Duolingo: 414 Millionen Gewinn — und 256,7 Millionen davon kamen vom Finanzamt
Duolingo hat 2025 die Milliardengrenze geknackt: 1.037,6 Millionen US-Dollar Umsatz, 414,1 Millionen Gewinn, 56,5 Millionen Menschen lernen täglich mit der App. Genau deshalb steht die Aktie in der Bestenliste unseres Scanners. Im Geschäftsbericht vom 27. Februar 2026 steht aber auch, woher dieser Gewinn kam: 256,7 Millionen waren eine einmalige Steuerbuchung. Und die tatsächlich kassierten Beträge wachsen nur noch halb so schnell wie der ausgewiesene Umsatz. Keine Empfehlung — nur die Frage, was übrig bleibt, wenn die Steuerbuchung verbraucht ist.
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Duolingo hat eine Anleger-Falle erfunden, ohne es zu merken — und sie dann selbst ins eigene Produkt eingebaut. Sie heißt Streak, auf Deutsch: die Serie. Wer 400 Tage hintereinander eine Lektion gemacht hat, macht auch am 401. Tag eine, obwohl er müde ist, obwohl es spät ist, obwohl er das Spanisch nie brauchen wird. Nicht weil er lernen will, sondern weil er die Serie nicht reißen lassen will. Genau dieser Reflex sitzt auch in Depots. Eine Firma, die zwölf Quartale in Folge liefert, fühlt sich an, als könne sie gar nicht mehr aufhören zu liefern — und wenn die Serie dann doch reißt, fühlt sich das wie ein Irrtum des Marktes an, nicht wie eine Nachricht. Bei Duolingo, Inc. (Nasdaq: DUOL) ist die Serie im vergangenen Jahr gerissen: Das Deckblatt des Geschäftsberichts nennt für den 28. Juni 2025 einen Schlusskurs von 410,02 US-Dollar; rechnerisch stand die Aktie am 24. Juli 2026 bei rund 122 US-Dollar. Machen wir also einen Deal: Bevor wir darüber reden, ob der Markt spinnt, lesen wir gemeinsam, was Duolingo selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 27. Februar 2026 und den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 vom 5. Mai 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser hier erzählt von 56,5 Millionen Menschen, die jeden Tag freiwillig zurückkommen — und von 256,7 Millionen US-Dollar Gewinn, die aus einem Steuerformular kamen.
Was Duolingo eigentlich macht — eine grüne Eule als Abo-Maschine
Duolingo betreibt eine Sprachlern-App, die nichts kostet. Das ist kein Nebensatz, das ist das Geschäftsmodell. Über 250 Kurse, dazu Mathematik, Musik und Schach; jede Lektion dauert ein paar Minuten und ist wie ein Handyspiel aufgebaut. Wer nichts zahlt, sieht am Ende jeder Lektion Werbung. Wer zahlt, bekommt Ruhe und Zusatzfunktionen. Im Fachjargon heißt das Freemium; im Alltagsbild ist es die Bäckerei, die jeden Morgen kostenlose Brötchenhälften verteilt und darauf setzt, dass genug Leute irgendwann das ganze Brot kaufen. Zum 31. Dezember 2025 taten das rund 9 Prozent der monatlichen Nutzer.
Die Größenordnung ist bemerkenswert. Im ersten Quartal 2026 öffneten 137,8 Millionen Menschen die App mindestens einmal im Monat und 56,5 Millionen jeden Tag; 12,5 Millionen zahlten ein Abo. Der Geschäftsbericht nennt eine Zahl, die das Suchtpotenzial der Serie beziffert: Zum 31. Dezember 2025 hatten rund 43 Millionen tägliche Nutzer eine Lernserie von mindestens sieben Tagen — und rund 15 Millionen eine von mindestens 365 Tagen. Fünfzehn Millionen Menschen haben ein Jahr lang keinen einzigen Tag ausgelassen.
Verkauft wird das in drei Stufen: Super Duolingo (werbefrei, seit 2021 auch als Familienplan für bis zu sechs Personen), Duolingo Max (teurer, mit KI-Funktionen) und der Duolingo English Test, eine Online-Sprachprüfung, die Universitäten für Zulassungen akzeptieren. 2025 kamen 873,4 Millionen US-Dollar der 1.037,6 Millionen Umsatz aus Abos, 79,7 Millionen aus Werbung, 42,0 Millionen aus dem English Test, 40,5 Millionen aus In-App-Käufen und 1,9 Millionen aus Sonstigem. Nur ein Posten davon schrumpfte: der English Test, 2024 noch bei 45,6 Millionen.
Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Duolingo hat 2025 den größten Gewinn seiner Geschichte ausgewiesen — und knapp zwei Drittel davon kamen nicht aus dem Geschäft, sondern aus einer einmaligen Steuerbuchung. Gleichzeitig wächst der Vorlaufindikator des Geschäfts nur noch halb so schnell wie der Umsatz. Wie schnell aus einer wachsenden Nutzerzahl eine stagnierende werden kann, haben wir in unserer Analyse zu Nextdoor auseinandergenommen.
