Riley Permian: Platz 3 im Zulu-Screen — und drei Prüfsteine hängen am selben Ölpreis
Jim Slaters Zulu-Prinzip sucht Wachstum zum Schnäppchenpreis. Riley Exploration Permian steht dort auf Platz 3 von vier Treffern. Nur ist das erwartete Gewinnwachstum bei einem Ölförderer zuallererst eine Preisannahme — und bei Riley hängen gleich drei Filterbedingungen daran, zwei davon verkehrt herum. Wir rechnen nach, was ein Ölpreisrutsch kostet, wie viel des Gewinns aus einem einmaligen Verkauf stammte und warum Gas und Flüssiggase dieser Firma Geld wegnehmen, statt welches zu bringen.
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Es gibt einen Denkfehler, der bei Rohstofffirmen fast unvermeidlich ist. Nennen wir ihn das Wachstums-Etikett. Er funktioniert so: Eine Kennzahl heißt „erwartetes Gewinnwachstum“, also hält man sie für eine Aussage über das Unternehmen. Über bessere Produkte, mehr Kunden, klügere Prozesse. In Wahrheit ist sie bei einem Ölförderer zuallererst eine Aussage über etwas, das die Firma nicht beeinflussen kann: den Preis eines Fasses Rohöl in achtzehn Monaten.
Bei Riley Exploration Permian, Inc. (NYSE American: REPX) lässt sich das besonders sauber zeigen. Die Aktie steht auf Platz 3 von vier Treffern in unserem Scanner nach dem Zulu-Prinzip von Jim Slater — einem Filter, der Wachstum zum Schnäppchenpreis sucht. Sieben Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Bei Riley hängen davon drei an derselben Größe, nämlich am Ölpreis. Und zwei von diesen dreien hängen verkehrt herum daran: Steigt der Ölpreis, reißt der Filter.
Machen wir also einen Deal. Wir schauen uns an, was diese Firma tatsächlich verdient, wovon dieser Verdienst abhängt und wie viel davon aus Geschäften stammt, die sich nicht wiederholen. Die Quellen sind die Berichte, die Riley bei der US-Börsenaufsicht SEC einreicht: der Geschäftsbericht 10-K für 2025 vom 4. März 2026, der Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 und die Zahlenmeldung 8-K vom 6. Mai 2026. Was du daraus machst, entscheidest am Ende du.
Inhaltsübersicht
- Was Riley Permian eigentlich macht
- Wo die Aktie auf unseren Tisch kam — Platz 3 von vier
- Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
- Unbequeme Wahrheit Nr. 1: 2025 kam mehr Öl aus dem Boden und weniger Gewinn heraus
- Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Drei Zulu-Prüfsteine hängen am Ölpreis — zwei davon verkehrt herum
- Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Gas und Flüssiggase kosten Geld, statt welches zu bringen
- Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Absicherung ist eine Kreditauflage — und sie läuft aus
- Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Ein Gebiet, ein Abnehmer, 41 Prozent unentwickelte Reserven
- Das Stromgeschäft — 40 Millionen US-Dollar, die noch nichts verdienen
- Bewertung: fünf Zahlen für dieselbe Aktie
- Chancen und Risiken auf einen Blick
- Ein menschliches Fazit
- Quellen
Was Riley Permian eigentlich macht
Riley Permian ist ein Öl- und Gasförderer mit Sitz in Oklahoma City. Die Firma kauft oder pachtet Land, bohrt waagerechte Bohrungen in bekannte, seit Jahrzehnten erschlossene Gesteinsschichten und verkauft, was herauskommt. Zum 31. Dezember 2025 waren das 97.538 Netto-Acres Fläche, 873 Netto-Förderbohrungen und 122 Beschäftigte. Riley betreibt 96 Prozent der eigenen Förderung selbst und hält an den eigenen Bohrungen im Schnitt 85 Prozent Arbeitsanteil.
Gefördert wird aus zwei Feldern, beide im sogenannten Northwest Shelf des Permian-Beckens:
- Das Champions-Feld in Yoakum County, Texas — der Ursprung des Unternehmens. Die Nachbarfelder Wasson und Brahaney werden seit den 1930er Jahren aus derselben San-Andres-Schicht gefördert.
- Das Red-Lake-Feld in Eddy County, New Mexico — vollständig zugekauft. Am 3. April 2023 erwarb Riley 10.600 Netto-Acres von Pecos Oil & Gas, am 7. Mai 2024 kamen 13.900 dazu, und am 1. Juli 2025 folgte die Übernahme von Silverback Exploration II für 120 Millionen US-Dollar in bar plus Besserungsschein — rund 40.000 weitere Netto-Acres.
Das Ergebnis dieses Zukaufens sieht man in der Fördermenge. Sie stieg von 22.546 Fass Öläquivalent je Tag (2024) auf 29.205 (2025) und im ersten Quartal 2026 auf 35.600. Der Anteil New Mexicos wuchs dabei von 6,8 über 11,6 auf 15,1 Tausend Fass je Tag — die Firma ist heute fast zur Hälfte ein New-Mexico-Förderer.
Ein wichtiges Detail zur Firmengeschichte, weil es Kursreihen vor 2021 unbrauchbar macht: Die heutige Riley Exploration Permian ist rechtlich die frühere Tengasco, Inc. — eine Gesellschaft, die von 1996 bis zum 25. Februar 2021 unter diesem Namen firmierte und erst durch den Zusammenschluss mit dem privaten Riley-Geschäft zu dem wurde, was sie heute ist. Die Einreichungen bei der SEC laufen deshalb bis heute unter derselben Kennnummer CIK 0001001614.
Verkauft wurde zuletzt auch: Im vierten Quartal 2025 trennte sich Riley von der Midstream-Tochter Dovetail für 123 Millionen US-Dollar in bar plus bis zu 60 Millionen erfolgsabhängig über fünf Jahre. Merke dir diesen Verkauf — er kommt gleich wieder.
Wo die Aktie auf unseren Tisch kam — Platz 3 von vier
Wir lassen täglich mehrere tausend Aktien durch unsere Scanner laufen. Riley kam über den Filter „Jim Slater: Zulu Principle“ auf die Rechercheliste. Der britische Investor Jim Slater beschrieb in seinem Buch The Zulu Principle die Idee, sich auf ein kleines Gebiet zu spezialisieren und dort Wachstum zu kaufen, das noch nicht bezahlt ist. In unserem Scanner sind daraus sieben Bedingungen geworden, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen:
- Börsenwert höchstens 5 Milliarden US-Dollar
- Kurs-Gewinn-Verhältnis positiv
- erwartetes Wachstum des Gewinns je Aktie im nächsten Geschäftsjahr zwischen 15 und 30 Prozent
- Kurs-Gewinn-Verhältnis geteilt durch dieses Wachstum (PEG) höchstens 0,75
- Kurs-Cashflow positiv und niedriger als das Kurs-Gewinn-Verhältnis
- Verschuldungsgrad zwischen 0 und 0,5
- relative Stärke mindestens 50
So findest du die Zeile selbst: Scanner-Übersicht öffnen, Rubrik „Bewertung“, Filter „Jim Slater: Zulu Principle“ wählen. Am 28. Juli 2026 zeigte diese Liste im gesamten Universum genau vier Treffer, sortiert nach relativer Stärke: Dime Community Bancshares auf Platz 1, First BanCorp auf Platz 2, Riley Exploration Permian auf Platz 3, Kingstone Companies auf Platz 4. Zwei der vier sind Banken.
