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Richardson Electronics: Das beste Ergebnis seit drei Jahren — und trotzdem 4,1 Millionen weniger in der Kasse

Richardson Electronics: Das beste Ergebnis seit drei Jahren — und trotzdem 4,1 Millionen weniger in der Kasse

Im Geschäftsjahr 2026 legte Richardson Electronics einen Schlussspurt hin, wie ihn die Firma seit 2023 nicht mehr gesehen hat: Der Quartalsumsatz sprang um 27,6 Prozent, der Quartalsgewinn um 244,4 Prozent, der Auftragsbestand kletterte auf 164,4 Millionen US-Dollar. Genau solche Sprünge bringen eine Aktie in unser Big-Earnings-Surprise-Ranking — dort steht RELL auf Platz 14 der US-Auswahl (Stand 25. Juli 2026). Nur: Der operative Mittelzufluss des Jahres betrug 0,8 Millionen US-Dollar, und am Ende lagen 4,1 Millionen weniger in der Kasse als am Anfang. Ein Lager im Wert von 103,0 Millionen bindet fast einen halben Jahresumsatz, und ein 83-jähriger Gründer hält mit 14 Prozent der Aktien 61 Prozent der Stimmen. Keine Anlageberatung — nur die Frage, wo das Geld hingegangen ist.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 17 Min. Lesezeit
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Richardson Electronics: Das beste Ergebnis seit drei Jahren — und trotzdem 4,1 Millionen weniger in der Kasse
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die dich genau dann erwischt, wenn du eigentlich alles richtig machst — nämlich Zahlen liest statt Geschichten: die Prozent-Falle. Sie funktioniert so. Du siehst eine Meldung wie „Gewinn plus 244,4 Prozent“, und dein Kopf hört: „Diese Firma ist explodiert.“ Tatsächlich hat er nur gehört, wie klein die Vorjahreszahl war. 244,4 Prozent mehr als 1,1 Millionen US-Dollar sind 3,7 Millionen. Das ist ein sehr ordentliches Quartal — aber es ist keine Explosion, es ist eine Rückkehr. Und die Prozentzahl verrät dir nicht, ob das Geld tatsächlich auf dem Konto angekommen ist. Richardson Electronics (NASDAQ: RELL) aus LaFox, Illinois, ist ein perfektes Studienobjekt für diese Falle: Die Firma meldete am 22. Juli 2026 ein starkes Schlussquartal, den höchsten Auftragsbestand seit drei Jahren und das beste Jahresergebnis seit 2023. Deshalb steht sie auch bei uns auf dem Tisch. Machen wir also einen Deal: Bevor du dich von den Prozentzeichen tragen lässt, lesen wir gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für das Geschäftsjahr 2025, die Quartalsberichte (10-Q) des Geschäftsjahres 2026, die Ergebnismitteilung vom 22. Juli 2026 (Form 8-K) und das Proxy-Statement zur Hauptversammlung. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von einem echten Aufschwung, von einer Kasse, die trotzdem kleiner wurde, von einem Lager so groß wie ein halber Jahresumsatz — und von einem 83-jährigen Gründer, dem 14 Prozent der Aktien und 61 Prozent der Stimmen gehören. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Richardson Electronics eigentlich macht — der Ersatzteilhändler der Industrie

Richardson Electronics ist im Kern ein Spezialhändler mit eigener Fertigung — übersetzt in ein Alltagsbild: der Ersatzteilladen für Maschinen, die niemand sonst mehr bedient, und gleichzeitig die Werkstatt, die passende Teile selbst baut, wenn es sie nicht mehr zu kaufen gibt. Verkauft werden Bauteile, die in Industrieanlagen, Sendern, Radargeräten, Halbleiterfabriken und Krankenhäusern stecken. Das Geschäft teilt sich in drei Sparten.

PMT (Power and Microwave Technologies) ist mit 160,5 Millionen US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2026 die mit Abstand größte Sparte — gut 70 Prozent des Konzerns. Hier liegen Elektronenröhren, Hochfrequenz- und Mikrowellenbauteile sowie „Engineered Solutions“ für die Halbleiterfertigung; wer wissen will, wie zyklisch dieser Endmarkt ist, findet in unserer Analyse des Halbleiter-Ausrüsters Kulicke & Soffa dasselbe Auf und Ab in Reinform. GES (Green Energy Solutions) kam auf 30,8 Millionen und entwickelt Energiespeicher- und Leistungselektronik-Lösungen für Windkraft, Solar, Wasserstoff und Elektrofahrzeuge — ein ausdrücklich projektgetriebenes Geschäft, das entsprechend sprunghaft verläuft. Canvys steuerte 37,3 Millionen bei und baut kundenspezifische Displays, überwiegend für Medizintechnik. Eine vierte Sparte gibt es nicht mehr: Das Healthcare-Geschäft wurde am 24. Januar 2025 zum größten Teil an DirectMed verkauft — im Geschäftsjahr 2025 mit einem Verlust von 5,074 Millionen US-Dollar, im Geschäftsjahr 2026 folgte für die letzten Reste ein Gewinn von 0,847 Millionen.

