TSS, Inc.: Der Schaufelverkäufer im KI-Goldrausch hat genau einen Goldgräber
TSS baut in Georgetown, Texas die Serverschränke zusammen, die den KI-Boom tragen. Der Umsatz stieg von 27,4 Millionen US-Dollar (2021) auf 245,7 Millionen (2025) — eine der schönsten Wachstumskurven, die eine kleine Nasdaq-Firma vorzeigen kann. In den Berichten an die US-Börsenaufsicht SEC steht daneben die zweite Hälfte der Geschichte: 99 Prozent des Umsatzes im ersten Halbjahr 2026 und volle 100 Prozent der Forderungen zum 30. Juni 2026 kamen von einem einzigen US-amerikanischen IT-Hersteller. Das Betriebsergebnis tritt seit 2024 auf der Stelle (5,8 auf 6,3 Millionen), der Gewinnsprung 2025 auf 15,1 Millionen stammt zu 7,6 Millionen aus einer Steuerbuchung, und im ersten Halbjahr 2026 floss operativ Geld ab, obwohl unter dem Strich 3,7 Millionen Gewinn standen. Keine Anlageberatung — nur die Frage, was von einer Wachstumsgeschichte bleibt, wenn ein einziger Kunde den Stecker ziehen kann.
Stand heute
Stand: 21. August 2026
- Schlusskurs
- 8,80 $ -0,50 %
- Marktkapitalisierung
- 0,3 Mrd. $
- KGV
- 17,1
- Wachstums-Score
- 5/10
- AAQS
- 3/10
Kursentwicklung seit 21. August 2026: +0,6 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 6,90 $ bis 20,40 $ · Letzter Kurs: 8,80 $ (Stand: 21. August 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Die Schaufelverkäufer-Falle
Es gibt einen Satz, der in jedem Börsenforum steht, sobald irgendwo ein Boom ausbricht: „Im Goldrausch wurden nicht die Goldgräber reich, sondern die Schaufelverkäufer." Der Satz fühlt sich klug an. Er gibt uns das Gefühl, den Trend mitzunehmen, ohne die Wette einzugehen. Wir kaufen nicht das Risiko — wir kaufen die Werkzeuge.
Nur hat der Satz einen blinden Fleck. Ein Schaufelverkäufer verdient deshalb gut, weil viele Goldgräber bei ihm kaufen. Verkauft er an genau einen einzigen Goldgräber, ist er kein Händler mehr. Dann ist er ein Angestellter mit Aktienurkunde — und sein Chef kann ihn entlassen, ohne dass er kündigen müsste.
Genau das ist die Frage bei TSS, Inc. aus Georgetown, Texas. Die Firma schraubt die Serverschränke zusammen, in denen die KI-Rechenzentren dieser Welt arbeiten. Ihr Umsatz hat sich seit 2021 fast verneunfacht. Und im ersten Halbjahr 2026 kamen 99 Prozent dieses Umsatzes von einem einzigen Kunden. Lass uns gemeinsam in die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC schauen — nicht, um die Aktie schlechtzureden, sondern um zu sehen, was da wirklich steht.
Die Firmengeschichte für Anleger
-
2005
Börsengang als Mantelgesellschaft
Am 15. Juli 2005 ging Fortress America Acquisition Corp. an die Börse — eine Hülle auf Übernahmesuche. Wer heute TSSI kauft, kauft eine Gesellschaft mit zwei Namenswechseln in der Historie.
-
2024
Langfristvertrag über KI-Schränke
Im Oktober 2024 unterschrieb TSS mit seinem größten Kunden einen mehrjährigen Vertrag mit Mindestmengen. Das war der Startschuss für die Umsatzverdopplung — und für die Abhängigkeit.
-
2025
Umzug in die ausgebaute Halle in Georgetown
Im Mai 2025 zog die Produktion nach Georgetown, Texas. Bis Mitte 2026 flossen rund 48 Millionen US-Dollar in Strom- und Kühltechnik — in einem Gebäude, das TSS nur gemietet hat.
-
2025
Kapitalerhöhung bringt netto 55,3 Millionen
Im August 2025 platzierte TSS 3.450.000 neue Aktien. Für Altaktionäre hieß das Verwässerung, für die Firma eine Kasse, die zum Jahresende auf 85,5 Millionen US-Dollar anschwoll.
-
2025
Vertragsverlängerung und Steuerbuchung
Im Dezember 2025 wurde der Rahmenvertrag um zwei Jahre verlängert. Daraufhin löste TSS die Wertberichtigung auf latente Steuern auf — 7,6 Millionen US-Dollar Ertrag, ohne einen Dollar Zufluss.
-
2026
Lagerbetrieb für denselben Kunden
Seit dem 1. Mai 2026 betreibt TSS die zuvor leere Halle in Round Rock als Lager für seinen größten Kunden, vertraglich bis 31. März 2029. Ein zweites Standbein — beim selben Auftraggeber.
