7C Solarparken: Die Aktie kostet zwei Drittel des Buchwerts — und der Vorstand plant selbst, dass das EBITDA bis 2030 auf 31 Millionen Euro fällt
7C Solarparken betreibt 504 MWp Solar- und Windparks, verdient verlässlich Geld und kauft eigene Aktien unter Buchwert zurück. Doch zwei Drittel der Stromerlöse stammen aus Altanlagen, deren feste Vergütung zwischen 2027 und 2030 ausläuft. Das Unternehmen rechnet deshalb selbst mit einem sinkenden Gewinn. Wir haben Halbjahresbericht 2026, Konzernabschluss 2025 und Roadmap 2030 gelesen. Ob hier ein Schnäppchen liegt oder ein Vermögen, das planmäßig abschmilzt, entscheidet nicht der Buchwert, sondern der Kalender.
Stand heute
Stand: 25. September 2026
- Schlusskurs
- 1,80 € +0,28 %
- Marktkapitalisierung
- 0,1 Mrd. €
- Wachstums-Score
- 6/10
- AAQS
- 3/10
Kursentwicklung seit 25. September 2026: -0,3 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 1,50 € bis 2,00 € · Letzter Kurs: 1,80 € (Stand: 25. September 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt einen Reflex, den fast jeder Anleger kennt: Kostet eine Aktie weniger, als das Unternehmen laut eigener Bilanz wert ist, fühlt sich der Kauf an wie ein Fund auf dem Flohmarkt. Man bekommt einen Euro Vermögen für 67 Cent — was soll da schiefgehen? Börsianer haben für die Kehrseite dieses Reflexes einen eigenen Namen: die Wertfalle. Etwas wirkt billig, weil wir den Preis mit einem Buchwert vergleichen, aber wir übersehen, dass dieser Buchwert selbst schmilzt. Der Flohmarktfund ist dann ein Eisblock, der in der Sonne liegt.
Bei 7C Solarparken ist der Reflex besonders stark. Am 25. September 2026 kostete die Aktie 1,805 Euro. Der Buchwert je Aktie lag zum 30. Juni 2026 laut Unternehmen bei 2,71 Euro — die Börse bewertete den Konzern also mit rund zwei Dritteln seines bilanziellen Eigenkapitals. Der Vorstand sieht das genauso: Im Halbjahresbericht schreibt er, das Verhältnis von Kurs zu Buchwert sei „deutlich kleiner als eins“, und kauft deshalb laufend eigene Aktien zurück. Vorstandschef Steven De Proost formulierte es im April 2026 noch schärfer: „Der Markt bewertet uns weiterhin wie einen geschlossenen Abwicklungsfonds. Das sind wir nicht.“
Machen wir einen Deal: Wir prüfen diesen Satz gegen das, was 7C Solarparken selbst veröffentlicht hat — den Halbjahresbericht 2026 vom 22. September 2026, den testierten Konzernabschluss 2025 und den Geschäftsplan „Roadmap Towards 2030“. Das Spannungsfeld dieser Analyse lautet: Die Solarparks liefern verlässlich Geld, und gemessen an der Bilanz ist die Aktie günstig — aber das Unternehmen plant selbst, dass sein operativer Gewinn (EBITDA) von 59,6 Millionen Euro im Jahr 2025 auf rund 31 Millionen Euro im Jahr 2030 sinkt, weil die bestbezahlten Altanlagen aus der Förderung fallen. Schnäppchen oder ehrlich bepreister Eisblock? Am Ende entscheidest du.
Was 7C Solarparken eigentlich macht — Stromerzeuger mit Festpreisen auf Zeit
7C Solarparken mit Sitz in Bayreuth ist ein sogenannter unabhängiger Stromerzeuger: Das Unternehmen besitzt und betreibt Solarparks und zwei Windräder und verkauft den Strom. Zum 30. Juni 2026 umfasste das Portfolio 504 MWp Leistung, davon 498 MWp Solar in 269 Parks und 6 MW Wind. 434 MWp stehen in Deutschland — vor allem in Bayern (182 MWp), Sachsen-Anhalt (79 MWp) und Mecklenburg-Vorpommern (37 MWp) —, 64 MWp sind Dachanlagen in Belgien. Die Parks sind klein: rund 1,7 MWp je Anlage. Nach Unternehmensangaben erzeugt das Portfolio rund 472 Gigawattstunden Strom im Jahr, genug für mehr als 147.000 Drei-Personen-Haushalte. Dazu kommen eigene Grundstücke (207 Hektar), die Verwaltung fremder Solarparks mit 36,5 MWp und seit 2026 erste Batteriespeicher.
