United States Lime & Minerals: Die stillste Gelddruckmaschine der Nasdaq gehört einem einzigen Mann
Kein Analyst deckt sie ab, keine Telefonkonferenz gibt es, und doch häuft United States Lime & Minerals mehr Geld an, als sie ausschüttet: 402,6 Millionen US-Dollar Kasse zum 30. Juni 2026, bei einer Quartalsdividende von gerade einmal 6 Cent je Aktie. Wer den Kalkproduzenten aus Dallas zum ersten Mal entdeckt, fühlt sich wie ein Trüffelsucher — ein Geheimtipp, den noch niemand gefunden hat. Tatsächlich handelt die Aktie längst mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9. Wir haben den frischen Quartalsbericht vom 30. Juli 2026 gelesen, dazu den Geschäftsbericht und das Proxy-Statement — und zeigen dir, wem diese Firma wirklich gehört, warum sie kaum spricht, und warum unentdeckt nicht automatisch unterbewertet heißt.
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Stand heute
Stand: 6. August 2026
- Schlusskurs
- 116,30 $ -1,30 %
- Marktkapitalisierung
- 3,5 Mrd. $
- KGV
- 25,4
- Wachstums-Score
- 10/10
- AAQS
- 10/10
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 97,50 $ bis 139,50 $ · Letzter Kurs: 116,30 $ (Stand: 6. August 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt einen Traum, den fast jeder Anleger irgendwann träumt: den Traum vom unentdeckten Geheimtipp. Eine Firma, über die niemand spricht, die kein Analyst abdeckt, die auf keiner Watchlist steht — und die trotzdem still vor sich hin Geld verdient, bis irgendwann „der Markt sie entdeckt“ und der Kurs explodiert. Dieser Traum fühlt sich gut an, weil er dich zum Pionier macht statt zum Nachzügler. Das Problem: Unentdeckt heißt nicht automatisch unterbewertet. Manchmal ist eine Aktie leise, weil niemand redet — und trotzdem längst so bepreist, als würden alle zuhören. Genau das wollen wir bei United States Lime & Minerals, Inc. (Nasdaq: USLM) klären, einem Kalkproduzenten aus Dallas, Texas, der wirklich fast nie spricht: keine Telefonkonferenzen, keine Prognosezahlen, nur eine kurze Pressemitteilung pro Quartal. Die letzte kam am 29. Juli 2026, einen Tag vor dem Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC. Wir haben beide gelesen, dazu den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 und das Proxy-Statement zur Hauptversammlung 2026. Am Ende steht keine Kaufempfehlung, sondern die Zahlen, mit denen du selbst entscheiden kannst, ob dein Geheimtipp-Gefühl noch zum Preis passt.
Was United States Lime & Minerals eigentlich macht
Kalk klingt nach Schulkreide, ist aber ein Industrierohstoff mit erstaunlich vielen Abnehmern. United States Lime & Minerals stellt Branntkalk (gebrannten Kalk, englisch „quicklime“), Kalkhydrat sowie gebrochenen und gemahlenen Kalkstein und Kalkmilch her — mit Werken und Verteilzentren in Arkansas, Colorado, Louisiana, Missouri, Oklahoma und Texas. Übersetzt in ein Alltagsbild: Kalk ist der stille Helfer hinter vielen Baustellen und Fabrikschornsteinen, den man nie im fertigen Produkt sieht, aber ohne den vieles nicht funktioniert. Die Kundenliste zeigt, wie breit das Geschäft gestreut ist: Bauwirtschaft (Highways, Straßen, Gebäude), Industrie (Papier, Glas), Umwelt (kommunale Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung, Rauchgasreinigung in Kraftwerken), Metall — darunter Stahlproduzenten, die Kalk als Flussmittel im Hochofen brauchen, so wie zum Beispiel der Stahlkonzern Nucor, den wir separat analysiert haben —, dazu Dachschindel-Hersteller und die Landwirtschaft (Geflügelhaltung). Das Unternehmen führt genau ein berichtspflichtiges Segment: Kalk & Kalkstein. Eine kleine Nebenerlösquelle aus Erdgas-Lizenzgebühren im Barnett-Shale-Gebiet (Johnson County, Texas) ist laut Quartalsbericht zu klein für ein eigenes Segment. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte USLM 346 Mitarbeiter, davon 110 gewerkschaftlich vertreten über drei Tarifverträge — einer davon, für die Texas-Werke, läuft im November 2026 aus. Damit ist das Geschäftsmodell erklärt. Interessanter ist, wer es besitzt und wie leise es geführt wird — und genau darin liegt das zentrale Spannungsfeld dieser Analyse: United States Lime & Minerals ist die stillste Gelddruckmaschine der Nasdaq — ein Unternehmen, das fast nichts sagt, einem einzigen Mann gehört und dessen Kasse schneller wächst, als sie ausgeschüttet wird.