Borussia Dortmund: Die Marke wächst, das Kerngeschäft verliert — und die Spielerverkäufe zahlen die Rechnung
460,5 Millionen Euro Umsatz, ein Rekord bei den Werbeerlösen — und trotzdem 21,7 Millionen Euro Konzernverlust im Geschäftsjahr 2025/2026. Rechnet man die Transfergewinne heraus, stand der BVB in jedem der letzten fünf Jahre vor Steuern im Minus. Wir haben Ad-hoc-Mitteilungen, Bilanzpräsentation, Quartalsberichte und den letzten Geschäftsbericht gelesen. Wer diesen Verein liebt und über seine Aktie nachdenkt, sollte das mit dem Taschenrechner tun und nicht mit dem Schal.
Stand heute
Stand: 25. September 2026
- Schlusskurs
- 3,20 € -0,20 %
- Marktkapitalisierung
- 0,4 Mrd. €
- AAQS
- 1/10
Kursentwicklung seit 25. September 2026: +1,1 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 3,00 € bis 3,60 € · Letzter Kurs: 3,20 € (Stand: 25. September 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt einen Denkfehler, der an keiner Börse so zuverlässig auftritt wie bei Fußballaktien. Psychologen nennen ihn die Affinitätsfalle: Wir halten für eine gute Geldanlage, was wir mögen. Wer samstags auf der Südtribüne steht, der berühmten Gelben Wand, kennt jeden Spieler, jede Ablöse, jedes Tor — und hat das Gefühl, das Unternehmen dahinter genauso gut zu kennen. Genau dieses Gefühl ist das Problem. Den Verein kennst du aus dem Stadion. Die Aktiengesellschaft kennst du nur, wenn du ihre Zahlen gelesen hast.
Machen wir einen Deal: Wir lesen gemeinsam, was die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA selbst veröffentlicht hat — die Ad-hoc-Mitteilung und die Präsentation zur Bilanzpressekonferenz vom 21. August 2026 mit den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 (1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026), die Quartalsberichte dieses Geschäftsjahres und den Geschäftsbericht 2024/2025. Ein Hinweis zum Stand: Den testierten Konzern-Jahresfinanzbericht 2025/2026 hat der BVB für den 28. September 2026 angekündigt. Alle Zahlen dieser Fassung zum abgelaufenen Geschäftsjahr sind deshalb die vorläufigen, noch ungeprüften Werte des Unternehmens.
Das Spannungsfeld dieser Analyse lautet: Die Marke Borussia Dortmund wächst — die Werbeerlöse erreichten 2025/2026 mit 157,9 Millionen Euro einen neuen Höchstwert. Das Kerngeschäft aus Spielbetrieb, Fernsehgeld, Sponsoring und Fanartikeln deckt seine Kosten aber nicht: Ohne Transfergewinne hätte der Konzern vor Steuern in jedem der letzten fünf Geschäftsjahre Verlust geschrieben. Was das für dich als Aktionär bedeutet, klären wir Schritt für Schritt.
Was Borussia Dortmund eigentlich verkauft — und warum der Rasen die Bilanz schreibt
Borussia Dortmund ist seit dem 31. Oktober 2000 an der Börse und nach eigenen Angaben bis heute der einzige börsennotierte Bundesligist. Die Aktie notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel BVB (ISIN DE0005493092). Im Konzern arbeiteten im Geschäftsjahr 2024/2025 durchschnittlich 1.057 Menschen, davon 227 in der sportlichen Abteilung. Verkauft wird nicht ein Produkt, sondern ein Erlebnis — in fünf Erlösarten. 2025/2026 kamen laut Bilanzpräsentation vom 21. August 2026 zusammen:
- TV-Vermarktung: 168,4 Millionen Euro — Fernsehgeld aus Bundesliga, DFB-Pokal und vor allem den UEFA-Wettbewerben.
- Werbung: 157,9 Millionen Euro — Trikot, Stadionname, Sponsoren und Hospitality.
- Spielbetrieb: 50,3 Millionen Euro — Eintrittskarten und Dauerkarten.
- Conference, Catering, Sonstige: 45,1 Millionen Euro.
- Merchandising: 38,7 Millionen Euro — Trikots, Schals, Fanartikel.
Dazu kommt eine sechste Quelle, die nicht im Umsatz steht, sondern darunter: das Ergebnis aus Transfergeschäften. Verkauft der BVB einen Spieler, fließt die Ablöse abzüglich des Restbuchwerts und der Transferkosten als eigener Ertrag in die Gewinn- und Verlustrechnung. 2025/2026 waren das 59,3 Millionen Euro, laut Pressemitteilung des Vereins unter anderem durch den Wechsel von Jamie Gittens zum FC Chelsea.
