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Planet Fitness: 220 Millionen Gewinn — und ein Eigenkapital von minus 483 Millionen

Planet Fitness: 220 Millionen Gewinn — und ein Eigenkapital von minus 483 Millionen

Planet Fitness verdient Geld wie ein Uhrwerk: 1.324,1 Millionen US-Dollar Umsatz 2025, 220,3 Millionen Gewinn, 418,4 Millionen operativer Cashflow. Trotzdem weist die Bilanz zum 31. Dezember 2025 ein Eigenkapital von minus 483,4 Millionen US-Dollar aus. Der Grund steht im Geschäftsbericht: Allein zwei beschleunigte Aktienrückkäufe wurden mit 630,0 Millionen direkt gegen das aufgelaufene Defizit gebucht — zuletzt zu einem Durchschnittskurs von 108,76 US-Dollar je Aktie, während der ganze Konzern Ende Juli 2026 rund 4,1 Milliarden wert war. Keine Anlageberatung — nur die Frage, was von einer Firma übrig bleibt, die sich selbst zurückgekauft hat.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Planet Fitness: 220 Millionen Gewinn — und ein Eigenkapital von minus 483 Millionen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die Planet Fitness besser kennt als jede andere Firma der Welt — weil sie davon lebt: die Karteileichen-Falle. Millionen Menschen zahlen jeden Monat 15 US-Dollar für ein Fitnessstudio, das sie zuletzt im Februar von innen gesehen haben. Sie kündigen nicht, weil Kündigen bedeuten würde zuzugeben, dass aus dem guten Vorsatz nichts geworden ist. Man zahlt weiter für etwas, das man nie anschaut. Und genau dasselbe machen wir mit Aktien: Wir halten Positionen, deren Berichte wir nie gelesen haben — oder wir meiden Firmen wegen einer einzelnen Zahl, die wir nie nachgerechnet haben.

Bei Planet Fitness, Inc. (NYSE: PLNT) heißt diese eine Zahl Eigenkapital, und sie ist negativ: minus 483,4 Millionen US-Dollar zum 31. Dezember 2025. Für viele Anleger ist das ein Reflex-Ausschluss — Bilanz kaputt, weiter im Text. Der hauseigene Aktien-Scanner sieht das anders: Er führt PLNT in der US-Auswahl der Piotroski-Liste, also unter den Firmen, deren Bücher nach einem neunteiligen Test besonders gesund aussehen. Beides gleichzeitig? Machen wir einen Deal: Wir lesen zusammen, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 25. Februar 2026 und den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 vom 7. Mai 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Planet Fitness eigentlich macht — die Mautstelle mit Hantelbank

Planet Fitness verkauft billige Fitnessstudios, aber es betreibt die meisten davon gar nicht selbst. Von 2.909 Clubs zum 31. März 2026 gehörten 2.617 Franchisenehmern und nur 292 dem Konzern. Das Alltagsbild dazu: Planet Fitness ist die Mautstelle, nicht der Autobauer. Fremde Unternehmer bauen und bezahlen die Studios; Planet Fitness liefert Marke, Handbuch, Werbung — und kassiert dafür eine Gebühr auf jeden eingenommenen Dollar.

Deshalb gibt es bei dieser Firma zwei Umsatzzahlen, und die Verwechslung der beiden ist der häufigste Anfängerfehler. Die systemweiten Umsätze — also alle Monatsbeiträge und Jahresgebühren, die im gesamten Netz eingezogen werden — lagen 2025 bei 5,3 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 4,7 Milliarden auf Franchise-Clubs und 552,2 Millionen auf eigene Clubs. Im Konzernabschluss von Planet Fitness landen aber nur 1.324,1 Millionen US-Dollar. Merk dir die Faustregel: Das Netz setzt 5,3 Milliarden um, die Firma verbucht ein Viertel davon — den Rest sehen ihre Franchisenehmer.

Diese 1.324,1 Millionen verteilen sich 2025 auf vier Zeilen: Franchise-Erlöse 381,0 Millionen (im Kern Lizenzgebühren von 314,6 Millionen), nationaler Werbefonds 87,0 Millionen, eigene Clubs 546,1 Millionen und Geräteverkauf 310,1 Millionen. Die letzte Zeile ist die ungewöhnlichste: Planet Fitness verkauft seinen Franchisenehmern die Trainingsgeräte — und schreibt vor, sie regelmäßig auszutauschen. Es ist also gleichzeitig Lizenzgeber, Betreiber und Gerätehändler. Behalte das Gerätegeschäft im Hinterkopf, es wird später noch wichtig.