-
2026
Halbjahreszahlen: Umsatz minus 37 Prozent
Am 13. August 2026 meldete TSS 90,5 Millionen US-Dollar Halbjahresumsatz und 3,7 Millionen Gewinn — bei 7,3 Millionen operativem Mittelabfluss. Die Kasse sank binnen sechs Monaten um 17,8 Millionen.
Was TSS wirklich macht — die Werkbank hinter den KI-Racks
TSS verdient sein Geld in drei Geschäftsfeldern, und die unterscheiden sich stärker, als der gemeinsame Firmenname vermuten lässt.
Systemintegration ist das Herzstück und der Grund für die Börsenphantasie. Ein KI-Serverschrank ist kein Möbelstück, das man auspackt und einschaltet. Er wiegt so viel wie ein Kleinwagen, verbraucht so viel Strom wie ein Straßenzug und muss oft mit Flüssigkeit gekühlt werden. Irgendjemand muss die Einzelteile in den Schrank bauen, verkabeln, testen und versandfertig machen, bevor er ins Rechenzentrum rollt. Diese Arbeit macht TSS — in einer eigens dafür ausgebauten Halle. 2025 brachte das Feld 40,4 Millionen US-Dollar Umsatz, ein Plus von 78 Prozent.
Beschaffung ist das größte, aber unspektakulärste Feld: TSS kauft Hardware, Software und Fremdleistungen im Auftrag seiner Kunden ein und reicht sie weiter. 2025 waren das 197,5 Millionen US-Dollar Umsatz — 80 Prozent des Konzernumsatzes. Der Haken steht im Geschäftsbericht (10-K): Weil hier fast nur durchgereicht wird, bleibt kaum etwas hängen. Ein guter Teil dieses Geschäfts hängt zudem am US-Bundeshaushalt, dessen Jahr am 30. September endet — was die Quartale schwanken lässt.
Gebäudemanagement ist der kleine, aber margenstarke Rest: Wartung und Betrieb von Rechenzentrums-Technik, 2025 rund 7,8 Millionen US-Dollar Umsatz. Die Rohmarge lag hier 2025 bei 60 Prozent, gegenüber 31 Prozent in der Systemintegration.
Ein Detail, das man kennen muss, um die Umsatzzahlen richtig zu lesen: Die teuren Bauteile, die TSS in die KI-Schränke einbaut, gehören TSS gar nicht. Der Geschäftsbericht sagt, sie seien „consigned" — beigestellt. Sie tauchen weder im Umsatz noch in der Bilanz auf. TSS verkauft nur die Arbeit. Das ist ehrlich bilanziert und erklärt, warum ein Unternehmen mit 245,7 Millionen Umsatz nur 286 feste Mitarbeiter braucht (Stand 31. Dezember 2025, plus rund 64 Zeitarbeiter).
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Auf die Rechercheliste kam TSSI über den hauseigenen Reddit-Hype-Scanner — die Meldung stammt vom 22. August 2026. Foren-Aufmerksamkeit ist kein Argument für oder gegen eine Aktie. Sie ist ein Anlass, nachzulesen, und mehr behaupten wir hier auch nicht.
Was der Blick auf die Marktdaten zeigt: Der Börsenwert lag am 22. August 2026 bei rund 248 Millionen US-Dollar, die Zwölfmonatsspanne des Kurses zwischen 6,87 und 21,77 US-Dollar. Zwischen Hoch und Tief dieser zwölf Monate liegt damit der Faktor drei — Schwankungen, wie man sie bei einem Titel mit 28,2 Millionen Aktien erwartet. Bemerkenswert ist die Leerverkaufsquote: 3.962.476 Aktien waren leerverkauft, rund 14 Prozent aller 28,2 Millionen ausstehenden Aktien (Datenstand 22. August 2026). Es gibt also eine Gruppe, die auf fallende Kurse setzt, und eine Gruppe im Forum, die das Gegenteil tut. Beides sagt uns nichts über das Unternehmen. Deshalb lesen wir jetzt die Berichte.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt — und das ist nicht wenig.
Diese Kurve ist echt und sie ist verdient. TSS war 2021 ein Nischendienstleister mit 27,4 Millionen US-Dollar Umsatz, der seit Jahren kaum wuchs. Dann kam die KI-Welle, und aus dem Nischendienstleister wurde ein Zulieferer für den vielleicht größten Investitionszyklus der Technikgeschichte. 2024 verdoppelte sich der Umsatz auf 148,1 Millionen, 2025 legte er noch einmal um 66 Prozent auf 245,7 Millionen zu.
Auch die Bilanz hat sich in dieser Zeit spürbar verbessert. Zum 30. Juni 2026 standen 175,3 Millionen US-Dollar Bilanzsumme gegen 95,0 Millionen Verbindlichkeiten; das Eigenkapital lag bei 80,3 Millionen. Verzinsliche Bankschulden gibt es nur 16,1 Millionen — 4,2 Millionen kurzfristig, 11,9 Millionen langfristig. Die Kasse hielt 67,7 Millionen, dazu 1,8 Millionen gebundene Mittel als Sicherheit für ein Akkreditiv beim Stromversorger. Das ist keine wacklige Bilanz. Der Verlustvortrag aus früheren Jahren schrumpfte von 45,2 auf 41,5 Millionen.