Wo die Aktie auf unseren Tisch kam
Der Aufhänger ist keine Kursbewegung, sondern eine Bilanzliste. Der hauseigene Aktien-Scanner führt Duolingo in der US-Auswahl des Fundamental-Rankings — jener Liste, die Firmen nach der Güte ihrer Zahlen sortiert, nicht nach ihrem Chartbild (Stand 26. Juli 2026; die Listen werden täglich neu berechnet). Zum selben Stichtag erfüllen 38 US-Titel die Kriterien dieser Liste; die Seite zeigt die ersten 25 davon. Nachmachen kannst du das in drei Klicks: Aktien-Scanner öffnen, die Liste „Fundamental Rank (A / A+)“ wählen, Markt USA.
Interessant ist die Konfluenz — und ihre Widersprüchlichkeit. Am 26. Juli 2026 stand DUOL in 16 Listen gleichzeitig, und sie widersprechen einander fast höflich: Buffett-Kriterien (Buffettology), Peter Lynch: PEG ≤ 1, Qualitäts-Aktien und Hohes Umsatzwachstum auf der einen Seite — Fallen Angels, Turnaround-Kandidaten und Short-Squeeze Potential auf der anderen. Übersetzt: Die Zahlen sehen erstklassig aus, der Kurs sieht aus wie ein Unfall. Genau in dieser Lücke liegt diese Analyse.
Drei Kennzahlen aus dem Datenstand vom 24. Juli 2026 gehören dazu, und alle drei werden hier bewertet, nicht nur genannt. Die Eigenkapitalrendite von 37,0 Prozent klingt nach Weltklasse — sie ist es auch, enthält aber denselben Einmal-Steuerposten, um den es gleich geht. Die Verschuldungsquote von 0,068 heißt schlicht: Diese Firma hat keine Bankschulden, nur Mietverträge. Und die Leerverkäufe von 7.494.489 Aktien entsprechen rund 16 Prozent aller ausstehenden Aktien — ungewöhnlich viel für eine Firma, die Geld verdient. Merk dir den Satz: Wenn Qualitätslisten und Turnaround-Listen dieselbe Aktie führen, streiten sich zwei Rechenwege über dieselbe Zahl.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Erst das, was wirklich beeindruckt. Der Umsatz stieg 2025 auf 1.037,6 Millionen US-Dollar — nach 748,0 Millionen (2024) und 531,1 Millionen (2023). Das ist beinahe eine Verdopplung in zwei Jahren, komplett aus eigener Kraft, ohne gekaufte Umsätze. Der Rohertrag lag bei 749,5 Millionen oder 72,2 Prozent vom Umsatz; im ersten Quartal 2026 stieg die Rohmarge auf 73,0 Prozent. Und aus dem Betriebsergebnis wurde in drei Jahren ein Vorzeichenwechsel: minus 13,3 Millionen (2023), plus 62,6 Millionen (2024), plus 135,6 Millionen (2025).
Der Start ins Jahr 2026 setzt das fort. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz auf 292,0 Millionen US-Dollar nach 230,7 Millionen im Vorjahresquartal (+26,5 Prozent), das Betriebsergebnis auf 44,5 Millionen nach 23,6 Millionen. Der operative Cashflow — das Geld, das der laufende Betrieb tatsächlich in die Kasse spült — lag bei 150,8 Millionen US-Dollar nach 105,6 Millionen. Über das ganze Jahr 2025 waren es 387,8 Millionen nach 285,5 Millionen (2024) und 153,6 Millionen (2023).
Und die Bilanz ist die eines Unternehmens, das niemanden um etwas bitten muss. Zum 31. März 2026 lagen 1.138,6 Millionen US-Dollar Zahlungsmittel und weitere 253,3 Millionen in Wertpapieren in den Büchern. Dem stehen an Finanzschulden — nichts gegenüber. Keine Anleihe, kein Kredit, keine Wandelanleihe. Die einzige langfristige Verpflichtung sind 91,9 Millionen US-Dollar Mietleasing. Von den 666,2 Millionen Gesamtverbindlichkeiten sind 513,3 Millionen schlicht im Voraus kassierte Abo-Gebühren, die erst noch als Umsatz verbucht werden. Das Eigenkapital von 1.391,8 Millionen entspricht 67,6 Prozent der Bilanzsumme.