Der Preis ist das eigentliche Produkt. Der Geschäftsbericht nennt 15 US-Dollar im Monat für die einfache Mitgliedschaft und 24,99 US-Dollar für die „PF Black Card“ mit Zugang zu allen Clubs — gegenüber einem Branchendurchschnitt von 69 US-Dollar im Jahr 2024 (Angabe des Branchenverbands Health & Fitness Association, zitiert im 10-K für 2025). Dazu die Positionierung als „Judgement Free Zone“: keine Kurse, kein Schwimmbad, keine Muskelprotze — ein Studio für Menschen, denen Fitnessstudios eigentlich unangenehm sind. Der durchschnittliche Monatsbeitrag je Mitglied stieg von 17,63 US-Dollar (31.12.2021) auf 19,51 US-Dollar (31.12.2025), der Anteil der teureren Black Card von 62,6 auf 66,5 Prozent.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse gesetzt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Das Geschäft ist eine Gelddruckmaschine mit 29,8 Prozent operativer Marge — aber die Firma hat den gesamten Gewinn und mehr an ihre Aktionäre zurückgegeben und dafür ihr eigenes Eigenkapital verbraucht. Was übrig bleibt, ist ein Zahlungsstrom ohne Bilanzpolster.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Der Anlass war der Piotroski F-Score — ein Test aus neun Ja-oder-Nein-Fragen an die Bücher einer Firma: Verdient sie Geld? Fließt Bargeld? Sinkt die Verschuldung? Steigt die Marge? Für jedes Ja gibt es einen Punkt. Planet Fitness kommt auf 7 von 9 (Datenstand 24. Juli 2026). Zur Einordnung: 7 ist gut, aber nicht makellos — eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9, und unter 4 wird es unangenehm. Damit steht die Aktie in der US-Auswahl unserer Piotroski-Liste, die zum Stand 26. Juli 2026 insgesamt 16 US-Titel umfasste.

Nachmachen kannst du das in zwei Klicks: Im hauseigenen Aktien-Scanner die Liste „Piotroski F-Score (7–9)“ öffnen und auf den Markt USA filtern. Wichtig — und das gilt für jede Scanner-Aussage in diesem Text: Diese Listen werden täglich neu berechnet. Was am 26. Juli 2026 galt, kann eine Woche später anders aussehen.

Spannender als der einzelne Treffer ist die Konfluenz, also das Zusammenlaufen mehrerer unabhängiger Filter. Zum 26. Juli 2026 stand PLNT gleichzeitig in neun Listen des Scanners, und ihre Mischung erzählt bereits die Geschichte dieser Analyse. Auf der Qualitätsseite: Piotroski F-Score (7–9), Qualitäts-Wachstum, GpA-Beschleunigung (der Gewinn je Aktie wächst schneller als zuvor) und KCF-Ranking (günstiges Kurs-Cashflow-Verhältnis). Auf der Kursseite dagegen fast nur Umkehr-Signale: Bullish Reversal Bar und Oops Reversal sind Muster, die nach einem Abverkauf auftreten, nicht in einem intakten Aufwärtstrend. Übersetzt heißt das: Die Bücher sagen „solide“, der Kurs sagt „ich komme gerade von unten“.

Zwei Kennzahlen aus demselben Datenstand (24. Juli 2026) runden das Bild ab und werden bewusst gleich mitbewertet. Der Altman-Z-Wert von 3,64 misst die Insolvenzferne; alles über 3 gilt als sicherer Bereich — trotz des negativen Eigenkapitals. Und das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 139 ist keine Bewertung, sondern ein Artefakt: Wenn der Buchwert praktisch null ist, wird diese Kennzahl beliebig groß und damit wertlos. Merke dir: Bei Firmen ohne Eigenkapital ist jede Kennzahl, die durch den Buchwert teilt, Müll.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich beeindruckt. Und das ist bei Planet Fitness eine ganze Menge. Der Umsatz ist in drei Jahren um fast ein Viertel gewachsen: von 1.071,3 Millionen US-Dollar (2023) über 1.181,7 Millionen (2024) auf 1.324,1 Millionen (2025) — ein Plus von 12,1 Prozent im letzten Jahr. Der Gewinn wuchs schneller als der Umsatz: 147,0 Millionen (2023), 174,2 Millionen (2024), 220,3 Millionen (2025), also plus 26,4 Prozent im letzten Jahr.

Balkendiagramm Umsatz und Nettoergebnis von Planet Fitness 2023 bis 2025 in Millionen US-Dollar: Umsatz 1.071,3 / 1.181,7 / 1.324,1 (blau), Nettoergebnis 147,0 / 174,2 / 220,3 (grün). Beide Reihen steigen in jedem Jahr.
Drei Jahre, zwei steigende Reihen: Der Umsatz wuchs 2025 um 12,1 Prozent, das Nettoergebnis um 26,4 Prozent. Geschäftsjahr endet am 31. Dezember; Gesamtkonzern, durchgehend dieselbe Berechnungsgrundlage. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Noch aussagekräftiger ist die Marge. Von 100 US-Dollar Umsatz blieben 2025 29,8 US-Dollar als Betriebsergebnis übrig (394,7 von 1.324,1 Millionen). Das ist ein Wert, den in der Konsumbranche kaum jemand erreicht — er entsteht, weil Lizenzgebühren fast keine laufenden Kosten verursachen. Zum Vergleich, wie unterschiedlich Gastro- und Freizeitgeschäfte rechnen, lohnt ein Blick in unsere Analyse zu The Cheesecake Factory, wo dieselbe Umsatzgröße mit einer einstelligen Marge auskommen muss.

Und der Betrieb erzeugt echtes Bargeld, nicht nur Buchgewinne: 418,4 Millionen US-Dollar operativer Cashflow im Jahr 2025 (2024: 343,9 Millionen). Davon gingen 163,7 Millionen in Investitionen — vor allem in neue und bestehende eigene Clubs. Es blieben also rund 254,7 Millionen freier Mittelzufluss. Das ist die Zahl, um die es in dieser Analyse eigentlich geht: Sie ist der Grund, warum eine Firma ohne Eigenkapital trotzdem funktionieren kann.