Die Zahlen zu Riley in dieser Zeile, Kurs-Stand 27. Juli 2026: Kurs 34,10 US-Dollar, Börsenwert 0,7 Milliarden, Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,4, erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis 4,9, Kurs-Umsatz 1,8, Kurs-Buchwert 1,3, Kurs-Cashflow 10,7, Verschuldungsgrad 0,45, relative Stärke 58, EPS-Rating 96, Piotroski-Wert 4 von 9, Fundamental-Rating C (49 von 100), Altman-Z 4,5, Dividendenrendite 4,9 Prozent. Die Aktie steht 21,0 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und liegt seit Jahresbeginn 29,6 Prozent im Plus.
Zwei Dinge legen wir gleich hier offen, statt sie zu glätten. Erstens der Börsenwert. Unser Datenbestand führt 0,718 Milliarden US-Dollar; das Deckblatt des Quartalsberichts nennt zum 4. Mai 2026 aber 21.695.947 ausstehende Aktien, was zum Bewertungsanker 739,8 Millionen US-Dollar ergibt — drei Prozent mehr. Wir rechnen im Folgenden mit der Zahl aus dem Filing. Zweitens die PEG-Spalte. Sie zeigt 2,84, der Filter rechnet dagegen mit einem Wert unter 0,75. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Definitionsfrage: Die Spalte übernimmt ein Verhältnis, das mit einer langfristigen Wachstumsschätzung rechnet; der Filter teilt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,39 durch das erwartete Wachstum des nächsten Geschäftsjahres. Wer beide Zahlen nebeneinander sieht, weiß sofort: Das billige PEG hängt an einem Jahr.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Erst das, was wirklich gut aussieht. Riley wächst, und zwar nicht nur auf dem Papier. Die Fördermenge stieg zwischen dem Geschäftsjahr 2024 und dem ersten Quartal 2026 um 58 Prozent, die Reserven zum 31. Dezember 2025 um 19 Prozent auf 147,4 Millionen Fass Öläquivalent. Die Ersatzquote lag bei 323 Prozent — für jedes geförderte Fass wurden mehr als drei neue nachgewiesen; rein aus eigener Bohrtätigkeit, also ohne Zukäufe, waren es immer noch 230 Prozent. Der Wirtschaftsprüfer für die Reserven ist Ryder Scott, eine der drei großen Adressen der Branche.
Auch die Bilanz wurde 2025 sichtbar besser: Die Schulden fielen im vierten Quartal um 120 Millionen US-Dollar, das Verhältnis von Schulden zum bereinigten Betriebsergebnis vor Abschreibungen lag zum Jahresende bei 1,0. Und im April 2026 hoben die Banken den Beleihungsrahmen der Kreditlinie von 400 auf 425 Millionen US-Dollar an — das ist bei einem Ölförderer das ehrlichste Gütesiegel, das es gibt, denn dieser Rahmen wird halbjährlich am Wert der Reserven neu gemessen.
Jetzt die Zeitreihe, die alles einordnet.
Der ausgewiesene Gewinn je Aktie lag bei 5,58 US-Dollar (2023), 4,26 (2024) und 7,59 (2025). Im ersten Quartal 2026 stand dann ein Verlust von 3,38 US-Dollar je Aktie — dazu gleich mehr. Der Umsatz lag bei 372,6 Millionen US-Dollar (2023), 409,8 (2024) und 392,0 (2025); er ist also seit zwei Jahren praktisch nicht gewachsen, obwohl die Fördermenge im selben Zeitraum von 6.786 auf 10.660 Tausend Fass Öläquivalent stieg — ein Plus von 57 Prozent.
Auch die Kostenseite verdient Anerkennung. Die Betriebskosten je Fass Öläquivalent fielen von 8,67 US-Dollar (2023) über 8,66 (2024) auf 8,21 (2025) und im ersten Quartal 2026 auf 7,51 — bei einer gleichzeitig kräftig gewachsenen Fördermenge. Die Verwaltungskosten je Fass sanken von 2,95 auf 2,53 US-Dollar. Das ist echte Skalierung und keine Buchhaltung.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: 2025 kam mehr Öl aus dem Boden und weniger Gewinn heraus
Die Peak-Earnings-Probe ist bei einem Rohstoffunternehmen die wichtigste Rechnung überhaupt: Verdient die Firma so viel, weil sie gut ist, oder weil der Preis gut ist? Bei Riley lässt sich das an einem einzigen Jahresvergleich zeigen.
Von 2024 auf 2025 stieg die Fördermenge von 8.252 auf 10.660 Tausend Fass Öläquivalent — ein Plus von 29,2 Prozent. Die Ölmenge allein wuchs von 5.519 auf 6.328 Tausend Fass, also um 14,7 Prozent. Und das Ergebnis?
- Umsatz: 409,8 → 392,0 Millionen US-Dollar (minus 4,3 Prozent)
- Betriebsergebnis: 153,7 → 133,3 Millionen US-Dollar (minus 13,3 Prozent)
- Bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten: 284,2 → 260,6 Millionen US-Dollar (minus 8,3 Prozent)
Die Ursache ist der realisierte Ölpreis: Er fiel von 74,10 auf 62,95 US-Dollar je Fass. Ein Preisrückgang von 15 Prozent hat also ein Mengenplus von 29 Prozent nicht nur aufgezehrt, sondern überkompensiert. Das ist die ganze Rohstoff-Wahrheit in einer Zeile.
Wer es noch sauberer haben will, findet im Anhang des Geschäftsberichts die Ergebnisreihe des reinen Fördergeschäfts, wie sie die US-Bilanzregeln für Öl- und Gasunternehmen vorschreiben — ohne Zinsen, ohne Verwaltungsüberbau, ohne Absicherungsgeschäfte, ohne Verkaufsgewinne. Sie lautet: 209,9 Millionen US-Dollar (2023), 190,8 (2024) und 180,6 (2025). Drei Jahre in Folge fallend — bei einer Fördermenge, die sich im selben Zeitraum um 57 Prozent erhöht hat.
Warum stand dann trotzdem ein Rekordgewinn von 160,8 Millionen US-Dollar in der Bilanz? Weil unter dem Betriebsergebnis zwei Posten stehen, die mit dem Fördergeschäft nichts zu tun haben: ein Buchgewinn von 71,7 Millionen US-Dollar aus dem Midstream-Verkauf und ein Gewinn aus Absicherungsgeschäften von 36,3 Millionen. Rechnet man allein den Midstream-Gewinn heraus, bleiben bei der Steuerquote des Jahres (23,0 Prozent) rund 105,7 Millionen US-Dollar oder 4,99 US-Dollar je Aktie. Die Firma selbst weist als bereinigtes Ergebnis 96 Millionen oder 4,53 US-Dollar aus.