Das Geschäftsmodell ist einfacher als bei fast jeder anderen Aktie: Fast das gesamte deutsche Portfolio erhält über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine feste Vergütung für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Ein Alltagsbild: Jeder Solarpark ist eine vermietete Wohnung mit einem Mietvertrag über 20 Jahre, dessen Miete beim Einzug festgeschrieben wurde. Wer 2008 einen Solarpark ans Netz brachte, bekommt bis heute einen Preis, von dem neue Anlagen nur träumen können. Das Wichtige ist aber die Kehrseite: Jeder dieser Mietverträge hat ein Enddatum. Danach muss die Wohnung zum Marktpreis weitervermietet werden — und genau um diese Enddaten dreht sich diese Analyse.
Einige Hintergrunddaten gehören dazu. Die heutige 7C Solarparken AG ist der frühere Börsenmantel der Colexon Energy AG, die 7C Solarparken im September 2014 übernahm; die Aktie notiert im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard). Den Vorstand bilden Steven De Proost (Vorsitz), Koen Boriau (Finanzen) und Philippe Cornelis (Technik); im ersten Halbjahr 2026 beschäftigte der Konzern rund 30 Mitarbeiter. Die Parks gehören jeweils eigenen Projektgesellschaften und sind in der Regel zu 35 Prozent mit Eigenkapital und zu 65 Prozent mit Bankkrediten finanziert.
Die Firmengeschichte für Anleger
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2014
Übernahme der Colexon Energy AG
7C Solarparken übernahm im September 2014 die börsennotierte Colexon; aus dem alten Börsenmantel wurde ein reiner Betreiber von Solarparks.
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2022
Rekordjahr in der Energiekrise
EBITDA 74,7 Mio. € bei sehr hohen Strompreisen, Dividende 0,12 € je Aktie — der Höhepunkt, an dem spätere Jahre nicht gemessen werden sollten.
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2024
Betrugsfall Reuden Süd
Das bezahlte Darlehen und die Anteile waren bereits verpfändet, Verkäufer und Baufirma insolvent. 5,4 Mio. € Belastung im EBITDA, keine Dividende für 2024.
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2025
Roadmap 2030 veröffentlicht
Das Unternehmen plant offen ein sinkendes EBITDA von rund 31 Mio. € im Jahr 2030 und setzt auf Rückkäufe, neue Parks und Batterien statt Dividenden.
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2026
März: Reuden Süd am Netz
Der 20-MWp-Park liefert nach dem Betrugsfall Strom zu rund 87 €/MWh; erwartet sind mindestens 1,5 Mio. € Umsatz im Jahr.
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2026
Mai: Rückkaufangebot fast vierfach überzeichnet
6.696.310 Aktien wurden zu 1,90 € angedient, 26 % angenommen. Auch der Vorstandschef verkaufte für 777.467 € in das Angebot.
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2026
September: Halbjahr über Plan
EBITDA 28,9 Mio. € statt geplanter 27 Mio., Prognose 2026 bestätigt; Wertminderung von 5,4 Mio. € wegen gestiegener Zinsen.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Über Neugier anderer Anleger: Ende September 2026 tauchte 7C Solarparken in der Rangliste der meistdiskutierten Werte bei wallstreet-online auf. Das ist ein Aufmerksamkeitssignal und ausdrücklich kein Kaufargument — eine Aktie wird besprochen, weil sie jemanden interessiert, nicht weil sie gut ist.