Mehr als 55 Prozent der Produkte entstehen laut Unternehmensangabe in eigenen Werken in LaFox (Illinois), Marlborough (Massachusetts) oder Donaueschingen (Deutschland). Und noch ein Detail, das man kennen muss, bevor man die Zahlen liest: Das Geschäftsjahr endet nicht im Dezember, sondern am Samstag um den 31. Mai. Das Geschäftsjahr 2026 lief vom 1. Juni 2025 bis zum 30. Mai 2026. Damit ist auch das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Die Ertragsrechnung zeigt eine Firma im Aufschwung — die Kapitalflussrechnung zeigt eine Firma, deren Geld im Lager und bei den Kunden liegt.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Richardson Electronics steht auf Platz 14 im hauseigenen Big-Earnings-Surprise-Ranking (US-Auswahl mit 81 Treffern, Stand 25. Juli 2026). Die vollständige Liste findest du in unserem Aktien-Scanner „Big Earnings Surprise“ — der Filter sucht Unternehmen, deren berichteter Gewinn deutlich über der Erwartung lag. Wichtig zu wissen: Diese Listen werden täglich neu berechnet; Platz und Zusammensetzung können sich mit dem nächsten Lauf verschieben.

Was den Filter hier ausgelöst hat, steht in der Mitteilung vom 22. Juli 2026: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 27,6 Prozent auf 66,2 Millionen US-Dollar, das Nettoergebnis um 244,4 Prozent auf 3,7 Millionen beziehungsweise 0,25 US-Dollar je verwässerter Aktie. Dazu ein relatives Stärke-Rating von 90 — die Aktie hat sich also besser entwickelt als 90 Prozent des Vergleichsfelds (Stand 25. Juli 2026). Übersetzt heißt „Relative Stärke“ schlicht: Der Markt hat die Wende bereits bemerkt. Und genau deshalb lohnt der zweite Blick. Ein Gewinnsprung von 244 Prozent klingt nach Neuvermessung des Unternehmens; er misst aber vor allem, wie schwach das Vergleichsquartal war. Merke dir den Befund gleich zu Beginn: Eine Prozentzahl beschreibt die Steigung, nicht die Höhe. Also messen wir die Höhe.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich für Richardson spricht — und das ist eine ganze Menge. Der Umsatz wächst wieder, und zwar das zweite Jahr in Folge:

Balkendiagramm des Richardson-Electronics-Nettoumsatzes je Geschäftsjahr in Millionen US-Dollar: 262,7 (GJ 2023), 196,5 (GJ 2024), 208,9 (GJ 2025), 228,6 (GJ 2026). Nach dem Einbruch 2024 zwei Jahre Erholung, der Rekord von 2023 ist noch nicht erreicht.
Zwei Jahre Erholung — und weiterhin 34,1 Millionen US-Dollar unter dem Rekordjahr 2023. Das Geschäftsjahr endet Ende Mai; die Zahlen für 2026 stammen aus der ungeprüften Mitteilung vom 22. Juli 2026. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Alle drei Sparten legten im Geschäftsjahr 2026 zu: PMT um 9,1 Prozent auf 160,5 Millionen US-Dollar, GES um 7,3 Prozent auf 30,8 Millionen, Canvys um 12,4 Prozent auf 37,3 Millionen. Die Rohertragsmarge verbesserte sich leicht von 31,0 auf 31,2 Prozent, und die Betriebskosten sanken gemessen am Umsatz von 29,8 auf 28,8 Prozent. Aus einem operativen Verlust von 2,463 Millionen wurde ein operativer Gewinn von 6,464 Millionen US-Dollar. Das Nettoergebnis drehte von −1,143 auf +6,383 Millionen, das Ergebnis je verwässerter Stammaktie von −0,08 auf +0,44 US-Dollar. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Mai 2026 mit 164,4 Millionen US-Dollar den höchsten Stand seit drei Jahren, 8,7 Prozent über dem Ende des dritten Quartals (151,2 Millionen). Der Vorstandsvorsitzende ordnet es so ein:

„I am pleased to report that Richardson Electronics delivered its eighth consecutive quarter of year-over-year sales growth, and the highest quarterly net sales since the third quarter of fiscal 2023.“

Übersetzung: „Ich freue mich, berichten zu können, dass Richardson Electronics das achte Quartal in Folge ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielt hat — und den höchsten Quartalsumsatz seit dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023.“

— Edward J. Richardson, Chairman, CEO und President, SEC-Mitteilung Form 8-K vom 22. Juli 2026, Anlage 99.1