Und die zweite Hälfte der Probe? Sie fällt zugunsten von Riley aus, und das gehört genauso in den Text. Der realisierte Ölpreis der letzten drei Geschäftsjahre lag bei 75,62 (2023), 74,10 (2024) und 62,95 US-Dollar (2025) — im Schnitt 70,89 US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 waren es 68,89 US-Dollar, also unter diesem Schnitt. Riley steht nicht auf einem Ölpreis-Gipfel, von dem es zurückfallen könnte. Wer hier ein Peak-Earnings-Problem sucht, findet es nicht im Preis, sondern in der Einmalzahlung aus dem Midstream-Verkauf und in der Frage, ob die Kosten beim weiteren Wachstum mithalten.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Drei Zulu-Prüfsteine hängen am Ölpreis — zwei davon verkehrt herum
Jetzt zum Kern. Im ersten Quartal 2026 meldete Riley einen Nettoverlust von 70,4 Millionen US-Dollar — bei einem Betriebsergebnis von plus 43,7 Millionen. Die Lücke von 114 Millionen erklärt eine einzige Zeile: Loss on derivatives, net mit 126,97 Millionen US-Dollar. Davon waren 11,7 Millionen tatsächlich gezahltes Geld; die übrigen rund 115 Millionen sind eine reine Bewertungsbuchung auf Absicherungsverträge, die erst in Zukunft abgerechnet werden. Sie entstand, weil die Terminpreise für Öl gestiegen sind — und Riley auf der Verkäuferseite dieser Verträge steht.
Diese eine Buchung berührt nun gleich drei der sieben Zulu-Bedingungen:
Erstens das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Der Filter verlangt einen positiven Wert; angezeigt werden 11,39. Der zugrunde liegende Gewinn der letzten zwölf Monate beträgt rund 61,8 Millionen US-Dollar oder 2,96 US-Dollar je Aktie — und er enthält beides: den einmaligen Midstream-Gewinn von plus 71,7 Millionen und den Absicherungsverlust von minus 115 Millionen. Zwei Sonderposten, die sich zufällig teilweise aufheben. Steigt der Ölpreis weiter, fällt dieser Gewinn weiter, steigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis — und die PEG-Grenze von 0,75 gerät in Gefahr.
Zweitens der Verschuldungsgrad. Der Filter erlaubt höchstens 0,50, angezeigt werden 0,45. Nur: Das Eigenkapital fiel im ersten Quartal 2026 von 634,2 auf 553,4 Millionen US-Dollar, also um 12,7 Prozent — weil der Absicherungsverlust die Gewinnrücklage traf. Die Finanzschulden von 240,7 Millionen US-Dollar (Buchwert) blieben nahezu unverändert. Rechnet man nach, wann die Grenze reißt: Sobald das Eigenkapital unter rund 481 Millionen US-Dollar fällt. Das wäre noch ein Quartal wie das erste.
Drittens das erwartete Gewinnwachstum. Der Filter verlangt 15 bis 30 Prozent. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,39 und der PEG-Grenze von 0,75 muss der gespeicherte Wert mindestens 15,2 Prozent betragen, sonst stünde die Zeile nicht in der Liste. Rechnet man die Schätzungen mit dem Stand vom 28. Juli 2026 nach, kommt man auf 32,5 Prozent — von 6,20 US-Dollar für 2026 auf 8,22 US-Dollar für 2027, getragen von fünf Analystenhäusern. Das liegt bereits über der Obergrenze des Filters. Vor 30 Tagen standen dieselben beiden Schätzungen bei 6,33 und 8,01 US-Dollar, also bei 26,6 Prozent — mitten im erlaubten Band.
Zusammengefasst ergibt das eine kuriose Lage: Steigt der Ölpreis, fällt Riley aus dem Filter, weil Gewinn und Eigenkapital durch die Absicherung sinken. Fällt der Ölpreis, fällt Riley ebenfalls aus dem Filter, weil dann die Wachstumsschätzung kippt. Der Treffer beschreibt keinen Zustand des Unternehmens, sondern eine Momentaufnahme zwischen zwei Ausschlägen.
Eine Kennzahl in der Zeile verdient dabei besondere Vorsicht — der Altman-Wert von 4,5. Auf der hier verwendeten Skala gilt alles unter 1,1 als Gefahrenzone, alles über 2,6 als sicher; 4,5 sieht also beruhigend aus. Der größte Einzelbeitrag zu diesem Wert ist aber das Verhältnis von Eigenkapital zu Verbindlichkeiten — und genau dieses Verhältnis hat der Absicherungsverlust binnen eines Quartals von 1,18 auf 0,88 gedrückt. Auch die Kennzahl, die Sicherheit messen soll, atmet also mit dem Ölpreis. Das Umlaufvermögen liegt zum 31. März 2026 mit 83,1 Millionen US-Dollar sogar 180,6 Millionen unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten — allein 77,9 Millionen davon sind kurzfristige Derivate-Verbindlichkeiten.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Gas und Flüssiggase kosten Geld, statt welches zu bringen
Diese Stelle ist der Punkt, an dem die meisten Leser stutzen — zu Recht. Riley weist seine Erlöse nach Abzug der Sammel-, Aufbereitungs- und Transportkosten aus. Bei Gas und Flüssiggasen sind diese Kosten in den letzten Jahren höher gewesen als der erzielte Preis. Das steht so im Geschäftsbericht.
„The Company’s oil, natural gas and NGL sales are presented net of GP&T costs. These costs, related to natural gas and NGLs, at times exceeded the price we received and resulted in negative average realized prices.“
Übersetzung: „Die Öl-, Erdgas- und Flüssiggasverkäufe des Unternehmens werden nach Abzug der Sammel-, Aufbereitungs- und Transportkosten ausgewiesen. Diese Kosten überstiegen bei Erdgas und Flüssiggasen zeitweise den erzielten Preis und führten zu negativen durchschnittlichen realisierten Preisen.“
— Riley Exploration Permian, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7 „Management’s Discussion and Analysis — Results of Operations“
In Zahlen für das Geschäftsjahr 2025: Der Bruttoerlös aus Gas lag bei 7,3 Millionen US-Dollar, die Transportkosten bei 10,6 Millionen — netto minus 3,3 Millionen. Bei Flüssiggasen standen 44,2 Millionen Bruttoerlös 47,2 Millionen Kosten gegenüber, netto minus 3,0 Millionen. Über alle Produkte hinweg wurden von 449,8 Millionen US-Dollar Bruttoerlös 57,8 Millionen oder 12,8 Prozent für Sammlung, Aufbereitung und Transport abgezogen.
Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich das noch. Der realisierte Gaspreis lag bei minus 1,68 US-Dollar je Mcf, der Flüssiggaspreis bei minus 6,22 US-Dollar je Fass. Rechnet man den Quartalsumsatz auf, ergibt sich ein Bild, das man einmal gesehen haben muss: 125,0 Millionen US-Dollar kamen aus Öl, minus 11,1 Millionen aus Gas und Flüssiggasen zusammen — macht 113,9 Millionen. Öl trug also mehr als 100 Prozent des Umsatzes, obwohl es nur 57 Prozent der Fördermenge ausmachte.
Der Grund heißt Waha. So heißt der Gashandelspunkt in Westtexas, an dem wegen fehlender Pipelinekapazität regelmäßig negative Preise gestellt werden. Riley beziffert den eigenen Abschlag für 2025 auf minus 3,80 US-Dollar je Mcf gegenüber der Referenz Henry Hub; beim Öl beträgt der Abschlag zur Referenz WTI dagegen nur minus 2,44 US-Dollar je Fass. Hoffnung liegt auf dem 15-Jahres-Gasabnahmevertrag mit Targa für das New-Mexico-Feld, der im Zuge des Midstream-Verkaufs geschlossen wurde und laut Geschäftsbericht „vor Ende 2026“ in Betrieb gehen soll. Bis dahin gilt: Jedes zusätzliche Kubikmeter Gas erhöht die Kosten, nicht die Erlöse.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Absicherung ist eine Kreditauflage — und sie läuft aus
Viele Anleger halten Absicherungsgeschäfte für eine unternehmerische Entscheidung. Bei Riley sind sie das nicht. Sie stehen in den Kreditverträgen.
