MGM Resorts: Das Haus gewinnt immer — nur gehört das Haus längst jemand anderem
Bellagio, Aria, Mandalay Bay, MGM Grand: MGM Resorts betreibt die berühmtesten Adressen am Las Vegas Strip — besitzen tut der Konzern sie nicht mehr. Er hat sie verkauft und mietet sie zurück. Die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC zeigen, was das kostet: Die Häuser erwirtschafteten 2025 ein Segmentergebnis von 5,2 Milliarden US-Dollar, 1,8 Milliarden gingen als Barmiete an die Vermieter, und unterm Strich blieben bei 17,5 Milliarden Umsatz nur noch 206 Millionen Gewinn — nach 1.142 Millionen im Jahr 2023. Gleichzeitig kaufte MGM in fünf Jahren für 9,4 Milliarden eigene Aktien zurück, während das Eigenkapital von 6,07 auf 2,43 Milliarden schmolz. Und seit dem 1. Juni 2026 liegt ein unverbindliches Barangebot über 48,30 US-Dollar je Aktie auf dem Tisch: Der größte Aktionär, der Verlagskonzern People Incorporated mit 26,1 Prozent, will alle übrigen Aktien kaufen — eine Antwort des MGM-Verwaltungsrats war bis Redaktionsschluss nicht eingereicht. Keine Anlageberatung — nur die Frage, wem das Haus gehört, in dem gespielt wird.
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Es gibt einen Satz, den jeder kennt, der schon einmal ein Casino von innen gesehen hat: „Das Haus gewinnt immer.“ Er ist mathematisch wahr — der Hausvorteil ist eingebaut, und über genügend Spiele setzt er sich zuverlässig durch. Und genau deshalb ist er als Anlage-Gedanke so gefährlich: Er klingt wie eine fertige Investmentthese. Wer eine Casino-Aktie kauft, hat das Gefühl, endlich einmal auf der richtigen Seite des Tisches zu sitzen. Die Hausvorteil-Falle besteht darin, dass man vor lauter Vorfreude auf die sichere Seite zu fragen vergisst, wem das Haus eigentlich gehört. Bei MGM Resorts International (NYSE: MGM) ist das keine rhetorische Frage. Der Konzern betreibt Bellagio, Aria, Mandalay Bay, MGM Grand, Luxor, New York-New York und The Cosmopolitan — die bekanntesten Adressen am Las Vegas Strip. Besitzen tut er sie nicht. Er hat die Immobilien verkauft und mietet sie zurück. Machen wir also einen Deal: Bevor du auf den Hausvorteil setzt, lesen wir gemeinsam, was MGM selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 und die Pflichtmitteilungen (8-K) des Frühjahrs 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von Rekordumsätzen, von einer Miete, die mehr kostet als der gesamte Zinsdienst, von 9,4 Milliarden Dollar Aktienrückkäufen — und von einem Eigenkapital, das dabei auf ein Drittel geschrumpft ist. Dazu kommt ein Vorgang, der seit dem 1. Juni 2026 über allem liegt: Der größte Aktionär, der Verlagskonzern People Incorporated mit 26,1 Prozent, hat dem Verwaltungsrat ein unverbindliches Barangebot über 48,30 US-Dollar je Aktie für alle Aktien vorgelegt, die ihm noch nicht gehören. Am Ende entscheidest du selbst.
Was MGM Resorts eigentlich ist — ein Betreiber, kein Besitzer
MGM Resorts ist ein Casino- und Hotelbetreiber mit vier Geschäftsbereichen. Erstens die Las Vegas Strip Resorts: neun große Häuser, darunter Bellagio, Aria (mit Vdara), The Cosmopolitan, MGM Grand, Mandalay Bay, Luxor, New York-New York, Excalibur und Park MGM. Sie brachten 2025 einen Nettoumsatz von 8.441,5 Millionen US-Dollar — und über die Hälfte davon stammt nicht aus dem Glücksspiel, sondern aus Hotelzimmern, Restaurants, Shows und Kongressen. Zweitens die Regional Operations: sieben Häuser außerhalb von Nevada zum 31. Dezember 2025, von MGM Grand Detroit über Borgata in Atlantic City bis MGM National Harbor bei Washington (3.772,3 Millionen Umsatz) — eines davon, MGM Northfield Park, wurde im April 2026 verkauft; hier kommt der Löwenanteil aus dem Casino. Drittens MGM China: die zu rund 56 Prozent gehaltene Tochter betreibt MGM Macau und MGM Cotai (4.461,7 Millionen Umsatz, +11 Prozent). Viertens MGM Digital: das Online-Geschäft rund um die schwedisch-maltesische LeoVegas (654,2 Millionen, +19 Prozent). Dazu kommen zwei wichtige Beteiligungen, die nicht konsolidiert werden: die 50-Prozent-Beteiligung an BetMGM (Sportwetten und Online-Casino in Nordamerika, gemeinsam mit Entain) und MGM Osaka, das geplante Resort in Japan.
Der entscheidende Satz über das Geschäftsmodell steht gleich auf Seite 1 des Geschäftsberichts — und er ist leicht zu überlesen:
„We lease the real estate assets of our domestic properties pursuant to triple net lease agreements.“
Übersetzung: „Wir mieten die Immobilien unserer inländischen Objekte im Rahmen von Triple-Net-Mietverträgen.“
— MGM Resorts International, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 „Business“
Übersetzt in ein Alltagsbild: Ein Triple-Net-Mietvertrag ist die härteste Form der Miete, die es gibt. Du zahlst nicht nur die Kaltmiete, sondern trägst zusätzlich Grundsteuer, Versicherung, Nebenkosten und Instandhaltung — der Vermieter bekommt seinen Betrag, egal was passiert. Es ist, als würdest du dein eigenes Haus verkaufen, drin wohnen bleiben, weiter jede Reparatur selbst bezahlen und dem neuen Eigentümer obendrein 30 Jahre lang eine jährlich steigende Miete überweisen. Genau das hat MGM getan: Bellagio ging 2019 an ein REIT-Vehikel, Mandalay Bay und MGM Grand 2020, Aria und Vdara 2021, ein ganzes Bündel weiterer Häuser 2022 an VICI Properties, The Cosmopolitan ebenfalls 2022. Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Die Häuser verdienen so viel wie nie — aber der größte Teil dieses Ertrags gehört vertraglich den Vermietern, und was danach übrig bleibt, ging zuletzt in Aktienrückkäufe statt in Substanz.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Nicht über einen unserer Momentum- oder Value-Scanner, sondern über eine Pflichtmeldung: MGM Resorts steht im 13F-Bericht der Helikon Investments Ltd, eines Londoner Hedgefonds, zum Stichtag 31. März 2026 (eingereicht am 8. Mai 2026). Gemeldet sind 2.875.004 Aktien im Wert von 106.403.898 US-Dollar — Platz zehn in einem Portfolio aus 17 US-Positionen mit zusammen 2.648.555.113 US-Dollar. Interessant ist aber nicht der Bestand, sondern sein Verlauf: Zum 30. Juni 2025 hielt der Fonds noch 8.810.322 Aktien, zum 30. September 2025 nur noch 3.486.261, zum 31. Dezember 2025 2.988.773, zum 31. März 2026 2.875.004. Der Fonds hat seine Position also binnen dreier Quartale um rund zwei Drittel abgebaut — und hält den Rest seither nahezu unverändert. Im selben Quartal stieg Helikon in sechs neue Werte ein und verkaufte sechs andere komplett; MGM gehört zu den wenigen Alt-Positionen, die überlebt haben.
