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Dime Community: Platz 1 im Zulu-Screen — und das Wachstum ist die Rückkehr aus einem Einbruch

Dime Community: Platz 1 im Zulu-Screen — und das Wachstum ist die Rückkehr aus einem Einbruch

Jim Slaters Zulu-Prinzip sucht Wachstum zum Schnäppchenpreis. Dime steht dort auf Platz 1 von vier Treffern: Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,3 bei 29,3 Prozent erwartetem Gewinnwachstum. Nur ist dieses Wachstum keine Beschleunigung, sondern eine Rückkehr — der Gewinn je Aktie war 2024 auf 0,55 US-Dollar eingebrochen. Wir rechnen nach, was die Aktie auf den Fünfjahresschnitt kostet, und zeigen, warum drei der fünf Zulu-Kriterien bei einer Bank überhaupt nichts messen.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Dime Community: Platz 1 im Zulu-Screen — und das Wachstum ist die Rückkehr aus einem Einbruch
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt einen Denkfehler, der besonders gern bei Aktien zuschlägt, die gerade wieder gut aussehen. Nennen wir ihn den Erholungs-Trugschluss. Er funktioniert so: Eine Firma verdient in einem schlechten Jahr wenig. Im nächsten Jahr verdient sie wieder normal. Rechnerisch ist das ein gewaltiges Wachstum — gefühlt ist es eine Rakete. In Wahrheit ist es eine Rückkehr.

Bei Dime Commercial Bancshares, Inc. (NYSE: DCOM) lässt sich dieser Trugschluss auf den Cent genau nachrechnen. Die Aktie steht auf Platz 1 von vier Treffern in unserem Scanner nach dem Zulu-Prinzip von Jim Slater — einem Filter, der Wachstum zum Schnäppchenpreis sucht. Das entscheidende Kriterium dort ist ein erwartetes Gewinnwachstum zwischen 15 und 30 Prozent. Dime liefert 29,3 Prozent.

Nur kommt dieses Wachstum aus einem Loch. Der Gewinn je Aktie fiel 2024 auf 0,55 US-Dollar, nachdem er 2023 bei 2,29 und 2022 bei 3,73 gelegen hatte. Machen wir also einen Deal: Wir schauen uns an, was diese Bank verdient — und was sie verdienen müsste, damit der Filter recht behält. Die Quellen sind die Berichte, die Dime bei der US-Börsenaufsicht SEC einreicht: der Geschäftsbericht 10-K für 2025 vom 20. Februar 2026, der Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 und die Zahlenmeldung 8-K vom 23. Juli 2026 zum zweiten Quartal. Was du daraus machst, entscheidest am Ende du.

Inhaltsübersicht

Was Dime eigentlich macht — und warum die Bank plötzlich anders heißt

Dime ist eine Regionalbank für Long Island und New York City. Sie nimmt Einlagen von Unternehmen, Privatleuten und Kommunen an und verleiht dieses Geld weiter — überwiegend gegen Immobilien in genau dieser Region. Zum 30. Juni 2026 hatte sie eine Bilanzsumme von 15,0 Milliarden US-Dollar, 12,68 Milliarden Einlagen und 10,70 Milliarden Kredite im Bestand. Zum 31. Dezember 2025 betrieb sie 63 Filialen und beschäftigte 902 Vollzeitkräfte.

Die Entstehungsgeschichte ist ungewöhnlich und erklärt einiges. Am 1. Februar 2021 vollzog die Bridge Bancorp, Inc. — eine 1988 gegründete New Yorker Holding, deren Bank auf das Jahr 1910 zurückgeht — einen Zusammenschluss unter Gleichen mit der Dime Community Bancshares, Inc. aus Delaware, dem alten Brooklyner Dime. Juristisch verschmolz das alte Dime auf Bridge Bancorp; Bridge blieb als Gesellschaft bestehen und nahm den Namen des Übernommenen an. Der Börsenkürzel wechselte von BDGE auf DCOM, das Umtauschverhältnis lag bei 0,648 Bridge-Aktien je Dime-Aktie, und unmittelbar danach waren rund 41,2 Millionen Aktien im Umlauf. Auch die Bank selbst wurde umbenannt: Die BNB Bank überlebte die Verschmelzung und hieß fortan Dime Community Bank.

Fünf Jahre später ging es in die andere Richtung. Am 28. Mai 2026 reichte die Gesellschaft in Albany eine Satzungsänderung ein und heißt seither Dime Commercial Bancshares, Inc.; die Tochter firmiert als Dime Commercial Bank. Der Vorstandschef nennt als Grund die „Entwicklung zu einem Kraftwerk im Firmen- und Privatbankgeschäft“. Für Anleger ist wichtig: An Geschäft, Wertpapieren und Kennzahlen ändert das nichts — die meisten Datenbanken führen bis heute den alten Namen.

Ein zweiter Wechsel fällt in dasselbe Frühjahr: Dime verließ die Nasdaq und notiert seit Anfang April 2026 an der New York Stock Exchange. Die dabei eingereichte Form 25 vom 6. April 2026 ist die Abmeldung vom alten Handelsplatz, kein Delisting. Neben der Stammaktie (DCOM) sind dort die Vorzugsaktie Serie A (DCOM PR) und eine Nachranganleihe mit 9,000 Prozent Kupon (DCBG) notiert.

Verdient wird an zwei Dingen, und das Verhältnis ist eindeutig. Im zweiten Quartal 2026 standen 115,2 Millionen US-Dollar Zinsüberschuss nur 11,3 Millionen Provisionsertrag gegenüber — 91 zu 9. Diese Bank ist fast reines Zinsgeschäft. Was ihr im eigenen Markt hilft: Nach eigener Angabe hat sie den größten Einlagenmarktanteil auf Greater Long Island unter den Geschäftsbanken mit weniger als 20 Milliarden US-Dollar Bilanzsumme.

Merke dir für den Rest des Textes einen Satz: Bei einer Bank ist die Bilanz nicht das Beiwerk des Geschäfts — sie ist das Geschäft. Genau daran scheitern gleich mehrere Kennzahlen, die für Fabriken gebaut wurden.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam — Platz 1 von vier

Wir lassen täglich mehrere tausend Aktien durch unsere Scanner laufen. Dime kam über den Filter „Jim Slater: Zulu Principle“ auf die Rechercheliste. Der britische Investor Jim Slater beschrieb in seinem Buch The Zulu Principle die Idee, sich auf ein kleines Gebiet zu spezialisieren und dort Wachstum zu kaufen, das noch nicht bezahlt ist. In unserem Scanner sind daraus sieben Bedingungen geworden, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  • Börsenwert höchstens 5 Milliarden US-Dollar
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis positiv
  • erwartetes Wachstum des Gewinns je Aktie im nächsten Geschäftsjahr zwischen 15 und 30 Prozent
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis geteilt durch dieses Wachstum (PEG) höchstens 0,75
  • Kurs-Cashflow positiv und niedriger als das Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Verschuldungsgrad zwischen 0 und 0,5
  • relative Stärke mindestens 50

So findest du die Zeile selbst: Scanner-Übersicht öffnen, Rubrik „Bewertung“, Filter „Jim Slater: Zulu Principle“ wählen. Am 28. Juli 2026 zeigte diese Liste im gesamten Universum genau vier Treffer, sortiert nach relativer Stärke: Dime auf Platz 1, First BanCorp auf Platz 2, Riley Exploration Permian auf Platz 3, Kingstone Companies auf Platz 4. Zwei der vier sind Banken — bei First BanCorp haben wir das in einer eigenen Analyse auseinandergenommen.