Und jetzt kommt die zweite Kurve, die man daneben legen muss.
Der Umsatz stieg 2025 um 97,6 Millionen US-Dollar. Das Betriebsergebnis stieg um 0,556 Millionen. Von jedem zusätzlichen Umsatz-Dollar blieben also gut ein halber Cent als operativer Gewinn hängen. Das ist keine Buchhaltungsspitzfindigkeit, sondern der Kern des Geschäftsmodells: Der Zuwachs kam überwiegend aus der Beschaffung, wo TSS Ware durchreicht und dafür eine schmale Handelsspanne bekommt.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Vier Befunde stehen wörtlich in den Filings. Wir gehen sie der Reihe nach durch.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Ein Kunde, 99 Prozent — und 100 Prozent der Forderungen
Der Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026 nennt den Kunden nicht beim Namen, sondern nur als „US-based IT OEM" — einen US-amerikanischen Hersteller von IT-Ausrüstung. Was er über ihn sagt, ist deutlich genug.
„No other customer represented more than 10% of our revenues for any period presented. Our US-based IT OEM customer represented 100% of our accounts receivable at June 30, 2026 and 98% at December 31, 2025.“
Übersetzung: „Kein anderer Kunde erreichte in einer der dargestellten Perioden mehr als 10 Prozent unseres Umsatzes. Unser US-amerikanischer IT-Hersteller-Kunde stellte zum 30. Juni 2026 100 Prozent unserer Forderungen und zum 31. Dezember 2025 98 Prozent.“
— TSS, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Anhang „Concentrations“
An anderer Stelle wird der Bericht noch direkter: „We are economically dependent upon our relationship with a large US-based IT OEM" — wir sind wirtschaftlich abhängig von unserer Beziehung zu einem großen US-amerikanischen IT-Hersteller. Das ist kein Standardsatz aus dem Risikokatalog, sondern eine Feststellung im Anhang der Bilanz.
Was bedeutet das praktisch? Ein Klumpenrisiko heißt: Alle Eier liegen in einem Korb. Solange der Korb getragen wird, ist alles gut — und die Zahlen zeigen, dass er getragen wird. Aber es gibt keinen zweiten Korb. Kein anderer Kunde erreicht auch nur 10 Prozent.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Gewinnsprung 2025 kam vom Finanzamt
2025 verdoppelte TSS seinen Nettogewinn von 6,0 auf 15,1 Millionen US-Dollar. Wer nur diese Zeile liest, sieht ein Unternehmen, das seine Profitabilität dramatisch verbessert hat. Der Geschäftsbericht (10-K) erklärt, woher der Sprung kam.
„Our current year income tax benefit of $7.6 million is comprised of a $7.9 million increase in the net recorded deferred tax asset driven by the release of the valuation allowance, partially offset by $0.3 million of income tax expense related to the current period operations.“
Übersetzung: „Unser Steuerertrag des laufenden Jahres von 7,6 Millionen US-Dollar setzt sich zusammen aus einer Erhöhung des bilanzierten latenten Steueranspruchs um 7,9 Millionen infolge der Auflösung der Wertberichtigung, teilweise ausgeglichen durch 0,3 Millionen Steueraufwand aus dem laufenden Geschäft.“
— TSS, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt „Income tax expense“
Übersetzt in Alltagssprache: TSS hatte aus früheren Verlustjahren Verlustvorträge, mit denen sich künftige Steuern verrechnen lassen. Solange unklar war, ob je wieder Gewinne kommen, durfte dieser Vorteil nicht in der Bilanz stehen — er war „wertberichtigt". Als die Gewinne kamen und der Langfristvertrag im Dezember 2025 verlängert wurde, entschieden Vorstand und Prüfer, dass er nun aktiviert werden darf. Diese Umbuchung erhöht den Gewinn einmalig um 7,6 Millionen US-Dollar. Es fließt dabei kein einziger Dollar. Der Abschlussprüfer stufte die Entscheidung als „critical audit matter" ein — als besonders ermessensbehafteten Punkt der Prüfung.
Das ist keine Trickserei; es ist Standard nach US-Bilanzregeln. Aber es heißt: Der Gewinn von 2025 lässt sich nicht fortschreiben. Vergleichbar ist die Ebene darüber — das Vorsteuerergebnis: 6,134 Millionen (2024) gegen 7,533 Millionen (2025), ein Plus von 23 Prozent bei 66 Prozent Umsatzwachstum.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Fabrik ist gemietet, das Risiko gehört TSS
Um die KI-Schränke bauen zu können, hat TSS eine Halle in Georgetown, Texas ausgebaut — mit einer Stromversorgung und Kühlung, wie sie ein normales Gewerbegebäude nicht hat. Bis zum 30. Juni 2026 flossen dafür rund 48 Millionen US-Dollar. Die Halle gehört TSS nicht; sie ist gemietet. Der Quartalsbericht beschreibt, was passiert, wenn der Vertrag mit dem Kunden endet.