Ein Detail, das gern übersehen wird: Die gesamte Kasse und alle Wertpapiere zusammen — 1.391,8 Millionen US-Dollar — entsprechen zum 31. März 2026 fast auf den Dollar dem Eigenkapital. Das Unternehmen besteht bilanziell aus Geld und einer Marke.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: 256,7 der 414,1 Millionen Gewinn kamen vom Finanzamt
Der Gewinnsprung von 88,6 auf 414,1 Millionen US-Dollar sieht aus wie der Moment, in dem ein Geschäftsmodell zündet. Er ist zu knapp zwei Dritteln eine Buchung. Duolingo hatte jahrelang Verluste gemacht und die daraus entstandenen Steuerguthaben vorsichtshalber abgeschrieben — im Fachjargon: mit einer Wertberichtigung versehen. Im Alltagsbild: Du hast einen Gutschein über 250 Euro, glaubst aber nicht, dass du ihn je einlösen kannst, und buchst ihn deshalb mit null. Als 2025 klar wurde, dass Duolingo dauerhaft Gewinne macht, wurde der Gutschein wieder auf seinen vollen Wert gesetzt. Die Differenz landete in einem Rutsch im Gewinn.
„During the three months ended September 30, 2025, the Company released the valuation allowance previously recorded against its federal and state DTAs, resulting in a one-time income-tax benefit, net of a return-to-provision adjustment, in the period of $256.7 million.“
Übersetzung: „Im Dreimonatszeitraum bis zum 30. September 2025 löste das Unternehmen die zuvor gebildete Wertberichtigung auf seine bundes- und einzelstaatlichen latenten Steueransprüche auf; daraus ergab sich in der Periode ein einmaliger Steuerertrag von 256,7 Millionen US-Dollar, nach Verrechnung einer Anpassung aus der Steuererklärung.“
— Duolingo, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Anhang zu den Ertragsteuern
Was bleibt ohne diesen Posten? Vor Steuern verdiente Duolingo 2025 genau 182,4 Millionen US-Dollar — bei 1.037,6 Millionen Umsatz sind das 17,6 Prozent. Zieht man vom ausgewiesenen Nettogewinn die 256,7 Millionen ab, bleiben rund 157 Millionen. Und beim Steuersatz kippt das Bild bereits: 2025 stand in der Gewinn- und Verlustrechnung gar kein Steueraufwand, sondern ein Steuerertrag von 231,7 Millionen US-Dollar — die effektive Steuerquote lag damit bei minus 127,0 Prozent. 2024 waren es 13,4 Prozent, 2023 9,6 Prozent. Im ersten Quartal 2026 zahlte Duolingo dagegen 21,8 Prozent — mehr als den US-Bundessatz von 21,0 Prozent. Der Rückenwind ist also nicht nur einmalig, er dreht sich.
Fairerweise gehört die andere Hälfte dazu, und sie ist besser als ihr Ruf: Hinter der Buchung steht ein echter Vorteil. Zum 31. März 2026 standen 217,8 Millionen US-Dollar latente Steueransprüche in der Bilanz, die künftige Gewinne von Steuern freistellen. Im ersten Quartal 2026 wies Duolingo zwar 12,1 Millionen Steueraufwand aus — tatsächlich in bar gezahlt wurden 19.000 US-Dollar. Der Gewinnsprung war eine Einmalbuchung. Der Steuervorteil dahinter ist echt und wird noch Jahre wirken.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Umsatz wächst doppelt so schnell wie das, was tatsächlich kassiert wird
Duolingo verkauft überwiegend Jahresabos. Das Geld kommt sofort, der Umsatz wird über zwölf Monate verteilt. Deshalb stehen im Quartalsbericht zwei Wachstumszahlen nebeneinander — und im ersten Quartal 2026 gehen sie weit auseinander. Der ausgewiesene Umsatz stieg um 26,5 Prozent auf 292,0 Millionen US-Dollar. Die Gesamt-Bookings, also die tatsächlich abgerechneten Beträge, stiegen nur um 13,6 Prozent auf 308,5 Millionen (Vorjahresquartal: 271,6 Millionen).
Im Alltagsbild: Bookings sind der Bestellzettel, der Umsatz ist der Teller, der später serviert wird. Wenn die Küche noch aus den Bestellungen von vor einem Jahr kocht, sieht die Bilanz gut aus — aber am Tresen wird es leerer. Über das Gesamtjahr 2025 war die Lage noch anders herum: Bookings 1.158,4 Millionen US-Dollar nach 870,6 Millionen, also plus 33 Prozent. Der Bruch kam erst zuletzt.
Die dritte Zahl aus demselben Bericht macht das Bild komplett: Die monatlichen Nutzer wuchsen nur noch um 5,8 Prozent auf 137,8 Millionen, während die täglichen um 21,2 Prozent auf 56,5 Millionen zulegten. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht in einem Satz. Gut: Wer da ist, bleibt und nutzt intensiver. Schlecht: Oben kommt kaum noch jemand nach. Ein Freemium-Trichter, in den weniger hineinläuft, kann unten nur so lange mehr ausschütten, wie sich der Bestand noch stärker melken lässt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: 85 Prozent des Geldes fließen durch fremde Kassen
Im Anhang des Geschäftsberichts steht ein Satz, der die Machtverhältnisse dieses Geschäftsmodells in einer Zeile zusammenfasst: Apple wickelte 2025 61,6 Prozent, Google 23,4 Prozent und Stripe 10,3 Prozent des Gesamtumsatzes ab. Zusammen 95,3 Prozent, davon 85,0 Prozent über die beiden App-Store-Betreiber. Im Jahr davor waren es 60,8, 23,4 und 11,7 Prozent — der Anteil von Apple ist also sogar gestiegen.