Ein Bild hilft beim Verständnis der Bilanz: Spieler sind für einen Fußballklub, was Maschinen für einen Industriebetrieb sind. Wer einen Spieler kauft, bucht die Ablöse als immateriellen Vermögenswert und schreibt sie über die Vertragslaufzeit ab — wie eine Maschine über ihre Nutzungsdauer. Zum 30. Juni 2026 standen immaterielle Vermögenswerte von 186,7 Millionen Euro in der Konzernbilanz, nach 241,2 Millionen ein Jahr zuvor. Merksatz für den Rest dieser Analyse: Beim BVB ist der Kader zugleich die Mannschaft, die Maschine und das Lager, aus dem verkauft wird.
Eine Besonderheit gehört an den Anfang, weil sie später wichtig wird: Borussia Dortmund ist keine gewöhnliche Aktiengesellschaft, sondern eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Die Geschäfte führt nicht ein Vorstand, sondern die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH — und deren einziger Gesellschafter ist der Verein, der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund. Dazu mehr in der vierten unbequemen Wahrheit.
Die Firmengeschichte für Anleger
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2000
Börsengang am 31. Oktober
Borussia Dortmund wird der erste und bis heute einzige börsennotierte Bundesligist — als KGaA, in der der Verein über die Geschäftsführungs-GmbH die Führung behält.
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2025
Rekordumsatz und Rückkehr der Dividende
Im Geschäftsjahr 2024/2025 erreicht der Umsatz 526,0 Mio. €, der Konzern verdient 6,5 Mio. € und zahlt erneut 6 Cent Dividende je Aktie.
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2025
November: Watzke geht, Cramer wird Sprecher
Hans-Joachim Watzke verlässt die Geschäftsführung; Carsten Cramer übernimmt als Sprecher, Svenja Schlenker kommt für das Personal hinzu.
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2026
Februar: Play-off-Aus und Prognosesenkung
Nach dem Aus in den Champions-League-Play-offs senkt der BVB die Prognose auf −12 bis −22 Mio. € — ein Spiel verschiebt das Jahresergebnis um bis zu 27 Mio. €.
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2026
März: Neuer Sportdirektor
Sebastian Kehl geht, Ole Book übernimmt am 25. März — der Kader bleibt der größte Werttreiber und das größte Risiko in der Bilanz.
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2026
August: 21,7 Mio. € Verlust, keine Dividende
Vorläufige Zahlen für 2025/2026: Umsatz 460,5 Mio. €, Kasse 3,7 Mio. €, Prognose 2026/2027 von 0 bis 10 Mio. € Gewinn. Geske und Cramer kaufen danach Aktien.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Über einen Umweg aus Amerika. Ende September 2026 tauchte in der Rangliste der meistdiskutierten Werte bei wallstreet-online das Kürzel BORUF auf. Dahinter steckt keine eigene Gesellschaft: BORUF ist nur ein außerbörsliches US-Handelssymbol für dieselbe Dortmunder Aktie. In der Tickerliste der US-Börsenaufsicht SEC steht es nicht, und einen bei der SEC berichtenden Emittenten namens Borussia Dortmund gibt es nicht (geprüft am 27. September 2026). Maßgeblich sind deshalb die Notierung in Frankfurt und die Berichte des Unternehmens selbst. Dieselbe Konstellation — deutscher Emittent, US-Zweitsymbol ohne eigene Berichtspflicht — hatten wir schon bei Verbio.
Eine Forums-Rangliste ist ein Aufmerksamkeitssignal und ausdrücklich kein Kaufargument: Eine Aktie wird besprochen, weil sie jemanden interessiert, nicht weil sie gut ist. In den Strategien unseres hauseigenen Aktien-Scanners tauchte der BVB zum 27. September 2026 nicht als Treffer auf. Zwei Kennzahlen, die die Aktienseite zeigt, sind trotzdem einen Satz wert: der Piotroski-Wert, ein Neun-Punkte-Test für die Gesundheit der Bücher, lag bei 7 von 9 — solide, aber keine Bestnote —, und das Altman-Z″, ein Frühwarnsystem für Insolvenzgefahr, bei 3,04 und damit in der sicheren Zone ab 2,6. Beide Werte rechnet unser System aus den Fundamentaldaten; sie sagen, dass die Bilanz keine Alarmglocke läutet. Über die Frage, wie der BVB sein Geld verdient, sagen sie nichts.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Zuerst das, was wirklich beeindruckt. Der Konzernumsatz stieg von 351,6 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2021/2022 auf 418,2 Millionen (2022/2023), 509,1 Millionen (2023/2024) und den Rekord von 526,0 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/2025. Die Werbeerlöse wuchsen auch im schwachen Jahr 2025/2026 weiter, von 153,6 auf 157,9 Millionen Euro — während die Mannschaft früh aus der Champions League flog. Das ist die eigentliche Stärke dieses Unternehmens: Sponsoren zahlen für die Marke, nicht nur für den Tabellenplatz. Laut Geschäftsbericht 2024/2025 sind die wichtigsten Partner langfristig gebunden, die SIGNAL IDUNA Gruppe bis 2031, Ausrüster PUMA bis 2034 und Vodafone bis 2030.
