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Kauftag heute: Gut (60 ) Gemischte Marktbreite · Breite steigend (+7 zum 10-Tage-Schnitt) · kein Makro-Großtermin

AAQS im Rücktest: 16,95 % pro Jahr — und nur 0,77 Prozentpunkte Vorsprung ab 2010

AAQS im Rücktest: 16,95 % pro Jahr — und nur 0,77 Prozentpunkte Vorsprung ab 2010

Der AAQS (AlleAktien Qualitätsscore) vergibt für zehn erfüllte Kriterien je einen Punkt. Wir haben nachgerechnet, was zwei mechanische Depots damit von Januar 1993 bis August 2026 auf dem gesamten US-Markt erzielt hätten — survivorship-frei über 22.890 Titel, von denen 16.484 heute nicht mehr notiert sind. Über die volle Strecke wirkt das Ergebnis spektakulär, doch ein eigenes Stichproben-Gate erklärt nur die Zeit ab 2010 für belastbar. Dort schmilzt der Vorsprung auf 0,77 Prozentpunkte — außer bei der strengsten Regel, die dort sogar zulegt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
AAQS im Rücktest: 16,95 % pro Jahr — und nur 0,77 Prozentpunkte Vorsprung ab 2010
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Ein Punktestand von 9 oder 10 klingt nach einem verlässlichen Gütesiegel. Der AAQS (AlleAktien Qualitätsscore) vergibt für zehn erfüllte Kriterien je einen Punkt, und wir haben nachgerechnet, was zwei mechanische Depots damit von Januar 1993 bis August 2026 auf dem gesamten US-Markt erzielt hätten. Alle Zahlen dieser Studie sind simulierte Ergebnisse einer mechanischen Regel — ein solches Depot hat nie real existiert, und kein Anleger hat diese Werte erzielt.

Die Kernbotschaft zuerst, weil sie zwei Gesichter hat: Über die volle Strecke sieht das Ergebnis spektakulär aus — 16,95 % pro Jahr für Depot A (Kauf ab 9 von 10 Punkten) gegen 10,9 % beim S&P 500. Genau dieser Zahl trauen wir selbst am wenigsten, denn in den 1990er-Jahren hatte nur ein Bruchteil des Marktes überhaupt einen Punktestand. Ein eigenes Stichproben-Gate hat deshalb entschieden: Belastbar ist die Rechnung erst ab 2010. In diesem Fenster schrumpft der Vorsprung dramatisch — Depot A kommt auf 15,04 % pro Jahr gegen 14,27 % beim S&P 500, nur 0,77 Prozentpunkte Vorsprung. Die strengere Regel, Depot B (Kauf nur bei vollen 10 Punkten), liegt dagegen mit 17,08 % pro Jahr um 2,81 Prozentpunkte vorn — das dreht die naheliegende Erwartung um: Nicht die breitere Schwelle trägt, sondern die strengere.

Damit das Ergebnis kein Zufallstreffer eines günstig gewählten Ausschnitts ist, haben wir bewusst breit angelegt: 22.890 US-Titel, von denen heute 16.484 (72,01 %) nicht mehr notiert sind — Pleiten, Übernahmen, stille Abmeldungen. Unsere Auswertung ist survivorship-frei und zählt jeden Titel, der jemals im Universum stand, nicht nur die Überlebenden.

Das Ergebnis in vier Zahlen

Trägt der zehnteilige Qualitäts-Punktestand AAQS als mechanische Kaufregel? Wir haben das auf dem gesamten US-Markt getestet, survivorship-frei, Januar 1993 bis August 2026. Vier Zahlen tragen das Ergebnis:

  • 16,95 % pro Jahr brachte Depot A (Kauf ab 9 von 10 Punkten) über die volle Strecke 1993 bis 2026, gegen 10,9 % beim S&P 500 — dieser Zahl selbst traut die Studie am wenigsten, weil die Abdeckung in den 1990er-Jahren dünn war.
  • +0,77 Prozentpunkte — mehr blieb vom Vorsprung von Depot A im belastbaren Fenster ab 2010 nicht übrig (15,04 % gegen 14,27 % beim S&P 500).
  • 17,08 % pro Jahr brachte Depot B (nur volle 10 von 10 Punkte) im selben Fenster — +2,81 Prozentpunkte vor dem Index; die strengere Regel trug, nicht die breitere.
  • 17,65 % pro Jahr schaffte Depot B ab 2010 mit der einzigen von acht Zusatzbedingungen, die in beiden Depots trug: der Umsatzbeschleunigung — bei einem Drittel weniger Käufen (1.315 statt 2.003).

Über die volle Strecke wirkte der Punktestand spektakulär; im belastbaren Fenster ab 2010 blieb vom breiten Kauf ab 9 Punkten kaum Vorsprung, während die strenge 10-Punkte-Regel deutlicher vorn lag.

Gehandelt wird am nächsten Handelstag nach dem Signal zum Schlusskurs, gleichgewichtet über alle gehaltenen Titel, Kurse dividenden- und splitbereinigt. Kauffilter: Mindestkurs 1 $, Mindest-Marktwert 100 Mio. $. Der Grundfall rechnet ohne Handelskosten, ein Sensitivitätslauf prüft 0,1 % je Kauf und Verkauf. Depot A kauft ab 9 von 10 Punkten, Depot B nur bei vollen 10 — beide verkaufen, sobald der Punktestand die Schwelle unterschreitet. Wie sich das über die volle Strecke schlägt, zeigt die folgende Tabelle.