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Auf die Rechercheliste kam USLM nicht über einen Hype-Scanner oder eine virale Reddit-Diskussion, sondern über den ganz gewöhnlichen Kalender der SEC-Berichte: Am 29. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen seine Zahlen zum zweiten Quartal per 8-K-Pressemitteilung (Anlage 99.1), einen Tag später, am 30. Juli 2026, folgte der vollständige Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026. Das ist bei USLM praktisch die einzige Gelegenheit, dem Unternehmen überhaupt zuzuhören — es gibt keine Earnings-Calls und keine Guidance-Zahlen, nur diese knappen, zwei bis drei CEO-Sätze umfassenden Pressemitteilungen pro Quartal. Auch Analysten decken die Aktie kaum ab; Morningstar führt sie lediglich mit einem quantitativen, algorithmisch erzeugten Rating. Wer USLM verstehen will, muss also selbst lesen, was im 10-Q und im 10-K steht — es gibt schlicht keine Vermittler, die es für einen einordnen. Genau das haben wir getan, und die erste Zahl, die auffällt, ist ein Rekordquartal.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Fangen wir mit dem, was wirklich beeindruckt: Seit 2015 ist USLM nahezu jedes Jahr gewachsen — und zwar profitabler, nicht nur größer. Der Umsatz stieg von 130,8 Millionen US-Dollar (2015) auf 372,7 Millionen (2025), die Bruttomarge kletterte im selben Zeitraum von rund 22 Prozent auf rund 49 Prozent. 2025 lag die Nettomarge bei 36,0 Prozent — für einen Industrierohstoff-Hersteller ein außergewöhnlicher Wert, den man eher bei Softwarefirmen erwartet. Die Tabelle zeigt die Entwicklung im Detail (alle Werte in Millionen US-Dollar):
Woher kommt dieses beschleunigte Wachstum? Nicht nur aus mehr verkauftem Kalk, sondern zunehmend aus höheren Preisen. Der Geschäftsbericht (10-K) für 2025 rechnet es exakt vor:
"Our revenues increased 17.3% in 2025 compared to 2024, due to an increase in sales volume of our lime and limestone products of 11.7% and a 5.6% increase in average selling prices."
Übersetzung: „Unser Umsatz stieg 2025 im Vergleich zu 2024 um 17,3 Prozent, aufgrund einer Steigerung des Absatzvolumens unserer Kalk- und Kalksteinprodukte um 11,7 Prozent und einer Erhöhung der durchschnittlichen Verkaufspreise um 5,6 Prozent.“
— United States Lime & Minerals, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Punkt „Results of Operations“
2024 lief die Rechnung sogar noch eindrücklicher: Das Absatzvolumen war laut CEO-Kommentar in der Pressemitteilung vom 3. Februar 2025 insgesamt leicht rückläufig — der Umsatz stieg trotzdem um 12,9 Prozent, weil Preiserhöhungen das Wachstum allein trugen. Merke dir dieses Muster: Bei USLM wächst der Umsatz zunehmend, weil Kunden bereit sind, mehr zu zahlen, nicht nur, weil mehr Tonnen das Werk verlassen. Das ist ein Zeichen von Preismacht, wie sie nur wenige Industrierohstoff-Hersteller haben. Die zweite Kurve zeigt, wohin dieser Gewinn fließt — auf ein Konto, das kaum jemand anrührt:
Ein Detail gehört zwingend in dieses Kapitel, weil es die Gewinnqualität einordnet: Im ersten Halbjahr 2026 wies USLM „sonstige Erträge“ von 6,6 Millionen US-Dollar aus — im Wesentlichen Zinsen auf die eigene Kasse, kein Kalkgeschäft. Bei einem Vorsteuergewinn von 83,0 Millionen US-Dollar (76,4 Millionen operativ plus 6,6 Millionen sonstige Erträge) heißt das: rund 8 Prozent des Vorsteuergewinns im ersten Halbjahr 2026 kamen aus Zinserträgen, nicht aus verkauftem Kalk. Einmaleffekte oder Sondererlöse gab es dagegen keine — der Quartalsbericht bestätigt, dass es sich um wiederkehrende Zinserträge handelt. Das ist kein Alarmsignal, aber ein Grund, die Wachstumsrate nicht blind mit der operativen Ertragskraft gleichzusetzen: Ein Teil des Gewinnwachstums ist schlicht der Zins auf eine immer größer werdende Kasse.
Was das Management verspricht — und was eintrifft
Weil es bei USLM keine Telefonkonferenzen und keine Analystenfragen gibt, ist die einzige Quelle, an der man das Management überhaupt beim Reden erwischt, die kurze Pressemitteilung, die zu jedem Quartalsbericht als Anlage 99.1 zu einer 8-K bei der SEC eingereicht wird. Liest man diese Mitteilungen der letzten drei Jahre hintereinander, ergibt sich eine Chronik aus Versprechen und Lieferung — und ein klares Muster.