Spannender ist, was unser hauseigener Aktien-Scanner zu dem Titel sagt. Zum 27. September 2026 erfüllte 7C Solarparken genau eine unserer Scanner-Strategien, und zwar einen Warnsignal-Scanner: den Beneish M-Score. Dieser Wert, entwickelt von dem Wirtschaftsprofessor Messod Beneish, vergleicht acht Kennzahlen aus zwei aufeinanderfolgenden Jahresabschlüssen — etwa Forderungen gegen Umsatz, Abschreibungstempo und Margenverlauf. Liegt er über minus 1,78, gilt das als Hinweis, genauer hinzusehen. 7C Solarparken kam auf minus 1,22. Zur Einordnung: Der Scanner schlug zum selben Stichtag bei 2.953 Aktien weltweit an, darunter 83 aus Deutschland; er ist ein grobes Sieb, kein Urteil. Welche der acht Kennzahlen den Ausschlag gibt, weist er nicht einzeln aus. Wir haben deshalb in den Berichten nachgesehen: Die großen Sprünge zwischen 2024 und 2025 sind dort erklärt — hohe Wertminderungen auf die Solarparks und Einmalerträge —, und der Abschlussprüfer RSM Ebner Stolz hat den Konzernabschluss 2025 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Hinweise auf eine geschönte Bilanz haben wir nicht gefunden. Der Piotroski-Score, ein Neun-Punkte-Test für die Gesundheit der Bücher, steht bei 6 von 9: okay, nicht gut.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Zuerst das, was wirklich beeindruckt. 7C Solarparken ist eine Geldmaschine mit sehr wenig Kosten: Von 65,7 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025 blieben 59,6 Millionen Euro EBITDA übrig, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — eine Marge von 90,8 Prozent. Die Kennzahl, an der das Unternehmen sich selbst misst, ist der Cashflow je Aktie: EBITDA minus tatsächlich gezahlte Zinsen, Steuern und Pachten, geteilt durch die Zahl der Aktien. Er lag 2025 bei 0,59 Euro, nach 0,44 Euro im Jahr 2024. Und die Schulden sinken zuverlässig: Die Nettoverschuldung fiel von 176,5 Millionen Euro Ende 2021 auf 96,3 Millionen Ende 2025 und 87,4 Millionen Euro zum 30. Juni 2026; die Eigenkapitalquote stieg im selben Zeitraum von 38,8 auf 44,5 Prozent.
Die Grafik zeigt aber auch, warum man die Jahre nicht einfach fortschreiben darf: Das EBITDA lag 2021 bei 48,6 Millionen Euro, 2022 bei 74,7 und 2023 bei 61,6 Millionen Euro — eine gerade Linie ist das nicht. Das Hoch von 74,7 Millionen Euro im Jahr 2022 kam aus der Energiekrise, als die Strompreise an der Börse weit über den festen Vergütungen lagen. Das Jahr 2024 war mit 47,2 Millionen Euro belastet, unter anderem durch eine Abschreibung von 5,4 Millionen Euro auf eine Forderung im Projekt Reuden Süd, zu dem wir weiter unten kommen. Und das gute Jahr 2025 enthielt 4,2 Millionen Euro Entschädigungen der Netzbetreiber für Zwangsabschaltungen, 1,1 Millionen Euro Versicherungs- und Rückerstattungen sowie 4,3 Millionen Euro Einmaleffekte aus dem Verkauf einer Anlage sowie aufgelösten Rückstellungen und weggefallenen Verbindlichkeiten. Unter dem Strich stand trotz des hohen EBITDA ein Konzernverlust von 6,5 Millionen Euro, auf die Aktionäre entfielen minus 7,8 Millionen Euro (minus 0,10 Euro je Aktie) — wegen Wertminderungen von 21,2 Millionen Euro, um die es in der zweiten unbequemen Wahrheit geht. Eine Dividende gab es für 2024 und 2025 nicht mehr; zuletzt wurden für 2022 noch 0,12 Euro und für 2023 0,06 Euro je Aktie gezahlt.
Das erste Halbjahr 2026: über Plan, aber unter Vorjahr
Am 22. September 2026 hat 7C Solarparken den Halbjahresbericht veröffentlicht. Die Kernzahlen: Umsatz 35,1 Millionen Euro (Vorjahr 35,9 Millionen, minus 2,2 Prozent), EBITDA 28,9 Millionen Euro (Vorjahr 32,8 Millionen, minus 11,9 Prozent). Das klingt schlechter, als es gemessen an der eigenen Planung ist: Die Jahresprognose unterstellte für das erste Halbjahr nur 27 Millionen Euro EBITDA. Unter dem Strich stand ein kleiner Gewinn von 0,6 Millionen Euro nach einem Verlust von 2,8 Millionen im Vorjahreshalbjahr; der Cashflow je Aktie lag bei 0,31 Euro (Vorjahr 0,33 Euro) — bei einer um 7,4 Prozent geringeren Aktienzahl.