Die beiden Depots gegen den Markt (29.01.1993 bis 07.08.2026, Start 100 $ je Reihe)
KennzahlDepot A (ab 9 von 10 Punkten)Depot B (nur 10 von 10 Punkten)S&P 500 (marktwertgewichtet)S&P 500 (gleichgewichtet)
Aus 100 $ wären geworden19.019,40 $16.041,24 $3.206,33 $1.229,99 $
Rendite pro Jahr16,95 %16,36 %10,9 %11,39 %
Größter Rückschlag−48,07 %−46,18 %−55,19 %−59,92 %
Schwankung18,82 %19,12 %18,56 %19,75 %
Rendite je Schwankung0,930,890,650,65
Gemessene Jahre33,5233,5233,5223,27
Aktien im Schnitt249,2102,9
Käufe und Verkäufe4.3422.003
Abgeschlossene Geschäfte4.0961.903
Anteil Gewinn-Verkäufe62,9 %63,2 %
Umschlag pro Jahr49,0 %55,2 %
Käufe später verschwundener Firmen17,1 %12,9 %

Depot A verwandelte 100 $ in 19.019,40 $, Depot B in 16.041,24 $ — beide klar vor dem S&P 500 mit 3.206,33 $. Auch beim Rückschlag liegen die Depots vorn: −48,07 % für Depot A und −46,18 % für Depot B gegen −55,19 % beim Index. Die Rendite je Schwankung liegt bei den Depots mit 0,93 und 0,89 deutlich über den 0,65 beider Vergleichsreihen.

Die Handelsstatistik gehört zum ehrlichen Bild dazu. Depot A hielt im Schnitt 249,2 Positionen bei 4.342 Käufen und Verkäufen, Depot B nur 102,9 Positionen bei 2.003 Transaktionen — die strengere Schwelle lässt ein deutlich schmaleres Depot entstehen. Eine Trefferquote von 62,9 % (Depot A) beziehungsweise 63,2 % (Depot B) klingt gut, heißt umgekehrt aber auch: Knapp vier von zehn Geschäften laufen ins Minus. Ein Teil des gekauften Universums verschwand später ganz von der Börse — 17,1 % der Käufe bei Depot A und 12,9 % bei Depot B entfielen auf inzwischen nicht mehr notierte Firmen.

Ein wichtiger Vorbehalt: Die gleichgewichtete Vergleichsreihe (S&P 500 gleichgewichtet) beginnt erst am 30.04.2003 und deckt damit nur 23,27 Jahre ab, nicht die vollen 33,52 Jahre der übrigen Spalten — ihre 11,39 % pro Jahr sind also nicht über denselben Zeitraum gemessen. Ein zweiter Punkt gehört ausdrücklich nach vorn, weil Leser bei Rücktest-Studien oft anderes gewohnt sind: Sowohl die Depots als auch beide Vergleichsreihen rechnen mit dividendenbereinigten Kursen. Der Vergleich ist in dieser Hinsicht fair — kein Depot wird künstlich gegen einen dividendenlosen Index aufgeblasen.

Warum wir der Gesamtzahl selbst nicht trauen

16,95 % pro Jahr über 33,52 Jahre ist die Zahl mit der größten Fallhöhe — und die, bei der wir am meisten Anlass zur Vorsicht sehen. In den 1990er-Jahren hatte nur ein Bruchteil des US-Marktes überhaupt genug veröffentlichte Zahlen für einen Punktestand. Zwischen 1997 und 2000 fiel die Abdeckung sogar auf 24 bis 29 %. Eine Regel, die auf einem Fünftel bis einem Drittel des Marktes operiert, ist keine Regel auf dem Gesamtmarkt.

Ein eigenes Stichproben-Gate hat deshalb entschieden, ab wann die Abdeckung breit genug ist, um der Rechnung zu vertrauen: ab 2010. Was das für die Zahlen bedeutet, zeigt die folgende Tabelle — dasselbe Regelwerk, aber beschränkt auf das Fenster, das wir für belastbar halten.

Das belastbare Fenster: 04.01.2010 bis 07.08.2026 (16,59 Jahre), jede Reihe am Starttag auf 100 $ normiert
KennzahlDepot A (ab 9 von 10 Punkten)Depot B (nur 10 von 10 Punkten)S&P 500 (marktwertgewichtet)S&P 500 (gleichgewichtet)
Aus 100 $ wären geworden1.021,29 $1.367,86 $914,28 $717,63 $
Rendite pro Jahr15,04 %17,08 %14,27 %12,61 %
Größter Rückschlag−38,7 %−37,17 %−33,72 %−39,04 %
Vorsprung vor dem S&P 500+0,77 Pp.+2,81 Pp.−1,66 Pp.

Im belastbaren Fenster ab 2010 schrumpft der Vorsprung von Depot A auf 0,77 Prozentpunkte: 15,04 % pro Jahr gegen 14,27 % beim S&P 500. Depot B dagegen liegt mit 17,08 % pro Jahr um 2,81 Prozentpunkte vor dem Index — deutlich stärker als über die volle Strecke. Das ist der ehrliche Befund, und er dreht die naheliegende Erwartung um: Nicht die breitere Schwelle trägt in der Zeitspanne, der wir am meisten vertrauen, sondern die strengere.

Dazu gehört ein Wort der Vorsicht in eigener Sache: 16,59 Jahre sind ein einziger, überwiegend freundlicher Marktzyklus — geprägt von einer langen Erholung nach der Finanzkrise, niedrigen Zinsen über weite Strecken und nur wenigen, vergleichsweise kurzen Einbrüchen. Wie dieselbe Regel in einem Umfeld mit anhaltend hohen Zinsen oder einer langen Seitwärtsphase abschneiden würde, lässt sich aus diesem Fenster nicht ablesen.