Die Zahlen zu Dime in dieser Zeile, Kurs-Stand 27. Juli 2026: Kurs 40,20 US-Dollar, Börsenwert 1,7 Milliarden, Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,3, erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis 12,8, Kurs-Buchwert 1,3, Kurs-Cashflow 10,3, Verschuldungsgrad 0,47, relative Stärke 75, Piotroski-Wert 9 von 9, Fundamental-Rating B (61 von 100). Die Aktie steht 1,9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und liegt seit Jahresbeginn 34,2 Prozent im Plus.

Ein Hinweis, der auf derselben Seite steht und stutzig machen sollte: Die Spalte „PEG“ zeigt 3,76 — der Filter rechnet dagegen mit 0,52. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Definitionsfrage: Die Spalte übernimmt das Verhältnis aus den Fundamentaldaten, das mit einer langfristigen Wachstumsschätzung rechnet; der Filter teilt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,26 durch das erwartete Wachstum von 29,3 Prozent für das kommende Geschäftsjahr. Wer beide Zahlen nebeneinander sieht, weiß sofort: Das billige PEG hängt an einem Jahr.

Und noch eine Abweichung, die wir offenlegen statt zu glätten. Das angezeigte Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,3 beruht auf dem Gewinn der zwölf Monate bis zum 31. März 2026. Seit dem 23. Juli 2026 liegen die Zahlen zum zweiten Quartal vor; mit ihnen beträgt der Gewinn der letzten zwölf Monate 2,76 US-Dollar je Aktie und das Kurs-Gewinn-Verhältnis 14,6. Wir rechnen im Folgenden mit der aktuelleren Zahl und nennen jedes Mal dazu, worauf sie beruht.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich gut aussieht. Das zweite Quartal 2026 war das beste der Firmengeschichte nach Ertrag: 126,5 Millionen US-Dollar Gesamtertrag, davon 115,2 Millionen Zinsüberschuss. Für die Stammaktionäre blieben 33,0 Millionen oder 0,75 US-Dollar je Aktie, nach 0,64 US-Dollar im Vorjahresquartal — ein Plus von 17 Prozent. Bereinigt um Sondereffekte waren es 0,79 gegen 0,64 US-Dollar, also 23 Prozent.

Auch das Ergebnis vor Risikovorsorge und Steuern legte deutlich zu: von 49,4 auf 61,8 Millionen US-Dollar binnen eines Jahres, ein Plus von 25 Prozent. Die Aufwandsquote — welcher Anteil des Ertrags für den Betrieb draufgeht — fiel von 55,0 auf 51,2 Prozent, bereinigt sogar auf 49,9 Prozent. Und die Kapitalausstattung wurde besser statt schlechter: harte Kernkapitalquote 11,99 Prozent (Vorjahr 11,25), Gesamtkapitalquote 16,30 Prozent, Verschuldungsquote 9,46 Prozent. Am 23. Juli 2026 kündigte Dime an, im dritten Quartal 2026 wieder Aktien zurückzukaufen; die Ratingagentur Kroll hatte kurz zuvor den Ausblick auf „positiv“ gesetzt.

Jetzt die Zeitreihe, die alles einordnet.

Balkendiagramm des verwässerten Gewinns je Aktie von Dime nach US-Bilanzrecht in US-Dollar: 2,45 im Jahr 2021, 3,73 im Jahr 2022, 2,29 im Jahr 2023, 0,55 im Jahr 2024 und 2,36 im Jahr 2025; der Fünfjahresschnitt liegt bei 2,28 US-Dollar.
Fünf Jahre, ein Absturz: 2024 blieben nur 0,55 US-Dollar je Aktie übrig. Der Fünfjahresschnitt liegt bei 2,28 US-Dollar. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Gewinn je Aktie lag bei 2,45 US-Dollar (2021), 3,73 (2022), 2,29 (2023), 0,55 (2024) und 2,36 (2025). Über fünf Jahre macht das im Schnitt 2,28 US-Dollar. Für eine Bank ist das eine bemerkenswert unruhige Reihe — und 2025 lag der Gewinn immer noch 37 Prozent unter dem von 2022.

Auch die Rendite ist ordentlich, aber nicht glänzend: Im zweiten Quartal 2026 lag die Eigenkapitalrendite bei 9,15 Prozent, auf das materielle Eigenkapital gerechnet bei 10,62 Prozent, die Gesamtkapitalrendite bei 0,94 Prozent. Zum Vergleich: Eine gut geführte US-Regionalbank gilt ab etwa 1,0 Prozent Gesamtkapitalrendite als solide, ab 1,2 Prozent als stark. Dime ist also auf dem Weg dorthin, aber noch nicht angekommen.

Und die Kreditqualität? Sie ist unauffällig, aber sie verschlechtert sich am Rand. Die notleidenden Vermögenswerte lagen zum 30. Juni 2026 bei 69,0 Millionen US-Dollar oder 0,46 Prozent der Bilanzsumme, nach 53,2 Millionen (0,37 Prozent) ein Jahr zuvor. Die Wertberichtigungen decken die notleidenden Kredite zum 1,57-Fachen. Aber: Die Netto-Abschreibungen stiegen von 0,20 auf 0,36 Prozent der durchschnittlichen Kredite, und die Risikovorsorge von 9,2 auf 13,9 Millionen je Quartal.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Das Wachstum ist eine Rückkehr, keine Beschleunigung

Der Zulu-Filter verlangt 15 bis 30 Prozent erwartetes Gewinnwachstum. Dime liefert 29,3 Prozent — den Sprung von der Schätzung für 2026 (3,37 US-Dollar je Aktie) auf die Schätzung für 2027 (4,35 US-Dollar). Fünf Analystenhäuser stehen hinter diesen Zahlen.

Wo dieser Sprung herkommt, sieht man erst mit dem Jahr 2024 daneben. Schauen wir in die geprüfte Gewinn- und Verlustrechnung.

Konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung von Dime aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025 in Tausend US-Dollar, gelb markiert der den Stammaktionären zurechenbare Gewinn 2024 von 21.798: Zinsüberschuss 407.998 gegenüber 318.054 und 316.571, Risikovorsorge 43.030 gegenüber 36.113 und 2.770, Wertpapierverlust 42.810 im Jahr 2024, Gewinn je Aktie 2,36 US-Dollar für 2025, 0,55 für 2024 und 2,29 für 2023.
Die markierte Zeile im Original: 2024 blieben den Stammaktionären 21,8 Millionen US-Dollar, 2025 waren es 103,4 Millionen. In der Zeile darüber steht der Grund — 42,8 Millionen Verlust aus Wertpapierverkäufen. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Im Jahr 2024 verkaufte Dime Wertpapiere mit einem Verlust von 42,8 Millionen US-Dollar — eine Bilanzbereinigung, mit der sich viele US-Banken nach dem Zinsschock von alten, niedrig verzinsten Anleihen trennten. Zusammen mit einer auf 36,1 Millionen erhöhten Risikovorsorge fiel das Vorsteuerergebnis von 136,9 Millionen (2023) auf 51,4 Millionen. Den Stammaktionären blieben 21,8 Millionen — 0,55 US-Dollar je Aktie.

