Maui Land & Pineapple: Hawaii-Land zum Preis von 1911 – und nur 3,3 Millionen Dollar in der Kasse
Maui Land & Pineapple besitzt 22.215 Acres auf Maui, großteils bilanziert zu Kosten aus den Jahren 1911 bis 1932. Großaktionär Steve Case hat rund 45 Prozent aller Aktien verpfändet, das laufende Geschäft verbraucht Geld, und für das zweite Quartal 2026 verzichtete die Hausbank auf ihre Kreditauflagen.
Stand heute
Stand: 1. Oktober 2026
- Schlusskurs
- 15,78 $ -1,07 %
- Marktkapitalisierung
- 0,3 Mrd. $
- Wachstums-Score
- 6/10
- AAQS
- 1/10
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 14,20 $ bis 19,90 $ · Letzter Kurs: 15,78 $ (Stand: 1. Oktober 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt eine Falle, die sich anfühlt wie Vernunft: die Grundbuch-Falle. Wer einen Auszug voller Hektar sieht, rechnet im Kopf sofort den Wert aus — Land ist schließlich knapp, auf einer Insel erst recht. Dazu ein prominenter Großaktionär, Strände, ein Ritz-Carlton nebenan. Was soll da schiefgehen? Die Rechnung im Kopf übersieht nur zwei Dinge: Land wird erst dann zu Geld, wenn jemand es kauft. Und bis dahin kostet es Geld — für Wasserleitungen, Genehmigungen, Planer und Anwälte.
Maui Land & Pineapple ist der Lehrbuchfall. Die Firma aus Lahaina besitzt einen großen Teil von West-Maui, und in ihrem jüngsten Quartalsbericht steht ein Satz, der jeden Schnäppchenjäger elektrisiert:
„The Company holds 22,215 acres of land, the majority of which was acquired between 1911 and 1932 and carried on the balance sheet at original cost.“
Übersetzung: „Das Unternehmen besitzt 22.215 Acres Land, von denen der Großteil zwischen 1911 und 1932 erworben wurde und in der Bilanz zu den ursprünglichen Anschaffungskosten geführt wird.“
— Maui Land & Pineapple Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Note 3
Zur Einordnung: 22.215 Acres sind rund 9.000 Hektar. Mehr als 20.000 Acres davon liegen in West-Maui, in weitgehend zusammenhängenden Flächen vom Meer bis auf rund 5.700 Fuß (etwa 1.700 Meter) Höhe. Machen wir einen Deal: Wir lassen die Postkartenbilder kurz liegen und lesen, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026 vom 14. August 2026 und alle Pflichtmeldungen bis zum 2. Oktober 2026. Das Spannungsfeld dieser Analyse lautet: Die Landreserve ist echt und in der Bilanz wohl deutlich unter dem Marktwert angesetzt. Aber das laufende Geschäft verdient seit Jahren kein Geld, die Kasse schrumpft, die Bank verzichtete für das Quartal bis Juni 2026 auf die Einhaltung ihrer Kreditauflagen — und der Wert des Landes hängt an Verkäufen, deren Abschluss die Firma für 2027 erwartet.
Was Maui Land & Pineapple eigentlich macht — Vermieter, Wasserwerk und Landentwickler
Der Name stammt aus einer anderen Zeit. Ananas baut die Firma nicht mehr an; sie ist heute vor allem Grundbesitzer und Vermieter. Seit dem ersten Quartal 2026 berichtet sie in vier Sparten (Quartalsbericht 10-Q, Note 15):
- Gewerbevermietung: rund 247.000 Quadratfuß (etwa 23.000 Quadratmeter) Läden, Restaurants, Büros und Hallen im Kapalua Resort, im Gewerbegebiet Alaeloa und im Hochland-Ort Hali‘imaile. Zum 30. Juni 2026 waren 93 Prozent vermietet. Umsatz im ersten Halbjahr 2026: 3,9 Millionen Dollar.
- Landvermietung und -verwaltung: Agrar- und Ranchflächen, dazu Trink- und Brauchwassersysteme in West-Maui und das Naturschutzgebiet Pu‘u Kukui mit mehr als 8.600 Acres, das laut Bericht die Grundwasserquelle für rund 70 Prozent des in West-Maui verbrauchten Wassers speist. Umsatz im ersten Halbjahr 2026: 2,7 Millionen Dollar.
- Landentwicklung und -verkauf: Planung, Genehmigung und Verkauf von Grundstücken, dazu der Kapalua Club, ein Mitgliederclub mit Zugang zu Spa, Beach Club und Golfplätzen. Umsatz im ersten Halbjahr 2026: 0,5 Millionen Dollar.
- Agrarprojekte: eine Agavenplantage auf der Hali‘imaile Ranch, inzwischen 80 Acres bepflanzt, bisher rund 2,5 Millionen Dollar investiert (Ergebnismitteilung vom 14. August 2026), noch ohne Umsatz.