Am 2. August 2023 klagte CEO Timothy W. Byrne über Kostendruck bei Energie, Ersatzteilen und Löhnen; die Stahlnachfrage schwäche sich ab, hohe Zinsen belasteten die Bauwirtschaft. Am 31. Oktober 2023 erwartete er „weiterhin schwache Nachfrage in einigen unserer Schlüsselmärkte“ — tatsächlich stieg der Umsatz 2024 um 12,9 Prozent, fast ausschließlich getrieben von Preisen. Das Management war hier zu vorsichtig. Am 2. Februar 2024 warnte er vor „schwacher Baunachfrage … mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2024“ — das traf ein, wenn auch aus einem Grund, den niemand vorhersehen konnte: ungewöhnlich viel Regen half beim Verzögern der Bauprojekte nach. Am 30. April 2024 erwartete er „verbesserte Nachfrage von unseren Baukunden“ — im zweiten Quartal 2024 sorgte stattdessen Rekordregen im Süden der USA für anhaltend schwache Nachfrage. Diese eine Prognose verfehlte das Management, und der Grund war Wetter, nicht Fehleinschätzung des Marktes. Am 31. Juli 2024 erwartete er „verbesserte Nachfrage … bei besseren Wetterbedingungen“ — im dritten Quartal 2024 normalisierte sich das Wetter tatsächlich, und die Nachfrage zog an. Diesmal geliefert.
Am 3. Februar 2025, mit Blick auf das gerade abgelaufene Rekordjahr, zeigte er sich nur „vorsichtig optimistisch für den Beginn des Jahres 2025“ — 2025 wurde dann das bisher stärkste Jahr der Firmengeschichte, mit 17,3 Prozent Umsatzwachstum. Auch hier: eher untertrieben als übertrieben. Am 29. Oktober 2025 erwähnte das Management zum ersten Mal überhaupt Rechenzentren als Nachfragetreiber — „unterstützt durch den Bau großer Rechenzentren in den Regionen, die wir beliefern“ —, warnte zugleich aber vor einem „gemischteren Nachfragebild“. Diese Warnung traf ein: Das erste Quartal 2026 brachte tatsächlich den ersten Rückgang. Am 2. Februar 2026 warnte das Management vor winterbedingten Verzögerungen und Schwäche bei Dachschindel-Herstellern im ersten Quartal — auch das traf ein. Am 29. April 2026 räumte CEO Byrne den „ersten Umsatzrückgang gegen das Vorjahresquartal seit Beginn der Corona-Pandemie 2020“ offen ein, zeigte sich aber „optimistisch für den Rest des Jahres“ und kündigte an, der neue Brennofen werde „diesen Sommer“ starten — und genau das lieferte das zweite Quartal 2026: ein Rekordquartalsgewinn. Am 29. Juli 2026 schließlich, zum aktuellen Quartalsbericht, klang das Management so:
"Looking ahead, we anticipate that data center projects should continue to support strong construction demand, and that the new kiln at our Texas facility will come online this summer,"
Übersetzung: „Mit Blick nach vorn gehen wir davon aus, dass Rechenzentrums-Projekte die starke Baunachfrage weiter stützen werden und dass der neue Brennofen an unserem Texas-Standort diesen Sommer in Betrieb geht.“
— Timothy W. Byrne, President & CEO, United States Lime & Minerals, Inc., 8-K-Pressemitteilung vom 29. Juli 2026, Anlage 99.1
Das Muster über drei Jahre ist bemerkenswert konsistent: Das Management neigt dazu, eher zu unterversprechen und überzuliefern; Warnungen vor konkreten Problemen (Wetter, Dachschindel-Schwäche) trafen praktisch immer ein; die einzige klare Fehleinschätzung (Frühjahr 2024) ging aufs Wetter, nicht auf falsche Markteinschätzung. Und der Ton hat sich sichtbar gedreht: 2023 sprach die Firma noch von Inflations- und Konjunktursorgen, seit Ende 2025 dominiert der Optimismus rund um Rechenzentren-Bauprojekte. Für dich als Leser heißt das: Wenn dieses Management vorsichtig klingt, lohnt es sich, genauer hinzusehen — und wenn es optimistisch klingt, hat es das in der Vergangenheit meist auch geliefert.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Ein einziger Mann kontrolliert 61,58 Prozent der Aktien
USLM ist an der Nasdaq notiert, börsennotiert im rechtlichen Sinn — aber wirtschaftlich ist es fast ein Familienunternehmen. Das Proxy-Statement zur Hauptversammlung 2026 (eingereicht 27. März 2026, Stichtag 13. März 2026) weist aus, dass die kanadische Investmentgesellschaft Inberdon Enterprises Ltd. mit Sitz in Vancouver 17.653.780 Aktien hält — das entspricht 61,58 Prozent aller ausstehenden Aktien. Wem gehört Inberdon? Das beantwortet das Filing selbst, in einer knappen Fußnote:
"Inberdon Enterprises Ltd. ("Inberdon") is a private investment holding company located in North America. All of the outstanding shares of Inberdon are held, indirectly through a private company, by Mr. George M. Doumet."
