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Datavault AI: Die Zahlen gelten nicht mehr, die Bitcoin ließen sich nicht abheben — und in der Kasse lagen 1,4 Millionen Dollar

Datavault AI: Die Zahlen gelten nicht mehr, die Bitcoin ließen sich nicht abheben — und in der Kasse lagen 1,4 Millionen Dollar

Am 26. Oktober 2026 erklärte Datavault AI den Geschäftsbericht 2025 und drei Quartalsberichte für nicht mehr verlässlich. Der Grund sind 1.309 Bitcoin, die Großaktionär Scilex als Kaufpreis für Aktien auf einem Konto bei der Plattform Biconomy gutgeschrieben hatte: Sie zählen nicht mehr als Vermögen der Firma, und eine im Juni 2026 beantragte Auszahlung war bis zum 26. Oktober 2026 nicht gelungen. Am Tag nach der Meldung schloss die Aktie bei 0,067 Dollar. Wir haben die Pflichtberichte an die US-Börsenaufsicht bis zum 30. Oktober 2026 gelesen. Übrig bleibt eine Firma, deren Bilanz auf Forderungen an nahestehende Partner und auf neue Aktien gebaut ist.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 17 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 30. Oktober 2026

Schlusskurs
0,0719 $ -10,20 %
Marktkapitalisierung
63,0 Mio. $
Wachstums-Score
5/10
AAQS
4/10

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Datavault AI: Die Zahlen gelten nicht mehr, die Bitcoin ließen sich nicht abheben — und in der Kasse lagen 1,4 Millionen Dollar
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 0,067 $ bis 2,60 $ · Letzter Kurs: 0,0719 $ (Stand: 30. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Stell dir vor, dein Kontoauszug zeigt ein dickes Guthaben. Du gehst zum Automaten, und auf dem Bildschirm steht: „Auszahlung derzeit nicht möglich“. Was glaubst du jetzt — dem Auszug oder dem Automaten? Die meisten von uns glauben erstaunlich lange dem gedruckten Papier. Psychologen nennen das den Autoritätseffekt: Was offiziell aussieht, mit Stempel, Prüfer und Tabelle, halten wir für wahr, auch wenn die Wirklichkeit längst widerspricht. An der Börse heißt das: „Steht doch im Geschäftsbericht.“

Bei Datavault AI ist genau dieser Satz am 26. Oktober 2026 zerbrochen. An diesem Tag hat die Firma selbst erklärt, dass ihr geprüfter Geschäftsbericht 2025 und drei Quartalsberichte nicht mehr verlässlich sind. Der Kern: Bitcoin bei der Plattform Biconomy, zum 30. Juni 2026 noch 837 Stück im Wert von 49,0 Millionen Dollar, die in der Bilanz standen und sich nicht abheben ließen. Die Aktie war da schon tief gefallen, vom höchsten Schlusskurs des Jahres 2025 bei 3,42 Dollar am 24. Oktober 2025 auf 0,133 Dollar — und am Tag danach fiel sie noch einmal um die Hälfte, auf 0,067 Dollar. Bevor du über diese Aktie entscheidest, lesen wir zusammen, was Datavault an die US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — und was davon heute noch steht.

Das Spannungsfeld dieser Analyse: Datavault erzählt in großen Zahlen. Lizenzverträge mit Meilensteinen von bis zu 2,55 Milliarden Dollar, eine geplante Finanzierung über bis zu 2 Milliarden Dollar, ein Aktienverkauf für 150 Millionen Dollar in Bitcoin, Zukäufe in rascher Folge. Die kleinen Zahlen erzählen eine andere Geschichte: 1,4 Millionen Dollar Kasse zum 30. Juni 2026 und gut eine Milliarde Aktien. Am Ende entscheidest du, welchen Zahlen du glaubst.

Was Datavault AI eigentlich macht

Datavault AI ist eine Gesellschaft nach dem Recht von Delaware mit Sitz in Philadelphia. Die Firma ist älter als ihr Name: Bis Februar 2025 hieß sie WiSA Technologies, davor Summit Wireless Technologies. Unter diesem Namen baute sie Funkchips und Module für kabellose Lautsprecher. Diese „Acoustic Sciences“-Sparte gibt es noch; laut Geschäftsbericht 2025 stecken die Module in Produkten von Kunden wie Bang & Olufsen, Harman Kardon und Klipsch.

Die neue Geschichte heißt „Data Sciences“: eine Plattform, die Daten erfassen, bewerten und verkaufbar machen soll, mit Programmen namens Data Vault, DataValue und DataScore. Die eigentliche Datenbörse, die Information Data Exchange (IDE), entsteht laut Geschäftsbericht auf der KI-Plattform watsonx.ai von IBM und sollte 2026 starten. Dazu kauft Datavault Geschäfte zu: die Vermögenswerte des Messe- und Event-Dienstleisters CompuSystems (Mai 2025), den Medientechnik-Anbieter API Media für 14,0 Millionen Dollar in bar (Januar 2026) und den Werbemarktplatz NYIAX gegen 74,8 Millionen neue Aktien (August 2026). Vereinbart sind außerdem die Übernahmen des kanadischen Sicherheitsanbieters CyberCatch für rund 86,2 Millionen Dollar in bar und von WDT, der Mutter einer Spezialbank in Wyoming, für rund 22 Millionen Dollar plus 35 Millionen Dollar Kapitalzusagen. Im März 2026 beschäftigte die Firma 194 Mitarbeiter.

Merksatz: Ein KI-Name ist noch kein KI-Umsatz. Unsere firmenindividuelle KI-Einstufung führt Datavault deshalb unter „nutzt KI“: KI taucht in den Berichten als Entwicklungswerkzeug und Ankündigung auf, nicht als belegte Umsatzquelle.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2023

    Erste Zusammenlegung 1:100

    Im Januar 2023 legt die damalige WiSA Technologies ihre Aktien im Verhältnis 1:100 zusammen. Der Kurs steigt rechnerisch, der Wert des Anteils nicht.

