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AngloGold Ashanti-Aktie: Der Rekordgewinn kommt fast komplett aus dem Goldpreis

AngloGold Ashanti-Aktie: Der Rekordgewinn kommt fast komplett aus dem Goldpreis

AngloGold Ashanti hat mehr Geld in der Kasse als Schulden, verdient so viel wie nie und kostet das 11,7-Fache seines Zwölfmonatsgewinns. Wir haben Jahresbericht und Quartalsbericht gelesen und nachgerechnet, woher dieser Gewinn kommt: Die Fördermenge steht seit drei Jahren praktisch still, die Kosten je Unze steigen — gestiegen ist der erzielte Goldpreis, von 1.928 US-Dollar je Unze im Jahr 2023 auf 4.863 im ersten Quartal 2026. Fällt er auf seinen Dreijahresschnitt zurück, wird aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 rechnerisch eines um 38.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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AngloGold Ashanti-Aktie: Der Rekordgewinn kommt fast komplett aus dem Goldpreis
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (20-F/6-K)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Stell dir zwei Betriebe vor. Der eine ist eine Fabrik: Läuft es gut, stellt er eine zweite Schicht ein und produziert mehr. Der andere ist eine Speisekammer. Läuft es gut, nimmt er mehr heraus — aber es kommt nichts nach. Was einmal draußen ist, ist für immer draußen. Ein Bergwerk ist die Speisekammer.

Diesen Unterschied muss man im Kopf haben, wenn man AngloGold Ashanti (NYSE: AU) durchrechnet, einen Goldkonzern mit zehn Minen auf drei Kontinenten und 3,09 Millionen Unzen Jahresförderung. Die Zahlen sind glänzend: mehr Geld in der Kasse als Schulden, ein freier Mittelzufluss von 2,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, eine Eigenkapitalrendite von 43 Prozent — und trotzdem kostet die Aktie nur das 11,7-Fache ihres Zwölfmonatsgewinns. Deshalb machen wir hier keinen Rundgang durch schöne Kennzahlen, sondern beantworten eine einzige Frage: Woher kommt dieser Gewinn — und was bleibt von ihm, wenn der Goldpreis wieder zurückkommt?

Damit du weißt, worauf wir hinauswollen, hier gleich das Spannungsfeld dieser Analyse. Die Bilanz von AngloGold Ashanti ist stark und bleibt stark. Der Gewinn, auf den das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis gerechnet wird, ist es nicht: Die Fördermenge steht seit drei Jahren praktisch still, die Kosten je Unze steigen — gestiegen ist nur der Goldpreis. Merk dir diesen Satz: Man kauft hier keine billige Aktie, sondern einen soliden Bergbaukonzern zu einem Preis, den der Goldmarkt gemacht hat.

Was AngloGold Ashanti eigentlich macht

Das Geschäft ist so einfach wie schwer: Gestein aus dem Boden holen, zermahlen, das Gold herauslösen, es verkaufen. Verkauft wird zum Weltmarktpreis — ein Goldproduzent hat keine Preismacht, kein Markenversprechen, keine Stammkundschaft. Was er beeinflussen kann, sind seine Kosten je Unze und die Frage, wie lange sein Vorrat noch reicht. Alles andere macht der Markt.

Der Konzern betreibt zehn Minen auf drei Kontinenten. In Afrika sind das Sukari in Ägypten, Obuasi und Iduapriem in Ghana, Siguiri in Guinea und Geita in Tansania, dazu die nicht selbst geführte Beteiligung an Kibali in der DR Kongo. In Australien sind es Sunrise Dam und Tropicana, in Amerika Cuiabá in Brasilien und Cerro Vanguardia in Argentinien. Dazu kommen Projekte in Nevada und Kolumbien. Von den 3,09 Millionen Unzen des Jahres 2025 stammten 1,75 Millionen aus den geführten Minen in Afrika und weitere 0,30 Millionen aus Kibali — zusammen rund zwei Drittel der gesamten Förderung. Diese Landkarte ist später wichtig.

Drei Dinge sollte man über die Rechtsform wissen, weil sie die Berichte prägen. Erstens: Die Gesellschaft heißt seit September 2023 AngloGold Ashanti plc, ist in England und Wales eingetragen (Registernummer 14654651), hat ihren juristischen Sitz in London und ihr operatives Hauptquartier in Greenwood Village, Colorado. Zweitens: Seit dieser Umwandlung ist die New Yorker Börse der Hauptmarkt; die alte südafrikanische Gesellschaft AngloGold Ashanti Ltd meldete sich am 5. Oktober 2023 bei der US-Börsenaufsicht SEC ab. Drittens — und das prüft man besser nach, statt es zu vermuten: Trotz englischem Sitz und amerikanischer Primärnotierung gilt der Konzern der SEC weiterhin als ausländischer Emittent. Er berichtet per Jahresbericht 20-F und Zwischenbericht 6-K, nicht per US-Geschäftsbericht 10-K und -Quartalsbericht 10-Q. Wir haben das am Einreichungsverzeichnis geprüft: Der letzte Jahresbericht ist ein 20-F vom 26. März 2026, alle Quartalszahlen kommen als 6-K.

Wo die Aktie in unserem Scanner auftaucht

Auf die Rechercheliste kam AngloGold Ashanti über einen einzigen Filter: »QARP — Qualität zum fairen Preis«, dort Rang 19 der US-Auswahl (Datenstand 28. Juli 2026). Dieser Scanner ist streng, weil er fünf Bedingungen gleichzeitig verlangt — Qualität allein ist meist teuer, Billiges allein meist Schrott. So kommst du selbst dorthin: auf boersenlotse.de im Menü „Scanner“ den Filter »QARP — Qualität zum fairen Preis« öffnen, Land auf USA stellen und die Zeile AU suchen. Und so schneidet die Aktie bei den fünf Hürden ab:

  • Piotroski-F-Score mindestens 7 — AU: 8 von 9. Diese Kennzahl zählt neun Ja/Nein-Fragen zu Ertrag, Bilanz und Effizienz zusammen; 8 Punkte sind ein sehr guter Wert.
  • Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent — AU: 43,0 Prozent. Gegenrechnung: 3.474 Millionen US-Dollar Zwölfmonatsgewinn auf 8.091 Millionen Eigenkapital der Aktionäre zum Jahresende 2025 ergeben 42,9 Prozent. Die Kennzahl ist belastbar.
  • Operative Marge mindestens 10 Prozent — AU: mit weitem Abstand erfüllt. 2025 blieben von 9.893 Millionen US-Dollar Umsatz 4.130 Millionen operatives Ergebnis, also 41,7 Prozent.
  • Verschuldungsgrad höchstens 1 — AU: 0,21. Den 2.044 Millionen US-Dollar Finanzschulden zum Jahresende 2025 standen 9.916 Millionen Eigenkapital gegenüber; zum 31. März 2026 hatte der Konzern netto sogar 868 Millionen mehr Geld als Schulden.
  • Positives Kurs-Gewinn-Verhältnis bis 20 — AU: 11,7. Das ist die Hürde, die man sich genau ansehen muss, und darum geht es weiter unten.