Gelb markierte Kopfzeile aus der Richardson-Ergebnismitteilung vom 22. Juli 2026: Der Auftragsbestand erreichte 164,4 Millionen US-Dollar, den höchsten Stand seit drei Jahren und 8,7 Prozent über dem dritten Quartal. Darüber die Zeilen zu 27,6 Prozent Quartalsumsatzwachstum und 244,4 Prozent Gewinnplus.
Die markierte Zeile im Original: Auftragsbestand 164,4 Millionen US-Dollar, höchster Stand seit drei Jahren. Quelle: SEC-Mitteilung Form 8-K vom 22.07.2026, Anlage 99.1 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Auch die Bilanz verdient Respekt. Zum 30. Mai 2026 standen einer Bilanzsumme von 202,0 Millionen US-Dollar nur 38,3 Millionen Verbindlichkeiten gegenüber — das Eigenkapital von 163,7 Millionen macht 81 Prozent der Bilanzsumme aus. Auf der Kreditlinie bei der PNC Bank war nichts gezogen; die Linie wurde am 7. Oktober 2025 bis zum 7. Oktober 2028 verlängert, der Rahmen dabei von 30 auf 20 Millionen US-Dollar gesenkt. Der Altman-Z-Wert, ein gängiger Insolvenz-Frühindikator, liegt bei 6,71 (Datenstand 25. Juli 2026) — alles über 3 gilt als sicherer Bereich, hier ist der Abstand komfortabel. Und seit 2015 prüft dieselbe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, BDO USA, P.C., die Bücher. Merke dir das Bild: Diese Firma geht nicht pleite. Die Frage ist, ob sie verdient. Damit sind wir bei den unbequemen Wahrheiten.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Gewinn kam an — das Geld nicht

Das ist der Kern dieser Analyse, und er steht nicht in der Pressemitteilung ganz oben, sondern in der Kapitalflussrechnung ganz hinten. Im Geschäftsjahr 2026 verdiente Richardson 6,383 Millionen US-Dollar. Aus dem laufenden Geschäft floss aber nur 0,762 Millionen US-Dollar an Geld zu — im Vorjahr, als die Firma noch einen Verlust auswies, waren es 10,552 Millionen. Nach Investitionen von 4,383 Millionen bleibt ein freier Mittelabfluss von rund 3,6 Millionen, nach einem Zufluss von rund 7,7 Millionen im Vorjahr. Das Vorzeichen ist gekippt.

Gruppiertes Balkendiagramm für die Geschäftsjahre 2023 bis 2026 in Millionen US-Dollar: Nettoergebnis +22,3 / +0,1 / −1,1 / +6,4 (blau) und operativer Mittelzufluss −8,2 / +6,5 / +10,6 / +0,8 (grün). Gewinn und Geld bewegen sich in keinem Jahr im Gleichschritt.
Gewinn und Geld laufen auseinander: 2023 stand einem Gewinn von 22,3 Millionen US-Dollar ein Mittelabfluss von 8,2 Millionen gegenüber, 2025 einem Verlust von 1,1 Millionen ein Zufluss von 10,6 Millionen — und 2026 kommen auf 6,4 Millionen Gewinn nur 0,8 Millionen Geld. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wo das Geld hängen blieb, zeigt eine einzige Zeile: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 8,909 Millionen US-Dollar, von 24,117 auf 33,162 Millionen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Der Laden hat mehr verkauft, aber ein größerer Teil der Rechnungen ist noch offen. Rechnerisch verlängerte sich die Zahlungsfrist von rund 42 auf rund 53 Tage. Ein Teil davon ist die logische Folge eines starken Schlussquartals — wer im Mai liefert, bekommt das Geld im Juli. Ein Teil ist aber auch ein Frühwarnzeichen: Steigende Forderungen bei steigendem Umsatz sind normal, steigende Forderungen schneller als der Umsatz sind es nicht.

Markierte Kapitalflussrechnung aus der Richardson-Mitteilung vom 22. Juli 2026: Nettoergebnis 6.383, Forderungen −8.909, operativer Mittelzufluss 762 gegenüber 10.552 im Vorjahr, Investitionen −4.383, Dividenden −3.439, Kassenbestand am Ende 31.779 nach 35.901 Tausend US-Dollar.
Die markierte Zeile im Original: 762 Tausend US-Dollar operativer Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2026 gegenüber 10.552 im Vorjahr. Darüber die Ursache (Forderungen −8.909), darunter Investitionen (−4.383) und Dividenden (−3.439). Quelle: SEC-Mitteilung Form 8-K vom 22.07.2026, Anlage 99.1 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Folge steht am Ende derselben Tabelle: Der Kassenbestand sank um 4,122 Millionen auf 31,779 Millionen US-Dollar. Ein Rekordjahr, das die Kasse leichter macht — das muss man erst einmal sacken lassen. Und es ist kein reines Schlussquartal-Phänomen: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 war der operative Mittelzufluss mit −1,382 Millionen sogar negativ, gegenüber +10,478 Millionen im Vorjahreszeitraum. Merke dir den Satz: Gewinn ist eine Meinung, Cashflow ist eine Tatsache.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Das halbe Unternehmen liegt im Lager

Zum 30. Mai 2026 standen Vorräte im Wert von 103,020 Millionen US-Dollar in der Bilanz. Zum Vergleich: Der gesamte Jahresumsatz betrug 228,564 Millionen, die gesamte Bilanzsumme 202,017 Millionen. Das Lager entspricht damit 45 Prozent eines Jahresumsatzes und mehr als der Hälfte aller Vermögenswerte; rechnerisch reicht der Bestand für rund 239 Tage Wareneinsatz. Für einen Händler von Ersatzteilen ist ein großes Lager Geschäftsmodell und nicht Fehler — Kunden kaufen genau deshalb bei Richardson, weil das seltene Teil sofort verfügbar ist. Aber ein Lager ist auch gebundenes Geld, das keine Zinsen bringt und altern kann.