  2. 2024

    Zweite Zusammenlegung 1:150

    Im April 2024 folgt die nächste Zusammenlegung im Verhältnis 1:150. Ende 2024 gibt es danach 52,0 Millionen Aktien — die Basis für die Verwässerung der folgenden Jahre.

  3. 2025

    Aus WiSA wird Datavault AI

    Im Februar 2025 firmiert die Gesellschaft in Datavault AI um. Die Börsengeschichte wechselt von Funk-Audio zu Daten, KI und Lizenzen.

  4. 2025

    Scilex zahlt 150 Mio. $ in Bitcoin

    Am 25.09.2025 kauft Scilex Aktien und einen vorab bezahlten Optionsschein gegen Bitcoin; 1.309,04 Bitcoin werden bei Biconomy gutgeschrieben. Der Kurs steigt bis 24.10.2025 auf 3,42 $.

  5. 2026

    Vivasor-Anteil fast ganz abgeschrieben

    Im zweiten Quartal 2026 kauft Datavault 2 Prozent an Vivasor für 56,2 Mio. $ in eigenen Aktien und schreibt 55,4 Mio. $ davon im selben Quartal ab.

  6. 2026

    Abschlüsse für nicht verlässlich erklärt

    Am 26.10.2026 erklärt Datavault vier Abschlüsse für nicht mehr verlässlich, weil die Bitcoin kein eigenes Vermögen sind. Am Tag danach schließt die Aktie bei 0,067 $.

  7. 2026

    Dritte Zusammenlegung auf der Tagesordnung

    Am 30.10.2026 lädt Datavault zur Hauptversammlung am 16.12.2026 ein: Abstimmung über eine Zusammenlegung 1:2 bis 1:50 und über mehr Aktien für die Streeterville-Wandelanleihe.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Kein Kennzahlen-Scanner hat Datavault gemeldet, sondern die Aufmerksamkeit anderer Anleger: Ende Oktober 2026 erfasste unser hauseigener Reddit-Hype-Scanner den Ticker DVLT. Das ist kein Kauf- oder Verkaufssignal, sondern ein Hinweis darauf, dass in Foren gerade viel über eine Aktie gesprochen wird. Der Anlass ist leicht zu finden: Am 26. Oktober 2026 schloss die Aktie bei 0,133 Dollar, am Tag nach der Pflichtmeldung bei 0,067 Dollar — ein Minus von rund 50 Prozent an einem Tag, bei rund 249 Millionen gehandelten Aktien. Am 30. Oktober 2026 schloss sie bei 0,0719 Dollar (Quelle: Fundamentaldaten).

Die Kennzahlen unseres Scanners helfen hier wenig, denn sie rechnen mit Zahlen, die die Firma selbst gerade für nicht verlässlich erklärt hat. Ein Wert bleibt aussagekräftig: Der Kurs lag am 30. Oktober 2026 rund 98 Prozent unter dem höchsten Schlusskurs des Jahres 2025 (3,42 Dollar am 24. Oktober 2025). Die laufenden Kurs- und Kennzahlendaten findest du auf unserer Datavault-Aktienseite.

Zur Berichtslage: Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Jüngster Periodenbericht ist der Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026, eingereicht am 19. August 2026 — und genau er gehört zu den vier Berichten, die seit dem 26. Oktober 2026 nicht mehr gelten. Danach folgten Pflichtmeldungen (8-K) zu einer Wandelanleihe, zu Übernahmen, zur Fristverlängerung der Nasdaq, zu Board-Wechseln und zur Bilanzkorrektur, zuletzt am 30. Oktober 2026 die vorläufige Einladung zur Hauptversammlung (Formular PRE 14A) mit einer neuen Aktienzahl. Der Quartalsbericht zum 30. September 2026 lag bei Redaktionsschluss nicht vor; die Firma nennt selbst das Risiko, dass er sich verzögert.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich beeindruckt: Datavault ist gewachsen. Der Umsatz lag laut Geschäftsberichten bei 2,1 Millionen Dollar (2023) und 2,7 Millionen (2024). Im ersten Halbjahr 2026 meldete die Firma 10,1 Millionen Dollar, nach 2,4 Millionen im Vorjahreszeitraum; allein das Event-Geschäft brachte 5,3 Millionen Dollar. Im zweiten Quartal 2026 lag die Bruttomarge bei 43 Prozent, ein Jahr zuvor bei 2 Prozent. Hinter diesen Zahlen stehen benannte Kunden und Geschäftsbereiche.

Jetzt der Vorbehalt, der für alles ab dem dritten Quartal 2025 gilt: Diese Zahlen stehen in Berichten, die die Firma am 26. Oktober 2026 für nicht mehr verlässlich erklärt hat. Die Korrektur betrifft nach bisheriger Darstellung vor allem den Bitcoin-Bestand und die Gewinne und Verluste darauf; Datavault schreibt aber ausdrücklich, dass weitere Fehler auftauchen können. Unter diesem Vorbehalt steht auch das Jahr 2025: 39,1 Millionen Dollar Umsatz und 79,0 Millionen Dollar Verlust, nach 51,4 Millionen (2024) und 18,7 Millionen Dollar Verlust (2023). Im ersten Halbjahr 2026 waren es 141,2 Millionen Dollar Verlust, darunter 58,9 Millionen Dollar Abschreibungen auf Beteiligungen und 25,1 Millionen Dollar Kursverluste auf Bitcoin.