Ergänzend führt der Datenbestand ein Fundamental-Rating von 80 (Note A), einen Börsenwert von rund 41,3 Milliarden US-Dollar und eine Dreijahresrendite von 103 Prozent pro Jahr. Ein Scanner beschreibt aber immer, was war. Dass alle fünf Hürden gleichzeitig fallen, ist ein echtes Qualitätssignal — nur sagt es nichts darüber, wie lange der Gewinn hält, auf dem vier dieser fünf Kennzahlen beruhen. Also schauen wir uns die Zahlen an.

Die wichtigste Kennzahl der Branche heißt nicht Marge, sondern AISC

Bei einem Goldproduzenten hilft die klassische Gewinnmarge wenig, weil sie zwei völlig verschiedene Dinge vermischt. Die Branche rechnet deshalb mit den Vollkosten je Unze, englisch All-in Sustaining Costs, kurz AISC. Darin steckt alles, was nötig ist, um eine Unze zu fördern und die Mine dabei am Laufen zu halten: Löhne, Diesel, Sprengstoff, Chemie, Lizenzabgaben an den Staat, Verwaltung, Rückstellungen für die Renaturierung und die laufenden Ersatzinvestitionen. Vom erzielten Goldpreis zieht man die AISC ab — was übrig bleibt, ist das, was der Konzern je Unze wirklich verdient. Der Rest ist Buchhaltung.

Diese Zahl steht in jedem Quartalsbericht, und bei AngloGold Ashanti sieht sie so aus: 1.955 US-Dollar je Unze im ersten Quartal 2026, nach 1.640 im ersten Quartal 2025 — ein Anstieg um 19 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 lagen sie bei 1.709 US-Dollar, im Jahr 2024 bei 1.611. Die Kosten steigen also, und zwar seit Jahren. Für 2026 und 2027 plant der Konzern selbst mit 1.780 bis 1.990 US-Dollar je Unze.

Jetzt die andere Seite. Der Preis, den AngloGold Ashanti tatsächlich je verkaufter Unze erlöst hat, sah in den vergangenen Jahren so aus:

Balkendiagramm des erzielten Goldpreises je Unze: 1.796 US-Dollar 2021, 1.793 im Jahr 2022, 1.928 im Jahr 2023, 2.393 im Jahr 2024, 3.466 im Jahr 2025 und 4.863 US-Dollar im ersten Quartal 2026.
Der erzielte Goldpreis hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (20-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und wenn man beides zusammenrechnet, steht die eigentliche Geschichte auf dem Tisch. Was je Unze übrig bleibt, ist von 1.234 US-Dollar im ersten Quartal 2025 auf 2.908 US-Dollar im ersten Quartal 2026 gestiegen — eine Verzweieinhalbfachung, obwohl die Kosten in derselben Zeit um 19 Prozent gestiegen sind und die Fördermenge um ein Prozent. Die beiden rechten Balken zeigen, was von dieser Marge übrig bliebe, wenn der Goldpreis auf seinen Drei- beziehungsweise Fünfjahresschnitt zurückfiele; wie wir darauf kommen, steht im nächsten Abschnitt.

Balkendiagramm der Marge je Unze: 1.234 US-Dollar im ersten Quartal 2025, 1.759 im Gesamtjahr 2025, 2.908 im ersten Quartal 2026 sowie gerechnete 774 US-Dollar beim Dreijahresschnitt und 472 beim Fünfjahresschnitt des Goldpreises.
Erzielter Goldpreis minus Vollkosten je Unze. Die beiden rechten Balken sind eigene Berechnung, keine Unternehmensangabe. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (20-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Fairerweise gehört dazu: Der Konzern arbeitet hart gegen die Kostenseite an. Im ersten Quartal 2026 hat er die selbst beeinflussbaren Kosten um 22 US-Dollar je Unze gesenkt — durch bessere Anlagenauslastung (minus 103 US-Dollar), höhere Tagebau-Effizienz (minus 15) und Nebenprodukterlöse (minus 64). Dass die AISC trotzdem stiegen, lag an Dingen, die außerhalb des Werkstors liegen: 117 US-Dollar je Unze mehr Lizenzabgaben an die Gaststaaten, 43 US-Dollar Inflation bei Löhnen und Fremdfirmen, 30 US-Dollar Währungseffekte.

Die wichtigste Rechnung dieser Analyse

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 klingt günstig. Bei einem Rohstoffproduzenten ist es aber keine Aussage über den Preis, sondern eine Aussage über die Haltbarkeit des Nenners. Also rechnen wir nach, was passiert, wenn der Goldpreis dorthin zurückkehrt, wo er im Schnitt der vergangenen Jahre stand — bei unveränderter Fördermenge.

Zuerst die Ausgangsgrößen, alle aus den Berichten: Der erzielte Goldpreis lag 2021 bei 1.796 US-Dollar je Unze, 2022 bei 1.793, 2023 bei 1.928, 2024 bei 2.393 und 2025 bei 3.466. Daraus ergibt sich ein Dreijahresschnitt von 2.596 US-Dollar (2023 bis 2025) und ein Fünfjahresschnitt von 2.275 US-Dollar (2021 bis 2025). Im ersten Quartal 2026 waren es 4.863.

Wir rechnen das erste Quartal 2026 aufs Jahr hoch — es ist das einzige Quartal, das durchgehend auf dem heutigen Preisniveau lag. Dann senken wir nur den Goldpreis und lassen alles andere gleich. Eine Erleichterung geben wir dem Unternehmen dabei: Die Lizenzabgaben hängen am Preis, fallen also mit. Der Konzern beziffert ihren Anstieg selbst auf 117 US-Dollar je Unze bei einem Preisanstieg von 1.989 US-Dollar — das sind 5,9 Prozent des Preises, und in dieser Höhe rechnen wir sie zurück.

  • Ist-Zustand (Goldpreis 4.863 US-Dollar je Unze): Vorsteuerergebnis hochgerechnet 7.796 Millionen US-Dollar, den Aktionären zurechenbarer Gewinn rund 5.124 Millionen, das sind 10,13 US-Dollar je Aktie. Bei einem aus dem Börsenwert abgeleiteten Kurs von rund 81,66 US-Dollar entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,1.
  • Goldpreis auf dem Dreijahresschnitt (2.596 US-Dollar): Marge je Unze 774 statt 2.908 US-Dollar. Vorsteuerergebnis rund 1.659 Millionen, Gewinn je Aktie 2,16 US-Dollar — Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 38.
  • Goldpreis auf dem Fünfjahresschnitt (2.275 US-Dollar): Marge je Unze 472 US-Dollar, Gewinn je Aktie 1,03 US-Dollar — Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 79.

Man muss so einer Modellrechnung nicht glauben. Man kann sie an der eigenen Geschichte des Unternehmens prüfen, und das Ergebnis ist unbequem deutlich:

  • 2024, erzielter Goldpreis 2.393 US-Dollar je Unze — also fast genau der Dreijahresschnitt: Gewinn der Aktionäre 1.004 Millionen US-Dollar, 2,33 US-Dollar je Aktie. Beim heutigen Kurs wäre das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35. Unser Modell sagt 38. Das passt.
  • 2023, erzielter Goldpreis 1.928 US-Dollar: ein Verlust von 235 Millionen US-Dollar, 0,56 US-Dollar je Aktie. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis existiert dann gar nicht.
  • 2025, erzielter Goldpreis 3.466 US-Dollar: Gewinn 2.636 Millionen, 5,19 US-Dollar je Aktie — Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,7.