Wie ernst dieses Risiko ist, sagt nicht der Vorstand, sondern der Abschlussprüfer. BDO USA, P.C. hat die Bewertung der Vorräte zum Critical Audit Matter erklärt — das ist die Stelle im Bestätigungsvermerk, an der ein Prüfer offenlegt, welche Schätzung ihm die meisten Kopfschmerzen bereitet hat:

„A number of products in the PMT reportable segment represent trailing edge technology the Company often buys products ahead of supplier price increases and extended lead times which can create higher levels of inventory. As technologies evolve and customers replace their equipment, PMT inventory on hand may become obsolete.“

Übersetzung: „Eine Reihe von Produkten des berichtspflichtigen Segments PMT stellt auslaufende Technik dar; das Unternehmen kauft Produkte häufig im Vorgriff auf Preiserhöhungen der Lieferanten und lange Lieferzeiten, was zu höheren Lagerbeständen führen kann. Wenn sich Technologien weiterentwickeln und Kunden ihre Anlagen ersetzen, kann der vorhandene PMT-Lagerbestand veralten.“

— Richardson Electronics, Ltd., SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025, Bestätigungsvermerk BDO USA, P.C., Critical Audit Matter

Gelb markierte Textstelle aus dem Richardson-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Der Lagerbestand betrug zum 31. Mai 2025 102,8 Millionen US-Dollar nach Abzug von 7,6 Millionen Wertberichtigung; ein Teil der PMT-Produkte ist auslaufende Technik und kann veralten.
Die markierte Stelle im Original: 102,8 Millionen US-Dollar Vorräte netto, nach 7,6 Millionen Wertberichtigung — und die Warnung vor „trailing edge technology“. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zum 31. Mai 2025 steckten in den 102,8 Millionen US-Dollar Vorräten bereits 7,6 Millionen Wertberichtigung. Im Geschäftsjahr 2026 kamen 0,499 Millionen an Abwertungsaufwand hinzu. Solange die Nachfrage anzieht, ist das eine beherrschbare Größe. Kippt der Halbleiterzyklus, ist es der erste Posten, der weh tut — bei Bauteilen für Industrieanlagen ist die Grenze zwischen „seltenes Ersatzteil“ und „unverkäufliche Altlast“ dünn. Wie hart Bauteile-Zyklen durchschlagen können, haben wir in unserer Analyse des Bauteileherstellers Vishay ausführlich gerechnet.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Ein Mann hält 14 Prozent der Aktien und 61 Prozent der Stimmen

Richardson Electronics hat zwei Aktiengattungen. Die Stammaktie (Ticker RELL) hat eine Stimme, die nicht börsennotierte Class-B-Aktie hat zehn Stimmen — bei nur 90 Prozent der Bardividende. Zum 30. Mai 2026 waren 12,588 Millionen Stammaktien und 2,036 Millionen Class-B-Aktien ausstehend. Die Class B ist damit knapp 14 Prozent des Kapitals. Wem sie gehört, sagt der Geschäftsbericht selbst, und er stellt es unter die Überschrift „A single stockholder controls a majority of the Company’s voting stock“:

„As of July 28, 2025, Edward J. Richardson, our Chairman, Chief Executive Officer and President, beneficially owned approximately 98% of the outstanding shares of our Class B common stock, representing approximately 61% of the voting power of the outstanding common stock.“

Übersetzung: „Zum 28. Juli 2025 war Edward J. Richardson, unser Chairman, Chief Executive Officer und President, wirtschaftlicher Eigentümer von rund 98 Prozent der ausstehenden Class-B-Aktien, was rund 61 Prozent der Stimmrechte der ausstehenden Aktien entspricht.“

— Richardson Electronics, Ltd., SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025, Item 1A Risikofaktoren

Gelb markierte Textstelle aus dem Richardson-Geschäftsbericht 10-K für 2025 unter der Überschrift, dass ein einzelner Aktionär die Stimmenmehrheit kontrolliert: Edward J. Richardson hielt zum 28. Juli 2025 rund 98 Prozent der Class-B-Aktien und damit rund 61 Prozent der Stimmrechte.
Die markierte Stelle im Original: rund 98 Prozent der Class-B-Aktien, rund 61 Prozent der Stimmrechte — Stand 28. Juli 2025. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Firma nutzt daraus die Nasdaq-Ausnahme für „Controlled Companies“ (Regel 5615(c)) und muss deshalb bestimmte Anforderungen an den Nominierungsausschuss nicht erfüllen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Du bist Miteigentümer, aber bei der Abstimmung im Verein hat ein Mitglied 61 von 100 Stimmen. Dazu kommt ein zweites Thema, das man nüchtern benennen muss: Edward J. Richardson ist laut Proxy-Statement vom 25. August 2025 83 Jahre alt, sitzt seit 1965 im Verwaltungsrat und arbeitet seit 1961 im Unternehmen. Der Geschäftsbericht führt ihn selbst als Personenrisiko und schreibt, der Erfolg hänge „to a large extent“ von seinen fortgesetzten Diensten ab. Das ist keine Unterstellung, sondern eine Selbstauskunft — und ein Grund, warum bei dieser Aktie jedes Form-8-K mit Item 5.02 (Wechsel im Management) Aufmerksamkeit verdient.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Das Jahr hing an einem einzigen Quartal