Auch die Bilanz trägt. Zum 30. Juni 2026 stand ein Eigenkapital von 298,7 Millionen Euro einer Bilanzsumme von 580,0 Millionen gegenüber — eine Eigenkapitalquote von 51,5 Prozent. Die Finanzverbindlichkeiten lagen bei zusammen 28,5 Millionen Euro, dazu 11,2 Millionen Euro aus Leasing. Finanzchef Thomas Treß fasste es bei der Bilanzpressekonferenz so zusammen: „Der Jahresfehlbeitrag von über 20 Millionen Euro ist für uns nicht zufriedenstellend. Gleichzeitig liegt unser Eigenkapital weiterhin bei rund 300 Mio. EUR, die Eigenkapitalquote übersteigt 50 Prozent, neue Finanzschulden wurden nicht aufgenommen sowie keine Kontokorrentkreditlinien in Anspruch genommen.“
Und dann das Geschäftsjahr 2025/2026 selbst. Der Umsatz fiel um 65,6 Millionen auf 460,5 Millionen Euro, das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 115,9 auf 92,2 Millionen, das Ergebnis vor Steuern auf minus 20,3 Millionen. Unter dem Strich stand ein Konzernverlust von 21,7 Millionen Euro nach einem Gewinn von 6,5 Millionen im Vorjahr. Fair ist auch die Gegenrechnung auf der Kostenseite: Der Personalaufwand sank um 8,4 auf 259,9 Millionen Euro, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 16,9 auf 145,4 Millionen. Gespart wurde also — es reichte nur nicht.
Wer die fünf Jahre zusammenzählt, sieht das eigentliche Bild: Von 2021/2022 bis 2025/2026 summieren sich die Konzernergebnisse (minus 31,9, plus 9,6, plus 44,3, plus 6,5 und minus 21,7 Millionen Euro) auf gerade einmal 6,7 Millionen Euro. Der freie Mittelzufluss — das Geld, das nach allen Investitionen, auch in Spieler, übrig bleibt — lag in derselben Zeit zusammen bei minus 24,3 Millionen Euro. Fünf Jahre Umsatzwachstum von 31 Prozent haben dem Aktionär also unter dem Strich fast nichts übrig gelassen.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Ohne Spielerverkäufe fünfmal rote Zahlen
Die wichtigste Zahl dieser Analyse steht in keiner Pressemitteilung, man muss sie selbst ausrechnen. Zieht man vom Ergebnis vor Steuern das Ergebnis aus Transfergeschäften ab, bleibt übrig, was das laufende Geschäft allein erwirtschaftet hat. 2025/2026 waren das minus 79,6 Millionen Euro (minus 20,3 Millionen Ergebnis vor Steuern, davon 59,3 Millionen aus Transfers). Und das ist kein Ausreißer: In jedem der fünf Geschäftsjahre seit 2021/2022 war diese Rechnung negativ, zwischen minus 28,3 und minus 93,1 Millionen Euro. Zusammen brachten die Transfers in diesen fünf Jahren 330,4 Millionen Euro Ergebnis — 62,9, 72,5, 97,9, 37,8 und 59,3 Millionen Euro.