Drei Jahre, ein Unternehmen, vom Verlust bis zum 15-fachen Gewinn — und dazwischen liegt praktisch nur der Goldpreis. Die ehrliche Formulierung lautet deshalb nicht „AngloGold Ashanti ist billig“, sondern: AngloGold Ashanti ist billig, solange Gold über 4.000 US-Dollar je Unze notiert. Zur Einordnung: Der Konzern selbst rechnet in seiner Planung für 2026 und 2027 mit rund 4.250 US-Dollar je Unze — und ist seit dem 1. Januar 2025 vollständig ungesichert, hat also kein einziges Termingeschäft, das einen Rückgang abfedern würde. Wer eine ähnliche Zyklus-Falle in einer anderen Branche sehen will, findet sie bei der Reederei Teekay Tankers, deren einstelliges Kurs-Gewinn-Verhältnis ebenfalls auf einem Sondereffekt ruht.

Die unbequemen Wahrheiten

Bei einem schuldenfreien, hochprofitablen Konzern sind die unbequemen Wahrheiten keine Existenzfragen. Aber man muss sie kennen, um den Preis zu verstehen. Drei Dinge sollte man gelesen haben.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Konzern fördert nicht mehr Gold als vor drei Jahren

Wenn ein Unternehmen seinen Gewinn vervielfacht, erwartet man Wachstum. Bei AngloGold Ashanti steht die Menge praktisch still: 2,69 Millionen Unzen im Jahr 2023, 2,66 Millionen 2024, 3,09 Millionen 2025 — und der Sprung des Jahres 2025 stammt fast vollständig daraus, dass die im November 2024 übernommene Centamin mit ihrer ägyptischen Mine Sukari erstmals ein volles Jahr mitzählte. Für 2026 plant der Konzern 2,80 bis 3,17 Millionen Unzen, für 2027 2,85 bis 3,22 Millionen. Das ist keine Wachstumskurve, das ist eine Linie.

Balkendiagramm der Goldproduktion in Tausend Unzen: 2.686 im Jahr 2023, 2.661 im Jahr 2024, 3.091 im Jahr 2025 sowie geplante 2.985 für 2026 und 3.035 für 2027.
Die Fördermenge bewegt sich seit 2023 in einem engen Band; für 2026 und 2027 plant der Konzern selbst wieder auf dem Niveau von 2025. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (20-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Jahresbericht rechnet die Herkunft des Erlössprungs selbst vor — und zwar ungeschminkt:

„Gold income of the Company (excluding $84 million from CdS in 2023) increased from $4,396 million in 2023 to $5,673 million in 2024 to $9,730 million in 2025, a 121% increase over the three-year period, primarily due to an 80% increase in the average gold price received by the Company over the three-year period and a 23% increase in ounces of gold sold over the same time frame.“

Übersetzung: „Die Gold-Erlöse des Unternehmens (ohne 84 Millionen US-Dollar aus CdS im Jahr 2023) stiegen von 4.396 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 über 5.673 Millionen im Jahr 2024 auf 9.730 Millionen im Jahr 2025, ein Plus von 121 Prozent über den Dreijahreszeitraum, in erster Linie wegen eines Anstiegs des durchschnittlich erzielten Goldpreises um 80 Prozent über diesen Zeitraum und einer Zunahme der verkauften Goldunzen um 23 Prozent im selben Zeitraum.“

— AngloGold Ashanti plc, SEC-Jahresbericht 20-F Geschäftsjahr 2025, Item 5A (Operating Results)

Gelb markierter Ausschnitt aus dem 20-F: die Passage, wonach der Anstieg der Gold-Erlöse von 4.396 auf 9.730 Millionen US-Dollar in erster Linie auf einen um 80 Prozent höheren erzielten Goldpreis und nur auf 23 Prozent mehr verkaufte Unzen zurückgeht.
Der Konzern schreibt den Erlössprung im Original-Jahresbericht (20-F) selbst dem Preis zu, gelb markiert. Quelle: SEC-20-F 2025, Item 5A. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist keine Kritik am Management. Kosten flach zu halten, während eine ganze Branche mit Inflation kämpft, ist eine echte Leistung — Vorstandschef Alberto Calderon beschreibt es im Ergebnisbericht für das erste Quartal 2026 als den Vorsatz, „zu steuern, was wir steuern können“. Es ist eine Warnung an den Käufer: Wer heute einsteigt, kauft keine Wachstumsgeschichte, sondern einen Hebel auf den Goldpreis.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Zwei Drittel der Förderung liegen in Ländern, die gerade ihre Abgaben anziehen

Eine Fabrik kann umziehen, ein Bergwerk nicht. Genau darauf gründet das zweite Risiko. Rund zwei Drittel der Förderung von AngloGold Ashanti liegen in Ghana, Tansania, Guinea, Ägypten und der DR Kongo — Staaten, für die Gold eine der wichtigsten Einnahmequellen überhaupt ist. Und der hohe Goldpreis, der den Gewinn treibt, weckt dort Begehrlichkeiten. Der Jahresbericht benennt das Muster selbst:

„Particularly, as a result of the sustained higher gold price, governments are increasingly modifying, or proposing modifications, to royalty and tax structures to capture increased revenue through increased base royalties or sliding-scale structures. For example, in December 2025, the government of Ghana introduced an increased sliding-scale royalty framework on gold, which went into effect in March 2026.“

Übersetzung: „Insbesondere infolge des anhaltend höheren Goldpreises ändern Regierungen zunehmend ihre Lizenzabgaben- und Steuerstrukturen oder schlagen Änderungen vor, um über höhere Grundabgaben oder gleitende Sätze mehr Einnahmen abzuschöpfen. So führte die Regierung Ghanas im Dezember 2025 einen erhöhten gleitenden Lizenzabgabenrahmen für Gold ein, der im März 2026 in Kraft trat.“

— AngloGold Ashanti plc, SEC-Jahresbericht 20-F Geschäftsjahr 2025, Item 3D (Risk Factors)

Gelb markierter Ausschnitt aus dem 20-F: die Passage, wonach Regierungen wegen des hohen Goldpreises zunehmend ihre Lizenzabgaben erhöhen, mit Ghana als Beispiel.
Der Staat als stiller Teilhaber am Goldpreis, im Original-Jahresbericht (20-F) gelb markiert. Quelle: SEC-20-F 2025, Item 3D. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Zahlen ist der Effekt bereits sichtbar: Die gezahlten Lizenzabgaben stiegen von 190 Millionen US-Dollar (2023) über 246 Millionen (2024) auf 424 Millionen US-Dollar (2025) — plus 123 Prozent in drei Jahren. Dazu kommen Streitigkeiten: Die tansanische Steuerbehörde erhebt Forderungen aus den Jahren 2009 bis 2023, die der Konzern zum 31. Dezember 2025 mit 451 Millionen US-Dollar beziffert und über die er derzeit verhandelt; in Guinea, der DR Kongo und Tansania stehen zudem Steuer- und Zollerstattungen aus, die länger überfällig sind, als es die dortigen Gesetze vorsehen.

