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Nextdoor-Aktie: 105 Millionen Nachbarn — und 22 Millionen, die wirklich vorbeischauen

Nextdoor-Aktie: 105 Millionen Nachbarn — und 22 Millionen, die wirklich vorbeischauen

Nextdoor steht auf Platz 38 unseres hauseigenen Big-Earnings-Surprise-Rankings (US-Auswahl, Stand 25. Juli 2026): vier Quartale in Folge fiel der Verlust je Aktie kleiner aus als erwartet. Wir haben den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 und alles gelesen, was danach bei der US-Börsenaufsicht SEC einging — und dabei drei Zahlen gefunden, die nebeneinander stehen sollten: über 105 Millionen angemeldete Nachbarn, 22,3 Millionen wöchentlich aktive und 373,2 Millionen US-Dollar in der Kasse. Was daraus ein Geschäft wird, entscheidet sich an der mittleren Zahl.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Nextdoor-Aktie: 105 Millionen Nachbarn — und 22 Millionen, die wirklich vorbeischauen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die bei Plattform-Aktien fast jedes Mal zuschnappt: die Große-Zahl-Falle. Sie funktioniert so — eine Firma nennt eine gewaltige Nutzerzahl, unser Kopf multipliziert sie stillschweigend mit einem Werbeerlös, und schon steht da ein Milliardengeschäft. Nextdoor Holdings, Inc. (NYSE: NXDR) liefert die große Zahl gleich im ersten Satz des Geschäftsberichts: über 105 Millionen verifizierte Nachbarn in über 350.000 Nachbarschaften und 11 Ländern. Ein paar Seiten später steht die zweite Zahl, die niemand in eine Überschrift schreibt: 22,3 Millionen davon haben im ersten Quartal 2026 in einer durchschnittlichen Woche tatsächlich die App geöffnet.

Vier von fünf angemeldeten Nachbarn schauen also in einer normalen Woche nicht vorbei. Bevor wir daraus ein Urteil machen, machen wir einen Deal: Wir lesen gemeinsam, was die Firma selbst unter Strafandrohung bei der US-Börsenaufsicht SEC hinterlegt hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 und alles, was danach eingereicht wurde. Und dort steht mehr Ehrliches, als du erwartest.

Was Nextdoor eigentlich macht — das schwarze Brett des Viertels

Nextdoor ist ein soziales Netzwerk mit einer ungewöhnlichen Eintrittskarte: Man meldet sich nicht mit einem Fantasienamen an, sondern mit seiner Wohnadresse, und die wird überprüft. Wer drin ist, sieht vor allem, was im eigenen Viertel passiert — verlorene Katzen, Handwerkerempfehlungen, Warnungen der Feuerwehr, ein Sofa zu verschenken. Das Unternehmen nennt diese geprüften Mitglieder „Verified Neighbors“ und beschreibt sich selbst so:

„Nextdoor is the essential neighborhood network connecting over 105 million Verified Neighbors to the people, places, and information that matter most in their local communities. Operating in over 350,000 neighborhoods across 11 countries …“

Übersetzung: „Nextdoor ist das grundlegende Nachbarschaftsnetzwerk, das über 105 Millionen verifizierte Nachbarn mit den Menschen, Orten und Informationen verbindet, die in ihrer Umgebung am wichtigsten sind. Wir sind in über 350.000 Nachbarschaften in 11 Ländern aktiv …“

— Nextdoor Holdings, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1

Verdient wird ausschließlich mit Werbung. Ein Malerbetrieb bucht ein paar Postleitzahlen, eine Versicherung bucht eine ganze Region, eine Stadtverwaltung schaltet einen Hinweis zur Straßensperrung. Nextdoor verkauft dabei etwas, das große Plattformen nur schätzen können: Ortsbezug mit Namen und Adresse. Das Werbegeschäft läuft über eine eigene Buchungsoberfläche für Selbstbucher, über Programmatik-Partner und über ein Vertriebsteam für größere Kunden. Seit 2025 gibt es dazu KI-Werkzeuge, die Werbetexte und Bilder ortsbezogen erzeugen.

2025 hat die Firma das Produkt umgebaut. Unter dem Namen „das neue Nextdoor“ wurde der Feed von einem reinen Nachbarn-Forum zu einer Mischung aus Nachbarschaftsbeiträgen, Lokalnachrichten von Verlagspartnern und Echtzeit-Warnungen — sortiert von Algorithmen. Wer Plattformgeschäfte kennt, ahnt das Muster: Mehr redaktionelle Inhalte heißt mehr Anlässe zum Öffnen, und mehr Öffnen heißt mehr Werbeplätze. Wie schwer sich werbefinanzierte Medienhäuser damit tun, haben wir in der Analyse zu People Inc. auseinandergenommen — dort trägt ein Verlag mit 200 Millionen Lesern seine Kosten ebenfalls fast nur über Anzeigen.

