Börsenlotse
Kauftag heute: Gut (58 ↗) Gemischte Marktbreite · Breite steigend (+4 zum 10-Tage-Schnitt) · kein Makro-Großtermin
EVR

Evercore Partners Inc

Financial Services · Capital Markets · börsennotiert seit 2006

265,40$ +1,4 % zum Vortag ≈ 236,50 € (umgerechnet) · Stand: 06.10.2026 Schlusskurs · Stand: 5. Okt 2026
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Einordnung

Unsere Einordnung

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt — sie beurteilt das Unternehmen, nicht den Einstiegszeitpunkt. Keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.

Qualität belegt Liefert, Kostenziel offen

Geschäftsmodell, Zahlen und Bilanz halten unserer Prüfung stand. Ob der aktuelle Kurs einen Einstieg trägt, ist eine eigene Frage — sie hängt am Preis, nicht am Unternehmen.

Warum diese Farbe

Die Zahlen tragen Grün, und zwar deutlich. Es gibt keinen Substanzbefund: 2.021,0 Millionen US-Dollar Barmittel und Wertpapiere stehen 539,7 Millionen Anleihen gegenüber, macht rund 1.481 Millionen Nettoliquidität; die Zinsdeckung liegt beim 35,3-Fachen, die Eigenkapitalquote bei 41,3 Prozent. Kreditrisiko gibt es keines — die Firma vergibt keine Darlehen und hält keine Kundeneinlagen; der Firmenwert aus Zukäufen macht nur 227,4 Millionen von 4.314,3 Millionen Bilanzsumme aus. Die Ertragskraft ist außergewöhnlich: Eigenkapitalrendite 42,2 Prozent, operative Marge 24,4 Prozent, Piotroski-F-Score 7 von 9 und mit 81 Punkten (Note A) das höchste Fundamental-Rating im gesamten QARP-Scanner. Der Produktionsfaktor wächst statt zu schrumpfen: 210 Senior Managing Directors zu Beginn 2026, 18 Neuzugänge im Investment Banking und 19 interne Beförderungen innerhalb eines Jahres. Was gegen die Aktie spricht — die Zyklik und die Tatsache, dass die Rückkäufe die Aktienzahl nicht senken — ist keine Frage der Unternehmensqualität, sondern eine Frage des Einstiegspreises und der Verteilung. Diese Einwände stehen deshalb in der Kaufüberlegung, nicht in der Ampel.

Woran sich die These entscheidet

Einschätzung: Chancen & Risiken

Evercore ist eine unabhängige Beratungsbank ohne eigenes Kreditgeschäft: Sie berät bei Übernahmen, Restrukturierungen und Kapitalmarkttransaktionen und verdient damit 98 Prozent ihrer Erlöse. Die Finanzlage ist außergewöhnlich solide — rund 1.481 Millionen US-Dollar Nettoliquidität, kein Kreditbuch, Firmenwert von nur 227,4 Millionen bei 4.314,3 Millionen Bilanzsumme, Eigenkapitalrendite 42,2 Prozent und das höchste Fundamental-Rating des gesamten QARP-Scanners. Zwei Dinge muss man aber wissen: 64,9 Prozent der Nettoerlöse gingen 2025 an die eigenen Berater, und die Rückkäufe über 3.359 Millionen US-Dollar seit 2021 haben die Aktienzahl nicht gesenkt — sie halten nur die Vergütungsverwässerung auf. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,2 misst zudem gegen das beste Jahr der Firmengeschichte. Keine Anlageberatung.

Bilanz & Finanzlage

Zum 31.03.2026 standen 986,0 Millionen US-Dollar Barmittel und 1.035,0 Millionen Wertpapiere und Festgelder nur 539,7 Millionen Anleihen gegenüber — rund 1.481 Millionen Nettoliquidität. Es gibt kein Kreditbuch, kein Warenlager und keine Zukaufsblase: Der Firmenwert beträgt 227,4 Millionen von 4.314,3 Millionen Bilanzsumme. Die Zinsdeckung liegt beim 35,3-Fachen, die Eigenkapitalquote bei 41,3 Prozent (10-Q Q1 2026).

Kapitalverzinsung

Eigenkapitalrendite 42,2 Prozent, operative Marge 24,4 Prozent, Piotroski-F-Score 7 von 9. Das Fundamental-Rating von 81 Punkten (Note A) ist der höchste Wert im gesamten QARP-Scanner. Die Nettoerlöse stiegen 2025 um 29 Prozent auf 3.855,8 Millionen US-Dollar, im ersten Quartal 2026 um 100 Prozent auf 1.391,6 Millionen (Datenstand 27. Juli 2026; 10-K GJ 2025, 10-Q Q1 2026).

Kapitalrückgabe

Von 2021 bis zum ersten Quartal 2026 kaufte Evercore 19,5 Millionen eigene Aktien für 3.359 Millionen US-Dollar zurück — trotzdem waren zum 31.03.2026 mit 38.676.527 Class-A-Aktien mehr im Umlauf als Ende 2021 (37.903.430). Allein im ersten Quartal 2026 standen 1.929.641 zurückgekauften Aktien 2.018.098 neu für Vergütung ausgegebene gegenüber. Die Dividende liegt bei rund einem Prozent Rendite.

Ertragsqualität

Der Gewinn je Aktie von 7,20 US-Dollar im ersten Quartal 2026 enthält rund 2,11 US-Dollar aus Überschuss-Steuervorteilen: Bei 331,8 Millionen Vorsteuerergebnis betrug die Steuerlast nur 9,1 Millionen — ein Satz von 2,7 Prozent statt rund 29,4 Prozent. Der Vorteil entsteht aus dem gestiegenen Kurs der Vergütungsaktien und verschwindet, wenn der Kurs fällt (10-Q Q1 2026, Note 18).

Zyklik & Planbarkeit

Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel von 17,08 US-Dollar (2021) auf 6,37 (2023) und stieg auf 14,05 (2025). Ein Auftragsbuch gibt es nicht — der Geschäftsbericht warnt selbst, dass hohe Erlöse eines Quartals nichts über die folgenden aussagen. Beratungs- und Emissionsgebühren machten 2025 zusammen 91 Prozent der Erlöse aus. Gegenläufig wirkt allein die Restrukturierungsberatung (10-K GJ 2025, Item 1A).