Eine Einschränkung gehört dazu, sonst wäre die Rechnung unfair: Ohne Verkäufe sähe auch die Kostenseite anders aus, und ein gut verkaufter Spieler ist das Ergebnis guter Arbeit im Scouting. Transfers sind bei einem Fußballklub kein Zufall, sondern Teil des Geschäfts. Aber sie sind ein Teil, den der Verein nicht planen kann wie ein Sponsoringvertrag — und einer, der mit dem Sport in Konflikt geraten kann. Der Geschäftsbericht 2024/2025 sagt das selbst in erstaunlicher Offenheit:
„Ferner kann aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus auch ein Spielerverkauf erfolgen, der allein nach sportlichen Kriterien unterblieben wäre.“
— Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Geschäftsbericht 2024/2025, Zusammengefasster Lagebericht, Seite 47
Übersetzt heißt das: Der Aktionär ist beim BVB immer auch Gläubiger eines Transfermarkts. Die neue Geschäftsführung weiß das. Carsten Cramer, seit November 2025 Sprecher der Geschäftsführung, sagte bei der Bilanzpressekonferenz, man habe die Saison genutzt, um „an unseren strukturellen Defiziten zu arbeiten“ und den BVB „noch unabhängiger von Transferaktivitäten“ aufzustellen. Das ist das richtige Ziel. Woran es sich messen lässt, zeigt der größte Kostenblock: Der Personalaufwand entsprach 2025/2026 mit 259,9 Millionen Euro rund 56 Prozent des Umsatzes. Bewiesen ist die Wende erst, wenn diese Quote sinkt und die rote Säule im Diagramm oben schrumpft.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Ein Abend im Februar kostete die Prognose
Wie empfindlich dieses Geschäftsmodell ist, zeigt der 25. Februar 2026. An diesem Abend schied Borussia Dortmund in den Play-offs der Champions League aus, laut Pressemitteilung des Vereins gegen Atalanta Bergamo. Am nächsten Morgen folgte die Pflichtmitteilung an den Kapitalmarkt:
„Nach dem Ausscheiden aus den Play-Offs der UEFA-Champions League am gestrigen Abend und dem damit erfolgten Wegfall der geplanten Ergebnispotentiale aus diesem Wettbewerb ändert Borussia Dortmund seine mit dem Konzernlagebericht zum 30.06.2025 veröffentlichte Ergebnisprognose nunmehr auf einen Konzernjahresfehlbetrag zwischen TEUR -12.000 bis TEUR -22.000 (bisher TEUR -5.000 bis 5.000 TEUR).“
— Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Ad-hoc-Mitteilung vom 26. Februar 2026
Am Ende landete der Verlust mit 21,7 Millionen Euro fast am unteren Rand dieser Spanne. Wo das Geld fehlte, zeigt die Aufteilung nach Erlösarten: Die TV-Vermarktung brach um 58,8 Millionen auf 168,4 Millionen Euro ein. Die Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026 nennt als Gründe das verpasste Achtelfinale — im Vorjahr hatte der BVB das Viertelfinale erreicht — und „stichtagsbedingt geringere Einnahmen“ aus der Klub-Weltmeisterschaft 2025, deren Erlöse zum Teil noch ins Vorjahr gefallen waren. Allein die Werbung legte zu.
Besonders deutlich wird die Abhängigkeit im letzten Quartal. Nach neun Monaten stand laut Quartalsmitteilung noch ein Konzerngewinn von 5,9 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr meldete der BVB minus 21,7 Millionen — im Schlussquartal von April bis Juni 2026 entstand also rechnerisch ein Verlust von 27,6 Millionen Euro. Das EBITDA dieses Quartals war mit rechnerisch minus 1,9 Millionen negativ, der Umsatz von April bis Juni sank von rechnerisch 132,7 auf 89,1 Millionen Euro. Ein Grund liegt im Kalender: Die Klub-Weltmeisterschaft lief vom 15. Juni bis 13. Juli 2025, und laut Geschäftsbericht 2024/2025 verbuchte der BVB noch im alten Geschäftsjahr 33,9 Millionen Euro Einnahmen daraus — also im Schlussquartal des Vorjahres. Ein vergleichbares Klubturnier gab es im Juni 2026 nicht.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: 3,7 Millionen Euro Kasse und keine Dividende
Die Bilanz ist solide — die Kasse ist es nicht im gleichen Maße. Zum 30. Juni 2026 wies die Bilanzpräsentation Zahlungsmittel von 3,7 Millionen Euro aus, nach 20,6 Millionen ein Jahr zuvor. Für einen Konzern mit 460 Millionen Euro Umsatz und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 86,5 Millionen Euro ist das sehr wenig. Die Reserve dahinter ist eine Kreditlinie: Laut Quartalsmitteilung zum 31. März 2026 steht ein Kontokorrentrahmen von 75 Millionen Euro zur Verfügung, den der BVB zum Jahresende nach Aussage von Thomas Treß nicht in Anspruch genommen hatte.
Die Kapitalflussrechnung zeigt, woher das kommt. Aus dem laufenden Geschäft flossen 2025/2026 zwar 63,9 Millionen Euro zu. Für neue Spieler und andere immaterielle Vermögenswerte gingen aber 114,3 Millionen hinaus, aus Transfers kamen netto 60,0 Millionen herein, in Sachanlagen flossen 11,8 Millionen. Der freie Mittelzufluss lag damit rechnerisch bei minus 2,3 Millionen Euro. Dazu kamen 6,6 Millionen Euro Dividende für das Vorjahr und 5,1 Millionen Tilgung. Mit anderen Worten: Der BVB hat im abgelaufenen Jahr fast genau so viel in seinen Kader gesteckt, wie das Geschäft und die Verkäufe zusammen hereinbrachten — für den Aktionär blieb nichts.
