jahren, und zwar deutlich: minus 34 Prozent gegenüber 2023. Der Grund steht im Bericht: Die durchschnittliche Zahl der Schiffe in den Pools fiel von 30,0 (2024) auf 18,0 (2025), die Pooltage von 10.792 auf 6.608. Die 50 gemanagten Schiffe verteilen sich anders als früher — mehr Einzelverträge, weniger Pool.

Der gesamte Zuwachs kommt aus dem Chartergeschäft: 43,52 Millionen US-Dollar Erlöse aus Reise- und Zeitchartern gegenüber 15,18 Millionen im Vorjahr. Nur: Diesen Erlösen stehen direkte Kosten gegenüber. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresberichts sind das Reisekosten von 2,69 Millionen, Leasingaufwand von 6,47 Millionen, Leasingaufwand gegenüber nahestehenden Personen von 7,82 Millionen, Reise- und Eincharterkosten von 18,87 Millionen und weitere 5,91 Millionen Einchartern von nahestehenden Personen — zusammen 41,76 Millionen. Es bleiben rund 1,76 Millionen US-Dollar oder 4,0 Prozent (eigene Rechnung aus den genannten Zeilen). Übersetzt in ein Alltagsbild: Das ist die Marge eines Zwischenhändlers, der Ware für 96 Cent kauft und für einen Dollar weiterverkauft — bei jedem Preisrutsch ist der Dollar weg, die 96 Cent Kosten bleiben.

Und darüber liegen die Verwaltungskosten. Sie stiegen 2025 auf 19,26 Millionen US-Dollar (2024: 12,90; 2023: 10,10) — 5,0 Millionen davon sind Aufwand für Aktienvergütung an Führungskräfte und Beschäftigte, rund 1,9 Millionen zusätzliche Beratungs- und Prüfkosten der Börsennotierung. Die entscheidende Gegenüberstellung lautet damit: Das Gebührengeschäft brachte 12,33 Millionen, die Verwaltung kostete 19,26 Millionen. Das Betriebsergebnis war 2025 mit minus 4,88 Millionen negativ, nach plus 4,09 Millionen (2024) und plus 19,64 Millionen (2023). Merke dir den Satz: Ein Umsatz, der zu 78 Prozent aus Durchlaufposten besteht, macht eine Firma nicht größer — nur unübersichtlicher.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Zwei Aktionäre halten 89 Prozent — und der wichtigste Kunde gehört zur Familie

Am 29. April 2026 sah die Eigentümerstruktur so aus: Rhea Marine Ltd., vollständig im Besitz von Vorstandschef Pankaj Khanna, hielt 26.238.379 Aktien oder 44,5 Prozent. Maistros Shipinvest Corp., mittelbar im Besitz von Miltiadis Marinakis, hielt exakt denselben Betrag — weitere 44,5 Prozent. Zusammen also 89,0 Prozent. Alle übrigen Vorstände und Direktoren kamen gemeinsam auf 371.258 Aktien oder 0,6 Prozent. Die Gesellschaft ist deshalb ein „controlled company“ im Sinne der Nasdaq-Regeln und darf auf mehrere Corporate-Governance-Vorgaben verzichten. Ein Aktionärsbindungsvertrag gibt Maistros das Recht, die Mehrheit der Verwaltungsratssitze zu besetzen, solange die Beteiligung über 15 Prozent liegt; Khanna kann als Vorstandschef nur mit Zustimmung von Maistros und 75 Prozent der übrigen Aktionäre abberufen werden.