In derselben Meldung steht noch etwas, das man erst zwei Monate später verstehen konnte: Helikon hielt zum 31. März 2026 auch 3.518.414 Aktien von People Incorporated (140,8 Millionen US-Dollar) — im Quartal davor um 88,5 Prozent aufgestockt. Der Fonds saß zum Stichtag also auf beiden Seiten des Angebots, das am 1. Juni 2026 öffentlich wurde. Wie diese Beteiligung von der anderen Seite aussieht — als größter Posten in der Bilanz eines Zeitschriftenverlags —, steht in unserer Analyse zu People Incorporated.
Bevor daraus ein Signal wird, gehört die Einordnung dazu, die in jeder solchen Meldung fehlt: Ein 13F ist ein Rückspiegel, kein Fahrplan. Er zeigt nur US-gelistete Long-Positionen, wird mit 35 bis 45 Tagen Verzögerung veröffentlicht und enthält weder Leerverkäufe noch Derivate noch europäische Bestände. Was zwischen Stichtag und Veröffentlichung passiert ist, weiß niemand außer dem Fonds. Alles, was hier belegbar ist, ist die Tatsache: Ein professioneller Investor hat zwei Drittel seiner MGM-Position abgebaut und den Rest liegen lassen. Warum, sagt er nicht.
Und die klassischen Kennzahlen? Sie führen bei MGM in die Irre — deshalb steht die Einordnung hier und nicht im Bewertungskapitel. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des 2025er-Gewinns ist praktisch wertlos, weil eine Abschreibung von 278,9 Millionen US-Dollar auf den Firmenwert das Ergebnis verzerrt. Und jede Verschuldungskennzahl, die nur die Finanzschulden von 6,2 Milliarden zählt, übersieht die eigentliche Last: eine Leasingverbindlichkeit von 25,1 Milliarden US-Dollar. Merke dir den Befund gleich zu Beginn: Bei MGM misst man nicht mit dem Schuldenzähler, sondern mit dem Mietvertrag.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Erst das, was für MGM spricht, und das ist mehr, als die Schlagzeile vermuten lässt. Das operative Geschäft läuft: Der Nettoumsatz stieg 2025 auf 17.537,7 Millionen US-Dollar, den höchsten Wert der Firmengeschichte (2024: 17.240,5; 2023: 16.164,2; 2019, vor der Pandemie: 12.899,7). Das Consolidated Adjusted EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, lag bei 2.425,6 Millionen und damit sogar leicht über dem Vorjahr (2.410,8). Der operative Cashflow betrug 2.529 Millionen; nach Sachinvestitionen von 1.069 Millionen blieben rund 1,5 Milliarden freier Cashflow. Macau erholt sich weiter (MGM China +11 Prozent Umsatz, Besucherzahlen laut Statistikamt der Regierung von Macau +15 Prozent), das Online-Geschäft wächst zweistellig, und die Finanzschulden sind mit 6,2 Milliarden für einen Konzern dieser Größe überschaubar.
Und trotzdem: Unter dem Strich blieben 2025 nur 205,9 Millionen US-Dollar für die MGM-Aktionäre — nach 746,6 Millionen (2024) und 1.142,2 Millionen (2023). Das Ergebnis je Aktie fiel von 3,19 über 2,40 auf 0,76 US-Dollar, und das obwohl die Aktienzahl in derselben Zeit kräftig gesunken ist. Woher der Unterschied kommt, zeigt die erste Grafik: Sie stellt nebeneinander, was die Häuser verdienen und was die Miete davon wegnimmt.
Zwischen den grünen und den roten Balken steckt die halbe Analyse. Und dass es 2026 nicht besser anfängt, zeigt der Quartalsbericht: Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar um 4 Prozent auf 4.454,7 Millionen US-Dollar, das Betriebsergebnis fiel aber um 22 Prozent auf 301,2 Millionen, der Gewinn auf 125,1 Millionen (Vorjahresquartal: 148,6). Am Strip war der Umsatz praktisch unverändert, das Segmentergebnis dort sank um 8 Prozent. Ein Quartal macht noch keinen Sommer — aber die Richtung ist dieselbe wie im Gesamtjahr.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Die Miete kostet mehr als das Doppelte des Zinsdienstes
Der größte Kostenblock von MGM Resorts ist kein Kredit, sondern ein Mietvertrag. Der Geschäftsbericht sagt es im Risikoteil so deutlich, wie man es selten liest:
„We are required to make annual rent payments of $1.8 billion, in the aggregate, under our triple net lease agreements, which leases are also subject to annual escalators as described elsewhere in this Annual Report on Form 10-K.“
Übersetzung: „Wir sind verpflichtet, aus unseren Triple-Net-Mietverträgen jährliche Mietzahlungen von insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar zu leisten; diese Mietverträge unterliegen zudem jährlichen Steigerungsklauseln, wie an anderer Stelle in diesem Jahresbericht auf Formular 10-K beschrieben.“
— MGM Resorts International, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“
Die einzelnen Verträge stehen im Anhang, und sie lesen sich wie eine Liste der besten Adressen von Las Vegas: 775 Millionen US-Dollar pro Jahr an VICI Properties (für Luxor, New York-New York, Park MGM, Excalibur, MGM Grand Detroit, Beau Rivage, Borgata, Empire City, MGM National Harbor und weitere), 322 Millionen für Mandalay Bay und MGM Grand Las Vegas, 276 Millionen für Bellagio, 233 Millionen für Aria und Vdara, 212 Millionen für The Cosmopolitan. In der Gewinn- und Verlustrechnung schlägt die Miete mit rund 2,3 Milliarden US-Dollar zu Buche — zum Vergleich: Der gesamte Zinsaufwand betrug 2025 nur 419,0 Millionen. MGM zahlt mehr als das Fünffache an Miete wie an Zinsen. Wo genau das im Zahlenwerk sitzt, zeigt die Segmenttabelle: Die drei Haus-Segmente erwirtschafteten zusammen 5.224,3 Millionen, doch die Zeile „Corporate and other“ zieht 2.708,4 Millionen wieder ab — und die Fußnote erklärt, warum.
Und diese Miete ist kein Posten, den man in schlechten Jahren kürzt. Sie steigt vertraglich um mindestens 2 Prozent im Jahr, in späteren Vertragsphasen mit der Inflation gekoppelt und bei 3 bis 4 Prozent gedeckelt. Die Laufzeiten reichen 25 bis 30 Jahre plus Verlängerungsoptionen. In Zahlen der Bilanz: Die Leasingverbindlichkeit betrug zum 31. Dezember 2025 25.068,7 Millionen US-Dollar, die undiskontierte Summe aller künftigen Mietzahlungen 54.679,6 Millionen. Merke dir das Bild: MGM hat seine Häuser gegen Bargeld eingetauscht — und im Gegenzug einen Dauerauftrag über 55 Milliarden Dollar unterschrieben.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: 9,4 Milliarden Dollar Rückkäufe — und ein Eigenkapital, das auf ein Drittel geschrumpft ist
Was macht ein Konzern mit dem Geld, das der Verkauf der Immobilien freigesetzt hat? Bei MGM lautet die Antwort zu einem großen Teil: eigene Aktien kaufen. Von 2021 bis 2025 flossen 9,4 Milliarden US-Dollar in Rückkäufe — 1.753,5 Millionen (2021), 2.775,2 (2022), 2.291,9 (2023), 1.357,9 (2024) und 1.228,3 Millionen (2025). Die Aktienzahl sank dadurch von 453,8 auf 258,3 Millionen Stück, ein Minus von 43 Prozent. Das ist für sich genommen aktionärsfreundlich: Wer bleibt, dem gehört ein größerer Anteil an derselben Firma. Aber die zweite Zahl gehört dazu.