Das hat Folgen für die Dividende. Ein Jahr zuvor hatte die Geschäftsführung im Grußwort des Geschäftsberichts noch geschrieben, man plane, „eine Dividendenkontinuität aufrecht zu erhalten“. Die Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026 sagt nun:
„Aufgrund des Jahresfehlbetrags kann der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025/2026 keine Dividendenausschüttung vorgeschlagen werden.“
— Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026
Fairerweise: Die Dividendenpolitik im Geschäftsbericht 2024/2025 stellt die Ausschüttung ausdrücklich unter die Bedingung, dass ein Bilanzgewinn erzielt wird. Gebrochen ist also kein Versprechen. Aber wer die Aktie wegen der 6 Cent je Aktie gekauft hat, die für 2023/2024 und 2024/2025 flossen, sollte wissen, wie schnell diese Kette reißt: ein verlorenes Play-off-Spiel genügte.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Aktionäre wählen den Aufsichtsrat — die Geschäftsführung bestimmt der Verein
Bei einer normalen Aktiengesellschaft wählen die Aktionäre den Aufsichtsrat, und der Aufsichtsrat bestellt und entlässt den Vorstand. Beim BVB ist diese Kette unterbrochen. Die Erklärung zur Unternehmensführung vom Juli 2026 beschreibt es so:
„Die Rechte und Pflichten des von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsrates der KGaA sind eingeschränkt. Ihm fehlt insbesondere die Zuständigkeit zur Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern bei der Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH sowie zur Regelung ihrer vertraglichen Bedingungen.“
— Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Erklärung zur Unternehmensführung 2026, Seite 15
Wer entscheidet dann? Laut derselben Erklärung die Gremien der Geschäftsführungs-GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund ist. Der Verein hielt laut Geschäftsbericht 2024/2025 zum 30. Juni 2025 nur 5,45 Prozent der Aktien — bestimmt aber die Führung. Ein Alltagsbild: Du kannst dir eine Dauerkarte für die Aktie kaufen, aber keine Stimme bei der Trainerwahl. Wie das in der Praxis aussieht, zeigte der November 2025: Nach dem Ausscheiden von Hans-Joachim Watzke aus der Geschäftsführung entschied laut Ad-hoc-Mitteilung vom 26. November 2025 der Präsidialausschuss des Beirats der Geschäftsführungs-GmbH, dass Carsten Cramer Sprecher wird und Svenja Schlenker in die Geschäftsführung eintritt — die Hauptversammlung war daran nicht beteiligt.
Das ist offengelegt, gesetzlich zulässig und im deutschen Profifußball mit seiner 50+1-Regel üblich. Es bedeutet aber zweierlei: Eine Übernahme gegen den Willen des Vereins ist praktisch ausgeschlossen, und wenn Sport und Rendite gegeneinanderstehen, entscheidet am Ende nicht die Hauptversammlung. Größte Einzelaktionäre waren zum 30. Juni 2025 Bernd Geske (8,30 Prozent), Evonik (8,20), SIGNAL IDUNA (5,98), der Verein (5,45), PUMA (5,32) und die Ralph Dommermuth Beteiligungen GmbH (5,03); 61,72 Prozent lagen im Streubesitz. Geske, Mitglied des Aufsichtsrats, kaufte am 24. August 2026 laut Pflichtmitteilung weitere Aktien für 191.400 Euro zu 3,19 Euro, Carsten Cramer am 21. und 24. August 2026 für zusammen 50.867,99 Euro.
Bewertung — die Größenordnung
Am 25. September 2026 schloss die Aktie auf Xetra bei 3,165 Euro. Mal 110.377.320 ausstehende Aktien (110.396.220 abzüglich 18.900 eigener Aktien) ergibt das einen Börsenwert von rund 349 Millionen Euro. Gemessen am Eigenkapital von 298,7 Millionen Euro zum 30. Juni 2026 ist das rund das 1,2-Fache des Buchwerts, gemessen am Umsatz rund das 0,8-Fache.
Das EBITDA taugt beim BVB als Bewertungsmaßstab nur eingeschränkt, und das sollte man wissen, bevor man eine Kennzahl zitiert. Rechnet man Finanz- und Leasingschulden hinzu und die Kasse ab, liegt der Unternehmenswert bei rund 385 Millionen Euro — das 4,2-Fache des EBITDA von 92,2 Millionen. Klingt billig. Doch in diesen 92,2 Millionen stecken 59,3 Millionen Transferergebnis, und die Spielerkäufe tauchen im EBITDA gar nicht auf, weil sie als Abschreibungen gebucht werden. Ohne Transfers bleiben 32,9 Millionen EBITDA, das 11,7-Fache. Für 2026/2027 erwartet der BVB ein Konzernergebnis von 0 bis 10 Millionen Euro; in der Mitte der Spanne entspräche das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 70.