„Our customer could terminate the agreement if we were to materially breach the agreement, leaving us with the financial obligations of the lease and debt service regardless of whether we had revenues sufficient to cover those costs.“
Übersetzung: „Unser Kunde könnte den Vertrag kündigen, falls wir ihn wesentlich verletzen — und uns mit den finanziellen Verpflichtungen aus Miete und Schuldendienst zurücklassen, unabhängig davon, ob wir Umsätze hätten, die diese Kosten decken.“
— TSS, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Managementbericht
Es lohnt sich, die Gegenseite genauso ernst zu nehmen: Der Vertrag wurde im Dezember 2025 um zwei Jahre verlängert, mit automatischer Verlängerung um je ein Jahr, und er sieht feste Monatszahlungen vor, die laut TSS den Großteil der Hallen- und Schuldendienstkosten decken. Kündigt der Kunde „for convenience", also ohne Grund, bleibt er nach dem Geschäftsbericht 2025 zur festen Monatszahlung verpflichtet — nur die Mindestmengen entfallen. Das ist eine deutlich bessere Absicherung, als der Satz oben allein vermuten lässt.
Was bleibt, ist die Struktur: TSS trägt die Leasingverbindlichkeiten von 22,7 Millionen US-Dollar (30. Juni 2026), die Bankdarlehen von 16,1 Millionen und die Sachanlagen von 45,9 Millionen — Werte, die außerhalb dieser einen Kundenbeziehung deutlich weniger wert wären. Dazu kommen feste Stromkosten von rund 192.000 US-Dollar im Monat (Stand Geschäftsbericht 2025), die anfallen, egal wie viele Schränke gebaut werden.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Gewinn gebucht, Geld abgeflossen
Im ersten Halbjahr 2026 wies TSS 3,7 Millionen US-Dollar Nettogewinn aus. Im selben Zeitraum floss operativ Geld ab.
„The $16.0 million year-to-date net decrease in cash and cash equivalents was primarily attributable to a net use of $7.3 million in operating activities, reflecting largely the $3.7 million net income, net of $11.0 million of cash related to paydowns of our accounts payable, increased inventory purchases, and the reduction of our deferred revenues period-over-period.“
Übersetzung: „Der Rückgang der Zahlungsmittel um 16,0 Millionen US-Dollar seit Jahresbeginn ist überwiegend auf einen Nettoabfluss von 7,3 Millionen aus der laufenden Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Darin spiegeln sich im Wesentlichen der Nettogewinn von 3,7 Millionen sowie 11,0 Millionen an Zahlungen für den Abbau unserer Lieferantenverbindlichkeiten, höhere Vorratskäufe und den Rückgang der erhaltenen Anzahlungen gegenüber der Vorperiode.“
— TSS, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Abschnitt „Liquidity and Capital Resources“
Ein Halbjahr mit negativem operativem Mittelzufluss ist bei einem Projektgeschäft kein Alarmsignal — 2023 stand schon einmal minus 8,3 Millionen, 2025 dann plus 34,9 Millionen. Aber die Richtung ist eindeutig: Der Kassenbestand fiel von 85,5 auf 67,7 Millionen US-Dollar. Die 17,8 Millionen Differenz sind 1,8 Millionen mehr als die im Zitat genannten 16,0 — genau der Betrag, der als gebundenes Guthaben für das Akkreditiv beiseitegelegt wurde und deshalb nicht mehr als freie Kasse zählt. Wer das Muster verstehen will, schaut auf die erhaltenen Anzahlungen: Sie fielen von 13,9 auf 2,8 Millionen. Vorschüsse, die im Vorjahr die Kasse füllten, sind jetzt abgearbeitet.
Zum ersten Halbjahr 2026 gehört auch die Umsatzseite: 90,5 Millionen US-Dollar nach 142,9 Millionen im Vorjahreszeitraum — ein Minus von 37 Prozent. Der Grund ist erklärbar und teils sogar gewollt: Die margenschwache Beschaffung brach um 53 Prozent auf 58,2 Millionen ein, während die Systemintegration um 65 Prozent auf 28,0 Millionen zulegte und das Gebäudemanagement um 44 Prozent auf 4,0 Millionen. Der Rohertrag hielt sich deshalb bei 16,8 Millionen (plus 2 Prozent). Nur: Ein Umsatzrückgang von 37 Prozent ist trotzdem ein Umsatzrückgang von 37 Prozent, und wer die Aktie als reine KI-Wachstumsgeschichte kauft, sollte ihn kennen. Für 2026 hält das Unternehmen laut Pressemitteilung vom 13. August 2026 an einem bereinigten EBITDA am oberen Ende der Spanne von 20 bis 22 Millionen US-Dollar fest.