Bewertung

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,2 misst gegen die stärksten zwölf Monate der Firmengeschichte (rund 17,6 US-Dollar je Aktie bis 31.03.2026). Auf den Fünfjahresschnitt von 11,64 US-Dollar gerechnet zahlt man beim Kurs von 347,31 US-Dollar rund das 30-Fache, auf das schwache Jahr 2023 das 54,5-Fache. Kurs-Buchwert 7,4 (Datenstand 27. Juli 2026).

Zu beachten

Auf die Rechercheliste kam Evercore über den QARP-Scanner „Qualität zum fairen Preis“ (Rang 15 der US-Auswahl, Datenstand 27. Juli 2026). Der Filter verlangt fünf Bedingungen gleichzeitig: Piotroski-F-Score mindestens 7 (Evercore: 7 von 9), Eigenkapitalrendite mindestens 15 Prozent (42,2), operative Marge mindestens 10 Prozent (24,4), Verschuldungsgrad höchstens 1,0 (0,71) und ein positives KGV bis 20 (19,2). Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist die knappste dieser Hürden. Das Fundamental-Rating von 81 Punkten (Note A) ist der höchste Wert im gesamten Scanner.

Der Altman-Z″-Score (Schwellen: unter 1,1 Gefahrenzone, ab 2,6 sicher) wird in dieser Analyse bewusst nicht gedeutet. Die Formel wurde an Industriebetrieben geeicht; ihre Bausteine — Nettoumlaufvermögen, Sachanlagen, Lieferantenverbindlichkeiten — setzen eine Produktionsbilanz voraus. Eine Beratungsbank ohne Warenlager und ohne Kreditbuch hat davon nichts; ihre Bilanz besteht fast nur aus Bargeld, Wertpapieren und Honorarforderungen. Aussagekräftig sind stattdessen die Nettoliquidität von rund 1.481 Millionen US-Dollar und die 35,3-fache Zinsdeckung zum 31.03.2026.

Börsenwert-Gegenprobe mit Befund: 38.676.527 Class-A-Aktien (31.03.2026) mal 347,31 US-Dollar ergeben rund 13,43 Milliarden US-Dollar — deckungsgleich mit dem Datenbestand (13,4 Milliarden). Der Datenbestand zählt also ausschließlich Class A. Nicht enthalten sind die rund 2,7 Millionen unverfallbaren LP-Einheiten der Senior Managing Directors an der Tochtergesellschaft Evercore LP (Klassen A, E, I und K), die jederzeit eins zu eins in Class-A-Aktien tauschbar sind; mit ihnen läge der wirtschaftliche Börsenwert bei rund 14,4 Milliarden US-Dollar, also etwa sieben Prozent höher. Class B umfasst nur 46 Stück ohne wirtschaftliches Gewicht.

Kurs- und Bewertungsangaben datiert auf den 27. Juli 2026 (Kurs 347,31 US-Dollar). Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Evercores Geschäftsjahr endet am 31. Dezember; der nächste Quartalsbericht wurde für den 29. Juli 2026 erwartet. Sämtliche Ad-hoc-Meldungen (8-K) nach dem Quartalsbericht vom 06.05.2026 wurden durchgesehen — die einzige betraf die Ergebnisse der Hauptversammlung vom 10. Juni 2026 und war ohne wirtschaftlichen Befund.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 26. August 2026. Was sich seitdem bei EVR geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.

Kursverlauf

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 256,90 $ bis 383,10 $ · Letzter Kurs: 265,40 $ (Stand: 5. Oktober 2026)

Kennzahlen

Kennzahlen im Überblick

Alle Kennzahlen dieser Aktie, nach Themen sortiert. Das Fragezeichen an einer Beschriftung erklärt, was die Zahl bedeutet.

Basis

Marktkapitalisierung ?Der Börsenwert des ganzen Unternehmens: Aktienkurs mal Zahl aller Aktien. 10,3Mrd. $
Aktien im Umlauf ?Zahl aller ausgegebenen Aktien. Kurs mal Aktienzahl ergibt die Marktkapitalisierung. 39Mio.
Streubesitz ?Anteil der Aktien, der frei an der Börse handelbar ist — also nicht fest in den Händen von Gründern, Insidern oder Großaktionären liegt. 94,7%
Beta ?Schwankungsmaß im Vergleich zum Gesamtmarkt: 1 = schwankt wie der Markt, 2 = doppelt so stark, unter 1 = ruhiger als der Markt. 1,5

Performance

Perf. 1M ?Kursentwicklung des letzten Monats. -3,30%
Perf. 3M ?Kursentwicklung der letzten 3 Monate. 20,30%
Perf. 6M ?Kursentwicklung der letzten 6 Monate. -4,00%
Jahresperformance (%) ?Kursentwicklung seit Jahresbeginn (Year to Date). 8,30%
Abstand 52-Wochen-Hoch ?Wie weit der Kurs unter seinem höchsten Stand der letzten 52 Wochen notiert. 0 % heißt: Die Aktie steht auf ihrem Jahreshoch. -10,7%
Perf. 1J ?Kursentwicklung der letzten 12 Monate. -18,48%
Perf. 3J ?Kursentwicklung der letzten 3 Jahre. 107,02%
Perf. 5J ?Kursentwicklung der letzten 5 Jahre. 102,81%
Perf. 10J ?Kursentwicklung der letzten 10 Jahre. 519,38%
Perf. seit Beginn ?Kursentwicklung seit dem ersten verfügbaren Handelstag (11.08.2006) — bei vollständiger Historie also seit dem Börsengang. 1.574,12%