Der Start ins Jahr 2026 sah auf den ersten Blick noch besser aus. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 21,9 Prozent auf 337,2 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 276,7 Millionen), der Gewinn auf 51,8 Millionen (Vorjahresquartal: 42,1 Millionen), das Ergebnis je Aktie von 0,50 auf 0,65 US-Dollar. Die Mitgliederzahl kletterte auf rund 21,5 Millionen, die Zahl der Clubs auf 2.909, und zum 31. März 2026 lagen vertragliche Zusagen für rund 750 weitere Clubs vor. Warum dieses starke Quartal trotzdem einen Haken hat, kommt gleich unter Wahrheit Nr. 4.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt die andere Seite. Alle folgenden Punkte stammen aus den Pflichtdokumenten bei der SEC, nicht aus Presseberichten.

Wahrheit Nr. 1: Das Eigenkapital ist weg — und die Aktionäre haben es selbst ausgegeben

Die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025 weist ein Eigenkapital von minus 483,4 Millionen US-Dollar aus, nach minus 215,4 Millionen ein Jahr zuvor. Zum 31. März 2026 waren es minus 482,8 Millionen. Übersetzt heißt das: Zöge man alle Schulden von allem ab, was die Firma besitzt, bliebe ein Loch.

Nur entsteht dieses Loch hier nicht durch Verluste — Planet Fitness hat in jedem der letzten drei Jahre Gewinn gemacht. Es entsteht durch die Zeile „aufgelaufenes Defizit“ von 1.107,4 Millionen US-Dollar, gegen die alle Aktienrückkäufe verrechnet werden. Dem stehen 623,3 Millionen eingezahltes Kapital gegenüber; der Rest — Nennkapital, Währungsumrechnung und Minderheitsanteile — macht zusammen 0,7 Millionen aus. Die Rechnung geht so auf:

Wasserfalldiagramm zum Eigenkapital von Planet Fitness zum 31. Dezember 2025 in Millionen US-Dollar: eingezahltes Kapital 623,3, aufgelaufenes Defizit minus 1.107,4, Sonstiges plus 0,7, Eigenkapital minus 483,4.
Vom eingezahlten Kapital bleibt nichts übrig: Das aufgelaufene Defizit von 1.107,4 Millionen US-Dollar ist größer als alles, was Anleger je eingezahlt haben. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Konzernbilanz zum 31.12.2025. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wie kommt so ein Defizit zustande, wenn die Firma verdient? Der Geschäftsbericht beschreibt den Mechanismus für den letzten großen Rückkauf wörtlich:

„On December 12, 2025, the Company entered into a $350.0 million accelerated share repurchase agreement (the ‚2025 ASR Agreement‘) with the Bank. Pursuant to the terms of the 2025 ASR Agreement, on December 16, 2025, the Company paid the Bank $350.0 million in cash and received 2,548,234 shares of the Company’s Class A common stock, which were retired, and the Company recorded an increase to accumulated deficit of $280.0 million, representing 80% of the total 2025 ASR Agreement value based on the closing price of the Company’s Class A common stock on the commencement date of the transaction.“

Übersetzung: „Am 12. Dezember 2025 schloss die Gesellschaft mit der Bank eine Vereinbarung über einen beschleunigten Aktienrückkauf über 350,0 Millionen US-Dollar (die ‚2025-ASR-Vereinbarung‘). Nach deren Bedingungen zahlte die Gesellschaft der Bank am 16. Dezember 2025 350,0 Millionen US-Dollar in bar und erhielt 2.548.234 Aktien ihrer Class-A-Stammaktien, die eingezogen wurden; die Gesellschaft verbuchte eine Erhöhung des aufgelaufenen Defizits um 280,0 Millionen US-Dollar, was 80 Prozent des Gesamtwerts der 2025-ASR-Vereinbarung auf Basis des Schlusskurses der Class-A-Stammaktien am Starttag der Transaktion entspricht.“

— Planet Fitness, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt „Share Repurchase Program“

Gelb markierte Textstelle aus dem Planet-Fitness-Geschäftsbericht 10-K für 2025: 350,0 Millionen US-Dollar für 2.548.234 zurückgekaufte Aktien, davon 280,0 Millionen als Erhöhung des aufgelaufenen Defizits verbucht.
Der Mechanismus im Original: 350,0 Millionen US-Dollar hinaus, 2.548.234 Aktien eingezogen, 280,0 Millionen direkt ins aufgelaufene Defizit. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die zitierten 280,0 Millionen sind allerdings nur der Teil, den der Bericht an dieser Stelle sofort ausweist — 80 Prozent des Programms. Für die restlichen 20 Prozent hält der Anhang fest: „The remaining 20% of the total 2025 ASR Agreement value has been evaluated as an unsettled forward contract indexed to our Class A common stock, with $70.0 million classified as an increase to accumulated deficit.“ (10-K für 2025, Anhangangabe 13 „Stockholders’ equity“) Die Dezember-Transaktion belastete das Defizit also in voller Höhe von 350,0 Millionen. Beim baugleichen Programm vom Juni 2024 lief es genauso: 224,0 Millionen sofort, 56,0 Millionen als restliche 20 Prozent — zusammen 280,0 Millionen.