„The Company must maintain a minimum hedging requirement for oil based on our proved developed producing projected volumes on a rolling 24-month basis.“
Übersetzung: „Das Unternehmen muss eine Mindestabsicherung für Öl aufrechterhalten, bemessen an den prognostizierten Fördermengen der nachgewiesenen, entwickelten und produzierenden Lagerstätten, rollierend über 24 Monate.“
— Riley Exploration Permian, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Anhang 10 „Long-Term Debt — Credit Facility“
Die Unternehmensanleihe verlangt zusätzlich eine Absicherung für Öl und Gas, rollierend über 18 Monate. Riley kann also gar nicht ungesichert sein, solange diese Verträge laufen. Und was bringt diese erzwungene Absicherung? Über drei Perioden gerechnet: einmal Geld, zweimal Kosten.
In Geld: Im Geschäftsjahr 2025 hoben die Abrechnungen den realisierten Ölpreis von 62,95 auf 65,46 US-Dollar je Fass — bei 6.328 Tausend Fass sind das rund 15,9 Millionen US-Dollar Zusatzertrag. Im ersten Quartal 2026 drückten sie ihn von 68,89 auf 62,40 US-Dollar, also um 11,8 Millionen US-Dollar. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, wie viel des Gewinns „gekauft statt verdient“ ist: derzeit gar nichts — bezahlt schon.
Wichtiger ist, was danach kommt. Der Absicherungsbestand läuft aus.
Rechnen wir die Deckungsgrade gegen die Förderprognose, die Riley am 6. Mai 2026 selbst veröffentlicht hat (22,0 bis 23,0 Tausend Fass Öl je Tag für 2026):
- Zweites Quartal 2026: 1,501 Millionen Fass abgesichert gegen eine Prognose von 20,7 bis 21,3 Tausend Fass je Tag — rund 79 Prozent.
- Rest des Jahres 2026: 4,661 Millionen Fass gegen rund 6,4 Millionen erwartete — rund 73 Prozent.
- Jahr 2027: 4,182 Millionen Fass gegen rund 8,4 Millionen bei fortgeschriebener Fördermenge — rund 50 Prozent.
- Erstes Quartal 2028: 360.000 Fass. Danach nichts.
Genau in diesem Zeitraum soll der Gewinn je Aktie auf 8,22 US-Dollar steigen. Machen wir die Gegenprobe: 2027 blieben bei fortgeschriebener Förderung rund 4,2 Millionen Fass ungesichert. Fällt der realisierte Ölpreis um 10 US-Dollar je Fass, sind das 42 Millionen US-Dollar weniger vor Steuern und bei der Steuerquote des Jahres 2025 rund 1,50 US-Dollar weniger je Aktie — die Schätzung von 8,22 US-Dollar verlöre 18 Prozent. Für 2026 wären es dagegen nur 0,62 US-Dollar je Aktie, weil die Absicherung dort noch greift. Der Schutz endet genau dann, wenn das Jahr beginnt, das die Bewertung tragen soll.
Ein Wort zum Gas: Die Absicherung gegen den Waha-Abschlag ist 2026 dünn — 450.000 MMBtu je Quartal, bei einer Quartalsförderung von rund 3,8 Millionen Mcf. Ab dem ersten Quartal 2027 steigt sie auf 3,15 Millionen MMBtu je Quartal zu einem Basispreis von minus 0,94 bis minus 0,95 US-Dollar. Riley kauft sich also gerade für 2027 den Gasabschlag fest ein — auf einem deutlich besseren Niveau als den minus 2,26 US-Dollar der Jahre davor.
Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Ein Gebiet, ein Abnehmer, 41 Prozent unentwickelte Reserven
Drei Konzentrationen liegen übereinander, und die Firma benennt die erste selbst.
„Substantially all of our producing properties are located in the Northwest Shelf within the Permian Basin of West Texas and Southeastern New Mexico, making us vulnerable to risks associated with operating in one major geographic area.“
Übersetzung: „Praktisch alle unsere fördernden Liegenschaften befinden sich im Northwest Shelf innerhalb des Permian-Beckens in Westtexas und im Südosten New Mexicos, wodurch wir für Risiken anfällig sind, die mit der Tätigkeit in einem einzigen großen geografischen Gebiet verbunden sind.“
— Riley Exploration Permian, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“
Die zweite Konzentration ist der Abnehmer. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen 60 Prozent des Umsatzes auf einen einzigen Käufer; 2024 und 2023 waren es sogar 70 Prozent. Am Champions-Feld läuft praktisch der gesamte Transport über die Leitungen von Stakeholder Midstream — einem Unternehmen, das seit dem 1. Januar 2026 zu Targa gehört. Diese Konzentration ist kein Sonderfall der Branche, aber sie ist bei Riley besonders ausgeprägt.
Die dritte Konzentration steckt in den Reserven. Von den 147,4 Millionen Fass Öläquivalent nachgewiesener Reserven sind 86,7 Millionen entwickelt und produzierend (59 Prozent) und 60,7 Millionen unentwickelt (41 Prozent).
Was heißt das für die Laufzeit? Auf die Fördermenge des Jahres 2025 gerechnet reichen die gesamten nachgewiesenen Reserven 13,8 Jahre, die bereits produzierenden 8,1 Jahre. Auf die Prognosemitte für 2026 (38,5 Tausend Fass Öläquivalent je Tag) gerechnet sind es nur noch 10,5 beziehungsweise 6,2 Jahre. Schnelleres Wachstum verkürzt also die Reichweite — es sei denn, es kommt genauso schnell Neues dazu. Dass Riley das kann, hat die Ersatzquote von 323 Prozent im Jahr 2025 gezeigt; dass es teuer ist, zeigen die 285 Millionen US-Dollar Entwicklungskapital, die noch anstehen.
Der Barwert der Reserven zum 31. Dezember 2025 lag bei 1.141 Millionen US-Dollar nach Steuern (Standardized Measure) beziehungsweise 1,39 Milliarden vor Steuern (PV-10) — berechnet zum Zwölfmonatsschnitt von 65,34 US-Dollar WTI. Der Börsenwert von 740 Millionen entspricht damit rund 65 Prozent des Barwerts nach Steuern. Wie stark dieser Barwert am Preis hängt, zeigt der Vorjahresvergleich: Als der Zwölfmonatsschnitt von 76,32 auf 65,34 US-Dollar fiel, minderte das den Barwert um 285,2 Millionen US-Dollar — rund 26 Millionen je einem US-Dollar Ölpreis.
Und schließlich der Regulierungsrahmen, der über beiden Bundesstaaten liegt: Sowohl die Railroad Commission of Texas als auch die Bergbehörde New Mexicos haben die Anforderungen an Einpressbohrungen für Lagerstättenwasser verschärft, nachdem im Permian-Becken vermehrt Erdbeben registriert wurden — bis hin zum Aussetzen neuer Genehmigungen in bestimmten Gebieten. Riley besitzt den Großteil der eigenen Wasserentsorgungsanlagen in Texas wie in New Mexico, was hilft; aber die Genehmigungen für neue Bohrungen erteilt es sich nicht selbst.