Technische Kennwerte

GD 38 Tage ?Gleitender Durchschnitt der letzten 38 Handelstage: der geglättete Kursverlauf. Notiert der Kurs darüber, zeigt das kurzfristige Stärke. 280,70$
GD 50 Tage ?Gleitender Durchschnitt der letzten 50 Handelstage — die meistbeachtete mittelfristige Trendlinie. 289,20$
GD 200 Tage ?Gleitender Durchschnitt der letzten 200 Handelstage — die Trennlinie zwischen langfristigem Aufwärts- und Abwärtstrend. 324,50$
RSI (14) ?Relative-Stärke-Index über 14 Tage, Skala 0 bis 100: über 70 gilt als überkauft, unter 30 als überverkauft. Ein Hinweis zum Zeitpunkt, kein Urteil über das Unternehmen. 41,6
Volatilität 30 Tage ?Schwankungsbreite der letzten 30 Handelstage, auf ein Jahr hochgerechnet. Je höher der Wert, desto stärker schwankt der Kurs. 23,2%
Volatilität 250 Tage ?Schwankungsbreite der letzten 250 Handelstage (rund ein Börsenjahr), auf ein Jahr hochgerechnet. 38,2%

Aus der Kurshistorie berechnet · Stand: 06.10.2026

Bewertung

KGV ?Kurs-Gewinn-Verhältnis: Wie viele Jahresgewinne kostet die Aktie? Je niedriger, desto günstiger bewertet. Ohne Gewinn gibt es kein KGV. 14,7
KGV (erwartet) ?KGV auf Basis des für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinns statt des vergangenen — die Wette der Analysten auf die Zukunft. 12,2
PEG ?KGV geteilt durch das erwartete Gewinnwachstum: setzt die Bewertung ins Verhältnis zum Wachstum. Um 1 gilt als fair, deutlich darüber als teuer. 1,1
KBV ?Kurs-Buchwert-Verhältnis: Börsenwert im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital. 5,7
KUV ?Kurs-Umsatz-Verhältnis: Börsenwert geteilt durch Jahresumsatz. Wichtig bei Firmen, die (noch) keinen Gewinn machen. 2,2
EV/EBITDA ?Unternehmenswert inklusive Schulden (EV) im Verhältnis zum operativen Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) — vergleichbarer als das KGV, weil Schulden mitzählen. Extreme Werte entstehen, wenn das EBITDA nahe null liegt. 6,3
Kurs/FCF ?Börsenwert geteilt durch den freien Cashflow: Wie viele Jahre frei verfügbares Geld kostet die Aktie? Ehrlicher als das KGV, weil Cashflow schwerer zu schönen ist. 6,3

Rentabilität

Bruttomarge ?Bruttomarge: Was vom Umsatz übrig bleibt, nachdem nur die direkten Herstellkosten abgezogen sind — die Preissetzungsmacht des Produkts. 93,9%
EBIT-Marge ?EBIT-Marge: operativer Gewinn in Prozent vom Umsatz — die Ertragskraft des Kerngeschäfts vor Zinsen und Steuern. 24,4%
Nettomarge ?Nettomarge: Was vom Umsatz nach ALLEN Kosten, Zinsen und Steuern als Gewinn übrig bleibt. 15,8%
Eigenkapitalrendite ?Eigenkapitalrendite: Wie viel Gewinn erwirtschaftet das Unternehmen pro Jahr auf das Eigenkapital der Aktionäre? 42,2%
Gesamtkapitalrendite ?Gesamtkapitalrendite: Wie viel Gewinn das Unternehmen aus seinem gesamten Vermögen (Eigen- und Fremdkapital) herausholt. 19,3%

Bilanz & Sicherheit

Eigenkapitalquote ?Eigenkapitalquote: Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme. Je höher, desto krisenfester die Bilanz. 41,3%
Verschuldung/EK ?Verschuldungsgrad: Finanzschulden geteilt durch Eigenkapital. Werte unter 1 gelten meist als solide, negative Werte bedeuten negatives Eigenkapital. 0,7
Altman Z″ ?Insolvenz-Frühwarnsystem von Edward Altman. Wir rechnen die Z″-Variante aus vier Bilanzkennzahlen — sie ist für Dienstleister und Nicht-Produzenten gemacht und nimmt den Buchwert statt des Börsenwerts. Auf dieser Skala gilt: unter 1,1 = Gefahrenzone, ab 2,6 = sichere Zone, dazwischen ein Graubereich. Weil das klassische Altman-Z anders gerechnet wird, sind die beiden Zahlen nicht direkt vergleichbar. Für Banken, Versicherer und Immobilienwerte passt die Formel nicht. 11,05
Piotroski ?Bilanz-Gesundheitscheck nach Joseph Piotroski: 9 Ja/Nein-Kriterien zu Gewinn, Cashflow, Verschuldung und Effizienz. Ab 7 sehr solide, unter 3 ein Warnsignal. 7 von 9

Wachstum

Umsatzwachstum letztes Quartal ?Umsatzwachstum des zuletzt berichteten Quartals gegenüber demselben Quartal des Vorjahres (YoY). 100,30%
GpA-Wachstum letztes Quartal ?Wachstum des Gewinns pro Aktie im zuletzt berichteten Quartal gegenüber demselben Quartal des Vorjahres (YoY). 106,90%
Umsatzwachstum (Jahr) ?Umsatzwachstum des letzten Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr. 29,49%
Umsatzwachstum (erwartet) ?Von Analysten erwartetes Umsatzwachstum für die nächsten 12 Monate — eine Schätzung, keine Garantie. 13,54%
GpA-Wachstum (erwartet) ?Von Analysten erwartetes Wachstum des Gewinns pro Aktie für die nächsten 12 Monate — eine Schätzung, keine Garantie. 19,70%

Dividende

Dividendenrendite ?Jahresdividende geteilt durch den aktuellen Kurs: Wie viel Prozent des Einsatzes jährlich als Ausschüttung zurückfließen. 1,39%
Dividende je Aktie (12 Mon.) ?Summe der in den letzten 12 Monaten gezahlten Dividenden je Aktie. 3,41$
Ausschüttungsquote ?Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgeschüttet wird. Über 100 % heißt: Die Firma zahlt mehr aus, als sie verdient — auf Dauer nicht haltbar. 18,2%
Jahre ohne Kürzung ?So viele Jahre in Folge wurde die Dividende nicht gesenkt — ein Maß für Verlässlichkeit. 18Jahre
Anhebungs-Serie ?So viele Jahre in Folge wurde die Dividende erhöht — die Königsdisziplin der Dividendenzahler. 18Jahre