Bewertung: gut ein Jahresumsatz
Ordnen wir die Größenordnungen ein — ohne Tageskurs, denn der ist am Tag nach der Veröffentlichung ohnehin ein anderer.
Bei rund 248 Millionen US-Dollar Börsenwert (Datenstand 22. August 2026) und 193,3 Millionen Umsatz der letzten zwölf Monate liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 1,3. Das ist für einen Dienstleister mit einstelliger Betriebsmarge kein hoher Wert — und deutlich unter dem, was die großen Namen der KI-Infrastruktur kosten. Rechnet man die Nettoliquidität heraus (67,7 Millionen Kasse gegen 16,1 Millionen Bankschulden zum 30. Juni 2026), bleibt ein Unternehmenswert von rund 196 Millionen, also gut ein Jahresumsatz.
Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis wird es tückisch. Rechnerisch liegt es bei knapp 17 — auf Basis eines Zwölfmonatsgewinns von 0,52 US-Dollar je Aktie. In dieser Zahl steckt aber noch das vierte Quartal 2025 mit dem Steuerertrag. Nimmt man stattdessen das erste Halbjahr 2026 (0,13 US-Dollar je Aktie verwässert) und schreibt es fort, käme man auf gut 0,26 US-Dollar Jahresgewinn und damit auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 34. Beide Zahlen sind richtig; sie beantworten nur verschiedene Fragen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund 3,1 (Buchwert 2,80 US-Dollar je Aktie).
Der Blick der Profis ist dünn und optimistisch: Zwei Analysten decken den Wert ab, beide mit Kaufempfehlung, mittleres Kursziel 16,50 US-Dollar (Datenstand 22. August 2026). Bei zwei Stimmen ist ein Konsens allerdings vor allem eines — eine kleine Stichprobe. Wer eine breiter beobachtete Firma aus derselben KI-Lieferkette als Maßstab danebenlegen will, findet sie in unserer Nvidia-Aktienanalyse; dort steht die andere Seite derselben Rechnung.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für TSS spricht:
- Der Umsatz stieg zwischen 2021 und 2025 von 27,4 auf 245,7 Millionen US-Dollar — das Unternehmen sitzt an einer Stelle der KI-Lieferkette, an der real gebaut wird.
- Der Umbau zum margenstärkeren Geschäft läuft messbar: Die Systemintegration wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 65 Prozent auf 28,0 Millionen, das Gebäudemanagement um 44 Prozent auf 4,0 Millionen; der Rohertrag hielt trotz 37 Prozent Umsatzrückgang das Vorjahresniveau.
- Die Bilanz trägt: 80,3 Millionen US-Dollar Eigenkapital, 67,7 Millionen Kasse, nur 16,1 Millionen Bankschulden zum 30. Juni 2026; die Kreditvereinbarungen wurden zum Stichtag eingehalten.
- Der Langfristvertrag wurde im Dezember 2025 um zwei Jahre verlängert und um Preisanpassungen für höheren Stromverbrauch ergänzt; er sieht feste Monatszahlungen und Mindestmengen vor.
- Ein zweites Standbein beim selben Kunden entsteht: Seit 1. Mai 2026 betreibt TSS für ihn ein Lager in der zuvor leeren Halle in Round Rock — vertraglich bis 31. März 2029.
Was dagegen spricht:
- 99 Prozent des Umsatzes und 100 Prozent der Forderungen kommen von einem Kunden (Quartalsbericht zum 30. Juni 2026). Der Bericht spricht selbst von wirtschaftlicher Abhängigkeit.
- Das Betriebsergebnis stagniert: 5,766 Millionen US-Dollar (2024) gegen 6,322 Millionen (2025) bei 97,6 Millionen mehr Umsatz.
- Der Nettogewinn 2025 enthält 7,6 Millionen Steuerertrag, der sich nicht wiederholt.
- Im ersten Halbjahr 2026 flossen operativ 7,3 Millionen ab; die Kasse sank um 17,8 Millionen, die erhaltenen Anzahlungen um 80 Prozent.
- Rund 48 Millionen US-Dollar stecken in einer gemieteten Halle, dazu 22,7 Millionen Leasingverbindlichkeiten und feste Stromkosten von rund 192.000 US-Dollar im Monat — Kosten, die auch ohne Aufträge anfallen.
- Unter dem bestehenden Rahmenprospekt könnte TSS ohne neuen Beschluss weitere 94,3 Millionen US-Dollar an Kapital aufnehmen — rund 38 Prozent des Börsenwerts.
- Ein guter Teil des Beschaffungsgeschäfts hängt am US-Bundeshaushalt; Haushaltssperren verschieben Aufträge.
Ein menschliches Fazit
Kehren wir zum Anfang zurück. Der Schaufelverkäufer im Goldrausch ist deshalb ein gutes Bild, weil er nicht wissen muss, wer das Gold findet. Er verkauft an alle. Sein Risiko ist gestreut, ohne dass er dafür etwas tun müsste.