Und damit sind wir beim Spannungsfeld dieser Analyse, das sich durch jedes Kapitel zieht: Nextdoor wächst nicht am Publikum, sondern am Preis. Die Zahl der wöchentlichen Besucher steht seit fünf Quartalen praktisch still — der Umsatz steigt, weil je Nachbar mehr Werbung verkauft wird. Die Frage ist, wie weit man diesen Hebel drehen kann, ohne den Feed zu ruinieren.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Wir lassen täglich rund 3.500 Aktien durch unsere Scanner laufen. Nextdoor steht zum Datenstand 25. Juli 2026 auf Platz 38 der US-Auswahl unseres Big-Earnings-Surprise-Rankings (81 Treffer). Zum Selbst-Nachmachen: Scanner öffnen, Länderfilter auf „US“ stellen — die Liste zeigt die Serien-Überrascher in Scanner-Reihenfolge; sie wird täglich neu berechnet, der Platz kann sich also verschieben.

Die Serie sah so aus (Fundamentaldaten, Datenstand 25. Juli 2026):

  • Q2 2025: −0,04 gegen −0,06 US-Dollar erwartet — +33,3 Prozent.
  • Q3 2025: −0,02 gegen −0,06 US-Dollar erwartet — +66,7 Prozent.
  • Q4 2025: −0,01 gegen −0,03 US-Dollar erwartet — +66,7 Prozent.
  • Q1 2026: −0,03 gegen −0,04 US-Dollar erwartet — +25,0 Prozent.

Lies die Vorzeichen noch einmal. Alle vier Zahlen sind negativ. Nextdoor hat die Erwartungen geschlagen, indem die Firma weniger Verlust gemacht hat als gedacht — nicht, indem sie mehr Gewinn erzielt hätte. Das ist kein Trick und kein Vorwurf; ein schrumpfender Verlust ist eine gute Nachricht. Aber es ist etwas anderes als eine Gewinnüberraschung, und der Unterschied gehört an den Anfang jeder Bewertung. Merke dir den Grundsatz: Ein Überraschungs-Ranking misst, wie falsch die Erwartung war — nicht, wie gut das Geschäft ist.

Die Fundamental-Brille derselben Datenbasis zeigt ein gemischtes Bild (Datenstand 25. Juli 2026): ein Relative-Stärke-Rating von 72 — solide, aber kein Ausreißer nach oben; ein Altman-Z-Score von 7,45, eine Insolvenz-Frühwarnung, deren Gefahrenzone historisch unter 1,8 beginnt (Nextdoor ist davon meilenweit entfernt, weil praktisch keine Schulden in der Bilanz stehen); und ein Piotroski-F-Score von 5 von 9. Der Piotroski ist ein Neun-Punkte-Test für die Richtung der Bilanz: Verbessern sich Rendite, Verschuldung, Liquidität und Margen? 5 von 9 ist mittelmäßig — eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9.

Eine Vorbemerkung zur Kursgeschichte, sonst suchst du dich an den Charts dumm: Der Ticker heißt erst seit dem Sommer 2025 NXDR. Vorher lief dieselbe Aktie unter „KIND“ — ein Wortspiel auf die Freundlichkeits-Erinnerung, die Nextdoor in seiner App einblendet. Der Geschäftsbericht 2025 hält es in einem Satz fest:

„Our Class A common stock is listed and traded on the New York Stock Exchange under the trading symbol “NXDR”. Effective July 21, 2025, our trading symbol was changed from “KIND” to “NXDR”.“

Übersetzung: „Unsere Stammaktien der Klasse A sind an der New Yorker Börse unter dem Kürzel ‚NXDR‘ notiert und werden dort gehandelt. Mit Wirkung zum 21. Juli 2025 wurde unser Börsenkürzel von ‚KIND‘ auf ‚NXDR‘ geändert.“

— Nextdoor Holdings, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 5

Gelb markierte Textstelle aus dem Nextdoor-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Das Börsenkürzel wurde zum 21. Juli 2025 von KIND auf NXDR geändert, die Aktie bleibt an der New York Stock Exchange notiert.
Kurs- und Meldehistorie vor dem 21. Juli 2025 findest du unter „KIND“ — Firma und CUSIP blieben unverändert. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zur Einordnung gehört noch die Herkunft: Nextdoor ging nicht klassisch an die Börse, sondern verschmolz am 5. November 2021 mit der Mantelgesellschaft Khosla Ventures Acquisition Co. II — im SEC-Register steht dieser Name bis heute als früherer Firmenname. Solche Börsengänge über einen Mantel haben eine eigene Nachgeschichte; wie sie aussehen kann, zeigt unsere Analyse zu Virgin Galactic.

Die Zahlen über die Jahre — was wirklich beeindruckt

Fangen wir mit dem an, was gut ist, denn es ist mehr, als der Kurs vermuten lässt. Der Umsatz ist in fünf Jahren um ein Drittel gestiegen: von 192,2 Millionen US-Dollar (2021) über 212,8 (2022), 218,3 (2023) und 247,3 (2024) auf 257,6 Millionen (2025). Beeindruckender ist die andere Reihe: Der Betriebsverlust, 2023 noch bei 172,3 Millionen US-Dollar, schrumpfte auf 121,6 Millionen (2024) und 71,9 Millionen (2025). In zwei Jahren wurden also gut 100 Millionen US-Dollar jährlicher Verlust abgebaut, während der Umsatz weiter zulegte.