Qualität & Screener

Stage ?Weinstein-Phasen 1 bis 4: 1 = Bodenbildung, 2 = Aufwärtstrend (die einzige Kaufphase), 3 = Topbildung, 4 = Abwärtstrend. Gemessen an der 30-Wochen-Linie. 2
RS-Rating ?Relative Stärke von 1 bis 99: RS 95 heißt, die Aktie ist stärker gestiegen als 95 % aller Aktien. 70
GpA-Rating ?Gewinn-Wachstums-Rating von 1 bis 99 im Vergleich zu allen Aktien — hohe Werte stehen für überdurchschnittliches Gewinnwachstum. 86
Fundamental Rating ?Unser hauseigenes Fundamental-Rating: 0 bis 100 Punkte mit Schulnote A+ bis F. 50 Punkte sind der Durchschnitt aller Aktien im Universum, 100 der Bestwert. Bewertet werden Wachstum, Gewinn-Überraschungen, Analystenschätzungen, Margen, Cashflow und Bilanzsicherheit — jede Aktie im Perzentil-Vergleich gegen alle anderen. Ränge: A+ ab 95, A ab 75, B ab 55, C ab 45, D ab 25, E ab 5, F darunter. B (71 von 100)

Vergleich

Branchenvergleich

Die Aktie neben den größten Unternehmen derselben Gruppe. Die Median-Zeile ist der mittlere Wert der oben gezeigten Unternehmen — nicht der ganzen Branche.

Branche: Capital Markets

Branchenvergleich
Unternehmen Marktkap. (Mrd. $) KGV EV/EBITDA Bruttomarge % EBIT-Marge % Umsatzwachstum (Jahr) % Perf. 1J %
Evercore Partners Inc EVR 10,3 14,7 6,3 93,9 24,4 29,5 -18,5
Morgan Stanley MS 300,0 16,5 0,0 87,6 40,6 11,5 25,3
Goldman Sachs Group Inc GS 263,6 16,3 0,0 82,1 38,6 -1,4 18,1
Charles Schwab Corp SCHW 168,4 20,0 0,0 97,5 49,4 6,5 5,7
Interactive Brokers Group Inc IBKR 151,1 38,4 3,4 93,0 76,8 9,8 25,0
Robinhood Markets Inc HOOD 104,0 55,2 49,5 91,9 38,5 51,6 -22,6
Nomura Holdings Inc NMR 28,6 11,6 0,0 78,0 30,8 5,6 39,2
LPL Financial Holdings Inc LPLA 26,8 28,9 12,1 29,9 11,1 37,2 5,9
Tradeweb Markets Inc TW 23,6 26,8 12,4 93,2 46,5 18,9 -2,1
Median der gezeigten Unternehmen 104,0 20,0 3,4 91,9 38,6 11,5 5,9

Grundlage sind die zuletzt gemeldeten Kennzahlen. Nebeneinander stehen nur Titel desselben Handelsplatzes, damit die Marktkapitalisierungen in derselben Währung gerechnet sind. Im Chart vergleichen →

Geschäftsjahre

Jahreszahlen

Geschäftsjahre aus den geprüften Jahresabschlüssen, ältestes zuerst. EBIT ist der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern; die Bilanzsumme ist das gesamte Vermögen des Unternehmens.

Umsatz, Betriebsergebnis und Gewinn je Geschäftsjahr Mio. $

Umsatz Betriebsergebnis Gewinn

2016 · Umsatz: 1.457 Mio. $ 2016 · Betriebsergebnis: 268 Mio. $ 2016 · Gewinn: 108 Mio. $ 2017 · Umsatz: 1.724 Mio. $ 2017 · Betriebsergebnis: 438 Mio. $ 2017 · Gewinn: 125 Mio. $ 2018 · Umsatz: 2.082 Mio. $ 2018 · Betriebsergebnis: 551 Mio. $ 2018 · Gewinn: 377 Mio. $ 2019 · Umsatz: 2.029 Mio. $ 2019 · Betriebsergebnis: 449 Mio. $ 2019 · Gewinn: 297 Mio. $ 2020 · Umsatz: 2.285 Mio. $ 2020 · Betriebsergebnis: 541 Mio. $ 2020 · Gewinn: 351 Mio. $ 2021 · Umsatz: 3.307 Mio. $ 2021 · Betriebsergebnis: 1.117 Mio. $ 2021 · Gewinn: 740 Mio. $ 2022 · Umsatz: 2.779 Mio. $ 2022 · Betriebsergebnis: 704 Mio. $ 2022 · Gewinn: 477 Mio. $ 2023 · Umsatz: 2.443 Mio. $ 2023 · Betriebsergebnis: 366 Mio. $ 2023 · Gewinn: 255 Mio. $ 2024 · Umsatz: 2.996 Mio. $ 2024 · Betriebsergebnis: 533 Mio. $ 2024 · Gewinn: 378 Mio. $ 2025 · Umsatz: 3.880 Mio. $ 2025 · Betriebsergebnis: 794 Mio. $ 2025 · Gewinn: 592 Mio. $
2016201720182019202020212022202320242025
Jahreszahlen
Geschäftsjahr Umsatz (Mio. $) EBIT (Mio. $) Nettogewinn (Mio. $) GpA ($) Operativer Cashflow (Mio. $) Eigenkapital (Mio. $) Bilanzsumme (Mio. $)
2016 1.457 268 108 2,43 416 783 1.662
2017 1.724 438 125 2,80 517 796 1.585
2018 2.082 551 377 8,33 850 1.008 2.126
2019 2.029 449 297 6,89 505 870 2.599
2020 2.285 541 351 8,23 978 1.231 3.371
2021 3.307 1.117 740 17,08 1.385 1.320 3.803
2022 2.779 704 477 11,61 531 1.537 3.621
2023 2.443 366 255 6,37 458 1.577 3.703
2024 2.996 533 378 9,08 988 1.708 4.174
2025 3.880 794 592 13,34 1.256 2.032 5.358

Quartale

Quartalszahlen

Jede Säule ist ein Quartal, die letzte ist die aktuellste. Über den Umschalter lassen sich die einzelnen Größen durchsehen.

Gewinn & Umsatz

Cashflow

Bilanz

Margen

Je Aktie

Chart anklicken oder mit Tab anspringen, dann mit ← und → durch die Perioden gehen.