Damit hat der Zulu-Filter ein Problem, das er selbst nicht sehen kann: Eine Reihe, die tief eingebrochen ist, produziert automatisch hohe Wachstumsraten, sobald sie sich normalisiert. Das ist kein Betrug und keine Bilanztrickserei. Es ist nur etwas anderes als das, was Slater suchte.

Rechnen wir die Gegenprobe, die jeder machen sollte, bevor er einem Wachstums-Schnäppchen glaubt. Was kostet die Aktie, wenn der Gewinn nicht auf 4,35 US-Dollar steigt, sondern auf den Durchschnitt der letzten fünf Jahre zurückfällt?

  • Auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar: Kurs-Gewinn-Verhältnis 17,7.
  • Auf den Gewinn der letzten zwölf Monate (2,76 US-Dollar, Stand 30. Juni 2026): 14,6.
  • Auf die Schätzung für 2026 (3,37 US-Dollar): 11,9.
  • Auf die Schätzung für 2027 (4,35 US-Dollar): 9,2.

Zwischen 9,2 und 17,7 liegt die ganze Anlageentscheidung. Wer glaubt, dass 2027 kommt wie geschätzt, kauft eine Bank für das gut Neunfache ihres Gewinns — das ist günstig. Wer glaubt, dass die Reihe schwankt wie in den letzten fünf Jahren, zahlt das 17,7-Fache eines Durchschnittsgewinns — und das ist für eine Regionalbank mit knapp 9 Prozent Eigenkapitalrendite kein Schnäppchen mehr, sondern ein normaler bis ambitionierter Preis.

Wichtig zur Sauberkeit der Rechnung: Die Werte für 2021 bis 2025 sind die ausgewiesenen Gewinne je Aktie nach US-Bilanzrecht aus den Geschäftsberichten. Die Schätzungen für 2026 und 2027 stehen dagegen auf der bereinigten Größe, mit der Analysten arbeiten — im ersten Halbjahr 2026 lagen ausgewiesener und bereinigter Gewinn mit 1,49 und 1,52 US-Dollar nur drei Cent auseinander, der Unterschied ist derzeit also klein.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Drei der fünf Zulu-Kriterien messen bei einer Bank nichts

Jim Slater schrieb über Industrie- und Wachstumsunternehmen. Bei einer Bank verlieren mehrere seiner Prüfungen ihren Sinn — nicht, weil man bei Banken großzügiger sein müsste, sondern weil die Formeln ein anderes Geschäftsmodell unterstellen.

Erstens der Verschuldungsgrad. Der Filter verlangt höchstens 0,5, Dime zeigt 0,47. Klingt grundsolide. Nur besteht die Passivseite dieser Bank zu 12,68 Milliarden US-Dollar aus Einlagen — und die zählen in dieser Kennzahl nicht als Schulden. Übrig bleiben 385 Millionen Vorschüsse der Federal Home Loan Bank und 231 Millionen Nachrangkapital. Der Verschuldungsgrad von 0,47 misst also 616 Millionen und übersieht 12,7 Milliarden. Die Kennzahl, die bei einer Bank wirklich zählt, ist die Eigenkapitalquote — und die liegt zum 30. Juni 2026 bei 10,1 Prozent, das materielle Eigenkapital sogar nur bei 8,37 Prozent der materiellen Bilanzsumme. Eine Bank ist konstruktionsbedingt gehebelt; das ist normal, aber es ist das Gegenteil dessen, was „Verschuldungsgrad 0,47“ suggeriert.

Zweitens der Kurs-Cashflow. Der Filter will, dass der operative Cashflow je Aktie über dem Gewinn liegt — bei Slater der Beweis, dass ein Gewinn „mit Bargeld unterlegt“ ist. Dime erfüllt das: Kurs-Cashflow 10,3 gegen Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,3. Nur sieh dir an, woher der Unterschied kommt.

Konsolidierte Kapitalflussrechnung von Dime aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025 in Tausend US-Dollar, gelb markiert der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 186.566 für 2025: Jahresgewinn 110.682, Risikovorsorge 43.030, Rückgang sonstiger Aktiva 91.331, Rückgang sonstiger Passiva minus 66.088; für 2024 stehen dort 99.056 und für 2023 90.874.
Die markierte Zeile im Original — und darüber der größte einzelne Grund, warum sie über dem Gewinn liegt: 43,0 Millionen US-Dollar Risikovorsorge. Beachte außerdem, dass die Kreditvergabe bei einer US-Bank unter „Investitionstätigkeit“ steht. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 2025 186,6 Millionen US-Dollar bei einem Jahresgewinn von 110,7 Millionen. Die Differenz von 75,9 Millionen besteht im Wesentlichen aus drei Posten: 43,0 Millionen Risikovorsorge, 7,7 Millionen aktienbasierte Vergütung und 5,6 Millionen Abschreibungen, dazu die Bewegung sonstiger Aktiva und Passiva. Die Risikovorsorge ist Geld, das die Bank für erwartete Kreditausfälle zurücklegt — buchhalterisch ein Aufwand, zahlungswirksam erst dann, wenn tatsächlich ausgefallen wird. In der Kapitalflussrechnung wird sie deshalb zurückgerechnet.

Damit dreht sich Slaters Test ins Gegenteil: Je mehr Kreditrisiko eine Bank in die Vorsorge einstellt, desto besser sieht ihr operativer Cashflow gegenüber dem Gewinn aus. Die Gegenprobe steht im selben Bild: 2023, als die Risikovorsorge nur 2,8 Millionen betrug, lag der Mittelzufluss mit 90,9 Millionen unter dem Gewinn von 96,1 Millionen — das Kriterium wäre gerissen worden, im ruhigsten Kreditjahr der Reihe.

Drittens der Altman-Z-Wert. Er steht zwar nicht im Zulu-Filter, aber im Datenblatt zur Aktie, und dort zeigt er minus 0,8. Auf der hier verwendeten Skala gilt alles unter 1,1 als Gefahrenzone, alles über 2,6 als sicher. Bei einem Industrieunternehmen wäre das ein Alarmsignal. Bei einer Bank ist es gar nichts: Die Formel wurde Ende der 1960er Jahre an Industrieunternehmen entwickelt und bestraft ein Bankgeschäftsmodell doppelt — geringer Umsatz im Verhältnis zur Bilanzsumme und hoher Hebel gehören zum Modell. Denselben Punkt haben wir ausführlich in der Analyse zur Handelsfinanzierungsbank Bladex vorgerechnet. Wer bei Banken eine Solvenzaussage braucht, nimmt die Kernkapitalquote (11,99 Prozent), die Deckung der notleidenden Kredite (157 Prozent) und das Verhältnis von Krediten zu Einlagen (84,4 Prozent).

Merke: Eine Kennzahl, die für das falsche Geschäftsmodell gerechnet wurde, ist kein schwaches Signal — sie ist überhaupt kein Signal. Das gilt in beide Richtungen, als Warnung wie als Entwarnung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: 55 Prozent des Kreditbuchs hängen an New Yorker Immobilien

Wenn diese Bank ein echtes Klumpenrisiko hat, dann hier. Zum 30. Juni 2026 verteilten sich die 10.704 Millionen US-Dollar Kredite im Bestand so: Mehrfamilienhäuser 3.114 Millionen, nicht eigengenutzte Gewerbeimmobilien 2.771 Millionen, Geschäftskredite 3.645 Millionen, Wohnimmobilien mit ein bis vier Einheiten 1.076 Millionen, Bau- und Entwicklungskredite 90 Millionen. Die beiden ersten Posten zusammen sind 55 Prozent des gesamten Kreditbuchs — und sie liegen praktisch vollständig auf Long Island und in New York City.

