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RENK: Der Auftragsbestand füllt sich, das Ergebnisbild bleibt zweideutig

RENK: Der Auftragsbestand füllt sich, das Ergebnisbild bleibt zweideutig

RENK baut Getriebe für Kampfpanzer und Kriegsschiffe — der Auftragsbestand ist von 4,64 Milliarden Euro (Ende 2023) auf 6,9 Milliarden Euro (31. März 2026) gewachsen, rechnerisch rund fünf Jahresumsätze. Ein Börsenbrief feierte die Aktie im November 2025 im Rückblick für Kursgewinne zwischen 100 und 300 Prozent — doch schon der Konzern selbst zeigt zwei verschiedene EBIT-Zahlen für dasselbe Jahr, und eine Steuerquote von nur 6,7 Prozent hat das jüngste Neun-Monats-Ergebnis kräftig nach oben gehievt. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung — nur der Unterschied zwischen der Zahl, die in der Überschrift steht, und der Zahl, die dahinter im Bericht steht.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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RENK: Der Auftragsbestand füllt sich, das Ergebnisbild bleibt zweideutig
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsberichte (Jahres-/Quartalsbericht, Frankfurter Wertpapierbörse)

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Es gibt einen kleinen Trick, den Geschäftszahlen manchmal ganz von selbst spielen: Bietet ein Unternehmen dir zwei verschiedene Zahlen für denselben Sachverhalt an, greift dein Kopf fast automatisch zur freundlicheren. Nennen wir es die Lieblingszahl-Falle. Ein Leser hat uns Ausgabe 24 des Börsenbriefs „Hot Stocks Europe" vom 28. November 2025 geschickt (B-Inside International Media GmbH, Freiburg i. Br., Autor Michael Calivas). Darin taucht unser heutiger Titel nur in einem einzigen Satz auf, im Rückblick auf die Top-Performer des Jahres 2025: „Hensoldt und Renk: Kursgewinne zwischen 100 und 300 Prozent." Keine Unternehmenszahl, keine Prognose — nur eine Kursspanne aus der Vergangenheit. Machen wir also einen Deal: Wir lassen die Kursspanne stehen, wo sie ist, und lesen stattdessen die Quartalsmitteilung zum 30. September 2025 und den Geschäftsbericht 2024 selbst. Am Ende zeigt sich: RENK bietet dir gleich mehrere Gelegenheiten für die Lieblingszahl-Falle — und die Berichte selbst verraten, welche Zahl die ehrlichere ist.

Was RENK eigentlich macht — Antriebstechnik für Panzer, Schiffe und Industrie

RENK Group AG mit Sitz in Augsburg baut Getriebe, Motoren und Lagerlösungen für drei Welten: Landfahrzeuge, Schiffe und Industrieanlagen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Wenn ein Kampfpanzer ein Muskel ist, baut RENK die Kniegelenke — das Getriebe, das die Kraft des Motors überhaupt erst in Bewegung, Wendigkeit und Bremskraft übersetzt. Berichtet wird in drei Segmenten. Vehicle Mobility Solutions (VMS) liefert Getriebe, Endantriebe, Federungssysteme und elektrische Komponenten für Kettenfahrzeuge und Radfahrzeuge an mehr als 70 Landstreitkräfte weltweit — mit Schwerpunkt EU, NATO und NATO-äquivalente Staaten wie Südkorea, Indien und Israel. Ein konkretes Beispiel: Seit der ersten Lieferung 2014/2015 steckt in den südkoreanischen Kampfpanzern des Typs K2 Black Panther von Hyundai Rotem ein RENK-Getriebe, weil ein einheimisch entwickeltes Automatikgetriebe zuvor Haltbarkeitstests nicht bestanden hatte. Marine & Industry (M&I) baut Antriebs- und Kupplungslösungen für Kriegsschiffe (Fregatten, Korvetten bei mehr als 40 Marinen weltweit) und für die zivile Schifffahrt sowie für Industriekunden in Zement-, Kunststoff-, Öl- und Gasproduktion. Slide Bearings (SB) ist nach eigener Darstellung Weltmarktführer für standardisierte Gleitlager in Elektromaschinen, Generatoren und Energieerzeugung. Das Unternehmen ist seit Februar 2024 an der Frankfurter Börse notiert, zuvor im Eigentum des Finanzinvestors Triton — wie sich dieser Eigentümerkreis seither verändert hat, dazu später mehr.