Übersetzung: „Inberdon Enterprises Ltd. („Inberdon“) ist eine private Investment-Holdinggesellschaft mit Sitz in Nordamerika. Alle ausstehenden Anteile von Inberdon werden indirekt über eine private Gesellschaft von Mr. George M. Doumet gehalten.“
— United States Lime & Minerals, Inc., SEC-Proxy-Statement DEF 14A (eingereicht 27. März 2026)
Übersetzt in ein Alltagsbild: Stell dir eine Aktiengesellschaft vor, bei der ein einziges Mitglied auf jeder Hauptversammlung 62 von 100 Stimmen mitbringt — noch bevor irgendjemand anderes das Wort ergreift, steht das Ergebnis jeder Abstimmung fest. Genau das ist bei USLM der Fall: Der Vorstand sitzt de facto so fest im Sattel, wie es an einer öffentlichen Börse überhaupt möglich ist. Verstärkt wird das Bild durch die Zusammensetzung des Verwaltungsrats, in dem laut Proxy-Statement auch der Bruder von George M. Doumet sitzt — mit der offen genannten Begründung, dass sein Bruder die Mehrheitskontrolle über das Unternehmen hält. Das ist kein Governance-Bruch und wird vollständig offengelegt; die restlichen Institutionen halten nur einen Bruchteil, allen voran BlackRock, Inc. mit 5,6 Prozent laut einer Schedule 13G vom 30. Juli 2026 (Stichtag 30. Juni 2026, rein passive Beteiligung). Aber für dich als Minderheitsaktionär heißt es: Du bist Miteigentümer an einem gut geführten Geschäft, hast aber bei praktisch keiner Entscheidung ein wirkliches Mitspracherecht — der Kapitän dieses Schiffs kann von niemandem außer sich selbst abgesetzt werden.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: 402,6 Millionen Kasse, 0,06 Dollar Dividende — und ein Präzedenzfall
Die zweite unbequeme Wahrheit ist eigentlich eine erfreuliche Zahl, die trotzdem eine Frage aufwirft. Zum 30. Juni 2026 hatte USLM 402,6 Millionen US-Dollar an Kasse und Barmitteln — bei einer Bilanzsumme von 747,4 Millionen und einem Eigenkapital von 695,7 Millionen. Finanzschulden: null. Die einzige Kreditlinie (75 Millionen US-Dollar bei Wells Fargo, plus 50 Millionen Erweiterungsoption) ist bis auf 4,6 Millionen US-Dollar an Avalen für das Kiln-Projekt komplett ungenutzt. Der Quartalsbericht formuliert die eigene Liquiditätslage so:
"At June 30, 2026, we had no debt outstanding and no draws on the Revolving Facility other than $4.6 million of letters of credit, principally related to the Texas kiln project"
Übersetzung: „Zum 30. Juni 2026 hatten wir keine ausstehenden Schulden und keine Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditlinie außer 4,6 Millionen US-Dollar an Akkreditiven, im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Texas-Kiln-Projekt.“
— United States Lime & Minerals, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026, Liquidität & Kapitalausstattung
Dem gegenüber steht eine Quartalsdividende von 0,06 US-Dollar je Aktie — 2025 zusammen rund 6,9 Millionen US-Dollar, eine Ausschüttungsquote von nur etwa 5 Prozent des Jahresgewinns. Bei 28.688.363 ausstehenden Aktien (Stichtag 28. Juli 2026) entspricht das einer Dividendenrendite von grob 0,2 Prozent. Das ist kein neues Verhalten: Es gab schon einmal einen Moment, in dem USLM diese Frage anders beantwortet hat. Im November 2019 erklärte der Vorstand eine Sonderdividende:
"…determined that it was in the best interests of the Company and its shareholders at this time to declare a special cash dividend of $5.35 per share on the Company's common stock."
Übersetzung: „…entschieden, dass es im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre liegt, zu diesem Zeitpunkt eine Sonderbardividende von 5,35 US-Dollar je Aktie auf die Stammaktien des Unternehmens zu erklären.“
— United States Lime & Minerals, Inc., SEC-Pressemitteilung vom 22. November 2019, Anlage 99.1
Diese Sonderdividende hatte ein Gesamtvolumen von rund 30 Millionen US-Dollar — ausgezahlt aus einer Kasse, die damals „mehr als 80 Millionen US-Dollar“ betrug. Die heutige Kasse ist mit 402,6 Millionen US-Dollar gut fünfmal so groß, und es sind weder Finanzschulden noch angekündigte Großakquisitionen im Weg. Der Quartalsbericht selbst formuliert nur vage, man wolle die Mittel „für mögliche künftige Modernisierungs-, Erweiterungs- und Entwicklungsprojekte“ vorhalten sowie weiterhin reguläre Quartalsdividenden zahlen können — konkreter wird es nicht. Merke dir das Bild: Eine Firma, die schon einmal gezeigt hat, wie sie mit einem großen Kassenüberschuss umgeht, sitzt gerade wieder auf einem großen Kassenüberschuss. Ob und wann sich das wiederholt, ist offen — aber es ist der naheliegendste Katalysator, den diese sonst so stille Aktie hat.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Das Geschäft hängt am Wetter, an Baukonjunktur und Spritpreisen