Nun zum Geschäft. Der Risikoteil des Jahresberichts benennt eine Abhängigkeit, die man in dieser Deutlichkeit selten liest:

„The Capital vessels compose 25 of the 49 vessels currently managed by Heidmar and accounted for 37% of our total revenues from the Pools during the year ended December 31, 2025. Capital is owned by the father of the indirect owner of Maistros Shipinvest Corp., one of our major shareholders.“

Übersetzung: „Die Capital-Schiffe stellen 25 der 49 derzeit von Heidmar gemanagten Schiffe und standen im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2025 für 37 Prozent unserer gesamten Erlöse aus den Pools. Capital gehört dem Vater des mittelbaren Eigentümers von Maistros Shipinvest Corp., einem unserer Hauptaktionäre.“

— Heidmar Maritime Holdings Corp., SEC-Jahresbericht 20-F für 2025, Item 3.D „Risk Factors“

Gelb markierte Textstelle aus dem Heidmar-Jahresbericht 20-F für 2025: Die Capital-Schiffe stellen 25 der 49 gemanagten Schiffe und standen 2025 für 37 Prozent der Poolerlöse; Capital gehört dem Vater des mittelbaren Eigentümers von Maistros Shipinvest Corp.
Die markierte Stelle im Original: die Hälfte der gemanagten Schiffe und 37 Prozent der Poolerlöse von einer einzigen, dem Großaktionär nahestehenden Reederei. Quelle: SEC-Jahresbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist kein Vorwurf — Familienverflechtungen sind in der griechischen Schifffahrt der Normalfall, und Heidmar legt sie vollständig offen. Aber es verschiebt die Beurteilung. Ein Manager, dessen größter Kunde zugleich der Familie eines 44,5-Prozent-Eigentümers gehört, verhandelt seine Konditionen nicht auf einem freien Markt. Und die Abhängigkeit reicht weiter als bis zu den Pools: Der größte einzelne Bilanzposten zum 31. Dezember 2025 ist ein Nutzungsrecht aus einem Charter mit einer nahestehenden Person über 40,28 Millionen US-Dollar — 56 Prozent der Bilanzsumme, fast das Vierfache des Eigenkapitals von 10,71 Millionen. Dahinter steckt der im April 2025 auf fünf Jahre eingecharterte Plattform-Versorger ACE Supplier. Er brachte 2025 Erlöse von 8,08 Millionen und kostete 7,82 Millionen — Überschuss: 0,25 Millionen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Streubesitz ist kleiner als das, was noch ausgegeben werden kann

Verwässerung ist der langweiligste Begriff der Börsensprache und einer der wichtigsten. Übersetzt heißt er: Dein Stück vom Kuchen wird kleiner, ohne dass der Kuchen wächst. Bei Heidmar lohnt es sich, genau hinzusehen. Zum 20. Mai 2026 waren 58.991.997 Aktien ausstehend — davon lagen nur 6.498.572 bei Nicht-Affiliates, also rund 11 Prozent. Das ist der frei handelbare Bestand.

Gelb markierte Textstelle aus dem Heidmar-Prospekt-Nachtrag vom 1. Juni 2026: Zum 20. Mai 2026 waren 58.991.997 Aktien ausstehend, davon 6.498.572 bei Nicht-Affiliates; registriert für den Weiterverkauf sind 11.080.332 Aktien.
Die markierte Stelle im Original: 58.991.997 Aktien ausstehend, davon 6.498.572 im Streubesitz — und im selben Absatz die 11.080.332 Aktien, die für den Weiterverkauf registriert sind. Quelle: SEC-Prospekt-Nachtrag POS AM vom 01.06.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Dem gegenüber stehen drei bereits beschlossene oder registrierte Zugänge. Erstens die Earnout-Aktien: Die Zusammenschlussvereinbarung sah vor, dass jeder der beiden Hauptaktionäre zusätzlich 2.606.338 Aktien erhält, wenn Heidmar 2025 mindestens 45 Millionen US-Dollar Umsatz, 30 Millionen Betriebsergebnis vor Abschreibungen oder 25 Millionen Gewinn erreicht; der Finanzberater von MGO bekommt weitere 141.346 Stück. Mit 55,85 Millionen Umsatz ist die Bedingung erfüllt, und der Jahresbericht hält fest: „Our board of directors has determined that the financial milestone to issue the Earnout Shares was met.“ Das sind 5.354.022 Aktien, in der zuletzt gemeldeten Aktienzahl vom 20. Mai 2026 noch nicht enthalten. Zweitens 1.961.172 Aktienzuteilungen, die zum 31. Dezember 2025 noch nicht unverfallbar waren. Drittens die Kapitallinie mit B. Riley Principal Capital II über bis zu 20 Millionen US-Dollar, für die 11.080.332 Aktien zum Weiterverkauf registriert sind — mehr, als der gesamte Streubesitz umfasst.