Und es geht nicht nur um Geld. Im Januar 2025 versuchte eine größere Gruppe bewaffneter illegaler Schürfer, gewaltsam auf das umzäunte Betriebsgelände der Mine Obuasi in Ghana vorzudringen. Das ghanaische Militär griff ein; in der Auseinandersetzung starben neun Menschen. AngloGold Ashanti stellte die Produktion in Obuasi daraufhin über eine Woche ein. Der Jahresbericht hält fest, dass der hohe Goldpreis die illegale Schürferei rund um die eigenen Konzessionen generell verstärkt hat. Wie andere Produzenten in derselben Region damit umgehen, zeigen die Analysen zu Endeavour Mining und Allied Gold.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Eine ganze Mine hängt seit vier Jahren an einer offenen Genehmigung

Die dritte Wahrheit ist die konkreteste. In Guinea hat AngloGold Ashanti im Februar 2022 die Verlängerung der Bergbaukonzession für die Mine Siguiri beantragt. Der Antrag ist bis heute nicht beschieden. Siguiri förderte 2025 genau 289.000 Unzen zu Barkosten von 1.783 US-Dollar je Unze — knapp ein Zehntel der Konzernförderung, rechtlich ruhend auf einer Genehmigung, über die seit über vier Jahren nicht entschieden wurde.

„There is no guarantee that mining concessions, authorisations, licences or permits will be issued, granted or approved on favourable terms, in a timely manner or at all … For example, in Guinea, a renewal request for the Siguiri mining concession, which was filed in February 2022, remains pending. Furthermore, in Egypt, an extension of the exploitation lease for the Sukari mine upon expiry of the initial exploitation period may not be guaranteed and will require cooperation and consent from the Egyptian government.“

Übersetzung: „Es gibt keine Gewähr dafür, dass Bergbaukonzessionen, Genehmigungen, Lizenzen oder Erlaubnisse zu günstigen Bedingungen, rechtzeitig oder überhaupt erteilt werden … So ist beispielsweise in Guinea ein im Februar 2022 gestellter Verlängerungsantrag für die Bergbaukonzession Siguiri weiterhin offen. Und in Ägypten ist eine Verlängerung des Abbaurechts für die Mine Sukari nach Ablauf der ursprünglichen Abbauperiode möglicherweise nicht gewährleistet und erfordert die Mitwirkung und Zustimmung der ägyptischen Regierung.“

— AngloGold Ashanti plc, SEC-Jahresbericht 20-F Geschäftsjahr 2025, Item 3D (Risk Factors)

Gelb markierter Ausschnitt aus dem 20-F: die Passage, wonach der im Februar 2022 gestellte Verlängerungsantrag für die Bergbaukonzession Siguiri in Guinea weiterhin offen ist.
Eine offene Genehmigung seit Februar 2022, im Original-Jahresbericht (20-F) gelb markiert. Quelle: SEC-20-F 2025, Item 3D. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zwei weitere Fristen laufen in dieselbe Richtung. Das Entwicklungsabkommen für Obuasi, das dem Konzern in Ghana einen stabilen Steuer- und Abgabenrahmen sowie Schutz vor Enteignung garantiert, läuft am 16. Januar 2028 aus, sofern es nicht um fünf Jahre verlängert wird; das zugehörige Steuerabkommen endet bereits am 31. Dezember 2027. Und der Staat Ghana hält an der dortigen Tochtergesellschaft eine sogenannte Golden Share. Nichts davon ist heute ein Schaden. Alles davon ist ein Grund für einen Bewertungsabschlag.

Die Speisekammer — wie lange der Vorrat noch reicht

Jetzt zum Punkt, an dem sich ein Bergwerk von jedem anderen Unternehmen unterscheidet. Zum 31. Dezember 2025 wies AngloGold Ashanti 36,5 Millionen Unzen nachgewiesene Goldreserven aus, dazu 68,0 Millionen Unzen gemessene und angezeigte Ressourcen und 49,3 Millionen Unzen abgeleitete Ressourcen. Reserven sind das, was nach heutigem Stand wirtschaftlich abbaubar ist; Ressourcen sind Gestein, bei dem das noch nicht bewiesen ist. Bei 3,09 Millionen Unzen Jahresförderung reicht die Reserve rechnerisch rund zwölf Jahre.

Zwölf Jahre klingen komfortabel, und für die Branche sind sie es auch. Aber man muss wissen, wie der Zuwachs von 31,2 auf 36,5 Millionen Unzen zustande kam:

Wasserfalldiagramm der Goldreserven 2025: Ausgangswert 31,2 Millionen Unzen, plus 7,3 aus Exploration und Modellierung, plus 0,4 aus dem Zukauf Reward, plus 2,1 aus einer höheren Preisannahme, plus 0,2 Sonstiges, minus 2,7 durch Abbau, minus 2,0 durch Verkäufe, Endwert 36,5 Millionen Unzen.
Vom Zuwachs um 5,3 Millionen Unzen stammen 4,9 aus der erstmaligen Buchung des Projekts Arthur und 2,1 aus einer angehobenen Preisannahme. Quelle: SEC-Jahresbericht 20-F 2025, Abschnitt Mineral Reserve. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zwei Posten muss man herausrechnen, wenn man wissen will, ob das laufende Geschäft seinen Vorrat ersetzt. Erstens die 4,9 Millionen Unzen des Arthur Gold Project in Nevada, das im März 2026 erstmals überhaupt eine Reserve gebucht bekam — eine echte Neuigkeit, aber keine Leistung der bestehenden Minen. Zweitens die 2,1 Millionen Unzen, die nur deshalb dazukamen, weil die Bewertungsannahme von 1.600 auf 1.700 US-Dollar je Unze angehoben wurde: Da wurde kein Gramm gefunden, sondern Gestein neu gerechnet. Zieht man beides ab, hätte der Abbau von 2,7 Millionen Unzen und der Verkauf von 2,0 Millionen (Serra Grande in Brasilien, Doropo in der Elfenbeinküste) die Reserve um 1,7 Millionen Unzen schrumpfen lassen.

Es gibt hier auch eine gute Nachricht, und sie ist genauso wichtig: Die Reserve ist mit 1.700 US-Dollar je Unze bewertet, während Gold zum Jahresende 2025 bei 4.322 US-Dollar schloss. Diese Annahme ist also außergewöhnlich vorsichtig. Bliebe der Preis dauerhaft hoch, ließe sich sehr viel Gestein neu als Reserve klassifizieren, das heute noch als Ressource geführt wird — bei 68,0 Millionen Unzen gemessener und angezeigter Ressourcen ist der Spielraum groß. Auch Arthur ist mehr als eine Buchung: Das Projekt soll rund 500.000 Unzen pro Jahr über neun Jahre liefern, bei Vollkosten von 925 bis 975 US-Dollar je Unze — also zu etwa der Hälfte der heutigen Konzernkosten. Ähnliche Fragen nach Vorrat und Laufzeit stellen sich bei jedem Produzenten; wie klein die Antwort ausfallen kann, zeigt die Analyse zu TRX Gold in Tansania.

Die Bilanz — hier ist wenig zu holen für einen Pessimisten

Beginnen wir mit dem, was nicht vom Goldpreis abhängt. Zum 31. März 2026 hatte AngloGold Ashanti 868 Millionen US-Dollar mehr Geld als Schulden; ein Jahr zuvor waren es noch 755 Millionen Nettoschulden. Der Bilanzsumme von 15.078 Millionen US-Dollar (Stand 31. Dezember 2025) standen 5.162 Millionen Verbindlichkeiten gegenüber, das Eigenkapital betrug 9.916 Millionen, davon 8.091 Millionen den Aktionären zurechenbar. In der Kasse lagen 2.905 Millionen US-Dollar. Im April 2026 kaufte der Konzern zudem eigene Anleihen im Nennwert von rund 666 Millionen US-Dollar zurück.