Diese Kennzahl berichtet keine der ausgewählten Aktien. Wähle eine andere Kennzahl oder wechsle zwischen Jahr und Quartal.

Die Firmen berichten in verschiedenen Währungen — für einen fairen Vergleich „Indexiert“ einschalten oder eine Marge wählen.

Die Zahlen konnten gerade nicht geladen werden.

Umsatz je Quartal (Mio. $)
2024: Q4 · 979,5 Mio. $ Q4 2025: Q1 · 699,0 Mio. $ Q1 2025: Q2 · 838,0 Mio. $ Q2 2025: Q3 · 1.046,0 Mio. $ Q3 2025: Q4 · 1.297,0 Mio. $ Q4 2026: Q1 · 1.400,5 Mio. $ Q1 2026: Q2 · 998,5 Mio. $ Q2

Quelle: Fundamentaldaten

Quartalszahlen
Quartal GpA (Gewinn pro Aktie) GpA YoY (%) Umsatz (Mio. $) Umsatz YoY (%) Nettomarge (%) OCF (Mio. $) FCF (Mio. $)
2024: Q4 3,30 62,00 980 24,30 14,30 686 673
2025: Q1 3,48 66,60 699 19,50 20,90 -550 -569
2025: Q2 2,36 30,40 838 20,90 11,60 438 412
2025: Q3 3,45 85,10 1.046 41,70 13,80 561 542
2025: Q4 4,76 44,50 1.297 32,40 15,70 808 799
2026: Q1 7,20 107,10 1.401 100,30 21,50 -226 -229
2026: Q2 2,32 -1,70 999 19,20 9,50 526 526

Was bedeuten diese Begriffe?

GpA (Gewinn pro Aktie):
Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
YoY (Year over Year):
Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
Umsatz:
Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
Nettomarge:
Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
OCF (operativer Cashflow):
Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
FCF (freier Cashflow):
Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.

Mit anderen Aktien vergleichen →

Screening

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Diese Aktie besteht aktuell 18 unserer Scanner-Strategien — jeder Treffer verlinkt zum Scanner.

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Prognose

Analysten & Kursziel

Sammelbild der Kursziele und Empfehlungen aller Analysten, die den Titel begleiten. Kursziele sind Erwartungen für die nächsten 12 Monate, keine Zusagen — und sie folgen dem Kurs oft, statt ihn vorherzusagen.

Konsens Verkaufen 1 = Starker Kauf … 5 = Starker Verkauf
Analysten-Einschätzungen 11
Kursziel (Durchschnitt) 363,90$
Abstand zum Kurs 37,1% Das Kursziel liegt 37,1 % über dem Kurs.

Verteilung der Empfehlungen

Starker Kauf 5
Kaufen 1
Halten 5
Verkaufen 0
Starker Verkauf 0

Schätzungen je Geschäftsjahr

Schätzungen je Geschäftsjahr
Geschäftsjahr GpA erwartet ($) GpA-Spanne ($) Umsatz erwartet (Mio. $) Wachstum erwartet Analysten
31.12.2026 19,54 18,65 – 21,02 4.854 34,2 % 10
31.12.2027 22,58 19,75 – 26,87 5.468 15,6 % 10

Durchschnitt der Analystenschätzungen für die kommenden Geschäftsjahre. Die Spanne zeigt, wie weit optimistischste und vorsichtigste Schätzung auseinanderliegen — je breiter, desto unsicherer die Erwartung.

Bewertung

Was preist der Kurs ein?

Statt zu schätzen, was die Aktie wert ist, drehen wir die Frage um: Welches Wachstum des freien Cashflows muss eintreten, damit der heutige Börsenwert aufgeht? Die Annahmen dahinter lassen sich verschieben.

Der aktuelle Börsenwert unterstellt rund -8,5 % Wachstum des freien Cashflows pro Jahr über zehn Jahre (Annahmen: Diskontsatz 10,0 %, Terminalwachstum 2,5 %).

Was preist der Kurs ein?
Freier Cashflow (letzte zwölf Monate) 1,63 Mrd. $
Marktkapitalisierung 10,27 Mrd. $
Freier Cashflow im zehnten Jahr 666,2 Mio. $
Anteil des Endwerts am Börsenwert 34,2 %

Zum Vergleich: In den vergangenen fünf Jahren wuchs der freie Cashflow um 5,0 % pro Jahr.

Sie zeigt, welche Annahme im heutigen Kurs steckt — nicht, ob sie eintritt. Alle Annahmen sind über die Regler veränderbar; die Zahlen ändern sich mit ihnen.

Vereinfachte Modellrechnung, keine Prognose und keine Empfehlung.

KI-Einstufung

KI-Einstufung

Neutral

Evercore erwähnt künstliche Intelligenz in den geprüften Berichten ausschließlich als Risikofaktor — als Verstärker von Cyber-, Betrugs- und Betriebsrisiken sowie als Risiko, das durch den KI-Einsatz Dritter zunimmt. Es gibt keine eigene KI-Anwendung im Kerngeschäft, kein KI-Produkt, keinen KI-bezogenen Umsatz und keine ausgewiesenen KI-Investitionen. Das Geschäftsmodell der unabhängigen Beratungsbank beruht auf 210 Senior Managing Directors und persönlichen Mandantenbeziehungen; KI spielt darin bislang keine ausgewiesene Rolle.

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„The increased use of mobile technologies, artificial intelligence and remote working arrangements heighten these and other operational risks."

Der zunehmende Einsatz mobiler Technologien, künstlicher Intelligenz und ortsunabhängiger Arbeitsformen verschärft diese und andere Betriebsrisiken.

10-K · 2026-02-20 · Zum SEC-Bericht

„These risks may be exacerbated by the use of artificial intelligence. Phishing attacks and email spoofing attacks are becoming more prevalent and are often used to obtain information to impersonate employees or clients in order to, among other things, direct fraudulent bank transfers or obtain valuable information."

Diese Risiken können durch den Einsatz künstlicher Intelligenz verschärft werden. Phishing-Angriffe und gefälschte Absenderadressen nehmen zu und werden häufig genutzt, um Informationen zu erlangen und sich als Mitarbeiter oder Mandanten auszugeben — unter anderem, um betrügerische Überweisungen zu veranlassen oder an wertvolle Informationen zu gelangen.