Wasserfalldiagramm zur Heidmar-Aktienzahl in Millionen Stück: 58,99 ausstehend am 20. Mai 2026, plus 5,35 Earnout-Aktien, plus 1,96 Aktienzuteilungen, plus 11,08 aus der Kapitallinie von B. Riley, ergibt rechnerisch 77,39 Millionen Aktien.
Von 58,99 auf 77,39 Millionen Aktien: die bereits beschlossenen oder registrierten Zugänge summieren sich auf 31 Prozent der heutigen Aktienzahl. Das genehmigte Kapital von 450 Millionen Stammaktien lässt darüber hinaus reichlich Luft. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahresberichte 20-F, Zwischenmitteilungen 6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Rechnerisch ergibt das 77,39 Millionen Aktien — 31 Prozent mehr als heute. Ausgeschöpft ist davon bisher wenig: Bis zum 31. März 2026 hatte Heidmar erst 260.628 Aktien über die Kapitallinie verkauft, zu durchschnittlich 1,27 US-Dollar, Bruttoerlös rund 330.940 US-Dollar. Aber die Satzung erlaubt insgesamt 450 Millionen Stammaktien und 50 Millionen Vorzugsaktien; ein Bezugsrecht der Altaktionäre gibt es ausdrücklich nicht. Der Prospekt selbst formuliert die Konsequenz nüchtern: Weitere Ausgaben über die registrierte Menge hinaus könnten „additional substantial dilution“ verursachen — erhebliche zusätzliche Verwässerung. Wie schnell so etwas gehen kann, wenn eine junge Gesellschaft ihre Notierung finanzieren muss, zeigt unsere Analyse zu Pangaea Logistics aus derselben Branche mit einer ganz anderen Kapitalgeschichte.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Die Notierung, die 11 Millionen wert war, steht unter Frist

Es hat eine gewisse Ironie: Genau die Börsennotierung, für die Heidmar 11,08 Millionen US-Dollar Firmenwert ansetzte, muss die Gesellschaft nun verteidigen. Am 22. April 2026 kam die Mitteilung der Nasdaq — der Schlusskurs hatte 30 Handelstage in Folge unter 1,00 US-Dollar gelegen, der Mindestkurs nach Listing Rule 5550(a)(2) ist damit verletzt.

„the applicable grace period to regain compliance is 180 days, or until October 19, 2026.“

Übersetzung: „Die geltende Gnadenfrist zur Wiederherstellung der Regelkonformität beträgt 180 Tage, also bis zum 19. Oktober 2026.“

— Heidmar Maritime Holdings Corp., SEC-Jahresbericht 20-F für 2025, Note 22 „Subsequent Events“

Gelb markierte Textstelle aus dem Heidmar-Jahresbericht 20-F für 2025: Nach der Nasdaq-Mitteilung vom 22. April 2026 beträgt die Gnadenfrist zur Wiederherstellung der Mindestkurs-Anforderung 180 Tage, also bis zum 19. Oktober 2026.
Die markierte Stelle im Original: 180 Tage Gnadenfrist bis zum 19. Oktober 2026. Quelle: SEC-Jahresbericht 20-F für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Geheilt ist der Mangel, wenn der Schlusskurs an zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen bei mindestens 1,00 US-Dollar liegt; Heidmar erklärt, die Frist nutzen und den Mangel beheben zu wollen. Der Handel läuft in der Zwischenzeit unverändert weiter. Wichtig für die Einordnung: Das ist eine laufende Frist, kein Delisting — und der letzte in einem Filing dokumentierte Schlusskurs lag am 28. Mai 2026 bei 1,14 US-Dollar, also knapp über der Schwelle. Bleibt es dabei, erledigt sich die Sache. Bleibt es nicht dabei, stehen eine zweite Frist oder ein Umkehr-Split im Raum. Ein zweites Detail passt ins Bild: Während Vorstandschef Khanna in der Mitteilung vom 24. März 2026 betont, er habe seine persönliche Beteiligung über Käufe am Markt auf rund 45 Prozent erhöht, meldeten drei Direktoren zwischen dem 11. Juni und dem 6. Juli 2026 über Formular 144 die Absicht, zusammen 244.862 Aktien zu verkaufen — bei einem Gesamtbestand aller Organe außer Khanna von 371.258 Aktien.