Balkendiagramm von Nextdoor je Geschäftsjahr: Umsatz 192,2 Millionen US-Dollar 2021, 212,8 Millionen 2022, 218,3 Millionen 2023, 247,3 Millionen 2024 und 257,6 Millionen 2025; Betriebsergebnis minus 94,8, minus 144,2, minus 172,3, minus 121,6 und minus 71,9 Millionen.
Der Umsatz steigt langsam, der Betriebsverlust schrumpft schnell: 2025 blieben 71,9 Millionen US-Dollar Fehlbetrag im operativen Geschäft — nach 172,3 Millionen im Jahr 2023. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

2025 kam der Punkt, auf den Anleger bei jungen Plattformen jahrelang warten: Aus dem laufenden Geschäft floss erstmals Geld zu statt abplus 6,5 Millionen US-Dollar nach minus 20,2 Millionen (2024), minus 59,3 Millionen (2023) und minus 60,5 Millionen (2022). Bei Sachinvestitionen von nur 0,6 Millionen bleibt davon fast alles als freier Mittelzufluss übrig. Es ist ein schmaler Streifen Schwarz nach vier Jahren Rot — aber es ist einer.

Das erste Quartal 2026 setzte den Trend fort und beschleunigte ihn sogar: 61,7 Millionen US-Dollar Umsatz (+13,8 Prozent gegenüber 54,2 Millionen im Vorjahresquartal), Betriebsverlust nur noch 15,3 Millionen nach 27,0 Millionen, Nettoverlust 11,4 Millionen nach 22,0 Millionen. Das von der Firma berichtete bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei −0,2 Millionen US-Dollar — praktisch bei null, nach −9,2 Millionen ein Jahr zuvor. Der Finanzvorstand nannte das Quartal in der Mitteilung vom 6. Mai 2026 „a standout quarter“.

Und die Bilanz ist eine Wohltat: Zum 31. März 2026 standen 56,1 Millionen US-Dollar Kasse und 317,0 Millionen US-Dollar Wertpapiere — zusammen 373,2 Millionen — gegen Gesamtverbindlichkeiten von 51,0 Millionen. Darunter ist kein einziger Kredit; die größten Posten sind Leasingverpflichtungen für Büroflächen. Die Eigenkapitalquote lag bei 88,6 Prozent. Wer sich fragt, warum die Firma trotz Verlusten nicht unter Druck steht: Das ist die Antwort.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Die Zahl der Besucher steht still

Jetzt zur Kennzahl, an der alles hängt. Nextdoor misst „Platform WAU“ — die durchschnittliche Zahl der Menschen, die in einer Woche die App öffnen oder die Website aufrufen. Die Reihe der letzten fünf Quartale, jeweils aus den Berichten selbst:

Balkendiagramm der wöchentlich aktiven Nachbarn von Nextdoor je Quartal: 22,0 Millionen im ersten Quartal 2025, 21,8 Millionen im zweiten, 21,6 Millionen im dritten, 21,0 Millionen im vierten und 22,3 Millionen im ersten Quartal 2026.
Fünf Quartale, eine nahezu waagerechte Linie: 22,0 · 21,8 · 21,6 · 21,0 · 22,3 Millionen wöchentlich aktive Nachbarn. Quelle: SEC-Quartalsberichte (10-Q) und Geschäftsbericht 2025 (10-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der schwächste Punkt der Reihe steht im Geschäftsbericht, und die Firma benennt ihn selbst:

„Our Platform WAU for the three months ended December 31, 2025 and 2024 was 21.0 million and 22.2 million, respectively, which represents a 5% decrease period over period.“

Übersetzung: „Unsere wöchentlich aktiven Nutzer der Plattform beliefen sich in den drei Monaten bis zum 31. Dezember 2025 beziehungsweise 2024 auf 21,0 Millionen beziehungsweise 22,2 Millionen, was einem Rückgang von 5 Prozent gegenüber der Vorperiode entspricht.“

— Nextdoor Holdings, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7

Gelb markierte Textstelle aus dem Nextdoor-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Die wöchentlich aktiven Nutzer lagen im vierten Quartal 2025 bei 21,0 Millionen gegenüber 22,2 Millionen im Vorjahresquartal, ein Rückgang von 5 Prozent.
Der Jahresabschluss nennt den Rückgang beim Namen: minus 5 Prozent im vierten Quartal 2025. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Woher kam dann das Umsatzplus? Aus dem Preis. Der Umsatz je wöchentlich aktivem Nachbarn — die Firma nennt ihn „Platform ARPU“ — stieg im Gesamtjahr von 11,36 auf 11,94 US-Dollar und im ersten Quartal von 2,46 auf 2,77 US-Dollar (+12,6 Prozent). Übersetzt: Jeder Besucher sieht mehr oder teurere Werbung. Das ist der Hebel, an dem der gesamte Fall hängt — und er hat eine natürliche Grenze, denn irgendwann ist der Feed voll.