Warum es hier keinen SEC-Bericht gibt — und woher die Zahlen stattdessen kommen

Ein Punkt vorab, weil er die gesamte Beleglage dieser Analyse prägt: Von RENK gibt es kein 10-K, kein 10-Q. Das Unternehmen ist kein US-Meldeunternehmen — die EDGAR-Suche nach den Tickern RENK und R3NK liefert keine verwertbare Fundstelle. RENKs Pflichtberichte laufen stattdessen über den regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse: ein testierter Konzern-Jahresbericht nach IFRS und kurze, unaudited Quartalsmitteilungen — die Quartalsmitteilung zum 30. September 2025 nennt sich im Kleingedruckten selbst „a quarterly statement in accordance with Section 53 of the Exchange Rules for the Frankfurter Wertpapierbörse", also eine Mitteilung nach § 53 der Börsenordnung, kein geprüfter Zwischenabschluss. Unter jeder Zahl dieser Analyse steht deshalb „Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsberichte (Jahres-/Quartalsbericht, Frankfurter Wertpapierbörse)", nicht „SEC-Berichte". Diese Konstellation — Xetra-notiert, aber kein SEC-Filer — teilt sich RENK mit etlichen anderen deutschen Industrietiteln. Auch bei unserer Analyse zu PFISTERER lief die komplette Belegkette über die Original-Geschäfts- und Quartalsberichte des Unternehmens statt über sec.gov.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Ehrlichkeit zuerst: Der Aufhänger dieser Analyse ist denkbar schmal. Ein Leser hat uns Ausgabe 24 des Börsenbriefs „Hot Stocks Europe" vom 28. November 2025 zugeschickt — darin taucht RENK nicht als eigenständig vorgestellte Position auf, sondern nur im redaktionellen Rückblick auf Seite 1: „Hensoldt und Renk: Kursgewinne zwischen 100 und 300 Prozent" im Jahr 2025. Keine Unternehmenszahl, keine Prognose, kein Kursziel eines Analysehauses — nur eine Kursspanne aus der Vergangenheit, in einer Ausgabe, die selbst schon acht Monate alt ist, während wir sie lesen. In derselben Zeile nennt der Brief auch HENSOLDT, einen zweiten deutschen Rüstungstitel aus demselben Rückblick — wer beide Analysen liest, sieht zwei völlig unterschiedliche Geschichten hinter derselben Kursspanne. Zur Einordnung gehört der Interessenkonflikt-Hinweis, den der Brief selbst auf Seite 8 offenlegt: Verlag und Autor können Longpositionen in besprochenen Werten halten und beabsichtigen, bei steigenden Kursen zu verkaufen (Marktmissbrauchsverordnung EU Nr. 596/2014). Was aus der gefeierten Kursspanne geworden ist, seit der Brief sie aufschrieb, zeigt der Rest dieser Analyse.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich beeindruckt. RENK wächst seit Jahren zweistellig: Umsatz 925,5 Millionen Euro (2023), 1.140,5 Millionen (2024), 1.366,2 Millionen Euro (2025), ein Plus von 19,8 Prozent im letzten Jahr. Das bereinigte EBIT — RENKs eigene Kennzahl, dazu gleich mehr — wuchs parallel: 150,0 Millionen (2023), 189,2 Millionen (2024), 230,0 Millionen Euro (2025), ein Plus von 21,7 Prozent.

Balkendiagramm: Umsatz von RENK steigt 2023 bis 2025 von 925,5 über 1.140,5 auf 1.366,2 Millionen Euro, bereinigtes EBIT von 150,0 über 189,2 auf 230,0 Millionen Euro.
Beide Kennzahlen legen 2023 bis 2025 in jedem Jahr zu: Umsatz plus 19,8 Prozent, bereinigtes EBIT plus 21,7 Prozent im letzten Jahr. Quelle: Fundamentaldaten & Pressemitteilung „Fiscal year 2025" (05.03.2026). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Noch eindrucksvoller ist die Auftragslage. Der Auftragsbestand wuchs von 4.643,6 Millionen Euro (Ende 2023) über 4.960,1 Millionen (Ende 2024) auf 6.680 Millionen Euro (Ende 2025) und weiter auf 6.900 Millionen Euro zum 31. März 2026 — ein Plus von 48,6 Prozent seit Ende 2023, getrieben vor allem vom Segment VMS und seinen Getrieben für Landstreitkräfte. Teilt man diese 6,9 Milliarden Euro durch den Jahresumsatz 2025 von 1.366,2 Millionen Euro, ergibt sich rechnerisch ein Wert von rund 5,0 Jahresumsätzen an bereits gesicherter Arbeit — die Sanduhr auf dem Titelbild dieser Analyse füllt sich buchstäblich, statt wie bei einem Unternehmen mit knapper Kasse leerzulaufen.