Aus den beiden beschleunigten Rückkäufen sind das 630,0 Millionen US-Dollar, die direkt gegen das aufgelaufene Defizit gebucht wurden. Nachrechnen lässt sich das an der Eigenkapitalveränderungsrechnung: Das Defizit wuchs 2025 von 822,2 auf 1.107,4 Millionen, also um 285,3 Millionen — und das trotz 219,1 Millionen Jahresüberschuss, die es verkleinert haben. Belastet wurde es demnach mit rund 504 Millionen — genau die Summe aus 350,0 Millionen beschleunigtem Rückkauf, 150,0 Millionen Käufen über die Börse und 4,2 Millionen Rückkaufsteuer. Rechnet man die übrigen Käufe hinzu, hat Planet Fitness in drei Jahren rund 925 Millionen US-Dollar für eigene Aktien ausgegeben: 125,0 Millionen (2023), 300,0 Millionen (2024) und 500,0 Millionen (2025). Die Aktienzahl sank dadurch von 84,3 Millionen (31.12.2024) auf 79,1 Millionen (31.03.2026) — gut sechs Prozent weniger Stücke in fünfzehn Monaten. Das ist keine Bilanzkatastrophe, sondern eine Entscheidung: Die Firma hat sich lieber selbst gekauft, als ein Polster zu bilden.

Wahrheit Nr. 2: Diese Rückkäufe waren teuer

Ein Rückkauf ist nur dann gut für dich, wenn die Firma unter Wert kauft. Hier lässt sich das nachrechnen, weil alle Preise in den Berichten stehen. Für das Dezember-Programm nennt der Geschäftsbericht einen volumengewichteten Durchschnittskurs von 108,76 US-Dollar je Aktie. Im ersten Quartal 2026 kaufte Planet Fitness weitere 613.725 Aktien für 50,0 Millionen US-Dollar — rund 81 US-Dollar je Stück. Zum Datenstand 24. Juli 2026 lag der Börsenwert des gesamten Konzerns bei rund 4,1 Milliarden US-Dollar; bei 79.126.649 ausstehenden Class-A-Aktien (Stand 4. Mai 2026, Deckblatt des Quartalsberichts) entspricht das rund 52 US-Dollar je Aktie.

Gelb markierte Textstelle aus dem Planet-Fitness-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Der endgültige Rückkaufpreis der 2025er Vereinbarung beruht auf einem volumengewichteten Durchschnittskurs von 108,76 US-Dollar je Class-A-Aktie.
Der Preis im Original: 108,76 US-Dollar je Aktie als volumengewichteter Durchschnitt der Rückkaufperiode, Endabrechnung am 12. Januar 2026 mit 754.644 zusätzlich gelieferten Aktien. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Man muss das nüchtern einordnen: Niemand kann Kurse vorhersehen, auch kein Vorstand. Aber die Reihenfolge bleibt unangenehm — erst wurde für 350 Millionen zu 108,76 US-Dollar gekauft, dann für 50 Millionen zu rund 81, und danach fiel der Kurs weiter. Dazu kommen 4,2 Millionen US-Dollar Rückkaufsteuer allein für 2025. Merke dir den Satz: Ein Rückkauf ist kein Geschenk, sondern ein Kauf — und wie bei jedem Kauf entscheidet der Preis.

Wahrheit Nr. 3: Fast das ganze US-Geschäft ist verpfändet

Die 2.514,2 Millionen US-Dollar Schulden zum 31. Dezember 2025 sind keine gewöhnlichen Bankkredite. Sie laufen über eine Verbriefung — auf gut Deutsch: Die Firma hat ihre wichtigsten Einnahmequellen in eigene, rechtlich abgeschottete Töchter ausgelagert und diesen Töchtern Geld geliehen bekommen, besichert mit genau diesen Einnahmen. Das Alltagsbild: Nicht das Haus ist beliehen, sondern der Mietvertrag. Der Geschäftsbericht beschreibt den Umfang ungewöhnlich klar:

„The Notes were issued in securitization transactions pursuant to which most of the Company’s domestic revenue-generating assets, consisting principally of franchise-related agreements, certain corporate-owned club assets, equipment supply agreements and intellectual property and license agreements for the use of intellectual property, were assigned to the Master Issuer and certain other limited-purpose, bankruptcy remote, wholly-owned indirect subsidiaries of the Company that act as guarantors of the outstanding Securitized Senior Notes and that have pledged substantially all of their assets to secure the Securitized Senior Notes.“

Übersetzung: „Die Anleihen wurden in Verbriefungstransaktionen begeben, in deren Rahmen der Großteil der inländischen erlösbringenden Vermögenswerte der Gesellschaft — im Wesentlichen franchisebezogene Verträge, bestimmte Vermögenswerte konzerneigener Clubs, Gerätelieferverträge sowie geistiges Eigentum und Lizenzverträge über dessen Nutzung — auf den Master Issuer und bestimmte weitere zweckgebundene, insolvenzferne, mittelbar hundertprozentige Tochtergesellschaften übertragen wurden, die als Garanten der ausstehenden besicherten vorrangigen Anleihen auftreten und praktisch ihr gesamtes Vermögen zur Besicherung dieser Anleihen verpfändet haben.“

— Planet Fitness, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Anhangangabe 10 „Long-term debt“