Das Eigenkapital der MGM-Aktionäre lag Ende 2019 noch bei 7.727,3 Millionen US-Dollar, Ende 2021 bei 6.070,6 Millionen — und Ende 2025 nur noch bei 2.429,9 Millionen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Stell dir einen Hausbesitzer vor, der sein Haus verkauft, mit dem Erlös die Anteile seiner Miteigentümer auszahlt und danach zur Miete im selben Haus wohnt. Ihm gehört jetzt ein größerer Anteil — an deutlich weniger. Rückkäufe verkleinern den Kuchen und die Zahl der Esser gleichzeitig; ob das gut war, hängt allein davon ab, ob der bezahlte Preis unter dem Wert lag. Bei einem Ergebnis je Aktie, das trotz 43 Prozent weniger Aktien von 3,19 auf 0,76 US-Dollar gefallen ist, ist diese Frage jedenfalls nicht mit einem klaren Ja beantwortet. Und im ersten Quartal 2026 ist der Motor fast aus: Nur noch rund 2 Millionen Aktien für 90 Millionen US-Dollar wurden zurückgekauft, nach rund 15 Millionen Aktien für 494 Millionen im Vorjahresquartal — bei einem noch freien Rahmen von 1,5 Milliarden.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: MGM bürgt für 6 Milliarden Dollar Schulden seiner eigenen Vermieter
Die Erzählung hinter dem Immobilienverkauf heißt „asset-light“ — schlank werden, Kapital freisetzen, Risiko abgeben. Die ersten beiden Teile stimmen. Beim dritten wird es interessant:
„We currently also provide shortfall guarantees of the $3.01 billion and $3.0 billion principal amount of indebtedness (and any interest accrued and unpaid thereon) of the landlords of Bellagio and Mandalay Bay and MGM Grand Las Vegas, respectively.“
Übersetzung: „Wir stellen derzeit außerdem Ausfallgarantien für Verbindlichkeiten im Nennbetrag von 3,01 Milliarden bzw. 3,0 Milliarden US-Dollar (zuzüglich aufgelaufener und nicht gezahlter Zinsen) der Vermieter von Bellagio beziehungsweise von Mandalay Bay und MGM Grand Las Vegas.“
— MGM Resorts International, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“
Zusammen sind das rund 6,0 Milliarden US-Dollar — das Zweieinhalbfache des gesamten Eigenkapitals von 2.429,9 Millionen. Zur Fairness gehört: Die Garantie greift erst, wenn die Gläubiger auf die Sicherheiten zugegriffen haben und der Wert der Immobilie nicht reicht; die Verbindlichkeit des Bellagio-Vermieters ist bis 2029 fällig, und die Bilanz bewertet die Garantie nach dem einschlägigen Standard mit einem unwesentlichen Betrag. Aber die Richtung ist bemerkenswert: Die Häuser sind verkauft, das Immobilienrisiko ist es nicht ganz. Dazu kommt die zweite offene Flanke, Japan: Für MGM Osaka hat der Konzern Einzahlungen von insgesamt 428 Milliarden Yen zugesagt, von denen zum 31. März 2026 noch 335,9 Milliarden Yen (rund 2,1 Milliarden US-Dollar) offen sind — auszuzahlen quartalsweise bis 2028. Und für die Fertigstellung des Resorts steht eine Garantie „in unbegrenzter Höhe“ im Anhang. Wer das mit dem Eigenkapital von 2,43 Milliarden vergleicht, sieht: MGM verspricht für Osaka ungefähr so viel, wie in der Bilanz insgesamt an Eigenkapital steht.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Las Vegas schwächelt — und in Macau verdienen die Minderheitsaktionäre mehr als du
Das Kernstück des Konzerns, die Las Vegas Strip Resorts, hatte 2025 ein schwieriges Jahr: Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 8.441,5 Millionen US-Dollar, die Zimmererlöse sogar um 9 Prozent. Die Auslastung fiel von 94 auf 92 Prozent, der durchschnittliche Zimmerpreis von 260 auf 249 US-Dollar, der Erlös je verfügbarem Zimmer von 245 auf 229. Das ist kein hausgemachtes Problem allein: Die Besucherzahl von Las Vegas ging laut der Convention and Visitors Authority 2025 um 8 Prozent zurück. Aber es trifft ausgerechnet das Segment mit der höchsten Marge, deren Segmentergebnis um 8 Prozent auf 2.857,9 Millionen fiel — und die Miete bleibt davon unberührt.
Der Ausgleich kam aus Macau. MGM China steigerte den Umsatz um 11 Prozent auf 4.461,7 Millionen US-Dollar und das Segmentergebnis auf 1.203,2 Millionen. Nur: An MGM China hält der Konzern rund 56 Prozent — die restlichen 44 Prozent gehören anderen. Und das führt zu einer Zahl, die man zweimal lesen muss: Vom Konzerngewinn 2025 in Höhe von 520,9 Millionen US-Dollar entfielen 315,0 Millionen auf die Minderheitsgesellschafter und nur 205,9 Millionen auf die MGM-Aktionäre. Übersetzt in ein Alltagsbild: Der Konzern hat zwei Töpfe — den amerikanischen, in dem die Miete das Ergebnis auffrisst, und den chinesischen, der gut läuft, aber zu 44 Prozent anderen gehört. Merke dir das Bild: Der Teil des Geschäfts, der 2025 am besten lief, gehört dir nur zur Hälfte.
Zwei weitere Belastungen des Jahres 2025 gehören der Vollständigkeit halber dazu: MGM zog den Antrag auf eine Vollkasino-Lizenz für Empire City in Yonkers (New York) zurück und schrieb daraufhin den kompletten Firmenwert dieses Standorts von 256 Millionen US-Dollar ab, zuzüglich 93 Millionen weiterer Wertberichtigungen. Und im April 2026 wurde der Verkauf von MGM Northfield Park für 546 Millionen US-Dollar abgeschlossen, wodurch die VICI-Miete um 53 Millionen pro Jahr sinkt. Das eine kostete einmalig Geld, das andere spart dauerhaft Miete — beides zeigt denselben Konzern, der sein Portfolio strafft.