Der Verein selbst sieht das anders. In einer Corporate News vom 2. Juni 2026 verwies er auf die Forbes-Liste der wertvollsten Fußballklubs, die den BVB mit 2,2 Milliarden US-Dollar auf Platz 13 führt, und schrieb: „Dies zeigt einmal mehr, dass die BVB-Aktie gemessen an ihrer aktuellen Marktkapitalisierung deutlich unterbewertet ist.“ Das ist eine Einschätzung des Unternehmens über die eigene Aktie — und eine Forbes-Schätzung ist kein Preis, den ein unabhängiger Käufer tatsächlich zahlt. Solange der Verein über die Geschäftsführung bestimmt und eine Übernahme praktisch ausgeschlossen ist, bekommt der Aktionär von einem solchen Markenwert nur, was als Gewinn und Dividende ankommt. Die Analysten von NuWays bestätigten am 25. August 2026 ihr Kaufurteil mit einem Kursziel von 5,00 Euro; nach ihrer Darstellung unterstellt die Planung des Vereins für 2026/2027 unter anderem das Erreichen des Achtelfinales in der Champions League. Wer sich fragt, wie ein Sportartikelkonzern mit denselben Stadien und Trikots Geld verdient, findet den Vergleich in unserer adidas-Analyse.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Borussia Dortmund spricht
- Die Marke trägt: Die Werbeerlöse stiegen 2025/2026 trotz frühem Champions-League-Aus auf 157,9 Millionen Euro; die großen Partner sind bis 2030, 2031 und 2034 gebunden.
- Die Bilanz ist gesund: Eigenkapital 298,7 Millionen Euro, Eigenkapitalquote 51,5 Prozent, Finanzschulden 28,5 Millionen Euro (30.06.2026); ein Kontokorrentrahmen von 75 Millionen Euro war nicht gezogen.
- Die Kosten sinken: Personalaufwand minus 8,4 Millionen, sonstige Aufwendungen minus 16,9 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/2026.
- Der sportliche Hebel ist groß: Laut Pressemitteilung beendete die Mannschaft die Bundesliga-Saison 2025/2026 als Vizemeister; für 2026/2027 plant der BVB 485 bis 495 Millionen Euro Umsatz und 0 bis 10 Millionen Euro Konzernergebnis.
- Insider kaufen: Aufsichtsrat Bernd Geske und Geschäftsführer Carsten Cramer erwarben nach den Jahreszahlen im August 2026 Aktien für zusammen rund 242.000 Euro.
Was dagegen spricht
- Ohne Transferergebnis stand das Ergebnis vor Steuern in jedem der fünf Jahre von 2021/22 bis 2025/26 im Minus, 2025/2026 mit 79,6 Millionen Euro.
- Ein einzelnes Spiel kann die Prognose kippen, wie am 26. Februar 2026; auch die Prognose 2026/2027 steht laut Ad-hoc-Mitteilung unter dem Vorbehalt des sportlichen Erfolgs und der Transferaktivitäten.
- Die Kasse ist dünn: 3,7 Millionen Euro Zahlungsmittel zum 30. Juni 2026, freier Mittelzufluss über fünf Jahre zusammen minus 24,3 Millionen Euro.
- Für 2025/2026 gibt es keine Dividende; der Einzelabschluss der KGaA zeigt 17,1 Millionen Euro Fehlbetrag.
- Die Aktionäre haben keinen Einfluss auf die Besetzung der Geschäftsführung — sie liegt beim Verein, der 5,45 Prozent der Aktien hält (30.06.2025).
- Die Jahreszahlen 2025/2026 sind noch vorläufig; der testierte Bericht ist für den 28. September 2026 angekündigt.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Affinitätsfalle vom Anfang. Es ist leicht, den BVB zu mögen, und es ist nichts falsch daran. Falsch wird es erst, wenn das Gefühl die Rechnung ersetzt. Die Rechnung sagt: Borussia Dortmund ist eine starke Marke mit einer soliden Bilanz, deren laufendes Geschäft seit Jahren nicht ohne Spielerverkäufe auskommt. In fünf Jahren blieben dem Aktionär 6,7 Millionen Euro Konzerngewinn und ein negativer freier Mittelzufluss — bei einem Umsatz, der zugleich um fast ein Drittel wuchs.
Das macht die Aktie nicht zu einem schlechten Papier. Die neue Geschäftsführung hat die Kosten gesenkt, spricht offen von „strukturellen Defiziten“ und will unabhängiger von Transfers werden. Ob das gelingt, lässt sich messen: an der roten Säule im Diagramm, an der Kasse und am Ergebnis der Champions-League-Saison 2026/2027. Die nächsten Termine sind der testierte Geschäftsbericht am 28. September 2026, die Quartalsmitteilung am 12. November und die Hauptversammlung am 23. November 2026.