Das ist keine bloße Zahlungsabwicklung. Apple und Google bestimmen die Provision, die Abo-Regeln und die Sichtbarkeit im Store. Die schöne Rohmarge von 72,2 Prozent ist bereits nach Abzug dieser Gebühren entstanden — über ihre Höhe entscheiden aber zwei Konzerne, die beide selbst KI-Assistenten mit Sprachfunktionen bauen. Wenn du wissen willst, wie schnell eine Plattformregel ein Geschäftsmodell verändern kann, hilft ein Blick auf unsere Analyse zu Digital Turbine, deren Geschäft komplett auf App-Store-Ökosystemen aufsetzt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Ein Achtel des Umsatzes wird in eigenen Aktien bezahlt
Duolingo zahlte seinen Leuten 2025 137,4 Millionen US-Dollar in Form von Aktien — 13,2 Prozent des Umsatzes. Das ist kein Geldabfluss und schmälert deshalb den viel gelobten freien Mittelzufluss nicht. Es schmälert etwas anderes: dein Stück vom Kuchen. Jede neue Aktie an Mitarbeiter macht deinen Anteil ein Stück kleiner; das nennt man Verwässerung.
Sichtbar wird der Effekt in der Kennzahl, die Duolingo selbst am liebsten zeigt: Das bereinigte EBITDA von 305,9 Millionen US-Dollar (2025) entsteht unter anderem dadurch, dass 148,6 Millionen an aktienbasierter Vergütung und zugehörigen Kosten wieder hinzugerechnet werden. Fast die Hälfte dieser Schmuckzahl ist also das, was die Mitarbeiter in Aktien bekommen haben. Dieselbe Rechnung beim freien Mittelzufluss: Bei 360,4 Millionen entspricht der Börsenwert von rund 5,7 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026) dem 15,8-Fachen — zieht man die 137,4 Millionen Aktienvergütung ab, bleiben 223,0 Millionen und der Börsenwert entspricht dem 25,5-Fachen.
Die KI-Frage: Duolingo verkauft sie und fürchtet sie im selben Bericht
Bei kaum einer anderen Firma steht künstliche Intelligenz so quer im Geschäftsmodell. Auf der einen Seite ist KI eine Umsatzquelle. Die teurere Abostufe Duolingo Max wird im Geschäftsbericht ausdrücklich darüber definiert, dass sie „zusätzliche Funktionen und Übungen“ enthält, die von KI-Technologie angetrieben werden. Der Duolingo English Test läuft im Bericht unter der Überschrift „KI-gesteuerte Sprachprüfung“ und brachte 2025 rund 4,0 Prozent des Gesamtumsatzes. Lernfunktionen wie Roleplay, Explain My Answer und Video Call sind allesamt KI-gestützt.
„We believe rapid advances in Artificial Intelligence (“AI”) will fundamentally change the way people learn. As a technology company and global education platform, we believe we are well positioned to play a leading role in this innovation. AI plays an increasingly important role in how we provide effective learning experiences and generate content at scale.“
Übersetzung: „Wir glauben, dass rasche Fortschritte in der künstlichen Intelligenz („KI“) die Art und Weise, wie Menschen lernen, grundlegend verändern werden. Als Technologieunternehmen und globale Bildungsplattform glauben wir, dass wir gut aufgestellt sind, um eine führende Rolle in dieser Innovation zu spielen. KI spielt eine immer wichtigere Rolle dabei, wie wir wirksame Lernerfahrungen bereitstellen und Inhalte in großem Maßstab erzeugen.“
— Duolingo, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 Geschäftstätigkeit
Auf der anderen Seite steht dieselbe Technologie im Risikokapitel — zweimal. Einmal als eigenes Umsetzungsrisiko: Die Entwicklung und Nutzung von KI-Technologien, auch solcher von Dritten, sei „möglicherweise nicht erfolgreich“ und könne die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Und einmal, im Wettbewerbskapitel, als das Szenario, das den Aktienkurs seit einem Jahr drückt:
„It is possible that a new product could gain rapid scale at the expense of existing brands through harnessing a new technology (such as generative artificial intelligence “GenAI”)), or a new or existing distribution channel, creating a new or different approach to connecting people or some other means.“
Übersetzung: „Es ist möglich, dass ein neues Produkt auf Kosten bestehender Marken rasch Größe erlangt, indem es sich eine neue Technologie (etwa generative künstliche Intelligenz, „GenAI“) oder einen neuen oder bestehenden Vertriebsweg zunutze macht und damit einen neuen oder andersartigen Weg schafft, Menschen zu verbinden, oder auf sonstige Weise.“
— Duolingo, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 Wettbewerb (Klammersetzung wie im Original)
Beide Sätze stehen im selben Dokument, geschrieben von denselben Leuten. Das ist keine Widersprüchlichkeit, das ist eine ehrliche Beschreibung der Lage: Wer Sprachunterricht per Chatbot verkaufen will, muss besser sein als der Chatbot, den es kostenlos gibt. Duolingos Antwort darauf ist nicht die Technik, sondern die Gewohnheit — 15 Millionen Menschen mit einer Serie von über einem Jahr wechseln nicht so leicht. Ob eine Gewohnheit gegen ein besseres Werkzeug hält, ist die eigentliche Frage dieser Aktie. Der Geschäftsbericht beantwortet sie nicht.