Der größte Aktionär will das ganze Haus: das Barangebot über 48,30 US-Dollar
Am 1. Juni 2026 hat sich die Frage, wem das Haus gehört, noch einmal neu gestellt — und diesmal nicht wegen der Vermieter. An diesem Tag legte der größte Einzelaktionär von MGM Resorts dem Verwaltungsrat schriftlich ein Angebot vor, alle Aktien zu kaufen, die ihm noch nicht gehören. Die Überschrift der dazugehörigen Pflichtmitteilung lässt keinen Interpretationsspielraum:
„PEOPLE INCORPORATED PROPOSES TO ACQUIRE MGM RESORTS INTERNATIONAL FOR $48.30 PER SHARE IN CASH“
Übersetzung: „People Incorporated schlägt vor, MGM Resorts International für 48,30 US-Dollar je Aktie in bar zu übernehmen.“
— People Incorporated (bis Juni 2026 IAC Inc.), SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 1. Juni 2026, Item 7.01, Anlage 99.1 (Pressemitteilung samt Brief an den MGM-Verwaltungsrat)
Wer da bietet — und seit wann er dabei ist
Der Bieter ist People Incorporated (Nasdaq: PPLI), bis Anfang Juni 2026 IAC Inc.: der New Yorker Konzern hinter Amerikas größtem Zeitschriftenverlag mit PEOPLE, Better Homes & Gardens und Investopedia. Ein Fremder ist er bei MGM nicht. Am 10. August 2020 meldete IAC der SEC erstmals eine Beteiligung — 59.033.902 Aktien oder 12,0 Prozent, über die Börse gekauft für zusammen rund 1.018,5 Millionen US-Dollar, ausdrücklich „for investment purposes“. Knapp sechs Jahre später sind daraus 66.822.350 Aktien oder 26,1 Prozent geworden (Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A, Änderung Nr. 8 vom 1. Juni 2026, gerechnet auf 255.851.235 ausstehende Aktien zum 27. April 2026).
Und jetzt die Pointe, die in keiner Schlagzeile steht: Zugekauft hat dieser Aktionär in fast sechs Jahren nur 7.788.448 Aktien — ein Plus von 13 Prozent auf den eigenen Bestand. Die Quote hat sich trotzdem mehr als verdoppelt, weil MGM im selben Zeitraum 48 Prozent der eigenen Aktien eingezogen hat. Hätte People Incorporated seit 2020 keine einzige Aktie dazugekauft, läge die Beteiligung heute bei 23,1 statt bei 12,0 Prozent. Von den gut 14 Prozentpunkten Zuwachs stammen also rund 11 Punkte aus MGMs eigenem Rückkaufprogramm und nur 3 aus Zukäufen. Der Aktionär selbst schreibt es in seiner Meldung vom 9. Dezember 2025 so nüchtern hin, wie es in solchen Papieren üblich ist:
„As a result of repurchases under this program …, the number of shares of outstanding Common Stock decreased, and consequently, the percentage of shares of Common Stock beneficially owned by the Reporting Person passively increased …“
Übersetzung: „Infolge der Rückkäufe unter diesem Programm … sank die Zahl der ausstehenden Stammaktien, und folglich stieg der Anteil der vom Meldepflichtigen wirtschaftlich gehaltenen Stammaktien passiv an …“
— IAC Inc., SEC-Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A zu MGM Resorts (CUSIP 552953101), Änderung Nr. 5 vom 9. Dezember 2025
Übersetzt in ein Alltagsbild: Wenn eine Erbengemeinschaft aus zehn Personen vier Miterben auszahlt, wächst der Anteil der Übriggebliebenen, ohne dass sie einen Cent investiert hätten. MGM hat 9,4 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe ausgegeben und dabei seinen größten Aktionär über die Ein-Viertel-Marke gehoben. Der Rückkauf hat den Bieter mit erschaffen. Merke dir diesen Zusammenhang — er ist der Grund, warum das vorige Kapitel und dieses hier dieselbe Geschichte erzählen.
Zwei Monate vorher: die Stimmrechtsbremse vom 3. April 2026
Vor dem Angebot stand eine Vereinbarung, die im Rückblick wie eine Weichenstellung aussieht. Am 3. April 2026 schlossen MGM Resorts, IAC Inc. und Barry Diller persönlich eine Stimmrechtsvereinbarung. Ihr Kern steht in der Pflichtmitteilung, mit der MGM sie vier Tage später offenlegte:
„IAC, Mr. Diller and their respective controlled affiliates … will vote any voting securities that they beneficially own that collectively constitute in excess of 25.73% of the total voting power of the outstanding voting securities of the Company … in the same proportion as the stockholders of the Company (other than the Covered Entities) vote their voting securities on such matters.“
Übersetzung: „IAC, Herr Diller und die von ihnen jeweils beherrschten verbundenen Unternehmen … werden alle von ihnen wirtschaftlich gehaltenen stimmberechtigten Wertpapiere, die zusammen mehr als 25,73 Prozent der gesamten Stimmrechte der ausstehenden stimmberechtigten Wertpapiere der Gesellschaft ausmachen, … im selben Verhältnis abgeben wie die übrigen Aktionäre der Gesellschaft ihre Stimmrechte in diesen Angelegenheiten ausüben.“
— MGM Resorts International, SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 7. April 2026, Item 1.01, zur Stimmrechtsvereinbarung vom 3. April 2026 (Anlage 10.1)
Alles oberhalb von 25,73 Prozent ist damit faktisch stimmlos — es wird gespiegelt, wie der Rest des Aktionariats abstimmt. Die Schwelle ist übrigens keine runde Zahl, sondern eine gemessene: Genau 25,73 Prozent weist die Einladung zur Hauptversammlung vom 27. März 2026 als Anteil von IAC aus (65.822.350 Aktien). Die Bremse wurde also exakt auf den Bestand gesetzt, den der Aktionär zu diesem Zeitpunkt hielt. Im Gegenzug muss der MGM-Verwaltungsrat zwei von IAC benannte Direktoren zur Wahl aufstellen. Und wichtiger für heute: Die Vereinbarung endet automatisch bei einem Kontrollwechsel bei MGM — ebenso, wenn die Beteiligung unter 17,5 Prozent fällt oder die zwei Direktoren nicht aufgestellt werden. Gelingt die Übernahme, verschwindet die selbst auferlegte Stimmrechtsbremse also mit ihr.