TSS ist so ein Schaufelverkäufer — nur mit einem einzigen Kunden. Die Werkstatt ist gut, die Arbeit gefragt, der Auftraggeber zahlungskräftig und vertraglich gebunden. Aber die 48 Millionen US-Dollar, die in der gemieteten Halle stecken, sind für genau diesen Auftraggeber verbaut worden. Das ist keine Streuung. Das ist eine Ehe ohne Ehevertrag, in der ein Partner das Haus gebaut hat und der andere die Miete zahlt.
Dazu kommt die zweite Falle, in die man bei so einer Geschichte leicht tappt: Man sieht die Umsatzkurve und schließt auf die Gewinnkurve. Bei TSS gehen die beiden auseinander. 97,6 Millionen US-Dollar mehr Umsatz brachten 0,556 Millionen mehr Betriebsergebnis. Der schöne Nettogewinn von 2025 stammt zur Hälfte aus einer Steuerbuchung, die sich nicht wiederholt. Und im ersten Halbjahr 2026 stand einem Buchgewinn von 3,7 Millionen ein Geldabfluss von 7,3 Millionen gegenüber.
Nichts davon macht TSS zu einem schlechten Unternehmen. Die Bilanz ist gesund, die Firma ist profitabel, der Umbau zum margenstärkeren Geschäft ist in den Zahlen sichtbar. Es macht die Aktie nur zu etwas anderem, als der Etikettenaufdruck „KI-Infrastruktur" verspricht: zu einer Wette auf eine einzelne Geschäftsbeziehung, verpackt in eine Wachstumsgeschichte.
Wer diese Wette eingehen will, sollte sie als das ansehen, was sie ist — und die eine Zahl im Auge behalten, an der alles hängt: den Anteil des größten Kunden im nächsten Quartalsbericht. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- TSS, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht 13. August 2026) — Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang „Concentrations“ und „Non-recourse factoring“, Managementbericht
- TSS, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q/A zum 30. Juni 2026 (eingereicht 14. August 2026) — Änderung ausschließlich zur Vervollständigung der iXBRL-Auszeichnung, ohne inhaltliche Änderung
- TSS, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 18. März 2026) — Geschäftsmodell, Segmente, Steueranhang, Bericht des Abschlussprüfers
- TSS, Inc., SEC-Meldung 8-K vom 13. August 2026 mit der Pressemitteilung zum zweiten Quartal 2026 (Anlage 99.1) — Segmentzahlen, bereinigtes EBITDA, Prognose 2026
- SEC-Einreichungsverzeichnis zu CIK 0001320760 — Börsenplatz, frühere Firmierungen, vollständige Filing-Historie
- Kurs-, Bewertungs- und Marktdaten: Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q), Datenstand 22. August 2026
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensberichte und ausdrücklich keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien kleiner Unternehmen können stark schwanken; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in TSS, Inc. Alle Zahlen stammen aus den genannten Originalquellen und tragen den dort ausgewiesenen Stichtag.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 27,4 | 30,6 | 54,4 | 148,1 | 245,7 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -0,8 | 0,9 | 1,8 | 8,5 | 10,6 |
| Nettogewinn | -1,3 | -0,1 | 0,1 | 6,0 | 15,1 |
| Nettomarge | -4,7 % | -0,2 % | 0,1 % | 4,0 % | 6,2 % |
| Gewinn je Aktie | -0,07 $ | 0,00 $ | 0,00 $ | 0,24 $ | 0,61 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Wachstum positiv
- Der Umsatz stieg von 27,4 Millionen US-Dollar (2021) über 54,4 (2023) und 148,1 (2024) auf 245,7 Millionen (2025) — plus 66 Prozent allein im Jahr 2025. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs die margenstarke Systemintegration um 65 Prozent auf 28,0 Millionen und das Gebäudemanagement um 44 Prozent auf 4,0 Millionen, während der Gesamtumsatz wegen des Rückgangs in der Beschaffung um 37 Prozent auf 90,5 Millionen fiel.
- Ertragskraft negativ
- Das Betriebsergebnis stieg 2025 nur von 5,766 auf 6,322 Millionen US-Dollar, obwohl der Umsatz um 97,6 Millionen zulegte. Der ausgewiesene Nettogewinn von 15,125 Millionen enthält 7,6 Millionen Steuerertrag aus der Auflösung einer Wertberichtigung — laut Geschäftsbericht 10-K für 2025 eine zahlungsunwirksame Buchung, die der Abschlussprüfer als „critical audit matter" behandelte.
- Kundenstruktur negativ
- Ein einziger US-amerikanischer IT-Hersteller stellte laut Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 99 Prozent des Quartalsumsatzes und 100 Prozent der Forderungen (31. Dezember 2025: 98 Prozent). Kein anderer Kunde erreichte 10 Prozent. Der Bericht bezeichnet TSS ausdrücklich als wirtschaftlich abhängig von dieser Beziehung; rund 48 Millionen US-Dollar Ausbaukosten und 22,7 Millionen Leasingverbindlichkeiten sind auf sie zugeschnitten.