Das Stromgeschäft — 40 Millionen US-Dollar, die noch nichts verdienen
Ein Nebengeschäft verdient eine eigene Notiz, weil es Kapital bindet und in der Gewinn- und Verlustrechnung fast unsichtbar bleibt. RPC Power LLC ist ein Gemeinschaftsunternehmen zu gleichen Teilen mit Conduit Power LLC. Es betreibt zwei Vorhaben: An zwei Standorten erzeugt es Strom für Rileys eigenen Feldbetrieb im Champions-Feld; an vier weiteren Standorten in Westtexas soll Strom in das texanische Netz ERCOT verkauft werden, ohne dass Riley selbst etwas davon verbraucht.
Die Zahlen dazu: Bis zum 31. Dezember 2025 hatte Riley 39,5 Millionen US-Dollar eingebracht (37,2 Millionen bar, 2,3 Millionen als Sacheinlage), im ersten Quartal 2026 kamen 4,0 Millionen dazu und am 1. Mai 2026 weitere 2,5 Millionen. Die Kapitalzusage je Partner wurde im November 2024 von 42,5 auf 51,5 Millionen US-Dollar erhöht; bis zu 12,0 Millionen davon sind noch abrufbar. Der Buchwert der Beteiligung stand zum 31. März 2026 bei 39,8 Millionen US-Dollar — das sind 5,4 Prozent des Börsenwerts.
Und der Ertrag? In der Gewinn- und Verlustrechnung steht seit drei Jahren ein Minus: 218 Tausend US-Dollar Verlustanteil (2023), 721 Tausend (2024), 886 Tausend (2025) und 368 Tausend im ersten Quartal 2026. Immerhin: Am 31. Dezember 2025 beschloss RPC Power erstmals eine Ausschüttung von 3 Millionen US-Dollar, davon 1,5 Millionen für Riley, gezahlt im Januar 2026. Für 2026 sind weitere 7 bis 8 Millionen US-Dollar Einlage geplant. Das Vorhaben mag aufgehen — bislang ist es eine Investition, kein Ertrag.
Bewertung: fünf Zahlen für dieselbe Aktie
Zum Bewertungsanker vom 27. Juli 2026 — Kurs 34,10 US-Dollar, 21,696 Millionen Aktien, Börsenwert rund 740 Millionen US-Dollar — ergibt sich je nach Gewinnbegriff ein völlig anderes Bild:
- Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,5 auf den Gewinn der letzten zwölf Monate (2,96 US-Dollar je Aktie) — die Zahl, mit der der Scanner rechnet, verzerrt durch zwei gegenläufige Sonderposten.
- 4,5 auf den ausgewiesenen Gewinn des Jahres 2025 (7,59 US-Dollar) — die schmeichelhafteste Zahl, weil sie den Midstream-Buchgewinn enthält.
- 6,8 auf das Ergebnis 2025 ohne diesen Buchgewinn (4,99 US-Dollar), 7,5 auf das von der Firma selbst bereinigte Ergebnis (4,53 US-Dollar).
- 5,9 auf den Dreijahresschnitt der ausgewiesenen Gewinne 2023 bis 2025 (5,81 US-Dollar) — die Peak-Earnings-Probe.
- 5,5 auf die Schätzung für 2026 (6,20 US-Dollar) und 4,1 auf die für 2027 (8,22 US-Dollar).
Dazu die Kennzahlen, die nicht am Gewinnbegriff hängen: Der Buchwert je Aktie lag zum 31. März 2026 bei 25,51 US-Dollar, das Kurs-Buchwert-Verhältnis also bei 1,34. Der Unternehmenswert — Börsenwert plus Nettoschulden — beträgt rund 971 Millionen US-Dollar und damit das 3,7-Fache des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten des Jahres 2025 (260,6 Millionen). Für einen Förderer mit 1,0-facher Verschuldung und 323 Prozent Reservenersatz ist das nicht teuer.
Zur Dividende: 0,40 US-Dollar je Quartal seit der Erhöhung um fünf Prozent im Oktober 2025, macht 1,60 US-Dollar im Jahr und eine Rendite von 4,7 Prozent zum Anker. Gezahlt wurden 2025 insgesamt 33 Millionen US-Dollar — bei einem gesamten freien Mittelzufluss von 81 Millionen sind das 41 Prozent. Im ersten Quartal 2026 standen 8 Millionen Dividende einem freien Mittelzufluss von 23,5 Millionen gegenüber, also 34 Prozent. Die Ausschüttung ist gedeckt — solange der Ölpreis dort bleibt, wo er ist.
Zur Verschuldung: 107 Millionen US-Dollar auf der Kreditlinie und 140 Millionen Nennwert Anleihen, zusammen 247 Millionen. Die Anleihe verzinst sich mit 10,50 Prozent, läuft bis April 2028 und wird mit 5 Millionen je Quartal getilgt. Der Beleihungsrahmen der Kreditlinie wurde am 30. April 2026 von 400 auf 425 Millionen erhöht, die Zusagen aber bei 400 Millionen belassen; frei waren zum 31. März 2026 293 Millionen. Der Zinsaufwand von 31,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 wurde vom Betriebsergebnis 4,2-fach gedeckt, im ersten Quartal 2026 sogar 6,9-fach.
Zum Vergleich lohnt der Blick auf zwei andere Förderer, die wir auseinandergenommen haben: Viper Energy steht im selben Permian-Becken, verdient aber als Verpächter ohne Förderkosten — und hat sein Wachstum ebenfalls zugekauft. Prairie Operating zeigt, wie schnell zugekauftes Mengenwachstum in Verwässerung umschlagen kann. Und wer sehen will, wie ein Förderer aussieht, dessen Ergebnis vollständig aus dem Betrieb kommt, findet das in unserer Analyse zu SandRidge Energy.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was dafür spricht:
- Echtes Mengenwachstum mit sinkenden Stückkosten: Förderung von 22.546 (2024) über 29.205 (2025) auf 35.600 Fass Öläquivalent je Tag (erstes Quartal 2026), Betriebskosten je Fass gleichzeitig von 8,66 auf 7,51 US-Dollar gefallen.
- Reserven belastbar und wachsend: 147,4 Millionen Fass Öläquivalent zum 31. Dezember 2025 (plus 19 Prozent), Ersatzquote 323 Prozent (organisch 230 Prozent), geprüft von Ryder Scott; Barwert nach Steuern 1.141 Millionen US-Dollar gegen einen Börsenwert von 740 Millionen.
- Bilanz aufgeräumt: Schulden im vierten Quartal 2025 um 120 Millionen US-Dollar reduziert, Verhältnis Schulden zu bereinigtem Ergebnis vor Abschreibungen 1,0, freie Kreditlinie 293 Millionen, Beleihungsrahmen im April 2026 von 400 auf 425 Millionen erhöht.
- Zinsdeckung solide: Betriebsergebnis deckt den Zinsaufwand 4,2-fach (2025) und 6,9-fach (erstes Quartal 2026), trotz einer Anleihe mit 10,50 Prozent Kupon.
