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DEFAMA: elf Jahre Dividende rauf — und warum 2026 die Maschine stockt

DEFAMA: elf Jahre Dividende rauf — und warum 2026 die Maschine stockt

Die DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG hat 2025 zum elften Mal in Folge die Dividende erhöht — laut Aktionärsschützern eine von nur elf Firmen in ganz Deutschland, die das schaffen. Der Mittelzufluss (FFO) kletterte auf ein Rekordhoch, der Substanzwert je Aktie auf gut 30 Euro. Und trotzdem stand der Kurs am Jahresende fast still. Wir haben den Geschäftsbericht 2025 gelesen: 94 Fachmarktzentren in der deutschen Provinz, ein Wachstumsmodell auf Kredit (LTV 57,8 %), eine Mieterpleite, die die Vermietungsquote auf ein historisches Tief drückt — und ein 2026, in dem die Wachstumsmaschine zum ersten Mal seit Jahren nur im Leerlauf dreht. Ein Lehrstück darüber, warum eine perfekte Serie das Gefährlichste ist, worauf ein Anleger seinen Anker werfen kann.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 15 Min. Lesezeit
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DEFAMA: elf Jahre Dividende rauf — und warum 2026 die Maschine stockt
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsbericht 2025 (DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Zahl, die bei Anlegern jede Skepsis wegschmelzen lässt: eine ununterbrochene Serie. Ein Unternehmen, das jedes Jahr die Dividende erhöht — da schaltet der Kopf auf Autopilot: „Das lief elf Jahre gut, warum sollte es aufhören?" Psychologen nennen das den Konsistenz- oder Streak-Bias — wir verwechseln eine schöne Vergangenheit mit einer sicheren Zukunft. Bei der DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG (m:access: DEF) läuft dieser Reflex auf Hochtouren, denn ihre Dividendenserie ist tatsächlich beeindruckend. Deshalb machen wir wie immer einen Deal: Wir bewundern die Serie kurz — und lesen dann gemeinsam, was im Geschäftsbericht 2025 hinter ihr steht. Dort findet sich ein Rekordjahr, das der Aktienkurs komplett ignoriert hat, ein Wachstumsmodell auf Pump und ein 2026, in dem die Maschine zum ersten Mal seit Jahren nur im Leerlauf dreht. Am Ende entscheidest du selbst, was dir eine perfekte Serie wert ist.

Was DEFAMA macht — der Discounter unter den Immobilienfirmen

DEFAMA hat ein bewusst langweiliges Geschäftsmodell, und genau das ist der Punkt. Die Firma kauft kleine Fachmarktzentren in der deutschen Provinz — Einkaufszentren in Städten wie Zeitz, Sangerhausen, Görlitz oder Bad Langensalza, in denen Aldi, Netto, Rossmann oder ein Baumarkt die Miete zahlen. Die Nische ist Absicht: Solche Objekte sind zu klein für die großen Immobilienfonds und zu speziell für Privatanleger — DEFAMA kann sie deshalb günstig einkaufen. Die Kriterien liest man wie eine Einkaufsliste: möglichst nicht mehr als zehn Mieter pro Objekt und mindestens 100.000 € Jahresmiete. Gekauft wird, um zu behalten (Buy-and-hold), nicht um schnell weiterzuverkaufen. Ende 2025 gehörten DEFAMA 94 Standorte mit 324.310 Quadratmetern Fläche; ein unabhängiger Gutachter (bulwiengesa) bewertete sie zusammen auf 352,2 Mio. € (Vorjahr 323,4 Mio.), die annualisierte Jahresnettomiete lag bei 28,1 Mio. €, die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (im Fachjargon „WALT") bei 4,6 Jahren. Ein Vermieter also, der viele kleine, stabile Mietschecks einsammelt — solange die Mieter zahlen. Merk dir diesen Zusatz, wir kommen darauf zurück.