Die dritte unbequeme Wahrheit relativiert die glänzenden Jahreszahlen: USLM ist trotz aller Preismacht kein konjunkturunabhängiges Geschäft. Das erste Quartal 2026 lieferte den Beweis. Umsatz 87,8 Millionen US-Dollar gegenüber 91,3 Millionen im Vorjahr — ein Rückgang von 3,7 Prozent. CEO Byrne benannte das in der Pressemitteilung vom 29. April 2026 ungewöhnlich offen:
"Although we experienced our first revenue decrease against the comparable prior-year quarter since the COVID pandemic began in 2020, we remain optimistic about the balance of the year, including as it pertains to demand from our construction customers,"
Übersetzung: „Obwohl wir gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal den ersten Umsatzrückgang seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 verzeichneten, bleiben wir optimistisch für den Rest des Jahres, auch was die Nachfrage unserer Baukunden betrifft.“
— Timothy W. Byrne, President & CEO, United States Lime & Minerals, Inc., 8-K-Pressemitteilung vom 29. April 2026, Anlage 99.1
Die Ursachen dafür sind austauschbar, aber immer wieder dieselben: weniger Absatz an Bau-, Öl-/Gas- und Dachschindel-Kunden, dazu ein Wintersturm im Januar 2026, der Baustellen lahmlegte. Auch bei den Kosten zeigt sich die Konjunkturabhängigkeit: Die Ausgaben für Kraftstoff, Energie und Transport stiegen im zweiten Quartal 2026 auf 26,9 Millionen US-Dollar (Vorjahr 24,1 Millionen) und bremsten trotz Rekordumsatzes das Bruttogewinnwachstum. Und die Dachschindel-Branche, ein Abnehmer, den man auf den ersten Blick kaum mit einem Kalkproduzenten verbindet, tauchte in gleich drei aufeinanderfolgenden Quartalsberichten als Schwächefaktor auf. Übersetzt in ein Alltagsbild: USLM ist kein Unternehmen, das dem Konjunkturzyklus entkommen ist — es ist ein Unternehmen, das seine Preise so gut durchsetzen kann, dass die zyklischen Dellen in den Umsatzzahlen kaum sichtbar werden. Das ist ein Unterschied, aber kein Freibrief: Wer hier investiert, investiert weiterhin in ein Baustoffgeschäft, dessen Quartale wetter- und konjunkturabhängig schwanken können — wie das erste Quartal 2026 gezeigt hat.
Bewertung: Größenordnung statt Tageskurs
Wie teuer ist USLM? Auf Grundlage der Aktienzahl von 28.688.363 (Stichtag 28. Juli 2026) und eines Aktienkurses Ende Juli/Anfang August 2026 ergibt sich eine Marktkapitalisierung von rund 3,4 Milliarden US-Dollar (Datenstand 7. August 2026, als Größenordnung zu verstehen, kein Tageskurs). Gemessen an den letzten zwölf Monaten Ergebnis je Aktie von 4,76 US-Dollar ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25; gemessen am Umsatz der letzten zwölf Monate (376,9 Millionen US-Dollar) ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9. Zum Vergleich: Ein KUV von 9 bezahlt man normalerweise für ein Software- oder Technologieunternehmen mit hohem Wachstumstempo, nicht für einen Kalkproduzenten. Dazu kommt ein Unternehmenswert-EBITDA-Verhältnis von rund 16 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 4,8. Die Netto-Kasse von 402,6 Millionen US-Dollar entspricht rund 12 Prozent der Marktkapitalisierung; der Unternehmenswert (Enterprise Value) liegt entsprechend niedriger, bei etwa 3,0 Milliarden US-Dollar. Die Dividendenrendite bleibt bei rund 0,2 Prozent — für Einkommensinvestoren keine relevante Größe.
Einen „Blick der Profis“ gibt es hier ehrlich gesagt nicht zu vermelden: USLM wird von praktisch keinem Wall-Street-Analysten regelmäßig abgedeckt. Morningstar führt die Aktie lediglich mit einem quantitativen, algorithmisch erzeugten Rating, keine menschliche Einschätzung. Wer diese Aktie kauft, kauft sie ohne das übliche Sicherheitsnetz aus Kursziel-Konsens und Analysten-Updates — ein weiterer Baustein des „Geheimtipp“-Gefühls, das wir zu Beginn beschrieben haben. Die langfristige Wertentwicklung spricht dafür, dass der Markt die Qualität trotzdem erkannt hat: Laut Pay-vs-Performance-Tabelle im Proxy-Statement wären 100 US-Dollar, Ende 2020 in USLM investiert, bis Ende 2025 auf 536,00 US-Dollar angewachsen — die Vergleichsgruppe kam im selben Zeitraum nur auf 215,83 US-Dollar. Wer heute erst einsteigt, kauft also nicht mehr zum Preis der Unentdecktheit, sondern zum Preis einer bereits ausführlich vom Markt honorierten Erfolgsgeschichte. Das ist der Kern des Spannungsfelds dieser Analyse: operative Qualität ist zweifelsfrei vorhanden, aber der Preis dafür ist längst kein Geheimtipp-Preis mehr.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für United States Lime & Minerals spricht:
- Nachweisbare Preismacht: 2025 trugen Preiserhöhungen 5,6 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum von 17,3 Prozent bei; 2024 trug der Preis das gesamte Wachstum von 12,9 Prozent bei stagnierendem Volumen.