Die Produktion stieg um 3,7 Prozent auf 231 Gigawattstunden, weil neue Parks — zuletzt Reuden Süd — die Leistung erhöhten; je installiertem Kilowatt wurde wegen schwächerer Sonne und mehr Abschaltungen weniger Strom erzeugt. Der erzielte Preis je Megawattstunde — Stromerlöse geteilt durch die erzeugte Menge — sank aber von 159 auf 150 Euro. Der Hauptgrund: Eine Absicherung, die 2025 für 120 MWp einen Preis von 70 Euro je Megawattstunde fixiert hatte, lief aus; die neue Absicherung für 100 MWp im zweiten und dritten Quartal 2026 liegt bei rund 40 Euro. Das Marktumfeld hat sich dagegen erstmals seit Jahren leicht verbessert: Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen sank im Halbjahr von 389 auf 295, der Marktwert für Solarstrom stieg von 36 auf 44 Euro je Megawattstunde.
Die Prognose für 2026, veröffentlicht mit dem Konzernabschluss am 1. April 2026, hat der Vorstand bestätigt: 66,5 Millionen Euro Umsatz, 50,0 Millionen Euro EBITDA und 0,50 Euro Cashflow je Aktie. Für das vierte Quartal besteht keine Preisabsicherung mehr; das Unternehmen verweist auf eine Terminpreiskurve von über 120 Euro je Megawattstunde als „zusätzliches Potenzial“. Die Nettoverschuldung soll bis Jahresende wieder steigen, weil 7C Solarparken sein Batterieprogramm beschleunigt: Für 2026 und 2027 sind Investitionen von 26 Millionen Euro vertraglich gebunden, darunter 34 MW Batteriespeicher und 18 MWp neue Solarleistung. Wer sich für die Wirtschaftlichkeit großer Stromspeicher interessiert, findet in unserer Eos-Energy-Analyse die Sicht eines Herstellers.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Ein Drittel der Anlagen bringt zwei Drittel der Stromerlöse — und fällt aus der Förderung
Das ist der Kern dieser Analyse, und das Unternehmen verschweigt ihn nicht. In der Präsentation zur Roadmap 2030 vom 18. September 2025 hat 7C Solarparken das Portfolio aufgeschlüsselt: Die deutschen Anlagen, die vor 2016 ans Netz gingen und eine feste Einspeisevergütung erhalten, hatten 165 MWp Leistung — ein Drittel des Portfolios. Sie brachten aber 43 von 65 Millionen Euro Stromerlösen im Jahr, zu einem Preis von 274 Euro je Megawattstunde. Die neueren deutschen Anlagen ab 2016 kamen mit 265 MWp (davon damals 20 MWp noch nicht am Netz) nur auf 17 Millionen Euro, zu 68 Euro je Megawattstunde. Bezogen auf das damalige Portfolio von 494 MWp heißt das: Die Altanlagen stellten 33 Prozent der Leistung und brachten 66 Prozent der Stromerlöse, die neueren deutschen Anlagen 54 Prozent der Leistung und 26 Prozent der Erlöse, die belgischen Dächer 13 Prozent der Leistung und 8 Prozent der Erlöse.