Wenn du die Aktie kaufst, dann bitte als Aktionär und nicht als Fan — die Gelbe Wand bleibt auch dann dein Platz, wenn du die Aktie nicht besitzt. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- Borussia Dortmund, Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026 — vorläufige Zahlen Geschäftsjahr 2025/2026, keine Dividende, Prognose 2026/2027
- Borussia Dortmund, Präsentation zur Bilanzpressekonferenz vom 21. August 2026 — Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Erlösarten, Transferergebnis, Konzernbilanz 30.06.2026, Kapitalflussrechnung, Prognose
- bvb.de, Pressemitteilung zur Bilanzpressekonferenz vom 21. August 2026 — Aussagen von Carsten Cramer und Thomas Treß
- Borussia Dortmund, Quartalsmitteilung Q1–Q3 2025/2026 (Stichtag 31. März 2026) — Liquiditätsanalyse, Kontokorrentrahmen
- Borussia Dortmund, Halbjahresfinanzbericht 2025/2026
- Borussia Dortmund, Ad-hoc-Mitteilung vom 26. Februar 2026 — Prognoseänderung
- Borussia Dortmund, Geschäftsbericht 2024/2025 — Kennzahlen, Grußwort, Aktionärsstruktur, Risikobericht, Dividendenpolitik, Konzernanhang
- Borussia Dortmund, Geschäftsbericht 2022/2023 — Konzernzahlen 2021/2022 und 2022/2023
- Borussia Dortmund, Erklärung zur Unternehmensführung 2026 — Rechtsform KGaA, Rechte des Aufsichtsrats
- Borussia Dortmund, Corporate News vom 2. Juni 2026 — Forbes-Bewertung
- Eigengeschäfte von Führungskräften vom 26. August 2026 — Bernd Geske; ebenso zwei Meldungen zu Carsten Cramer vom selben Tag
- NuWays AG, Research-Update vom 25. August 2026 — Kaufurteil, Kursziel 5,00 Euro, Annahmen der Planung 2026/2027
- Kurs vom 25. September 2026 und Kennzahlen der Aktienseite: Fundamentaldaten
Journalistische Einordnung, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien können einen Totalverlust bedeuten. Alle Zahlen stammen aus den oben verlinkten Originaldokumenten und sind mit ihrem jeweiligen Stichtag genannt; die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/2026 sind vorläufig und ungeprüft. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen €, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 351,6 | 418,2 | 509,1 | 573,8 | 460,5 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -26,0 | 16,9 | 45,9 | 278,2 | -56,2 |
| Nettogewinn | -31,9 | 9,6 | 44,3 | 6,5 | -21,7 |
| Nettomarge | -9,1 % | 2,3 % | 8,7 % | 1,1 % | -4,7 % |
| Gewinn je Aktie | -0,30 € | 0,09 € | 0,40 € | 0,06 € | -0,20 € |
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Unser Fazit auf einen Blick
- Marke und Sponsoring positiv
- Werbeerlöse 157,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2025/2026 (Vorjahr 153,6) trotz frühem Champions-League-Aus; SIGNAL IDUNA bis 2031, PUMA bis 2034, Vodafone bis 2030 gebunden (Geschäftsbericht 2024/2025).
- Bilanz positiv
- Eigenkapital 298,7 Mio. €, Eigenkapitalquote 51,5 %, Finanzverbindlichkeiten 28,5 Mio. € zum 30.06.2026; Kontokorrentrahmen von 75 Mio. € laut Unternehmen nicht gezogen.
- Abhängigkeit von Transfers negativ
- Ergebnis vor Steuern ohne Transferergebnis in allen fünf Geschäftsjahren 2021/22–2025/26 negativ, 2025/26 bei −79,6 Mio. €; die Transfers brachten in dieser Zeit zusammen 330,4 Mio. €.
- Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg negativ
- Nach dem Play-off-Aus am 25.02.2026 senkte der BVB die Prognose von −5/+5 auf −12 bis −22 Mio. €; TV-Erlöse −58,8 Mio. €, Konzernergebnis −21,7 Mio. € (vorläufig).
- Liquidität und Ausschüttung neutral
- Zahlungsmittel 3,7 Mio. € zum 30.06.2026, freier Mittelzufluss −2,3 Mio. € (2025/26) und über fünf Jahre −24,3 Mio. €; keine Dividende für 2025/26.
- Governance neutral
- KGaA: Die Geschäftsführung bestimmt der Verein als Alleingesellschafter der Komplementär-GmbH; der Aufsichtsrat kann Geschäftsführer weder bestellen noch abberufen (Erklärung zur Unternehmensführung 2026). Offengelegt und zulässig, begrenzt aber den Einfluss der Aktionäre.