- Kerngesunde Bilanz: 402,6 Millionen US-Dollar Kasse zum 30. Juni 2026, keine Finanzschulden, Bruttomarge von rund 49 Prozent (2025) und Nettomarge von 36,0 Prozent.
- Rekordquartal Q2 2026: Umsatz 99,1 Millionen US-Dollar (+8,3 Prozent), Nettogewinn 34,5 Millionen (+11,9 Prozent), getrieben von mehr Absatz an Bau- und Stahlkunden.
- Neuer Brennofen (Texas Lime Company) soll laut Management diesen Sommer starten und die Produktionskapazität erweitern; erste Erwähnung von Rechenzentren als zusätzlichem Nachfragetreiber seit Ende 2025.
- Präzedenzfall Sonderdividende 2019 zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, überschüssige Kasse an Aktionäre zurückzugeben, wenn die Kasse groß genug wird.
Was dagegen spricht:
- Extreme Kontrollkonzentration: 61,58 Prozent der Aktien liegen bei Inberdon Enterprises Ltd., faktisch bei einer einzigen Person (George M. Doumet); Minderheitsaktionäre haben kein realistisches Mitspracherecht.
- Zyklik trotz Preismacht: Das erste Quartal 2026 brachte den ersten Umsatzrückgang seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 (−3,7 Prozent), unter anderem wegen Wetter und schwacher Dachschindel-Nachfrage.
- Bewertung nicht mehr günstig: Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9, Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25 — kein Geheimtipp-Preis, sondern eine bereits vom Markt honorierte Erfolgsgeschichte (100 US-Dollar Ende 2020 wurden bis Ende 2025 zu 536,00 US-Dollar).
- Keine Analystenabdeckung und keine Unternehmens-Guidance: Wer hier investiert, hat weder Kursziel-Konsens noch verlässliche Prognosen als Frühwarnsystem.
- Ergebnisqualität: Rund 8 Prozent des Vorsteuergewinns im ersten Halbjahr 2026 stammten aus Zinserträgen auf die Kasse, nicht aus dem operativen Kalkgeschäft.
Ein menschliches Fazit
Zurück zum Traum vom unentdeckten Geheimtipp. Sein Reiz liegt darin, dass er dir das Gefühl gibt, vor allen anderen etwas gefunden zu haben. Bei United States Lime & Minerals stimmt der erste Teil dieses Gefühls tatsächlich: kaum jemand redet über diese Aktie, es gibt keine Analystenkonferenzen, keine Prognosen, keine Kursziel-Updates in deinem Feed. Aber der zweite Teil — die Annahme, dass „unentdeckt“ automatisch „unterbewertet“ bedeutet — hält der Bilanz nicht stand. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9 und eine Wertentwicklung, die 100 investierte US-Dollar in fünf Jahren auf über 500 US-Dollar vervielfacht hat, sind kein Zeichen von Übersehenwerden. Der Markt hat diese Firma längst gefunden, auch wenn kein Analyst laut darüber spricht. Was bleibt, ist eine Firma mit echter Preismacht, einer kerngesunden Bilanz und einer Kasse, die schneller wächst, als sie ausgeschüttet wird — geführt von einem Mann, der 61,58 Prozent der Stimmen hält und den niemand außer sich selbst absetzen kann. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Habe ich hier einen Geheimtipp gefunden?“, sondern: Bist du bereit, für nachgewiesene Qualität einen bereits erkannten Preis zu zahlen — und einem Mehrheitseigentümer zu vertrauen, dessen nächste Entscheidung über die 402,6 Millionen US-Dollar Kasse du nicht mitbestimmen kannst? Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- United States Lime & Minerals, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht 30. Juli 2026)
- United States Lime & Minerals, Inc. — 8-K-Pressemitteilung zum zweiten Quartal 2026 (29. Juli 2026, Anlage 99.1)
- United States Lime & Minerals, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 26. Februar 2026)
- United States Lime & Minerals, Inc. — SEC-Proxy-Statement DEF 14A (eingereicht 27. März 2026, Stichtag 13. März 2026)
- United States Lime & Minerals, Inc. — 8-K-Pressemitteilung zum ersten Quartal 2026 (29. April 2026, Anlage 99.1)
- United States Lime & Minerals, Inc. — 8-K-Pressemitteilung zum dritten Quartal 2025 (29. Oktober 2025, Anlage 99.1)
- United States Lime & Minerals, Inc. — 8-K-Pressemitteilung zur Sonderdividende (22. November 2019, Anlage 99.1)
- BlackRock, Inc. — Schedule 13G vom 30. Juli 2026 (Stichtag 30. Juni 2026, SEC EDGAR)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von United States Lime & Minerals, Inc.: EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Fundamentaldaten (Jahresreihen 2015–2025, Bewertungskennzahlen; Datenstand 7. August 2026), abgeglichen mit den SEC-Berichten.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in USLM-Aktien.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 189,3 | 236,2 | 281,3 | 317,7 | 372,7 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 46,4 | 54,8 | 85,4 | 124,9 | 157,9 |
| Nettogewinn | 37,0 | 45,4 | 74,5 | 108,8 | 134,3 |
| Nettomarge | 19,6 % | 19,2 % | 26,5 % | 34,3 % | 36,0 % |
| Gewinn je Aktie | 1,31 $ | 1,60 $ | 2,61 $ | 3,79 $ | 4,67 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Preismacht & Margen positiv
- Die Bruttomarge stieg von rund 22 Prozent (2015) auf rund 49 Prozent (2025), die Nettomarge lag 2025 bei 36,0 Prozent. 2025 trugen Preiserhöhungen 5,6 der 17,3 Prozentpunkte Umsatzwachstum bei, 2024 trug der Preis das gesamte Wachstum von 12,9 Prozent bei stagnierendem Volumen — ein seltener Beleg echter Preismacht bei einem Industrierohstoff-Hersteller.