Die Aufsicht sieht das ebenfalls, und Dime schreibt es selbst in den Geschäftsbericht.

„In 2006, the federal bank regulatory agencies (collectively, the “Agencies”) issued joint guidance entitled “Concentrations in Commercial Real Estate Lending, Sound Risk Management Practices” (the “CRE Guidance”). Although the CRE Guidance did not establish specific lending limits, it provides that a bank’s commercial real estate lending exposure may receive increased supervisory scrutiny where total non-owner-occupied CRE loans, including loans secured by apartment buildings, investor CRE and construction and land loans, represent 300% or more of an institution’s total risk-based capital … The Consolidated Company’s non-owner-occupied CRE level equaled 387% of total risk-based capital at December 31, 2025.“

Übersetzung: „Im Jahr 2006 gaben die Bundesbankenaufsichtsbehörden gemeinsame Leitlinien mit dem Titel ‚Konzentrationen in der Gewerbeimmobilienfinanzierung, solide Risikomanagementpraktiken‘ heraus. Die Leitlinien legten zwar keine konkreten Kreditobergrenzen fest, sehen aber vor, dass das Gewerbeimmobilien-Engagement einer Bank verstärkter aufsichtlicher Prüfung unterliegen kann, wenn die gesamten nicht eigengenutzten Gewerbeimmobilienkredite — einschließlich der durch Mietshäuser besicherten Kredite, der Investoren-Gewerbeimmobilien sowie der Bau- und Grundstückskredite — 300 Prozent oder mehr des Gesamt-Risikokapitals eines Instituts ausmachen … Der Wert des Konzerns lag zum 31. Dezember 2025 bei 387 Prozent des Gesamt-Risikokapitals.“

— Dime Community Bancshares, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors — Risks Related to our Loan Portfolio“

Gelb markierte Textstelle aus dem Dime-Geschäftsbericht 10-K für 2025 unter der Überschrift, dass Auflagen der Aufsicht für die Gewerbeimmobilienfinanzierung den Gewinn belasten könnten: Ab 300 Prozent des Gesamt-Risikokapitals droht verstärkte aufsichtliche Prüfung, der Konzernwert lag zum 31. Dezember 2025 bei 387 Prozent.
Die markierte Stelle im Original: Die Aufsicht schaut ab 300 Prozent genauer hin — Dime lag Ende 2025 bei 387 Prozent. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zur Ehrenrettung des Managements: Dime baut diese Konzentration seit Jahren ab, und zwar sichtbar. Die selbst ausgewiesene Konzentrationsquote fiel von 425 Prozent (30. Juni 2025) über 371 Prozent (31. März 2026) auf 352 Prozent (30. Juni 2026). Wie das gelingt, zeigt der Umbau des Kreditbuchs.

Balkendiagramm des Dime-Kreditbuchs nach Art zum 30. Juni 2025 und zum 30. Juni 2026 in Millionen US-Dollar: Geschäftskredite von 2.902 auf 3.645, Mehrfamilienhäuser von 3.693 auf 3.114, Gewerbeimmobilien von 3.128 auf 2.771, Wohnimmobilien von 999 auf 1.076, Bau- und Entwicklungskredite von 142 auf 90.
Der Umbau in Zahlen: Geschäftskredite plus 743 Millionen US-Dollar, Mehrfamilienhäuser minus 580, Gewerbeimmobilien minus 358. Das gesamte Kreditbuch schrumpfte dabei leicht von 10.871 auf 10.704 Millionen. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Umbau hat aber einen Preis, den man mitrechnen muss: Die Immobilienkredite, die abgehen, bringen 4,48 Prozent (Mehrfamilie) und 5,14 Prozent (Gewerbe); die Geschäftskredite, die dazukommen, bringen 6,32 Prozent — sie sind aber auch die Kreditart mit den meisten Ausfällen. Von den 66,8 Millionen US-Dollar zinslos gestellten Krediten zum 30. Juni 2026 entfielen 23,9 Millionen auf Geschäftskredite.

Und dann ist da noch das New Yorker Mietrecht, das Dime ausdrücklich als Risiko benennt.

„For example, on June 14, 2019, the State of New York enacted legislation increasing the restrictions on rent increases in a rent-regulated apartment building, including, among other provisions, (i) repealing the vacancy bonus and longevity bonus, which allowed a property owner to raise rents as much as 20% each time a rental unit became vacant … The recent election of Zohran Mamdani as Mayor of New York City introduces potential policy changes that could affect the city’s multifamily housing market.“

Übersetzung: „So erließ der Staat New York am 14. Juni 2019 ein Gesetz, das die Beschränkungen für Mieterhöhungen in mietregulierten Wohngebäuden verschärfte — unter anderem durch (i) die Abschaffung des Leerstands- und des Langzeitzuschlags, die es einem Eigentümer erlaubten, die Miete bei jedem Mieterwechsel um bis zu 20 Prozent anzuheben … Die jüngste Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York City bringt mögliche politische Änderungen mit sich, die den Markt für Mehrfamilienhäuser der Stadt beeinflussen könnten.“

— Dime Community Bancshares, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors — Risks Related to our Loan Portfolio“

Gelb markierte Textstelle aus dem Dime-Geschäftsbericht 10-K für 2025 zum Regulierungsrisiko bei Mehrfamilienkrediten: das New Yorker Gesetz vom 14. Juni 2019, die Abschaffung des Leerstandszuschlags von bis zu 20 Prozent und die Obergrenze des Rent Guidelines Board von 3 Prozent bei einjährigen und 4,5 Prozent bei zweijährigen Mietverträgen; darunter der Absatz zur Wahl von Zohran Mamdani.
Die markierte Stelle im Original — und direkt darunter der Absatz, in dem Dime die Wahl des New Yorker Bürgermeisters als Risiko für den Markt für Mehrfamilienhäuser benennt. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wie groß ist dieses Fass? Zum 31. März 2026 standen 496,5 Millionen US-Dollar des Mehrfamilienbuchs in zu 100 Prozent mietregulierten Häusern und weitere 581,5 Millionen in überwiegend regulierten — zusammen 1.078 Millionen oder rund ein Drittel des Mehrfamilienbuchs und rund ein Zehntel aller Kredite. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf liegt bei 56 Prozent, es ist also Puffer da. Aber das New York City Rent Guidelines Board hat die maximale Mieterhöhung für die Zeit ab dem 1. Oktober 2025 auf 3 Prozent (Einjahresvertrag) und 4,5 Prozent (Zweijahresvertrag) festgesetzt, während Betriebs- und Instandhaltungskosten schneller steigen können.

Und genau in diesem Buch ist im zweiten Quartal 2026 etwas passiert: Die zinslos gestellten Mehrfamilienkredite sprangen von null auf 26,9 Millionen US-Dollar. Ein Quartal ist keine Reihe — aber es ist die erste Zahl, die man beim nächsten Bericht wiederfinden will.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Marge kommt von der Zinswende, nicht aus dem Kreditbuch

Die Erzählung des Managements lautet: Alte, niedrig verzinste Kredite laufen aus und werden zu heutigen Sätzen neu vergeben — daraus komme die Margenverbesserung, und sie werde „bis 2027 anhalten“. Die Zahlen erzählen für die bisherige Verbesserung etwas anderes.