Wer den Altman-Z″-Wert sehen will, die Insolvenz-Frühwarnzahl aus vier Bilanzkennzahlen (unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone): Die Bilanz trägt die Formel, weil sie sauber in kurz- und langfristige Posten gegliedert ist. Unsere Nachrechnung zum 31. Dezember 2025 ergibt rund 7,2 — weit jenseits der sicheren Zone. Man muss aber wissen, wovon dieser Wert lebt: 2,0 der 7,2 Punkte stammen allein aus dem Verhältnis von operativem Ergebnis zur Bilanzsumme, also aus dem Rekordgewinn. Im Jahr 2023, bei einem Goldpreis von 1.928 US-Dollar je Unze, steuerte derselbe Term nur 0,2 Punkte bei. Auch die Insolvenz-Frühwarnzahl ist hier ein Kind des Goldpreises. Was sie belastbar belegt, ist etwas anderes: Diese Bilanz übersteht einen mehrjährigen Abschwung.

Was zurückfließt — Dividende, Rückkauf und ein knappes Votum

Die Ausschüttungspolitik ist ungewöhnlich klar formuliert: 50 Prozent des freien Mittelzuflusses, mindestens aber eine Basisdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie und Jahr, ausgezahlt in Quartalsraten. In der Praxis heißt das: Für 2025 wurden insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet, 3,57 US-Dollar je Aktie. Für das erste Quartal 2026 waren es 585 Millionen US-Dollar oder 1,16 US-Dollar je Aktie — nach 0,125 US-Dollar im Vorjahresquartal.

Dazu kommt etwas Neues. Am 7. Mai 2026 beschloss der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar. Weil die Gesellschaft englischem Recht unterliegt und weder die NYSE noch die Börsen in Johannesburg und Accra dort als „anerkannte Börse“ gelten, brauchte sie dafür die Zustimmung der Hauptversammlung. Die kam am 23. Juli 2026 — aber knapper, als man es bei einem Rückkaufprogramm erwarten würde: 269,2 Millionen Stimmen dafür (66,08 Prozent), 138,2 Millionen dagegen (33,92 Prozent). Ein Drittel des Kapitals hat also gegen die Ermächtigung gestimmt. Das Programm ist damit beschlossen, aber es verpflichtet zu nichts: Der Konzern behält sich Zeitpunkt, Preis und Menge ausdrücklich vor.

Bewertung — und die Gegenprobe zum Börsenwert

Bevor man mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis argumentiert, sollte man prüfen, ob der Börsenwert überhaupt stimmt. Zum Stichtag 26. Juni 2026 waren laut Hauptversammlungsunterlagen 505.746.148 Aktien ausgegeben. Der Zwölfmonatsgewinn der Aktionäre beträgt 3.474 Millionen US-Dollar (2.636 für 2025, minus 443 für das erste Quartal 2025, plus 1.281 für das erste Quartal 2026), also 6,87 US-Dollar je Aktie. Aus dem ausgewiesenen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 folgt ein Kurs von rund 80,37 US-Dollar und damit ein Börsenwert von 40,65 Milliarden US-Dollar. Der Datenbestand führt rund 41,3 Milliarden — die Abweichung beträgt 1,6 Prozent und liegt damit im Rundungsbereich. Der Börsenwert ist belastbar, es gibt hier keine zweite Aktiengattung und keine versteckten Anteile.

Damit steht die Bewertungsfrage sauber da. Zum abgeleiteten Kurs von rund 81,66 US-Dollar bekommt man einen Konzern mit Netto-Barmitteln, 43 Prozent Eigenkapitalrendite und 3,57 US-Dollar Dividende je Aktie für das Jahr 2025 — zum 11,7-Fachen des Gewinns. Man bekommt aber auch: keine Mengenausweitung bis mindestens 2027, steigende Kosten je Unze, zwölf Jahre Reservelaufzeit und zwei Drittel der Förderung in Ländern mit wachsendem Abgabenhunger. Und man bezahlt einen Gewinn, der bei einem Goldpreis auf dem Dreijahresschnitt auf ein Fünftel fiele.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für AngloGold Ashanti spricht:

  • Bilanz ohne Angriffsfläche: 868 Millionen US-Dollar Netto-Barmittel zum 31. März 2026 nach 755 Millionen Nettoschulden ein Jahr zuvor; 2.905 Millionen Kasse gegen 5.162 Millionen Gesamtverbindlichkeiten bei 9.916 Millionen Eigenkapital; im April 2026 Anleihen über 666 Millionen zurückgekauft.
  • Kostendisziplin ist belegt, nicht behauptet: Im ersten Quartal 2026 senkte der Konzern die selbst beeinflussbaren Kosten um 22 US-Dollar je Unze; die Vollkosten stiegen ausschließlich wegen Lizenzabgaben, Inflation und Währung. Die Produktionsvorgabe wurde 2025 erneut eingehalten.
  • Echte Kapitalrückführung: Ausschüttungspolitik von 50 Prozent des freien Mittelzuflusses, 1,8 Milliarden US-Dollar für 2025 (3,57 US-Dollar je Aktie), 585 Millionen allein für das erste Quartal 2026 — dazu ein am 23. Juli 2026 genehmigtes Rückkaufprogramm über bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar.
  • Vorsichtig bewerteter Vorrat mit Aufwärtsoption: 36,5 Millionen Unzen Reserven sind mit 1.700 US-Dollar je Unze angesetzt, während Gold zum Jahresende 2025 bei 4.322 US-Dollar schloss; dahinter stehen 68,0 Millionen Unzen gemessene und angezeigte Ressourcen und mit Arthur in Nevada ein Projekt mit 500.000 Unzen Jahresleistung zu 925 bis 975 US-Dollar Vollkosten.

Was dagegen spricht:

  • Der Gewinn ist ein Preisgewinn: Die Fördermenge lag 2023 bei 2,69 und 2025 bei 3,09 Millionen Unzen, die Planung für 2027 wieder bei 2,85 bis 3,22 Millionen. Der Jahresbericht führt den Erlössprung selbst zu 80 Prozent auf den Preis und nur zu 23 Prozent auf die Menge zurück.
  • Bewertungsfalle am Zyklusgipfel: Bei einem Goldpreis auf dem Dreijahresschnitt von 2.596 US-Dollar je Unze fiele die Marge je Unze von 2.908 auf 774 US-Dollar und das Kurs-Gewinn-Verhältnis stiege von 11,7 auf rund 38 — 2023, bei 1.928 US-Dollar, stand ein Verlust von 235 Millionen US-Dollar in den Büchern.
  • Steigende Kosten und wachsender Staatsanteil: Die Vollkosten je Unze stiegen von 1.611 (2024) über 1.709 (2025) auf 1.955 US-Dollar im ersten Quartal 2026; die gezahlten Lizenzabgaben wuchsen von 190 auf 424 Millionen US-Dollar, Ghana hob im Dezember 2025 die Abgabensätze an, in Tansania stehen 451 Millionen US-Dollar Steuerforderungen im Streit.
  • Genehmigungen mit Ablaufdatum: Die Verlängerung der Konzession Siguiri in Guinea ist seit Februar 2022 unbeschieden, das Entwicklungsabkommen für Obuasi läuft am 16. Januar 2028 aus, die Verlängerung des Abbaurechts für Sukari in Ägypten ist laut Jahresbericht nicht gewährleistet.
  • Der Vorrat wächst nicht aus eigener Kraft: Ohne die erstmalige Buchung des Projekts Arthur (4,9 Millionen Unzen) und ohne die angehobene Preisannahme (2,1 Millionen) wäre die Reserve 2025 um 1,7 Millionen Unzen geschrumpft. Die Laufzeit beträgt rund zwölf Jahre.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an die Speisekammer vom Anfang — den Betrieb, der nichts nachproduziert, sondern nur ausräumt? Nach dem Blick in die Berichte weißt du jetzt, warum das Bild hier passt. AngloGold Ashanti holt Jahr für Jahr etwa gleich viel heraus, zu leicht steigenden Kosten, aus einem Vorrat, der ohne Zukäufe und ohne neue Rechenannahmen schrumpfen würde. Was sich verändert hat, ist nicht die Kammer, sondern der Preis, den man draußen für ihren Inhalt bekommt.