Bewertung — zwei Kurs-Gewinn-Verhältnisse für dieselbe Aktie
Hier wird es interessant, denn je nachdem, welchen Gewinn du einsetzt, kommt eine völlig andere Aktie heraus. Bei einem Börsenwert von rund 5,7 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026) und dem ausgewiesenen Gewinn 2025 von 414,1 Millionen ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14. Rechnest du mit dem Gewinn ohne die einmalige Steuergutschrift — rund 157 Millionen —, steht dort eine 36. Beide Zahlen sind rechnerisch korrekt. Nur eine beschreibt das laufende Geschäft.
Die übrigen Maßstäbe liegen dazwischen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beträgt rund 5,2, das Kurs-Buchwert-Verhältnis 4,1, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf die Analystenschätzung für das laufende Jahr 18,1. Der Unternehmenswert nach Abzug der Nettoliquidität entspricht rund dem 4,1-Fachen des Jahresumsatzes 2025. Für eine Firma, die 72 Prozent Rohmarge erzielt, keine Schulden hat und jährlich dreistellige Millionenbeträge an freiem Geld erzeugt, ist das keine Übertreibung — für eine Firma, deren Vorlaufindikator sich halbiert hat, aber auch kein Schnäppchen.
Der Blick der Profis ist ungewöhnlich lauwarm. 23 Analystenstimmen ergeben ein mittleres Kursziel von 113,24 US-Dollar — das liegt unter dem rechnerischen Kurs von rund 122 US-Dollar. Die Verteilung: sechsmal starkes Kaufen, achtmal Kaufen, neunmal Halten, kein einziges Verkaufen. Übersetzt: Niemand will aussteigen, aber niemand traut sich, ein Kursziel über den aktuellen Kurs zu schreiben. Dazu passen die 7.494.489 leerverkauften Aktien, rund 16 Prozent aller ausstehenden Stücke.
Und dann ist da der Rahmen, den das Unternehmen selbst gesetzt hat: ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 400 Millionen US-Dollar, beschlossen als Nachtragsereignis im Geschäftsbericht für 2025. Das sind rund 7 Prozent des Börsenwerts. Im ersten Quartal 2026 wurden daraus 262.000 Aktien für 25,8 Millionen — sechs Prozent des Rahmens in einem Quartal.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Duolingo spricht
- Eine Gewohnheit als Burggraben. 56,5 Millionen tägliche Nutzer im ersten Quartal 2026, rund 15 Millionen davon mit einer Lernserie von über einem Jahr (Stand 31.12.2025). Solche Bindung kauft man nicht mit Werbebudget.
- Eine Bilanz ohne jede Schuld. 1.138,6 Millionen US-Dollar Zahlungsmittel plus 253,3 Millionen Wertpapiere zum 31. März 2026, keine Kredite, 67,6 Prozent Eigenkapitalquote.
- Echtes Geld, nicht nur Buchgewinn. 387,8 Millionen US-Dollar operativer Cashflow 2025 nach 285,5 und 153,6 Millionen in den beiden Jahren davor — dieser Trend enthält keine Steuerbuchung.
- Ein Steuerschild für Jahre. 217,8 Millionen US-Dollar latente Steueransprüche zum 31. März 2026; die tatsächliche Steuerzahlung im ersten Quartal 2026 betrug 19.000 US-Dollar.
- Preisspielraum nach oben. Nur rund 9 Prozent der monatlichen Nutzer zahlten zum 31. Dezember 2025 — und die zahlenden Abos wuchsen im ersten Quartal 2026 immer noch um 21,4 Prozent auf 12,5 Millionen.
Was gegen sie spricht
- Die Gewinnqualität. 256,7 der 414,1 Millionen US-Dollar Gewinn 2025 waren eine einmalige Steuerbuchung; die operative Marge lag bei 13,1 Prozent.
- Die Wachstumsschere. Bookings plus 13,6 Prozent gegen Umsatz plus 26,5 Prozent im ersten Quartal 2026 — der Vorlauf kühlt schneller ab als das Echo.