Fairerweise: Das erste Quartal 2026 war das erste seit Langem mit einem Plus, und die Firma sprach in ihrer Mitteilung von einem Allzeithoch bei den wöchentlichen Nutzern. Ein Quartal ist noch keine Wende — aber es ist die Zahl, an der sich der Produktumbau messen lassen muss.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die eigene Kernkennzahl musste korrigiert werden

Wenn eine einzige Kennzahl die ganze Geschichte trägt, will man sicher sein, dass sie stimmt. Nextdoor musste 2025 zugeben, dass sie es nicht tat. Ein Fehler bei der Zählung von iOS-Mitteilungen führte dazu, dass die wöchentlich aktiven Nutzer für fünf Quartale — vom ersten Quartal 2024 bis zum ersten Quartal 2025 — zu hoch ausgewiesen worden waren. Korrigiert wurde im Quartalsbericht für das zweite Quartal 2025. Im selben Quartal wechselte die Firma zusätzlich die Definition: von „WAU“ (wer die App öffnete oder eine E-Mail mit werbefähigem Inhalt anfasste) auf das engere „Platform WAU“.

„For example, in Q2 2025, we identified an issue related to iOS push notifications in the calculation of our Platform WAU metric which resulted in an immaterial overstatement of the Platform WAU figures previously disclosed for Q1 2024 through Q1 2025.“

Übersetzung: „Beispielsweise haben wir im zweiten Quartal 2025 ein Problem im Zusammenhang mit iOS-Push-Mitteilungen bei der Berechnung unserer Platform-WAU-Kennzahl festgestellt, das zu einer unwesentlichen Überhöhung der zuvor für Q1 2024 bis Q1 2025 veröffentlichten Platform-WAU-Werte führte.“

— Nextdoor Holdings, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Item 1A

Gelb markierte Textstelle aus dem Nextdoor-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: Die Kennzahlen werden aus firmeneigenen Daten berechnet, sind nicht von Dritten geprüft, und ein iOS-Fehler führte zu einer Überhöhung der Nutzerzahlen von Q1 2024 bis Q1 2025.
Im selben Absatz steht der Hinweis, dass die Kennzahlen „nicht von einem unabhängigen Dritten bestätigt“ sind. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zwei Dinge daran sind wichtig. Erstens: Die Firma hat den Fehler selbst gefunden und offengelegt — das ist die richtige Reihenfolge. Zweitens: In der Zusammenfassung der Risiken steht der Satz, dass Schätzungen zu Marktchancen und Kernkennzahlen unzutreffend sein könnten „und es in der Vergangenheit gewesen sind“. Wer die Fünf-Quartals-Reihe von oben liest, sollte also wissen, dass ihre ältere Hälfte nachträglich gesenkt und die Definition zwischendurch enger gefasst wurde. Merksatz: Eine Kennzahl, die nur die Firma selbst berechnet, ist eine Behauptung mit Fußnote.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Aktienvergütung ist größer als der Verlust

Nextdoor bezahlt einen erheblichen Teil seiner Belegschaft in eigenen Aktien. Das kostet kein Bargeld — aber es kostet dich als Aktionär etwas, nämlich Anteil. Das Bild dafür: Der Kuchen bleibt gleich groß, wird aber in immer mehr Stücke geschnitten; dein Stück wird kleiner, ohne dass du etwas getan hast.

Die Größenordnung: 2025 verbuchte die Firma 65,3 Millionen US-Dollar Aktienvergütung — bei 257,6 Millionen Umsatz ein Viertel des Jahresumsatzes. Im ersten Quartal 2026 waren es 14,8 Millionen US-Dollar und damit mehr als der gesamte Nettoverlust von 11,4 Millionen. Anders gesagt: Ohne die Aktienvergütung hätte unter dem Strich ein Plus gestanden — genau deshalb sieht das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit −0,2 Millionen so freundlich aus. Beide Zahlen sind richtig. Sie erzählen nur unterschiedliche Geschichten.

Was noch kommt, steht ebenfalls im Bericht: Zum 31. März 2026 waren 113,6 Millionen US-Dollar Aktienvergütung noch nicht verbucht; sie verteilen sich über gewichtet 2,5 Jahre. Und die Zahl der Titel, die eines Tages zu Aktien werden können, betrug 74,087 Millionen — 11,996 Millionen Optionen, 60,770 Millionen unverfallene Mitarbeiteraktien und 1,321 Millionen aus dem Belegschaftsprogramm. Bei 377,6 Millionen umlaufenden Aktien sind das knapp 20 Prozent mögliche Verwässerung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Rückkauf ist ein Laufband

Gegen diese Verwässerung hält die Firma mit eigenem Geld dagegen — und im ersten Quartal 2026 überraschend energisch:

„During the three months ended March 31, 2026, the Company repurchased and retired 16,992,982 shares of Class A common stock at an average purchase price of $1.69 per share for an aggregate repurchase price of $28.7 million.“

Übersetzung: „In den drei Monaten bis zum 31. März 2026 kaufte die Gesellschaft 16.992.982 Stammaktien der Klasse A zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1,69 US-Dollar je Aktie für insgesamt 28,7 Millionen US-Dollar zurück und zog sie ein.“