Was der Punktestand prüft

Der AAQS (AlleAktien Qualitätsscore) beruht auf dem von AlleAktien entwickelten und veröffentlichten Kriterienkatalog. Wir berechnen ihn eigenständig aus eigenen Geschäftszahlen; eine Partnerschaft besteht nicht.

Ebenso klar gehört dazu, was hier NICHT geprüft wurde: Getestet ist unser eigener Nachbau dieses Kriterienkatalogs, nicht der von AlleAktien veröffentlichte Punktestand. Drei der zehn Kriterien mussten für die Vergangenheit durch Hilfsgrößen ersetzt werden, und ein Abgleich unserer zurückgerechneten Punktzahlen mit den tatsächlich von AlleAktien veröffentlichten Werten ist nicht Teil dieser Studie. AlleAktien ist an dieser Auswertung nicht beteiligt und hat sie weder geprüft noch gebilligt.

Der Katalog prüft zehn Kriterien, je erfülltem Kriterium einen Punkt:

  1. Umsatzwachstum der letzten 10 Jahre über 5 % pro Jahr
  2. erwartetes Umsatzwachstum der nächsten 3 Jahre über 5 % pro Jahr
  3. EBIT-Wachstum der letzten 10 Jahre über 5 % pro Jahr
  4. erwartetes EBIT-Wachstum der nächsten 3 Jahre über 5 % pro Jahr
  5. Nettofinanzverschuldung unter dem 4-Fachen des EBIT
  6. EBIT positiv in jedem der letzten 10 Jahre
  7. größter EBIT-Rückgang unter 50 %
  8. tangible Eigenkapitalrendite über 15 %
  9. Kapitalrendite (ROCE) über 15 %
  10. Renditeerwartung (Free-Cashflow-Rendite plus erwartetes EBIT-Wachstum) über 10 %

Ab 9 von 10 Punkten gilt eine Aktie nach diesem Katalog als Qualitätsaktie (Beschreibung des Punktestands bei AlleAktien). Wer die aktuelle Trefferliste sehen will: Unser AAQS-Scanner rechnet denselben Kriterienkatalog täglich neu; die Ergebnisse dieses Rücktests sind nicht auf ihn übertragbar. Wie sich der Punktestand über die einzelnen Jahre geschlagen hat, zeigt die folgende Tabelle.

Jahr für Jahr: die beiden Depots gegen den Markt
JahrDepot A (ab 9 von 10 Punkten)Depot B (nur 10 von 10 Punkten)S&P 500 (marktwertgewichtet)S&P 500 (gleichgewichtet)
1993 (Rumpfjahr)+21,04 %+1,31 %+8,64 %
1994+1,32 %−0,24 %+0,4 %
1995+38,91 %+30,7 %+38,04 %
1996+23,25 %+24,51 %+22,56 %
1997+41,37 %+42,14 %+33,48 %
1998+20,5 %+16,86 %+28,69 %
1999+11,03 %+9,6 %+20,39 %
2000+23,59 %+25,45 %−9,74 %
2001+22,83 %+12,72 %−11,76 %
2002+0,46 %−2,51 %−21,58 %
2003+49,65 %+48,58 %+28,18 %+33,45 %
2004+30,13 %+26,26 %+10,7 %+16,48 %
2005+13,06 %+11,48 %+4,83 %+7,41 %
2006+19,02 %+16,79 %+15,85 %+15,46 %
2007+9,84 %+7,03 %+5,15 %+0,91 %
2008−27,58 %−25,58 %−36,79 %−40,06 %
2009+44,85 %+43,36 %+26,35 %+44,61 %
2010+24,35 %+25,57 %+15,06 %+21,37 %
2011+4,55 %+10,64 %+1,9 %−0,66 %
2012+18,49 %+16,42 %+15,99 %+17,16 %
2013+38,59 %+44,67 %+32,31 %+35,54 %
2014+4,35 %+7,82 %+13,46 %+14,06 %
2015−0,14 %+1,63 %+1,23 %−2,67 %
2016+17,18 %+17,58 %+12,0 %+14,5 %
2017+25,8 %+26,84 %+21,71 %+18,52 %
2018−3,92 %−4,77 %−4,57 %−7,84 %
2019+30,85 %+30,99 %+31,22 %+28,91 %
2020+25,4 %+31,67 %+18,33 %+12,66 %
2021+29,84 %+29,1 %+28,73 %+29,41 %
2022−17,07 %−20,43 %−18,18 %−11,62 %
2023+27,52 %+41,03 %+26,18 %+13,7 %
2024+11,29 %+15,37 %+24,89 %+12,79 %
2025+14,33 %+14,28 %+17,72 %+11,21 %
2026 (Rumpfjahr)+15,12 %+16,14 %+14,0 %+15,83 %

Ein Jahresdurchschnitt verwischt, wie ungleichmäßig sich eine Rendite aufbaut. Beim Platzen der Technologieblase zeigt sich der Punktestand von seiner stärksten Seite: 2000 bis 2002 erzielte Depot A +23,59 %, +22,83 % und +0,46 %, während der S&P 500 in denselben drei Jahren −9,74 %, −11,76 % und −21,58 % verlor. Der Punktestand hielt reine Story-Aktien der Dotcom-Ära draußen, weil er Gewinne und Kapitalrenditen verlangt, keine Geschichten.