Vergleiche das zweite Quartal 2026 mit dem zweiten Quartal 2025:

  • Zinsmarge: 2,98 → 3,28 Prozent, also plus 30 Basispunkte.
  • Rendite der zinstragenden Aktiva: 5,09 → 4,99 Prozent, also minus 10 Basispunkte.
  • Kosten der zinstragenden Verbindlichkeiten: 3,10 → 2,59 Prozent, also minus 51 Basispunkte.
  • Kosten aller Einlagen einschließlich unverzinslicher: 2,09 → 1,68 Prozent.

Übersetzt: Der gesamte Margengewinn kam von der Finanzierungsseite. Die Aktivseite hat nicht mehr abgeworfen, sondern weniger — der durchschnittliche Kreditzins stieg zwar minimal von 5,38 auf 5,41 Prozent, aber Dime hielt gleichzeitig deutlich mehr kurzfristig angelegte Mittel, deren Verzinsung von 4,34 auf 3,67 Prozent fiel. Was die Marge nach oben zog, war schlicht, dass Geldmarktkonten, Sparkonten und Festgelder billiger wurden.

Das ist keine schlechte Nachricht — es ist bloß eine andere. Wer eine Zinsmarge kauft, die von sinkenden Einlagenzinsen lebt, kauft eine Wette auf die Geldpolitik. Und im jüngsten Quartal ist genau dieser Motor bereits ins Stottern geraten: Von Q1 auf Q2 2026 fielen die Kosten der zinstragenden Verbindlichkeiten nur noch von 2,60 auf 2,59 Prozent, während die Aktivseite von 4,95 auf 4,99 Prozent zulegte. Die Verlagerung ins Geschäftskundengeschäft muss die Arbeit also zunehmend allein machen.

Ein zweiter Punkt gehört hierher, weil er die Refinanzierung betrifft. Dime hat einen ordentlichen Bodensatz an günstigem Geld: 31,0 Prozent der durchschnittlichen Einlagen sind unverzinsliche Sichteinlagen, und das Verhältnis von Krediten zu Einlagen liegt bei 84,4 Prozent nach 92,6 Prozent im Vorjahr. Aber ein Drittel der Einlagen ist nicht durch die Einlagensicherung gedeckt.

„Non-insured deposits (excluding collateralized deposits and deposits with pass through insurance) represented 34.0% and 31.2% of total deposits as of December 31, 2025 and 2024, respectively. The Bank had $2.12 billion and $1.89 billion of public funds collateralized by securities and Municipal Letters of Credit (“MULOC”), and $1.80 billion and $1.55 billion of deposits with pass through insurance as of December 31, 2025, and 2024, respectively.“

Übersetzung: „Nicht versicherte Einlagen (ohne besicherte Einlagen und ohne Einlagen mit Durchleitungs-Versicherungsschutz) machten zum 31. Dezember 2025 34,0 Prozent und zum 31. Dezember 2024 31,2 Prozent der gesamten Einlagen aus. Die Bank hielt zum 31. Dezember 2025 öffentliche Gelder von 2,12 Milliarden US-Dollar, besichert durch Wertpapiere und kommunale Akkreditive, sowie 1,80 Milliarden US-Dollar an Einlagen mit Durchleitungs-Versicherungsschutz; im Vorjahr waren es 1,89 beziehungsweise 1,55 Milliarden.“

— Dime Community Bancshares, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7 „Management’s Discussion and Analysis — Deposits“

Gelb markierte Textstelle aus dem Dime-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Nicht versicherte Einlagen ohne besicherte und ohne durchleitungsversicherte Gelder machten 34,0 Prozent der Einlagen zum 31. Dezember 2025 aus nach 31,2 Prozent im Vorjahr; dazu 2,12 Milliarden US-Dollar besicherte öffentliche Gelder und 1,80 Milliarden Einlagen mit Durchleitungs-Versicherungsschutz.
Die markierte Stelle im Original: 34,0 Prozent nicht versicherte Einlagen — und daneben die beiden Puffer, die Dime dagegenstellt. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Dagegen stehen echte Puffer: 1,93 Milliarden US-Dollar Barmittel zum 30. Juni 2026 (12,9 Prozent der Bilanzsumme), eine Kreditlinie bei der Federal Home Loan Bank, die zum 31. Dezember 2025 bei 3,46 Milliarden US-Dollar lag und von der zum 30. Juni 2026 nur 385 Millionen gezogen waren, und ein Anteil vermittelter Einlagen von nur 200 Millionen. Nach den Bankenpleiten des Jahres 2023 ist das die Aufstellung, die man sehen will.

Bewertung: zwei Zahlen, zwischen denen alles liegt

Zum Bewertungsanker vom 27. Juli 2026 — Kurs 40,20 US-Dollar, rund 44,2 Millionen Aktien, Börsenwert rund 1,8 Milliarden US-Dollar — ergibt sich folgendes Bild:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis 14,6 auf den Gewinn der letzten zwölf Monate (2,76 US-Dollar je Aktie, Stand 30. Juni 2026), 11,9 auf die Schätzung für 2026 und 9,2 auf die Schätzung für 2027 — aber 17,7 auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis 1,26 (Buchwert je Aktie 31,79 US-Dollar zum 30. Juni 2026), auf das materielle Eigenkapital gerechnet 1,42 (28,21 US-Dollar). Faustregel bei Banken: Ein Kurs-Buchwert über 1 ist gerechtfertigt, wenn die Eigenkapitalrendite über den Eigenkapitalkosten liegt. Dime verdient 9,15 Prozent auf das Eigenkapital und 10,62 Prozent auf das materielle Eigenkapital — bei Eigenkapitalkosten, die man für US-Regionalbanken üblicherweise bei rund 10 Prozent ansetzt, ist das ungefähr die Nulllinie. Das 1,26-Fache ist also kein Abschlag, sondern ein leichter Vertrauensvorschuss auf die Erholung.
  • Dividendenrendite rund 2,5 Prozent: 0,25 US-Dollar je Quartal, unverändert im ersten und zweiten Quartal 2026, macht 1,00 US-Dollar im Jahr. Die Ausschüttungsquote lag im zweiten Quartal bei 33,3 Prozent — im Halbjahr 2025 waren es noch 45,9 Prozent. Im Jahr 2025 zahlte Dime 42,9 Millionen US-Dollar Dividende auf die Stammaktien und weitere 7,3 Millionen auf die Vorzugsaktien.

Zur Einordnung des Kursverlaufs eine Zahl aus dem Geschäftsbericht selbst, die niemand gern zeigt: Wer Ende 2020 einen Index von 100 auf DCOM setzte, stand Ende 2025 bei 148,64. Der Vergleichsindex der kleinen US-Bankwerte lag bei 145,06, der Nasdaq Composite bei 187,14. Über fünf Jahre hat diese Aktie also ihren Sektor knapp geschlagen und den Gesamtmarkt deutlich verloren. Der Kurssprung von 51,5 Prozent in den letzten zwölf Monaten holt einen Teil davon auf — er ist kein Ausbruch aus einer langen Erfolgsserie, sondern das Ende einer langen Durststrecke.