Und doch wäre es unfair, die Geschichte dabei zu belassen. Denn dieser Konzern hat den Aufschwung anders genutzt als viele Zykliker: Er hat nicht geprasst, sondern abbezahlt. Aus 755 Millionen US-Dollar Nettoschulden ist innerhalb eines Jahres ein Netto-Guthaben von 868 Millionen geworden. Er schüttet echtes Geld aus, hält seine Produktionsvorgaben ein, senkt die selbst beeinflussbaren Kosten und hat mit Arthur zum ersten Mal seit Langem ein Projekt in einem politisch ruhigen Land. Wenn der Goldpreis fällt — und irgendwann fällt er —, trifft das den Kurs und den Gewinn, aber nicht die Existenz. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Preisrisiko und einem Substanzrisiko.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Wenn wir die Funde ehrlich gewichten, steht am Ende weder ein Grund zur Vorsicht noch ein Grund zum Zugreifen, sondern eine Beobachtungslage. Und sie ist ausnahmsweise sehr leicht zu verfolgen: In jedem Quartalsbericht (6-K) stehen zwei Zeilen direkt untereinander — der erzielte Goldpreis je Unze und die Vollkosten je Unze. Ihre Differenz lag im ersten Quartal 2026 bei 2.908 US-Dollar. Solange sie über rund 2.000 US-Dollar bleibt, trägt die These und die Bewertung ist tatsächlich niedrig. Fällt sie unter etwa 1.200 — das Niveau des ersten Quartals 2025 —, ist aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 unbemerkt eines um 30 geworden, ohne dass sich am Kurs etwas ändern muss. Die Speisekammer bleibt, wie sie ist. Der Preis für ihren Inhalt nicht.

Quellen

Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine journalistische Analyse und keine Anlageberatung. Er stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar und kann persönliche Umstände nicht berücksichtigen. Aktien unterliegen Kursschwankungen; ein Totalverlust ist möglich. Triff deine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und ziehe im Zweifel unabhängigen Rat hinzu.

Unser Fazit auf einen Blick

Bilanz & Liquidität positiv
Zum 31. März 2026 hatte AngloGold Ashanti 868 Millionen US-Dollar mehr Geld als Schulden, nachdem ein Jahr zuvor noch 755 Millionen Nettoschulden in den Büchern standen. Der Bilanzsumme von 15.078 Millionen US-Dollar (31.12.2025) stehen 5.162 Millionen Verbindlichkeiten und 9.916 Millionen Eigenkapital gegenüber, in der Kasse lagen 2.905 Millionen. Im April 2026 kaufte der Konzern eigene Anleihen im Nennwert von rund 666 Millionen zurück. Ein Fortführungszweifel besteht nicht (20-F 2025, 6-K vom 08.05.2026).
Ertragsqualität & Zyklus negativ
Das Kernrisiko: Der Gewinnsprung ist ein Preissprung. Der erzielte Goldpreis stieg von 1.928 US-Dollar je Unze (2023) über 2.393 (2024) und 3.466 (2025) auf 4.863 im ersten Quartal 2026, während die Fördermenge von 2,69 auf 3,09 Millionen Unzen wuchs — und dieser Zuwachs fast vollständig aus dem Zukauf von Sukari stammt. Der Jahresbericht schreibt den Erlösanstieg selbst zu 80 Prozent dem Preis und zu 23 Prozent der Menge zu. Die eigene Planung nennt für 2026 und 2027 wieder 2,80 bis 3,22 Millionen Unzen.
Kostenposition neutral
Die Vollkosten je Unze (AISC) stiegen von 1.611 US-Dollar (2024) über 1.709 (2025) auf 1.955 im ersten Quartal 2026, geplant sind 1.780 bis 1.990 für 2026 und 2027. Der Anstieg kommt aber nicht aus dem Betrieb: Im ersten Quartal 2026 senkte der Konzern die selbst beeinflussbaren Kosten um 22 US-Dollar je Unze, während Lizenzabgaben 117, Inflation 43 und Währungseffekte 30 US-Dollar aufschlugen. Kostendisziplin ist damit belegt — sie reicht nur nicht gegen den Staatsanteil an einem hohen Goldpreis an.
Vorrat & Laufzeit neutral
36,5 Millionen Unzen nachgewiesene Reserve zum 31.12.2025 reichen bei 3,09 Millionen Unzen Jahresförderung rund zwölf Jahre. Vom Zuwachs um 5,3 Millionen Unzen stammen jedoch 4,9 aus der erstmaligen Buchung des Nevada-Projekts Arthur und 2,1 allein aus der Anhebung der Bewertungsannahme von 1.600 auf 1.700 US-Dollar je Unze; ohne beides wäre die Reserve um 1,7 Millionen Unzen geschrumpft. Gegenrechnung: Die Bewertungsannahme von 1.700 US-Dollar ist gegenüber 4.322 US-Dollar Schlusskurs sehr vorsichtig, und hinter der Reserve stehen 68,0 Millionen Unzen gemessene und angezeigte Ressourcen.
Länder- und Genehmigungsrisiko negativ
Rund zwei Drittel der Förderung (2,05 von 3,09 Millionen Unzen 2025) liegen in Ghana, Tansania, Guinea, Ägypten und der DR Kongo. Ghana führte im Dezember 2025 einen erhöhten gleitenden Lizenzabgabenrahmen ein, der seit März 2026 gilt; die gezahlten Abgaben stiegen von 190 (2023) auf 424 Millionen US-Dollar (2025). In Tansania stehen Steuerforderungen über 451 Millionen im Streit. Die Verlängerung der Konzession Siguiri in Guinea ist seit Februar 2022 unbeschieden, das Obuasi-Entwicklungsabkommen läuft am 16.01.2028 aus, die Verlängerung des Abbaurechts für Sukari ist laut Jahresbericht nicht gewährleistet.
Kapitalrückführung positiv
Die Politik ist klar formuliert: 50 Prozent des freien Mittelzuflusses, mindestens 0,50 US-Dollar Basisdividende je Aktie und Jahr in Quartalsraten. 2025 wurden 1,8 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet (3,57 je Aktie), für das erste Quartal 2026 weitere 585 Millionen (1,16 je Aktie). Am 23. Juli 2026 genehmigte die Hauptversammlung ein Rückkaufprogramm über bis zu 2,0 Milliarden US-Dollar. Einschränkung: Die Zustimmung fiel mit 66,08 Prozent zu 33,92 Prozent ungewöhnlich knapp aus, und das Programm verpflichtet zu nichts.