— Nextdoor Holdings, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Note 7

Gelb markierte Textstelle aus dem Nextdoor-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026: Im ersten Quartal 2026 wurden 16.992.982 Aktien zu durchschnittlich 1,69 US-Dollar für insgesamt 28,7 Millionen US-Dollar zurückgekauft und eingezogen.
Ein Quartal, 17 Millionen eingezogene Aktien — und ein Programm, das am 31. März 2026 auslief. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

17,0 Millionen Aktien sind rund 4,5 Prozent aller umlaufenden Anteile — in einem Quartal. Bezahlt wurde das nicht aus dem Geschäft (dort kamen 1,2 Millionen US-Dollar herein), sondern aus der Kasse. Und die Wirkung? Zum 31. März 2026 zählte die Firma 250,105 Millionen A-Aktien. Auf dem Deckblatt desselben Berichts steht für den 4. Mai 2026 bereits wieder 253.892.530 — fünf Wochen später, gut 3,8 Millionen Stück mehr, weil neue Mitarbeiteraktien fällig wurden. Genau das meint das Bild vom Laufband: Man rennt, um am selben Ort zu bleiben.

Das alte Programm (Mai 2022 über 100 Millionen US-Dollar, im Februar 2024 um 150 Millionen aufgestockt) lief am 31. März 2026 aus. Im April 2026 beschloss der Verwaltungsrat ein neues über bis zu 100 Millionen US-Dollar mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2028; öffentlich gemacht wurde es am 6. Mai 2026. Zum Vergleich: 2024 flossen 75,5 Millionen in Rückkäufe, 2025 nur 18,9 Millionen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: „11 Länder“ — aber das Ausland schrumpft

Der Geschäftsbericht wirbt mit 11 Ländern. Die Umsatztabelle im Anhang erzählt eine andere Geschichte: Der Umsatz außerhalb der USA fiel von 11,8 Millionen US-Dollar (2023) über 10,6 Millionen (2024) auf 9,0 Millionen (2025) — drei Rückgänge in Folge. Gleichzeitig stieg der US-Umsatz von 206,5 auf 248,6 Millionen. Das Ausland trägt damit noch 3,5 Prozent zum Konzernumsatz bei. Nextdoor ist, gemessen am Geld, ein amerikanisches Unternehmen mit ein paar Auslandsablegern.

Dazu passt der Rest der Kostenseite. Drei Sparrunden in drei Jahren: Ende 2023 wurde die Belegschaft um rund 25 Prozent reduziert (Aufwand 11,1 Millionen US-Dollar), im April 2024 folgten 38 Stellen (2,8 Millionen) — plus 22,8 Millionen Abschreibung, weil Stockwerke der Zentrale in San Francisco aufgegeben wurden. Im August 2025 kam die dritte Runde (5,6 Millionen). Zum 31. Dezember 2025 arbeiteten noch 463 Menschen für Nextdoor, in den USA, Kanada und Großbritannien. Der schrumpfende Betriebsverlust ist also nicht nur Wachstum — er ist zu einem guten Teil auch Sparen.

Ein Rest aus der Vergangenheit läuft noch: Zwei Sammelklagen von Aktionären wurden abgewiesen (die Wertpapierklage am 20. November 2025 rechtskräftig, die Aktionärsklage am 7. Januar 2026). Offen ist eine dritte in Delaware, eingereicht im Oktober 2024 von Aktionären der Mantelgesellschaft KVSB, die ihre Anteile vor der Verschmelzung nicht zurückgegeben hatten. Nextdoor hat am 6. April 2026 die Abweisung beantragt; über den Antrag war zum 31. März 2026 nicht entschieden. Die Firma nennt keine bezifferbare Rückstellung.

Was die Aktie kostet — Bewertung in Größenordnungen

Rechnen wir es einmal langsam durch, mit einem einzigen datierten Anker: Am 24. Juli 2026 schloss die Aktie bei 2,19 US-Dollar. Bei 381.387.725 ausstehenden Aktien beider Klassen (Stand 4. Mai 2026) ergibt das einen Börsenwert von rund 835 Millionen US-Dollar. Davon liegen 373 Millionen als Kasse und Wertpapiere in der Bilanz — 45 Prozent des Börsenwerts. Wer die Aktie kauft, bezahlt für das eigentliche Geschäft also rund 460 Millionen US-Dollar.

Auf den Zwölfmonatsumsatz von 265,1 Millionen US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026) gerechnet, heißt das: rund das 3,2-fache des Umsatzes für die ganze Firma, rund das 1,7-fache für das Geschäft ohne Kasse. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht, weil es keinen Gewinn gibt. Der Buchwert lag zum 31. März 2026 bei 401,5 Millionen US-Dollar oder 1,06 US-Dollar je Aktie — der Kurs entsprach also gut dem Doppelten des Buchwerts, und mehr als die Hälfte dieses Buchwerts ist Bargeld.