- Der Trichter oben. Monatliche Nutzer nur noch plus 5,8 Prozent auf 137,8 Millionen.
- Fremde Kassen. 85 Prozent des Umsatzes laufen über Apple und Google, deren Provisionen und Regeln Duolingo nicht bestimmt.
- Die KI-Frage. Duolingo selbst schreibt, ein neues Produkt könne mit generativer KI bestehenden Marken schnell Anteile abnehmen.
- Verwässerung und Stimmrechte. 137,4 Millionen US-Dollar aktienbasierte Vergütung 2025 (13,2 Prozent des Umsatzes); 76,3 Prozent der Stimmrechte lagen zum 31. Dezember 2025 bei Verwaltungsräten, Führungskräften und 5-Prozent-Aktionären.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Serie. Duolingo hat ein Produkt gebaut, das Menschen dazu bringt, 365 Tage am Stück etwas zu tun, was sie eigentlich nicht müssen. Das ist eine echte Leistung, und die Zahlen belegen sie: 137,8 Millionen Menschen im Monat, 1.037,6 Millionen US-Dollar Umsatz, 360,4 Millionen freier Mittelzufluss, null Schulden. Wer diese Firma für eine Modeerscheinung hält, hat den Geschäftsbericht nicht gelesen.
Aber die Serie, um die es an der Börse geht, ist eine andere. Sie heißt: Jedes Quartal wächst schneller als das Erwartete. Diese Serie ist im vergangenen Jahr gerissen — nicht beim Umsatz, sondern eine Ebene darunter, bei den Bookings und den monatlichen Nutzern. Und der Gewinn, der die Aktie in unserer Fundamental-Liste so günstig aussehen lässt, stammt zu knapp zwei Dritteln aus einem Vorgang, der sich nicht wiederholt. Der Markt hat darauf mit einem Kurssturz reagiert, den man im eigenen Geschäftsbericht nachlesen kann: 410,02 US-Dollar am 28. Juni 2025, rechnerisch rund 122 US-Dollar am 24. Juli 2026.
Vielleicht ist das eine Überreaktion. Vielleicht ist es der Anfang der Erkenntnis, dass eine Sprachlern-App in einer Welt, in der jedes Telefon simultan übersetzt, ein anderes Produkt ist als 2021. Beides steht in denselben Unterlagen, und beides ist belegbar. Du hast jetzt beide Seiten gesehen — mit den Originaldokumenten auf dem Tisch. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- Duolingo, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht am 27. Februar 2026)
- Duolingo, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht am 5. Mai 2026)
- Duolingo, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht am 28. Februar 2025)
- Alle SEC-Einreichungen von Duolingo, Inc. (CIK 0001562088) — durchgesehen bis 26. Juli 2026, einschließlich der Meldung 8-K vom 5. Juni 2026 und der Beteiligungsmeldungen vom 6. und 14. Mai 2026
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Bewertung, Analystenschätzungen), Datenstand 24. Juli 2026
- Hauseigener Aktien-Scanner, Liste „Fundamental Rank (A / A+)“, Stand 26. Juli 2026
Journalistische Einordnung, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien können erheblich schwanken, ein Totalverlust ist möglich. Alle Zahlen stammen aus den oben verlinkten Originalquellen und tragen den dort genannten Stichtag; Kennzahlen aus Fundamentaldaten sind mit ihrem Datenstand gekennzeichnet. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Duolingo, Inc.
Unser Fazit auf einen Blick
- Geschäft und Reichweite positiv
- Der Umsatz stieg von 531,1 Millionen US-Dollar (2023) über 748,0 Millionen (2024) auf 1.037,6 Millionen (2025) — in zwei Jahren fast eine Verdopplung, ohne Zukauf. Im ersten Quartal 2026 kamen 26,5 Prozent obendrauf. 137,8 Millionen Menschen öffnen die App im Monat, 56,5 Millionen täglich; rund 15 Millionen davon halten eine Lernserie von über einem Jahr. Diese Gewohnheit ist der eigentliche Burggraben.
- Bilanz und Finanzierung positiv
- Zum 31. März 2026 lagen 1.138,6 Millionen US-Dollar Zahlungsmittel und 253,3 Millionen Wertpapiere in der Bilanz — und keine einzige Zeile Kredit. Die einzige langfristige Verpflichtung sind 91,9 Millionen Mietleasing. Eigenkapitalquote 67,6 Prozent, freier Mittelzufluss 360,4 Millionen im Jahr 2025. Diese Firma braucht niemanden, der ihr Geld leiht.