AngloGold Ashanti fördert Gold aus zehn Minen auf drei Kontinenten und hat den Preisaufschwung genutzt, um die Bilanz zu räumen: Aus 755 Millionen US-Dollar Nettoschulden (31.03.2025) wurden 868 Millionen Netto-Barmittel (31.03.2026), der freie Mittelzufluss stieg 2025 auf 2,9 Milliarden US-Dollar, ausgeschüttet wurden 1,8 Milliarden. Der Preis dieser Aktie hängt jedoch nicht an der Bilanz, sondern am Goldpreis: Die Fördermenge steht seit 2023 praktisch still, die Vollkosten je Unze stiegen von 1.611 auf 1.955 US-Dollar — gestiegen ist der erzielte Goldpreis, von 1.928 auf 4.863 US-Dollar je Unze. Auf diesen Gewinn gerechnet kostet die Aktie das 11,7-Fache; auf einen Goldpreis im Dreijahresschnitt gerechnet rund das 38-Fache. 2023 stand ein Verlust von 235 Millionen US-Dollar in den Büchern. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Für Rot fehlt jeder Substanzbefund, und zwar deutlich: Zum 31. März 2026 hat der Konzern 868 Millionen US-Dollar mehr Geld als Schulden, den 15.078 Millionen Bilanzsumme stehen nur 5.162 Millionen Verbindlichkeiten gegenüber, der freie Mittelzufluss lag 2025 bei 2,9 Milliarden US-Dollar, die selbst berechnete Insolvenz-Frühwarnzahl Altman-Z″ bei rund 7,2 gegen eine Sicherheitsschwelle von 2,6. Ein Fortführungszweifel besteht nicht, die Produktionsvorgabe wurde 2025 erneut eingehalten, und die selbst beeinflussbaren Kosten wurden im ersten Quartal 2026 um 22 US-Dollar je Unze gesenkt. Für Grün fehlen dagegen die Antworten auf drei offene operative Fragen. Erstens: Der Ertrag hat keine eigene Quelle — die Fördermenge lag 2023 bei 2,69 und wird für 2027 wieder mit 2,85 bis 3,22 Millionen Unzen geplant, während die Vollkosten je Unze von 1.611 auf 1.955 US-Dollar gestiegen sind; der gesamte Gewinnsprung kommt aus dem Goldpreis, den der Jahresbericht selbst mit 80 Prozent des Erlösanstiegs beziffert. Zweitens: Der Vorrat wächst nicht aus eigener Kraft — ohne die erstmalige Buchung des Projekts Arthur (4,9 Millionen Unzen) und ohne die angehobene Bewertungsannahme (2,1 Millionen) wäre die Reserve 2025 um 1,7 Millionen Unzen geschrumpft, die Laufzeit beträgt rund zwölf Jahre. Drittens: Zwei Drittel der Förderung liegen in Ländern mit steigendem Abgabenhunger und offenen Genehmigungen — Ghana hob im Dezember 2025 die Lizenzabgaben an, in Tansania stehen 451 Millionen US-Dollar Steuerforderungen im Streit, die Konzessionsverlängerung für Siguiri in Guinea ist seit Februar 2022 unbeschieden und das Obuasi-Entwicklungsabkommen läuft am 16. Januar 2028 aus. Das sind Ertragsqualitäts-, Vorrats- und Länderfragen, keine Substanzrisiken — also Gelb.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam AngloGold Ashanti über den Scanner „QARP — Qualität zum fairen Preis“ (Rang 19 der US-Auswahl, Datenstand 28. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (AU: 8 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (43,0; gegengerechnet 3.474 Mio. Zwölfmonatsgewinn auf 8.091 Mio. Eigenkapital der Aktionäre = 42,9 Prozent), operative Marge mindestens 10 Prozent (41,7; 4.130 Mio. operatives Ergebnis auf 9.893 Mio. Umsatz 2025), Verschuldungsgrad höchstens 1 (0,21; 2.044 Mio. Finanzschulden auf 9.916 Mio. Eigenkapital) und ein positives KGV bis 20 (11,7). Ergänzend: Fundamental-Rating 80 (Note A), Dreijahresrendite 103 Prozent pro Jahr, Börsenwert rund 41,3 Mrd. US-Dollar.
  • Materialitäts-Gate (Fund-Typisierung): Gewinnsprung ausschließlich aus dem Goldpreis bei stillstehender Fördermenge und steigenden Vollkosten = Preis-/Zyklik-Fund (drückt das Urteil, keine Existenzfrage), mit klar benanntem Umkehrpunkt in der Differenz aus erzieltem Preis und AISC. Reserveersatz ohne Arthur und ohne angehobene Preisannahme minus 1,7 Mio. Unzen bei rund zwölf Jahren Laufzeit = Vorrats-/Substanzfrage mit langem Zeithorizont, keine akute Bedrohung. Steigende Lizenzabgaben (190 auf 424 Mio. US-Dollar in drei Jahren), Ghanas neuer gleitender Abgabenrahmen seit März 2026 und 451 Mio. Steuerstreit in Tansania = Abgaben-/Länder-Fund ohne beziffertes Existenzmaß. Offene Konzessionsverlängerung Siguiri (seit Februar 2022), Ablauf des Obuasi-Entwicklungsabkommens am 16.01.2028 und ungesicherte Verlängerung des Abbaurechts Sukari = Genehmigungs-Fund mit Datum. Bewaffneter Zwischenfall mit neun Toten in Obuasi im Januar 2025 und tödlicher Arbeitsunfall am 24.04.2026 = Betriebs-/Reputationsfund ohne bezifferte Finanzwirkung. Kein Existenz-Fund, also kein Vorsicht-/Verkaufen-Urteil; da der Einstiegspreis aber auf einem Rekord-Goldpreis ruht, lautet die Einordnung beobachten statt halten oder kaufen.
  • Altman-Z″ (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sichere Zone): Die Bilanz trägt die Formel, weil sie in kurz- und langfristige Posten gegliedert ist. Eigene Nachrechnung zum 31.12.2025 aus dem Jahresbericht: Nettoumlaufvermögen 3.027 Mio. (Umlaufvermögen 4.647 minus kurzfristige Schulden 1.620) und Gewinnrücklage 8.811 Mio. auf 15.078 Mio. Bilanzsumme, operatives Ergebnis vor Zinsen 4.496 Mio., Eigenkapital 9.916 Mio. gegen 5.162 Mio. Verbindlichkeiten — Ergebnis rund 7,2, weit über der sicheren Zone. Einordnung: 2,0 der 7,2 Punkte stammen allein aus dem Ertragsterm; im Jahr 2023 steuerte derselbe Term nur 0,2 Punkte bei. Der Wert belegt die Insolvenzferne der Bilanz, nicht die Haltbarkeit des Gewinns.
  • Börsenwert-Gegenprobe: Der Datenbestand führt rund 41,3 Milliarden US-Dollar. Zum Stichtag 26.06.2026 waren laut Hauptversammlungsunterlagen 505.746.148 Aktien ausgegeben (Deckblatt des 20-F zum 31.12.2025: 505.007.465); der Zwölfmonatsgewinn der Aktionäre beträgt 3.474 Mio. US-Dollar (2.636 für 2025, minus 443 für Q1 2025, plus 1.281 für Q1 2026) oder 6,87 US-Dollar je Aktie. Aus dem ausgewiesenen KGV von 11,7 folgt ein Kurs von rund 80,37 US-Dollar und damit ein Börsenwert von rund 40,65 Milliarden — Abweichung zum Datenbestand 1,6 Prozent. Es gibt nur eine Aktiengattung mit einer Stimme je Aktie; eine Verzerrung durch Mehrstimmrechte ist ausgeschlossen.
  • Zyklik-Rechnung (eigene Berechnung, Grundlage: erstes Quartal 2026 aufs Jahr hochgerechnet, verkaufte Menge 2.876 Tsd. Unzen, Vorsteuerergebnis 7.796 Mio. US-Dollar, Steuerquote 25,0 Prozent, Minderheitenanteil 12,4 Prozent): Erzielte Goldpreise 1.796 (2021), 1.793 (2022), 1.928 (2023), 2.393 (2024) und 3.466 US-Dollar je Unze (2025) ergeben einen Dreijahresschnitt von 2.596 und einen Fünfjahresschnitt von 2.275 US-Dollar. Preisgebundene Lizenzabgaben werden mit 5,9 Prozent des Preises zurückgerechnet (das Unternehmen beziffert ihren Anstieg auf 117 US-Dollar je Unze bei 1.989 US-Dollar Preisanstieg). Ergebnis: Marge je Unze 774 statt 2.908 US-Dollar und ein KGV von rund 38 beim Dreijahresschnitt, 472 US-Dollar und rund 79 beim Fünfjahresschnitt. Realitätsprobe aus den Filings: 2024 lag der erzielte Preis bei 2.393 US-Dollar und der Gewinn bei 1.004 Mio. (2,33 je Aktie), was beim heutigen Kurs einem KGV von 35 entspräche; 2023 stand bei 1.928 US-Dollar ein Verlust von 235 Mio.
  • Identität/Rechtsform: AngloGold Ashanti plc (CIK 1973832, Commission File 001-41815, Registernummer 14654651, ISIN GB00BRXH2664), seit September 2023 eingetragen in England und Wales mit juristischem Sitz in London und operativem Hauptquartier in Greenwood Village, Colorado; Primärnotierung NYSE (AU), Zweitnotierungen Johannesburg (ANG) und Accra. Die Vorgängerin AngloGold Ashanti Ltd (CIK 1067428, heute AngloGold Ashanti (Pty) Ltd) meldete sich am 05.10.2023 per Form 15-12G bei der SEC ab. WICHTIG: Trotz englischem Sitz und US-Primärnotierung bleibt die Gesellschaft ausländischer Emittent und meldet per 20-F und 6-K, NICHT per 10-K/10-Q — am EDGAR-Einreichungsindex geprüft am 28.07.2026, letzter Jahresbericht 20-F vom 26.03.2026.
  • Sonderlagen-Screening (EDGAR-Einreichungsindex CIK 1973832): keine laufende Übernahme, kein Strategic Review, kein Rights Plan, keine Aktivisten-Kampagne. Die Hauptversammlung am 23.07.2026 hatte einen einzigen Tagesordnungspunkt, die Ermächtigung zum außerbörslichen Rückkauf eigener Aktien; sie wurde mit 269.206.760 Ja-Stimmen (66,08 Prozent) gegen 138.172.636 Nein-Stimmen (33,92 Prozent) angenommen. Die jüngste Meldung zum Datenstand ist eine passive SC 13G/A vom 27.07.2026. Der Ergebnisbericht für das zweite Quartal 2026 lag noch nicht vor; im Vorjahr erschien der Halbjahresbericht im August.
  • Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 28. Juli 2026, Bilanzzahlen auf den 31. Dezember 2025 beziehungsweise 31. März 2026. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember. Die Jahreszahlen 2023 bis 2025 stehen in der Abgrenzung des Jahresberichts 2025; die erzielten Goldpreise für 2021 und 2022 stammen aus dem Jahresbericht für 2023 und sind daher nur eingeschränkt vergleichbar. Die Fördermenge 2025 enthält Sukari erstmals ein volles Jahr (Centamin-Übernahme im November 2024); Serra Grande wurde am 01.12.2025 verkauft.