In der Finanzkrise 2008 verloren beide Depots gemeinsam mit dem Markt, aber deutlich milder: Depot A −27,58 %, Depot B −25,58 %, der S&P 500 −36,79 %, die gleichgewichtete Reihe sogar −40,06 %. Ähnlich 2022: Depot A −17,07 %, Depot B −20,43 %, der S&P 500 −18,18 % — hier lag die strengere Regel sogar hinter Depot A und dem Index zurück.

2024 zeigt die Kehrseite eines Qualitätsfilters in einer Mega-Cap-Rallye: Depot A kam auf +11,29 %, der S&P 500 auf +24,89 %. Treibt ein enger Kreis extrem großer Technologiewerte den Index, bleibt eine breiter gestreute Qualitätsregel zwangsläufig zurück. Zwei Randjahre gehören zur Einordnung: 1993 und 2026 sind Rumpfjahre, weil die Auswertung Ende Januar 1993 beginnt und Anfang August 2026 endet. Wie schmal die Datenbasis gerade in den frühen Jahren war, zeigt die folgende Tabelle.

Wie viele Titel je Jahr überhaupt einen Punktestand hatten
Jahrhandelbardavon heute verschwundenmit Geschäftszahlenmit PunktestandAbdeckung
19931.5554531.5001.11972,0 %
19941.7335161.6661.21570,1 %
19951.9155781.8381.35971,0 %
19962.1036592.0071.52672,6 %
19975.8634.3222.5751.70329,0 %
19986.2604.6412.7311.84229,4 %
19998.3546.6543.1261.99423,9 %
20008.2006.4283.3172.33928,5 %
20017.7085.8533.4783.07139,8 %
20027.2205.3013.6133.19544,3 %
20037.2325.2473.7993.32045,9 %
20047.3045.2234.0253.51748,2 %
20057.3815.2134.2693.74350,7 %
20067.4145.1354.5084.00754,0 %
20077.4905.1104.7834.30857,5 %
20087.3094.8684.9184.46361,1 %
20097.1624.6665.0224.56463,7 %
20107.2424.6475.2514.76065,7 %
20117.2054.5335.4294.94868,7 %
20127.2224.4505.6135.15671,4 %
20137.3204.4175.9175.45774,5 %
20147.6214.5426.3015.87477,1 %
20157.7874.5686.5626.24080,1 %
20167.8974.5636.7366.42181,3 %
20177.9494.4456.9006.59783,0 %
20187.9084.1937.0696.77285,6 %
20197.7083.8017.1046.81588,4 %
20208.3494.1307.5867.10285,1 %
202110.0565.2879.0258.31582,7 %
20229.1204.1678.6848.56793,9 %
20238.2893.1547.9677.94695,9 %
20247.5082.0357.1847.12894,9 %
20257.1901.2326.8206.75794,0 %
20266.8514466.3316.33192,4 %

Die Abdeckung startet 1993 bei 72,0 % (1.119 von 1.555 handelbaren Titeln hatten einen Punktestand) und bricht danach ein: 1997 waren es nur noch 29,0 % von 5.863 handelbaren Titeln, 1999 mit 23,9 % von 8.354 Titeln der schwächste Jahrgang überhaupt. Erst danach erholt sich die Abdeckung schrittweise — 2000 liegt sie bei 28,5 %, 2005 bei 50,7 %, 2010 bei 65,7 %, 2015 bei 80,1 %, 2020 bei 85,1 % und 2026 bei 92,4 %.

Der Einbruch ab 1997 hat einen konkreten Grund: Ab dort füllen sich die Kursreihen mit tausenden später verschwundenen Kleinstwerten, für die es nie verwertbare Geschäftszahlen gab — 1999 sind 6.654 der 8.354 handelbaren Titel heute nicht mehr notiert. Genau das ist der Grund, warum wir der Rechnung über die volle Strecke misstrauen und den Abschnitt „ab 2010" für belastbar halten: Erst ab dort erreicht die Abdeckung rund zwei Drittel des Marktes — 65,7 % im Jahr 2010 — und liegt ab 2011 durchgehend darüber. Was an anderen Stellschrauben passiert, zeigt die folgende Tabelle.

Was sich ändert, wenn man an den Stellschrauben dreht (volle Strecke)
DurchgangDepot A: aus 100 $ wären gewordenDepot A: Rendite pro JahrAbstand zum GrundfallDepot B: Rendite pro JahrAbstand zum Grundfall
Grundfall19.019,40 $16,95 %16,36 %
mit Handelskosten (0,1 % je Kauf und Verkauf)17.030,18 $16,56 %−0,39 Pp.16,0 %−0,36 Pp.
ohne Größenfilter (Kleinstwerte zugelassen)21.164,03 $17,32 %+0,37 Pp.16,49 %+0,13 Pp.
ohne Verkauf bei veralteten Zahlen19.035,25 $16,95 %0,00 Pp.16,37 %+0,01 Pp.
ohne Umschichten (keine Gleichgewichtung nachgezogen)13.808,95 $15,84 %−1,11 Pp.15,52 %−0,84 Pp.
nur Käufe ohne rote Ampel18.705,50 $16,89 %−0,06 Pp.16,2 %−0,16 Pp.

