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1-Minuten-Daytrading auf dem QQQ: 586 Varianten getestet, keine trug nach Kosten

1-Minuten-Daytrading auf dem QQQ: 586 Varianten getestet, keine trug nach Kosten

Der Kurs entfernt sich von seiner Mitte und kehrt zurück – wer das erwischt, soll einen kleinen, verlässlichen Vorteil haben. Wir haben diese Idee auf dem Nasdaq-100-ETF QQQ vollständig durchgerechnet: 15,4 Jahre 1-Minuten-Kerzen, 586 Varianten von Einstieg, Ausstieg, Stop-Führung und Zeitfenster, dazu 339 eigens gesuchte Filter-Bedingungen. Nach Kosten blieb keine Variante mit belastbarer Fallzahl im Plus.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 9 Min. Lesezeit
1-Minuten-Daytrading auf dem QQQ: 586 Varianten getestet, keine trug nach Kosten
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Unter Daytradern kursiert seit Jahren eine einfache Idee: Der Kurs bewegt sich um eine gleitende Mitte, entfernt sich zu weit davon und kehrt dann zurück – wer diese Rückkehr erwischt, soll einen verlässlichen kleinen Vorteil haben. Auf dem 1-Minuten-Chart sieht das im Rückblick oft verblüffend sauber aus. Wir haben die Idee vollständig durchgerechnet: über 15 Jahre, auf dem Nasdaq-100-ETF QQQ, in jeder Ausprägung, die uns eingefallen ist.

Das Ergebnis in vier Zahlen

  • 0 von 586 durchgerechneten Regel-Varianten (Einstieg, Ausstieg, Stop-Führung, Zeitfenster, Positionsgröße) blieb nach Kosten belastbar im Plus. Vier Varianten lagen zwar im Plus, kamen aber auf höchstens 36 Handel und damit unter die vorab festgelegte Mindestzahl von 100. Dazu kamen 339 eigens gesuchte Filter-Bedingungen, die die Regel retten sollten – keine einzige hielt einer Gegenprobe stand.
  • 15,4 Jahre Marktgeschehen (23. März 2011 bis 25. August 2026), 1.506.408 Minutenkerzen in der regulären Handelszeit, in einzelnen Testreihen bis zu 11.016 einzelne Handel.
  • +5,15 USD je Handel vor Kosten brachte der beste Kandidat der gesamten Suche mit ausreichender Fallzahl (Leerverkauf mit Frische-Filter, 461 Handel) – die feste Kostenrunde von 8,00 USD je 400-Aktien-Position zehrte auch das auf: Netto blieben −2,85 USD je Handel.
  • 0 von 15 dargestellten Jahren endete die Hauptvariante im Plus.

Ein-Satz-Fazit: Über sämtliche Varianten, Zeiträume und Filter hinweg fand sich kein handelbarer Vorteil dieser Regel auf dem 1-Minuten-Chart.

Die Idee: Bänder um eine bewegte Mitte

Die Regel arbeitet mit drei Linien. Die Mittellinie ist der Durchschnitt der letzten 20 Minuten – dort steht der Kurs „normalerweise“. Die Außenbänder liegen oberhalb und unterhalb davon, so weit entfernt wie der größte Kursausschlag der letzten 200 Minuten – sie markieren, wie weit sich der Kurs zuletzt maximal von seiner Mitte gelöst hat. Die äußeren 40 % der Strecke zwischen Mittellinie und Außenband gelten als „überdehnte“ Zone. Der Einstieg: Der Kurs muss von der gegenüberliegenden Seite gekommen sein, in die äußere Zone eingetaucht sein und wieder Richtung Mitte drehen.

Alle diese Regeln standen fest, bevor die erste Ergebniszahl vorlag. Die vorregistrierte Konfiguration dieser Untersuchung, in Worte gefasst:

„Handelsregeln (vorregistriert): Mittellinie über 20 Minuten, Band über 200 Minuten, überdehnte Zone die äußeren 40 % (empfindliche Variante 50 %), Einstieg frühestens 10:30 New Yorker Zeit, Glattstellung zur Eröffnung der 15:55-Kerze, Spanne 1 Cent je Aktie, Kommission 0,5 Cent je Aktie bei mindestens 1 US-Dollar je Order, Positionsgrößen 10.000 und 50.000 US-Dollar.“