- Bilanzqualität positiv
- Kasse und Barmittel von 402,6 Millionen US-Dollar (30. Juni 2026) bei null Finanzschulden und nur 18,2 Millionen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die einzige Kreditlinie (75 Millionen US-Dollar plus 50 Millionen Erweiterungsoption) ist bis auf Akkreditive für den Kiln-Bau ungenutzt.
- Ergebnisqualität H1 2026 neutral
- Das erste Halbjahr 2026 stagnierte beim Nettogewinn (+0,2 Prozent), weil ein starkes zweites Quartal (+11,9 Prozent) das schwache erste Quartal (−3,7 Prozent Umsatz) nur ausglich. Rund 8 Prozent des Vorsteuergewinns im ersten Halbjahr 2026 stammten aus Zinserträgen auf die Kasse, nicht aus dem Kalkgeschäft.
- Governance & Kontrolle neutral
- Inberdon Enterprises Ltd. (Mr. George M. Doumet) kontrolliert 61,58 Prozent der Aktien (Proxy-Statement, Stichtag 13. März 2026); der Bruder des Eigentümers sitzt im Verwaltungsrat. Das ist vollständig offengelegt und kein Bilanz- oder Governance-Bruch — aber Minderheitsaktionäre haben faktisch kein Mitspracherecht, ein Struktur-, kein Substanzrisiko.
- Zyklik & Kostenrisiko negativ
- Das erste Quartal 2026 brachte den ersten Umsatzrückgang gegen ein Vorjahresquartal seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 (−3,7 Prozent), ausgelöst durch Wetter und schwache Dachschindel-Nachfrage. Kraftstoff-, Energie- und Transportkosten stiegen im zweiten Quartal 2026 auf 26,9 Millionen US-Dollar (Vorjahr 24,1 Millionen) und bremsen die Marge trotz Rekordumsatz.
- Bewertung neutral
- Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9 und Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25 (Datenstand 7. August 2026) sind kein Geheimtipp-Preis mehr; laut Proxy-Statement wären 100 US-Dollar Ende 2020 investiert bis Ende 2025 auf 536,00 US-Dollar gewachsen. Analystenabdeckung fehlt praktisch vollständig.
United States Lime & Minerals verbindet eine kerngesunde Bilanz (402,6 Millionen US-Dollar Kasse, keine Schulden) mit nachweisbarer Preismacht (Bruttomarge rund 49 Prozent 2025) und einem Rekordquartal im zweiten Quartal 2026 (Umsatz +8,3 Prozent, Nettogewinn +11,9 Prozent). Dem stehen eine extreme Kontrollkonzentration bei einer einzigen Person (61,58 Prozent) und eine Bewertung gegenüber, die keinen Unentdeckt-Rabatt mehr enthält (Kurs-Umsatz-Verhältnis rund 9). Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Qualität belegt
Geschäftsmodell, Zahlen und Bilanz halten unserer Prüfung stand. Ob der aktuelle Kurs einen Einstieg trägt, ist eine eigene Frage — sie hängt am Preis, nicht am Unternehmen.
Die operative Qualität ist zweifelsfrei belegt: wachsende Margen, nachweisbare Preismacht, eine praktisch schuldenfreie Bilanz mit 402,6 Millionen US-Dollar Kasse und ein Rekordquartal im zweiten Quartal 2026. Die Konzentration von 61,58 Prozent der Stimmen bei Mr. George M. Doumet ist vollständig offengelegt, geht mit keinem Bilanz- oder Governance-Bruch einher und bleibt damit ein Struktur-, kein Substanzrisiko — sie drückt die Ampel nicht auf Gelb. Die hohe Bewertung (Kurs-Umsatz-Verhältnis rund 9, Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 25) ist ebenfalls kein Qualitätsmangel, sondern ein Preisargument: Wer heute kauft, zahlt für eine bereits vom Markt erkannte Erfolgsgeschichte, nicht für einen Geheimtipp. Ob dieser Preis für dich angemessen ist, entscheidest du.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger dieser Analyse war der frische Quartalsbericht (10-Q zum 30. Juni 2026, eingereicht 30. Juli 2026) samt der begleitenden 8-K-Pressemitteilung vom 29. Juli 2026 — kein Scanner-Fund, sondern der reguläre SEC-Berichtskalender.