10-K · 2026-02-20 · Zum SEC-Bericht

„We are aware that there are risks presented by cybersecurity, including how those risks may increase with the use by others of artificial intelligence, and are committed to preventing and mitigating such risks by following the below framework."

Uns ist bewusst, dass von der Cybersicherheit Risiken ausgehen — auch dass diese Risiken durch den Einsatz künstlicher Intelligenz durch Dritte zunehmen können — und wir haben uns verpflichtet, solche Risiken anhand des nachfolgenden Rahmenwerks zu verhindern und abzumildern.

10-K · 2026-02-20 · Zum SEC-Bericht

Ausgewertete Berichte: 10-Q 2026-05-06 · 10-K 2026-02-20 · 10-Q 2025-11-05 · 10-Q 2025-08-07 · 10-Q 2025-05-08 · 10-K 2025-02-21

Eingestuft am 28. Juli 2026 · So entsteht die Einstufung

Telefonkonferenzen

Was die Conference Calls verraten

Evercore hat über zehn Calls von 2024-Q1 bis 2026-Q2 nichts versprochen, was danach nicht auch geliefert wurde: Der Umsatz stieg von rund 3,0 Milliarden Dollar (2024) auf 3,9 Milliarden (2025), die Vergütungsquote sank in jedem Jahr wie angekündigt, die Übernahme von Robey Warshaw schloss exakt zum genannten Termin, und die Zusage, mehr Aktien zurückzukaufen als über Boni ausgegeben werden, hält seit sechs Jahren. Wir haben keine gebrochene Zusage und keinen Widerspruch zwischen den Calls gefunden. Auffällig ist etwas anderes: Auf die meistgestellte Analystenfrage — ob die Vergütungsquote je wieder unter 60 Prozent kommt — gibt es seit 2024-Q2 in fünf Calls keine Zahl und keinen Zeitrahmen, sondern jedes Mal die Antwort, das dauere. Und auf der Sachkostenseite ist das Ziel 2026 leise von 'weiter besser' auf 'etwa wie im Vorjahr' gerutscht.

Unauffällig Liefert, Kostenziel offen 10 Calls ausgewertet, 2024-Q1 bis 2026-Q2 · Stand 2. August 2026

Vergütungsquote: geliefert, aber der Zielwert bleibt seit fünf Calls unbeantwortet

Die Kernfrage der Analysten seit 2024-Q2 lautet, ob Evercore die Vergütungsquote je wieder auf das historische Niveau von unter 60 Prozent bringt. Gestellt wurde sie in 2024-Q2, 2024-Q3, 2025-Q2, 2025-Q3 und 2026-Q1 — beantwortet mit einer Zahl oder einem Zeitrahmen wurde sie kein einziges Mal. Die Antworten reichen von 'verfrüht zu spekulieren' (2024-Q2) über 'eine schnelle Rückkehr wird es nicht geben' (2025-Q3) bis zu 'wir sind noch ein gutes Stück davon entfernt, fragen Sie mich Ende nächsten Jahres wieder' (2026-Q1). In 2025-Q3 sagte ein Analyst offen, die Modelle des Marktes unterstellten Quoten von gut 60 Prozent, und fragte, ob man das neu rechnen müsse — auch darauf kam keine Festlegung. Geliefert wurde dagegen sehr wohl: 67,6 Prozent (2023), 65,7 (2024), 64,2 (2025), 63,5 im zweiten Quartal 2026. Dass sich das Tempo verlangsamt, hat der Finanzvorstand in 2026-Q1 von sich aus angekündigt.

Sachkosten: aus 'weiter besser' wurde 2026 leise 'etwa wie im Vorjahr'

Von 2024-Q1 an lautete die Ansage, die Sachkostenquote werde sich 'kurz- bis mittelfristig' verbessern — und sie tat es: 16,6 Prozent (2023), 15,7 (2024), 14,2 (2025). Für 2026 kippte die Aussage in zwei Schritten. In 2026-Q1 hieß es noch, die Sachkosten würden ähnlich wachsen wie in den beiden Vorjahren (dort plus 16 und plus 17 Prozent). Nur ein Quartal später, in 2026-Q2, wurde daraus 'etwas stärker als in den letzten Jahren', und das Jahresziel lautet nun ausdrücklich nur noch, die Quote 'ungefähr in Höhe des Vorjahres' zu halten — also 14,2 Prozent statt weiterer Verbesserung. Im Quartal selbst sprang die Quote auf 17,5 Prozent; der Finanzvorstand nannte das unbefriedigend. Auf die Bitte eines Analysten, die Sondereffekte zu beziffern, kam kein Betrag, sondern 'im zweistelligen Millionenbereich, wenn man alles zusammenzählt'. Erwähnt, aber nicht quantifiziert wurde dabei ein Posten für Forderungsausfälle — bei einem Beratungshaus ein bemerkenswerter Punkt, der bis heute nur auf Nachfrage vorkam.

Kurzfristprognosen des Managements liegen systematisch zu niedrig

Dreimal in zwei Jahren hat das Management das eigene Folgequartal deutlich unterschätzt. In 2025-Q1 kündigte der Finanzvorstand an, das zweite und dritte Quartal 2025 würden von der Marktvolatilität belastet — beide wurden Rekordquartale (plus 21 und plus 42 Prozent gegenüber Vorjahr). In 2025-Q3 warnte er, die übliche starke Saisonalität im vierten Quartal falle diesmal schwächer aus — das vierte Quartal 2025 wurde mit rund 1,3 Milliarden Dollar das beste Quartal der Firmengeschichte. In 2026-Q1 hieß es, das zweite Quartal 2026 werde 'eher auf dem Niveau des Vorjahresquartals' liegen (839 Millionen Dollar) — es kam rund 1,0 Milliarde, also 19 Prozent darüber. Das ist kein Schönreden, sondern das Gegenteil davon. Für Anleger heißt es aber: Aussagen dieses Hauses zum unmittelbar folgenden Quartal taugen als Untergrenze, nicht als Schätzung.