Bewertung: billig gemessen am Umsatz, teuer gemessen an der Substanz

Wie teuer ist Heidmar? Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich für 2025 nicht bilden, weil das Jahr mit Verlust endete. Der ehrlichste datierte Anker ist der Kurs, den der Prospekt-Nachtrag selbst dokumentiert: 1,14 US-Dollar am 28. Mai 2026. Multipliziert mit den 58.991.997 ausstehenden Aktien ergibt das einen Börsenwert von rund 67 Millionen US-Dollar; die Fundamentaldaten weisen zum Datenstand 30. Juli 2026 rund 66 Millionen aus — beide Zahlen liegen dicht beieinander, die Größenordnung stimmt also.

Gemessen am Jahresumsatz 2025 von 55,85 Millionen entspricht das einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 1,2 — auf den ersten Blick moderat. Nur ist dieser Umsatz zu rund 78 Prozent Durchlaufposten aus dem Chartergeschäft. Setzt man den Börsenwert stattdessen ins Verhältnis zum Gebührengeschäft, das 2025 12,33 Millionen einbrachte, liegt man beim 5,4-Fachen. Und gegen die Substanz gerechnet wird es unangenehm: Das Eigenkapital betrug zum 31. März 2026 14,18 Millionen US-Dollar — rund 0,24 US-Dollar je Aktie. Das ist ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 4,7. Für eine Firma ohne eigene Schiffe ist ein Aufschlag auf den Buchwert grundsätzlich vertretbar, denn ihr Wert liegt in Verträgen und Beziehungen, nicht in Stahl. Aber 4,7-facher Buchwert bei einem Betriebsergebnis, das 2025 negativ war, ist kein Sicherheitsabstand.

Zwei weitere Punkte gehören zur Einordnung. Erstens die Analystenlage: Zum Datenstand 30. Juli 2026 deckt genau ein einziger Analyst die Aktie ab, mit einem Kursziel von 2,625 US-Dollar. Ein einzelnes Votum ist kein Konsens, sondern eine Meinung — der eigentliche Befund ist, dass die Profis die Aktie praktisch nicht beobachten. Zweitens die Handelbarkeit: Bei einem Streubesitz von rund 6,5 Millionen Aktien und einem durchschnittlichen Tagesumsatz im niedrigen sechsstelligen Dollarbereich (Datenstand 30. Juli 2026) bewegt schon eine mittlere Order den Kurs. Wer hier ein- oder aussteigen will, sollte nicht damit rechnen, das jederzeit zum gewünschten Preis tun zu können.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Heidmar Maritime spricht:

  • Das Modell bindet kein Kapital: Heidmar besitzt keine Schiffe, trägt keine Baufinanzierung und keinen Restwert. Die Bilanz weist zum 31. März 2026 27,55 Millionen US-Dollar Kasse aus und keine klassischen Finanzschulden.
  • Der Start ins Jahr 2026 war stark: 18,35 Millionen Umsatz im ersten Quartal gegenüber 5,84 Millionen im Vorjahresquartal, 2,78 Millionen Nettogewinn nach 6,03 Millionen Verlust, 6,56 Millionen operativer Mittelzufluss.
  • Die gemanagte Flotte wächst weiter: von 6 Schiffen (2020) auf 50 zum 30. April 2026, darunter allein im ersten Halbjahr 2026 fünf Neuzugänge — ein Suezmax-Neubau, zwei gebrauchte Suezmax, ein VLCC und ein Produktentanker.
  • Das Marktumfeld hilft: Umleitungen und längere Transportwege im Nahost-Raum erhöhen die Tonnenmeilen-Nachfrage, was Frachtraten und Auslastung stützt — Heidmar verdient an der Vermittlung mit.
  • Über 40 Jahre Marktpräsenz, eigene Abrechnungs- und Reportingplattform (eFleetWatch), Büros in sechs Schifffahrtszentren und ein Vorstandschef, der über Rhea Marine 44,5 Prozent der Aktien hält und damit persönlich im Risiko steht.

Was dagegen spricht:

  • Das margenstarke Gebührengeschäft schrumpft: von 18,72 (2023) über 13,10 (2024) auf 12,33 Millionen US-Dollar (2025), bei gleichzeitig auf 19,26 Millionen gestiegenen Verwaltungskosten. Das Betriebsergebnis 2025 war mit minus 4,88 Millionen negativ.
  • Der Umsatzsprung stammt aus einem Geschäft mit rund 4,0 Prozent Rohmarge; ein Rückgang der Frachtraten trifft die Einkaufsseite nicht mit.
  • Extreme Eigentümerkonzentration: 89,0 Prozent bei zwei Aktionären (Stand 29. April 2026), Streubesitz 6.498.572 von 58.991.997 Aktien, „controlled company“ mit reduzierten Governance-Pflichten und einem faktisch unabsetzbaren Vorstandschef.
  • Verflechtung mit dem größten Kunden: 25 von 49 Poolschiffen und 37 Prozent der Poolerlöse kommen von Capital Maritime, das dem Vater des mittelbaren Eigentümers eines 44,5-Prozent-Aktionärs gehört; dazu ein Charter über 40,28 Millionen US-Dollar mit einer nahestehenden Person, der 2025 gerade 0,25 Millionen Überschuss brachte.
  • Verwässerungspotenzial von 31 Prozent aus bereits beschlossenen oder registrierten Aktien, genehmigtes Kapital von 450 Millionen Stück ohne Bezugsrecht — und eine laufende Nasdaq-Mindestkurs-Frist bis zum 19. Oktober 2026.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Flotten-Falle vom Anfang. Sie ist nicht deshalb gefährlich, weil die 50 Schiffe erfunden wären — sie fahren, sie werden von Heidmar befrachtet, und die Zahl steht schwarz auf weiß im Jahresbericht. Sie ist gefährlich, weil sie eine Größe suggeriert, die mit dem Ertrag nichts zu tun hat. Was Heidmar tatsächlich verdient, hängt an einer schrumpfenden Gebührenbasis von zuletzt 12,33 Millionen US-Dollar, an einem Durchlaufgeschäft mit vier Prozent Marge und an einer Handvoll Reeder, von denen der größte zur Familie eines Miteigentümers gehört. Was Heidmar außerdem geworden ist: eine börsennotierte Gesellschaft, die ihre Notierung gekauft, in der Bilanz bewertet, abgeschrieben und nun gegen eine Frist zu verteidigen hat. Das erste Quartal 2026 zeigt, dass daraus etwas werden kann — 2,78 Millionen Gewinn und eine gewachsene Kasse sind kein Zufall. Ob daraus ein Geschäft wird, das eine Verwaltung von 19 Millionen und 77 Millionen mögliche Aktien trägt, ist offen. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Sind 50 Schiffe viel?“, sondern: Willst du Miteigentümer an elf Prozent einer Firma sein, deren übrige 89 Prozent zwei Familien gehören, die zugleich ihre größten Geschäftspartner sind? Wenn ja, kennst du jetzt den Preis. Wenn nein, hast du dir eine teure Lektion gespart. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Heidmar-Maritime-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Geschäftsmodell neutral
Asset-light und kapitalschonend: Heidmar besitzt keines der 50 zum 30. April 2026 gemanagten Schiffe, trägt weder Baufinanzierung noch Restwertrisiko und weist keine klassischen Finanzschulden aus. Der Preis dieses Modells ist eine dünne Ertragsbasis — das Gebührengeschäft brachte 2025 12,33 Millionen US-Dollar, die Verwaltung kostete 19,26 Millionen.
Ertragsqualität negativ
Der Umsatz stieg 2025 um 93 Prozent auf 55,85 Millionen US-Dollar, das Betriebsergebnis drehte trotzdem auf minus 4,88 Millionen (2023: plus 19,64). Grund ist die Verschiebung: Gebühren fielen von 18,72 (2023) auf 12,33 Millionen, während die Charter-Erlöse von 43,52 Millionen nur rund 1,76 Millionen oder 4,0 Prozent Rohmarge übrig ließen (eigene Rechnung aus der Gewinn- und Verlustrechnung 2025).
Bilanz & Liquidität neutral
Zum 31. März 2026 stehen 27,55 Millionen US-Dollar Kasse einem Eigenkapital von 14,18 Millionen gegenüber; der operative Mittelzufluss betrug im Quartal 6,56 Millionen. Belastend ist die Struktur: 40,28 Millionen der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 sind ein Nutzungsrecht aus einem Fünf-Jahres-Charter mit einer nahestehenden Person, dem eine gleich hohe Leasingverbindlichkeit gegenübersteht.
Eigentümer & Verflechtung negativ
Zwei Aktionäre hielten am 29. April 2026 je 44,5 Prozent, zusammen 89,0 Prozent; der Streubesitz betrug am 20. Mai 2026 6.498.572 von 58.991.997 Aktien. Zugleich stellt Capital Maritime, das laut Jahresbericht dem Vater des mittelbaren Eigentümers eines dieser Aktionäre gehört, 25 der 49 Poolschiffe und 37 Prozent der Poolerlöse 2025.
Verwässerung & Notierung negativ
Beschlossen oder registriert sind 5.354.022 Earnout-Aktien, 1.961.172 Aktienzuteilungen und 11.080.332 Aktien für eine Kapitallinie über 20 Millionen US-Dollar — rechnerisch 77,39 Millionen Aktien oder 31 Prozent mehr, ohne Bezugsrecht der Altaktionäre und bei einem genehmigten Kapital von 450 Millionen Stück. Parallel läuft die Nasdaq-Mindestkurs-Frist bis zum 19. Oktober 2026.
Aktuelle Entwicklung positiv
Das erste Quartal 2026 war das beste seit der Notierung: 18,35 Millionen US-Dollar Umsatz nach 5,84 Millionen im Vorjahresquartal, 2,78 Millionen Nettogewinn nach 6,03 Millionen Verlust, Verwaltungskosten von 6,09 auf 3,56 Millionen gesenkt und die Kasse von 18,65 auf 27,55 Millionen erhöht. Acht Schiffe fuhren im Quartal unter Reise- oder Zeitcharter gegenüber einem im Vorjahr.