Gelb markierte Textstelle aus dem Planet-Fitness-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Der Großteil der inländischen erlösbringenden Vermögenswerte wurde an insolvenzferne Zweckgesellschaften übertragen, die praktisch ihr gesamtes Vermögen verpfändet haben.
Die Reichweite der Verpfändung im Original: Franchiseverträge, Clubvermögen, Gerätelieferverträge und Markenrechte. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die praktische Folge: Die Anleihen laufen mit festen Zinsen zwischen 3,858 und 6,237 Prozent und werden nicht klassisch getilgt, sondern zu sogenannten erwarteten Rückzahlungsterminen refinanziert — für die 2019er Anleihen im Dezember 2029, für die 2025er im Dezember 2030 und Dezember 2032. Wird nicht rechtzeitig refinanziert, schaltet der Vertrag in eine beschleunigte Tilgung: Dann fließen die Einnahmen zuerst an die Gläubiger, bevor der Konzern sie sehen darf. Dasselbe passiert, wenn bestimmte Kennzahlen reißen. Zum 31. März 2026 waren alle Auflagen eingehalten, und beide Kreditlinien über je 75 Millionen US-Dollar waren ungezogen. Der Preis dieser Konstruktion steht in der Gewinn- und Verlustrechnung: 108,2 Millionen US-Dollar Zinsaufwand allein im Jahr 2025 (2024: 100,0 Millionen), gegen ein Betriebsergebnis von 394,7 Millionen. Die Zinsen sind also 3,6-fach gedeckt — komfortabel, aber nicht üppig.

Wahrheit Nr. 4: Das starke Quartal kam aus der falschen Ecke

Plus 21,9 Prozent Umsatz im ersten Quartal 2026 klingt nach Beschleunigung. Schaut man, woher der Zuwachs kam, dreht sich das Bild. Von 60,6 Millionen US-Dollar Mehrumsatz entfielen 34,3 Millionen auf das Gerätegeschäft, das von 27,8 auf 62,1 Millionen sprang — mehr als die Hälfte des gesamten Zuwachses. Gerätegeschäft heißt: Franchisenehmer tauschen ihre Hantelbänke und Laufbänder aus. Das ist ein Austauschzyklus, kein Abonnement — er kommt in Wellen und geht wieder.

Gleichzeitig verlangsamte sich genau die Zahl, die den Wert einer Franchisekette bestimmt. Das Wachstum vergleichbarer Clubs — also der Umsatzzuwachs von Studios, die seit mehr als zwölf Monaten geöffnet sind — fiel systemweit von 6,1 Prozent im ersten Quartal 2025 auf 3,5 Prozent im ersten Quartal 2026. Bei den Franchise-Clubs von 6,2 auf 3,5 Prozent, bei den eigenen Clubs von 5,1 auf 3,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 hatte der Geschäftsbericht noch 6,8 Prozent (Franchise) und 6,0 Prozent (eigene Clubs) ausgewiesen. Merke dir das Muster: Die laute Zahl beschleunigt, die leise Zahl bremst. Welche der beiden für die nächsten Jahre zählt, entscheidet sich in den kommenden Quartalsberichten.

Wahrheit Nr. 5: 415,8 Millionen gehören schon jemand anderem

In der Bilanz steht ein Posten, den man in normalen Unternehmen nicht findet: „Payable pursuant to tax benefit arrangements“ über 415,8 Millionen US-Dollar zum 31. Dezember 2025 (55,5 Millionen kurzfristig, 360,3 Millionen langfristig; unverändert zum 31. März 2026). Dahinter steckt eine Vereinbarung aus der Zeit des Börsengangs: Planet Fitness muss 85 Prozent bestimmter tatsächlich realisierter Steuervorteile an frühere Anteilseigner auszahlen. Das Alltagsbild: Ein Teil der Steuerersparnis, die man für den eigenen Gewinn hält, ist in Wahrheit durchlaufender Posten. Zum Vergleich: Der Jahresgewinn 2025 lag bei 220,3 Millionen — die Verpflichtung ist fast doppelt so hoch. Wie unterschiedlich solche Altlasten aus der Gründungsstruktur wirken können, zeigt auch unsere Analyse zu Biglari Holdings, wo ebenfalls die Konstruktion und nicht das Restaurantgeschäft die Bewertung bestimmt.

Und noch eine Personalie gehört ins Bild, weil sie den Berichtszeitraum betrifft: Der Quartalsbericht zum 31. März 2026 wurde noch von einem Interims-Finanzvorstand mitverantwortet. Erst am 25. Juni 2026 meldete Planet Fitness in einer Pflichtmitteilung (8-K, Item 5.02) die Bestellung von Sudhanshu Priyadarshi zum Finanzvorstand und Präsident International, wirksam am selben Tag. Für die Kosten schlug die Suche im ersten Quartal 2026 mit 0,8 Millionen US-Dollar zu Buche.

Bewertung — was du für den Zahlungsstrom bezahlst

Weil der Buchwert bei dieser Firma nichts hergibt, sind Kurs-Buchwert-Vergleiche wertlos. Sinnvoll sind nur Kennzahlen, die am Ertrag oder am Cashflow ansetzen. Zum Datenstand 24. Juli 2026 — alle folgenden Bewertungsangaben stammen aus diesem Stand und sind bewusst als Größenordnung zu lesen — ergibt sich dieses Bild: ein Börsenwert von rund 4,1 Milliarden US-Dollar, ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 19 auf die letzten zwölf Monate und rund 17 auf die Erwartung fürs laufende Jahr. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei rund 3.