Der Jahresumsatz stieg um 19,7 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 14,3 Millionen — also fast drei Viertel — allein auf das vierte Quartal. In den ersten neun Monaten wuchs der Umsatz um bescheidene 3,4 Prozent (162,4 nach 157,0 Millionen), im dritten Quartal sogar nur um 3,1 Prozent, wobei GES um 5,4 Prozent und Canvys um 13,5 Prozent schrumpften. Erst im Schlussquartal zogen alle drei Sparten gleichzeitig an: PMT plus 28,1 Prozent, GES plus 20,4 Prozent, Canvys plus 29,5 Prozent.

Das ist eine gute Nachricht — und eine offene Frage. Gut ist, dass der Auftragsbestand mitzieht: 164,4 Millionen US-Dollar zum Jahresende, 8,7 Prozent über dem Quartal davor. Offen ist, ob es sich um einen Trend oder um Nachholeffekte handelt, etwa vorgezogene Bestellungen aus der Halbleiterfertigung. Bei einer Firma, deren größte Sparte an einen der zyklischsten Endmärkte der Welt hängt, ist der Unterschied entscheidend. Ein zweiter Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu: Im Ergebnis des vierten Quartals steckt ein Verkaufsgewinn von 0,847 Millionen US-Dollar aus dem Abstoßen der letzten Healthcare-Ausrüstung, dem eine Belastung von 0,436 Millionen aus einem Vergleich mit einer Bundesstaats-Prüfung zu herrenlosem Vermögen gegenübersteht. Ohne diese beiden Sonderposten lag das bereinigte Nettoergebnis des Geschäftsjahres 2026 bei 5,693 statt 6,383 Millionen und das bereinigte Ergebnis je Aktie bei 0,40 statt 0,44 US-Dollar.

Bewertung: bezahlt wird die Erholung, nicht die Substanz

Wie teuer ist die Aktie? Für einen belastbaren, datierten Anker nehmen wir nicht den Tageskurs, sondern einen in einem SEC-Dokument dokumentierten Preis: In den Insider-Meldungen (Form 4) vom 23. Juli 2026 ist für den 22. Juli 2026 ein Kurs von 18,01 US-Dollar je Aktie protokolliert. Auf 14,624 Millionen Aktien (Stamm plus Class B) gerechnet sind das rund 263 Millionen US-Dollar Börsenwert — die Fundamentaldaten weisen zum Datenstand 25. Juli 2026 rund 261 Millionen aus, die Größenordnung stimmt also.

Daraus ergeben sich diese Verhältnisse: ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 41 (auf das Ergebnis von 0,44 US-Dollar je Aktie im Geschäftsjahr 2026), ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 1,1, ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,6 (Eigenkapital 163,7 Millionen) und ein Unternehmenswert von rund dem 22-Fachen des bereinigten operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (10,4 Millionen). Übersetzt: Für eine Firma mit 2,8 Prozent Nettomarge und 4,0 Prozent Eigenkapitalrendite ist ein 41-faches Ergebnis kein Schnäppchenpreis. Der Markt bezahlt hier nicht die Substanz, sondern die Erwartung, dass die Erholung weitergeht — der Kurs hat sich in der 52-Wochen-Spanne zwischen 9,26 und 23,15 US-Dollar bewegt (Datenstand 25. Juli 2026), was zeigt, wie schnell diese Erwartung dreht.

Zwei Gegengewichte gehören ins Bild. Erstens die Substanz: Das Umlaufvermögen abzüglich aller Schulden lag zum 30. Mai 2026 bei rund 134 Millionen US-Dollar — gut die Hälfte des Börsenwerts steckt also in Lager, Forderungen und Kasse, nicht in Zukunftshoffnung. Zweitens der Blick der Profis, der hier sehr schmal ausfällt: Der Aktie folgt öffentlich nur ein einziger Analyst, dessen Kursziel bei 15,50 US-Dollar lag und damit unter dem dokumentierten Kurs (Datenstand 25. Juli 2026). Bei einer Firma dieser Größe heißt das vor allem: Es gibt kaum einen Konsens, an dem man sich reiben könnte — du bist auf die eigenen Zahlen angewiesen. Dazu passt der Qualitätsscore nach Piotroski von 6 von 9 Punkten: Das ist ordentlich, nicht gut; eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9. Die Punkte, die fehlen, liegen genau dort, wo diese Analyse hinschaut — bei der Umwandlung von Gewinn in Geld.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Richardson Electronics spricht:

  • Echte operative Wende: aus einem operativen Verlust von 2,463 Millionen US-Dollar (Geschäftsjahr 2025) wurde ein operativer Gewinn von 6,464 Millionen (2026), bei einem Umsatzplus von 9,4 Prozent auf 228,6 Millionen und einer leicht besseren Rohertragsmarge von 31,2 Prozent.
  • Auftragsbestand von 164,4 Millionen US-Dollar zum 30. Mai 2026 — höchster Stand seit drei Jahren, 8,7 Prozent über dem Vorquartal, getragen vor allem von PMT.
  • Festungsbilanz: 163,7 Millionen US-Dollar Eigenkapital bei 202,0 Millionen Bilanzsumme (81 Prozent Eigenkapitalquote), keine gezogenen Bankschulden, 31,8 Millionen Kasse, Kreditlinie über 20 Millionen bis Oktober 2028, Altman-Z-Wert 6,71.
  • Breite Kundenbasis: Kein einzelner Kunde stand in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 für mehr als 10 Prozent des Umsatzes; die Sparten bedienen Halbleiterfertigung, Verteidigung, Windkraft, Medizintechnik und Industrie parallel.
  • Dividende seit Jahren stabil bei 0,06 US-Dollar je Stammaktie und Quartal (0,054 auf Class B), zuletzt beschlossen am 22. Juli 2026, zahlbar am 26. August 2026 — bei einer Ausschüttungsquote von rund 54 Prozent des Jahresergebnisses.

Was dagegen spricht:

  • Der Gewinn wird nicht zu Geld: operativer Mittelzufluss 0,762 Millionen US-Dollar bei 6,383 Millionen Gewinn; freier Mittelfluss von +7,7 auf −3,6 Millionen gedreht; Kassenbestand trotz Rekordjahr um 4,122 Millionen gesunken. Die Dividende von 3,439 Millionen kam damit nicht aus dem laufenden Geschäft.
  • 103,0 Millionen US-Dollar Vorräte binden 45 Prozent eines Jahresumsatzes und mehr als die Hälfte der Bilanz; der Abschlussprüfer führt die Bewertung als kritischen Prüfungssachverhalt und warnt vor „auslaufender Technik“.
  • Konzentrierte Kontrolle: rund 61 Prozent der Stimmrechte bei einer Person mit rund 14 Prozent des Kapitals, Nutzung der Nasdaq-Ausnahme für kontrollierte Unternehmen, dazu ein 83-jähriger Gründer ohne öffentlich bekannte Nachfolgeregelung.
  • Das Wachstum hing am Schlussquartal: fast drei Viertel des Jahresplus entstanden in drei Monaten, während der Neunmonatszeitraum nur 3,4 Prozent zulegte und zwei von drei Sparten im dritten Quartal schrumpften.
  • Anspruchsvolle Bewertung bei dünner Ertragskraft: rund 41-faches Ergebnis, 2,8 Prozent Nettomarge, 4,0 Prozent Eigenkapitalrendite, ein einziger Analyst mit einem Kursziel unter dem zuletzt dokumentierten Kurs (Datenstand 25. Juli 2026).