Liniendiagramm: Auftragsbestand von RENK steigt von 4.643,6 Millionen Euro (Ende 2023) über 4.960,1 (Ende 2024) und 6.680 Millionen Euro (Ende 2025) auf 6.900 Millionen Euro (Q1 2026).
Von 4,6 auf 6,9 Milliarden Euro in gut zwei Jahren. Quelle: Geschäftsbericht 2024 (Seite 23, Wert 2023), Pressemitteilungen „Fiscal year 2025" und „Q1 2026" (2025 und Q1 2026). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das erste Quartal 2026 bestätigt den Trend: Umsatz 283,6 Millionen Euro (plus 4,0 Prozent gegenüber 272,6 Millionen im Vorjahresquartal), bereinigtes EBIT 42,4 Millionen Euro (plus 10,4 Prozent, Marge 15,0 Prozent), Auftragseingang 582,3 Millionen Euro — nach eigener Aussage der höchste je gemessene Wert für ein erstes Quartal in der Firmengeschichte. RENK bestätigte dabei die Jahresprognose für 2026: Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro, bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Wo genau die Kurve seither Fragezeichen bekommt, zeigen die folgenden drei unbequemen Wahrheiten.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Zwei EBIT-Zahlen für dasselbe Jahr

Jede Pressemitteilung von RENK stellt das bereinigte EBIT heraus — 230,0 Millionen Euro für 2025, 42,4 Millionen für das erste Quartal 2026. Das ist die Zahl, die in jeder Überschrift steht. Was seltener in der Überschrift steht: das ausgewiesene, unbereinigte (IFRS-)EBIT ist regelmäßig deutlich kleiner. Für die ersten neun Monate 2025 legt der eigene Bericht die Rechnung sogar offen:

„The strong revenue growth was translated into a €37,224k increase in operating profit (EBIT) to €95,547k at the end of the nine-month period. Adjusted EBIT rose by €28,616k to €140,969k, marking a 25.5% improvement."

Übersetzung: „Das starke Umsatzwachstum schlug sich in einem Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) um 37.224 Tausend Euro auf 95.547 Tausend Euro zum Ende des Neun-Monats-Zeitraums nieder. Das bereinigte EBIT stieg um 28.616 Tausend Euro auf 140.969 Tausend Euro, ein Plus von 25,5 Prozent."

— RENK Group AG, Quartalsmitteilung 9M 2025, Seite 2

Markierter Ausschnitt aus der RENK-Quartalsmitteilung 9M 2025: operatives EBIT steigt auf 95.547 Tausend Euro, bereinigtes EBIT auf 140.969 Tausend Euro.
Die markierte Stelle im Original: 95,5 gegen 141,0 Millionen Euro EBIT für dieselben neun Monate. Quelle: Quartalsmitteilung 9M 2025, Seite 2 (RENK Group AG), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Lücke von 45.422 Tausend Euro erklärt der Bericht ebenfalls im Detail: 33.556 Tausend Euro entfallen auf Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (PPA-Effekte, also die buchhalterische Neubewertung von Vermögenswerten im Zuge früherer Übernahmen), 5.986 Tausend Euro auf „globale Systemverbesserungen", 2.466 Tausend Euro auf M&A-Kosten für drei US-Zukäufe (Midwest Gear & Tool, Cincinnati Gearing Systems, Lee Holdings), der Rest auf Steuer-Compliance und sonstige Beratungskosten. Übersetzt in ein Alltagsbild: Wenn dir jemand seinen Monatslohn nennt, aber „vor Abzug von Miete, Kredit und Handyvertrag" dazusagt — ist das nicht gelogen, aber es ist auch nicht die Zahl, die am Ende auf dem Konto ankommt. Für das erste Quartal 2026 wiederholt sich dasselbe Muster in kleinerem Maßstab: bereinigtes EBIT 42,4 Millionen Euro gegenüber einem deutlich niedrigeren ausgewiesenen Betriebsergebnis. Merke dir dieses Spannungsfeld: Ein bereinigtes EBIT ist keine Lüge, aber es ist die Zahl, die ein Unternehmen von sich aus am liebsten zeigt — die unbereinigte Zahl gehört genauso zur Wahrheit.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Eine Steuerquote von 6,7 Prozent hat das Ergebnis kräftig nach oben gehievt

Noch deutlicher wird die Lieblingszahl-Falle beim Ergebnis nach Steuern. Für die ersten neun Monate 2025 weist RENK ein Ergebnis vor Steuern von 59.450 Tausend Euro aus (Vorjahreszeitraum: 24.837 Tausend Euro) — ein kräftiger Sprung. Doch ein gutes Stück dieses Sprungs kommt nicht aus dem operativen Geschäft, sondern aus der Steuerzeile:

„The income tax expense for the first nine months of 2025 equates to a tax rate of 6.7% (previous year: 71.7%)."