Heidmar Maritime ist ein Schiffsmanager ohne eigene Schiffe: 50 Tanker und Bulker unter kommerzieller Führung (30. April 2026), aber die margenstarke Gebührenbasis schrumpft seit 2023 von 18,72 auf 12,33 Millionen US-Dollar, während das Umsatzwachstum aus einem Chartergeschäft mit rund 4,0 Prozent Rohmarge stammt. Die Nasdaq-Notierung kam 2025 über den Zusammenschluss mit der notierten MGO Global; der dabei gebuchte Firmenwert von 11,08 Millionen — im Anhang wörtlich der Wert der Börsennotierung — war vier Monate später abgeschrieben und trug maßgeblich zum Jahresverlust von 22,56 Millionen bei. Zwei Aktionäre halten 89,0 Prozent, der größte Poolkunde gehört zur Familie eines davon, und bis zum 19. Oktober 2026 läuft die Nasdaq-Mindestkurs-Frist. Das erste Quartal 2026 mit 2,78 Millionen Gewinn zeigt, dass das Modell tragen kann. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier für eine offene operative Frage, nicht für ein akutes Substanzrisiko. Gegen Rot spricht die Kassenlage: 27,55 Millionen US-Dollar zum 31. März 2026, keine klassischen Finanzschulden, ein positiver operativer Mittelzufluss von 6,56 Millionen im Quartal und ein Gewinn von 2,78 Millionen — es gibt keinen Hinweis auf Fortführungszweifel, kein negatives Eigenkapital und keine finanzielle Delisting-Gefahr; die Nasdaq-Frist bis zum 19. Oktober 2026 ist eine Kursfrage, keine Bilanzfrage. Gegen Grün spricht, dass das eigentliche Kerngeschäft seit zwei Jahren schrumpft: Gebührenerlöse von 18,72 (2023) auf 12,33 Millionen, Poolschiffe im Schnitt von 30,0 auf 18,0, Betriebsergebnis 2025 negativ. Das Wachstum kommt aus einem Durchlaufgeschäft mit vier Prozent Marge, und die Ertragskraft hängt an wenigen Reedern, von denen der größte einem Großaktionär nahesteht. Teuer ist die Aktie ebenfalls — rund 4,7-facher Buchwert —, aber das ist ein Preisargument und bestimmt diese Ampel nicht. Was sie bestimmt, ist die unbeantwortete Frage, ob aus dem starken ersten Quartal 2026 eine tragfähige Gebührenbasis wird oder ein Zwischenhoch der Frachtraten bleibt.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Heidmar über eine Durchsicht Nasdaq-notierter Nebenwerte ohne eigene Detailanalyse. Die Aktie stand am 30. Juli 2026 in keinem unserer Scanner — die Listen werden täglich neu berechnet, aber mit Handelsstart am 20. Februar 2025 und nur zwei Jahresberichten fehlt die Historie, aus der Momentum-, Bewertungs- oder Qualitätsfilter Treffer bilden.
  • Heidmar berichtet als ausländischer Privatemittent auf Formular 20-F und 6-K; einen Quartalsbericht (10-Q) gibt es nicht. Quartalszahlen erscheinen freiwillig als Anlage zu einer 6-K-Mitteilung — die Zahlen zum ersten Quartal 2026 stammen aus der Mitteilung vom 28. Mai 2026 und sind ungeprüft, die Jahreszahlen 2025 aus dem geprüften Jahresbericht vom 30. April 2026.
  • Verwechslungsgefahr: HMR ist nicht Heidmar Inc., die 1984 gegründete operative Tochter, und nicht die frühere US-Firma MGO Global Inc., über deren Notierung der Börsenzugang lief. Bewertungsangaben sind datiert und evergreen: Der Anker ist der im Prospekt-Nachtrag dokumentierte Schlusskurs von 1,14 US-Dollar am 28. Mai 2026; Tageskurse sind kein Kaufargument.

Häufige Fragen

Heidmar Maritime Holdings Corp. (Nasdaq: HMR) mit Sitz in Piräus ist ein kommerzieller und technischer Schiffsmanager, kein Schiffseigner. Die Gesellschaft befrachtet fremde Tanker und Massengutfrachter: Sie sucht Ladung, verhandelt Raten und rechnet ab — gegen Kommission und Managementgebühr. Zum 30. April 2026 waren das 50 Schiffe mit rund 6,5 Millionen Tonnen Tragfähigkeit, davon 13 in drei Tankerpools und 34 über Einzelverträge. Dazu kommt ein Chartergeschäft auf eigene Rechnung.