Wo die Aktie in unserem Scanner auftaucht — nämlich nirgends

Hier müssen wir ehrlich sein: DEFAMA taucht in keinem einzigen unserer Scanner auf (Datenstand 31. März 2026) — und das ist kein Versehen, sondern hat einen lehrreichen Grund. Unsere Scanner sieben Aktien nach standardisierten Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Momentum oder Umsatzbeschleunigung. DEFAMA ist dafür schlicht zu klein und zu speziell: ein Micro-Cap, der nach dem deutschen Handelsrecht (HGB) statt nach dem internationalen IFRS bilanziert, im wenig beachteten Münchner Segment m:access gehandelt wird und dessen aussagekräftigste Kennzahlen — FFO, NAV, LTV — in den Standard-Rastern gar nicht vorkommen. Das ist die unbequeme Kehrseite der Nische: Was zu klein für die Fonds ist, ist auch zu klein für die meisten automatischen Filter. Für dich als Leser heißt das: Bei einem Wert wie DEFAMA führt kein Weg daran vorbei, den Geschäftsbericht selbst aufzuschlagen. Genau das machen wir jetzt.

Die Zahlen: eine Maschine, die Jahr für Jahr mehr abwirft

Fangen wir mit dem an, was die Serie überhaupt erst ermöglicht. Die entscheidende Kennzahl bei einem Vermieter ist nicht der Gewinn, sondern der FFO — kurz für „Funds From Operations", also der Mittelüberschuss aus der Vermietung nach Zinsen und laufenden Kosten. Aus dem FFO kommt die Dividende, und DEFAMAs FFO wächst seit Jahren wie am Schnürchen: von 1,60 € je Aktie (2021) über 2,02 € (2023) auf zuletzt 2,25 € je Aktie (2025) — in Summe 10,8 Mio. €, ein Plus von 8 Prozent und ein neuer Rekord. Auch der ausgewiesene Nettogewinn (+22 % auf 5,6 Mio. €) und der Umsatz (+15 % auf 31,4 Mio. €) markierten 2025 Bestwerte. Der Vorstand fasst es im Aktionärsbrief nüchtern zusammen:

„Trotz leichter ‚Bremsspuren' durch die Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber Hammer konnten wir den FFO um 8% auf 10,8 Mio. € und das Nettoergebnis um 22% auf 5,6 Mio. € steigern – beides neue Rekordwerte, ebenso wie der auf 31,4 Mio. € (+15%) erhöhte Umsatz."

— DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG, Geschäftsbericht 2025, Brief des Vorstands

Markierter Ausschnitt aus dem DEFAMA-Geschäftsbericht 2025: die gelb hinterlegte und rot umrandete Passage, wonach der FFO trotz Wertberichtigungen gegenüber Hammer um 8 Prozent auf 10,8 Millionen Euro und das Nettoergebnis um 22 Prozent auf 5,6 Millionen Euro gesteigert wurden — beides neue Rekordwerte.
Rekordjahr im Original, gelb markiert: FFO +8 % auf 10,8 Mio. €, trotz der „Bremsspuren" durch die Hammer-Insolvenz. Quelle: Geschäftsbericht 2025, Brief des Vorstands. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.
Balkendiagramm des FFO je Aktie der DEFAMA von 2021 bis 2025: 1,60, 1,82, 2,02, 2,09 und 2,25 Euro, plus eine flache Prognose für 2026 auf Vorjahresniveau von rund 2,25 Euro.
Die Wachstumsmaschine — und ihre erste Pause: Der FFO je Aktie stieg fünf Jahre in Folge auf 2,25 € (2025); für 2026 stellt der Vorstand nur „Vorjahresniveau" in Aussicht. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsbericht 2025. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Aus diesem wachsenden FFO speist sich die berühmte Serie. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,63 € je Aktie vor, nach 0,60 € im Vorjahr — und das ist eben nicht die erste Erhöhung:

„[…] dass wir auch der kommenden Hauptversammlung erneut eine Dividendenerhöhung vorschlagen können; diesmal von 0,60 auf 0,63 € pro Aktie. Somit hat DEFAMA in jedem Jahr seit Gründung die Dividende erhöht – nunmehr zum elften Mal. Damit sind wir laut der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine von nur elf Firmen in Deutschland, welche mindestens zehn Dividendenanhebungen in Folge geschafft haben."

— DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG, Geschäftsbericht 2025, Brief des Vorstands

Balkendiagramm der Dividende je Aktie der DEFAMA von 2021 bis 2025: 0,51, 0,54, 0,57, 0,60 und 0,63 Euro — jedes Jahr ein neuer, höherer Balken.
Die Serie, die den Anker setzt: Jedes Jahr eine höhere Dividende — für 2025 sind 0,63 € je Aktie vorgeschlagen, die elfte Erhöhung in Folge. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsbericht 2025. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist stark, keine Frage — nur elf börsennotierte Firmen in ganz Deutschland schaffen so etwas. Und der Substanzwert wächst mit: Der NAV („Net Asset Value", also alle Immobilien zum Gutachterwert minus Schulden, je Aktie) stieg 2025 auf 30,04 € nach 27,64 €. Trotzdem — und hier kommt die erste unbequeme Beobachtung — hat der Aktienkurs davon 2025 nichts wissen wollen: Er stand am Jahresende „fast unverändert bei knapp 28 €", schreibt der Vorstand selbst, und damit unter dem NAV. Rekordgewinn, Rekorddividende, wachsende Substanz — und der Markt zuckt mit den Schultern. Warum? Das steht im Kleingedruckten.

Die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Das Wachstum läuft auf Kredit — LTV 57,8 Prozent

DEFAMAs Erfolgsrezept — günstig kaufen, behalten, Miete kassieren — hat einen Motor, über den im Jubel über die Dividende gern hinweggelesen wird: Schulden. Neue Fachmarktzentren werden überwiegend auf Kredit gekauft, und das summiert sich. Die entscheidende Kennzahl dafür ist der LTV („Loan-to-Value") — der Anteil des Immobilienwerts, der auf Darlehen finanziert ist. Bei DEFAMA lag er Ende 2025 bei 57,8 % (Vorjahr 59,1 %), die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei rund 200 Mio. €. Zur Einordnung: Der große Wohnungsvermieter TAG Immobilien, den wir uns ebenfalls angesehen haben, kommt auf 41 Prozent. Ein hoher LTV ist bei DEFAMAs Modell kein Betriebsunfall, sondern Programm — die hohe Mietrendite der kleinen Objekte trägt die Zinsen. Aber er ist der Hebel, der in beide Richtungen wirkt: Er verstärkt die Rendite, solange die Zinsen niedrig und die Objekte vermietet sind — und er verstärkt die Probleme, wenn Kredite zu höheren Zinsen verlängert werden müssen oder Mieter ausfallen. Womit wir beim nächsten Punkt wären. Merke: Ein Wachstumsmodell auf Pump ist so lange elegant, bis eine der beiden Stützen — billiges Geld oder volle Häuser — wackelt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Eine Mieterpleite drückt die Vermietung auf ein Rekordtief

2025 wackelte die zweite Stütze. Gleich mehrere Mieter machten Probleme: Vor allem die Insolvenz der Hammer-Gruppe (Heimwerker- und Einrichtungsmärkte) traf DEFAMA an drei Standorten — Görlitz, Osnabrück und Nordhausen —, dazu kam der Auszug der Baumarktkette toom an einem weiteren Objekt. Die Folge steht schwarz auf weiß im Bericht: Die Vermietungsquote fiel von 96,6 % (Ende 2024) auf 92,9 % — laut Vorstand „im Branchenvergleich immer noch sehr stark, für uns jedoch der niedrigste Wert unserer Historie". Für einen Vermieter ist Leerstand der direkte Gegenspieler des FFO: Jede leere Fläche kostet weiter Zins und Instandhaltung, bringt aber keine Miete. Dass DEFAMA den FFO 2025 trotzdem steigern konnte, spricht für die Qualität des restlichen Portfolios — aber die Mieterausfälle sind kein einmaliger Ausrutscher, sondern das Grundrisiko des Geschäfts: Wer von kleinen Einzelhandelsmietern in der Provinz lebt, lebt von deren Bonität. Und die ist im deutschen Non-Food-Einzelhandel gerade alles andere als selbstverständlich.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: 2026 stockt die Wachstumsmaschine zum ersten Mal

Die beiden ersten Wahrheiten laufen 2026 zusammen — und der Vorstand ist erfrischend offen damit:

„Zentrale Herausforderung für 2026 ist die Kompensation der wegfallenden 1 Mio. € im FFO durch die Hammer-Insolvenz und B1-Auszug. Aufgrund der langen Vorlaufzeiten zur Vermietung sowie Umbauphasen und mietfreier Zeiten ist aber im laufenden Jahr ‚nur' ein FFO auf Vorjahresniveau realistisch."

— DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG, Geschäftsbericht 2025, Prognosebericht

Übersetzt: Rund 1 Mio. € FFO fallen durch die leeren Flächen weg, und weil Neuvermietung Zeit braucht (Verhandlungen, Umbau, mietfreie Anfangszeiten), rechnet DEFAMA für 2026 mit einem FFO nur „auf Vorjahresniveau" — dem ersten Jahr seit Langem ohne Wachstum. Ab 2027 soll es wieder aufwärtsgehen, wenn die Flächen neu vermietet und weitere Objekte gekauft sind. Für die Dividendenserie muss das nichts heißen: DEFAMA schüttet nur einen Teil des FFO aus und hat Spielraum, die Serie auch in einem Nulljahr fortzusetzen. Aber es ist die wichtigste Nachricht des Berichts — und genau die, die im Serien-Applaus untergeht: Die Maschine, an deren stetiges Weiterlaufen sich alle gewöhnt haben, macht 2026 eine Pause.

Bewertung — was der Markt für die Substanz bezahlt

Jetzt zusammengerechnet. Auf den Substanzwert gerechnet ist DEFAMA fair bis günstig bewertet: Der NAV liegt bei 30,04 € je Aktie, der Kurs stand zum Jahresschluss 2025 bei knapp 28 € — man bekommt die geprüfte Immobiliensubstanz also mit einem kleinen Abschlag. Auf den FFO gerechnet (2,25 € je Aktie) zahlt man rund das Zwölffache — für einen Vermieter mit elf Jahren Dividendenwachstum kein teurer Preis, aber auch kein Schnäppchen wie in den Crash-Jahren 2022/23. Die Dividendenrendite liegt bei gut 2 Prozent — solide, aber nicht üppig; die eigentliche Musik spielt bei DEFAMA seit jeher im Wachstum von FFO und NAV, nicht in der laufenden Ausschüttung. Und damit ist die Bewertung eigentlich schon die ganze Investmentfrage: Man kauft keinen Ausschütter, sondern eine Wachstumsmaschine mit langer Erfolgsbilanz — zu einem Zeitpunkt, an dem diese Maschine gerade eine angekündigte Pause einlegt und auf Kredit läuft. Ob der kleine Substanz-Abschlag das aufwiegt, hängt an genau drei Fragen: Bekommt DEFAMA die leeren Flächen zügig neu vermietet? Bleiben die Zinsen für die anstehenden Kredit-Verlängerungen tragbar? Und findet die Firma 2026/27 wieder genug günstige Objekte? Denselben Blick — Substanz statt Kurs-Gewinn-Verhältnis — haben wir übrigens gerade erst bei TAG Immobilien und beim Stuttgarter Porsche angelegt: Die richtige Kennzahl zu wählen, ist bei deutschen Aktien oft die halbe Analyse.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für DEFAMA spricht:

  • Rekordjahr 2025: FFO +8 % auf 10,8 Mio. €, Nettoergebnis +22 %, Umsatz +15 % — und die 11. Dividendenerhöhung in Folge (nur elf Firmen in Deutschland schaffen ≥10 Jahre).
  • Erprobtes Nischenmodell: günstiger Einkauf kleiner Fachmarktzentren in der Provinz, die für große Fonds uninteressant sind — hohe Mietrenditen, langfristiges Halten.
  • Wachsende Substanz: NAV je Aktie 30,04 € (Vorjahr 27,64 €); die Aktie notiert mit leichtem Abschlag darauf.
  • Diversifiziertes Mieterfeld mit vielen Nahversorgern (Aldi, Netto, Rossmann) und 4,6 Jahren durchschnittlicher Restlaufzeit.