Was in dem Brief steht — und was ausdrücklich nicht
Der gebotene Preis liegt nach Angaben des Bieters 24,1 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der 30 Handelstage bis zum 29. Mai 2026, mehr als 30 Prozent über dem 90-Tage-Durchschnitt und 10,6 Prozent über dem letzten Schlusskurs davor. Bezahlt werden soll aus „existing cash on hand at People Incorporated and MGM and additional debt and equity funding commitments“ — also auch aus der Kasse des Übernahmeziels selbst, ergänzt um zusätzliches Fremd- und Eigenkapital. Danach will der Bieter „just over 50.1%“ des Eigenkapitals halten und MGM kontrollieren; den Rest sollen andere Investoren übernehmen. Eine Finanzierungsbedingung soll es nicht geben, wohl aber Genehmigungen der Wettbewerbs- und der Glücksspielaufsichten. Und dann folgt der Satz, der jede Übernahmefantasie einfängt:
„This letter is a non-binding expression of interest only, and People Incorporated reserves the right to withdraw or modify the proposal at any time, or to terminate discussions and negotiations at any time in our sole discretion. No legal obligation with respect to our proposal or any other matter will arise unless and until we have executed definitive transaction documentation with MGM.“
Übersetzung: „Dieses Schreiben ist ausschließlich eine unverbindliche Interessenbekundung, und People Incorporated behält sich das Recht vor, den Vorschlag jederzeit zurückzuziehen oder zu ändern oder Gespräche und Verhandlungen jederzeit nach eigenem Ermessen zu beenden. Eine rechtliche Verpflichtung in Bezug auf unseren Vorschlag oder eine andere Angelegenheit entsteht erst, wenn und sobald wir mit MGM endgültige Transaktionsdokumente unterzeichnet haben.“
— Barry Diller für People Incorporated, Brief an den MGM-Verwaltungsrat vom 1. Juni 2026, Anlage 99.1 zur SEC-Pflichtmitteilung 8-K
Zwei Zusagen aus demselben Brief gehören dazu, weil sie die Lage für Außenstehende festzurren. Erstens: People Incorporated erklärt, keine Absicht zu haben, den eigenen MGM-Anteil zu verkaufen oder einer Übernahme durch einen Dritten zuzustimmen („no intention to sell our existing ownership stake in MGM, or to pursue or vote in favor of any merger … that would result in a change in control to another party“). Ein konkurrierender Bieter müsste also an einem Viertel-Aktionär vorbei, der ausdrücklich nicht verkaufen will. Zweitens die Governance-Seite: Barry Diller sitzt selbst im Verwaltungsrat von MGM, ebenso Joey Levin, bis 2025 Vorstandschef von IAC — beide wurden auf der Hauptversammlung am 6. Mai 2026 wiedergewählt (Diller mit 130,0 Millionen Ja- gegen 7,2 Millionen Nein-Stimmen). Diller kündigt in seinem Brief an, sich aus den Beratungen des MGM-Verwaltungsrats über diese Transaktion und über jede Alternative herauszuhalten. Übersetzt in ein Alltagsbild: Der Käufer sitzt am Tisch des Verkäufers und verlässt für die Preisverhandlung den Raum. Das ist bei solchen Geschäften das übliche Verfahren — es macht die Sache aber nicht zu einem Geschäft zwischen Fremden.
Und der MGM-Verwaltungsrat? Bis Redaktionsschluss: kein eingereichtes Wort
Das ist der ehrlichste Teil dieses Kapitels, weil er aus dem besteht, was nicht in den Akten steht. Zwischen dem 1. Juni 2026 und dem Redaktionsschluss dieser Analyse am 24. Juli 2026 hat MGM Resorts zu dem Angebot keine Stellungnahme bei der SEC eingereicht — keine Pflichtmitteilung (8-K), keine Stellungnahme des Verwaltungsrats, keine Ergänzung der Hauptversammlungsunterlagen. Die jüngsten Einreichungen des Konzerns überhaupt sind vier Formulare 4 vom 2. Juli 2026 über die vierteljährliche Gutschrift von Deferred Stock Units an Verwaltungsratsmitglieder — Routine. Auch der Bieter hat seine Beteiligungsmeldung seit dem 1. Juni 2026 nicht wieder geändert; in der Änderung Nr. 8 heißt es ausdrücklich, weitere Angaben zu dem Vorschlag seien nicht beabsichtigt, solange keine verbindliche Vereinbarung geschlossen ist.
Damit ist der belegbare Stand denkbar schlicht: Ein Angebot liegt vor, eine Antwort ist öffentlich nicht dokumentiert, der Ausgang ist offen. Er kann zu einer Vereinbarung führen, er kann teurer werden, er kann still verschwinden. Was du hier liest, ist deshalb kein Übernahmefahrplan, sondern eine Momentaufnahme mit Datum — und die einzige Quelle, die den nächsten Schritt zuerst zeigen wird, ist wieder ein Pflichtdokument: eine neue Beteiligungsmeldung auf CUSIP 552953101 oder eine 8-K von MGM.
Bewertung: Wer MGM kauft, kauft den Mietvertrag mit
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des 2025er-Gewinns ist bei MGM ein schlechter Ratgeber — 0,76 US-Dollar Ergebnis je Aktie sind durch die Abschreibung auf Empire City verzerrt; auf das Vorjahresergebnis von 2,40 US-Dollar gerechnet sieht dieselbe Aktie plötzlich dreimal günstiger aus. Ein sauberer, datierter Anker steht auf dem Deckblatt des Geschäftsberichts selbst: Der Börsenwert der von Nicht-Insidern gehaltenen Aktien betrug am 30. Juni 2025 rund 5,8 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist aber, was man beim Kauf der Aktie automatisch mit übernimmt: 6,2 Milliarden US-Dollar Finanzschulden und 25,1 Milliarden Leasingverbindlichkeit, denen 2,1 Milliarden Kasse gegenüberstehen. Der Unternehmenswert wird also nicht vom Börsenwert dominiert, sondern vom Mietvertrag.
Seit dem 1. Juni 2026 gibt es einen zweiten datierten Anker, und er ist unbequem präzise: 48,30 US-Dollar je Aktie. Auf die 255.851.235 ausstehenden Aktien gerechnet bewertet das Angebot das gesamte Eigenkapital mit rund 12,4 Milliarden US-Dollar; für die 73,9 Prozent, die dem Bieter noch nicht gehören, wären rund 9,1 Milliarden in bar fällig. Und jetzt kommt die Zahl, die das ganze Kapitel zusammenhält: Rechnet man die Bilanz dazu — 6,2 Milliarden Finanzschulden und 25,1 Milliarden Leasingverbindlichkeit abzüglich 2,1 Milliarden Kasse zum 31. Dezember 2025 —, liegt der Unternehmenswert selbst zu diesem Angebotspreis in der Größenordnung von 42 Milliarden US-Dollar. Der Aufschlag von 24,1 Prozent gilt also für rund ein Viertel des eingesetzten Kapitals. Die anderen drei Viertel stehen im Mietvertrag — und die zahlt auch ein privater Eigentümer.
Dazu die nötige Ehrlichkeit: Ein unverbindliches Angebot ist kein Vollzug. Solange keine verbindliche Vereinbarung unterschrieben ist, sind 48,30 US-Dollar kein Preis, sondern eine Absichtserklärung, die der Bieter jederzeit zurückziehen darf — und der MGM-Verwaltungsrat hat sich bis Redaktionsschluss dazu nicht eingereicht geäußert. Wer die Aktie wegen dieser Zahl kauft, erwirbt keine Casino-Beteiligung, sondern eine Position in einem Verhandlungsergebnis, dessen Verlauf niemand außerhalb der beteiligten Gremien kennt. Und wer sie wegen des Geschäfts kauft, sollte wissen, dass ein zweiter Faktor auf den Kurs wirkt, der mit Zimmerpreisen und Besucherzahlen nichts zu tun hat.