Aussagekräftiger ist der Unternehmenswert, weil er die Schulden einbezieht: rund 6,6 Milliarden US-Dollar, das entspricht dem 11,2-Fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Für eine Franchisekette mit 29,8 Prozent operativer Marge ist das kein Ausverkaufspreis, aber auch keine Übertreibung. Bemerkenswert ist eher die Lücke zwischen beiden Zahlen: Von jedem Dollar Unternehmenswert entfallen rund 38 Cent auf Gläubiger, nicht auf Aktionäre.

Der Blick der Profis: 20 Analysten trugen zum Datenstand 24. Juli 2026 ein durchschnittliches Kursziel von 66,64 US-Dollar ein — rund 28 Prozent über dem damaligen Kursniveau. Gleichzeitig waren rund 12 Prozent des Streubesitzes leerverkauft, also von Anlegern geliehen und verkauft, die auf fallende Kurse setzen. Beides zusammen beschreibt ziemlich genau die Lage: Die Fachwelt ist sich uneinig, und beide Seiten haben Argumente aus demselben Bericht.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Planet Fitness spricht:

  • Ein Geschäftsmodell mit 29,8 Prozent operativer Marge (2025) und wiederkehrenden Lizenzgebühren von 314,6 Millionen US-Dollar — Franchisenehmer tragen Bau- und Mietrisiko.
  • 418,4 Millionen US-Dollar operativer Cashflow im Jahr 2025 bei 163,7 Millionen Investitionen; die Zinsen von 108,2 Millionen sind 3,6-fach durch das Betriebsergebnis gedeckt.
  • Preisführerschaft: 15 beziehungsweise 24,99 US-Dollar im Monat gegen einen Branchendurchschnitt von 69 US-Dollar (2024) — ein Modell, das in schwachen Konsumphasen eher gewinnt als verliert.
  • Sichtbare Wachstumspipeline: rund 750 vertraglich zugesagte neue Clubs zum 31. März 2026, dazu ein steigender Anteil der teureren Black Card (66,5 Prozent zum 31.12.2025 nach 62,6 Prozent Ende 2021).
  • Ein Altman-Z-Wert von 3,64 (Datenstand 24. Juli 2026) im als sicher geltenden Bereich und ein Piotroski-F-Score von 7 von 9 — die laufende Rechnungslegung zeigt keine Warnsignale.

Was dagegen spricht:

  • Kein Bilanzpolster: minus 483,4 Millionen US-Dollar Eigenkapital zum 31.12.2025. Jeder Rückschlag muss aus dem laufenden Cashflow aufgefangen werden, nicht aus Substanz.
  • 2.514,2 Millionen US-Dollar Schulden in einer Verbriefungsstruktur, für die praktisch alle inländischen Erlösquellen verpfändet sind — mit Refinanzierungsterminen ab Dezember 2029.
  • Das Kernwachstum bremst: vergleichbare Clubs systemweit nur noch plus 3,5 Prozent im ersten Quartal 2026 nach plus 6,1 Prozent im Vorjahresquartal.
  • Teure eigene Aktien: 108,76 US-Dollar Durchschnittspreis im Dezember-Programm gegen einen Börsenwert, der zum 24. Juli 2026 rund 52 US-Dollar je Aktie entsprach — und 450,0 Millionen US-Dollar Programm sind noch offen.
  • 415,8 Millionen US-Dollar Verpflichtung aus den Steuervorteilsvereinbarungen, die künftige Steuerersparnisse zu 85 Prozent an frühere Anteilseigner umleitet.
  • Goodwill und immaterielle Werte von zusammen 998,9 Millionen US-Dollar machen fast ein Drittel der Bilanzsumme von 3.103,4 Millionen aus — wären sie abzuschreiben, vertieft das die Lücke weiter.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Karteileichen-Falle vom Anfang. Planet Fitness verdient daran, dass Menschen für etwas zahlen, das sie nie anschauen. Die ehrliche Pointe dieser Analyse ist, dass Anleger denselben Fehler spiegelverkehrt machen können: Man kann eine Firma auch wegen einer Zahl ablehnen, die man nie angeschaut hat. „Negatives Eigenkapital“ klingt nach Notlage. Hier ist es das Ergebnis einer Entscheidung — 925 Millionen US-Dollar Aktienrückkäufe in drei Jahren, verbucht gegen ein Defizit, das dadurch größer wurde als alles je eingezahlte Kapital.

Das macht die Sache nicht harmlos. Eine Firma ohne Buchwert hat keinen Puffer: Sie muss jedes Jahr liefern, weil nichts da ist, wovon sie zehren könnte. Und sie hat ihre Einnahmequellen an Gläubiger verpfändet, was den Handlungsspielraum in einer Krise verkleinert. Solange 418 Millionen US-Dollar im Jahr durch den Betrieb fließen und die Zinsen 3,6-fach gedeckt sind, ist das tragfähig. Solange.

Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Ist minus 483 Millionen schlimm?“, sondern: Traust du einem Geschäft, das keine Reserve hat, die nächsten zehn Jahre so zuverlässig zu, wie es die letzten drei waren — obwohl das Wachstum vergleichbarer Clubs sich gerade halbiert hat? Wenn ja, hast du eine These, und die Quartalsberichte geben dir zwei klare Messpunkte dafür: die Wachstumsrate vergleichbarer Clubs und den Restbetrag des Rückkaufprogramms. Wenn nein, hattest du einen Reflex. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Planet-Fitness-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Geschäftsmodell positiv
Von 2.909 Clubs zum 31. März 2026 gehören 2.617 Franchisenehmern — Bau, Miete und Personal tragen andere. Das ergab 2025 eine operative Marge von 29,8 Prozent (394,7 von 1.324,1 Millionen US-Dollar) und wiederkehrende Lizenzgebühren von 314,6 Millionen. Mit 15 beziehungsweise 24,99 US-Dollar im Monat gegen einen Branchendurchschnitt von 69 US-Dollar (2024) steht die Marke am unteren Preisrand, wo Konsumflauten weniger wehtun.
Ertragskraft und Cashflow positiv
Der Gewinn stieg drei Jahre in Folge: 147,0 Millionen US-Dollar (2023), 174,2 Millionen (2024), 220,3 Millionen (2025). Der operative Cashflow lag 2025 bei 418,4 Millionen gegen 163,7 Millionen Investitionen, im ersten Quartal 2026 bei 147,5 Millionen. Die Zinsen von 108,2 Millionen sind 3,6-fach durch das Betriebsergebnis gedeckt.
Bilanz und Kapitalstruktur negativ
Zum 31. Dezember 2025 stand ein Eigenkapital von minus 483,4 Millionen US-Dollar in der Bilanz (31.12.2024: minus 215,4 Millionen), zum 31. März 2026 minus 482,8 Millionen. Ursache sind nicht Verluste, sondern Rückkäufe: allein 630,0 Millionen aus zwei beschleunigten Programmen (280,0 Millionen 2024, 350,0 Millionen 2025) wurden gegen das aufgelaufene Defizit von 1.107,4 Millionen gebucht. Es gibt damit keinerlei Substanzpuffer für schwache Jahre.
Verschuldung und Verpfändung negativ
2.514,2 Millionen US-Dollar Anleihen laufen über eine Verbriefung, für die laut Geschäftsbericht der Großteil der inländischen Erlösquellen an insolvenzferne Zweckgesellschaften übertragen und verpfändet wurde. Alle Auflagen waren zum 31. März 2026 eingehalten und beide Kreditlinien über je 75 Millionen ungezogen — aber die Refinanzierungstermine ab Dezember 2029 sind kein Selbstläufer.
Kapitalverwendung negativ
In drei Jahren flossen rund 925 Millionen US-Dollar in eigene Aktien: 125,0 Millionen (2023), 300,0 Millionen (2024), 500,0 Millionen (2025), dazu 50,0 Millionen im ersten Quartal 2026. Der Durchschnittspreis des Dezember-Programms lag bei 108,76 US-Dollar je Aktie, während der Börsenwert zum 24. Juli 2026 rund 52 US-Dollar je Aktie entsprach. 450,0 Millionen des Programms sind zum 31. März 2026 noch offen.
Wachstumsqualität neutral
Das erste Quartal 2026 brachte 21,9 Prozent Umsatzplus — davon aber 34,3 von 60,6 Millionen US-Dollar aus dem Geräteverkauf an Franchisenehmer, einem Austauschzyklus. Das Wachstum vergleichbarer Clubs fiel systemweit von 6,1 auf 3,5 Prozent. Dem stehen rund 750 vertraglich zugesagte neue Clubs zum 31. März 2026 und ein Black-Card-Anteil von 66,5 Prozent gegenüber.

Planet Fitness ist ein hochprofitables Franchise-Geschäft ohne Bilanzpolster. Für das Modell sprechen 29,8 Prozent operative Marge, 220,3 Millionen US-Dollar Gewinn und 418,4 Millionen operativer Cashflow im Jahr 2025, eine Zinsdeckung von 3,6 und rund 750 zugesagte neue Clubs. Dagegen stehen ein Eigenkapital von minus 483,4 Millionen, 2.514,2 Millionen verbriefte und mit den Erlösquellen besicherte Schulden, 415,8 Millionen Verpflichtung aus den Steuervorteilsvereinbarungen und ein Kernwachstum, das sich im ersten Quartal 2026 von 6,1 auf 3,5 Prozent halbiert hat. Wer hier kauft, kauft einen Zahlungsstrom, keine Substanz. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Das negative Eigenkapital von minus 483,4 Millionen US-Dollar sieht nach Rot aus, ist hier aber kein Substanzbefund: Es stammt nicht aus Verlusten, sondern aus Aktienrückkäufen, die gegen das aufgelaufene Defizit gebucht werden. Die Firma verdient seit Jahren Geld, deckt ihre Zinsen 3,6-fach, hielt zum 31. März 2026 alle Finanzauflagen ein, hat beide Kreditlinien ungezogen und liegt beim Altman-Z-Wert mit 3,64 im sicheren Bereich. Es gibt keinen Going-Concern-Hinweis und keinen Bilanzbruch. Grün ist es trotzdem nicht: Ohne jedes Eigenkapitalpolster muss jedes Jahr aus dem laufenden Geschäft finanziert werden, die Erlösquellen sind an Gläubiger verpfändet, und die entscheidende operative Frage ist offen — das Wachstum vergleichbarer Clubs hat sich im ersten Quartal 2026 von 6,1 auf 3,5 Prozent halbiert, während der Umsatzsprung aus einem Geräte-Austauschzyklus kam. Deshalb Gelb: belegte Ertragskraft, offene Wachstumsfrage, kein Puffer. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger war der hauseigene Aktien-Scanner: Planet Fitness steht in der US-Auswahl der Liste „Piotroski F-Score (7–9)“ mit einem F-Score von 7 von 9 (16 US-Treffer, Stand 26. Juli 2026). Am selben Tag stand die Aktie zusätzlich in acht weiteren Listen — darunter Qualitäts-Wachstum, GpA-Beschleunigung und KCF-Ranking auf der Fundamentalseite sowie Bullish Reversal Bar und Oops Reversal auf der Kursseite. Diese Listen werden täglich neu berechnet.
  • Alle Bewertungsangaben tragen den Datenstand 24. Juli 2026 und sind als Größenordnung zu lesen; Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Der Kursanker von 108,76 US-Dollar ist kein Marktkurs, sondern der im Geschäftsbericht dokumentierte volumengewichtete Durchschnittspreis des Rückkaufprogramms vom Dezember 2025.
  • Kennzahlenfalle: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 139 (Datenstand 24. Juli 2026) ist bei negativem Eigenkapital ohne Aussagekraft, ebenso die Eigenkapitalrendite. Belastbar sind hier nur Kennzahlen auf Ertrag, Cashflow oder Unternehmenswert.