Übersetzung: „Der Steueraufwand für die ersten neun Monate 2025 entspricht einer Steuerquote von 6,7 Prozent (Vorjahr: 71,7 Prozent)."

— RENK Group AG, Quartalsmitteilung 9M 2025, Seite 3

Markierter Ausschnitt aus der RENK-Quartalsmitteilung 9M 2025: Die Steuerquote für die ersten neun Monate 2025 liegt bei 6,7 Prozent, Vorjahr 71,7 Prozent.
Die markierte Stelle im Original: 6,7 statt 71,7 Prozent Steuerquote. Quelle: Quartalsmitteilung 9M 2025, Seite 3 (RENK Group AG), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Als Grund nennt RENK selbst die Aktivierung latenter Steueransprüche auf Zinsvortrag und steuerliche Verlustvorträge — ein realer, geprüfter Bilanzvorgang, kein Bilanztrick. Das Ergebnis nach Steuern für die ersten neun Monate 2025 kletterte dadurch auf 55.495 Tausend Euro, gegenüber nur 7.023 Tausend Euro im Vorjahreszeitraum — ein Sprung um mehr als das Siebenfache, an dem die extrem niedrige Steuerquote einen erheblichen Anteil hat. Für dich als Anleger heißt das: Ein Teil der beeindruckenden Ergebnisverbesserung ist ein einmaliger Steuereffekt, kein Beweis für dauerhaft höhere operative Kraft. Wandert die Quote 2026 wieder Richtung eines normaleren Niveaus, sinkt das ausgewiesene Ergebnis je Aktie allein dadurch — selbst wenn am operativen Geschäft nichts sich ändert.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Wovon RENK abhängt — und was passiert, wenn diese Abhängigkeit real wird

Der Geschäftsbericht 2024 nennt eine Zahl, die im Tagesgeschäft leicht übersehen wird:

„In fiscal year 2024, more than 10% of the revenue was generated with a single customer (previous year: n.a.). These sales in the amount of € 127,155 thousand are attributable to the VMS segment."

Übersetzung: „Im Geschäftsjahr 2024 wurden mehr als 10 Prozent des Umsatzes mit einem einzigen Kunden erzielt (Vorjahr: n. a.). Diese Umsätze in Höhe von 127.155 Tausend Euro entfallen auf das Segment Vehicle Mobility Solutions (VMS)."

— RENK Group AG, Geschäftsbericht 2024, Seite 214

Markierter Ausschnitt aus dem RENK-Geschäftsbericht 2024: Mehr als 10 Prozent des Umsatzes entfielen auf einen einzigen Kunden im VMS-Segment, 127.155 Tausend Euro.
Die markierte Stelle im Original: ein einziger Kunde, mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes 2024. Quelle: Geschäftsbericht 2024, Seite 214 (RENK Group AG), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Bericht nennt den Kunden nicht beim Namen — aber die Zahl deckt sich nahezu exakt mit dem an anderer Stelle desselben Berichts separat ausgewiesenen Umsatz aus Südkorea (127,489 Millionen Euro im selben Jahr), wo RENK seit 2014 die Getriebe für den Kampfpanzer K2 Black Panther von Hyundai Rotem liefert. Übersetzt in ein Alltagsbild: Wenn dein Nachbar erzählt, sein Handwerksbetrieb laufe blendend, aber mehr als ein Zehntel des Umsatzes komme von einem einzigen Auftraggeber in einem einzigen Land — würdest du kurz schlucken? Genau diese Art von Abhängigkeit wurde 2025 nicht theoretisch, sondern real: Presseberichte (unter anderem Axios, 8. August 2025, und Al Jazeera, 24. November 2025) dokumentieren, dass die deutsche Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz am 8. August 2025 ein teilweises Rüstungsexport-Embargo gegen Israel verhängte — keine neuen Genehmigungen für Militärgüter, die im Gazastreifen eingesetzt werden könnten. Nach Presseberichten (ad-hoc-news.de, 1. Mai 2026, mit Bezug auf Aussagen von RENK-Vorstandschef Dr. Alexander Sagel) betraf das auch RENKs Getriebelieferungen für israelische Panzer und kostete den Konzern im vierten Quartal 2025 einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, bei einem Israel-Anteil von rund 2 bis 3 Prozent am Konzernumsatz. Das Embargo wurde am 24. November 2025 im Zuge der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wieder aufgehoben. RENK reagierte nach denselben Presseberichten mit dem Plan, die betroffene Fertigungslinie an den bestehenden Standort Muskegon (Michigan, USA) zu verlagern — außerhalb deutscher Exportkontrolle. Wichtig für die Einordnung: Diese Presseberichte stammen nicht aus RENKs eigenen Geschäftsberichten, sondern aus externer, namentlich benannter Wirtschaftsberichterstattung mit Datum — sie zeigen, dass die im Geschäftsbericht nur abstrakt benannte Kundenkonzentration im selben Jahr an anderer Stelle konkret spürbar wurde.