Wichtig für das Verständnis der Zahlen: Von den 22.215 Acres sind laut Quartalsbericht 11.034 Acres Schutzgebiet, 10.302 Acres Agrarland (davon 6.237 Acres verpachtet) und nur 861 Acres für Wohnen oder Resort gewidmet. Das wertvolle Bauland ist also ein kleiner Teil des Ganzen. Die Firma hatte zum 31. Dezember 2025 gerade einmal 20 Beschäftigte. Konzernchef ist seit April 2023 Race Randle, zuvor Executive Vice President beim Immobilienkonzern Lendlease. Größter Aktionär ist Steve Case, früher Verwaltungsratschef von America Online, der laut Vollmachts-Erklärung (DEF 14A) vom 9. April 2026 60,7 Prozent der Aktien hält.
Eine eigene Geschichte ist das Wasser. Das Schutzgebiet Pu‘u Kukui speist laut Bericht den Grundwasserleiter für rund 70 Prozent des in West-Maui verbrauchten Wassers, und die Firma betreibt Brunnen, Gräben und Leitungen, über die auch der County of Maui versorgt wird. 2025 brachten Wasserverkäufe 2,9 Millionen Dollar Umsatz, nach 1,1 Millionen 2024 (Geschäftsbericht 2025, Item 7). Zugleich ist Wasser auf der Insel seit der Dürre 2024/2025 und den Bränden ein Politikum: Gegen die Firma läuft seit August 2025 eine Klage eines Golfplatzbetreibers, mehrerer Eigentümervereinigungen in Kapalua und eines Agrarbetriebs. Sie werfen ihr vor, wegen mangelnder Instandhaltung des Grabensystems kein Bewässerungswasser aus dem Honokohau-Bach geliefert zu haben. Die Firma weist das zurück, verweist auf die Rekorddürre und den gesetzlichen Vorrang öffentlicher Wassernutzung und hat Widerklage erhoben; die Verteidigung trägt ihr Versicherer (Quartalsbericht, Note 10). Einen möglichen Schaden beziffert die Firma nicht. Ein Verkauf der Wasseranlagen an den County würde Kapital freisetzen — beziffert ist auch er nicht.
Die Firmengeschichte für Anleger
-
1909
Gründung auf Hawaii
Die Vorgängergesellschaft entsteht als Hawaii-Corporation; zwischen 1911 und 1932 kauft sie den Großteil des Landes, das bis heute zu den damaligen Kosten bilanziert ist.
-
2008
Steve Case kommt in den Verwaltungsrat
Seit Dezember 2008 im Gremium; heute hält er 60,7 Prozent der Aktien und ist damit der Ankeraktionär.
-
2023
Neuer Chef, geplatzter Verkauf, Brände
Race Randle wird im April Konzernchef; im selben Monat platzt der 40-Mio.-Dollar-Verkauf von Kapalua Central, im August zerstören Brände Lahaina.
-
2025
Korrektur nach Widerspruch der SEC
Im Januar erklärt der Verwaltungsrat den Abschluss 2023 für nicht mehr verlässlich; im Dezember steigt der Kreditrahmen auf 25 Mio. Dollar bis 2030.
-
2026
Landverträge und Covenant-Verzicht
Verträge über mehr als 20 Mio. Dollar Landverkäufe; für das zweite Quartal verzichtet die Bank auf ihre Kreditauflagen, die Kasse fällt auf 3,3 Mio. Dollar.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam — über den Reddit-Hype-Teil unseres Scanners
Nicht über eine starke Kennzahl — bei einem Unternehmen mit Verlust lässt sich ein KGV gar nicht sinnvoll bilden. Auf die Rechercheliste kam die Aktie über den Reddit-Hype-Teil unseres hauseigenen Aktien-Scanners, der Titel nach ihrer Erwähnungshäufigkeit in Anlegerforen sortiert (Stand: 2. Oktober 2026). Das ist ein Aufmerksamkeitssignal, kein Qualitätssignal.
Ein Kursfeuerwerk steckt nicht dahinter. Am 1. Oktober 2026 schloss die Aktie bei 15,78 Dollar; in den zwölf Monaten davor lag der Schlusskurs zwischen 14,17 Dollar (20. November 2025) und 19,92 Dollar (26. Juni 2026), der höchste Schlusskurs seit Anfang 2021 waren 26,01 Dollar am 30. August 2024. Gehandelt wird wenig: 2025 wechselten laut Geschäftsbericht rund 21.000 Aktien pro Handelstag den Besitzer — bei Kursen zwischen 13,84 und 22,23 Dollar also Aktien für rund 0,3 bis 0,5 Millionen Dollar. Das liegt auch daran, dass Verwaltungsrat und Führung zusammen 68,6 Prozent der Aktien halten. Merke: Bei so dünnem Handel bewegen schon wenige Käufer den Kurs — ein Forum kann dann mehr ausrichten als ein Quartalsbericht.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Zuerst das, was man anerkennen muss. Das Fundament ist stabil: Die Sparten Gewerbevermietung sowie Landvermietung und -verwaltung (samt Wasserversorgung) brachten im ersten Halbjahr 2026 zusammen rund 6,6 Millionen Dollar wiederkehrenden Umsatz, davon 5,0 Millionen reine Miet- und Pachterlöse (Note 11), die Gewerbeflächen waren zu 93 Prozent belegt, nach 86 Prozent Anfang 2025. Seit Januar 2024 hat das Team 47 neue Mietverträge abgeschlossen. Nach den verheerenden Bränden von Lahaina im August 2023 schuf die Firma in ihren Ladenzeilen Platz für viele Geschäfte, die ihre Räume verloren hatten. Die Gewerbesparte allein erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 ein Betriebsergebnis von 1,8 Millionen Dollar (Note 15).