Zum Blick der Profis: Fünf Analystenhäuser folgen dem Wert, das durchschnittliche Kursziel liegt rund 10 Prozent über dem Bewertungsanker. Der institutionelle Anteil beträgt rund 90 Prozent, die Leerverkaufsquote knapp 10 Prozent des Streubesitzes — für eine Regionalbank ein auffällig hoher Wert, der zur Gewerbeimmobilien-Debatte passt.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was dafür spricht:

  • Echte operative Verbesserung, nicht nur Basiseffekt: Ergebnis vor Risikovorsorge und Steuern von 49,4 auf 61,8 Millionen US-Dollar binnen eines Jahres (plus 25 Prozent), Aufwandsquote von 55,0 auf 51,2 Prozent, bereinigt erstmals unter 50 Prozent.
  • Kapital und Liquidität stimmen: harte Kernkapitalquote 11,99 Prozent (Vorjahr 11,25), Gesamtkapitalquote 16,30 Prozent, materielles Eigenkapital 8,37 Prozent der materiellen Bilanzsumme, 1,93 Milliarden US-Dollar Barmittel, Kredite zu Einlagen 84,4 Prozent.
  • Refinanzierung mit günstigem Bodensatz: 31,0 Prozent der durchschnittlichen Einlagen sind unverzinsliche Sichteinlagen, die Kernkundeneinlagen wuchsen binnen eines Jahres um 948,3 Millionen US-Dollar, vermittelte Einlagen nur noch 200 Millionen nach 422,8 Millionen Ende 2024.
  • Die Gewerbeimmobilien-Konzentration wird sichtbar abgebaut: Konzentrationsquote von 425 (30.06.2025) über 371 auf 352 Prozent (30.06.2026); Geschäftskredite plus 743 Millionen US-Dollar im selben Zeitraum.
  • Kapitalrückgabe soll wieder anlaufen: Rückkäufe ab dem dritten Quartal 2026 angekündigt, 1.566.947 Aktien aus dem Programm von 2022 sind noch offen; Dividende 0,25 US-Dollar je Quartal bei 33,3 Prozent Ausschüttungsquote.
  • Marktstellung: nach eigener Angabe größter Einlagenanbieter auf Greater Long Island unter den Banken bis 20 Milliarden US-Dollar Bilanzsumme; das Aufsichtsrating nach dem Community Reinvestment Act lautet „Outstanding“ (Prüfung vom 15. Juli 2024).

Was dagegen spricht:

  • Der Aufhänger trägt nur halb: Die 29,3 Prozent erwartetes Gewinnwachstum sind die Rückkehr aus dem Einbruch von 2024 (0,55 US-Dollar je Aktie nach 2,29 im Vorjahr). Auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar kostet die Aktie das 17,7-Fache.
  • Drei Prüfsteine des Filters messen bei einer Bank nichts: Der Verschuldungsgrad von 0,47 blendet 12,68 Milliarden US-Dollar Einlagen aus, der Kurs-Cashflow-Vorteil entsteht durch das Zurückrechnen von 43,0 Millionen Risikovorsorge, und der Altman-Wert von minus 0,8 ist auf ein Bankgeschäftsmodell gar nicht anwendbar.
  • Klumpenrisiko im Kreditbuch: 55 Prozent der Kredite sind Mehrfamilienhäuser und nicht eigengenutzte Gewerbeimmobilien, praktisch alle auf Long Island und in New York City; die aufsichtliche Konzentrationsquote liegt mit 352 Prozent weiter über der 300-Prozent-Schwelle, Ende 2025 waren es 387 Prozent des Gesamt-Risikokapitals.
  • Regulatorische Abhängigkeit ohne Ausweichmöglichkeit: 1.078 Millionen US-Dollar in ganz oder überwiegend mietregulierten Häusern (31. März 2026), Mieterhöhungen in New York City auf 3 beziehungsweise 4,5 Prozent gedeckelt, und der Geschäftsbericht nennt die Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister ausdrücklich als möglichen Belastungsfaktor.
  • Kreditqualität dreht am Rand: notleidende Vermögenswerte von 53,2 auf 69,0 Millionen US-Dollar binnen eines Jahres, Netto-Abschreibungen von 0,20 auf 0,36 Prozent, Risikovorsorge von 9,2 auf 13,9 Millionen je Quartal — und im zweiten Quartal 2026 erstmals 26,9 Millionen zinslos gestellte Mehrfamilienkredite nach null im Vorquartal.
  • Die Marge lebt bisher von der Finanzierungsseite: minus 51 Basispunkte bei den Kosten der zinstragenden Verbindlichkeiten gegen minus 10 Basispunkte bei der Rendite der Aktiva. Bleiben die Einlagenzinsen, wo sie sind, muss der Umbau des Kreditbuchs die Arbeit allein leisten.
  • Verwässerung im Rückspiegel: 4.492.187 neue Aktien im Jahr 2024 für netto 135,8 Millionen US-Dollar, Aktienzahl plus 12,4 Prozent, dazu eine Nachranganleihe mit 9,000 Prozent Kupon; zurückgekauft wurde 2024 und 2025 keine einzige Aktie.

Ein menschliches Fazit

Zurück zum Anfang, zum Erholungs-Trugschluss. Der Filter, der uns zu dieser Aktie geführt hat, sucht Wachstum zum Schnäppchenpreis. Was er bei Dime gefunden hat, ist eine Bank, die sich von einem schlechten Jahr erholt — mit einem Wertpapierverlust von 42,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2024, der die Vergleichsbasis so tief gelegt hat, dass jede Rückkehr zur Normalität wie Wachstum aussieht.

Das Ironische daran: Die Firma darunter ist gar nicht schlecht. Die Aufwandsquote fällt, das Ergebnis vor Risikovorsorge steigt um ein Viertel, das Kapital ist besser als vor einem Jahr, die Einlagenbasis wächst aus eigener Kraft, und die Gewerbeimmobilien-Konzentration wird Quartal für Quartal messbar abgebaut. Das ist ordentliche Arbeit, und die Börse hat sie mit 51,5 Prozent in zwölf Monaten bereits bezahlt.

Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht „Ist ein PEG von 0,52 nicht spottbillig?“, sondern: Traust du dir zu, den New Yorker Immobilienmarkt für die nächsten drei Jahre einzuschätzen — und akzeptierst du, dass 55 Prozent des Kreditbuchs dort liegen, ein Zehntel davon in mietregulierten Häusern, während die Stadt gerade einen Bürgermeister gewählt hat, den die Bank selbst in ihren Risikofaktoren nennt? Wer diese Frage beantworten kann, hat eine These. Wer nur auf die 29,3 Prozent geschaut hat, hat eine Basis-Effekt-Rechnung.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Aktien von Dime Commercial Bancshares.