- Kapitalrückgabe gedeckt: 1,60 US-Dollar Jahresdividende (Rendite 4,7 Prozent) bei einer Quote von 41 Prozent des gesamten freien Mittelzuflusses 2025; Rückkaufrahmen von 100 Millionen US-Dollar seit Dezember 2025, davon noch 95,95 Millionen offen.
- Bewertung mit Puffer: Unternehmenswert das 3,7-Fache des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten 2025; Kurs-Buchwert 1,34; Börsenwert 65 Prozent des Reservenbarwerts nach Steuern.
Was dagegen spricht:
- Der Aufhänger trägt nur halb: Drei der sieben Zulu-Prüfsteine hängen am Ölpreis, zwei davon verkehrt herum. Der unrealisierte Absicherungsverlust von 115 Millionen US-Dollar drückt gleichzeitig den Gewinn der letzten zwölf Monate und das Eigenkapital; ab einem Eigenkapital unter rund 481 Millionen US-Dollar reißt der Verschuldungsgrad die Filtergrenze von 0,50.
- Preis schlägt Menge: 2025 stieg die Fördermenge um 29,2 Prozent, das Betriebsergebnis fiel um 13,3 Prozent — weil der realisierte Ölpreis von 74,10 auf 62,95 US-Dollar je Fass nachgab. Das Ergebnis des reinen Fördergeschäfts nach den US-Bilanzregeln fällt seit drei Jahren in Folge: 209,9 (2023), 190,8 (2024) und 180,6 Millionen US-Dollar (2025).
- Der Rekordgewinn von 2025 ist zu einem großen Teil geliehen: 71,7 Millionen US-Dollar des Vorsteuerergebnisses von 209,0 Millionen stammen aus dem einmaligen Verkauf der Midstream-Tochter.
- Gas und Flüssiggase liefern negative Erlöse: minus 0,28 US-Dollar je Mcf und minus 1,27 US-Dollar je Fass im Jahr 2025, minus 1,68 und minus 6,22 im ersten Quartal 2026; 57,8 Millionen US-Dollar Sammel- und Transportkosten entsprachen 12,8 Prozent des Bruttoerlöses.
- Die Absicherung läuft aus: 79 Prozent Deckung im zweiten Quartal 2026, rund 50 Prozent für 2027, 360.000 Fass im ersten Quartal 2028 und danach nichts. Zehn US-Dollar weniger je Fass kosteten 2027 rund 1,50 US-Dollar je Aktie.
- Dreifache Konzentration: praktisch die gesamte Förderung im Northwest Shelf, 60 Prozent des Umsatzes bei einem einzigen Abnehmer (2024 und 2023: 70 Prozent), 41 Prozent der Reserven unentwickelt mit 285 Millionen US-Dollar Kapitalbedarf.
- Der größte Aktionär ist praktisch ausgestiegen: Die Bluescape-Gruppe meldete am 23. Januar 2026 noch 17,9 Prozent und am 26. März 2026 nur noch 4,9 Prozent — rund 2,87 Millionen Aktien über den Markt. Das Unternehmen selbst kaufte im selben Quartal nur 152.408 Stück zurück.
Ein menschliches Fazit
Zurück zum Anfang, zum Wachstums-Etikett. Der Filter, der uns zu dieser Aktie geführt hat, sucht Wachstum zum Schnäppchenpreis. Gefunden hat er einen Ölförderer, dessen erwartetes Gewinnwachstum keine Aussage über Produkte oder Kunden ist, sondern eine Wette auf den Preis eines Fasses Rohöl in achtzehn Monaten — abgesichert von Verträgen, die die Banken erzwingen und die genau dann auslaufen, wenn das entscheidende Jahr beginnt.
Das Bemerkenswerte daran: Die Firma darunter ist ordentlich. Sie hat ihre Fördermenge seit dem Geschäftsjahr 2024 um 58 Prozent gesteigert, dabei die Kosten je Fass gesenkt, mehr als drei neue Fass für jedes geförderte nachgewiesen, ihre Schulden auf das Einfache des Jahresergebnisses vor Abschreibungen gedrückt und im April 2026 von ihren Banken einen größeren Kreditrahmen bekommen. Das ist solide Arbeit in einem harten Geschäft, und sie ist zu einem Kurs-Buchwert von 1,34 nicht teuer bezahlt.
Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht „Ist ein PEG unter 0,75 nicht spottbillig?“, sondern: Traust du dir zu, den Ölpreis für 2027 und 2028 einzuschätzen — und akzeptierst du, dass ab 2028 kein einziges Fass mehr abgesichert ist, dass Gas und Flüssiggase dieser Firma derzeit Geld wegnehmen und dass ein einziger Abnehmer für 60 Prozent des Umsatzes steht? Wer diese Fragen beantworten kann, hat eine These. Wer nur auf das PEG geschaut hat, hat eine Preisannahme.
Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- Riley Exploration Permian, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (endete 31. Dezember 2025; eingereicht 4. März 2026)
- Riley Exploration Permian, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht 6. Mai 2026)
- Riley Exploration Permian, Inc. — SEC-Meldung 8-K vom 6. Mai 2026, Anlage 99.1: Zahlen zum ersten Quartal 2026 und aktualisierte Jahresprognose
- Riley Exploration Permian, Inc. — SEC-Meldung 8-K vom 4. März 2026, Anlage 99.1: Jahreszahlen 2025, Reservenbericht und Prognose 2026
- Riley Exploration Permian, Inc. — SEC-Meldung 8-K vom 30. Dezember 2025: Vollzug des Verkaufs der Midstream-Tochter Dovetail
- Bluescape Riley Exploration Holdings LLC u. a. — SEC-Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A vom 26. März 2026 (Rückgang auf 4,9 Prozent)
- Yorktown Energy Partners XI, L.P. — SEC-Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A vom 28. Mai 2026 (Sachausschüttung von 500.000 Aktien)
- Fundamentaldaten und hauseigener Aktien-Scanner, Trefferliste „Jim Slater: Zulu Principle“ gemessen am gerenderten Seiteninhalt am 28. Juli 2026 (Platz 3 von 4 Treffern im Gesamtuniversum); Kurs 34,10 US-Dollar, Kennzahlen-Stand 27. Juli 2026
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Aktien von Riley Exploration Permian.
Unser Fazit auf einen Blick
- Geschäftsmodell & Stellung neutral
- Ein Ölförderer mittlerer Größe mit 97.538 Netto-Acres in zwei Feldern des Permian-Beckens, 122 Beschäftigten und einer Förderung, die binnen zwei Jahren von 22.546 auf 35.600 Fass Öläquivalent je Tag gestiegen ist. Riley betreibt 96 Prozent der eigenen Förderung selbst, was Kostenkontrolle erlaubt. Ein Burggraben existiert nicht: Der Preis wird an der Börse gemacht, praktisch die gesamte Förderung liegt im Northwest Shelf, und ein einziger Abnehmer stand 2025 für 60 Prozent des Umsatzes.