Borussia Dortmund ist eine starke Marke mit solider Bilanz, deren laufendes Geschäft seit Jahren nicht ohne Spielerverkäufe auskommt: Ohne Transferergebnis stand das Ergebnis vor Steuern in allen fünf Geschäftsjahren seit 2021/22 im Minus, 2025/26 bei −79,6 Mio. €. Ein Play-off-Aus genügte, um aus einer schwarzen Null einen Verlust von 21,7 Mio. € zu machen. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb steht hier nicht für ein Substanzrisiko — die Eigenkapitalquote liegt über 50 Prozent, die Finanzschulden sind gering, und eine Kreditlinie von 75 Millionen Euro war ungenutzt. Offen ist die wesentliche operative Frage, ob das Geschäft ohne Transfergewinne tragen kann: Das Ergebnis vor Steuern ohne Transfers war in allen fünf Jahren negativ, und das Jahresergebnis hängt am Abschneiden in der Champions League, wie die Prognosesenkung vom Februar 2026 zeigt. Die dünne Kasse von 3,7 Millionen Euro und die fehlende Dividende passen in dieses Bild. Die KGaA-Struktur ist ein Governance-Merkmal, kein Bruch. Die Entscheidung liegt bei dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Fassung vom 27. September 2026 auf Basis der vorläufigen, ungeprüften Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/2026 (Ad-hoc-Mitteilung und Bilanzpräsentation vom 21. August 2026). Der testierte Konzern-Jahresfinanzbericht ist für den 28. September 2026 angekündigt und lag bei Redaktionsschluss nicht vor.
- Aufhänger war das US-Zweitsymbol BORUF in der Rangliste der meistdiskutierten Werte bei wallstreet-online — ein Aufmerksamkeitssignal, keine Datenquelle. Borussia Dortmund berichtet nicht an die US-Börsenaufsicht SEC; alle Belege stammen aus den Berichten und Pflichtmitteilungen des Unternehmens.
- Selbst gerechnet: Ergebnis vor Steuern ohne Transferergebnis (Ergebnis vor Steuern minus Ergebnis aus Transfergeschäften), freier Mittelzufluss 2025/2026 (operativer Cashflow minus Cashflow aus Investitionstätigkeit), Quartalswerte April bis Juni 2026 (Gesamtjahr minus neun Monate) und Börsenwert (ausstehende Aktien mal Schlusskurs vom 25. September 2026).
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 27. September 2026. Was sich seitdem bei BVB.DE geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Häufige Fragen
Laut vorläufigen Zahlen vom 21. August 2026 erzielte der BVB im Geschäftsjahr 2025/2026 (1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026) einen Konzernverlust von 21,7 Millionen Euro nach 6,5 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr. Der Umsatz sank von 526,0 auf 460,5 Millionen Euro, vor allem wegen geringerer Fernsehgelder nach dem frühen Aus in der Champions League.
Nein. Laut Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026 weist der handelsrechtliche Einzelabschluss der KGaA einen Jahresfehlbetrag von 17,1 Millionen Euro aus; deshalb kann der Hauptversammlung am 23. November 2026 keine Dividende vorgeschlagen werden. Für 2023/2024 und 2024/2025 waren jeweils 6 Cent je Aktie gezahlt worden.
Entscheidend. Das Ergebnis aus Transfergeschäften lag 2025/2026 bei 59,3 Millionen Euro, unter anderem durch den Wechsel von Jamie Gittens zum FC Chelsea. Ohne diese Erträge hätte das Ergebnis vor Steuern bei minus 79,6 Millionen Euro gelegen. Rechnerisch war das laufende Geschäft ohne Transfers in allen fünf Jahren seit 2021/2022 vor Steuern im Minus.
BORUF ist ein außerbörsliches US-Handelssymbol für die Aktie der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Es begründet keine eigene Berichtspflicht; bei der US-Börsenaufsicht SEC gibt es keinen Emittenten Borussia Dortmund. Die Hauptnotierung ist Xetra und Frankfurt unter dem Kürzel BVB, ISIN DE0005493092; maßgeblich sind die Berichte des Unternehmens.
Die Geschäfte der KGaA führt die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund ist. Der von den Aktionären gewählte Aufsichtsrat kann die Geschäftsführer weder bestellen noch abberufen. Der Verein hielt zum 30. Juni 2025 selbst nur 5,45 Prozent der Aktien, der Streubesitz lag bei 61,72 Prozent.
Der BVB plant für das Geschäftsjahr 2026/2027 einen Konzernumsatz von 485 bis 495 Millionen Euro und ein Konzernergebnis von 0 bis 10 Millionen Euro. Laut Ad-hoc-Mitteilung vom 21. August 2026 kann sich die Prognose durch Transfers und Abweichungen beim sportlichen Erfolg ändern.
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