Damit ist auch klar, welche Kennzahl bei MGM zählt: nicht Gewinn oder Buchwert, sondern die Frage, wie viel vom Segmentergebnis nach der Miete übrig bleibt und wie stabil dieser Rest ist. 2025 waren das 2.425,6 Millionen Consolidated Adjusted EBITDA — ein Wert, der seit drei Jahren erstaunlich konstant ist (2023: 2.335,5; 2024: 2.410,8), obwohl der ausgewiesene Gewinn im selben Zeitraum um vier Fünftel gefallen ist. Wer eine Casino-Aktie sucht, bei der die Häuser dem Unternehmen selbst gehören, findet das Gegenmodell in unserer Analyse zu Monarch Casino; wer wissen will, wie die andere Seite dieses Geschäfts aussieht — also die eines Eigentümers, der Hotels besitzt und verpachtet —, findet sie in der Analyse zu Host Hotels. Der Vergleich lohnt sich, weil er zeigt, dass „Casino-Aktie“ zwei völlig verschiedene Geschäftsmodelle meinen kann.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für MGM Resorts spricht:
- Ein Portfolio, das sich nicht kopieren lässt: Bellagio, Aria, Mandalay Bay, MGM Grand, The Cosmopolitan und weitere Häuser an den besten Adressen des Las Vegas Strip, dazu 16 US-Standorte insgesamt und zwei Resorts in Macau.
- Rekordumsatz und stabiler operativer Ertrag: 17.537,7 Millionen US-Dollar Nettoumsatz 2025, Consolidated Adjusted EBITDA 2.425,6 Millionen (2024: 2.410,8; 2023: 2.335,5), operativer Cashflow 2.529 Millionen — nach Sachinvestitionen bleiben rund 1,5 Milliarden freier Cashflow.
- Wachstum außerhalb von Las Vegas: MGM China +11 Prozent Umsatz (Segmentergebnis 1.203,2 Millionen), MGM Digital +19 Prozent, im ersten Quartal 2026 sogar +43 Prozent; BetMGM lieferte im ersten Quartal 2026 erstmals einen positiven Ergebnisbeitrag (+7,4 Millionen nach −15,2 Millionen im Vorjahresquartal).
- Überschaubare Finanzschulden: 6,3 Milliarden US-Dollar Nennbetrag (davon 2,5 Milliarden bei MGM China), 2,1 Milliarden Kasse, keine Inanspruchnahme der Konzern-Kreditlinie zum 31. Dezember 2025; erwartete Zinszahlungen 2026 rund 350 Millionen konsolidiert.
- Portfoliopflege statt Stillstand: Der Verkauf von MGM Northfield Park (546 Millionen US-Dollar, abgeschlossen April 2026) senkt die VICI-Miete dauerhaft um 53 Millionen pro Jahr; der Rückkaufrahmen von 1,5 Milliarden bleibt verfügbar.
- Ein Interessent mit Sachkenntnis und Sitz im eigenen Verwaltungsrat: Der größte Aktionär People Incorporated (26,1 Prozent) bot am 1. Juni 2026 48,30 US-Dollar je Aktie in bar für alle übrigen Aktien — 24,1 Prozent über dem 30-Tage-Durchschnittskurs bis zum 29. Mai 2026, ohne Finanzierungsbedingung und mit der Zusage, den eigenen Anteil nicht zu verkaufen.
Was dagegen spricht:
- Die Miete ist der dominierende Kostenblock und vertraglich unkündbar: 1,8 Milliarden US-Dollar Barmiete pro Jahr mit jährlichen Steigerungsklauseln, 2,3 Milliarden Mietaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung, 25.068,7 Millionen Leasingverbindlichkeit und 54,7 Milliarden undiskontierte künftige Mietzahlungen.
- Der Gewinn bricht trotz Rekordumsatz ein: Betriebsergebnis −33 Prozent auf 1.001,8 Millionen US-Dollar, Nettogewinn (MGM-Anteil) 205,9 Millionen nach 1.142,2 Millionen (2023), Ergebnis je Aktie 0,76 nach 3,19 US-Dollar — und im ersten Quartal 2026 Betriebsergebnis −22 Prozent.
- Das Kerngeschäft am Strip schrumpft: Umsatz −4 Prozent, Zimmererlöse −9 Prozent, Auslastung 92 statt 94 Prozent, Erlös je verfügbarem Zimmer 229 statt 245 US-Dollar; die Besucherzahl von Las Vegas fiel 2025 um 8 Prozent.
- Eigenkapital auf ein Drittel geschmolzen (7.727,3 Millionen Ende 2019 → 2.429,9 Millionen Ende 2025), während 9,4 Milliarden in Rückkäufe flossen; zugleich Garantien über rund 6,0 Milliarden für Schulden der Vermieter und eine unbegrenzte Fertigstellungsgarantie für Osaka.
- Kapitalbindung in Japan und Macau: rund 2,1 Milliarden US-Dollar offene Osaka-Einzahlungen bis 2028, dazu Investitionszusagen von MGM China über rund 2,5 Milliarden bis zum Konzessionsende im Dezember 2032 — und 44 Prozent des Macau-Gewinns gehören den Minderheitsgesellschaftern.
- Ein schwebender Vorgang mit offenem Ausgang: Das Angebot über 48,30 US-Dollar ist ausdrücklich unverbindlich und jederzeit widerrufbar, eine Stellungnahme des MGM-Verwaltungsrats war bis zum 24. Juli 2026 nicht eingereicht. Der Kurs hängt damit an einem Verhandlungsergebnis, das niemand von außen einsehen kann — und ein Rückzug des Angebots nimmt dem Kurs eine Stütze, die nicht aus dem Geschäft stammt.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Hausvorteil-Falle vom Anfang. Der Satz „Das Haus gewinnt immer“ stimmt bei MGM Resorts weiterhin — die Casinos verdienen Geld, jedes Jahr, verlässlich, mit einem Segmentergebnis von über fünf Milliarden Dollar. Nur ist MGM eben nicht mehr das Haus, sondern der Mieter im Haus. Der Konzern hat einen Tausch gemacht, der sich klug begründen lässt: Immobilienkapital gegen Bargeld, Bargeld gegen Wachstum und Rückkäufe. Was die Berichte zeigen, ist der Preis dieses Tauschs — 1,8 Milliarden Dollar Barmiete im Jahr, jährlich steigend, dreißig Jahre lang, plus Garantien für die Schulden derer, die jetzt die Häuser besitzen. Wer heute MGM kauft, kauft deshalb nicht einfach Bellagio und Aria. Er kauft ein Betriebsergebnis, von dem ein großer Teil bereits an Dritte versprochen ist, ein Wachstumsversprechen in Japan, das noch rund 2,1 Milliarden Dollar kostet, und eine Kasse, die zwischen Osaka und Rückkaufprogramm aufgeteilt werden muss. Und seit dem 1. Juni 2026 kauft er noch etwas mit, das in keiner Bilanz steht: eine offene Verhandlung. Der größte Aktionär bietet 48,30 US-Dollar je Aktie für den Rest, der Verwaltungsrat hat bis heute nichts dazu eingereicht, und beides kann sich morgen ändern. Wer ausschließlich deshalb kauft, wettet nicht auf Las Vegas, sondern auf ein Protokoll, das er nie zu sehen bekommt. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht: „Gewinnt das Haus?“ Sondern: Würdest du dich an einem Betrieb beteiligen, der die besten Adressen der Stadt bespielt, sie aber nicht besitzt — und dessen Vermieter unabhängig vom Geschäftsverlauf zuerst bedient wird? Wenn du diese Frage mit Ja beantwortest, weil du dem Betrieb und dem Standort vertraust, dann hast du eine These. Wenn nein, hattest du ein Bauchgefühl. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- MGM Resorts International — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 11. Februar 2026)
- MGM Resorts International — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht 18. Februar 2025)
- MGM Resorts International — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (eingereicht 29. April 2026)
- MGM Resorts International — SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 7. April 2026, Item 1.01 (Stimmrechtsvereinbarung vom 3. April 2026) und die Vereinbarung im Wortlaut (Anlage 10.1)
- People Incorporated (bis Juni 2026 IAC Inc.) — SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 1. Juni 2026, Anlage 99.1: Pressemitteilung und Brief an den MGM-Verwaltungsrat (48,30 US-Dollar je Aktie)
- Beteiligungsmeldungen zu MGM Resorts (CUSIP 552953101): Schedule 13D vom 10. August 2020 (Erstmeldung, 12,0 Prozent), Änderung Nr. 5 vom 9. Dezember 2025 und Änderung Nr. 8 vom 1. Juni 2026 (26,1 Prozent, Angebot)
- MGM Resorts International — Einladung zur Hauptversammlung DEF 14A vom 27. März 2026 und Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung vom 6. Mai 2026 (8-K, Item 5.07)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von MGM Resorts International: EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Helikon Investments Ltd — 13F-Berichte zum 31.03.2026 und zu den Vorquartalen (sec.gov)
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Segmentbeiträge, Bewertung; Datenstand 23. Juli 2026), abgeglichen mit den SEC-Berichten und den XBRL-Kennzahlenreihen der SEC.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in MGM-Resorts-Aktien.