Kennzahlen werden unschärfer: Diversifikationsquote und Margenmaßstab

Der Anteil der Erlöse außerhalb des Fusionsgeschäfts war 2025 die Vorzeigezahl: 'mehr als 50 Prozent' im Quartal (2025-Q1), 'rund 50 Prozent' (2025-Q2), 'rund 45 Prozent im Quartal und 50 Prozent über zwölf Monate' (2025-Q3), 'rund 45 Prozent' (2025-Q4). In 2026-Q1 fehlt sie in der Eröffnungsrede vollständig und fällt erst auf Analystenfrage als 'so um die 45, jedenfalls über 40 Prozent'. In 2026-Q2 steht nur noch 'mehr als 40 Prozent, über die letzten zwölf Monate' — der Quartalswert wurde durch den geglätteten Zwölfmonatswert ersetzt. Der Rückgang selbst ist erklärbar und wurde in 2025-Q3 sogar vorab angekündigt. Dazu passt eine zweite Verschiebung: In 2026-Q2 hielt ein Analyst dem Finanzvorstand vor, die operative Marge habe 2016 bis 2022 überwiegend zwischen 26 und 28,5 Prozent gelegen, aktuell seien es 22,7 Prozent im ersten Halbjahr. Die Antwort setzte den historischen Maßstab kurzerhand tiefer an, nämlich bei 24,5 bis 25 Prozent.

Die Erholung bei Finanzinvestoren wird seit 2024-Q1 angekündigt und ist 2026 noch nicht da

Schon in 2024-Q1 hieß es, die Aktivität der Finanzinvestoren werde anziehen, es gebe 3,8 Billionen Dollar wartendes Kapital und eine Intensität 'wie lange nicht'. In 2024-Q3 hielt ein Analyst dagegen, die Aktivität komme nicht in der erwarteten Geschwindigkeit — Antwort: die Umsätze kämen erst 2025. In 2025-Q1 sank die Zahl der Transaktionen sogar. Im Jahr 2025 legte das Segment industrieweit dann um 43 Prozent im Volumen, aber nur 14 Prozent in der Stückzahl zu. In 2026-Q1 räumte der Vorstandschef auf Nachfrage ein, das Mittelstandsgeschäft sei 'bei weitem nicht so lebhaft, wie wir es zu Jahresbeginn erhofft hatten', und in 2026-Q2 heißt es weiterhin, Mittelstand und Finanzinvestoren lägen unter dem historischen Durchschnitt. Das Eingeständnis kam offen und auf Nachfrage; die Prognose selbst wurde aber neun Quartale lang immer wieder um ein bis zwei Quartale nach hinten geschoben.

Was belegbar gehalten wurde: Kapitalrückgabe, Übernahmetermin, Personalaufbau

Auf der Habenseite steht eine ungewöhnlich saubere Bilanz. Die Zusage, jedes Jahr mehr Aktien zurückzukaufen, als über die Bonusrunde ausgegeben werden, wurde in 2024-Q4 (viertes Jahr), 2025-Q4 (fünftes Jahr) und 2026-Q1 (sechstes Jahr) jeweils bestätigt. Die in 2025-Q2 angekündigte Übernahme von Robey Warshaw sollte 'etwa zu Beginn des vierten Quartals' schließen und schloss am 1. Oktober 2025; die zugesagte Neutralisierung der dafür ausgegebenen Aktien war laut 2025-Q4 nicht nur für 2025, sondern gleich auch für 2026 erledigt. Die 2024 gegebene Zusage, die Sachkostenquote für das Gesamtjahr unter das Vor-Corona-Niveau zu drücken, wurde in 2024-Q4 mit 15,7 gegenüber über 17 Prozent eingelöst. Und die Ankündigung aus dem Krisenquartal 2025-Q1, 'durch den Zyklus hindurch' in Personal zu investieren, führte 2025 zur größten externen Einstellungsrunde der Firmengeschichte; die Zahl der Senior Managing Directors stieg von 144 (Ende 2024) auf 188 (2026-Q2).

Zusagen des Managements

  • 2024-Q1 — Die Sachkostenquote für das Gesamtjahr 2024 liegt auf oder unter dem Niveau vor der Pandemie. In 2024-Q2 wörtlich wiederholt und in 2024-Q4 eingelöst: 15,7 Prozent für das Jahr gegenüber einem Vor-Corona-Niveau von über 17 Prozent. 2025 folgten 14,2 Prozent. eingehalten
  • 2024-Q4 — Die Vergütungsquote verbessert sich 2025 erneut spürbar, nach 190 Basispunkten im Jahr 2024. Trotz der Relativierung in 2025-Q1 ('im aktuellen Umfeld schwieriger') geliefert: 64,2 Prozent für 2025 nach 65,7 Prozent, also 150 Basispunkte. Für 2026 wurde in 2026-Q1 ausdrücklich ein deutlich kleinerer Schritt angekündigt. eingehalten
  • 2025-Q3 — Die Vergütungsquote für das Gesamtjahr 2025 landet etwa auf dem Niveau des dritten Quartals (65 Prozent), was rechnerisch ein niedrigeres viertes Quartal verlangt. Übererfüllt: Das vierte Quartal 2025 kam auf 62 Prozent, das Gesamtjahr auf 64,2 Prozent — besser als die selbst gesetzte Marke. eingehalten
  • 2025-Q2 — Die Übernahme von Robey Warshaw schließt etwa zu Beginn des vierten Quartals 2025. Abschluss am 1. Oktober 2025, in 2025-Q3 bestätigt. In 2026-Q2 berichtete der Vorstandschef von reibungsloser Integration und mehreren gemeinsamen Mandaten. eingehalten
  • 2025-Q2 — Die für Robey Warshaw ausgegebenen Aktien werden durch zusätzliche Rückkäufe neutralisiert, sodass die Transaktion für Aktionäre einer Barzahlung gleichkommt. In 2025-Q3 für die erste Tranche bestätigt und in 2025-Q4 bereits für die 2026 fällige zweite Tranche vorweg erledigt — schneller als zugesagt. eingehalten
  • 2024-Q4 — Auch 2025 werden mehr Aktien zurückgekauft, als über die jährliche Bonusrunde ausgegeben werden. In 2025-Q4 als fünftes Jahr in Folge bestätigt, in 2026-Q1 als sechstes. 2025 flossen 812 Millionen Dollar an die Aktionäre zurück, im ersten Halbjahr 2026 bereits 823 Millionen. eingehalten
  • 2024-Q3 — Im Aktienemissionsgeschäft will Evercore unter die Top 10 kommen, aktuell rangiere man etwa auf Platz 11. In den folgenden neun Calls wurde kein einziger Zwischenstand zu dieser Rangliste genannt. In 2026-Q2 ist es weiterhin eine 'Ambition' — bei allerdings starkem Geschäft: bestes Quartal aller Zeiten mit 97 Millionen Dollar, plus 201 Prozent gegenüber Vorjahr. offen
  • 2026-Q2 — Die Sachkostenquote für das Gesamtjahr 2026 soll ungefähr auf dem Vorjahresniveau von 14,2 Prozent landen, obwohl die Kosten stärker wachsen als zuletzt. Nach 13,5 Prozent im ersten Halbjahr und 17,5 Prozent allein im zweiten Quartal ist das nachprüfbar, aber ambitioniert. Es ist zugleich die stillste Zielkorrektur der zehn Calls: Aus dem seit 2024 verkündeten weiteren Fortschritt wurde ein Halten des Vorjahreswertes. offen