Im Chart wirkt das oft wie ein verlässliches Muster – man sieht die schönen, sauberen Rückkehr-Wellen, die die Regel bestätigen. Was man beim bloßen Hinschauen kaum sieht, sind die vielen Fehlsignale: Kurse, die in die Zone eintauchen, kurz zu drehen scheinen und dann doch weiterlaufen, bis der Stop greift. Das Auge merkt sich die Treffer besser als die Fehlversuche – ein klassischer Auswahleffekt. Als harte Probe haben wir eine Zufalls-Variante gerechnet: gleiche Einstiegszeiten, gleiche Ausstiegs-Mechanik, aber ein zufällig gewählter statt eines regelbasierten Handelstags. Nach Kosten war das Ergebnis praktisch identisch mit der echten Regel (typischer Handel −0,033 % gegenüber −0,038 %); vor Kosten schnitt der Zufall sogar besser ab. Das Muster lieferte also keinen messbaren Vorteil gegenüber dem Münzwurf.

Was wir alles getestet haben

Wir sind die Idee Schritt für Schritt durchgegangen, um ihr jede realistische Chance zu geben:

  1. Grundregel – 96 Varianten. Long und short, zwei Auslöser-Varianten, zwei Zonenbreiten, zwei Stop-Führungen, drei Ausstiegsarten und zwei Zeitfenster.
  2. Nachtrag zur Grundregel – weitere 96 Varianten. Derselbe Aufbau, aber mit einem Stop, der nie nachgezogen wird, und einem Ausstieg an der ersten Kerze gegen die Handelsrichtung.
  3. Verfeinerter Einstieg – 324 Varianten. Statt jeder Berührung der Zone haben wir nur „echte“ Wellen zugelassen: zwei, vier oder fünf Kerzen in der Zone, die 85 %, 90 % oder die volle Strecke zum Außenband zurückgelegt haben. Der Einstieg erfolgt erst beim Rückweg, wenn der Kurs die Zone wieder verlässt.
  4. Zehn Ausstiege. Darunter feste Gewinnziele (+0,04 %, +0,08 %, +0,12 %), Teilverkäufe nach der ersten, zweiten und dritten Kerze in Handelsrichtung sowie ein Ausstieg mit abgesichertem Einstand.
  5. Ein Frische-Filter – 36 Varianten. Der Kurs musste kurz zuvor auf der Gegenseite des Bandes gewesen sein; geprüft wurden Fenster von 10, 20 und 30 Minuten. Das ist der einzige Filter im ganzen Projekt, der das Signal selbst nachweislich verbessert hat – allerdings nur bei Leerverkäufen.
  6. Feste Stückzahl – 24 Varianten. Die Kernrezepte noch einmal mit 400 Aktien je Position und einem Kostenmodell, das Spanne und Kommission je Aktie und je Order rechnet statt pauschal in Prozent.

Zusammen sind das 586 durchgerechnete Varianten. Dazu kam eine große Filter-Suche, die nicht zu den 586 zählt: 24 zusätzliche Merkmale (Uhrzeit, Wochentag, Wellenform, Bandbreite, Verhältnis von Potenzial zu Risiko und mehr), daraus 339 einzelne Filter-Bedingungen, geprüft mit einem Halbierungs-Test: Jede Bedingung wurde ausschließlich auf der ersten Hälfte der Historie gesucht und erst danach an der zweiten, bislang ungesehenen Hälfte geprüft.

Nichts davon hat die Regel ins Plus gebracht.

Die Kernvariante Jahr für Jahr

Die vorab festgelegte Hauptvariante (long, Einstieg ab 10:30 New Yorker Zeit) lief über 15 Jahre durchgängig negativ. Das Jahr 2020 lassen wir hier bewusst weg, weil der Corona-Crash die Kennzahlen dieses einen Jahres stark verzerrt und nichts Handelbares für die übrigen Jahre aussagt.

Jahr Handel Trefferquote % typischer Handel % Summe % der Position
20113349,6−0,055−15,2
20123539,6−0,049−14,8
20133769,8−0,043−13,5
201433511,6−0,040−10,9
201539111,3−0,038−11,6
201637115,6−0,038−11,4
201731210,6−0,033−9,2
201837917,9−0,037−11,7
201930518,0−0,032−7,4
202133420,4−0,032−5,1
202237525,6−0,043−7,2
202336323,1−0,036−6,9
202434222,8−0,033−7,2
202530820,5−0,032−6,6
2026*19518,0−0,032−5,5

Die vorab festgelegte Hauptvariante (long, Einstieg ab 10:30 New Yorker Zeit), Jahr für Jahr, nach Kosten. *2026 ist ein Rumpfjahr, gemessen bis zum 25. August. Das Jahr 2020 bleibt außen vor. Quelle: QQQ-Minutenkurse, eigene Berechnungen.