Häufige Fragen

Planet Fitness, Inc. (NYSE: PLNT) aus Hampton in New Hampshire ist vor allem ein Franchisegeber für Fitnessclubs. Von 2.909 Clubs zum 31. März 2026 gehörten 2.617 Franchisenehmern und 292 dem Konzern selbst. Verdient wird an Lizenzgebühren, am Betrieb der eigenen Clubs und am Verkauf der Trainingsgeräte an Franchisenehmer. 2025 setzte die Firma 1.324,1 Millionen US-Dollar um.

Nicht wegen Verlusten — die Firma verdient seit Jahren Geld. Ursache sind Aktienrückkäufe: Sie werden gegen das aufgelaufene Defizit gebucht, das zum 31. Dezember 2025 bei 1.107,4 Millionen US-Dollar lag. Allein zwei beschleunigte Rückkaufprogramme aus 2024 und 2025 schlugen mit 630,0 Millionen zu Buche. Dem stehen nur 623,3 Millionen eingezahltes Kapital gegenüber; unterm Strich bleiben minus 483,4 Millionen.

Nein, es kommt auf die Ursache an. Entsteht es aus Verlusten, ist es gefährlich. Entsteht es aus Rückkäufen bei laufendem Gewinn, ist es eine Kapitalentscheidung. Bei Planet Fitness deckt das Betriebsergebnis von 394,7 Millionen US-Dollar die Zinsen von 108,2 Millionen 3,6-fach (2025), und der Altman-Z-Wert lag bei 3,64 (Datenstand 24. Juli 2026). Ein Puffer fehlt trotzdem.

Deutlich mehr, als im Konzernabschluss steht. Die systemweiten Mitgliedsbeiträge und Jahresgebühren lagen 2025 bei 5,3 Milliarden US-Dollar, davon 4,7 Milliarden in Franchise-Clubs und 552,2 Millionen in eigenen Clubs. Bei Planet Fitness selbst kamen davon 1.324,1 Millionen an — der Rest bleibt bei den Franchisenehmern, die Miete, Personal und Ausbau bezahlen.

Der Geschäftsbericht für 2025 nennt 15 US-Dollar im Monat für die einfache Mitgliedschaft und 24,99 US-Dollar für die PF Black Card, die Zugang zu allen Clubs und zusätzliche Ausstattung bietet. Der Branchendurchschnitt lag 2024 laut dem im Bericht zitierten Verband bei 69 US-Dollar. Der tatsächliche Durchschnittsbeitrag je Mitglied betrug zum 31. Dezember 2025 19,51 US-Dollar.

Weil es aus dem am wenigsten wiederkehrenden Teil kam. Von 60,6 Millionen US-Dollar Umsatzzuwachs entfielen 34,3 Millionen auf den Geräteverkauf an Franchisenehmer, der von 27,8 auf 62,1 Millionen sprang. Gleichzeitig fiel das Wachstum vergleichbarer Clubs systemweit von 6,1 Prozent im Vorjahresquartal auf 3,5 Prozent — die Kennzahl, die den Wert einer Franchisekette bestimmt.

Planet Fitness hat den Großteil seiner inländischen Einnahmequellen — Franchiseverträge, Clubvermögen, Gerätelieferverträge und Markenrechte — an insolvenzferne Tochtergesellschaften übertragen, die 2.514,2 Millionen US-Dollar Anleihen besichern. Wird nicht rechtzeitig refinanziert oder reißt eine Kennzahl, fließen die Einnahmen zuerst an die Gläubiger. Zum 31. März 2026 waren alle Auflagen eingehalten.

Nein. Der Konzern schüttet nichts aus, sondern gibt Kapital ausschließlich über Aktienrückkäufe zurück: 125,0 Millionen US-Dollar im Jahr 2023, 300,0 Millionen 2024 und 500,0 Millionen 2025. Zum 31. März 2026 waren vom Programm des Jahres 2025 noch 450,0 Millionen offen. Die Aktienzahl sank dadurch von 84,3 Millionen Ende 2024 auf 79,1 Millionen zum 31. März 2026.

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