Handelskosten kosten rund 0,4 Prozentpunkte — mit 0,1 % je Kauf und Verkauf sinkt Depot A auf 16,56 % und Depot B auf 16,00 %. Auffälliger: Der Größenfilter kostet sogar leicht Rendite. Ohne Mindest-Marktwert steigt Depot A auf 17,32 % und Depot B auf 16,49 % — die Regel wird also nicht von illiquiden Kleinstwerten getragen, im Gegenteil. Der Verkauf bei veralteten Zahlen ist praktisch wirkungslos. Am teuersten ist der Verzicht aufs Umschichten: Ohne nachgezogene Gleichgewichtung fällt Depot A auf 15,84 % und Depot B auf 15,52 %, rund 1,1 Prozentpunkte weniger bei Depot A — ein Teil des Ergebnisses stammt schlicht daraus, dass die Gewichtung laufend neu ausgerichtet wird.

Die Gegenprobe: dieselbe Regel ohne Erwartungswerte

Drei der zehn Kriterien (2, 4 und 10) hängen an Erwartungen für die Zukunft. Analystenschätzungen von damals sind heute nicht mehr verfügbar; die Hauptrechnung schreibt deshalb das bisherige Dreijahres-Wachstum fort. Die Gegenprobe verzichtet ganz auf diese drei — Höchstnote 7, Schwellen entsprechend 6 von 7 beziehungsweise 7 von 7.

Über die volle Strecke kommt die Gegenprobe auf 13.723,81 $ bei Depot A (15,82 % pro Jahr, Rückschlag −49,75 %) und 12.119,24 $ bei Depot B (15,39 % pro Jahr, −48,51 %). Im belastbaren Fenster ab 2010 liegt Depot A bei 14,12 %, Depot B bei 15,72 %. Wichtig: Haupt- und Gegenprobe sind nicht direkt vergleichbar, weil sie unterschiedlich viele Kriterien bewerten. Die Gegenprobe zeigt die Richtung, nicht den Abstand — und der Befund überlebt den Wegfall der Erwartungswerte: Auch ohne die drei zukunftsbezogenen Kriterien bleibt die strengere Regel im belastbaren Fenster vorn.

Was die Ampel prüft — und was der Nachbau nicht kann

Die entscheidende Ehrlichkeit zuerst: Die veröffentlichte Qualitäts-Ampel unserer Analysen ist ein Redaktionsurteil. Für die Vergangenheit gibt es sie nicht — sie entsteht erst seit wenigen Jahren und lässt sich nicht rückwirkend herstellen. Getestet haben wir deshalb nicht die Ampel selbst, sondern einen regelbasierten Nachbau: Gekauft wird nur, wenn ein Titel am Kauftag nicht rot ist, wobei „nicht rot" grün und gelb zusammenfasst. Vier Warnzeichen bilden den Nachbau, jeweils aus den zum Kauftag veröffentlichten Zahlen — soweit diese nicht später korrigiert wurden:

  • Das Eigenkapital ist aufgezehrt (negativ).
  • Das Betriebsergebnis deckt die Zinslast nicht (Zinsdeckung unter 1).
  • Zwei aufeinanderfolgende Jahre Geldabfluss aus dem operativen Geschäft trotz ausgewiesenem Gewinn.
  • Die Kasse reicht beim aktuellen Mittelabfluss kein Jahr mehr.

Was ein Mensch beim Lesen sieht und der Nachbau nicht kann: der Fortbestandshinweis des Wirtschaftsprüfers, Streit oder Wechsel in der Führung, die Abhängigkeit von einem einzigen Kunden oder Geldgeber, eine drohende Börsenabmeldung. Und: Der Nachbau filtert nur den Kauf, wer bereits im Depot ist, wird bei einem Wechsel auf Rot nicht hinausgeworfen. Wie gut der Nachbau die tatsächlich veröffentlichten Urteile trifft, zeigt die Tabelle.

Der Nachbau gegen 454 tatsächlich veröffentlichte Ampel-Urteile
veröffentlicht grünveröffentlicht gelbveröffentlicht rotSumme
Nachbau: rot49378175
Nachbau: nicht rot2023227279
Summe24325105454

Von 105 tatsächlich rot bewerteten Titeln erkennt der Nachbau 78 — eine Trefferquote von 74,3 %. Auf den ersten Blick ordentlich. Der zweite Blick relativiert das deutlich: Von den 175 Titeln, die der Nachbau als rot einstuft, waren nur 78 tatsächlich rot — eine Genauigkeit von 44,6 %. Beide Zahlen zusammen ergeben ein klares Bild: Der Nachbau erkennt zwar die meisten echten Warnsignale, färbt dabei aber vor allem gelbe Urteile fälschlich rot — 93 der 325 tatsächlich gelben Fälle landen als Rot-Meldung.

Haupttreiber der Fehltreffer ist mit 89 Fällen die Zinsdeckung, mit Abstand gefolgt vom Eigenkapital-Kriterium (14) und der Kassenreichweite (12). Das Cashflow-Kriterium erzeugte keinen einzigen Fehltreffer — ein Hinweis, dass Zinsdeckung als alleiniges Warnzeichen zu grobmaschig ist, während anhaltender operativer Geldabfluss trotz ausgewiesenem Gewinn ein treffsicheres Signal bleibt. Was ein Filter mit dieser Güte für die Rendite bedeutet, zeigt die folgende Tabelle.

Was der Ampel-Filter kostet: Rendite pro Jahr mit und ohne ihn
Durchgangohne Ampel-Filtermit Ampel-FilterUnterschied
Depot A, volle Strecke16,95 %16,89 %−0,06 Pp.
Depot B, volle Strecke16,36 %16,2 %−0,16 Pp.
Depot A, ab 201015,04 %14,86 %−0,18 Pp.
Depot B, ab 201017,08 %16,98 %−0,10 Pp.
Depot A, Gegenprobe ohne Erwartungswerte15,82 %15,74 %−0,08 Pp.
Depot B, Gegenprobe ohne Erwartungswerte15,39 %15,21 %−0,18 Pp.