Was dagegen spricht:

  • Hoher Verschuldungsgrad: LTV 57,8 %, rund 200 Mio. € Bankschulden — das Wachstumsmodell läuft auf Kredit und ist zinssensibel.
  • Mieterrisiko im schwachen Non-Food-Einzelhandel: Die Hammer-Insolvenz und der toom-Auszug drückten die Vermietungsquote auf ein historisches Tief von 92,9 %.
  • Erstmals flacher Ausblick: Für 2026 nur FFO „auf Vorjahresniveau" — die gewohnte Wachstumsdynamik pausiert.
  • Micro-Cap-Nachteile: geringe Handelsliquidität im m:access-Segment, HGB- statt IFRS-Bilanzierung, in keinem Standard-Scanner erfasst.

Das Fazit: die schöne Serie und ihr Kleingedrucktes

Erinnerst du dich an den Anker vom Anfang — die perfekte Serie? Nach dem Geschäftsbericht 2025 lässt er sich ehrlicher fassen: DEFAMA ist ein fähiger, transparenter Nischen-Vermieter mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz, den die Börse leicht unter Substanzwert handelt — und der genau jetzt, im Applaus über die elfte Dividendenerhöhung, offen eine Wachstumspause und ein erhöhtes Mieterrisiko einräumt, finanziert mit einem stattlichen Schuldenhebel. Die Serie ist echt. Aber sie ist Vergangenheit, und die entscheidenden Fragen liegen in der Zukunft: leere Flächen, Zinsen, Zukäufe. Die eigentliche Leistung dieser Analyse war nicht, DEFAMA schlechtzurechnen — die Firma ist gut —, sondern den Reflex zu bremsen, der aus elf guten Jahren eine Garantie macht. Ob dir die Erfolgsbilanz die Pause und den Schuldenhebel wert ist, kannst nur du entscheiden. Und das ist auch gut so.

Quellen: DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG, Geschäftsbericht 2025 (HGB-Konzernabschluss, veröffentlicht Mai 2026); Verkehrswerte per 31.12.2025 gutachterlich ermittelt durch die bulwiengesa AG; Fundamentaldaten & hauseigener Aktien-Scanner (Datenstand 31. März 2026). Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung; Aktien unterliegen Kursrisiken bis zum Totalverlust.

Unser Fazit auf einen Blick

Erfolgsbilanz & Geschäftsmodell positiv
Erprobtes Nischenmodell (günstiger Einkauf kleiner Fachmarktzentren, Buy-and-hold), 2025 ein Rekordjahr (FFO +8 %, Nettoergebnis +22 %, Umsatz +15 %) und die 11. Dividendenerhöhung in Folge — eine von nur elf Firmen in Deutschland mit ≥10 Jahren. Transparente, aktionärsfreundliche Berichterstattung.
Substanz & Bewertung positiv
NAV je Aktie 30,04 € (Vorjahr 27,64 €), gutachterlich unterlegte Verkehrswerte von 352,2 Mio. €; die Aktie notiert mit leichtem Abschlag auf den Substanzwert und rund dem Zwölffachen des FFO — für die lange Wachstumsbilanz moderat.
Verschuldung negativ
Das Wachstum läuft auf Kredit: LTV 57,8 %, rund 200 Mio. € Bankverbindlichkeiten. Deutlich höher als bei großen Wohnungsvermietern — der Hebel verstärkt Rendite wie Risiko und macht die Aktie zinssensibel bei anstehenden Refinanzierungen.
Mieter & Vermietung negativ
Die Insolvenz des Mieters Hammer (drei Standorte) und der toom-Auszug drückten die Vermietungsquote auf 92,9 % — den niedrigsten Wert der Firmengeschichte. Das Grundrisiko des Modells: Abhängigkeit von der Bonität kleiner Einzelhandelsmieter im schwachen Non-Food-Segment.
Ausblick & Handelbarkeit neutral
Für 2026 erstmals nur FFO „auf Vorjahresniveau" (rund 1 Mio. € FFO-Ausfall durch Hammer/B1), Wachstum ab 2027 erwartet. Dazu Micro-Cap-Nachteile: geringe Liquidität im m:access, HGB- statt IFRS-Bilanzierung, kein Scanner-Treffer — man muss den Bericht selbst lesen.