- Datenstand: Bilanz- und Ergebniszahlen aus dem Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026, dem Geschäftsbericht (10-K) für 2025 und den 8-K-Pressemitteilungen 2023 bis 2026. Eigentümerangaben aus dem Proxy-Statement (DEF 14A), eingereicht 27. März 2026, Stichtag 13. März 2026. Bewertungskennzahlen: Datenstand 7. August 2026.
- Nicht zu verwechseln: Der 5-für-1-Aktiensplit vom 12. Juli 2024 (als Aktiendividende) wurde in allen Zahlen dieser Analyse rückwirkend berücksichtigt — ältere Quellen vor Juli 2024 können unangepasste, fünfmal höhere Kurs- und Dividendenwerte je Aktie zeigen.
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Nach der Bestellung melden wir uns per E-Mail mit den Zahlungsdetails. Erstellt wird die Analyse nach Zahlungseingang — reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 7. August 2026. Was sich seitdem bei USLM geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Die komplette Analyse als PDF für später
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Häufige Fragen
United States Lime & Minerals, Inc. (Nasdaq: USLM) aus Dallas, Texas, produziert Branntkalk, Kalkhydrat sowie gebrochenen und gemahlenen Kalkstein und Kalkmilch. Werke und Verteilzentren stehen in Arkansas, Colorado, Louisiana, Missouri, Oklahoma und Texas. Kunden kommen aus Bauwirtschaft, Industrie (Papier, Glas), Umwelt (Wasseraufbereitung, Rauchgasreinigung), Metall (Stahlproduzenten), Dachschindel-Herstellung und Landwirtschaft. Das Unternehmen führt genau ein berichtspflichtiges Segment: Kalk & Kalkstein.
Laut Proxy-Statement zur Hauptversammlung 2026 (Stichtag 13. März 2026) hält die kanadische Investmentgesellschaft Inberdon Enterprises Ltd. 17.653.780 Aktien, das sind 61,58 Prozent aller ausstehenden Aktien. Alle Anteile von Inberdon gehören indirekt Mr. George M. Doumet. Der Streubesitz ist entsprechend klein; größter institutioneller Streubesitz-Anleger ist BlackRock, Inc. mit 5,6 Prozent (Schedule 13G vom 30. Juli 2026).
Die Quartalsdividende liegt seit Jahren bei 0,06 US-Dollar je Aktie, macht 2025 zusammen rund 6,9 Millionen US-Dollar oder etwa 5 Prozent des Jahresgewinns aus. Warum das Unternehmen die Kasse von 402,6 Millionen US-Dollar (30. Juni 2026) nicht stärker ausschüttet, erklärt der Quartalsbericht nicht konkret — er nennt nur mögliche künftige Modernisierungs- und Erweiterungsprojekte. Im Dezember 2019 zahlte das Unternehmen bei einer damals viel kleineren Kasse bereits eine Sonderdividende.
Sehr gut: Umsatz 99,1 Millionen US-Dollar (+8,3 Prozent gegenüber Vorjahr), Bruttogewinn 46,7 Millionen (+11,6 Prozent), Nettogewinn 34,5 Millionen bzw. 1,20 US-Dollar je Aktie verwässert (+11,9 Prozent). Getrieben wurde das Quartal von mehr Absatz an Bau- und Stahlkunden, gebremst durch schwächere Nachfrage der Dachschindel-Hersteller und höhere Kraftstoff- und Transportkosten (26,9 Millionen US-Dollar, Vorjahr 24,1 Millionen).
Ein neuer vertikaler Brennofen (Kiln) am Standort der Tochtergesellschaft Texas Lime Company, Baubeginn 2024, geschätzte Gesamtkosten rund 65 Millionen US-Dollar. Zum 30. Juni 2026 waren bereits 57,7 Millionen US-Dollar investiert, offene Bestellungen weitere 2,5 Millionen. Laut der Pressemitteilung vom 29. Juli 2026 soll der Ofen „diesen Sommer“ in Betrieb gehen und die Produktionskapazität erweitern.
Nach klassischen Maßstäben eher nicht mehr. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 3,4 Milliarden US-Dollar (Datenstand 7. August 2026) ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 9 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25 — Werte, die eher zu einem Wachstumsunternehmen als zu einem Kalkproduzenten passen. Laut Proxy-Statement wären 100 US-Dollar Ende 2020 investiert bis Ende 2025 auf 536,00 US-Dollar gewachsen; die Vergleichsgruppe kam nur auf 215,83 US-Dollar. Eine Analystenabdeckung, die eine zweite Meinung liefern könnte, gibt es praktisch nicht.
Das erste Quartal 2026 brachte 87,8 Millionen US-Dollar Umsatz gegenüber 91,3 Millionen im Vorjahr, ein Rückgang von 3,7 Prozent — laut CEO Timothy W. Byrne der erste Rückgang gegen ein Vorjahresquartal seit Beginn der Corona-Pandemie 2020. Ursachen waren geringerer Absatz an Bau-, Öl-/Gas- und Dachschindel-Kunden sowie ein Wintersturm im Januar 2026, der Baustellen lahmlegte. Das zweite Quartal 2026 erholte sich danach mit +8,3 Prozent deutlich.
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