Der Ampel-Filter kostet in jedem einzelnen der sechs Durchgänge etwas Rendite — nie mehr als 0,2 Prozentpunkte, aber durchgängig in dieselbe Richtung. Depot A verliert über die volle Strecke 0,06 Prozentpunkte (16,95 % auf 16,89 %), Depot B 0,16 Prozentpunkte (16,36 % auf 16,2 %). Im Fenster ab 2010 verliert Depot A 0,18 Prozentpunkte (15,04 % auf 14,86 %), Depot B 0,10 Prozentpunkte (17,08 % auf 16,98 %); auch in der Gegenprobe zeigt sich derselbe kleine Abzug. Das passt zur gemessenen Güte des Nachbaus: Ein Filter, der weniger als die Hälfte seiner Rot-Warnungen richtig setzt, sperrt vor allem gesunde Firmen aus dem Kauf.

Der Verbesserungs-Sweep: acht Zusatzbedingungen, eine trägt in beiden Depots

Ein Punktestand sagt, wie gut ein Unternehmen heute dasteht. Er sagt nichts darüber, wann man es kaufen sollte, wie lange man es hält oder was man dafür zahlt. Deshalb haben wir das Regelwerk in einem eigenen Durchgang systematisch belastet: acht Zusatzbedingungen, jede einmal ohne und einmal mit Handelskosten von 0,1 % je Seite — 16 Läufe, von denen jeder beide Depots zugleich rechnet, gemessen über die volle Strecke und noch einmal im belastbaren Fenster ab 2010.

Die acht Bedingungen decken vier Ideen ab, die bei Qualitätsdepots regelmäßig vorgeschlagen werden. Trend: kaufen nur über der 200-Tage-Linie. Momentum: kaufen nur, wenn der Titel das letzte halbe Jahr stärker war als der Vergleichsmaßstab. Zähere Verkaufsregel: nicht schon beim Unterschreiten der Kaufschwelle verkaufen, sondern erst einen beziehungsweise zwei Punkte darunter. Bewertung: kaufen nur ab einer Free-Cashflow-Rendite von 0 %, 3 % oder 5 %. Und schließlich, als einzige Bedingung, die auf das Tempo des Geschäfts statt auf den Kurs schaut: Umsatzbeschleunigung — das jüngste Geschäftsjahr muss schneller gewachsen sein als der Jahresschnitt der drei Jahre davor.

Das Ergebnis vorweg: Sieben der acht Bedingungen bringen der strengeren Regel im belastbaren Fenster nichts oder kosten Rendite. Die achte bringt mehr Rendite bei einem Drittel weniger Handel.

Acht Zusatzbedingungen gegen den Grundfall — Rendite pro Jahr, in Klammern nach Handelskosten von 0,1 % je Seite
DurchgangDepot A: volle StreckeDepot A: ab 2010Depot A: KäufeDepot B: volle StreckeDepot B: ab 2010Depot B: Käufe
Grundfall (ohne Zusatzbedingung)16,95 % (16,56 %)15,04 % (14,66 %)4.34216,36 % (16,0 %)17,08 % (16,72 %)2.003
nur Käufe über der 200-Tage-Linie16,65 % (16,26 %)14,85 % (14,48 %)4.01215,8 % (15,45 %)16,66 % (16,31 %)1.808
nur Käufe mit stärkerem Halbjahr als der Vergleichsmaßstab17,08 % (16,69 %)14,92 % (14,55 %)3.94716,69 % (16,33 %)16,91 % (16,55 %)1.761
Verkauf erst einen Punkt unter der Kaufschwelle16,13 % (15,83 %)14,72 % (14,43 %)3.38716,07 % (15,81 %)16,5 % (16,23 %)1.529
Verkauf erst zwei Punkte unter der Kaufschwelle15,6 % (15,34 %)14,43 % (14,17 %)3.09715,64 % (15,41 %)16,2 % (15,96 %)1.426
nur Käufe mit Free-Cashflow-Rendite ab 0 %17,17 % (16,8 %)15,31 % (14,94 %)4.02316,32 % (15,97 %)17,08 % (16,73 %)1.884
nur Käufe mit Free-Cashflow-Rendite ab 3 %16,7 % (16,32 %)14,38 % (14,01 %)3.35314,85 % (14,49 %)15,54 % (15,19 %)1.423
nur Käufe mit Free-Cashflow-Rendite ab 5 %14,66 % (14,29 %)14,43 % (14,06 %)2.73915,05 % (14,68 %)15,25 % (14,9 %)1.098
nur Käufe mit Umsatzbeschleunigung17,05 % (16,71 %)15,74 % (15,4 %)2.99715,95 % (15,63 %)17,65 % (17,33 %)1.315
S&P 500 (SPY)10,9 %14,27 %10,9 %14,27 %

Genau eine der acht Bedingungen trägt in beiden Depots: die Umsatzbeschleunigung. Depot B kommt damit ab 2010 auf 17,65 % pro Jahr statt 17,08 % — nach Handelskosten 17,33 % statt 16,72 %. Bemerkenswerter als der halbe Prozentpunkt ist der Preis dafür: Die Bedingung senkt die Zahl der Käufe von 2.003 auf 1.315, also um rund ein Drittel. Mehr Rendite bei einem Drittel weniger Handel ist die seltenere und die glaubwürdigere Verbesserung — sie entsteht nicht dadurch, dass mehr passiert, sondern dadurch, dass weniger passiert.