- Ertragskraft neutral
- Operativ funktioniert die Skalierung: Die Betriebskosten je Fass Öläquivalent fielen von 8,66 auf 7,51 US-Dollar, die Verwaltungskosten von 2,95 auf 2,53. Nur schlägt der Preis die Menge — 2025 stieg die Fördermenge um 29,2 Prozent, das Betriebsergebnis fiel um 13,3 Prozent auf 133,3 Millionen US-Dollar, weil der realisierte Ölpreis von 74,10 auf 62,95 US-Dollar je Fass nachgab. Der ausgewiesene Rekordgewinn von 160,8 Millionen enthält 71,7 Millionen Buchgewinn aus dem Verkauf der Midstream-Tochter. Das Ergebnis des reinen Fördergeschäfts nach den US-Bilanzregeln fällt seit drei Jahren: 209,9 (2023), 190,8 (2024) und 180,6 Millionen US-Dollar (2025).
- Bilanz & Kapital positiv
- Die Bilanz ist die stärkste Seite. Die Schulden fielen im vierten Quartal 2025 um 120 Millionen US-Dollar, das Verhältnis von Schulden zum bereinigten Ergebnis vor Abschreibungen liegt bei 1,0, von der Kreditlinie waren zum 31. März 2026 nur 107 von 400 Millionen gezogen. Am 30. April 2026 hoben die Banken den Beleihungsrahmen von 400 auf 425 Millionen US-Dollar an — bei einem Förderer die härteste Bestätigung des Reservenwerts. Das Betriebsergebnis deckte den Zinsaufwand 2025 4,2-fach, im ersten Quartal 2026 6,9-fach, trotz einer Anleihe mit 10,50 Prozent Kupon bis April 2028.
- Reserven & Nachschub positiv
- Ryder Scott wies zum 31. Dezember 2025 147,4 Millionen Fass Öläquivalent aus, 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, bei einer Ersatzquote von 323 Prozent (organisch 230 Prozent). Der Barwert nach Steuern von 1.141 Millionen US-Dollar liegt deutlich über dem Börsenwert von rund 740 Millionen. Die Kehrseite: 41 Prozent der Reserven sind unentwickelt und erfordern rund 285 Millionen US-Dollar Kapital, und die Reichweite der bereits produzierenden Reserven sinkt bei der Prognose für 2026 auf 6,2 Jahre.
- Preis- und Absicherungsrisiko negativ
- Gas und Flüssiggase liefern negative Erlöse — 2025 minus 0,28 US-Dollar je Mcf und minus 1,27 je Fass, im ersten Quartal 2026 minus 1,68 und minus 6,22. Öl trug damit mehr als 100 Prozent des Quartalsumsatzes bei 57 Prozent Mengenanteil. Die Absicherung ist keine Wahl, sondern eine Kreditauflage, und sie deckt 2026 noch rund 73 Prozent der Ölförderung, 2027 rund 50 Prozent und ab dem zweiten Quartal 2028 nichts mehr. Zehn US-Dollar weniger je Fass kosteten 2027 rund 1,50 US-Dollar je Aktie — 18 Prozent der Schätzung, die die Bewertung trägt.
- Aufhänger-Kennzahlen negativ
- Drei der sieben Zulu-Prüfsteine hängen am Ölpreis, zwei davon verkehrt herum. Der unrealisierte Absicherungsverlust von 115 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026 drückte den Gewinn der letzten zwölf Monate auf 2,96 US-Dollar je Aktie und das Eigenkapital von 634,2 auf 553,4 Millionen; ab rund 481 Millionen Eigenkapital reißt der Verschuldungsgrad die Filtergrenze von 0,50. Das erwartete Gewinnwachstum wiederum lag nach den Schätzungen vom 28. Juli 2026 bei 32,5 Prozent und damit bereits über der Obergrenze des Filters von 30 Prozent; 30 Tage zuvor waren es 26,6 Prozent.
Riley Permian ist der Testfall für das Wachstums-Etikett: Der Zulu-Filter meldet Wachstum zum Schnäppchenpreis, doch bei einem Ölförderer ist erwartetes Gewinnwachstum zuallererst eine Preisannahme — und hier hängen gleich drei der sieben Prüfsteine daran, zwei davon verkehrt herum. Operativ arbeitet die Firma sauber: Förderung seit dem Geschäftsjahr 2024 plus 58 Prozent, Betriebskosten je Fass von 8,66 auf 7,51 US-Dollar gesenkt, Reservenersatz 323 Prozent, Schulden zum Ergebnis vor Abschreibungen 1,0, Beleihungsrahmen im April 2026 erhöht. Offen bleibt die Preisseite: 2025 brachte 29 Prozent mehr Menge und 13 Prozent weniger Betriebsergebnis, Gas und Flüssiggase nehmen Geld weg statt welches zu bringen, und die Ölabsicherung läuft genau in dem Jahr aus, das die Bewertung tragen soll. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb steht hier für eine wesentliche offene operative Frage, nicht für ein Substanzrisiko. Die Substanz ist belegt: 147,4 Millionen Fass Öläquivalent nachgewiesene Reserven mit einem Barwert von 1.141 Millionen US-Dollar nach Steuern gegen 247 Millionen Finanzschulden, ein Verhältnis von Schulden zum bereinigten Ergebnis vor Abschreibungen von 1,0, eine im April 2026 von 400 auf 425 Millionen US-Dollar erhöhte Beleihungsgrenze, 293 Millionen freie Kreditlinie, Zinsdeckung von 4,2 (2025) und 6,9 (erstes Quartal 2026), positiver freier Mittelzufluss in jedem Quartal der Berichtsreihe und eine Ausschüttungsquote von 41 Prozent des freien Mittelzuflusses. Für Gelb sprechen vier Befunde, die zusammen eine offene Frage ergeben: Erstens die vollständige Abhängigkeit vom Rohstoffpreis bei gleichzeitiger Konzentration auf ein Fördergebiet — der Geschäftsbericht nennt das selbst als Risikofaktor, und ein einziger Abnehmer stand 2025 für 60 Prozent des Umsatzes. Zweitens der Anteil eines Einmalgeschäfts am Ergebnis 2025: 71,7 der 209,0 Millionen US-Dollar Vorsteuerergebnis stammen aus dem Verkauf der Midstream-Tochter. Drittens die negativen realisierten Preise für Erdgas und Flüssiggase, die im ersten Quartal 2026 zusammen 11,1 Millionen US-Dollar vom Umsatz abzogen. Viertens die auslaufende Ölabsicherung, die 2027 nur noch rund die Hälfte der erwarteten Förderung deckt und ab dem zweiten Quartal 2028 gar nichts mehr — bei einer Bewertung, die auf der Schätzung für 2027 ruht. Ausdrücklich nicht Teil dieses Urteils ist die Bewertung.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger: Scanner „Jim Slater: Zulu Principle“, Gesamtuniversum, Platz 3 von 4 Treffern — die Trefferliste wurde am 28. Juli 2026 am gerenderten Seiteninhalt gezählt, nicht an einer nachgebauten Abfrage. Sortiert wird die Seite nach relativer Stärke. Der Kurs-Stand der Kennzahlen ist der 27. Juli 2026, die Listen werden täglich neu berechnet.
- Abweichung im Datenbestand, offengelegt statt geglättet: Unser Datenbestand führt einen Börsenwert von 0,718 Milliarden US-Dollar; das Deckblatt des Quartalsberichts nennt zum 4. Mai 2026 21.695.947 ausstehende Aktien, was zum Bewertungsanker 739,8 Millionen US-Dollar ergibt — drei Prozent mehr. Der Artikel rechnet mit der Zahl aus dem Filing. Alle davon abgeleiteten Kennzahlen (Kurs-Buchwert, Unternehmenswert, Verhältnis zum Reservenbarwert) sind auf dieser Grundlage berechnet.