DEFAMA ist ein fähiger, transparenter Nischen-Vermieter (94 Fachmarktzentren, Verkehrswert 352,2 Mio. €) mit einer beeindruckenden Bilanz: 2025 ein Rekordjahr und die 11. Dividendenerhöhung in Folge, NAV je Aktie 30,04 €, Aktie leicht darunter. Dem stehen ein hoher Schuldenhebel (LTV 57,8 %), Mieterausfälle (Hammer-Insolvenz, Vermietungsquote-Rekordtief 92,9 %) und ein erstmals flacher FFO-Ausblick 2026 gegenüber. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Wenn Du die Aktie nicht hast
Solange die im Fazit genannte Frage offen ist, sehen wir keine Grundlage für einen Einstieg.
Wenn Du sie im Depot hast
Unsere Befunde liefern keinen akuten Verkaufsgrund — entscheidend bleiben die genannten Prüfpunkte.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Kategorien bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Deutsche Gesellschaft ohne SEC-Filings: Alle Belegzitate sind deutsche Originale aus dem Geschäftsbericht 2025 (HGB-Konzernabschluss, veröffentlicht Mai 2026, defama.de); die Verkehrswerte des Portfolios wurden gutachterlich durch die bulwiengesa AG per 31.12.2025 ermittelt.
  • DEFAMA bilanziert nach HGB (nicht IFRS) und wird vor allem im Münchner m:access-Segment gehandelt; Handelsvolumen und Streubesitz sind für einen Micro-Cap entsprechend gering. Kurswerte beziehen sich auf den vom Vorstand genannten Jahresschlussstand 2025 (knapp 28 € je Aktie).
  • Bei Immobilien-AGs sind FFO (Ertragskraft), NAV (Substanz) und LTV (Verschuldung) die maßgeblichen Kennzahlen; das Kurs-Gewinn-Verhältnis bildet die operative Realität nur unzureichend ab.

Häufige Fragen

DEFAMA kauft und hält kleine Fachmarkt- und Einkaufszentren in deutschen Klein- und Mittelstädten — Objekte mit Mietern wie Aldi, Netto, Rossmann oder Baumärkten. Ende 2025 waren es 94 Standorte mit 324.310 m² Fläche und einem gutachterlich ermittelten Verkehrswert von 352,2 Mio. €. Das Modell ist Buy-and-hold: günstig kaufen, langfristig vermieten, Miete kassieren.

Mit dem Vorschlag für 2025 (0,63 € je Aktie nach 0,60 €) erhöht DEFAMA die Dividende zum elften Mal in Folge — in jedem Jahr seit Gründung. Laut der Schutzvereinigung DSW ist DEFAMA damit eine von nur elf Firmen in Deutschland mit mindestens zehn Dividendenanhebungen in Serie.

Der Net Asset Value (NAV) je Aktie — alle Immobilien zum Gutachterwert minus Schulden, geteilt durch die Aktienzahl — lag zum 31.12.2025 bei 30,04 € (Vorjahr 27,64 €). Zum Jahresschluss 2025 notierte die Aktie bei knapp 28 € und damit leicht unter dem NAV.

DEFAMA finanziert ihr Wachstum überwiegend über Kredite: Der LTV (auf Darlehen finanzierter Anteil des Immobilienwerts) lag Ende 2025 bei 57,8 %, die Bankschulden bei rund 200 Mio. €. Das ist für DEFAMAs Modell typisch und wird von der hohen Mietrendite getragen, macht die Aktie aber zinssensibel und anfällig für Mieterausfälle.

Durch die Insolvenz des Mieters Hammer und den Auszug von toom fallen rund 1 Mio. € FFO weg. Weil Neuvermietung Zeit braucht (Verhandlungen, Umbau, mietfreie Zeiten), rechnet der Vorstand für 2026 nur mit einem FFO „auf Vorjahresniveau" — dem ersten Jahr ohne Steigerung seit Langem. Ab 2027 soll das Wachstum zurückkehren.

Auf den FFO gerechnet (2,25 € je Aktie) kostet die Aktie bei knapp 28 € rund das Zwölffache — für einen Vermieter mit langer Wachstumsbilanz moderat. Auf den Substanzwert gerechnet (NAV 30,04 €) notiert sie mit einem leichten Abschlag. Die Dividendenrendite liegt bei gut 2 %. Die Investmentthese steht und fällt mit dem künftigen Wachstum von FFO und NAV, nicht mit der laufenden Ausschüttung.

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