- Bilanz positiv
- Zum 30. Juni 2026 standen 175,3 Millionen US-Dollar Bilanzsumme gegen 95,0 Millionen Verbindlichkeiten, das Eigenkapital lag bei 80,3 Millionen. Verzinsliche Bankschulden betrugen nur 16,1 Millionen bei 67,7 Millionen Kasse und 1,8 Millionen gebundenen Mitteln. Alle Kreditauflagen waren zum Stichtag eingehalten; einen Hinweis auf Fortführungsrisiken enthalten die Berichte nicht.
- Mittelzufluss neutral
- Im ersten Halbjahr 2026 floss operativ 7,3 Millionen US-Dollar ab, obwohl 3,7 Millionen Nettogewinn ausgewiesen wurden; die Kasse sank von 85,5 auf 67,7 Millionen. Ursache sind laut Quartalsbericht der Abbau von Lieferantenverbindlichkeiten, höhere Vorratskäufe und der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen von 13,9 auf 2,8 Millionen. Im Jahr 2025 hatte derselbe Posten noch zu einem Zufluss von 34,9 Millionen beigetragen — das Muster schwankt mit dem Projektgeschäft.
- Kapitalstruktur neutral
- Die Aktienzahl stieg von 27.593.000 (31. Dezember 2025) auf 28.219.070 (7. August 2026); genehmigt sind 49.000.000 Aktien. Unter dem wirksamen Rahmenprospekt könnte TSS ohne neuen Beschluss weitere 94,3 Millionen US-Dollar aufnehmen — rund 38 Prozent des Börsenwerts vom 22. August 2026. Genutzt wurde das Instrument zuletzt im August 2025 für netto 55,3 Millionen. Eine Dividende gibt es nicht.
TSS sitzt an einer echten Stelle der KI-Lieferkette und hat den Umsatz zwischen 2021 und 2025 von 27,4 auf 245,7 Millionen US-Dollar gesteigert. Die Bilanz ist solide, das Unternehmen profitabel, der Umbau zu margenstärkerem Geschäft in den Halbjahreszahlen 2026 messbar. Dem stehen drei belegte Befunde gegenüber: 99 Prozent des Umsatzes und 100 Prozent der Forderungen kommen von einem Kunden, das Betriebsergebnis stagnierte 2025 trotz 97,6 Millionen mehr Umsatz, und der Nettogewinn desselben Jahres enthält 7,6 Millionen einmaligen Steuerertrag. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Substanzrisiko
Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.
Die rote Ampel steht hier nicht für eine wacklige Bilanz — die ist gesund — sondern für eine einzige, belegte Abhängigkeit: 99 Prozent des Umsatzes und zum 30. Juni 2026 volle 100 Prozent der Forderungen kommen von einem einzigen Kunden, und der Quartalsbericht nennt TSS selbst wirtschaftlich abhängig von dieser Beziehung. Rund 48 Millionen US-Dollar stecken in einer gemieteten Halle, die für genau diesen Kunden ausgebaut wurde, dazu 22,7 Millionen Leasingverbindlichkeiten und feste Stromkosten von rund 192.000 US-Dollar im Monat. Endet die Beziehung, bleiben diese Verpflichtungen — und es gibt keinen zweiten Kunden über der 10-Prozent-Schwelle, der sie auffangen könnte. Das ist eine existenzielle Abhängigkeit von einer Gegenpartei, und nach unseren Regeln gilt im Zweifel die vorsichtigere Stufe. Das Urteil bewertet das Unternehmen, nicht den Kurs: Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 1,3 ist die Aktie nicht teuer, und ein verlängerter Rahmenvertrag mit Mindestmengen ist eine ernstzunehmende Absicherung. Was du daraus machst, entscheidest du.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam TSSI über den hauseigenen Reddit-Hype-Scanner (Meldung vom 22. August 2026). Foren-Aufmerksamkeit ist ein Anlass zum Nachlesen, kein Argument; die Analyse stützt sich ausschließlich auf die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC.
- Datenstand: Jahreszahlen aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 18. März 2026), Zwischenzahlen aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht 13. August 2026), Aktienzahl vom Deckblatt desselben Berichts (7. August 2026), Kurs- und Marktdaten mit Datenstand 22. August 2026. Die Änderung 10-Q/A vom 14. August 2026 betrifft ausschließlich die iXBRL-Auszeichnung und ändert keine Zahl.
- Verwechslungsgefahr: Die heutige TSS, Inc. hieß bis 2007 Fortress America Acquisition Corp. und bis 2013 Fortress International Group, Inc. Sie hat nichts mit gleichnamigen Beteiligungsgesellschaften oder mit dem Softwarehaus TSS in anderen Märkten zu tun. Maßgeblich ist die CIK 0001320760.