Bezahlt wurde das Wachstum vor allem mit neuen Aktien. Schon 2023 und 2024 hatte die Firma ihre Aktien zweimal zusammengelegt, im Januar 2023 im Verhältnis 1:100 und im April 2024 im Verhältnis 1:150. Seitdem ging es so weiter:

Balkendiagramm der ausstehenden Datavault-Aktien in Millionen: 52,0 am 31.12.2024, 86,7 am 30.06.2025, 573,4 am 31.12.2025, 617,8 am 31.03.2026, 854,5 am 30.06.2026, 949,7 am 19.08.2026 und 1.029,5 am 26.10.2026
Die Zahl der Datavault-Aktien stieg von 52,0 Millionen Ende 2024 auf 1.029,5 Millionen am 26. Oktober 2026, fast das 20-Fache; alle Werte nach der Zusammenlegung 1:150 vom April 2024. Quelle: SEC-Berichte (Geschäftsberichte 10-K, Quartalsberichte 10-Q, Deckblatt des 10-Q vom 19. August 2026, Einladung zur Hauptversammlung PRE 14A vom 30. Oktober 2026). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Bis zum 15. August 2026 brachte ein Börsen-Verkaufsprogramm netto 32,4 Millionen Dollar, im Mai eine Direktplatzierung von 109 Millionen Aktien zu 0,55 Dollar netto 55,7 Millionen Dollar. Dein Stück vom Kuchen wurde dabei nicht kleiner, es wurde winzig: Wer Ende 2024 ein Prozent der Firma besaß, hielt Ende Oktober 2026 ohne Nachkauf noch rund 0,05 Prozent. Allein zwischen dem 19. August und dem 26. Oktober 2026 kamen knapp 80 Millionen Aktien hinzu; die Einladung zur Hauptversammlung nennt nur die neue Gesamtzahl, die Aufschlüsselung dürfte der Quartalsbericht zum 30. September 2026 liefern. Merksatz: Wenn die Aktienzahl schneller wächst als der Umsatz, wachsen vor allem die anderen.

So weit die Zahlen, die Datavault gemeldet hat. Jetzt lesen wir, was die Firma selbst daran zweifeln lässt.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Ein Bericht an die SEC wird unter Strafandrohung abgegeben. Umso schwerer wiegt es, wenn eine Firma ihre eigenen Berichte zurücknimmt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Vier Berichte gelten nicht mehr

Am 20. Oktober 2026 kamen der Prüfungsausschuss und die Geschäftsführung von Datavault zu dem Schluss, dass die Abschlüsse zum 30. September 2025, zum Geschäftsjahr 2025, zum 31. März und zum 30. Juni 2026 nicht mehr verlässlich sind. Gemeldet wurde das am 26. Oktober 2026 unter Item 4.02 einer Pflichtmeldung — dem Formular, das die SEC genau für diesen Fall vorsieht:

„Investors, analysts and other persons should not rely on the Affected Financial Statements or related financial information described above until restated financial information is made available.“

Übersetzung: „Anleger, Analysten und andere Personen sollten sich nicht auf die betroffenen Abschlüsse oder die oben beschriebenen zugehörigen Finanzinformationen verlassen, bis korrigierte Finanzinformationen vorliegen.“

— Datavault AI, Pflichtmeldung 8-K vom 26. Oktober 2026, Item 4.02

Markierter Satz aus der Datavault-Pflichtmeldung vom 26. Oktober 2026: Anleger, Analysten und andere sollen sich bis zur Korrektur nicht auf die betroffenen Abschlüsse verlassen; davor die Ankündigung der Neufassung ohne Termin, danach der Hinweis auf mögliche weitere Fehler
Pflichtmeldung 8-K vom 26. Oktober 2026, Item 4.02: Vor der Markierung steht, dass Datavault die Abschlüsse neu fassen will, den Zeitpunkt aber noch nicht kennt; danach, dass die Prüfung der Abschlüsse und der internen Kontrollen läuft und weitere Fehler zu Verzögerungen führen können. Quelle: Form 8-K, 26.10.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Übersetzt: Die Tabellen, auf die sich Kurse, Analystenmodelle und auch unser Scanner stützen, gelten bis auf Weiteres nicht als verlässliche Grundlage. Der Fehler ist laut Datavault „vorläufig und ungeprüft“ beziffert, einen Termin für die Neufassung gibt es nicht. Dazu passt die Vorgeschichte: Die bisherige Prüfungsgesellschaft BPM legte ihr Mandat am 15. Juni 2026 mit sofortiger Wirkung nieder, nach Angaben der Firma ohne Meinungsverschiedenheiten. Seit dem 10. Juli 2026 prüft CBIZ. Ob die Kontrollen eine wesentliche Schwäche haben, hat die Geschäftsführung laut Meldung noch nicht abschließend bewertet. Eine Klage gibt es schon länger: Am 5. August 2026 reichte eine Aktionärin in Pennsylvania eine Sammelklage gegen Datavault und amtierende Manager ein; sie wirft ihnen falsche oder irreführende Angaben zu Geschäft, Kundenverträgen und Vermarktungsaussichten vor, für Käufe zwischen dem 4. September 2024 und dem 30. Oktober 2025. Die Firma hält die Klage laut Quartalsbericht für unbegründet.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Bitcoin, die sich nicht abheben lassen

Die Geschichte beginnt am 25. September 2025. Großaktionär Scilex Holding vereinbarte, 15 Millionen Datavault-Aktien und einen vorab bezahlten Optionsschein auf weitere 263,9 Millionen Aktien für 150 Millionen Dollar zu kaufen — bezahlt in Bitcoin, zu einem Kurs von 112.915,52 Dollar je Bitcoin. Scilex schrieb daraufhin 1.309,04 Bitcoin einer digitalen Geldbörse von Datavault gut, die bei der Krypto-Plattform Biconomy geführt wird — per „Off-chain“-Übertragung. Off-chain heißt: Die Übertragung steht nur in den Büchern der Plattform, nicht auf der Blockchain selbst. Zwischen dem 26. September 2025 und dem 30. Januar 2026 gingen laut Pflichtmeldung 491,431 dieser Bitcoin auf demselben Weg an Scilex zurück, für rund 40,5 Millionen Dollar. Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 nennt den Bestand zu zwei Stichtagen: 1.054 Bitcoin Ende 2025 und 837 Bitcoin mit einem Marktwert von 49,0 Millionen Dollar zum 30. Juni 2026. Im ersten Halbjahr 2026 beglich Datavault laut demselben Bericht mit 217 Bitcoin Vorschüsse von Scilex über 18,1 Millionen Dollar. Am 24. Juni 2026 unterschrieb Datavault mit Scilex ein verbindliches Term Sheet, also eine Eckpunkte-Vereinbarung, über den Verkauf genau dieser 837 Bitcoin für 50,0 Millionen Dollar, zahlbar in Raten bis zum 31. Dezember 2028 (Quartalsbericht Q2 2026, Risikofaktoren). Im selben Monat begann das eigentliche Problem:

„In June 2026, the Company requested a withdrawal of Bitcoin from the digital wallet maintained at Biconomy to an external account and has, as of the date of this Current Report on Form 8-K, been unable to complete the withdrawal.“

Übersetzung: „Im Juni 2026 beantragte das Unternehmen eine Auszahlung von Bitcoin aus der bei Biconomy geführten digitalen Geldbörse auf ein externes Konto und konnte diese Auszahlung bis zum Datum dieser Pflichtmeldung auf Formular 8-K nicht abschließen.“

— Datavault AI, Pflichtmeldung 8-K vom 26. Oktober 2026, Item 4.02

Markierter Satz aus der Datavault-Pflichtmeldung vom 26. Oktober 2026: Eine im Juni 2026 beantragte Bitcoin-Auszahlung von Biconomy auf ein externes Konto war bis zum Meldedatum nicht möglich; davor der Scilex-Kauf für 150 Millionen Dollar in Bitcoin und die Off-chain-Gutschrift von 1.309,04 Bitcoin
Pflichtmeldung vom 26. Oktober 2026, Abschnitt „Background and Nature of Error“: Vor der Markierung stehen der Aktienkauf von Scilex für 150 Millionen Dollar in Bitcoin, die Gutschrift von 1.309,04 Bitcoin bei Biconomy und der Rückverkauf von 491,431 Bitcoin an Scilex für rund 40,5 Millionen Dollar. Quelle: Form 8-K, 26.10.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Folge für die Bilanz: Nach erneuter Prüfung erfüllen diese Bitcoin laut Datavault nicht die Voraussetzungen, um als eigenes Vermögen gebucht zu werden. Stattdessen wird der Kaufpreis als offene Forderung gegen Scilex geführt und vom Eigenkapital abgezogen — so, als hätte ein Käufer seine Aktien noch gar nicht bezahlt. Die Bilanzsumme sinkt dadurch laut vorläufiger Schätzung um 92,2 Millionen Dollar zum 31. Dezember 2025 und um 49,0 Millionen Dollar zum 30. Juni 2026; die verbuchten Bitcoin-Kursgewinne und -verluste fallen weg. Ob Datavault das Geld je von Scilex oder die Bitcoin von Biconomy bekommt, ist laut Meldung offen. Wie eine Firma aussieht, deren Geschäftsmodell ein selbst gehaltener Bitcoin-Bestand ist, zeigt zum Vergleich unsere Metaplanet-Aktienanalyse.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Zukunftsprognose stand auf diesen Bitcoin

Ein Geschäftsbericht muss sagen, ob die Firma die nächsten zwölf Monate durchhält („Going Concern“, die Fortführungsprognose). Im Geschäftsbericht 2025 vom 18. März 2026 hielt Datavault den Zweifel daran für ausgeräumt. Die Begründung:

„The fair value of digital assets is subject to market volatility; however, such assets are actively traded and may be liquidated, if necessary, to support operating needs.“

Übersetzung: „Der Marktwert der digitalen Vermögenswerte unterliegt Marktschwankungen; diese Vermögenswerte werden jedoch aktiv gehandelt und können bei Bedarf zu Geld gemacht werden, um den laufenden Betrieb zu finanzieren.“

— Datavault AI, Geschäftsbericht 10-K für 2025, Note 2

Markierter Satz aus Note 2 des Datavault-Geschäftsberichts 2025: Die digitalen Vermögenswerte würden aktiv gehandelt und könnten bei Bedarf verkauft werden; danach die Schlussfolgerung, der Zweifel an der Fortführung sei für zwölf Monate ausgeräumt
Geschäftsbericht vom 18. März 2026, Note 2: Auf den markierten Satz folgt die Feststellung der Geschäftsführung, dass der erhebliche Zweifel an der Fortführung für die zwölf Monate nach Veröffentlichung ausgeräumt sei. Quelle: Form 10-K 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Genau diese Vermögenswerte stehen jetzt nicht mehr in der Bilanz, und die im Juni 2026 beantragte Auszahlung war bis zur Pflichtmeldung nicht abgeschlossen. Ein Abschluss des geplanten Verkaufs an Scilex ist in keinem Filing gemeldet. Laut Pflichtmeldung prüft die Geschäftsführung die Fortführungsprognose für das Geschäftsjahr 2025 und das erste Quartal 2026 deshalb neu. Für den 30. Juni 2026 hatte der Quartalsbericht den Zweifel ohnehin schon wieder eingeräumt:

„As a result, the substantial doubt about the Company’s ability to continue as a going concern has not been alleviated.“

Übersetzung: „Infolgedessen ist der erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens, seine Geschäftstätigkeit fortzuführen, nicht ausgeräumt.“

— Datavault AI, Quartalsbericht 10-Q für das zweite Quartal 2026, Note 2

Die Lage zum 30. Juni 2026 in drei Zahlen: 1,4 Millionen Dollar Kasse, 80,0 Millionen Dollar Mittelabfluss aus dem laufenden Geschäft im ersten Halbjahr (darunter ein Anstieg der Vorauszahlungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 43,3 Millionen Dollar) und laut Quartalsbericht Mittel, die „voraussichtlich nicht ausreichen“, um die nächsten zwölf Monate zu finanzieren. Wie eng es war, zeigt ein Kredit vom 5. Mai 2026: 2,0 Millionen Dollar, wöchentlich mit 125.000 Dollar zu tilgen und am 16. Oktober 2026 fällig, effektiver Jahreszins 183,5 Prozent, persönlich verbürgt von Vorstandschef Nathaniel Bradley und Finanzchef Brett Moyer. Ob er fristgerecht getilgt wurde, meldet bis zum 31. Oktober 2026 keine Pflichtmitteilung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Umsatz und Vermögen hängen an nahestehenden Firmen