Bewertung: zwischen 45 und 90 Euro, sinkende Verschuldung, ein neuer Eigentümerkreis

Am 24. Juli 2026 handelte die Aktie bei 45,26 Euro, eine Marktkapitalisierung von rund 4,53 Milliarden Euro. Das ist rund die Hälfte unter dem Allzeithoch von rund 90 Euro im Oktober 2025 und nicht weit über dem 52-Wochen-Tief von 40,43 Euro am 25. Juni 2026. Auf Basis des Ergebnisses je Aktie von 1,14 Euro (TTM) ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 39,7 — hoch, aber angesichts des oben beschriebenen Steuereffekts mit Vorsicht zu lesen: Ein Teil des Gewinns je Aktie ist der einmalige Steuereffekt aus Unbequemer Wahrheit Nr. 2, nicht ein dauerhaft höheres operatives Niveau. Bei den Analysten herrscht eine breite, aber grundsätzlich positive Spanne: Bei einem Konsens von rund 14 Häusern liegt das durchschnittliche Kursziel bei etwa 68 Euro, zwischen 53 Euro (MWB Research, Verkaufen) am unteren und 76 Euro (Berenberg, Kaufen) am oberen Ende.

Solider ist die Entwicklung bei der Verschuldung: Das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu bereinigtem EBITDA der letzten zwölf Monate — RENKs eigene, im Bericht regelmäßig genannte Kennzahl — sank von 2,4 (31. Dezember 2024) über 1,7 (30. September 2025) auf 1,5 (31. März 2026, laut Analysten-Telefonkonferenz zum ersten Quartal 2026). Die Bilanz zum 31. März 2026 zeigt ein Eigenkapital von 506,8 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 1.763,4 Millionen Euro (Eigenkapitalquote rund 28,7 Prozent), Finanzschulden von 532,2 Millionen Euro und Zahlungsmittel von 152,9 Millionen Euro — daraus rechnerisch eine Netto-Finanzverschuldung von 379,3 Millionen Euro. RENK selbst definiert seine „Netto-Finanzschulden" breiter, inklusive Leasingverbindlichkeiten, und wies dafür zuletzt zum 30. September 2025 435,5 Millionen Euro aus; die beiden Zahlen widersprechen sich nicht, sie messen nur unterschiedlich viel.

Auch der Eigentümerkreis ist seit dem Börsengang in Bewegung geraten. Der Finanzinvestor Triton, der RENK im Februar 2024 zu 15 Euro je Aktie an die Börse brachte, ist seit Ende August 2025 vollständig ausgestiegen — zuvor hatte Triton im Juli 2025 im Zuge einer Einigung mit dem Rüstungskonzern KNDS (Franco-German-Konsortium, bekannt unter anderem für den Leopard-2-Nachfolger) 9,2 Millionen RENK-Aktien übertragen, wodurch KNDS' Anteil von 6,7 auf 15,84 Prozent stieg. Im Mai 2026 reduzierte KNDS diesen Anteil durch den Verkauf von 5,8 Millionen Aktien für 262 Millionen Euro auf zuletzt rund 10 Prozent — vermutlich auch, um Kapital für den eigenen, für 2026 geplanten Börsengang freizusetzen. Der Rest verteilt sich auf den freien Streubesitz. Für dich als Anleger heißt das: Der stabile Ankeraktionär der IPO-Phase existiert nicht mehr in dieser Form — RENK ist heute deutlich breiter im Streubesitz gehandelt als zum Börsenstart.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für RENK spricht:

  • Strukturelles Rückenwind-Thema: Auftragsbestand von 4,64 Milliarden Euro (Ende 2023) auf 6,9 Milliarden Euro (31. März 2026) fast verdoppelt, rechnerisch rund fünf Jahresumsätze bereits gesichert.
  • Umsatz und bereinigtes EBIT wachsen seit Jahren zweistellig (2025: plus 19,8 beziehungsweise plus 21,7 Prozent), die Jahresprognose 2026 (Umsatz über 1,5 Milliarden Euro, bereinigtes EBIT 255 bis 285 Millionen Euro) wurde nach dem ersten Quartal 2026 bestätigt.
  • Sinkende Verschuldung: Netto-Finanzschulden zu bereinigtem EBITDA von 2,4 (Ende 2024) auf 1,5 (31. März 2026) gesenkt.
  • Dividende für 2025 um 38 Prozent auf 0,58 Euro je Aktie erhöht (Ausschüttungsquote 40,9 Prozent), am 10. Juni 2026 auf der Hauptversammlung beschlossen und am 15. Juni 2026 ausgezahlt.
  • Breite Kundenbasis über mehr als 70 Landstreitkräfte und mehr als 40 Marinen weltweit, dazu ein wachsendes ziviles Industriegeschäft (Gleitlager, Energieerzeugung) als Diversifikation zum Verteidigungsgeschäft.

Was dagegen spricht:

  • Bereinigtes EBIT (2025: 230,0 Millionen Euro) und ausgewiesenes EBIT liegen deutlich auseinander — für die ersten neun Monate 2025 belegt der Bericht selbst eine Lücke von 45.422 Tausend Euro.
  • Eine Steuerquote von nur 6,7 Prozent (Vorjahreszeitraum: 71,7 Prozent) hat das Neun-Monats-Ergebnis 2025 kräftig nach oben gehievt — ein Effekt, der sich nicht dauerhaft wiederholen dürfte.
  • Mehr als ein Zehntel des Konzernumsatzes 2024 hing an einem einzigen Kunden im VMS-Segment; dass politische Kunden-/Länderrisiken real werden können, zeigte das deutsche Rüstungsexport-Embargo gegen Israel von August bis November 2025.
  • Der stabile Ankeraktionär der IPO-Phase ist verschwunden: Triton komplett ausgestiegen, KNDS hat seinen Anteil nach kurzer Aufstockung wieder auf rund 10 Prozent reduziert.
  • Die Aktie liegt trotz Rekord-Auftragsbestand rund die Hälfte unter ihrem Allzeithoch vom Oktober 2025, bei einem KGV von rund 39,7 auf Basis eines Ergebnisses, das selbst durch einen einmaligen Steuereffekt begünstigt ist.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Lieblingszahl-Falle vom Anfang. Der Börsenbrief hatte mit seiner Kursspanne nicht unrecht — 100 bis 300 Prozent Kursgewinn 2025 ist für RENK durchaus plausibel, auch wenn der Brief selbst keine einzige Unternehmenszahl dazu nennt. Was ein Rückblick auf eine Kursspanne aber naturgemäß nicht zeigt, ist das, was hinter den Überschriften-Zahlen steckt: ein bereinigtes EBIT, das regelmäßig deutlich über dem ausgewiesenen liegt, eine Steuerquote, die das Neun-Monats-Ergebnis 2025 kräftig nach oben gehievt hat, und eine Kundenkonzentration, die im selben Jahr, in dem der Börsenbrief erschien, an einer ganz anderen Stelle real wurde. Nichts davon widerlegt die Wachstumsgeschichte — ein Auftragsbestand von 6,9 Milliarden Euro und eine sinkende Verschuldung sind so real wie der Kursgewinn von 2025. Aber wer sich beim nächsten Bericht wieder nur die freundlichere Zahl aussucht, tappt genau in die Falle, die diese Analyse zeigen wollte. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in RENK-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Wachstum und Auftragslage positiv
Umsatz 2025 plus 19,8 Prozent auf 1.366,2 Millionen Euro, bereinigtes EBIT plus 21,7 Prozent auf 230,0 Millionen. Der Auftragsbestand ist von 4,64 Milliarden Euro (Ende 2023) auf 6,9 Milliarden Euro (31. März 2026) gewachsen — rechnerisch rund fünf Jahresumsätze bereits gesichert.
Ergebnisqualität negativ
Das bereinigte EBIT liegt regelmäßig deutlich über dem ausgewiesenen (9M 2025: 140.969 gegenüber 95.547 Tausend Euro, Lücke 45.422 Tausend Euro). Zusätzlich hievte eine Steuerquote von nur 6,7 Prozent (Vorjahr: 71,7 Prozent) das Neun-Monats-Ergebnis 2025 kräftig nach oben — ein Effekt, der sich nicht dauerhaft wiederholen dürfte.
Kunden- und Länderkonzentration negativ
Mehr als ein Zehntel des Konzernumsatzes 2024 kam von einem einzigen Kunden im VMS-Segment (127,155 Millionen Euro, nahe der Südkorea-Umsatzzahl). Wie real solche Abhängigkeiten werden können, zeigte das deutsche Rüstungsexport-Embargo gegen Israel von August bis November 2025.
Bilanz und Verschuldung positiv
Netto-Finanzschulden zu bereinigtem EBITDA sank von 2,4x (Ende 2024) auf 1,5x (31. März 2026). Die Eigenkapitalquote liegt mit rund 28,7 Prozent (31.03.2026) moderat, ohne erkennbare Covenant- oder Liquiditätsprobleme.
Eigentümerstruktur neutral
Der IPO-Ankeraktionär Triton ist seit Ende August 2025 vollständig ausgestiegen. KNDS hielt zeitweise 15,84 Prozent, reduzierte im Mai 2026 aber auf rund 10 Prozent. Die Aktie ist damit heute breiter im Streubesitz gehandelt als zum Börsenstart 2024.
Kursentwicklung und Bewertung neutral
Die Aktie steht am 24. Juli 2026 bei 45,26 Euro, rund die Hälfte unter ihrem Allzeithoch von rund 90 Euro (Oktober 2025). Bei einem KGV von rund 39,7 liegen die Analystenkursziele zwischen 53 Euro (MWB Research) und 76 Euro (Berenberg).