Der typische Handel (Median) ist der Fall in der Mitte: Die Hälfte aller Handel lag darüber, die Hälfte darunter. In 15 von 15 dargestellten Jahren war er negativ – nicht nur im Schnitt, sondern im typischen Einzelfall.

Varianten-Ranking (gekürzt)

Auch die „am wenigsten schlechten“ und die schlechtesten unter allen 96 Grundvarianten lagen alle im Minus – der Unterschied zwischen bester und schlechtester Variante ist klein. Dass bei den besten Varianten eine Trefferquote von 0,0 % steht, ist kein Fehler: Diese Varianten ziehen den Stop mit jeder Kerze nach und setzen ein weit entferntes Ziel. Fast jeder Handel endet dadurch mit einem winzigen Minus und praktisch keiner im Plus – „am wenigsten schlecht“ heißt hier also kleinste Verluste, nicht meiste Gewinne.

Variante Handel Trefferquote % typischer Handel % netto
beste (1)8.2340,0−0,027
beste (2)10.6540,0−0,027
beste (3)8.31511,2−0,027
schlechteste (3)8.35019,3−0,045
schlechteste (2)8.27820,2−0,045
schlechteste (1)8.31321,9−0,046

Die je drei besten und schlechtesten der 96 Grundvarianten, nach dem Median je Handel nach Kosten. Quelle: QQQ-Minutenkurse, eigene Berechnungen.

Der Durchschnitt (alles zusammengezählt und gleichmäßig verteilt, einzelne Ausreißer ziehen ihn stark nach oben oder unten) weicht dabei in beide Richtungen vom Median ab: Bei den drei besten Varianten liegt er zwischen −0,033 % und −0,035 % und damit unter dem typischen Handel von −0,027 %, bei den drei schlechtesten zwischen −0,025 % und −0,029 % und damit deutlich über dem typischen Handel von −0,045 % bis −0,046 %. Dort heben einzelne große Gewinner den Schnitt an, ohne den typischen Handel zu retten – im Minus bleiben beide Kennzahlen überall.

Vier Lehren aus dem Fehlversuch

Kosten wirken auf Minutenebene wie eine Mauer. Schon 2 Cent je Aktie aus Spanne und Kommission reichen, um ein realistisches Gewinnziel auf dem Papier praktisch unerreichbar zu machen. Ein Beispiel: Bei einer Position von 400 Aktien kostet eine Runde aus Kauf und Verkauf immer exakt 8,00 US-Dollar – Kommission und Spanne zusammen. Ein festes Verkaufsziel von 0,04 % wurde brutto (also vor Kosten) bei fast jedem zweiten Handel erreicht. Netto erreichte es von 5.858 Handeln genau null. Damit netto wirklich 0,04 % ankommen, hätte das Ziel bei einer 10.000-US-Dollar-Position auf rund 0,066 % brutto steigen müssen – bei 50.000 US-Dollar reichten wegen der geringeren Kosten je Handel rund 0,052 %. Was auf dem Papier nach einem kleinen, häufig erreichbaren Gewinn aussieht, ist nach Kosten oft schon rechnerisch aussichtslos.

Enge Stops sterben am Rauschen. 98,7 % aller Handel endeten am Stop, die restlichen 1,3 % am Zeitlimit – und 64,1 % aller Handel waren schon innerhalb der ersten Minute nach dem Einstieg ausgestoppt (3.513 von 5.483). Ein Stop, der direkt am Tief der Auslöserkerze klebt, liegt so nah am Kurs, dass ihn normales Minutenrauschen auslöst, bevor sich überhaupt zeigen kann, ob die eigentliche Idee stimmt.