Wer 2025 den Großteil des Umsatzes von Datavault bezahlt hat, steht im Geschäftsbericht: Vivasor stand für 51 Prozent, Scilex für 26 Prozent. Beide sind nahestehende Firmen. Datavault hatte ihnen im November und Dezember 2025 exklusive Lizenzen auf Patente erteilt — Vivasor für 20,0 Millionen Dollar, Scilex für 10,0 Millionen Dollar, jeweils mit Umsatzbeteiligung und Meilensteinen von bis zu 2,55 Milliarden Dollar. Zum Jahresende war von beiden noch nichts bezahlt: 30,0 Millionen Dollar standen als Forderung in der Bilanz, zum 30. Juni 2026 noch 24,0 Millionen Dollar. Im Jahr darauf folgte ein weiteres Geschäft im selben Kreis:

„During the three and six months ended June 30, 2026, the Company recognized an impairment loss of approximately $55.4 million related to its investment in Vivasor.“

Übersetzung: „In den drei und sechs Monaten bis zum 30. Juni 2026 erfasste das Unternehmen eine Wertminderung von rund 55,4 Millionen Dollar auf seine Beteiligung an Vivasor.“

— Datavault AI, Quartalsbericht 10-Q für das zweite Quartal 2026, Note 10

Markierter Satz aus Note 10 des Datavault-Quartalsberichts vom 19. August 2026: Wertminderung von rund 55,4 Millionen Dollar auf die Vivasor-Beteiligung; davor der Kauf von rund 2 Prozent an Vivasor für 56,2 Millionen Dollar in eigenen Aktien, danach der Restbuchwert von 0,8 Millionen Dollar
Quartalsbericht vom 19. August 2026, Note 10: Vor der Markierung steht, dass Henry Ji, eine nahestehende Person, Vivasor führt und Datavault rund 2 Prozent an Vivasor für 56,2 Millionen Dollar in eigenen Aktien kaufte; danach der Restbuchwert von rund 0,8 Millionen Dollar zum 30. Juni 2026. Quelle: Form 10-Q, Q2 2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Alltagssprache: Datavault gab Vivasor 75,9 Millionen eigene Aktien für einen Anteil von rund 2 Prozent und schrieb diesen Anteil noch im selben Quartal fast vollständig ab. Vivasor wird von Henry Ji geführt, der zugleich Vorsitzender, Vorstandschef und Präsident von Scilex ist; so steht es in der Einladung zur Hauptversammlung vom 30. Oktober 2026 (mehr zu Scilex in unserer Scilex-Aktienanalyse). Die Verbindungen gehen weiter: Im ersten Halbjahr 2026 kaufte Datavault ein Patent von drei Erfindern, darunter Henry Ji und Scilex-Finanzchef Stephen Ma, für 7,5 Millionen Aktien. Und am 20. August 2026 übertrug Scilex 50 Millionen Datavault-Aktien an Vivasor, als Auszahlung aus einer Kreditlinie, die Scilex Vivasor eingeräumt hatte. Der Anteil von Scilex an Datavault sank von rund 43 Prozent Ende 2025 auf 17,2 Prozent im August 2026; die Einladung zur Hauptversammlung nennt für den 26. Oktober 2026 noch 15,9 Prozent, Vivasor hält 4,9 Prozent. Merksatz: Wenn Kunde, Lieferant, Großaktionär und Beteiligung aus demselben Kreis kommen, sagt der Umsatz wenig darüber, was ein fremder Käufer zahlen würde.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Große Zusagen auf einer fast leeren Kasse

Mit 1,4 Millionen Dollar Kasse zum 30. Juni 2026 hat Datavault Verpflichtungen in einer ganz anderen Größenordnung eingegangen: 25 Millionen Dollar nicht erstattungsfähige Gebühren für eine geplante Finanzierung über bis zu 2 Milliarden Dollar durch Helmex Global, von denen bis Ende Juni 5 Millionen Dollar bezahlt waren; rund 86,2 Millionen Dollar in bar für CyberCatch; 35 Millionen Dollar Kapital für die Spezialbank in Wyoming. Zusammen sind das rund 141 Millionen Dollar offene Zusagen (20 Millionen Helmex-Restgebühr, 86,2 Millionen CyberCatch, 35 Millionen Bankkapital), den Kaufpreis für WDT noch nicht eingerechnet. Bezahlt werden soll das laut Quartalsbericht mit neuem Eigen- oder Fremdkapital.

Eine Quelle dafür steht im Pflichtbericht vom 19. August 2026: eine Wandelanleihe über 25,03 Millionen Dollar an Streeterville Capital, dazu 15 Millionen Aktien im Voraus. Ab dem 1. Januar 2027, unter einer Bedingung schon ab dem 1. Oktober 2026, darf der Investor zu 92 Prozent des niedrigsten volumengewichteten Tagesdurchschnittskurses der letzten sieben Handelstage in Aktien wandeln — je tiefer der Kurs, desto mehr Aktien. Einen begrenzten Teil darf er zu diesem Marktpreis schon zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember 2026 wandeln, sofern ein in der Anleihe definiertes „Limited Redemption Event“ eingetreten ist. Seit dem 15. Oktober 2026 gilt eine Untergrenze von 0,0632 Dollar — ausdrücklich für den festen Wandlungspreis, ob auch für die Marktpreis-Wandlung, lässt die Meldung offen; am 27. Oktober 2026 fiel die Aktie im Handelsverlauf bis 0,0605 Dollar und schloss bei 0,067 Dollar. Für die Wandlung hat Datavault 300 Millionen Aktien reserviert. Würde der gesamte Nennbetrag zur Untergrenze gewandelt, entstünden nach unserer Überschlagsrechnung rund 396 Millionen neue Aktien, knapp 40 Prozent der 1,03 Milliarden Aktien vom 26. Oktober 2026 — mehr als reserviert. Weil die Nasdaq-Regel 5635(d) die Ausgabe ohne Zustimmung der Aktionäre begrenzt, sollen diese am 16. Dezember 2026 über eine Freigabe über diese Grenze hinaus abstimmen; die Firma warnt selbst, das könne die bisherigen Aktionäre erheblich verwässern. Ebenfalls neu ist eine Regel vom 1. Oktober 2026: Board-Mitglieder, die im Zuge bestimmter Transaktionen ausscheiden, bekommen ihre noch nicht fälligen Aktienzusagen sofort und nach mindestens zwei Jahren Amtszeit zusätzlich einen Beratervertrag über 72.000 Dollar und 120.000 Aktien. Angewendet wurde sie bereits zweimal: Robert Tobias (2. Oktober) und Wendy Wilson (12. Oktober 2026) machten ihre Board-Sitze für Vertreter des übernommenen Werbemarktplatzes NYIAX frei und haben Anspruch auf diese Leistungen.