RENK liefert operativ, was ein wachsender Antriebstechnik-Zulieferer für Verteidigung liefern soll: zweistelliges Umsatz- und EBIT-Wachstum, ein Auftragsbestand, der rechnerisch rund fünf Jahresumsätze abdeckt, und sinkende Verschuldung. Doch die Ergebnisqualität ist nicht restlos geklärt: Ein großer, wiederkehrender Abstand zwischen bereinigtem und ausgewiesenem EBIT sowie eine außergewöhnlich niedrige Steuerquote haben das jüngste Ergebnis spürbar geschönt, und mehr als ein Zehntel des Umsatzes 2024 hing an einem einzigen Kunden. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier nicht wegen einer Existenzfrage — die Kasse ist mit 152,9 Millionen Euro Zahlungsmitteln (31.03.2026) gefüllt, die Verschuldung sinkt, und der Auftragsbestand deckt rechnerisch rund fünf Jahresumsätze ab. Gelb steht, weil die Ergebnisqualität mehrere offene Fragen aufwirft, die eine reine Kursgewinn-Rückschau nicht zeigt: Erstens liegt das bereinigte EBIT regelmäßig deutlich über dem ausgewiesenen (9M 2025: eine Lücke von 45,4 Millionen Euro), und der Konzern stellt in seinen Pressemitteilungen fast ausschließlich die größere, bereinigte Zahl heraus. Zweitens hat eine außergewöhnlich niedrige Steuerquote von 6,7 Prozent (statt 71,7 Prozent im Vorjahr) das Neun-Monats-Ergebnis 2025 kräftig nach oben gehievt — ein einmaliger Effekt, der die operative Wachstumsgeschichte optisch verstärkt, ohne selbst operativ zu sein. Drittens hängt ein erheblicher Teil des Umsatzes an einzelnen Kunden und Ländern, und das deutsche Rüstungsexport-Embargo gegen Israel im zweiten Halbjahr 2025 zeigte, dass dieses Risiko real werden kann, auch wenn der finanzielle Effekt diesmal überschaubar blieb. Das Geschäftsmodell selbst — strukturell wachsende Verteidigungsbudgets, ein fast verdoppelter Auftragsbestand, sinkende Verschuldung — trägt erkennbar. Ob sich die Ergebnisqualität im weiteren Jahresverlauf normalisiert, zeigt frühestens der nächste Quartalsbericht.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger dieser Analyse ist Ausgabe 24 des Börsenbriefs „Hot Stocks Europe" vom 28. November 2025 (B-Inside International Media GmbH, Freiburg), der RENK nur im redaktionellen Rückblick auf Seite 1 nennt („Kursgewinne zwischen 100 und 300 Prozent" im Jahr 2025, gemeinsam mit Hensoldt) — keine Unternehmenszahl, kein Kursziel. Der Brief weist auf Seite 8 standardmäßig darauf hin, dass Verlag, Autor oder nahestehende Dritte Longpositionen in besprochenen Werten eingegangen sein können und diese bei steigenden Kursen veräußern wollen (Marktmissbrauchsverordnung EU Nr. 596/2014).
  • Alle Unternehmenszahlen stammen aus der Quartalsmitteilung 9M 2025 (veröffentlicht 13. November 2025), dem Geschäftsbericht 2024 (27. März 2025) und den verifizierten Pressemitteilungen zu Geschäftsjahr 2025 und Q1 2026, nicht aus dem Börsenbrief. Das FY2025-Bericht-PDF und die Q1-2026-Quartalsmitteilung selbst waren aus der Arbeitsumgebung dieser Analyse technisch nicht erreichbar (ir.renk.com blockt automatisierte Zugriffe vollständig) — für diese beiden Perioden werden deshalb ausschließlich die verifizierten Pressemitteilungszahlen zitiert, nie eine geschätzte EBIT-Brücke. Datenstand der Kurs- und Bewertungskennzahlen: 24. bis 26. Juli 2026.
  • Die Presseberichte zum Israel-Exportembargo (Axios, Al Jazeera, ad-hoc-news.de, jpost.com) sind externe, namentlich benannte Quellen mit Datum — sie stammen nicht aus RENKs eigenen Geschäftsberichten und werden in dieser Analyse entsprechend gekennzeichnet.