Teilverkäufe kosten bei kleinen Positionen doppelt. Jede einzelne Verkaufsorder zahlt die Mindestkommission erneut. Bei einer Variante mit drei Teilverkäufen (je ein Drittel nach der ersten, zweiten und dritten Kerze in Handelsrichtung) machte das bei einer 10.000-US-Dollar-Position rund 0,016 Prozentpunkte je Handel aus – genug, um diese Variante ans Ende der Rangliste zu setzen. Bei 50.000 US-Dollar schrumpfte derselbe Aufschlag auf rund 0,002 Prozentpunkte, weil die Kommission im Verhältnis zur größeren Position kaum noch ins Gewicht fiel. Ein Beleg dafür, dass es wirklich an den Gebühren lag: Vor Kosten war die Teilverkaufs-Variante sogar rund 4 Prozentpunkte besser als die Variante, die alles auf einmal verkaufte – nach Kosten lag sie rund 60 Prozentpunkte schlechter. Diese 4 und 60 Prozentpunkte sind über alle Handel aufaddiert, nicht je Handel.

Wer genug Filter probiert, findet immer einen, der rückblickend glänzt. Wir haben 339 Filter-Bedingungen aus 24 Merkmalen geprüft. Bei so vielen Versuchen ist zu erwarten, dass allein durch Zufall schon rund die Hälfte auf einem beliebigen Zeitabschnitt gut aussieht – so wie in einer großen Gruppe fast immer irgendjemand mehrmals hintereinander Kopf wirft, wenn nur genug Leute mitwerfen. Deshalb haben wir jede Bedingung ausschließlich an der ersten Hälfte der Historie (2011–2018) gesucht und erst danach an der zweiten, ungesehenen Hälfte (2019–2026) geprüft. Nur zwei der 339 Bedingungen bestanden diesen Halbierungs-Test. Beide fielen aber bei der nächsten Probe durch: Bei beiden trug ein einziger Handel den größten Teil des scheinbaren Gewinns – 92 % bzw. 240 % (also mehr als den gesamten Gewinn) hingen an genau einem Handel im Juni 2026. Kein Muster, sondern ein Einzelfall, der zufällig in der geprüften Stichprobe lag.

Kostenbeispiel: Warum dieselbe Regel mit der Zeit „billiger“ wirkt

Weil der Kurs des QQQ über die Jahre gestiegen ist, wiegen dieselben festen Kosten je Handel prozentual immer weniger – ohne dass sich am eigentlichen Ergebnis etwas ändert.

Jahr Kurs je Aktie im Jahresmittel Positionswert (400 Aktien) Kosten je Runde Kosten in % der Position
201156,05 USD22.420 USD8,00 USD0,036 %
2026662,87 USD265.150 USD8,00 USD0,003 %

Dieselbe feste Kostenrunde von 8,00 US-Dollar, gemessen am durchschnittlichen Positionswert von 400 Aktien im jeweiligen Jahr; Positionswert auf zehn Dollar gerundet. Quelle: QQQ-Minutenkurse, eigene Berechnungen.

Selbst mit dieser über die Zeit günstiger wirkenden Kostenbasis blieb keine der geprüften Varianten über die gesamte Historie im Plus. Einzelne Jahre einzelner Varianten lagen zwar auch nach Kosten im Plus – der beste Fall brachte +3.144 US-Dollar in einem Jahr –, aber keine Variante über alle Jahre hinweg.

Grenzen dieser Untersuchung

Geprüft wurde ein einzelnes Wertpapier, der Nasdaq-100-ETF QQQ – die Aussage gilt zunächst für dieses Papier und nicht automatisch für jede andere Aktie. Die Ausführung wurde bewusst vorsichtig angenommen: Einstieg zur Eröffnung der jeweils folgenden Kerze, und wenn Stop und Ziel in derselben Kerze lagen, wurde der Stop als zuerst ausgelöst gewertet. Die Rechnung enthält keine Steuern, keine Finanzierungskosten und keine Marktwirkung eigener Orders. Das Jahr 2020 bleibt aus Darstellungen und Durchschnitten heraus; 2026 ist als laufendes Jahr nur bis zum 25. August erfasst.

Die Rechnung selbst bestand 47 automatische Prüfungen, darunter Handrechnungen der Band-Formel, der Wellenlogik und der Kostenrechnung gegen die Rohkerzen sowie eine reproduzierbare Zufalls-Baseline.

Was bleibt

Auf dem 1-Minuten-Chart hat diese Rückkehr-zur-Mitte-Idee in keiner der geprüften Ausprägungen einen handelbaren Vorteil gezeigt. Das ist kein Einzelfall: Es deckt sich mit dem Befund unserer Intraday-Studie zu fünf klassischen Daytrading-Rezepten, die für andere kurzfristige Muster auf Minutenbasis zu demselben Bild kam – nach Kosten blieb meist nichts übrig, was über den Zufall hinausging. Weitere vorregistrierte Backtests zu kurzfristigen Handelsmustern – darunter Velez-Open-Trade, Gajjala-Daytrading und Episodic Pivots – stehen im Studien-Archiv.