Die Kehrseite zeigt das Diagramm: Der Umsatz springt mit den Landverkäufen. 2021 waren es 12,4 Millionen Dollar bei 3,4 Millionen Verlust. 2022 kamen 21,0 Millionen Dollar zusammen, weil die Immobiliensparte (Landentwicklung und -verkauf) allein 11,6 Millionen Dollar umsetzte — das einzige Jahr mit Gewinn (1,8 Millionen Dollar). 2023 fiel der Umsatz in der korrigierten Fassung auf 9,3 Millionen Dollar bei 3,1 Millionen Verlust, 2024 lag er bei 11,6 Millionen Dollar bei 7,4 Millionen Verlust. 2025 kamen 19,5 Millionen Dollar zusammen, aber darin steckten 3,4 Millionen Dollar für ein Behelfswohnungsprojekt des Bundesstaats Hawaii, das die Firma zum Selbstkostenpreis verwaltet, und sechs Restgrundstücke für 2,4 Millionen Dollar. Unterm Strich standen 10,6 Millionen Dollar Verlust, davon 6,9 Millionen Dollar Pensionsaufwand, weil die Firma ihren alten Betriebsrentenplan abgewickelt hat — ein einmaliger, größtenteils nicht kassenwirksamer Posten. Ohne ihn bliebe für das ganze Jahr 2025 immer noch ein Verlust von rund 3,7 Millionen Dollar.
Im ersten Halbjahr 2026 fiel der Umsatz auf 7,1 Millionen Dollar, nach 10,4 Millionen ein Jahr zuvor. Der Grund steht im Bericht: Das Behelfswohnungsprojekt Honokeana liegt seit April 2025 auf Anweisung des Staates still, und Restgrundstücke wurden im Halbjahr keine verkauft. Der Nettoverlust sank auf 3,7 Millionen Dollar, weil der Pensionsaufwand wegfiel. Teurer wurde dagegen der Unterhalt: Die Kosten der Land- und Wassersparte stiegen von 1,7 auf 3,1 Millionen Dollar, die Verwaltungskosten von 2,5 auf 3,0 Millionen. Merke: Ein Vermieter mit stabilen Mieten ist noch kein profitables Unternehmen — wenn das Land, auf dem er sitzt, jedes Jahr mehr kostet, als es einbringt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Die Kasse schrumpft, die Kreditlinie wächst — und die Bank drückte ein Auge zu
Jetzt zur wichtigsten Zahl im Quartalsbericht. Im ersten Halbjahr 2026 flossen aus dem laufenden Geschäft 2,4 Millionen Dollar ab, für Investitionen in Entwicklungsprojekte, Wasseranlagen und die Agavenfarm weitere 3,4 Millionen. Zusammen 5,9 Millionen Dollar in sechs Monaten. Bezahlt wurde das aus der Kasse und mit der Kreditlinie der First Hawaiian Bank: Ende 2024 lagen 6,8 Millionen Dollar in der Kasse bei 3,0 Millionen Kredit, Ende 2025 waren es 5,3 und 4,0 Millionen, Ende März 2026 3,8 und 6,5 Millionen, Ende Juni 2026 nur noch 3,3 Millionen Kasse bei 8,5 Millionen Kredit.
Die gute Nachricht zuerst: Der Rahmen ist groß genug. Im Dezember 2025 hob die Bank ihn von 15 auf 25 Millionen Dollar an und verlängerte ihn bis zum 31. Dezember 2030; zum 30. Juni 2026 waren noch 16,5 Millionen Dollar frei. Der Zins liegt beim Referenzzins der Bank (Prime Rate) minus 1,125 Prozentpunkte, als Sicherheit dienen rund 30.000 Quadratfuß Gewerbeflächen im Kapalua Resort. Die weniger gute Nachricht steht in Note 8:
„The Company received a covenant waiver from the bank for the quarter ended June 30, 2026.“
Übersetzung: „Das Unternehmen erhielt für das Quartal bis zum 30. Juni 2026 von der Bank einen Verzicht auf die Einhaltung von Kreditauflagen.“
— Maui Land & Pineapple Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Note 8
Ein solcher Verzicht („covenant waiver“) heißt: Eine vertraglich vereinbarte Kennzahl wurde nicht eingehalten oder drohte nicht eingehalten zu werden, und die Bank hat beschlossen, daraus keine Folgen zu ziehen. Stell dir einen Vermieter vor, der dir einmal die Mahnung erspart — freundlich, aber er hat sich die Sache notiert. Welche Auflage betroffen war, sagt der Bericht nicht; der Lagebericht desselben Berichts bezieht den Verzicht sogar auf „the six months ended June 30, 2026“, Note 8 nur auf das Quartal. Genannt werden zwei Kennzahlen: mindestens 2,0 Millionen Dollar Liquidität nach der Definition des Kreditvertrags und höchstens 45,0 Millionen Dollar Gesamtverbindlichkeiten. Letztere lagen mit 18,6 Millionen Dollar weit darunter. Zum 31. Dezember 2025 und zum 31. März 2026 meldete die Firma noch, alle Auflagen eingehalten zu haben.