Häufige Fragen

AngloGold Ashanti plc (NYSE: AU, JSE: ANG) fördert und verkauft Gold. 2025 waren es 3,09 Millionen Unzen aus zehn Minen: Sukari in Ägypten, Obuasi und Iduapriem in Ghana, Siguiri in Guinea, Geita in Tansania, Sunrise Dam und Tropicana in Australien, Cuiabá in Brasilien und Cerro Vanguardia in Argentinien, dazu eine Beteiligung an Kibali in der DR Kongo.

Als 20-F. Obwohl die Gesellschaft seit September 2023 in England und Wales eingetragen ist und ihre Hauptnotierung an der New Yorker Börse hat, gilt sie der US-Börsenaufsicht SEC weiterhin als ausländischer Emittent. Der Jahresbericht erscheint deshalb als Formular 20-F, die Quartalsmeldungen als Formular 6-K — nicht als 10-K und 10-Q.

AISC steht für „All-in Sustaining Costs“, die Vollkosten je geförderter Unze. Darin stecken Löhne, Energie, Material, Lizenzabgaben, Verwaltung, Rückstellungen für die Renaturierung und die laufenden Ersatzinvestitionen. Bei AngloGold Ashanti lagen sie im ersten Quartal 2026 bei 1.955 US-Dollar je Unze, nach 1.640 US-Dollar im Vorjahresquartal.

Weil der Gewinn im Nenner aus einem Rekord-Goldpreis stammt. Der erzielte Preis stieg von 1.928 US-Dollar je Unze (2023) auf 4.863 (Q1 2026), während die Fördermenge praktisch stillsteht. Fiele der Preis auf den Dreijahresschnitt von 2.596 US-Dollar, ergäbe sich rechnerisch ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 38. Im Jahr 2023 stand ein Verlust von 235 Millionen US-Dollar.

Zum 31. Dezember 2025 wies der Konzern 36,5 Millionen Unzen nachgewiesene Reserven aus. Bei 3,09 Millionen Unzen Jahresförderung entspricht das rund zwölf Jahren. Der Zuwachs des Jahres 2025 kam allerdings zu 4,9 Millionen Unzen aus der erstmaligen Buchung des Nevada-Projekts Arthur und zu 2,1 Millionen aus einer angehobenen Bewertungsannahme.

Rund zwei Drittel der Förderung liegen in Afrika. Ghana hob im Dezember 2025 die Lizenzabgaben auf Gold an, in Tansania stehen Steuerforderungen über 451 Millionen US-Dollar im Streit, die Verlängerung der Konzession Siguiri in Guinea ist seit Februar 2022 unbeschieden und das Entwicklungsabkommen für Obuasi in Ghana läuft am 16. Januar 2028 aus.

Ja. Die Politik sieht 50 Prozent des freien Mittelzuflusses vor, mindestens aber eine Basisdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie und Jahr in Quartalsraten. Für 2025 wurden insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet (3,57 US-Dollar je Aktie), für das erste Quartal 2026 585 Millionen US-Dollar oder 1,16 US-Dollar je Aktie.

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