Zur Ehrlichkeit gehört die Kehrseite: Über die volle Strecke seit 1993 liegt dieselbe Fassung von Depot B mit 15,95 % pro Jahr hinter dem Grundfall (16,36 %). Bei Depot A hilft die Bedingung dagegen in beiden Fenstern — 17,05 % gegen 16,95 % über die volle Strecke und 15,74 % gegen 15,04 % ab 2010. Einordnen muss man dabei, welches Depot man vor sich hat: Im Fenster ab 2010 ist Depot A die schwächere der beiden Regeln (15,04 % gegen 17,08 %), über die volle Strecke liegt es vorn (16,95 % gegen 16,36 %). Wir gewichten das Fenster ab 2010 höher, weil die frühen Jahre zu dünn besetzt sind; wer der Gesamtstrecke mehr traut, liest den Befund für Depot B schwächer.

Die übrigen sieben Bedingungen sind Gegenproben. Vier Befunde stechen heraus:

  • Die zähere Verkaufsregel schadet, statt zu helfen. Die Vermutung, das Depot verkaufe zu hektisch und ein Puffer von einem oder zwei Punkten würde Hin und Her vermeiden, hält nicht: Depot B fällt ab 2010 von 17,08 % auf 16,5 % (ein Punkt Puffer) und 16,2 % (zwei Punkte), Depot A von 15,04 % auf 14,72 % und 14,43 %. Der Verkauf beim Unterschreiten der Kaufschwelle ist also kein Konstruktionsfehler des Regelwerks, sondern ein Teil seiner Wirkung.
  • Der Trendfilter kostet. Nur über der 200-Tage-Linie zu kaufen, drückt Depot B ab 2010 von 17,08 % auf 16,66 % und Depot A von 15,04 % auf 14,85 %. Der Filter hält offenbar genau die Qualitätstitel zurück, die gerade billig geworden sind.
  • Von den Bewertungshürden hilft nur die niedrigste — und nur einem Depot. Eine Free-Cashflow-Rendite ab 0 % lässt Depot B unverändert (17,08 % ab 2010), bringt Depot A aber 0,27 Prozentpunkte (15,31 % statt 15,04 %; nach Handelskosten 14,94 % statt 14,66 %). Höher gesetzt kostet die Hürde in beiden Depots. Ab 3 % fällt Depot B auf 15,54 % und Depot A auf 14,38 %, ab 5 % auf 15,25 % beziehungsweise 14,43 %. Eine saubere Staffelung „je höher, desto schlechter“ ist das nicht — die 5-%-Hürde liegt bei Depot A sogar knapp über der 3-%-Hürde. Was sie sicher kostet, ist Auswahl: Bei Depot B senkt die 3-%-Hürde die Zahl der Käufe von 2.003 auf 1.423, die 5-%-Hürde beinahe auf die Hälfte (1.098).
  • Momentum ist nicht robust. Über die volle Strecke sieht die Bedingung gut aus (Depot B 16,69 % gegen 16,36 %), im belastbaren Fenster kehrt sich das um (16,91 % gegen 17,08 %). Ein Vorteil, der genau in dem Zeitraum verschwindet, dem wir am meisten trauen, ist kein Vorteil, auf den man ein Depot baut.

Was wir daraus gemacht haben: Unser AAQS-Scanner zeigt weiterhin jeden Titel mit der vollen Punktzahl 10 von 10 — die Umsatzbeschleunigung schließt niemanden aus. Sie markiert: Treffer, deren jüngstes Geschäftsjahr schneller gewachsen ist als der Schnitt der drei Jahre davor, tragen ein Abzeichen und stehen in der Liste oben, und eine eigene Spalte beziffert den Vorsprung in Prozentpunkten. Das ist die vorsichtige Übersetzung eines Befundes, der in einem Fenster trägt und im anderen nicht: sichtbar machen, nicht aussortieren.

Grenzen der Methode

  1. Der Punktestand ist nachgebaut, nicht aufgezeichnet. Niemand hat vor zwanzig Jahren notiert, welche Aktie damals wie viele Punkte hatte. Der Rücktest rechnet ihn aus den zum jeweiligen Zeitpunkt bereits veröffentlichten Geschäftszahlen zurück.
  2. Nachträglich korrigierte Geschäftsberichte verfälschen die Rückrechnung. Wo eine Korrektur die Zahlen verbessert hat, fällt der zurückgerechnete Punktestand zu freundlich aus.
  3. Erwartungen lassen sich nicht zurückdrehen. Die Kriterien 2, 4 und 10 hängen an Erwartungen; Ersatz ist fortgeschriebenes Dreijahres-Wachstum, geprüft zusätzlich in der Gegenprobe.
  4. Die frühen Jahre sind dünn besetzt. Deshalb der eigene, belastbare Abschnitt ab 2010.
  5. Die Aktienzahl ist nur grob rückverfolgbar und geht über den Marktwert in den Größenfilter ein; fehlt ein früher Stand, gilt der älteste bekannte.
  6. Die Ampel ist nachgebaut, nicht nachgeschlagen — mit den zuvor offengelegten Grenzen des Nachbaus.
  7. Steuern und Geld-Brief-Spanne bleiben außen vor; nur der Kostenlauf rechnet mit 0,1 % je Seite.
  8. Nicht jeder Titel ist bewertbar. Für 9.303 der 22.890 Titel lagen überhaupt keine verwertbaren Geschäftszahlen vor, weitere 59 (0,26 % des Universums) blieben zum Rechenzeitpunkt unbewertet. Ohne Abschluss kein Punktestand, ohne Punktestand kein Kauf.
  9. Die gleichgewichtete Vergleichsreihe beginnt erst 2003. Ihre 11,39 % pro Jahr sind über 23,27 Jahre gemessen, nicht über die vollen 33,52 Jahre der übrigen Spalten.
  10. Das belastbare Fenster ist ein einziger Marktzyklus. 16,59 Jahre ab 2010 waren überwiegend freundlich; wie dieselbe Regel in einer langen Seitwärts- oder Zinsphase abschneidet, ist damit nicht gemessen.
  11. Wer acht Zusatzbedingungen an denselben Daten prüft, findet auch dann eine gute, wenn keine gut ist. Der Verbesserungs-Sweep ist deshalb kein Beweis, sondern ein Hinweis. Für die Umsatzbeschleunigung spricht, dass sie im belastbaren Fenster bei BEIDEN Depots vorn liegt und dabei die Zahl der Käufe deutlich senkt — gegen sie spricht, dass sie über die volle Strecke bei Depot B zurückfällt. Aus einem Hinweis dieser Stärke wird eine Markierung, keine Kaufregel.
  12. Ein Rücktest ist kein Versprechen. Er zeigt, was eine Regel in der Vergangenheit ergeben hätte, wenn man sie ohne eine einzige Ausnahme durchgehalten hätte.