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Prozent-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass „plus 244,4 Prozent“ gelogen wäre — die Zahl stimmt, sie steht so in der Meldung an die SEC. Ihr Kern ist, dass eine große Prozentzahl den Blick auf die Grundfrage verstellt: Wie viel Geld verdient dieses Unternehmen wirklich, und wo landet es? Bei Richardson Electronics lautet die ehrliche Antwort für das Geschäftsjahr 2026: 6,4 Millionen US-Dollar auf dem Papier, 0,8 Millionen in der Kasse, 4,1 Millionen weniger auf dem Konto als vor einem Jahr — bei einem Lager, das fast einen halben Jahresumsatz bindet. Das ist keine Katastrophe. Eine Firma mit 81 Prozent Eigenkapitalquote, ohne Bankschulden und mit dem höchsten Auftragsbestand seit drei Jahren hat Zeit, das zu drehen. Aber es ist auch nicht die Geschichte, die die Überschrift erzählt. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Wie stark war das Quartal?“, sondern: Bezahlst du gerade das 41-Fache eines Gewinns, der im nächsten Bericht erst noch beweisen muss, dass er auf dem Konto ankommt? Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst und die Geduld für einen zyklischen Nischenanbieter mitbringst, hast du eine These. Wenn nicht, hattest du eine Prozentzahl. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Die Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 stammen aus der ungeprüften Mitteilung vom 22. Juli 2026; der geprüfte Geschäftsbericht 10-K lag am 25. Juli 2026 noch nicht vor. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Richardson-Electronics-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Operative Wende positiv
Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2026 um 9,4 Prozent auf 228,6 Millionen US-Dollar, das zweite Wachstumsjahr in Folge; aus einem operativen Verlust von 2,463 Millionen wurde ein Gewinn von 6,464 Millionen. Der Auftragsbestand erreichte zum 30.05.2026 mit 164,4 Millionen den höchsten Stand seit drei Jahren, alle drei Sparten legten zu.
Umwandlung in Geld negativ
Dem Gewinn von 6,383 Millionen US-Dollar stand nur ein operativer Mittelzufluss von 0,762 Millionen gegenüber (Vorjahr 10,552 Millionen); die Forderungen stiegen um 8,909 Millionen. Nach Investitionen von 4,383 Millionen drehte der freie Mittelfluss von +7,7 auf −3,6 Millionen, der Kassenbestand sank um 4,122 auf 31,779 Millionen (Stand 30.05.2026).
Bilanzstärke positiv
Eigenkapital 163,701 Millionen US-Dollar bei 202,017 Millionen Bilanzsumme (81 Prozent Quote), keine gezogenen Bankschulden, Kreditlinie über 20 Millionen bis 07.10.2028, Altman-Z-Wert 6,71 (Datenstand 25.07.2026). Insolvenzrisiko ist bei dieser Struktur kein Thema.
Vorräte & Prüferurteil negativ
Vorräte von 103,020 Millionen US-Dollar binden 45 Prozent eines Jahresumsatzes und mehr als die Hälfte der Bilanz (Stand 30.05.2026). BDO USA, P.C. führt deren Bewertung im Geschäftsjahr 2025 als kritischen Prüfungssachverhalt und verweist auf „auslaufende Technik“ im Segment PMT; zum 31.05.2025 waren 7,6 Millionen Wertberichtigung enthalten.
Governance & Nachfolge negativ
Rund 61 Prozent der Stimmrechte liegen über die zehnfach stimmberechtigte Class-B-Aktie bei Edward J. Richardson, der rund 14 Prozent des Kapitals hält (Stand 28.07.2025); das Unternehmen nutzt die Nasdaq-Ausnahme für kontrollierte Unternehmen. Der Chairman ist laut Proxy vom 25.08.2025 83 Jahre alt, der Geschäftsbericht nennt ihn selbst als Personenrisiko.
Bewertung neutral
Rund 263 Millionen US-Dollar Börsenwert (14,624 Millionen Aktien × 18,01 US-Dollar, Kurs dokumentiert in Form 4 für den 22.07.2026) bedeuten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 41 bei 2,8 Prozent Nettomarge — teuer für die Ertragskraft, aber rund die Hälfte des Börsenwerts steckt im Nettoumlaufvermögen von rund 134 Millionen. 52-Wochen-Spanne 9,26 bis 23,15 US-Dollar.

Richardson Electronics ist die Prozent-Falle in Reinform: „Gewinn plus 244,4 Prozent“ stimmt, misst aber vor allem, wie schwach das Vorjahresquartal war. Das Geschäftsjahr 2026 brachte eine echte operative Wende — 228,6 Millionen US-Dollar Umsatz (+9,4 Prozent), 6,383 Millionen Gewinn nach einem Verlust, 164,4 Millionen Auftragsbestand. Nur kam das Geld nicht an: 0,762 Millionen operativer Mittelzufluss, ein freier Mittelabfluss von 3,6 Millionen und 4,122 Millionen weniger in der Kasse. Dazu ein Lager über 103,0 Millionen, das der Prüfer zum kritischen Punkt erklärt, und ein 83-jähriger Gründer mit 61 Prozent der Stimmen bei 14 Prozent des Kapitals. Die Bilanz ist eine Festung, die Bewertung mit dem rund 41-fachen Ergebnis ist es nicht. Keine Anlageberatung.

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Richardson Electronics über Platz 14 im hauseigenen Big-Earnings-Surprise-Ranking (US-Auswahl mit 81 Treffern), Stand 25. Juli 2026, bei einem relativen Stärke-Rating von 90. Diese Listen werden täglich neu berechnet; Rang und Zusammensetzung können sich mit dem nächsten Lauf verschieben.
  • Datenstand und Prüfungsstatus: Der Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2026 lag am 25. Juli 2026 noch nicht vor. Alle Jahres- und Bilanzzahlen für 2026 stammen aus der ungeprüften Mitteilung vom 22. Juli 2026 (Form 8-K, Anlage 99.1). Struktur-, Stimmrechts- und Prüferangaben stammen aus dem 10-K für das Geschäftsjahr 2025 und dem Proxy-Statement vom 25. August 2025.
  • Zwei Zustände aus dem 10-K 2025 sind überholt und wurden korrigiert übernommen: Die PNC-Kreditlinie wurde am 07.10.2025 bis zum 07.10.2028 verlängert und der Rahmen von 30 auf 20 Millionen US-Dollar gesenkt; das genehmigte Kapital wurde auf der Hauptversammlung am 07.10.2025 auf 22 Millionen Stamm- und 3 Millionen Class-B-Aktien erhöht.
  • Nicht zu verwechseln: Das abweichende Geschäftsjahr endet Ende Mai — das „vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026“ umfasst die Kalendermonate März bis Mai 2026. Die Aktienzahl im Marktdaten-Feed (12,52 Millionen) enthält nur die börsennotierte Stammaktie; für Börsenwert und Ergebnis je Aktie zählen die 14,624 Millionen Stamm- plus Class-B-Aktien.