Was bedeutet das in Zeit gerechnet? Beim Tempo des ersten Halbjahres 2026 — rund 2,9 Millionen Dollar Mittelabfluss je Quartal — reichte die Kasse von 3,3 Millionen Dollar allein gut ein Quartal. Zusammen mit dem freien Kreditrahmen von 16,5 Millionen Dollar wären es rechnerisch knapp sieben Quartale, vorausgesetzt, die Bank lässt die Linie offen. Ganz ausschöpfen lässt sich das allerdings nicht: Die Auflage von mindestens 2,0 Millionen Dollar Liquidität bindet einen Teil davon, die tatsächliche Reichweite ist also etwas kürzer. Das Management schreibt im Quartalsbericht, Kasse, laufendes Geschäft und Kreditlinie reichten für die nächsten zwölf Monate. Die Rechnung geht also auf, aber sie geht über die Bank — und über die Landverkäufe, um die es im nächsten Kapitel geht. Merke: Ein Kreditrahmen ist nur so viel wert wie die Bereitschaft der Bank, ihn offen zu halten — und die zeigt sich an den Auflagen.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Über 20 Millionen Dollar Landverkäufe — unterschrieben, aber nicht bezahlt
Die Firma hat einen Plan, wie aus Land Geld werden soll, und die ersten Verträge sind unterschrieben. Laut Ergebnismitteilung vom 14. August 2026 stehen „over $20.0 million in contracted land sales“ in den Büchern, also mehr als 20 Millionen Dollar an vertraglich vereinbarten Landverkäufen. Das ist mehr als der Umsatz eines ganzen Jahres. Im Einzelnen:
- Harvest Church: 6,5 Acres in Kapalua für 10,0 Millionen Dollar (Vertrag vom 3. Dezember 2025). Der Käufer hat eine Genehmigungsphase von 730 Tagen, verlängerbar um dreimal 60 Tage; danach kann er den Kauf durchziehen oder absagen. Den Abschluss erwartet die Firma laut Quartalsbericht für 2027.
- DC Kapalua 1 Property: 8,783 Acres im Ortszentrum von Kapalua für 10,0 Millionen Dollar, dazu bis zu 3,5 Acres Nachbarland für je 1.138.565 Dollar (Vertrag vom 27. Mai 2026). Nach einer Prüfphase von 90 Tagen muss der Käufer die Genehmigungen für sein Bauvorhaben besorgen; gelingt das nicht, können beide Seiten aussteigen.
- Race Randle, der Konzernchef: 30 Acres unbebautes Land in Lahaina für 1,2 Millionen Dollar (Vertrag vom 28. Januar 2026), dazu im nächsten Kapitel mehr.
Gemessen an diesen Verträgen ist Land in Kapalua viel wert: 10 Millionen Dollar für 6,5 Acres sind mehr als 1,5 Millionen Dollar je Acre. Genau das macht die Bilanz so verführerisch. Aber die Verträge haben einen Haken, den die Pflichtmeldungen offen nennen: Sie stehen unter Bedingungen. Bis zum Abschluss fließen nur Anzahlungen — bei Harvest 300.000 Dollar, die der Käufer bei einem Rücktritt in der Regel zurückbekommt. Ob DC Kapalua die Prüfphase mit einer Annahme-Erklärung beendet hat, geht aus den Pflichtmeldungen bis zum 2. Oktober 2026 nicht hervor.
Dass Verträge platzen können, hat die Firma selbst erlebt. Im Dezember 2021 hatte sie für das Projekt Kapalua Central einen Verkaufsvertrag über 40,0 Millionen Dollar geschlossen; am 11. April 2023 bekam sie das Projekt zurück, weil der Käufer die Baufrist aus der Genehmigung für die Küstenzone (Special Management Area) nicht verlängert hatte (Geschäftsbericht 2025, Item 1). Auch das Behelfswohnungsprojekt Honokeana, das 2025 noch 3,4 Millionen Dollar Umsatz brachte, liegt still, und der Staat hat laut Quartalsbericht nicht gesagt, wann es weitergeht. Größter Hoffnungsträger jenseits der Grundstücke ist eine nicht bindende Absichtserklärung mit dem County of Maui vom 18. Mai 2026 über den Verkauf oder die Verpachtung von Grundstücken und Wasseranlagen in West-Maui und im Hochland — ohne festen Preis (bewertet werden soll nach Gutachten) und mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass es keine Gewissheit für einen Abschluss gibt (8-K vom 19. Mai 2026). Merke: Ein unterschriebener Kaufvertrag mit Rücktrittsrecht ist eine Option des Käufers, keine Einnahme des Verkäufers.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Ein Grundstück für den Chef — und Berichte, die nicht zusammenpassen
Am 28. Januar 2026 schloss die Firma mit ihrem eigenen Konzernchef Race Randle einen Kaufvertrag über 30 Acres unbebautes Land in Lahaina, auf denen er einen Hof und sein Wohnhaus bauen will; den Abschluss erwartet die Firma wie bei den anderen Verträgen für 2027 (Lagebericht im Quartalsbericht 10-Q). Ein Geschäft mit dem Chef ist nicht verboten, aber es verlangt besondere Sorgfalt, und die Firma beschreibt sie: Der Verwaltungsrat ließ ein unabhängiges Gutachten erstellen, das bestätigt, dass der Preis von 1,2 Millionen Dollar über dem damaligen Marktwert liegt. Nach fünf Jahren muss Randle nachzahlen, falls das Land dann mehr wert ist; er muss dort dauerhaft wohnen, sonst darf die Firma zurückkaufen; und verkauft er vor dem zehnten Jahr, geht ein abnehmender Teil des Gewinns an die Firma (Quartalsbericht 10-Q, Note 18). Das ist sorgfältig geregelt. Gerechnet sind es rund 40.000 Dollar je Acre — unbebautes Land für Hof und Wohnhaus ist eben etwas anderes als erschlossenes Bauland in Kapalua.