Was aus dieser Studie nicht folgt

Diese Studie beschreibt, wie sich eine feste, mechanische Regel über einen langen historischen Zeitraum verhalten hätte — nicht, was heute zu kaufen oder zu verkaufen ist. Sie enthält keine Anlageberatung, kein Kursziel und keine Prognose. Vergangene Ergebnisse, ob simuliert oder real erzielt, sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Renditen.

Verwandte Rücktest-Studien stehen ebenfalls online — der Rücktest der Wachstums-Juwelen, der Rücktest von Joel Greenblatts Magic Formula und der Rücktest von Benjamin Grahams Net-Net-Regel. Weitere Auswertungen dieser Art sammeln wir unter alle Studien.

Häufige Fragen

Der AAQS (AlleAktien Qualitätsscore) beruht auf dem von AlleAktien entwickelten und veröffentlichten Kriterienkatalog aus zehn Punkten; ab 9 von 10 Punkten gilt eine Aktie danach als Qualitätsaktie. Getestet ist unser eigener Nachbau dieses Katalogs, nicht der von AlleAktien veröffentlichte Punktestand. AlleAktien ist an der Studie nicht beteiligt und hat sie weder geprüft noch gebilligt.

Über die volle Strecke seit 1993 hätte Depot A 16,95 % pro Jahr erzielt gegen 10,9 % beim S&P 500 — eine simulierte Bruttozahl vor Handelskosten und Steuern. Im belastbaren Fenster ab 2010 schrumpft der Vorsprung auf 0,77 Prozentpunkte. Die strengere Regel, Depot B, liegt dort mit 2,81 Prozentpunkten deutlicher vorn — die naheliegende Erwartung dreht sich um.

In den 1990er-Jahren hatte nur ein Bruchteil des US-Marktes überhaupt genug veröffentlichte Geschäftszahlen für einen Punktestand. Zwischen 1997 und 2000 fiel die Abdeckung auf 24 bis 29 %. Ein eigenes Stichproben-Gate hat deshalb entschieden, dass erst ab 2010 genug vom Markt erfasst ist, um der Rechnung zu vertrauen.

Die veröffentlichte Ampel ist ein Redaktionsurteil, das es rückwirkend nicht gibt — sie entsteht erst seit wenigen Jahren. Getestet haben wir stattdessen einen regelbasierten Nachbau aus vier Warnzeichen. Gegen 454 tatsächlich veröffentlichte Ampeln erreicht er eine Trefferquote von 74,3 %, aber nur 44,6 % Genauigkeit — er färbt viele gesunde Firmen fälschlich rot.

Er kostet leicht. In allen sechs getesteten Durchgängen — beide Depots, volle Strecke, Fenster ab 2010 und Gegenprobe — sinkt die Rendite mit Ampel-Filter, nie um mehr als 0,2 Prozentpunkte. Das passt zur gemessenen Güte: Ein Filter mit weniger als 45 % Genauigkeit sperrt vor allem gesunde Titel aus.

Wir haben acht Zusatzbedingungen einzeln geprüft. Im belastbaren Fenster ab 2010 trägt nur eine in beiden Depots: die Umsatzbeschleunigung — schnelleres Umsatzwachstum als im Schnitt der drei Vorjahre. Depot B kommt damit auf 17,65 % statt 17,08 % pro Jahr, bei einem Drittel weniger Käufen. Über die volle Strecke liegt diese Fassung zurück; wir markieren solche Titel deshalb nur.

Nein, im Gegenteil. Sowohl die beiden Depots als auch der S&P 500 und seine gleichgewichtete Variante rechnen in dieser Studie mit dividendenbereinigten Kursen, nicht mit reinen Kursständen ohne Ausschüttungen. Der Vergleich ist damit fair, anders als bei manchen Rücktests, die Depots gegen dividendenlose Preisindizes stellen und sich damit selbst schönrechnen.

Nein. Die Studie beschreibt, wie sich feste Regeln über einen langen historischen Zeitraum verhalten hätten — nicht, was heute zu kaufen ist. Sie enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, kein Kursziel und keine Prognose. Die gezeigten Depotwerte sind simuliert und wurden nie real erzielt; vergangene Ergebnisse sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Renditen.

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