Bewertung: Was die Börse für Datavault AI bezahlt

Beim Schlusskurs von 0,0719 Dollar am 30. Oktober 2026 und 1.029.489.970 Aktien (Stand 26. Oktober 2026 laut Einladung zur Hauptversammlung) ist Datavault an der Börse rund 74 Millionen Dollar wert. Die Fundamentaldaten rechneten am 31. Oktober 2026 noch mit den 949,7 Millionen Aktien vom 19. August 2026 und kamen so auf rund 68 Millionen Dollar; die Kennzahlen oben auf dieser Seite tragen ihren eigenen Datenstand. Dazu kommen 46,6 Millionen Aktien aus Optionsscheinen und 0,9 Millionen ausgegebene, aber noch nicht unverfallbare Aktienzusagen (RSUs). Zur Gegenprobe: Am 17. August 2026 nannte der Wertpapierprospekt einen letzten Kurs von 0,3203 Dollar bei 855,8 Millionen Aktien, also rund 274 Millionen Dollar. Was steht dem gegenüber? Unsere Überschlagsrechnung zum 30. Juni 2026, unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden Neufassung:

Wasserfalldiagramm zum Datavault-Eigenkapital am 30. Juni 2026 in Millionen US-Dollar: 245,9 laut Quartalsbericht, minus 49,0 Bitcoin-Korrektur, minus 127,5 Goodwill und immaterielle Werte, Rest 69,4; davon Kasse 1,4
Vom ausgewiesenen Eigenkapital von 245,9 Millionen Dollar bleiben nach Abzug der angekündigten Bitcoin-Korrektur (49,0 Millionen) und der Firmenwerte und immateriellen Werte (127,5 Millionen) rund 69,4 Millionen Dollar; die Kasse machte davon 1,4 Millionen aus. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q vom 19. August 2026 und Pflichtmeldung 8-K vom 26. Oktober 2026; Abzug und Rest sind unsere vorläufige Rechnung, unter der Annahme unveränderter Schulden. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: Nach der Bitcoin-Korrektur blieben rund 196,9 Millionen Dollar Eigenkapital; der Börsenwert lag also bei rund dem 0,4-Fachen. Klingt billig — aber 127,5 Millionen davon sind Firmenwerte und immaterielle Werte aus Zukäufen und Patentkäufen, die oft mit eigenen Aktien bezahlt wurden.
  • Was bleibt: Hinter den übrigen rund 69,4 Millionen Dollar stehen als größte Posten 40,1 Millionen Dollar Vorauszahlungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte und 24,0 Millionen Dollar Forderungen gegen nahestehende Firmen. Bargeld: 1,4 Millionen.
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis: Auf den Umsatz 2025 von 39,1 Millionen Dollar gerechnet rund 1,9. Ohne die Patentlizenzen an Vivasor und Scilex blieben 9,1 Millionen Dollar Umsatz — dann rund 8.
  • Kein Kurs-Gewinn-Verhältnis: Ohne Gewinn sinnlos.

Der Blick der Profis hilft kaum: Laut Fundamentaldaten stufen zwei Analysten die Aktie ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,00 Dollar (Stand 31. Oktober 2026). Durchschnitt heißt: alle Kursziele zusammengezählt und gleichmäßig verteilt — bei nur zwei Einstufungen ist das kein Konsens. Das Ziel liegt beim rund 28-Fachen des Kurses vom 30. Oktober 2026. Wichtiger ist eine Frist: Seit dem 9. Januar 2026 schließt die Aktie unter einem Dollar (Quelle: Fundamentaldaten), am 24. Februar 2026 kam das Mahnschreiben der Nasdaq. Die Börse hat Datavault bis zum 22. Februar 2027 Zeit gegeben, wieder an zehn Handelstagen in Folge mindestens einen Dollar zu erreichen; die Firma nennt dafür ausdrücklich eine Zusammenlegung von Aktien als Weg. Am 30. Oktober 2026 hat sie diese auf die Tagesordnung der Hauptversammlung am 16. Dezember 2026 gesetzt: ein Verhältnis zwischen 1:2 und 1:50, das der Board innerhalb von zwölf Monaten festlegt. Erst ab etwa 1:14 läge der Kurs vom 30. Oktober 2026 rechnerisch über einem Dollar. Es wäre die dritte Zusammenlegung seit 2023 — und sie ändert nichts am Wert deines Anteils, nur an der Zahl deiner Aktien.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Datavault AI spricht:

  • Echtes operatives Wachstum. Umsatz im ersten Halbjahr 2026 von 10,1 Millionen Dollar nach 2,4 Millionen im Vorjahr, vor allem aus dem Event-Geschäft und API Media; Bruttomarge im zweiten Quartal 43 Prozent.
  • Patente und bekannte Audio-Kunden. Laut Geschäftsbericht nutzen Bang & Olufsen, Harman Kardon und Klipsch die Funkmodule.
  • Zeit an der Nasdaq. Frist für den Mindestkurs bis 22. Februar 2027.
  • Neue Prüfer, offene Forderung. Seit Juli 2026 prüft CBIZ; die Neufassung kann Klarheit schaffen. Die Firma versucht laut Meldung, das Geld von Scilex einzutreiben oder die Mitwirkung von Biconomy zu erreichen.