Unser Fazit auf einen Blick
- Marktstellung & Portfolio positiv
- MGM betreibt mit Bellagio, Aria, Mandalay Bay, MGM Grand und The Cosmopolitan Adressen, die sich nicht nachbauen lassen, dazu sieben regionale Häuser, zwei Resorts in Macau und ein wachsendes Online-Geschäft. Der Nettoumsatz erreichte 2025 mit 17.537,7 Millionen US-Dollar einen Rekord, das Consolidated Adjusted EBITDA lag mit 2.425,6 Millionen leicht über dem Vorjahr.
- Mietstruktur negativ
- Die Immobilien der US-Häuser gehören dem Konzern nicht mehr. Der Geschäftsbericht (10-K) für 2025 beziffert die vertragliche Barmiete auf 1,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr mit jährlichen Steigerungsklauseln; in der Gewinn- und Verlustrechnung stehen 2,3 Milliarden Mietaufwand, in der Bilanz 25.068,7 Millionen Leasingverbindlichkeit und undiskontiert 54,7 Milliarden künftige Mietzahlungen. Der Zinsaufwand beträgt daneben nur 419,0 Millionen.
- Ergebnisentwicklung negativ
- Trotz Rekordumsatz fiel das Betriebsergebnis 2025 um 33 Prozent auf 1.001,8 Millionen US-Dollar und der auf MGM entfallende Nettogewinn auf 205,9 Millionen (2023: 1.142,2). Das Ergebnis je Aktie sank von 3,19 auf 0,76 US-Dollar, obwohl die Aktienzahl um 43 Prozent reduziert wurde. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Trend fort: Betriebsergebnis −22 Prozent.
- Kapitalverwendung neutral
- Von 2021 bis 2025 flossen 9,4 Milliarden US-Dollar in Aktienrückkäufe (Aktienzahl 453,8 → 258,3 Millionen), während das Eigenkapital von 6.070,6 auf 2.429,9 Millionen fiel. Im ersten Quartal 2026 wurde der Rückkauf auf 90 Millionen gedrosselt (Vorjahresquartal 494 Millionen), obwohl 1,5 Milliarden Rahmen frei waren — die Mittel werden für Osaka und Investitionen gebraucht. Nebenwirkung des Programms: Die Beteiligung des größten Aktionärs stieg allein durch den schrumpfenden Nenner von 12,0 auf 26,1 Prozent.
- Übernahmeangebot (schwebend) neutral
- Am 1. Juni 2026 bot People Incorporated (bis Juni 2026 IAC Inc.), mit 66.822.350 Aktien bzw. 26,1 Prozent größter Aktionär, 48,30 US-Dollar je Aktie in bar für alle übrigen Aktien — 24,1 Prozent über dem 30-Tage-Durchschnittskurs bis zum 29. Mai 2026, ohne Finanzierungsbedingung, finanziert auch aus der Kasse von MGM. Das Angebot ist ausdrücklich unverbindlich und jederzeit widerrufbar; eine Stellungnahme des MGM-Verwaltungsrats war bis zum 24. Juli 2026 nicht bei der SEC eingereicht. Vorlauf war die Stimmrechtsvereinbarung vom 3. April 2026, die Stimmen oberhalb von 25,73 Prozent bindet und bei einem Kontrollwechsel endet. Ein unverbindliches Angebot ist kein Vollzug: Der Ausgang ist offen.
- Außerbilanzielle Verpflichtungen negativ
- MGM garantiert 3,01 und 3,0 Milliarden US-Dollar Schulden der eigenen Vermieter (Bellagio REIT Venture sowie Mandalay Bay/MGM Grand Las Vegas) und hat für MGM Osaka noch rund 2,1 Milliarden US-Dollar einzuzahlen — plus eine der Höhe nach unbegrenzte Fertigstellungsgarantie. Zum Vergleich: Das Eigenkapital betrug zum 31. März 2026 2.433,4 Millionen.
- Regionale Balance neutral
- Der Rückgang am Las Vegas Strip (Umsatz −4 Prozent, Erlös je verfügbarem Zimmer 229 statt 245 US-Dollar, Besucherzahl der Stadt −8 Prozent) wurde 2025 von Macau aufgefangen (+11 Prozent Umsatz). Allerdings gehören 44 Prozent von MGM China anderen: Von 520,9 Millionen Konzerngewinn entfielen 315,0 Millionen auf Minderheitsgesellschafter und nur 205,9 Millionen auf die MGM-Aktionäre.
MGM Resorts ist der größte Betreiber am Las Vegas Strip — und seit dem Verkauf der Immobilien Mieter in den eigenen Häusern. Das operative Geschäft liefert: 17.537,7 Millionen US-Dollar Umsatz 2025, 5.224,3 Millionen Segmentergebnis der drei Haus-Segmente, 2.529 Millionen operativer Cashflow. Doch 1,8 Milliarden Barmiete pro Jahr mit Steigerungsklauseln, 25,1 Milliarden Leasingverbindlichkeit und Garantien über rund 6,0 Milliarden für die Schulden der Vermieter binden einen großen Teil davon; unterm Strich blieben 205,9 Millionen Gewinn nach 1.142,2 Millionen im Jahr 2023. Gleichzeitig ist das Eigenkapital nach 9,4 Milliarden Rückkäufen auf 2.429,9 Millionen geschrumpft — und derselbe Rückkauf hat den größten Aktionär auf 26,1 Prozent gehoben, der am 1. Juni 2026 ein unverbindliches Barangebot über 48,30 US-Dollar je Aktie für den Rest vorlegte. Eine Antwort des MGM-Verwaltungsrats war bis zum 24. Juli 2026 nicht eingereicht. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
- Wenn Du die Aktie nicht hast
- Die belegten Risiken überwiegen aus unserer Sicht deutlich — wir sehen keine Grundlage für einen Einstieg.