Irritierend ist etwas anderes: Im Lagebericht desselben Quartalsberichts heißt es plötzlich „$1.2 million purchase agreement with Race A, Randle for a 3-acre parcel“ — 3 Acres statt 30. Das ist vermutlich ein Tippfehler, aber es ist nicht der einzige. Im Geschäftsbericht für 2025 beschreibt die Firma ihre Prüfung der internen Kontrollen „as of December 31, 2024“, also mit dem Datum des Vorjahres. Derselbe Bericht nennt im Text einen Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft von 0,2 Millionen Dollar, die Kapitalflussrechnung weist 2,1 Millionen aus. Und der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 spricht von „over $11.0 million in contracted land sales“ — derselbe Wert wie im Quartal davor —, während die Ergebnismitteilung desselben Tages mehr als 20 Millionen nennt.
Keine dieser Unstimmigkeiten verändert Gewinn oder Kasse. Aber sie stehen in einer Reihe mit einem ernsteren Vorgang aus dem Januar 2025:
„On January 3, 2025, following receipt of a further comment letter, in which the SEC informed the Company it disagreed with its materiality conclusion, the Board, after discussions with senior management, Accuity LLP, the Company’s independent registered public accounts (“Accuity”), and outside counsel, concluded that the Company’s previously issued audited consolidated financial statements as of and for the fiscal year ended December 31, 2023, should no longer be relied upon as a result of the error in recognition of operating revenue described above.“
Übersetzung: „Am 3. Januar 2025 kam der Verwaltungsrat nach einem weiteren Schreiben der SEC, in dem diese der Einschätzung des Unternehmens zur Wesentlichkeit widersprach, und nach Gesprächen mit der Geschäftsführung, dem Abschlussprüfer Accuity LLP und externen Anwälten zu dem Schluss, dass man sich auf den geprüften Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 wegen des oben beschriebenen Fehlers bei der Umsatzerfassung nicht mehr verlassen kann.“
— Maui Land & Pineapple Company, SEC-Pflichtmeldung 8-K vom 10. Januar 2025, Item 4.02
Zur Einordnung: Es ging um 1,6 Millionen Dollar, die als Umsatz statt als Veräußerungsgewinn gebucht waren. Verlust, Eigenkapital und Kasse blieben gleich, und die Firma hat den Abschluss im Februar 2025 berichtigt (10-K/A). Die Firma hatte den Fehler zunächst für unwesentlich gehalten; die SEC widersprach. Das allein ist kein Skandal. Aber für einen Anleger, dessen ganzes Argument der Wert des Landes ist, sind sorgfältige Zahlen kein Detail. Laut Quartalsbericht hat die Firma zuletzt mehr Geld für Abschlussprüfung und interne Revision ausgegeben. Merke: Kleine Fehler in Pflichtberichten beweisen nichts — aber wer viele davon findet, sollte die großen Zahlen besonders genau prüfen.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Großaktionär hat einen großen Teil seiner Aktien verpfändet
Steve Case ist seit Dezember 2008 im Verwaltungsrat und hält laut Vollmachts-Erklärung vom 9. April 2026 12.060.321 Aktien, das sind 60,7 Prozent. Für Kleinaktionäre hat ein solcher Ankeraktionär zwei Seiten: Er sorgt für Stabilität, und ohne ihn ist keine Übernahme möglich. In derselben Erklärung steht aber auch das:
„Currently Mr. Case has pledged an aggregate of 8,993,750 shares as collateral security for certain obligations to Bank of Hawaii and First Hawaiian Bank.“
Übersetzung: „Derzeit hat Herr Case insgesamt 8.993.750 Aktien als Sicherheit für bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber der Bank of Hawaii und der First Hawaiian Bank verpfändet.“
— Maui Land & Pineapple Company, SEC-Vollmachts-Erklärung DEF 14A vom 9. April 2026, Abschnitt „No Hedging or Pledging Policy“
8.993.750 Aktien sind rund 45 Prozent aller ausstehenden Aktien und etwa drei Viertel seines eigenen Pakets; zum Schlusskurs vom 1. Oktober 2026 entspricht das rund 142 Millionen Dollar. 3.000.000 davon liegen bei der First Hawaiian Bank — derselben Bank, die der Firma die Kreditlinie gibt. Die Firma ordnet das sachlich ein: Die Kredite dienten vor allem privaten Investitionen und der Nachlassplanung, Case habe versichert, sie ohne Rückgriff auf die Aktien bedienen zu können, und die Ausschüsse wollen mit ihm daran arbeiten, die Verpfändung über die Zeit zu verringern. Für dich als Aktionär heißt das nicht, dass etwas passieren wird. Es heißt nur: Sollte eine Bank die Sicherheit jemals verwerten müssen, käme ein Paket auf den Markt, das mehr als anderthalbmal so groß ist wie der gesamte Jahreshandel — bei rund 21.000 gehandelten Aktien pro Handelstag (2025). Merke: Ein großer Ankeraktionär gibt Halt — es sei denn, der Anker liegt selbst bei einer Bank.