- Ergebnisqualität negativ
- Vom Nettogewinn 2025 in Höhe von 414,1 Millionen US-Dollar stammen 256,7 Millionen aus der einmaligen Auflösung einer Steuer-Wertberichtigung im dritten Quartal 2025. Vor Steuern blieben 182,4 Millionen — bei 1.037,6 Millionen Umsatz sind das 17,6 Prozent. Die operative Marge lag 2025 bei 13,1 Prozent. Wer das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14 auf den ausgewiesenen Gewinn rechnet, rechnet mit einem Posten, den es nur einmal gab.
- Wachstumsdynamik negativ
- Der Vorlaufindikator kühlt ab. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Gesamt-Bookings nur um 13,6 Prozent auf 308,5 Millionen US-Dollar, während der ausgewiesene Umsatz um 26,5 Prozent zulegte. Die monatlichen Nutzer wuchsen nur noch um 5,8 Prozent (137,8 nach 130,2 Millionen). Der Bestand wird tiefer monetarisiert — der Zulauf oben trocknet aus.
- Abhängigkeiten neutral
- Apple wickelte 2025 61,6 Prozent, Google 23,4 Prozent und Stripe 10,3 Prozent des Umsatzes ab. 85 Prozent des Geldes fließen also durch zwei App-Stores, deren Betreiber Provision, Regeln und Sichtbarkeit bestimmen — und die selbst KI-Assistenten mit Sprachfunktionen bauen. Dazu kommt die Stimmrechtslage: 76,3 Prozent der Stimmen lagen zum 31. Dezember 2025 bei Verwaltungsräten, Führungskräften und 5-Prozent-Aktionären.
- Bewertung neutral
- Bei rund 5,7 Milliarden US-Dollar Börsenwert (Datenstand 24. Juli 2026) ergibt der ausgewiesene Gewinn 2025 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 — ohne die Steuergutschrift sind es rund 36. Der freie Mittelzufluss von 360,4 Millionen ergibt das 15,8-Fache; zieht man die aktienbasierte Vergütung von 137,4 Millionen ab, das 25,5-Fache. Das mittlere Analystenkursziel von 113,24 US-Dollar liegt unter dem rechnerischen Kurs von rund 122 US-Dollar.
Duolingo ist ein außergewöhnlich gutes Produkt in einem außergewöhnlich unruhigen Moment. Das Geschäft trägt: 1.037,6 Millionen US-Dollar Umsatz 2025, 360,4 Millionen freier Mittelzufluss, 1.138,6 Millionen in der Kasse, null Schulden und 56,5 Millionen Menschen, die täglich freiwillig zurückkommen. Dagegen stehen ein Gewinn, der zu knapp zwei Dritteln aus einer einmaligen Steuerbuchung stammt, ein Vorlaufindikator, der nur noch halb so schnell wächst wie der Umsatz, und 85 Prozent des Geldes, die durch fremde Kassen laufen. Wer hier kauft, kauft nicht den Gewinn von 2025, sondern die Frage, ob aus Gewohnheit auch dann noch Umsatz wird, wenn jeder Chatbot Spanisch kann. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
An der Substanz ist wenig zu deuteln: keine Schulden, 1.138,6 Millionen US-Dollar Zahlungsmittel plus 253,3 Millionen Wertpapiere zum 31. März 2026, 67,6 Prozent Eigenkapitalquote, 72,2 Prozent Rohmarge und seit drei Jahren steigender Mittelzufluss. Offen sind zwei operative Fragen, und beide sind belegt. Erstens die Ergebnisqualität: 256,7 der 414,1 Millionen Gewinn 2025 waren eine einmalige Steuerbuchung, das Betriebsergebnis lag bei 13,1 Prozent vom Umsatz. Zweitens die Dynamik: Bookings plus 13,6 Prozent gegen Umsatz plus 26,5 Prozent im ersten Quartal 2026, monatliche Nutzer nur noch plus 5,8 Prozent. Das ist keine Existenzfrage — eine schuldenfreie Firma mit Milliardenkasse und positivem Cashflow geht daran nicht zugrunde. Es ist aber mehr als eine Formalie. Deshalb Gelb: belegte Substanz, unbewiesene Fortsetzung. Die Entscheidung liegt bei Dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam Duolingo über den hauseigenen Aktien-Scanner: Die Aktie steht in der US-Auswahl der Liste „Fundamental Rank (A / A+)“, die Firmen nach der Güte ihrer Zahlen sortiert (Stand 26. Juli 2026; 38 US-Titel erfüllen die Kriterien, die Seite zeigt die ersten 25). Zum selben Stichtag stand DUOL in 16 Listen gleichzeitig, darunter Buffett-Kriterien (Buffettology), Peter Lynch: PEG ≤ 1, Qualitäts-Aktien und Hohes Umsatzwachstum. Die Listen werden täglich neu berechnet.