Grundlage: öffentliche Wortprotokolle der Earnings Calls. Ausgewertet: 10 Wortprotokolle 2024-Q1 bis 2026-Q2.

Wachstum

Wachstums-Score

Zehn Prüfungen aus den Jahresabschlüssen — jede bestandene zählt einen Punkt.

7 von 10 Solides Wachstum
  • Umsatz wächst über drei Jahre um mehr als 15 % pro Jahr 11,8 %
  • Für das kommende Jahr werden mehr als 10 % Umsatzwachstum erwartet 13,5 %
  • Aktienzahl wächst um weniger als 3 % pro Jahr 2,7 %
  • Umsatzwachstum plus Cashflow-Marge ergeben mindestens 40 („Rule of 40") 60,0 %
  • Bruttomarge ab 40 % und ohne nennenswerte Erosion 99,4 %
  • Firmenwert aus Zukäufen wächst nicht schneller als der Umsatz 4,3 %
  • Nettoverschuldung unter dem Doppelten des EBITDA 311 Mio. Netto-Cash
  • Operativer Cashflow deckt die Gewinne der letzten drei Jahre 1.477 Mio.
  • Kapitalrendite ab 15 % oder gegenüber vor zwei Jahren gestiegen 15,9 %
  • Insider halten mindestens 10 % oder kaufen netto zu 2,3 %

Ein Kriterium ohne Zahlen gilt weder als bestanden noch als verfehlt; einen Punktestand gibt es erst ab 7 beurteilbaren Kriterien. Quelle: Fundamentaldaten. Alle zehn Kriterien im Detail

Qualitätsprüfung

AAQS

9/10 Qualitätsaktie

Der AAQS (AlleAktien Qualitätsscore) prüft 10 Qualitätskriterien zu Wachstum, Profitabilität und Bilanzstärke — nach der von AlleAktien entwickelten und veröffentlichten Methodik, von uns aus eigenen Fundamentaldaten berechnet. Ab 9 von 10 Punkten gilt eine Aktie als Qualitätsaktie. Bei kürzerer Börsenhistorie rechnen wir über die verfügbaren Geschäftsjahre (mindestens fünf).

  • Umsatzwachstum 10 J > 5 % 11,5 %
  • Erw. Umsatzwachstum 3 J > 5 % 18,7 %
  • EBIT-Wachstum 10 J > 5 % 12,8 %
  • Erw. EBIT-Wachstum 3 J > 5 % 30,1 %
  • Nettoverschuldung < 4x EBIT -0,4x
  • EBIT positiv, 10 J durchgehend 10
  • Max. EBIT-Rückgang < 50 % 67,2 %
  • Eigenkapitalrendite > 15 % 33,4 %
  • ROCE > 15 % 15,8 %
  • Renditeerwartung > 10 % 45,1 %

Aktien mit der vollen AAQS-Punktzahl ansehen · Methodik bei AlleAktien nachlesen

Quelle: Fundamentaldaten

Das Unternehmen

Über das Unternehmen

Evercore Inc. ist mit ihren Tochtergesellschaften eine unabhängige Investmentbank in Nord- und Südamerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum.

Mitarbeiter
2.715
Hauptsitz
New York, NY
Anschrift
55 East 52nd Street, 10055 New York, United States
Telefon
(212) 857-3100
Börsengang
11.08.2006
ISIN
US29977A1051

Management

Management
Name Position Jahrgang
Roger Charles Altman Founder & Senior Chairman 1946
John S. Weinberg Chairman & CEO 1957
Timothy Gilbert LaLonde M.B.A., M.Sc. Senior MD & CFO 1962
Jason Klurfeld J.D. Senior MD, Corporate Secretary & General Counsel 1973
Matthew Lindsey-Clark Co-Head of EMEA Investment Banking, Global Adv. Europe & Sr. MD of Strategic Advisory of London 1963
Paul Pensa CPA Senior Managing Director, Chief Accounting Officer & Controller –
David Kamo Senior MD of Strategic Advisory of New York & Senior MD in Investment Banking –
Sandeep Saini Senior MD & Chief Information Officer –
Katy Haber Senior MD, Head of Investor Relations & ESG –
Jamie Easton Senior MD, Head of Communications & External Affairs 1979

Führungskräfte laut jüngsten Pflichtmeldungen; Positionsbezeichnungen in Originalsprache. Quelle: Fundamentaldaten.

Meldungen

Unternehmensmeldungen (8-K)

Ein 8-K ist die Pflichtmeldung, mit der ein US-Unternehmen wesentliche Ereignisse sofort öffentlich machen muss — etwa Übernahmen, Führungswechsel, Großaufträge oder Zahlungsschwierigkeiten. Die Links führen zum Originaldokument bei der US-Börsenaufsicht SEC.

  • 29.07.2026 Evercore Inc. (EVR): Results of Operations and Financial Condition; Financial Statements and Exhibits SEC ↗

Datenstand: 5. Oktober 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

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