Zwei Einordnungen dazu. Erstens: Diese Bewertung ist für ein Werbenetzwerk mit 88 Prozent Eigenkapitalquote nicht teuer — sie unterstellt aber, dass die Kasse nicht verbrannt wird. Zweitens der Blick der Profis: Das durchschnittliche Kursziel der beobachtenden Analysten lag zum Datenstand 25. Juli 2026 bei 2,64 US-Dollar. Das ist keine Euphorie, sondern die Erwartung, dass das Unternehmen ungefähr das schafft, was es angekündigt hat. Die 52-Wochen-Spanne reichte von 1,33 bis 3,72 US-Dollar — die Aktie ist trotz stabiler Bilanz kein ruhiges Papier.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Chancen

  • Ein Nachbarschaftsgraph, den man nicht kaufen kann. Über 105 Millionen adressverifizierte Nachbarn und über 200.000 freiwillige Moderatoren sind ein Bestand, den kein Wettbewerber in kurzer Zeit nachbaut (Stand Geschäftsbericht 2025).
  • Der operative Trend stimmt. Betriebsverlust von 172,3 auf 71,9 Millionen US-Dollar in zwei Jahren, erstmals positiver Mittelzufluss 2025 (+6,5 Millionen), bereinigtes Ergebnis im ersten Quartal 2026 praktisch bei null.
  • Die Bilanz kauft Zeit. 373,2 Millionen US-Dollar Kasse und Wertpapiere, keine Finanzschulden, Eigenkapitalquote 88,6 Prozent (31.03.2026). Dazu Verlustvorträge von 583,9 Millionen (Bund) und 365,5 Millionen (Länder), die künftige Gewinne lange steuerfrei stellen können.
  • Preis-Hebel funktioniert. Der Umsatz je Nachbar stieg im ersten Quartal um 12,6 Prozent auf 2,77 US-Dollar, im Gesamtjahr 2025 von 11,36 auf 11,94 US-Dollar.

Risiken

  • Stillstand beim Publikum. 22,0 / 21,8 / 21,6 / 21,0 / 22,3 Millionen wöchentlich aktive Nachbarn über fünf Quartale, im vierten Quartal 2025 fünf Prozent unter Vorjahr. Ohne mehr Besucher endet der Preis-Hebel irgendwann.
  • Verwässerung. 74,1 Millionen potenziell verwässernde Titel bei 377,6 Millionen Aktien, 113,6 Millionen US-Dollar noch nicht verbuchte Aktienvergütung (31.03.2026).
  • Kennzahlen aus eigener Küche. Platform WAU und Platform ARPU berechnet die Firma selbst, ungeprüft von Dritten — mit einer bereits eingeräumten Fehlkorrektur für Q1 2024 bis Q1 2025.
  • Stimmrechts-Ungleichgewicht. Die Klasse-B-Aktien tragen zehn Stimmen je Aktie, die Klasse A eine. Zum 31. März 2026 lag die Stimmenmehrheit bei Führungskräften, Beschäftigten, Direktoren und deren Umfeld — Außenaktionäre können Grundsatzentscheidungen faktisch nicht beeinflussen.
  • Abhängigkeit vom Werbemarkt und von Dritten. Fast der gesamte Umsatz ist Werbung, überwiegend in den USA; die technische Basis läuft über Amazon Web Services, die Verteilung über die App-Stores.
  • Offene Klage in Delaware. Der Abweisungsantrag vom 6. April 2026 war zum Berichtsstichtag nicht entschieden; die Firma kann den möglichen Schaden nicht beziffern.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Großen-Zahl-Falle vom Anfang. Nextdoor hat beide Zahlen ehrlich in seine Berichte geschrieben — die schöne (105 Millionen angemeldete Nachbarn) und die harte (22,3 Millionen, die in einer normalen Woche vorbeischauen). Wer nur die erste liest, sieht ein Netzwerk in der Größenordnung eines Kontinents. Wer beide liest, sieht ein solide finanziertes, mittelgroßes Werbegeschäft, das gerade lernt, mit weniger Geld auszukommen — und dessen Publikum seit fünf Quartalen an derselben Stelle steht.

Das Erfreuliche: Die Firma redet nichts schön. Der Rückgang um fünf Prozent steht im Jahresbericht, der Kennzahlen-Fehler steht im Risikoteil, und die Kasse ist real. Das Unerfreuliche: Der Fortschritt der letzten zwei Jahre kam zu einem guten Teil aus dem Rotstift, und die Aktienvergütung ist größer als der Verlust, den sie mit verursacht.

Ob dir 460 Millionen US-Dollar für ein Nachbarschaftsnetzwerk mit 22 Millionen wöchentlichen Besuchern angemessen erscheinen, hängt an einer einzigen Überzeugung: ob die 22 Millionen bald 25 werden — oder ob 22 die Zahl bleibt, die Nextdoor nun einmal ist. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensberichte und keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien können jederzeit einen Totalverlust erleiden. Alle Zahlen stammen aus den genannten SEC-Berichten und aus Fundamentaldaten mit dem jeweils angegebenen Stichtag; Kurs- und Bewertungsangaben tragen den Datenstand 25. Juli 2026 und veralten naturgemäß. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Nextdoor Holdings, Inc. Bitte triff deine Anlageentscheidungen selbst — oder mit einer Beraterin oder einem Berater deines Vertrauens.