- Aktualitätsstand: Ausgewertet sind der Geschäftsbericht 10-K für 2025 (27.02.2026), der Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (05.05.2026) und der Geschäftsbericht 10-K für 2024 (28.02.2025). Alle danach eingereichten Meldungen wurden durchgesehen — die 8-K vom 05.06.2026 (Hauptversammlungsergebnisse), die Beteiligungsmeldungen SCHEDULE 13G/A vom 06.05. und 14.05.2026 sowie die Insidermeldungen Form 4 bis zum 14.07.2026. Keine davon ändert das Bild; der nächste Quartalsbericht wird für Anfang August 2026 erwartet.
- Eine Falle bei den Kennzahlen: Manche Datendienste führen für Duolingo nur die 40.237.065 Klasse-A-Aktien als ausstehend. Tatsächlich kommen 6.356.052 Klasse-B-Aktien hinzu (Deckblatt des Quartalsberichts, Stand 01.05.2026), zusammen 46.593.117 Stück. Der hier genannte Börsenwert von rund 5,7 Milliarden US-Dollar (Datenstand 24. Juli 2026) rechnet mit der vollen Aktienzahl; die Gegenprobe 46.593.117 mal rechnerischem Kurs von 122,24 US-Dollar bestätigt ihn. Analysen sind evergreen; Tageskurse sind kein Kaufargument.
Häufige Fragen
Mit Abonnements. 2025 kamen 873,4 der 1.037,6 Millionen US-Dollar Umsatz aus Abos, also 84 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Werbung (79,7 Millionen), den Duolingo English Test (42,0 Millionen), In-App-Käufe (40,5 Millionen) und Sonstiges (1,9 Millionen). Die App selbst bleibt gratis; zum 31. Dezember 2025 zahlten rund 9 Prozent der monatlichen Nutzer.
Weil ein Steuerposten aufgelöst wurde. Im dritten Quartal 2025 hob Duolingo die Wertberichtigung auf seine latenten Steueransprüche auf und buchte dafür eine einmalige Steuergutschrift von 256,7 Millionen US-Dollar. Vom ausgewiesenen Nettogewinn 2025 in Höhe von 414,1 Millionen bleiben ohne diesen Posten rund 157 Millionen. Vor Steuern verdiente Duolingo 182,4 Millionen.
Nein, aber sie wiederholt sich nicht. Dahinter steht ein echter Vorteil: Zum 31. März 2026 lagen 217,8 Millionen US-Dollar latente Steueransprüche in der Bilanz, die künftige Gewinne von Steuern freistellen. Im ersten Quartal 2026 zahlte Duolingo trotz 12,1 Millionen ausgewiesenem Steueraufwand nur 19.000 US-Dollar Steuern in bar. Der Ertrag in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung war jedoch ein einmaliger.
Bookings sind die Beträge, die Duolingo tatsächlich abgerechnet hat. Weil Jahresabos sofort kassiert, aber über zwölf Monate als Umsatz verteilt werden, laufen Bookings dem Umsatz voraus. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Gesamt-Bookings um 13,6 Prozent auf 308,5 Millionen US-Dollar, der Umsatz dagegen um 26,5 Prozent auf 292,0 Millionen. Der Vorlauf kühlt also schneller ab als das Echo.
Beides zugleich. KI ist Umsatzquelle: Die teurere Abostufe Duolingo Max wird im Geschäftsbericht ausdrücklich über KI-Funktionen definiert, der als KI-gesteuert beschriebene Duolingo English Test brachte 2025 rund 4,0 Prozent des Umsatzes. Im selben Bericht steht aber auch, dass ein neues Produkt mit generativer KI bestehenden Marken schnell Anteile abnehmen könnte. Beide Sätze stammen von Duolingo selbst.
Keine. Die Bilanz zum 31. März 2026 weist keinerlei Kredite oder Anleihen aus. Den 666,2 Millionen US-Dollar Gesamtverbindlichkeiten stehen 513,3 Millionen abgegrenzte Abo-Umsätze und 91,9 Millionen langfristige Mietleasing-Verpflichtungen gegenüber. Auf der anderen Seite liegen 1.138,6 Millionen Zahlungsmittel und 253,3 Millionen Wertpapiere.
Eine kleine Gruppe. Duolingo hat zwei Aktiengattungen: Klasse A mit einer Stimme, Klasse B mit zwanzig Stimmen je Aktie. Zum 31. Dezember 2025 hielten Verwaltungsräte, Führungskräfte, 5-Prozent-Aktionäre und ihnen nahestehende Personen zusammen 76,3 Prozent der Stimmrechte. Die 6.356.052 Klasse-B-Aktien sind rund 13,6 Prozent des Kapitals, tragen aber gut drei Viertel der Stimmen.
Nein. Zum Datenstand 24. Juli 2026 weist die Aktie keine Dividende aus, die Ausschüttungsquote liegt bei null. Kapital soll stattdessen über Aktienrückkäufe zurückfließen: Im Geschäftsbericht für 2025 ist ein Programm über bis zu 400 Millionen US-Dollar angekündigt. Im ersten Quartal 2026 wurden daraus 262.000 Aktien für 25,8 Millionen zurückgekauft.
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