Und diese Altanlagen verlieren ihre Förderung — nicht irgendwann, sondern in den nächsten vier Jahren. Der Halbjahresbericht 2026 beschreibt es so:
„Soweit der Konzern beschließt, den Betrieb zu verlängern, werden diese Solaranlagen weiterhin Strom produzieren und Erträge erwirtschaften, allerdings nicht mehr zu Einspeisevergütungssätzen von EUR 285 bis 406/MWh, sondern zum dann vorherrschenden Marktwert Solar, der nur einen Teil der ursprünglichen Einspeisevergütung ausmacht. Dies führt zu einem strukturellen Rückgang des EBITDA.“
— 7C Solarparken AG, Halbjahresbericht 2026, Abschnitt „Bestandsanlagen am Ende des Einspeisevergütungszeitraums“, Seite 27
Zur Einordnung der Größenordnung: Der Marktwert für Solarstrom lag im Gesamtjahr 2025 bei 45 Euro je Megawattstunde, im ersten Halbjahr 2026 bei 44 Euro. Eine Anlage, die bisher 350 Euro bekommt, verdient danach also nur noch einen Bruchteil. Die Roadmap rechnet vor, was das für das Bestandsportfolio heißt: Der Umsatz der bestehenden Anlagen sinkt von rund 66 Millionen Euro (Prognose 2025) auf rund 40 Millionen Euro im Jahr 2030, das EBITDA von 51 auf 28 Millionen Euro. Neue Solarparks und Batterien sollen bis 2030 zusammen nur etwa 5 Millionen Euro EBITDA beisteuern. Der Halbjahresbericht fasst es in einem Satz zusammen: „Dennoch wird das EBITDA trotz des Wachstums sinken, weil ältere, hochvergütete EEG-Anlagen aus der Förderung fallen.“ Unterm Strich plant das Unternehmen für 2030 ein Konzern-EBITDA von rund 31 Millionen Euro und einen Cashflow je Aktie von rund 0,35 Euro — der Halbjahresbericht 2026 bestätigt diese Planung.
Was wird aus den Altanlagen nach dem Förderende? Abgerissen werden sie nicht: Verlängert der Konzern den Betrieb, laufen sie zum Marktwert weiter. Zusätzlich setzt 7C Solarparken auf Repowering — neue, leistungsstärkere Module auf derselben Fläche. Seit dem „Solarpaket I“ dürfen Module unter Erhalt der Einspeisevergütung auch ohne Defekt getauscht werden; die zusätzliche Leistung wird laut Konzernabschluss 2025 aber nicht zum alten hohen Satz vergütet. Als erstes Projekt nannte die Roadmap-Präsentation im September 2025 den Park Neuhaus-Stetten, der gerade von 3 auf 7 MWp umgebaut wurde. Die Größenordnung bleibt bescheiden: Für Neubau, Erweiterungen und Repowering plant der Halbjahresbericht 2026 von 2026 bis 2029 rund 22 Millionen Euro Investitionen, die 2027 rund 0,7 und 2030 rund 1,7 Millionen Euro zum EBITDA beitragen sollen, bei einer angestrebten Rendite von mindestens 6 Prozent. Gegen einen geplanten Rückgang um fast 29 Millionen Euro ist das ein Pflaster, kein Ersatz.
Merke: Eine feste Einspeisevergütung ist ein Mietvertrag mit Enddatum. Die Bilanz zeigt den Wert der Wohnung, aber die hohe Miete läuft bei den ältesten Parks in vier Jahren aus. Wer 7C Solarparken nach dem Cashflow von 2025 bewertet, bewertet eine Miete, die es 2030 so nicht mehr gibt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Marktpreis nagt an den jüngeren Anlagen — und am Buchwert
Die jüngeren Anlagen ab 2016 haben ein anderes Problem. Sie verkaufen ihren Strom über einen Direktvermarkter an der Börse und bekommen vom Netzbetreiber einen Zuschlag bis zu ihrem garantierten Wert. In Phasen mit negativen Strompreisen — wenn an sonnigen Mittagen mehr Strom da ist, als gebraucht wird — entfällt dieser Zuschlag, sobald die negativen Preise je nach Baujahr sechs, vier oder sogar nur eine Stunde anhalten. 2025 gab es in Deutschland mit 575 Stunden so viele negative Preisstunden wie nie zuvor. Direkt kostete das 7C Solarparken nach eigener Rechnung 2025 nur etwa 0,8 Millionen Euro — die Belastung steckt woanders: in den Preisen, die sich ohne Absicherung erzielen lassen. Der Halbjahresbericht wird hier deutlich:
„Ohne neue Maßnahmen wird der Konzern daher insbesondere bei jüngeren Solaranlagen zunehmend die Auswirkungen niedrigerer Marktwerte Solar und negativer Strompreise auf die Ertragslage spüren.“
— 7C Solarparken AG, Halbjahresbericht 2026, Abschnitt „Vermarktungsmodell des deutschen Anlagenportfolios“, Seite 19
Diese Aussicht hat direkte Folgen für den Buchwert, auf den sich das Schnäppchen-Argument stützt. Der Wert eines Solarparks in der Bilanz ist keine feste Zahl, sondern eine Rechnung: künftige Erlöse, abgezinst mit einem Zinssatz. Sinken die erwarteten Preise oder steigt der Zins, sinkt der Wert. 2025 hat 7C Solarparken deshalb 21,2 Millionen Euro Wertminderungen gebucht — 20,2 Millionen auf Solar- und Windparks und 1,0 Millionen auf Firmenwert und Projektrechte. Das Management senkte dabei die langfristige Annahme für den Solarstrompreis bis 2030 auf 40 Euro je Megawattstunde. Der Konzernabschluss nennt die Gründe:
„Wesentliche Einflussfaktoren waren dabei die zunehmende Häufigkeit von Zeiträumen mit negativen Strompreisen, die sich bereits im Zeitraum der Einspeisevergütung belastend auswirkt, sowie die verringerte erwartete Ertragskraft der Solarparks für den Zeitraum nach Auslaufen der Einspeisevergütung.“
— 7C Solarparken AG, Konzernabschluss 2025, Lagebericht, Abschnitt „Abschreibungen und Wertminderungen“
Im ersten Halbjahr 2026 kamen weitere 5,4 Millionen Euro hinzu (Vorjahreshalbjahr 14,8 Millionen), diesmal nicht wegen schlechterer Preiserwartungen, sondern weil der Zinssatz für die Bewertung von 5,87 auf 6,82 Prozent stieg. Der Buchwert je Aktie stieg trotzdem leicht von 2,66 auf 2,71 Euro — auch, weil die Rückkäufe unter Buchwert ihn stützen. Merke: Der Buchwert ist kein Boden, sondern eine Schätzung, und sie wurde in 18 Monaten dreimal nach unten korrigiert.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Reuden Süd — ein Betrug, der gut ausging, aber Geld kostete
Die Geschichte des Solarparks Reuden Süd, eines der größten Solardächer Deutschlands mit 20 MWp, zeigt, dass auch ein scheinbar langweiliges Geschäft Überraschungen bereithält. Im Juni 2023 kaufte 7C Solarparken die Anteile an der Projektgesellschaft; ein Gesellschafterdarlehen über rund 5,3 Millionen Euro wurde sofort abgetreten und bezahlt, die Anteile selbst sollten erst nach dem Netzanschluss übergehen. Der Bau stockte. Nachdem 7C im Juni 2024 die Geschäftsführung der Projektgesellschaft übernommen hatte, meldete sich ein Drittinvestor mit der Behauptung, ihm seien Anteile und Darlehen schon 2021 als Sicherheit abgetreten worden. Der Konzernabschluss 2025 fasst zusammen:
„Zusammengefasst die Verkäuferin konnte weder die Gesellschafterdarlehen noch die Kommanditanteile lastenfrei an die 7C Solarparken abtreten, was einen klaren Verstoß gegen die Garantiebedingungen des Kauf- und Abtretungsvertrag vom Juni 2023 darstellt.“
— 7C Solarparken AG, Konzernabschluss 2025, Lagebericht, Abschnitt „Ziele und Strategien“, Reuden Süd
Verkäuferin und Generalunternehmer meldeten im September 2024 Insolvenz an, ihre Geschäftsführer später auch persönlich. 7C Solarparken schrieb die Forderung ab; im EBITDA 2024 schlug das mit 5,4 Millionen Euro zu Buche, und nennenswerte Rückflüsse aus den Insolvenzen erwartet der Konzern nicht. Der Vorstandschef sprach im Februar 2026 offen darüber: „Trotz des Betrugs, der 2024 aufgedeckt wurde …“ Die gute Nachricht: 7C hat das Projekt nicht aufgegeben. 2025 einigte sich der Konzern mit Bank, Drittinvestor und Insolvenzverwaltern auf Vergleichszahlungen von zusammen 3,8 Millionen Euro, setzte für die Fertigstellung ein Budget von 7,9 Millionen Euro an und brachte den Park im März 2026 ans Netz. Er erhält drei feste Ausschreibungstarife, zusammen rund 87 Euro je Megawattstunde, laut Konzernabschluss 2025 bis 2042, und soll mindestens 1,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr bringen.