- Wenn Du sie im Depot hast
- Die Befunde sind aus unserer Sicht gewichtig genug, das eigene Engagement kritisch zu hinterfragen.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Kategorien bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam MGM Resorts nicht über einen Momentum- oder Value-Scanner, sondern über den 13F-Bericht der Helikon Investments Ltd zum Stichtag 31. März 2026 (2.875.004 Aktien, 106.403.898 US-Dollar). Der Fonds hatte seine Position zuvor von 8.810.322 Aktien (30.06.2025) auf 2.988.773 (31.12.2025) abgebaut. Ein 13F zeigt nur US-gelistete Long-Positionen, erscheint mit 35 bis 45 Tagen Verzug und enthält weder Leerverkäufe noch Derivate — ein Rückspiegel, kein Fahrplan.
- Klassische Kennzahlen führen bei MGM in die Irre: Das Ergebnis je Aktie 2025 (0,76 US-Dollar) ist durch die Firmenwert-Abschreibung von 278,9 Millionen verzerrt, und jede Verschuldungskennzahl, die nur die Finanzschulden von 6,2 Milliarden zählt, übersieht die Leasingverbindlichkeit von 25,1 Milliarden. Aussagekräftiger sind Segment Adjusted EBITDAR und der Mietaufwand.
- Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der Börsenwert der von Nicht-Insidern gehaltenen Aktien lag laut Deckblatt des Geschäftsberichts am 30. Juni 2025 bei 5,8 Milliarden US-Dollar; Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument. Wiedervorlage: der nächste 13F-Bericht (Stichtag 30.06.2026, Veröffentlichung Mitte August 2026) und die Osaka-Einzahlungen bis 2028.
- Stand des Übernahmeangebots zum Redaktionsschluss am 24. Juli 2026, belegt aus den Originaldokumenten: Angebot vom 1. Juni 2026 über 48,30 US-Dollar je Aktie in bar (8-K der IAC Inc./People Incorporated, Accession 0001104659-26-068672, Item 7.01, Anlage 99.1, sowie Beteiligungsmeldung 13D/A Nr. 8 vom selben Tag); Vorlauf war die Stimmrechtsvereinbarung vom 3. April 2026 (8-K von MGM, Accession 0000789570-26-000029, Item 1.01, Anlage 10.1). MGM Resorts hat zu dem Angebot bis zum Redaktionsschluss nichts bei der SEC eingereicht — die jüngsten Einreichungen des Konzerns sind vier Formulare 4 vom 2. Juli 2026 über Deferred Stock Units für Verwaltungsratsmitglieder. Der Bieter erklärt in Änderung Nr. 8, keine weiteren Angaben zu machen, solange keine verbindliche Vereinbarung geschlossen ist. Wiedervorlage: neue Beteiligungsmeldung auf CUSIP 552953101 oder eine 8-K von MGM.
Häufige Fragen
MGM Resorts International (NYSE: MGM) aus Las Vegas betreibt 16 Casino-Resorts in den USA — darunter Bellagio, Aria, Mandalay Bay, MGM Grand, Luxor und The Cosmopolitan —, über die zu rund 56 Prozent gehaltene MGM China zwei Häuser in Macau sowie das Online-Geschäft MGM Digital (LeoVegas). 2025 lag der Nettoumsatz bei 17.537,7 Millionen US-Dollar. Am Las Vegas Strip stammt über die Hälfte des Umsatzes nicht aus dem Casino, sondern aus Hotel, Gastronomie, Shows und Kongressen.
Weil die Miete den größten Teil des Ertrags bindet. Die drei Haus-Segmente erwirtschafteten 2025 ein Segment Adjusted EBITDAR von 5.224,3 Millionen US-Dollar; davon gingen rund 2,3 Milliarden als Triple-Net-Mietaufwand ab. Zusammen mit höheren Abschreibungen, gestiegenen Glücksspielsteuern in Macau und einer Firmenwert-Abschreibung von 278,9 Millionen (davon 256 Millionen für Empire City) fiel das Betriebsergebnis um 33 Prozent auf 1.001,8 Millionen und der Nettogewinn auf 205,9 Millionen.
Nein. MGM hat die Immobilien seiner US-Häuser verkauft und mietet sie über Triple-Net-Verträge zurück: Bellagio (2019), Mandalay Bay und MGM Grand (2020), Aria und Vdara (2021) sowie ein Bündel weiterer Häuser an VICI Properties und The Cosmopolitan (beide 2022). Die vertragliche Barmiete beträgt laut Geschäftsbericht (10-K) für 2025 rund 1,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr, mit jährlichen Steigerungsklauseln von mindestens 2 Prozent und Laufzeiten von 25 bis 30 Jahren plus Verlängerungsoptionen.
Die Finanzschulden lagen zum 31. Dezember 2025 bei rund 6,3 Milliarden US-Dollar Nennbetrag (davon 2,5 Milliarden bei MGM China), dem 2,1 Milliarden Kasse gegenüberstanden. Die eigentliche Last steht daneben: eine Leasingverbindlichkeit von 25.068,7 Millionen US-Dollar aus den Mietverträgen; undiskontiert summieren sich die künftigen Mietzahlungen auf 54.679,6 Millionen. Der Zinsaufwand betrug 2025 419,0 Millionen, der Mietaufwand rund 2,3 Milliarden.
Von 2021 bis 2025 kaufte MGM eigene Aktien für zusammen 9,4 Milliarden US-Dollar zurück: 1.753,5 Millionen (2021), 2.775,2 (2022), 2.291,9 (2023), 1.357,9 (2024) und 1.228,3 Millionen (2025). Die Aktienzahl sank dadurch von 453,8 auf 258,3 Millionen Stück. Im ersten Quartal 2026 wurden nur noch rund 2 Millionen Aktien für 90 Millionen US-Dollar gekauft, nach rund 15 Millionen Aktien für 494 Millionen im Vorjahresquartal; der freie Rahmen betrug 1,5 Milliarden.
Die Helikon Investments Ltd aus London meldet MGM Resorts in ihrem 13F-Bericht zum Stichtag 31. März 2026 mit 2.875.004 Aktien im Wert von 106.403.898 US-Dollar. Der Verlauf ist aufschlussreich: Zum 30. Juni 2025 waren es noch 8.810.322 Aktien, danach 3.486.261 (30.09.2025) und 2.988.773 (31.12.2025). Ein 13F zeigt allerdings nur US-gelistete Long-Positionen, erscheint mit 35 bis 45 Tagen Verzug und enthält weder Leerverkäufe noch Derivate — er ist ein Rückspiegel, kein Fahrplan.
MGM Osaka ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit ORIX für ein integriertes Resort in Osaka, Japan; MGM hält daran nach der Beteiligung von Minderheitsinvestoren rund 43,5 Prozent. Zugesagt sind Einzahlungen von 428 Milliarden Yen, von denen zum 31. März 2026 noch rund 335,9 Milliarden Yen (etwa 2,1 Milliarden US-Dollar) offen waren; sie fließen quartalsweise bis 2028. Zusätzlich garantiert MGM einen der Höhe nach unbegrenzten Betrag für die Fertigstellung und Vollöffnung des Resorts.
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