Unser Fazit auf einen Blick

Geschäftsmodell & Stellung positiv
Eine Regionalbank mit 15,0 Milliarden US-Dollar Bilanzsumme und nach eigener Angabe dem größten Einlagenmarktanteil auf Greater Long Island unter den Banken bis 20 Milliarden US-Dollar. Der günstige Bodensatz ist echt: 31,0 Prozent der durchschnittlichen Einlagen sind unverzinsliche Sichteinlagen, die Kernkundeneinlagen wuchsen binnen eines Jahres um 948,3 Millionen US-Dollar. Das Geschäft ist allerdings fast reines Zinsgeschäft — 115,2 Millionen Zinsüberschuss stehen 11,3 Millionen Provisionsertrag gegenüber.
Ertragskraft positiv
Das Ergebnis vor Risikovorsorge und Steuern stieg binnen eines Jahres von 49,4 auf 61,8 Millionen US-Dollar (plus 25 Prozent), die Aufwandsquote fiel von 55,0 auf 51,2 Prozent und bereinigt erstmals unter 50 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 blieben 0,75 US-Dollar je Aktie nach 0,64 im Vorjahresquartal. Die Eigenkapitalrendite von 9,15 Prozent und die Gesamtkapitalrendite von 0,94 Prozent liegen aber noch unter dem, was eine starke Regionalbank ausweist.
Bilanz & Kapital positiv
Harte Kernkapitalquote 11,99 Prozent (Vorjahr 11,25), Gesamtkapitalquote 16,30 Prozent, materielles Eigenkapital 8,37 Prozent der materiellen Bilanzsumme, 1,93 Milliarden US-Dollar Barmittel und eine Kreditlinie der Federal Home Loan Bank über 3.460 Millionen US-Dollar (31. Dezember 2025), von der zum 30. Juni 2026 nur 385 Millionen gezogen waren. Die Wertberichtigungen decken die notleidenden Kredite zum 1,57-Fachen. Erkauft wurde ein Teil davon mit der Kapitalerhöhung von 2024: 4.492.187 neue Aktien, Aktienzahl plus 12,4 Prozent.
Kreditbuch-Konzentration negativ
Mehrfamilienhäuser (3.114 Millionen US-Dollar) und nicht eigengenutzte Gewerbeimmobilien (2.771 Millionen) sind zusammen 55 Prozent des Kreditbuchs und liegen praktisch vollständig auf Long Island und in New York City. Die aufsichtliche Konzentrationsquote lag zum 30. Juni 2026 bei 352 Prozent nach 425 Prozent ein Jahr zuvor — die Aufsicht prüft ab 300 Prozent verstärkt, im Geschäftsbericht für 2025 stand der Wert bei 387 Prozent des Gesamt-Risikokapitals. Der Abbau läuft sichtbar, ist aber nicht abgeschlossen.
Regulatorisches Umfeld negativ
Das New Yorker Mietrecht bestimmt die Werthaltigkeit eines Zehntels des Kreditbuchs mit: 1.078 Millionen US-Dollar stehen in ganz oder überwiegend mietregulierten Häusern (31. März 2026), Mieterhöhungen sind auf 3 beziehungsweise 4,5 Prozent gedeckelt, und Dime nennt im Geschäftsbericht für 2025 ausdrücklich die Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York City als möglichen Belastungsfaktor. Im zweiten Quartal 2026 fielen erstmals 26,9 Millionen US-Dollar Mehrfamilienkredite aus, nach null im Vorquartal.
Aufhänger-Kennzahlen negativ
Die 29,3 Prozent erwartetes Gewinnwachstum sind die Rückkehr aus dem Einbruch von 2024 (0,55 US-Dollar je Aktie nach 2,29 im Vorjahr, Ursache: 42,8 Millionen Verlust aus Wertpapierverkäufen). Auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar kostet die Aktie das 17,7-Fache statt des 9,2-Fachen der 2027er Schätzung. Drei weitere Prüfsteine tragen bei einer Bank nicht: Der Verschuldungsgrad von 0,47 blendet 12,68 Milliarden US-Dollar Einlagen aus, der Kurs-Cashflow-Vorteil entsteht durch das Zurückrechnen von 43,0 Millionen Risikovorsorge, und der Altman-Wert von minus 0,8 ist auf ein Bankgeschäftsmodell nicht anwendbar.

Dime ist der Testfall für den Erholungs-Trugschluss: Der Zulu-Filter meldet 29,3 Prozent erwartetes Gewinnwachstum, doch das ist die Rückkehr aus einem Einbruch, den ein Wertpapierverlust von 42,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 verursacht hat. Auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar je Aktie kostet die Aktie das 17,7-Fache, auf die Schätzung für 2027 nur das 9,2-Fache. Die Bank selbst arbeitet ordentlich: Ergebnis vor Risikovorsorge plus 25 Prozent, Aufwandsquote 51,2 Prozent, Kernkapitalquote 11,99 Prozent. Offen bleibt das Kreditbuch — 55 Prozent Gewerbe- und Mehrfamilienimmobilien in New York, eine Konzentrationsquote von 352 Prozent über der Aufsichtsschwelle und erstmals 26,9 Millionen US-Dollar ausgefallene Mehrfamilienkredite. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier für eine wesentliche offene operative Frage, nicht für ein Substanzrisiko. Die Substanz ist belegt: harte Kernkapitalquote 11,99 Prozent, Gesamtkapitalquote 16,30 Prozent, materielles Eigenkapital 8,37 Prozent der materiellen Bilanzsumme, Kredite zu Einlagen 84,4 Prozent, 1,93 Milliarden US-Dollar Barmittel, notleidende Vermögenswerte von nur 0,46 Prozent der Bilanzsumme bei 157 Prozent Deckung, testierter Abschluss und ein Ergebnis vor Risikovorsorge, das binnen eines Jahres um ein Viertel gestiegen ist. Für Gelb sprechen drei Befunde, die zusammen eine offene Frage ergeben: Erstens die Konzentration des Kreditbuchs — 55 Prozent Mehrfamilienhäuser und nicht eigengenutzte Gewerbeimmobilien, praktisch vollständig auf Long Island und in New York City, mit einer aufsichtlichen Konzentrationsquote von 352 Prozent über der Prüfschwelle von 300 Prozent. Zweitens die regulatorische Abhängigkeit: 1.078 Millionen US-Dollar stehen in ganz oder überwiegend mietregulierten Häusern, und die Bank benennt das New Yorker Mietrecht samt der Wahl des neuen Bürgermeisters selbst als Risikofaktor. Drittens die Ertragsreihe, die 2024 durch einen Einmaleffekt auf 0,55 US-Dollar je Aktie einbrach und deren Erholung erst zwei Quartale alt ist — dazu passt, dass im zweiten Quartal 2026 erstmals 26,9 Millionen US-Dollar Mehrfamilienkredite ausgefallen sind und die Netto-Abschreibungen von 0,20 auf 0,36 Prozent gestiegen sind. Ausdrücklich nicht Teil dieses Urteils ist die Bewertung.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger: Scanner „Jim Slater: Zulu Principle“, Gesamtuniversum, Platz 1 von 4 Treffern — die Trefferliste wurde am 28. Juli 2026 am gerenderten Seiteninhalt gezählt, nicht an einer nachgebauten Abfrage. Sortiert wird die Seite nach relativer Stärke. Der Kurs-Stand der Kennzahlen ist der 27. Juli 2026, die Listen werden täglich neu berechnet.
  • Abweichung im Datenbestand, offengelegt statt geglättet: Das angezeigte Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,3 und der Kurs-Cashflow von 10,3 beruhen auf dem Gewinn der zwölf Monate bis zum 31. März 2026. Seit dem 23. Juli 2026 liegen die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor; mit ihnen beträgt der Gewinn der letzten zwölf Monate 2,76 US-Dollar je Aktie und das Kurs-Gewinn-Verhältnis 14,6. Der Artikel rechnet mit der aktuelleren Zahl.
  • Zwei Kennzahlen auf derselben Seite widersprechen sich nur scheinbar: Die Spalte „PEG“ zeigt 3,76 (Verhältnis aus den Fundamentaldaten, auf eine langfristige Wachstumsschätzung gerechnet), der Zulu-Filter rechnet mit 0,52 (Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,26 geteilt durch 29,3 Prozent erwartetes Wachstum im nächsten Geschäftsjahr). Das billige PEG hängt damit an einem einzigen Jahr.
  • Rechnungsgrundlagen sauber getrennt: Die Gewinne je Aktie für 2021 bis 2025 (2,45 / 3,73 / 2,29 / 0,55 / 2,36) sind ausgewiesene Werte nach US-Bilanzrecht aus den Geschäftsberichten. Die Schätzungen für 2026 (3,37) und 2027 (4,35) stehen auf der bereinigten Größe, mit der Analysten arbeiten; im ersten Halbjahr 2026 lagen ausgewiesener und bereinigter Gewinn mit 1,49 und 1,52 US-Dollar nur drei Cent auseinander.
  • Datenstand: Der Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 20.02.2026) und der Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (01.05.2026) sind vollständig ausgewertet; sämtliche Einreichungen danach wurden durchgesehen — 8-K vom 27.05.2026 (Hauptversammlungs-Präsentation), 8-K vom 01.06.2026 (Umfirmierung, Hauptversammlung, Vorstandsverträge), 8-K vom 25.06.2026 (Dividende) und die beiden 8-K vom 23.07.2026 (Zahlen zum zweiten Quartal 2026 und Vorzugsdividende), dazu Meldungen nach Form 4 und Form 144. Der Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026 lag am 28.07.2026 noch nicht vor; die Quartalszahlen stammen aus der Anlage 99.1 der 8-K-Meldung vom 23.07.2026.
  • Nicht verwechseln: Die heutige Dime Commercial Bancshares, Inc. ist rechtlich die frühere Bridge Bancorp, Inc. (Ticker BDGE) und nicht die alte Dime Community Bancshares, Inc. aus Delaware, die am 01.02.2021 auf sie verschmolzen wurde. Kurs- und Kennzahlenreihen vor Februar 2021 gehören deshalb zu Bridge Bancorp. Die Form 25 vom 06.04.2026 ist die Abmeldung von der Nasdaq wegen des Wechsels an die New York Stock Exchange, kein Delisting.
  • Der Altman-Z-Wert von minus 0,8 im Datenblatt ist für eine Bank keine Kennzahl, sondern eine Formel aus einem anderen Geschäftsmodell; die hier verwendete Skala setzt die Grenzen bei 1,1 (Gefahrenzone) und 2,6 (sicher). Er wird in dieser Analyse ausdrücklich nicht als Solvenzaussage verwendet.
  • Die Qualitäts-Ampel dieser Analyse beurteilt das Unternehmen, nicht den Einstiegszeitpunkt.