Unser Fazit auf einen Blick

Bilanz & Finanzkraft positiv
Zum 31.03.2026 standen 373,2 Millionen US-Dollar Kasse und Wertpapiere ohne eine einzige Finanzverbindlichkeit in der Bilanz, bei einer Eigenkapitalquote von 88,6 Prozent und einem Altman-Z-Score von 7,45. Das sind rund 45 Prozent des Börsenwerts von etwa 835 Millionen US-Dollar (Kurs 2,19 US-Dollar am 24.07.2026).
Kostendisziplin & Ergebnistrend positiv
Der Betriebsverlust sank von 172,3 Millionen US-Dollar (2023) über 121,6 Millionen (2024) auf 71,9 Millionen (2025); 2025 floss erstmals Geld aus dem laufenden Geschäft zu (+6,5 Millionen). Im ersten Quartal 2026 lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei −0,2 Millionen nach −9,2 Millionen im Vorjahresquartal.
Publikum & Wachstumsquelle negativ
Die wöchentlich aktiven Nachbarn lagen über fünf Quartale bei 22,0 / 21,8 / 21,6 / 21,0 / 22,3 Millionen, im vierten Quartal 2025 fünf Prozent unter Vorjahr. Das Umsatzwachstum kommt fast vollständig aus dem Preis: Der Umsatz je Nachbar stieg im ersten Quartal von 2,46 auf 2,77 US-Dollar.
Verwässerung & Aktienvergütung negativ
Die Aktienvergütung kostete 2025 65,3 Millionen US-Dollar (ein Viertel des Umsatzes) und lag im ersten Quartal 2026 mit 14,8 Millionen über dem Nettoverlust von 11,4 Millionen. Zum 31.03.2026 waren 113,6 Millionen noch nicht verbucht und 74,1 Millionen potenziell verwässernde Titel ausstehend — bei 377,6 Millionen Aktien knapp 20 Prozent.
Zahlenqualität & Aufsicht negativ
Platform WAU und Platform ARPU berechnet die Firma selbst und ohne Prüfung durch Dritte; ein iOS-Fehler zwang 2025 zur Korrektur der Werte von Q1 2024 bis Q1 2025, gleichzeitig wurde die Definition enger gefasst. Die Klasse-B-Aktien tragen zehn Stimmen je Aktie und sichern Insidern die Stimmenmehrheit (Stand 31.03.2026).
Bewertung neutral
Rund 835 Millionen US-Dollar Börsenwert entsprechen etwa dem 3,2-fachen Zwölfmonatsumsatz von 265,1 Millionen und dem 2,1-fachen Buchwert (Datenstand 25.07.2026). Rechnet man die 373,2 Millionen Kasse und Wertpapiere heraus, kostet das operative Geschäft rund 460 Millionen — etwa das 1,7-fache des Umsatzes. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis existiert mangels Gewinn nicht.

Nextdoor ist das Nachbarschaftsnetzwerk mit der geprüften Wohnadresse — über 105 Millionen Menschen sind angemeldet, aber nur 22,3 Millionen öffnen die App in einer durchschnittlichen Woche. Genau dort liegt der Fall: Der Umsatz stieg 2025 auf 257,6 Millionen US-Dollar und im ersten Quartal 2026 um 13,8 Prozent, doch das Publikum steht seit fünf Quartalen still; gewachsen ist der Preis je Nachbar. Operativ ist der Fortschritt echt — der Betriebsverlust hat sich seit 2023 mehr als halbiert, 2025 floss erstmals Geld zu, und in der Bilanz liegen 373,2 Millionen US-Dollar ohne Schulden. Dagegen stehen eine Aktienvergütung, die größer ist als der Verlust, knapp 20 Prozent mögliche Verwässerung und Kennzahlen, die die Firma selbst berechnet und schon einmal korrigieren musste. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Wer heute kauft, bezahlt nach Abzug der Kasse rund 460 Millionen US-Dollar für ein Werbegeschäft, dessen Besucherzahl seit fünf Quartalen bei rund 22 Millionen klebt. Wer wartet, prüft im nächsten Quartalsbericht (10-Q) vier Zeilen: die wöchentlich aktiven Nachbarn gegen 22,3 Millionen, den Umsatz je Nachbar gegen 2,77 US-Dollar, die Zahl der Klasse-A-Aktien gegen 253.892.530 (Stand 04.05.2026) und den Kassenbestand gegen 373,2 Millionen US-Dollar. Wächst das Publikum zwei Quartale hintereinander, ändert sich der Fall. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam NXDR als Platz 38 von 81 US-Treffern im hauseigenen Big-Earnings-Surprise-Ranking (Stand 25. Juli 2026, Relative-Stärke-Rating 72) — Teil unserer Serie, die die Top 50 dieses Rankings mit Analysen füllt. Die Scanner-Listen werden täglich neu berechnet.
  • Alle vier Überraschungen der Serie sind Verlustzahlen: Der gemeldete Verlust je Aktie fiel kleiner aus als geschätzt (Q1 2026: −0,03 gegen −0,04 US-Dollar). Das Ranking misst die Abweichung von der Erwartung, nicht die Ertragskraft.
  • Verwechslungsgefahr: Das Kürzel lautete bis zum 21. Juli 2025 „KIND“ — Kurs-, Options- und Meldehistorie vor diesem Datum stehen dort. Im SEC-Register führt die Gesellschaft zudem den früheren Namen „Khosla Ventures Acquisition Co. II“ (12.02.2021 bis 03.11.2021), die Mantelgesellschaft der Börsenverschmelzung vom 5. November 2021. Nicht zu verwechseln mit der Anleihe-Kennung KIND anderer Emittenten.
  • Aktualitäts-Hinweis: Der jüngste Quartalsbericht (10-Q) datiert vom 6. Mai 2026. Danach eingereichte Unterlagen sind ausgewertet — die Pflichtmitteilung 8-K vom 15. Juni 2026 (Item 5.07, Ergebnisse der Hauptversammlung vom 9. Juni 2026) und Verkaufsanzeigen nach Rule 144 aus Juni und Juli 2026; keine davon verändert das Bild. Fundamentaldaten nennen als erwarteten Termin für die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 den 4. August 2026 (Datenstand 25. Juli 2026).