Bewertung: rund 313 Millionen Dollar für eine Firma mit 31 Millionen Dollar Eigenkapital
Zum Schlusskurs von 15,78 Dollar am 1. Oktober 2026 und 19.859.155 Aktien (6. August 2026, Deckblatt des Quartalsberichts) ist Maui Land & Pineapple rund 313 Millionen Dollar wert — eine eigene Rechnung zum Stichtag. Alle Rechnungen dieses Textes beruhen auf diesem Schlusskurs vom 1. Oktober 2026; der Kurskasten oben auf der Seite zeigt den jeweils neuesten Stand. Das Eigenkapital lag zum 30. Juni 2026 bei 31,1 Millionen Dollar, also rund 1,56 Dollar je Aktie: Der Kurs entspricht etwa dem Zehnfachen des Buchwerts. Der Umsatz der vergangenen vier Quartale lag bei rund 16,1 Millionen Dollar; der Börsenwert ist also das 19-Fache davon. Einen Gewinn, an dem man den Preis messen könnte, gibt es nicht.
Klassische Kennzahlen greifen hier aber zu kurz, denn die Bilanz kennt den Wert des Landes nicht. Rechne es einmal anders herum: Ziehst du Kasse ab und Schulden hinzu, bewertet die Börse das Unternehmen mit rund 319 Millionen Dollar. Verteilt auf alle 22.215 Acres sind das gut 14.000 Dollar je Acre — das klingt nach wenig. Nur ist fast die Hälfte Schutzgebiet, das sich nicht bebauen lässt, und ein großer Teil Agrarland. Zum Vergleich: Für 30 Acres unbebautes Land soll der Chef laut Kaufvertrag rund 40.000 Dollar je Acre zahlen. Das eigentliche Bauland sind 861 Acres; legt man den ganzen Unternehmenswert von rund 319 Millionen Dollar allein darauf um, wären es rund 370.000 Dollar je Acre, also nicht einmal ein Viertel dessen, was Harvest für Land im Kapalua Resort zahlen will. Aber dieses Bauland muss noch erschlossen, genehmigt und verkauft werden, und das kostet Jahre und Geld. Die Börse zahlt also nicht für das heutige Geschäft, sondern für die Geduld, bis das Land verkauft ist. Wie ein anderer Hawaii-Wert mit den Folgen der Brände von 2023 ringt, zeigt unsere Hawaiian-Electric-Aktienanalyse; dass der Tourismus auf Maui sich erholt, lässt sich an den Hotelzahlen in unserer Host-Hotels-Aktienanalyse ablesen.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Maui Land & Pineapple spricht:
- 22.215 Acres auf Maui, überwiegend zu Kosten von 1911 bis 1932 bilanziert; Bauland in Kapalua erzielt in aktuellen Verträgen mehr als 1 Million Dollar je Acre.
- Stabile Erträge: 6,6 Millionen Dollar wiederkehrender Umsatz aus Vermietung, Pacht und Wasserversorgung im ersten Halbjahr 2026, Gewerbeflächen zu 93 Prozent vermietet (30. Juni 2026).
- Mehr als 20 Millionen Dollar an unterschriebenen Landverkäufen, mehr als ein Jahresumsatz.
- Kreditrahmen von 25 Millionen Dollar bis Ende 2030, davon 16,5 Millionen frei (30. Juni 2026); Gesamtverbindlichkeiten nur 18,6 Millionen Dollar.
- Mögliche Verwertung der Wasseranlagen über die Absichtserklärung mit dem County of Maui (18. Mai 2026).
Was dagegen spricht:
- Verlust in jedem Jahr seit 2023, zuletzt 3,7 Millionen Dollar im ersten Halbjahr 2026; Mittelabfluss aus Geschäft und Investitionen 5,9 Millionen Dollar in sechs Monaten.
- Kasse von 3,3 Millionen Dollar, Kreditlinie mit 8,5 Millionen gezogen; Verzicht der Bank auf die Kreditauflagen für das Quartal bis 30. Juni 2026.
- Die großen Landverkäufe stehen unter Genehmigungsvorbehalt, den Abschluss erwartet die Firma für 2027; ein Verkaufsvertrag über 40 Millionen Dollar ist 2023 schon einmal geplatzt.
- Wiederholte Unstimmigkeiten in den Pflichtberichten und eine Korrektur des Abschlusses 2023 nach Widerspruch der SEC.