Häufige Fragen

Weil die Aktie am 28. Juli 2026 alle sieben Bedingungen des Filters erfüllte und unter den vier Treffern die höchste relative Stärke hatte (75). Entscheidend ist das Verhältnis aus Kurs-Gewinn-Verhältnis (15,26) und erwartetem Gewinnwachstum für das nächste Geschäftsjahr (29,3 Prozent): Daraus ergibt sich ein PEG von 0,52, der Filter lässt bis 0,75 zu. Sortiert wird die Seite nach relativer Stärke, nicht nach Bewertung.

Nur teilweise. Es ist der Sprung von der Schätzung für 2026 (3,37 US-Dollar je Aktie) auf die für 2027 (4,35 US-Dollar). Die Basis dafür ist ein Ergebnis, das sich gerade erst erholt: Der Gewinn je Aktie fiel 2024 auf 0,55 US-Dollar, nach 2,29 im Jahr 2023 und 3,73 im Jahr 2022. Ursache war ein Verlust von 42,8 Millionen US-Dollar aus Wertpapierverkäufen. Auf den Fünfjahresschnitt von 2,28 US-Dollar gerechnet kostet die Aktie das 17,7-Fache statt des 9,2-Fachen der 2027er Schätzung.

Sehr stark. Zum 30. Juni 2026 entfielen 3.114 Millionen US-Dollar auf Mehrfamilienhäuser und 2.771 Millionen auf nicht eigengenutzte Gewerbeimmobilien — zusammen 55 Prozent der 10.704 Millionen US-Dollar Kredite im Bestand. Die selbst ausgewiesene Konzentrationsquote lag bei 352 Prozent des Kapitals, nach 425 Prozent ein Jahr zuvor. Die Bankenaufsicht prüft ab 300 Prozent genauer; im Geschäftsbericht für 2025 stand der Wert bei 387 Prozent.

Es ist der Grund für einen dauerhaften Bewertungsabschlag. Das Gesetz vom 14. Juni 2019 schaffte unter anderem den Leerstandszuschlag ab, mit dem Eigentümer die Miete bei jedem Mieterwechsel um bis zu 20 Prozent anheben konnten. Zum 31. März 2026 hielt Dime 1.078 Millionen US-Dollar in ganz oder überwiegend mietregulierten Häusern. Der Geschäftsbericht für 2025 nennt zusätzlich die Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York City als möglichen Belastungsfaktor.

Weil die Formel Ende der 1960er Jahre an Industrieunternehmen entwickelt wurde. Sie bestraft ein Bankgeschäftsmodell doppelt: geringer Umsatz im Verhältnis zur Bilanzsumme und hoher Hebel gehören bei einer Bank zum Modell. Aussagekräftig sind stattdessen die harte Kernkapitalquote (11,99 Prozent zum 30. Juni 2026), die Deckung der notleidenden Kredite durch Wertberichtigungen (157 Prozent) und das Verhältnis von Krediten zu Einlagen (84,4 Prozent).

Vor allem wegen der Risikovorsorge. Im Jahr 2025 stand einem Gewinn von 110,7 Millionen US-Dollar ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 186,6 Millionen gegenüber; allein 43,0 Millionen davon sind die zurückgerechnete Risikovorsorge. Die Gegenprobe: 2023 betrug die Vorsorge nur 2,8 Millionen — und der Mittelzufluss lag mit 90,9 Millionen unter dem Gewinn von 96,1 Millionen. Bei einer US-Bank steht die Kreditvergabe außerdem in der Investitionstätigkeit, nicht im operativen Bereich.

Die Gesellschaft reichte am 28. Mai 2026 eine Satzungsänderung beim Staat New York ein und benannte sich von „Dime Community Bancshares, Inc.“ in „Dime Commercial Bancshares, Inc.“ um; die Tochter heißt seither Dime Commercial Bank. Der Vorstand begründet das mit der Entwicklung zum Firmen- und Privatkundengeschäft. An Geschäft, Wertpapieren und Kennzahlen ändert sich dadurch nichts; viele Datenbanken führen weiterhin den alten Namen.

Am 1. Februar 2021 vollzogen Bridge Bancorp, Inc. (New York, Ticker BDGE) und die Dime Community Bancshares, Inc. (Delaware) einen Zusammenschluss unter Gleichen. Juristisch verschmolz das alte Dime auf Bridge Bancorp; Bridge blieb bestehen, übernahm den Namen Dime und wechselte den Ticker auf DCOM. Je Dime-Aktie gab es 0,648 Bridge-Aktien; danach waren rund 41,2 Millionen Aktien im Umlauf. Die BNB Bank überlebte als Bank und hieß fortan Dime Community Bank.

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