Häufige Fragen

Nextdoor Holdings, Inc. (NYSE: NXDR, San Francisco) betreibt ein Nachbarschaftsnetzwerk, in dem sich Menschen über ihre verifizierte Wohnadresse anmelden, und verdient fast ausschließlich mit Werbung: über eine Selbstbucher-Oberfläche, über Programmatik-Partner und über ein eigenes Vertriebsteam. 2025 setzte der Konzern 257,6 Millionen US-Dollar um, davon 248,6 Millionen in den USA und 9,0 Millionen im Ausland.

Es ist dieselbe Gesellschaft. Der Geschäftsbericht 2025 hält fest: Mit Wirkung zum 21. Juli 2025 wurde das Börsenkürzel von „KIND“ auf „NXDR“ geändert; Firmenname, NYSE-Notierung und CUSIP blieben unverändert. Kurs- und Meldehistorie vor diesem Datum findest du deshalb unter dem alten Kürzel. Im SEC-Register steht zudem der frühere Name „Khosla Ventures Acquisition Co. II“ — die Mantelgesellschaft, mit der Nextdoor am 5. November 2021 verschmolzen ist.

Weil der gemeldete Verlust je Aktie zuletzt viermal in Folge kleiner ausfiel als die Analystenschätzung: +33,3 Prozent (Q2 2025), +66,7 Prozent (Q3 2025), +66,7 Prozent (Q4 2025) und +25,0 Prozent (Q1 2026, −0,03 statt −0,04 US-Dollar). Das reicht zum Datenstand 25. Juli 2026 für Platz 38 von 81 US-Treffern. Wichtig: Alle vier Werte sind negativ — überrascht hat der kleinere Verlust, nicht ein Gewinn.

Der Geschäftsbericht 2025 nennt über 105 Millionen verifizierte Nachbarn in über 350.000 Nachbarschaften und 11 Ländern. Wöchentlich aktiv waren im ersten Quartal 2026 aber nur 22,3 Millionen. Die Reihe der letzten fünf Quartale: 22,0 · 21,8 · 21,6 · 21,0 · 22,3 Millionen. Im vierten Quartal 2025 lag der Wert fünf Prozent unter dem Vorjahresquartal.

Weil Nextdoor je Nachbar mehr Werbung verkauft. Der Umsatz je wöchentlich aktivem Nachbarn stieg im Gesamtjahr von 11,36 (2024) auf 11,94 US-Dollar (2025) und im ersten Quartal von 2,46 auf 2,77 US-Dollar (+12,6 Prozent). Dieser Preis-Hebel trug 2025 das Umsatzplus von 4,2 Prozent und im ersten Quartal 2026 das Plus von 13,8 Prozent auf 61,7 Millionen US-Dollar.

Nach US-Bilanzrecht nein. 2025 stand ein Jahresfehlbetrag von 54,2 Millionen US-Dollar, im ersten Quartal 2026 ein Verlust von 11,4 Millionen. Der Trend zeigt aber klar nach oben: Der Betriebsverlust sank von 172,3 Millionen (2023) über 121,6 Millionen (2024) auf 71,9 Millionen (2025), aus dem laufenden Geschäft flossen 2025 erstmals 6,5 Millionen US-Dollar zu, und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag im ersten Quartal 2026 bei −0,2 Millionen.

Zum 31. März 2026 lagen 56,1 Millionen US-Dollar in der Kasse und 317,0 Millionen in Wertpapieren, zusammen 373,2 Millionen. Finanzverbindlichkeiten gab es keine; die Gesamtverbindlichkeiten von 51,0 Millionen bestehen im Wesentlichen aus Büro-Leasing und laufenden Rechnungen. Die Eigenkapitalquote lag bei 88,6 Prozent, das Eigenkapital bei 401,5 Millionen US-Dollar.

Deutlich. 2025 kostete die Aktienvergütung 65,3 Millionen US-Dollar — ein Viertel des Jahresumsatzes; im ersten Quartal 2026 lag sie mit 14,8 Millionen über dem Nettoverlust von 11,4 Millionen. Zum 31. März 2026 waren 113,6 Millionen US-Dollar noch nicht verbucht und 74,1 Millionen potenziell verwässernde Titel ausstehend — bei 377,6 Millionen umlaufenden Aktien knapp 20 Prozent.

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