Nicht über einen Börsengang, sondern über einen Zusammenschluss. Am 19. Februar 2025 verschmolz die bereits an der Nasdaq notierte MGO Global Inc. auf eine Heidmar-Tochter; die Heidmar-Altaktionäre brachten im Gegenzug ihre Anteile ein und erhielten 94,34 Prozent der Aktien. Seit dem 20. Februar 2025 wird die Aktie unter dem Kürzel HMR gehandelt. Buchhalterisch war das ein Kauf über 14,26 Millionen US-Dollar mit einem Firmenwert von 11,08 Millionen, den der Anhang ausdrücklich als Wert der Börsennotierung bezeichnet.

Zwei Gründe. Erstens der Verkauf der mit MGO übernommenen Tochter Americana Liberty am 27. Juni 2025: Firmenwert und Markenrecht wurden abgeschrieben, der Verlust aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich betrug 13,92 Millionen US-Dollar. Zweitens die Ertragsstruktur: Das Umsatzplus kam aus dem Chartergeschäft mit rund 4,0 Prozent Rohmarge, während die Gebührenerlöse auf 12,33 Millionen sanken und die Verwaltungskosten auf 19,26 Millionen stiegen. Unterm Strich standen 22,56 Millionen Verlust.

Weil die Gesellschaft bei der US-Börsenaufsicht SEC als ausländischer Privatemittent (Foreign Private Issuer) registriert ist. Für diese Gruppe gilt ein anderer Berichtsrhythmus: ein Jahresbericht auf Formular 20-F statt 10-K und Zwischenmitteilungen auf Formular 6-K statt Quartalsberichten (10-Q) und Ad-hoc-Meldungen (8-K). Heidmar veröffentlicht Quartalszahlen freiwillig als Anlage zu einer 6-K-Mitteilung — zuletzt am 28. Mai 2026 für das erste Quartal 2026.

Zum 29. April 2026 hielten zwei Gesellschaften je 26.238.379 Aktien oder je 44,5 Prozent: Rhea Marine Ltd., die vollständig Vorstandschef Pankaj Khanna gehört, und Maistros Shipinvest Corp., mittelbar im Besitz von Miltiadis Marinakis. Zusammen sind das 89,0 Prozent. Alle übrigen Vorstände und Direktoren kamen auf 371.258 Aktien oder 0,6 Prozent. Heidmar gilt damit nach den Nasdaq-Regeln als „controlled company“ und darf auf mehrere Governance-Vorgaben verzichten.

Der Schlusskurs der Aktie lag 30 Handelstage in Folge unter 1,00 US-Dollar; damit ist die Mindestkurs-Anforderung nach Listing Rule 5550(a)(2) verletzt. Heidmar hat 180 Tage Zeit, also bis zum 19. Oktober 2026. Geheilt ist der Mangel, wenn der Schlusskurs an zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen bei mindestens 1,00 US-Dollar liegt. Bis dahin wird die Aktie unverändert gehandelt; ein Delisting ist damit nicht ausgesprochen.

Zum 20. Mai 2026 waren 58.991.997 Aktien ausstehend. Hinzu kommen 5.354.022 Earnout-Aktien, deren Bedingung laut Jahresbericht erfüllt ist, 1.961.172 noch nicht unverfallbare Aktienzuteilungen und 11.080.332 Aktien, die für den Weiterverkauf im Rahmen einer Kapitallinie über 20 Millionen US-Dollar registriert sind. Rechnerisch ergibt das 77,39 Millionen Aktien oder 31 Prozent mehr. Die Satzung erlaubt bis zu 450 Millionen Stammaktien; ein Bezugsrecht der Altaktionäre besteht nicht.

Nein. Zum Datenstand 30. Juli 2026 weisen die Fundamentaldaten keine Dividende aus, und der Jahresbericht 20-F für 2025 nennt keine Ausschüttung. Der Bericht beschreibt Dividenden nur als grundsätzliche Möglichkeit im Ermessen des Verwaltungsrats und weist darauf hin, dass Heidmar eine Holding ohne eigenes Vermögen außer den Beteiligungen ist und deshalb auf Ausschüttungen der Töchter angewiesen wäre.

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