Häufige Fragen

RENK Group AG aus Augsburg baut Getriebe, Motoren und Lagerlösungen für Kettenfahrzeuge und Radfahrzeuge (Segment Vehicle Mobility Solutions), für Kriegsschiffe und Industrieanlagen (Marine & Industry) sowie Gleitlager (Slide Bearings). Bekanntestes Beispiel: Seit 2014 liefert RENK die Getriebe für den südkoreanischen Kampfpanzer K2 Black Panther von Hyundai Rotem.

RENK notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, nicht in den USA — es gibt kein 10-K, kein 10-Q, keine SEC-Registrierung. Pflicht sind ein testierter IFRS-Jahresbericht und kurze, ungeprüfte Quartalsmitteilungen nach § 53 der Börsenordnung. Diese Analyse stützt sich auf den Geschäftsbericht 2024 und die Quartalsmitteilung zum 30. September 2025.

Für die ersten neun Monate 2025 lag das ausgewiesene (IFRS-)EBIT bei 95.547 Tausend Euro, das bereinigte EBIT bei 140.969 Tausend Euro — eine Lücke von 45.422 Tausend Euro. RENK selbst erklärt sie mit Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen früherer Übernahmen (33.556 Tausend Euro), „globalen Systemverbesserungen" (5.986 Tausend Euro) und M&A-Kosten für drei US-Zukäufe.

Laut Geschäftsbericht 2024 kamen mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes (127,155 Millionen Euro) von einem einzigen Kunden im Segment Vehicle Mobility Solutions — die Zahl deckt sich nahezu mit dem separat ausgewiesenen Umsatz aus Südkorea. Wie real politische Kunden- und Länderrisiken werden können, zeigte das deutsche Rüstungsexport-Embargo gegen Israel von August bis November 2025.

Presseberichten zufolge verhängte die deutsche Bundesregierung am 8. August 2025 ein teilweises Rüstungsexport-Embargo gegen Israel, das auch RENKs Getriebelieferungen betraf und im vierten Quartal 2025 einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich kostete (Israel-Anteil rund 2 bis 3 Prozent am Konzernumsatz). Das Embargo wurde am 24. November 2025 wieder aufgehoben.

Ja. Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss die Hauptversammlung am 10. Juni 2026 eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie (Vorjahr 0,42 Euro, plus 38 Prozent), Ausschüttungsquote 40,9 Prozent. Die Auszahlung erfolgte am 15. Juni 2026.

Der frühere Mehrheitseigner Triton, der RENK 2024 an die Börse brachte, ist seit Ende August 2025 vollständig ausgestiegen. Der Rüstungskonzern KNDS hielt nach einer Übertragung im Juli 2025 zeitweise 15,84 Prozent, reduzierte den Anteil im Mai 2026 durch einen Aktienverkauf aber auf zuletzt rund 10 Prozent. Der Rest verteilt sich auf den freien Streubesitz.

Auf Basis des Ergebnisses je Aktie von 1,14 Euro (TTM) und eines Kurses von 45,26 Euro (24. Juli 2026) ergibt sich ein KGV von rund 39,7. Das ist hoch — und dabei zu beachten, dass ein Teil des Ergebnisses aus einer außergewöhnlich niedrigen Steuerquote (6,7 Prozent in den ersten neun Monaten 2025) stammt, nicht allein aus operativem Wachstum.

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