Häufige Fragen

Richardson Electronics, Ltd. (NASDAQ: RELL) aus LaFox, Illinois, ist Hersteller und Spezialdistributor für Elektronenröhren, Hochfrequenz- und Leistungsbauteile. Drei Sparten: PMT (Power and Microwave Technologies, 160,5 Millionen US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2026), GES (Green Energy Solutions, 30,8 Millionen, Energiespeicher und Leistungselektronik für Windkraft, Solar, Wasserstoff und Elektrofahrzeuge) und Canvys (37,3 Millionen, kundenspezifische Displays für Medizintechnik). Kunden kommen aus Halbleiterfertigung, Verteidigung, Rundfunk, Industrie und Medizin.

Nicht im Dezember. Das Geschäftsjahr endet am Samstag um den 31. Mai. Das Geschäftsjahr 2026 lief vom 1. Juni 2025 bis zum 30. Mai 2026, das Geschäftsjahr 2025 endete am 31. Mai 2025 und das Geschäftsjahr 2024 am 1. Juni 2024. Wer Quartalszahlen vergleicht, muss das im Kopf behalten: Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 umfasst die Kalendermonate März bis Mai 2026. Der Geschäftsbericht 10-K wird üblicherweise Anfang August eingereicht.

Der Umsatz stieg um 9,4 Prozent auf 228,6 Millionen US-Dollar, das zweite Wachstumsjahr in Folge. Das Nettoergebnis drehte von −1,143 Millionen auf +6,383 Millionen, das Ergebnis je verwässerter Aktie von −0,08 auf +0,44 US-Dollar. Im vierten Quartal legte der Umsatz um 27,6 Prozent auf 66,2 Millionen zu, das Quartalsergebnis um 244,4 Prozent auf 3,7 Millionen. Der Auftragsbestand erreichte 164,4 Millionen — der höchste Stand seit drei Jahren. Alle Angaben aus der ungeprüften Mitteilung vom 22. Juli 2026.

Weil der Gewinn nicht zu Geld wurde. Der operative Mittelzufluss betrug im Geschäftsjahr 2026 nur 0,762 Millionen US-Dollar nach 10,552 Millionen im Vorjahr — die Forderungen stiegen um 8,909 Millionen auf 33,162 Millionen. Nach Investitionen von 4,383 Millionen blieb ein freier Mittelabfluss von rund 3,6 Millionen. Zusammen mit 3,439 Millionen Dividende sank der Kassenbestand um 4,122 Millionen auf 31,779 Millionen US-Dollar (Stand 30. Mai 2026).

Zum 30. Mai 2026 lagen Vorräte im Wert von 103,020 Millionen US-Dollar in der Bilanz — das entspricht 45 Prozent des Jahresumsatzes und mehr als der Hälfte der Bilanzsumme von 202,017 Millionen. Der Abschlussprüfer BDO USA, P.C. hat die Bewertung dieses Lagers im Bestätigungsvermerk zum Geschäftsjahr 2025 als kritischen Prüfungssachverhalt eingestuft und auf „auslaufende Technik“ in der PMT-Sparte hingewiesen. Zum 31. Mai 2025 waren 7,6 Millionen Wertberichtigung enthalten.

Es gibt zwei Gattungen: die börsennotierte Stammaktie mit einer Stimme und die nicht notierte Class-B-Aktie mit zehn Stimmen. Zum 30. Mai 2026 waren 12,588 Millionen Stamm- und 2,036 Millionen Class-B-Aktien ausstehend. Chairman, CEO und President Edward J. Richardson hielt zum 28. Juli 2025 rund 98 Prozent der Class-B-Aktien und damit rund 61 Prozent der Stimmrechte. Das Unternehmen nutzt die Nasdaq-Ausnahme für kontrollierte Unternehmen. Richardson ist laut Proxy 83 Jahre alt und seit 1965 im Verwaltungsrat.

Ja. Der Verwaltungsrat beschloss am 22. Juli 2026 erneut eine Quartalsdividende von 0,06 US-Dollar je Stammaktie und 0,054 US-Dollar je Class-B-Aktie, zahlbar am 26. August 2026 an Aktionäre, die am 7. August 2026 im Register standen. Im Geschäftsjahr 2026 kostete die Dividende insgesamt 3,439 Millionen US-Dollar. Das sind rund 54 Prozent des Jahresergebnisses — aber mehr, als der Betrieb nach Investitionen an Geld übrig ließ.

Gemessen an einem in den Insider-Meldungen (Form 4) für den 22. Juli 2026 dokumentierten Kurs von 18,01 US-Dollar und 14,624 Millionen Aktien (Stamm plus Class B) liegt der Börsenwert bei rund 263 Millionen US-Dollar. Daraus ergeben sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 41 (Ergebnis 0,44 US-Dollar je Aktie), ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 1,1 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,6. Bei 2,8 Prozent Nettomarge ist das kein Schnäppchenpreis. 52-Wochen-Spanne: 9,26 bis 23,15 US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026).

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