Was dagegen spricht:

  • Zahlen ohne Gültigkeit. Vier Abschlüsse seit dem dritten Quartal 2025 gelten als nicht verlässlich, ein Termin für die Neufassung fehlt.
  • Fortführung fraglich. Kasse von 1,4 Millionen Dollar zum 30. Juni 2026, Zweifel an der Fortführung nicht ausgeräumt, Kurzfristkredit vom Mai 2026 zu 183,5 Prozent effektivem Jahreszins.
  • Nahestehende Firmen. 77 Prozent des Umsatzes 2025 aus Lizenzen an Vivasor und Scilex, Forderungen von 24,0 Millionen Dollar, Vivasor-Anteil fast vollständig abgeschrieben.
  • Verwässerung. Aktienzahl seit Ende 2024 fast verzwanzigfacht, Wandelanleihe mit Marktpreis-Wandlung, 300 Millionen Aktien reserviert, genehmigt sind 2 Milliarden.
  • Zusagen über der Kasse. Helmex-Restgebühr, CyberCatch, Spezialbank — zusammen rund 141 Millionen Dollar und damit mehr als der Börsenwert.
  • Delisting-Gefahr. Kurs deutlich unter einem Dollar; ohne Erfolg bis Februar 2027 droht die Streichung von der Nasdaq.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an den Kontoauszug und den Automaten? Bei Datavault hat der Automat gesprochen — und die Firma hat ihm am 26. Oktober 2026 selbst recht gegeben. Der Autoritätseffekt war in diesem Fall besonders verführerisch: ein geprüfter Geschäftsbericht, Lizenzen mit Milliarden-Meilensteinen, ein Großaktionär, der in Bitcoin bezahlt. Nichts davon war erfunden. Aber jedes dieser Papiere sagt heute weniger, als es versprach.

Ist damit alles verloren? Nicht zwingend. Datavault hat Kunden, Mitarbeiter, Patente und bis Februar 2027 Zeit an der Nasdaq. Doch die Firma muss zuerst ihre eigenen Zahlen neu schreiben, dann Geld eintreiben, das nahestehende Partner schulden, und gleichzeitig Zusagen bezahlen, die ihre Kasse um ein Vielfaches übersteigen. Die nächsten Prüfsteine sind klar: die neu gefassten Abschlüsse, der Quartalsbericht zum 30. September 2026 mit Kasse und Aktienzahl, der Verbleib der Bitcoin bei Biconomy und die Abstimmung über die Zusammenlegung der Aktien und die Wandelanleihe auf der Hauptversammlung am 16. Dezember 2026.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen und Datenstand

Datenstand: Unternehmenszahlen zum 31. Dezember 2025 (Geschäftsjahr 2025) beziehungsweise zum 30. Juni 2026 (jüngster Periodenbericht vom 19. August 2026); alle Zahlen ab dem dritten Quartal 2025 stehen unter dem Vorbehalt der Pflichtmeldung vom 26. Oktober 2026. Die Liste der SEC-Filings haben wir bis zum 31. Oktober 2026 gesichtet. Kurse: Schlusskurse vom 24. Oktober 2025, 26., 27. und 30. Oktober 2026, das Tagestief vom 27. Oktober 2026 sowie der im Prospekt genannte Kurs vom 17. August 2026. Rechnerische Werte (Börsenwert, Vervielfachung der Aktienzahl, Anteil nach Verwässerung, Eigenkapital nach Korrektur, Kurs-Buchwert- und Kurs-Umsatz-Verhältnis, mögliche Wandlungsaktien, Summe der Zusagen, Mindestverhältnis der Zusammenlegung) sind unsere Überschlagsrechnung und als solche benannt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien mit Kursen unter einem Dollar können extrem schwanken; ein Verlust des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust ist möglich. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 6,5 3,4 2,1 2,7 39,1
Betriebsergebnis (EBIT) -11,5 -18,0 -21,5 -21,1 -32,5
Nettogewinn -11,8 -16,2 -18,7 -51,4 -79,0
Nettomarge -180,7 % -480,0 % -898,8 % -1.922,6 % -202,1 %
Gewinn je Aktie -190,62 $ -7,29 $ -5,39 $ -12,25 $ -0,52 $

Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Unser Fazit auf einen Blick

Verlässlichkeit der Zahlen negativ
Abschlüsse Q3 2025 bis Q2 2026 laut 8-K vom 26.10.2026 nicht mehr verlässlich, Neufassung ohne Termin; Prüfer BPM am 15.06.2026 zurückgetreten.
Liquidität negativ
Kasse 1,4 Mio. $ zum 30.06.2026, 80,0 Mio. $ Mittelabfluss im ersten Halbjahr, Fortführung zweifelhaft; 49,0 Mio. $ Bitcoin bei Biconomy nicht abrufbar.
Nahestehende Firmen negativ
77 % des Umsatzes 2025 aus Lizenzen an Vivasor und Scilex; Vivasor-Anteil für 56,2 Mio. $ in Aktien gekauft und um 55,4 Mio. $ abgeschrieben (Q2 2026).
Verwässerung negativ
Aktienzahl von 52,0 Mio. (31.12.2024) auf 1.029,5 Mio. (26.10.2026); Wandelanleihe mit Marktpreis-Wandlung und Untergrenze 0,0632 $, Freigabe über die Nasdaq-Grenze am 16.12.2026 zur Abstimmung.
Operatives Geschäft neutral
Umsatz H1 2026 10,1 Mio. $ nach 2,4 Mio. $, Bruttomarge Q2 2026 43 %; unter Korrekturvorbehalt, Zukäufe treiben das Wachstum.

Datavault AI hat seine Abschlüsse seit dem dritten Quartal 2025 für nicht verlässlich erklärt, weil die Bitcoin des Großaktionärs Scilex nicht als eigenes Vermögen gelten und sich nicht abheben lassen. Kasse fast leer, Fortführung zweifelhaft, Umsatz und Vermögen hängen an nahestehenden Firmen, die Aktienzahl hat sich fast verzwanzigfacht. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Substanzrisiko

Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.