Zum Vorgehen: Getestet wurde auf dem QQQ mit Minutendaten seit März 2011, ausschließlich innerhalb der regulären Handelszeiten (09:30–16:00 Uhr New Yorker Zeit), ohne Positionen über Nacht. Als Kosten wurden 0,5 Cent Handelsspanne je Seite plus Kommission gerechnet.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine rückblickende statistische Auswertung historischer Kursdaten und keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Vergangene Ergebnisse sagen nichts über die Zukunft. Handelskosten, Steuern und die Marktwirkung eigener Orders können reale Ergebnisse deutlich verschlechtern.

Häufige Fragen

Eine unter Daytradern verbreitete Rückkehr-zur-Mitte-Regel auf dem Nasdaq-100-ETF QQQ, auf 1-Minuten-Kerzen. Der Kurs muss von der Gegenseite kommen, in eine überdehnte Außenzone eintauchen und wieder Richtung Mitte drehen. Geprüft wurden Einstieg, Ausstieg, Stop-Führung, Zeitfenster und Positionsgröße in allen Kombinationen, dazu eine große Filter-Suche.

Nein. Von 586 durchgerechneten Varianten blieb keine mit belastbarer Fallzahl nach Kosten im Plus, und die Hauptvariante war in 15 von 15 dargestellten Jahren negativ. Auch der typische einzelne Handel verlor Geld, nicht nur der Durchschnitt. Über sämtliche Varianten, Zeiträume und Filter hinweg fand sich kein handelbarer Vorteil.

Weil das Auge sich die Treffer besser merkt als die Fehlversuche – ein Auswahleffekt. Als harte Probe wurde eine Zufalls-Baseline gerechnet: gleiche Einstiegszeiten, gleiche Ausstiegs-Mechanik, aber ein zufällig gewählter Handelstag statt eines regelbasierten Signals. Nach Kosten war das Ergebnis praktisch identisch mit der echten Regel, vor Kosten schnitt der Zufall sogar besser ab.

Eine entscheidende. Bei einer Position von 400 Aktien kostete eine Runde aus Kauf und Verkauf 8,00 US-Dollar, also 2 Cent je Aktie aus Spanne und Kommission zusammen. Ein festes Gewinnziel von 0,04 % wurde vor Kosten bei fast jedem zweiten Handel erreicht – nach Kosten von 5.858 Handeln genau null Mal.

98,7 % aller Handel liefen in den Stop, die übrigen 1,3 % ins Zeitlimit. 64,1 % aller Handel waren sogar schon in der ersten Minute nach dem Einstieg ausgestoppt, 3.513 von 5.483. Ein Stop direkt am Tief der Auslöserkerze liegt so nah am Kurs, dass ihn normales Minutenrauschen auslöst – bevor sich zeigen kann, ob die Idee stimmt.

Er trennt Muster von Zufall. Jede der 339 Filter-Bedingungen wurde ausschließlich auf der ersten Hälfte der Historie (2011–2018) gesucht und erst danach an der zweiten, bislang ungesehenen Hälfte (2019–2026) geprüft. Ohne diese Trennung sieht bei so vielen Versuchen schon rein zufällig etwa die Hälfte aller Bedingungen gut aus.

Weil jede einzelne Verkaufsorder die Mindestkommission erneut zahlt. Bei drei Teilverkäufen machte das auf eine Position von 10.000 US-Dollar rund 0,016 Prozentpunkte je Handel aus, auf 50.000 US-Dollar nur noch rund 0,002 Prozentpunkte. Vor Kosten lag diese Variante sogar rund 4 Prozentpunkte vor der Variante, die alles auf einmal verkaufte – nach Kosten rund 60 Prozentpunkte dahinter.

Getestet wurde ein einzelnes Wertpapier, der QQQ, nicht ein breites Aktienuniversum – die Aussage gilt zunächst für diesen ETF. Die Ausführung wurde konservativ angenommen, Steuern und die Marktwirkung eigener Orders sind nicht enthalten, und das Jahr 2020 bleibt aus Darstellungen und Durchschnitten heraus.

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