- Großaktionär mit 60,7 Prozent, davon rund 45 Prozent aller Aktien verpfändet; sehr dünner Handel.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Grundbuch-Falle. Ja, Maui Land & Pineapple besitzt etwas, das man nicht nachbauen kann: einen großen Teil von West-Maui, bilanziert zu Preisen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Daran ist nichts falsch, und es ist wahrscheinlich viel mehr wert als die 7,8 Millionen Dollar, die in der Bilanz stehen. Aber zwischen Grundbuch und Konto liegt ein langer Weg: Genehmigungen, Käufer, die abspringen dürfen, Wasserleitungen, die repariert werden müssen, und ein Geschäft, das in der Zwischenzeit jedes Quartal Geld verbraucht. Für das Quartal bis Juni 2026 hat die Bank auf die Einhaltung ihrer Kreditauflagen verzichtet; Anfang 2025 musste die Firma nach Widerspruch der SEC einen Abschluss korrigieren. Frag bei jeder Landbank nicht nur, was das Land wert ist — sondern wer die Jahre bezahlt, bis es verkauft ist. Die nächsten Prüfsteine: der Quartalsbericht zum 30. September 2026, der zeigt, ob die Kreditauflagen wieder eingehalten werden und wie weit die Kreditlinie gezogen ist; die Frage, ob DC Kapalua nach der Prüfphase am Kauf festhält; und jede Nachricht zu den Wasseranlagen. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- Maui Land & Pineapple Company — Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht am 14. August 2026) — jüngster Periodenbericht: Aktienzahl, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Landbestand (Note 3), Kreditlinie und Covenant-Verzicht (Note 8), Rechtsstreitigkeiten (Note 10), Segmente (Note 15), Landverkauf an den Konzernchef (Note 18), Lagebericht
- Maui Land & Pineapple Company — Ergebnismitteilung zum ersten Halbjahr 2026, Pflichtmeldung 8-K vom 14. August 2026, Anlage 99.1
- Maui Land & Pineapple Company — Geschäftsbericht 10-K für 2025 (bei der SEC am Abend des 31. März 2026 nach Annahmeschluss eingegangen, Eingangsdatum 1. April 2026) und die vorsorglich nachgereichte Fristverlängerungs-Meldung NT 10-K; Geschäftsbericht 10-K für 2024; geänderter Geschäftsbericht 10-K/A für 2023; Geschäftsbericht 10-K für 2022 (Zahlen 2021 und 2022)
- Maui Land & Pineapple Company — Quartalsberichte 10-Q zum 31. März 2026, 30. September 2025 und 30. Juni 2025
- Maui Land & Pineapple Company — Vollmachts-Erklärung zur Hauptversammlung (DEF 14A) vom 9. April 2026 (Aktionärsstruktur, Verpfändung, Vergütung)
- Maui Land & Pineapple Company — Pflichtmeldungen 8-K vom 10. Januar 2025 (Item 4.02, Abschluss 2023), 9. Dezember 2025 (Harvest), 29. Dezember 2025 (Kreditlinie), 3. Februar 2026 (Landverkauf an den Konzernchef), 19. Mai 2026 (Absichtserklärung County of Maui), 2. Juni 2026 (DC Kapalua 1 Property) und 9. Juni 2026 (neuer Investitionschef)
- Schlusskurse vom 30. August 2024, 20. November 2025, 26. Juni 2026 und 1. Oktober 2026: Quelle: Fundamentaldaten. Börsenwert, Unternehmenswert, Kennzahlen, Werte je Acre und Reichweite selbst berechnet. Mehrjahreswerte: Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q).
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 12,4 | 21,0 | 10,9 | 11,6 | 19,5 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 1,6 | 9,6 | -3,3 | -7,4 | -4,5 |
| Nettogewinn | -3,4 | 1,8 | -3,1 | -7,4 | -10,6 |
| Nettomarge | -27,5 % | 8,5 % | -28,2 % | -63,9 % | -54,4 % |
| Gewinn je Aktie | -0,18 $ | 0,09 $ | -0,16 $ | -0,38 $ | -0,53 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Substanz positiv
- 22.215 Acres auf Maui, überwiegend zu Kosten von 1911 bis 1932 bilanziert; Bauland in Kapalua erzielt in Verträgen von 2025/2026 mehr als 1 Mio. USD je Acre.
- Wiederkehrende Erträge positiv
- 6,6 Mio. USD Umsatz aus Gewerbe- und Landvermietung samt Wasserversorgung im ersten Halbjahr 2026, davon 5,0 Mio. USD Miet- und Pachterlöse; Gewerbeflächen zu 93 % vermietet (30.06.2026).
- Ertragskraft negativ
- Verlust in jedem Jahr seit 2023; erstes Halbjahr 2026: 3,7 Mio. USD Verlust, 5,9 Mio. USD Mittelabfluss aus Geschäft und Investitionen.
- Liquidität negativ
- Kasse 3,3 Mio. USD, Kreditlinie 8,5 Mio. USD gezogen, 16,5 Mio. USD frei; Covenant-Verzicht der Bank für das Quartal bis 30.06.2026.
- Landverkäufe neutral
- Mehr als 20 Mio. USD unterschrieben (Ergebnismitteilung vom 14.08.2026), aber unter Genehmigungsvorbehalt; Abschluss laut Firma für 2027 erwartet.
- Berichtsqualität und Eigentümer negativ
- Korrektur des Abschlusses 2023 nach Widerspruch der SEC (8-K 4.02 vom 10.01.2025), mehrere Unstimmigkeiten in den Berichten 2025/2026; 45 % aller Aktien vom Großaktionär verpfändet.