- Das vom Unternehmen berichtete „bereinigte EBITDA" ist keine nach US-Bilanzregeln definierte Größe. Es rechnet unter anderem Zinsen, Steuern, Abschreibungen, aktienbasierte Vergütung und die Factoring-Gebühren heraus und ist deshalb nicht mit dem Betriebsergebnis vergleichbar.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 22. August 2026. Was sich seitdem bei TSSI geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.
Die komplette Analyse als PDF für später
Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu TSS, Inc. (TSSI) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.
Häufige Fragen
TSS ist ein Dienstleister für Rechenzentren mit Sitz in Georgetown, Texas. Das Unternehmen baut komplette Serverschränke zusammen, testet sie und macht sie versandfertig — seit 2024 vor allem KI-Schränke mit Luft- und Flüssigkeitskühlung. Daneben beschafft TSS Hardware und Software im Kundenauftrag (2025: 197,5 Millionen US-Dollar Umsatz) und betreibt Rechenzentrums-Technik. Zum 31. Dezember 2025 hatte TSS 286 feste Mitarbeiter.
Der Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026 weist aus, dass ein einziger US-amerikanischer IT-Hersteller 99 Prozent des Quartalsumsatzes und 100 Prozent der Forderungen stellte; zum 31. Dezember 2025 waren es 98 Prozent der Forderungen. Kein anderer Kunde erreichte 10 Prozent. Der Bericht bezeichnet TSS selbst als wirtschaftlich abhängig von dieser Beziehung. Endet sie, bleiben Miete, Bankdarlehen und feste Stromkosten der eigens ausgebauten Halle bei TSS.
Der Umsatz sank von 142,9 auf 90,5 Millionen US-Dollar, also um 37 Prozent. Der Rückgang stammt fast vollständig aus der margenschwachen Beschaffung (minus 53 Prozent auf 58,2 Millionen), die stark vom US-Bundeshaushalt abhängt. Die Systemintegration legte gleichzeitig um 65 Prozent auf 28,0 Millionen zu, das Gebäudemanagement um 44 Prozent auf 4,0 Millionen. Der Rohertrag blieb deshalb mit 16,8 Millionen nahezu unverändert.
Ausgewiesen sind 15,1 Millionen US-Dollar Nettogewinn. Darin steckt ein Steuerertrag von 7,6 Millionen aus der Auflösung einer Wertberichtigung auf latente Steueransprüche — eine einmalige Buchung ohne Zahlungswirkung. Vergleichbar ist das Vorsteuerergebnis: 7,533 Millionen im Jahr 2025 gegenüber 6,134 Millionen im Jahr 2024. Das Betriebsergebnis stieg von 5,766 auf 6,322 Millionen, obwohl der Umsatz um 97,6 Millionen zulegte.
Zum 30. Juni 2026 standen 175,3 Millionen US-Dollar Bilanzsumme gegen 95,0 Millionen Verbindlichkeiten; das Eigenkapital lag bei 80,3 Millionen. Die Kasse hielt 67,7 Millionen nach 85,5 Millionen ein halbes Jahr zuvor, dazu 1,8 Millionen gebundene Mittel. Verzinsliche Bankschulden betragen 16,1 Millionen, Leasingverbindlichkeiten 22,7 Millionen. Alle Kreditauflagen waren zum Stichtag eingehalten.
Ja. Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 nennt eine Restkapazität von 94,3 Millionen US-Dollar unter dem bereits wirksamen Rahmenprospekt — rund 38 Prozent des Börsenwerts vom 22. August 2026. Genutzt wurde dieses Instrument zuletzt im August 2025: 3.450.000 Aktien für netto 55,3 Millionen US-Dollar. Ausstehend waren am 7. August 2026 28.219.070 Aktien bei 49.000.000 genehmigten.
Die Berichte an die SEC nennen ihn nicht beim Namen, sondern nur als „US-based IT OEM" — einen US-amerikanischen Hersteller von IT-Ausrüstung. TSS integriert für ihn seit Oktober 2024 KI-Serverschränke unter einem Rahmenvertrag mit Mindestmengen, seit Mai 2026 zusätzlich Lager- und Logistikleistungen bis 31. März 2029. Wer hinter der Bezeichnung steht, ist aus den Filings nicht belegbar; wir spekulieren an dieser Stelle bewusst nicht.
Nein. Die Gesellschaft entstand im Dezember 2004 in Delaware und ging am 15. Juli 2005 als Fortress America Acquisition Corp. an die Börse — eine Mantelgesellschaft zur Firmenübernahme. 2007 firmierte sie in Fortress International Group um, 2013 in TSS, Inc. Heute werden die Aktien am Nasdaq Capital Market unter dem Kürzel TSSI gehandelt (ISIN US87288V1017).
Fehler gefunden?
Dir ist in dieser Analyse ein sachlicher Fehler, eine veraltete Zahl oder ein Tippfehler aufgefallen? Schreib es kurz rein — Deine Meldung geht direkt an die Redaktion.