Rot, weil die Firma vier Abschlüsse für nicht mehr verlässlich erklärt, der Zweifel an der Fortführung laut Quartalsbericht nicht ausgeräumt ist, die Kasse zum 30. Juni 2026 bei 1,4 Millionen Dollar lag, die Nasdaq-Notierung an einer Frist bis Februar 2027 hängt und nahestehende Firmen 2025 drei Viertel des Umsatzes stellten — der niedrige Kurs ist eine Preisfrage, die Entscheidung liegt bei dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Anlass dieser Analyse war die Erfassung im hauseigenen Reddit-Hype-Scanner Ende Oktober 2026 und der Kurssturz von 0,133 $ (26.10.2026) auf 0,067 $ (27.10.2026) nach der Pflichtmeldung zur Bilanzkorrektur, nicht ein Kennzahlen-Treffer.
  • Alle Zahlen ab dem dritten Quartal 2025 stammen aus Berichten, die Datavault am 26.10.2026 für nicht mehr verlässlich erklärt hat; die Korrektur ist laut Firma vorläufig, ungeprüft und kann weitere Fehler aufdecken.
  • Grundlage: 10-K 2024 (31.03.2025) und 2025 (18.03.2026), 10-Q Q1 und Q2 2026 (15.05. und 19.08.2026), 8-K bis 26.10.2026, 424B5 (19.08.2026), SC 13D/A Scilex (24.08.2026), PRE 14A (30.10.2026); SEC-Filing-Liste bis 31.10.2026 gesichtet, kein Form 15, kein Form 25.
  • Rechnerische Werte sind unsere Überschlagsrechnung: Börsenwert aus 1.029.489.970 Aktien (26.10.2026) mal 0,0719 $ (30.10.2026); Eigenkapital nach Korrektur = 245,9 minus 49,0 Mio. $ unter der Annahme unveränderter Schulden; mögliche Wandlungsaktien = 25,03 Mio. $ geteilt durch 0,0632 $, ohne Zinsausgleich.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 31. Oktober 2026. Was sich seitdem bei DVLT geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.

Die komplette Analyse als PDF für später

Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu Datavault AI Inc. (DVLT) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.

Wir bestätigen Deine Adresse zuerst per Mail (Double-Opt-in). Du kannst Dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.

Häufige Fragen

Datavault AI aus Philadelphia, bis Februar 2025 WiSA Technologies, verkauft Funkmodule für kabellose Lautsprecher, betreibt über zugekaufte Firmen Event- und Mediendienste und baut eine Plattform zur Bewertung und Vermarktung von Daten. Den größten Teil des Umsatzes 2025 brachten Patentlizenzen an die nahestehenden Firmen Vivasor und Scilex.

Am 26. Oktober 2026 meldete Datavault, dass die Bitcoin, mit denen Scilex 2025 Aktien bezahlt hatte (1.309,04 gutgeschrieben, zum 30. Juni 2026 noch 837 in der Bilanz), nicht als eigenes Vermögen hätten gebucht werden dürfen. Betroffen sind die Berichte zum 30. September 2025, zum Geschäftsjahr 2025, zum 31. März und zum 30. Juni 2026. Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2026 soll laut vorläufiger, ungeprüfter Schätzung um 49,0 Millionen Dollar sinken.

Scilex schrieb Datavault 2025 insgesamt 1.309,04 Bitcoin auf einem Konto bei der Plattform Biconomy gut, nur in deren Büchern und nicht auf der Blockchain. 491,431 Bitcoin kaufte Scilex für rund 40,5 Millionen Dollar zurück. Eine im Juni 2026 beantragte Auszahlung auf ein externes Konto war bis zum 26. Oktober 2026 nicht möglich.

Am 26. Oktober 2026 gab es 1.029.489.970 Datavault-Aktien, Ende 2024 waren es 52,0 Millionen — fast das 20-Fache. Dazu kommen 46,6 Millionen Aktien aus Optionsscheinen und mögliche neue Aktien aus einer Wandelanleihe über 25,03 Millionen Dollar, für die Datavault 300 Millionen Aktien reserviert hat. Genehmigt sind 2 Milliarden Aktien; 2023 und 2024 wurden die Aktien bereits zweimal zusammengelegt, eine dritte Zusammenlegung steht am 16. Dezember 2026 zur Abstimmung.

Scilex ist Großaktionär, Kunde und Geldgeber zugleich. Ende 2025 hielt Scilex rund 43 Prozent der Aktien; mit unveränderter Stückzahl (163,8 Millionen laut Meldung vom 24. August 2026) sind das wegen der höheren Gesamtzahl am 26. Oktober 2026 rund 15,9 Prozent. Scilex bezahlte Aktien in Bitcoin, gab kurzfristige Vorschüsse zu 15,42 Prozent Zins und nahm 2025 eine Patentlizenz für 10,0 Millionen Dollar. Vivasor, ebenfalls Lizenznehmer, wird von Henry Ji geführt, der auch Scilex leitet.

Die Aktie schließt seit dem 9. Januar 2026 unter einem Dollar, am 24. Februar 2026 kam das Mahnschreiben der Nasdaq. Die Börse gab Datavault bis zum 22. Februar 2027 Zeit, an zehn Handelstagen in Folge wieder mindestens einen Dollar zu erreichen; über eine Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis 1:2 bis 1:50 sollen die Aktionäre am 16. Dezember 2026 abstimmen. Gelingt das nicht, droht die Streichung von der Börse, gegen die Datavault Einspruch einlegen könnte.

Nur bedingt. Datavault nennt sich KI-Plattform und baut seine Datenbörse auf IBMs watsonx.ai, die Kosten dafür stehen in der Forschung. Eine KI-Umsatzquelle belegen die Berichte aber nicht: 2025 kam der Umsatz aus Patentlizenzen, Live-Events und Audio-Bausteinen. Unsere KI-Einstufung lautet deshalb „nutzt KI“.

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