Maui Land & Pineapple sitzt auf einer seltenen Landreserve, die in der Bilanz weit unter Wert stehen dürfte, und auf stabilen Mieteinnahmen. Das Gesamtgeschäft verbraucht aber Geld, die Kasse schrumpft, die Bank verzichtete für das zweite Quartal 2026 auf die Einhaltung ihrer Kreditauflagen, und die großen Landverkäufe sind erst unterschrieben, nicht bezahlt. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb, weil offen ist, ob die Firma ihr Land schneller zu Geld macht, als das laufende Geschäft Geld verbraucht: Die Kasse fiel bis 30. Juni 2026 auf 3,3 Millionen Dollar, die Bank verzichtete für das zweite Quartal auf ihre Kreditauflagen, und die großen Verkäufe stehen unter Vorbehalt. Ein Substanzrisiko ist nicht belegt — die Verbindlichkeiten von 18,6 Millionen Dollar sind klein gegen Vermögen und Landreserve, die Kreditlinie läuft bis 2030 mit 16,5 Millionen Dollar freiem Rahmen. Ob der Preis angemessen ist, beantwortet diese Einstufung nicht.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Fassung vom 2. Oktober 2026 auf Basis des Quartalsberichts 10-Q zum 30.06.2026 (jüngster Periodenbericht, eingereicht am 14.08.2026), der Ergebnismitteilung vom selben Tag, des Geschäftsberichts 10-K für 2025 und aller SEC-Meldungen bis 02.10.2026 (nach dem 14.08.2026 keine weitere Meldung). Anlass war der Reddit-Hype-Teil des hauseigenen Aktien-Scanners, kein Kennzahlen-Treffer.
- Nicht zu verwechseln: Der Ticker MLP steht hier für Maui Land & Pineapple Company, Inc., nicht für die Abkürzung „MLP“ (Master Limited Partnership), unter der in den USA börsennotierte Kommanditgesellschaften firmieren. Die Gesellschaft ist seit Juli 2022 in Delaware eingetragen, die SEC-Datenbank führt noch Hawaii als Sitzstaat.
- Kursanker ist der Schlusskurs von 15,78 US-Dollar am 01.10.2026 (Quelle: Fundamentaldaten). Börsenwert, Unternehmenswert, Vielfache, Werte je Acre und Reichweite sind selbst berechnet; die Reichweite unterstellt den Mittelabfluss des ersten Halbjahres 2026 ohne Landverkäufe.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 3. Oktober 2026. Was sich seitdem bei MLP geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.
Die komplette Analyse als PDF für später
Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu Maui Land & Pineapple (MLP) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.
Häufige Fragen
Maui Land & Pineapple ist ein Grundbesitzer auf der Hawaii-Insel Maui. Die Firma vermietet rund 247.000 Quadratfuß Gewerbeflächen, verpachtet Agrarland, betreibt Wasseranlagen, entwickelt und verkauft Grundstücke im Kapalua Resort und baut Agaven an. Ananas baut sie nicht mehr an. Zum 30. Juni 2026 besaß sie 22.215 Acres.
Nein. Seit 2023 schreibt die Firma in jedem Jahr Verlust: 2025 waren es 10,6 Millionen Dollar, darin 6,9 Millionen Pensionsaufwand, im ersten Halbjahr 2026 3,7 Millionen Dollar. Der einzige Gewinn der Jahre 2021 bis 2025 gelang 2022 mit 1,8 Millionen Dollar, getragen von 11,6 Millionen Dollar Umsatz der Immobiliensparte.
Der Großteil der 22.215 Acres wurde zwischen 1911 und 1932 erworben und steht nach US-Bilanzregeln bis heute zu den damaligen Anschaffungskosten in den Büchern, insgesamt 7,8 Millionen Dollar für den Grund und Boden (30. Juni 2026). Ein höherer Marktwert wird erst sichtbar, wenn Land verkauft wird.
Für das Quartal bis 30. Juni 2026 hat die First Hawaiian Bank darauf verzichtet, aus ihren Kreditauflagen Folgen zu ziehen. Welche Auflage betroffen war, nennt der Quartalsbericht nicht; vereinbart sind mindestens 2,0 Millionen Dollar Liquidität und höchstens 45 Millionen Dollar Verbindlichkeiten. Zum 31. März 2026 wurden alle Auflagen noch eingehalten.
Größter Aktionär ist Steve Case mit 12.060.321 Aktien oder 60,7 Prozent (Stand 2. April 2026). Verwaltungsrat und Führung halten zusammen 68,6 Prozent. Case hat 8.993.750 Aktien bei der Bank of Hawaii und der First Hawaiian Bank als Sicherheit für Kredite verpfändet, die laut Firma vor allem privaten Investitionen und der Nachlassplanung dienen.
Nein. Laut Geschäftsbericht 2025 hat die Firma seit März 2001 keine Dividende mehr gezahlt und plant derzeit keine. Der Kreditvertrag mit der First Hawaiian Bank verbietet Bardividenden ohne vorherige Zustimmung der Bank.
Fehler gefunden?
Dir ist in dieser Analyse ein sachlicher Fehler, eine veraltete Zahl oder ein Tippfehler aufgefallen? Schreib es kurz rein — Deine Meldung geht direkt an die Redaktion.