- Zweite Abweichung, ebenfalls offengelegt: Der Filter verlangt ein erwartetes Gewinnwachstum von 15 bis 30 Prozent im nächsten Geschäftsjahr. Rechnet man die Analystenschätzungen mit dem Stand vom 28. Juli 2026 nach — 6,20 US-Dollar für 2026 und 8,22 für 2027 —, ergeben sich 32,5 Prozent und damit ein Wert über der Obergrenze; 30 Tage zuvor lagen dieselben Schätzungen bei 6,33 und 8,01 US-Dollar, also bei 26,6 Prozent. Der im Scanner gespeicherte Wert muss bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,39 und der PEG-Grenze von 0,75 mindestens 15,2 Prozent betragen. Die Zeile hängt damit an einer Zahl, die sich mit jeder Analystenrevision verschiebt.
- Rechnungsgrundlagen sauber getrennt: Die Gewinne je Aktie für 2023 bis 2025 (5,58 / 4,26 / 7,59) sind ausgewiesene, verwässerte Werte nach US-Bilanzrecht aus dem Geschäftsbericht. Die Schätzungen für 2026 (6,20) und 2027 (8,22) stehen auf der bereinigten Größe, mit der Analysten arbeiten; für 2025 lagen ausgewiesener und bereinigter Wert mit 7,59 und 4,53 US-Dollar weit auseinander, weil der Buchgewinn aus dem Midstream-Verkauf von 71,7 Millionen US-Dollar nur im ausgewiesenen Wert steckt.
- Der Altman-Z″-Wert von 4,5 wurde gegen die Bilanz zum 31. März 2026 nachgerechnet und bestätigt sich in der Größenordnung; auf der hier verwendeten Skala liegt die Gefahrenzone unter 1,1 und der sichere Bereich über 2,6. Er ist bei Riley allerdings nur begrenzt aussagefähig, weil sein größter Einzelbeitrag das Verhältnis von Eigenkapital zu Verbindlichkeiten ist — und dieses fiel durch den Absicherungsverlust binnen eines Quartals von 1,18 auf 0,88.
- Datenstand: Der Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 04.03.2026) und der Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (06.05.2026) sind vollständig ausgewertet; sämtliche Einreichungen danach wurden durchgesehen — 8-K vom 13.05.2026 (Hauptversammlung, Vorstand), S-8 vom 14.05.2026, Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A vom 28.05.2026 sowie Meldungen nach Form 4 und Form 144 bis zum 06.07.2026. Keines dieser Dokumente verändert das Bild. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 sind für den 05.08.2026 angekündigt und lagen am 28.07.2026 nicht vor.
- Nicht verwechseln: Die heutige Riley Exploration Permian, Inc. ist rechtlich die frühere Tengasco, Inc., die bis zum 25. Februar 2021 unter diesem Namen firmierte. Kurs- und Kennzahlenreihen vor Februar 2021 gehören deshalb zu Tengasco und beschreiben ein anderes Geschäft.
- Die Qualitäts-Ampel dieser Analyse beurteilt das Unternehmen, nicht den Einstiegszeitpunkt.
Häufige Fragen
Weil die Aktie am 28. Juli 2026 alle sieben Bedingungen des Filters erfüllte und unter den vier Treffern die drittstärkste relative Stärke hatte (58). Entscheidend ist das Verhältnis aus Kurs-Gewinn-Verhältnis (11,39) und erwartetem Gewinnwachstum für das nächste Geschäftsjahr: Es muss höchstens 0,75 betragen. Sortiert wird die Seite nach relativer Stärke, nicht nach Bewertung.
Wegen einer Bewertungsbuchung auf Absicherungsgeschäfte. Das Betriebsergebnis war mit 43,7 Millionen US-Dollar positiv, doch darunter stand ein Verlust aus Derivaten von 126,97 Millionen. Nur 11,7 Millionen davon waren tatsächlich gezahltes Geld; rund 115 Millionen entstanden, weil die Terminpreise für Öl gestiegen sind und Riley auf der Verkäuferseite dieser Verträge steht. Bereinigt weist die Firma einen Gewinn von 21 Millionen US-Dollar oder 1,02 US-Dollar je Aktie aus.
Kurzfristig stark, mittelfristig immer weniger. Zum 31. März 2026 waren für das zweite Quartal 2026 rund 1,50 Millionen Fass abgesichert — etwa 79 Prozent der Förderprognose. Für den Rest des Jahres 2026 sind es rund 73 Prozent, für 2027 rund 50 Prozent und für das erste Quartal 2028 noch 360.000 Fass; danach bestehen keine Ölkontrakte. Die Festpreis-Swaps liegen im Schnitt bei 62,51 US-Dollar je Fass.
Weil Riley seine Erlöse nach Abzug der Sammel-, Aufbereitungs- und Transportkosten ausweist und diese Kosten bei Gas und Flüssiggasen zeitweise höher sind als der erzielte Preis. Im Jahr 2025 lagen sie bei 57,8 Millionen US-Dollar oder 12,8 Prozent des Bruttoerlöses. Ursache ist der Gashandelspunkt Waha in Westtexas, wo wegen fehlender Pipelinekapazität regelmäßig negative Preise gestellt werden: Rileys Gasabschlag zur Referenz Henry Hub betrug 2025 im Schnitt minus 3,80 US-Dollar je Mcf.
Ein erheblicher Teil. Vom Vorsteuerergebnis von 209,0 Millionen US-Dollar entfielen 71,7 Millionen auf den Buchgewinn aus dem Verkauf der Midstream-Tochter Dovetail, die für 123 Millionen US-Dollar in bar plus bis zu 60 Millionen erfolgsabhängig veräußert wurde. Rechnet man diesen Posten heraus, bleiben bei der Steuerquote des Jahres rund 4,99 US-Dollar je Aktie statt der ausgewiesenen 7,59. Die Firma selbst weist als bereinigtes Ergebnis 4,53 US-Dollar aus.
Zum 31. Dezember 2025 wies Ryder Scott 147,4 Millionen Fass Öläquivalent nachgewiesene Reserven aus, davon 86,7 Millionen bereits entwickelt und produzierend. Auf die Fördermenge des Jahres 2025 gerechnet reicht das 13,8 beziehungsweise 8,1 Jahre. Auf die Prognosemitte für 2026 von 38,5 Tausend Fass Öläquivalent je Tag gerechnet sind es nur noch 10,5 beziehungsweise 6,2 Jahre. Die Ersatzquote lag 2025 bei 323 Prozent, rein organisch bei 230 Prozent.
Nach den bisherigen Zahlen ja. Riley zahlt seit Oktober 2025 0,40 US-Dollar je Quartal, also 1,60 US-Dollar im Jahr; das entspricht zum Bewertungsanker von 34,10 US-Dollar einer Rendite von 4,7 Prozent. Im Jahr 2025 wurden 33 Millionen US-Dollar ausgeschüttet bei einem gesamten freien Mittelzufluss von 81 Millionen — eine Quote von 41 Prozent. Im ersten Quartal 2026 lag sie bei 34 Prozent. Die Deckung hängt allerdings unmittelbar am Ölpreis.
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