Die Lehre ist zweischneidig. Das Management hat eine verfahrene Lage mit Ausdauer gelöst. Aber die Vertragsstruktur, in der Geld floss, bevor die Anteile übergingen, hat sich als Schwachstelle erwiesen: Die Garantien der Verkäuferin waren am Ende wertlos, weil sie insolvent wurde. Und gemessen an einem erwarteten Jahresumsatz von rund 1,5 Millionen Euro hat der Park viel Geld gebunden.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Rückkäufe statt Dividende — und wer die Aktien andient
Für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 hat 7C Solarparken keine Dividende mehr gezahlt; stattdessen kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück, solange sie unter Buchwert notieren. Das ist rechnerisch konsequent — wer einen Euro Buchwert für 67 Cent zurückkauft, erhöht den Buchwert je verbliebener Aktie. Von April 2025 bis zum 30. Juni 2026 kaufte der Konzern 8.136.776 Aktien für 14,87 Millionen Euro zurück, rund 1,83 Euro je Stück. 2,5 Millionen davon wurden am 27. Juli 2026 eingezogen; seither gibt es 78.867.767 Aktien. Ein weiteres Programm über bis zu 2,25 Millionen Aktien zu höchstens 1,90 Euro läuft seit dem 5. August bis spätestens 23. Dezember 2026; bis zum 18. September waren davon 157.021 Aktien gekauft. Die Roadmap sieht jährliche Rückkäufe von bis zu rund 8 Millionen Euro vor, bis 2030 sollen weniger als 65 Millionen Aktien ausstehen.
Aufschlussreich ist, wer auf der anderen Seite steht. Im Mai 2026 bot 7C Solarparken allen Aktionären an, bis zu 1.744.249 Aktien zu 1,90 Euro zurückzukaufen — nach Unternehmensangaben rund 5 Prozent über dem Kurs der zehn Handelstage davor. Angedient wurden 6.696.310 Aktien, 8,2 Prozent des Grundkapitals; nur 26 Prozent jeder Andienung konnten angenommen werden. Einer der Verkäufer war der Vorstandschef selbst:
„Teilnahme am freiwilligen öffentlichen Angebot zum Rückkauf von Aktien“
— 7C Solarparken AG, Mitteilung über Eigengeschäfte von Führungskräften vom 25. Mai 2026 (Steven De Proost, Verkauf zu 1,90 Euro, Volumen 777.467,04 Euro, Geschäft vom 21. Mai 2026)
Das ist legal und transparent gemeldet — das Angebot galt für alle Aktionäre gleich. Zur Fairness gehört auch das Gesamtbild: De Proost hatte zwischen Oktober und Dezember 2025 für rund 425.000 Euro Aktien zu 1,50 bis 1,60 Euro gekauft und kaufte am 30. Juni und 1. Juli 2026 für weitere rund 170.000 Euro zu 1,65 bis 1,72 Euro nach. Finanzvorstand Koen Boriau verkaufte ebenfalls für 40.830 Euro ins Angebot — nachdem er zwischen Oktober und Dezember 2025 für rund 82.600 Euro zu 1,55 bis 1,60 Euro gekauft hatte. Die Botschaft ist trotzdem eine andere als die des Buchwert-Arguments: Bei 1,90 Euro wollten Aktionäre mit 8,2 Prozent des Kapitals aussteigen, und der Chef gehörte dazu. Wenn der Rückkauf der wichtigste Käufer der Aktie ist, lohnt der Blick darauf, wie viele Verkäufer auf ihn warten.
Bewertung: billig gemessen an heute, weniger billig gemessen an 2030
Bei 1,805 Euro (Schlusskurs 25. September 2026) und rund 73,1 Millionen ausstehenden Aktien — 78.867.767 Aktien abzüglich rund 5,8 Millionen eigener Aktien — war 7C Solarparken an der Börse etwa 132 Millionen Euro wert. Rechnet man die Nettoverschuldung von 87,4 Millionen Euro (30. Juni 2026, Definition des Unternehmens) hinzu, kommt man auf rund 219 Millionen Euro. Gemessen am erwarteten EBITDA 2026 von 50 Millionen Euro ist das rund das 4,4-Fache, gemessen am erwarteten Cashflow je Aktie von 0,50 Euro das 3,6-Fache. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist nicht aussagekräftig, weil Wertminderungen den Nettogewinn verzerren: 2025 stand ein Verlust, im ersten Halbjahr 2026 ein Ergebnis von null Euro je Aktie.
Das sind niedrige Zahlen — für heute. Legt man den Plan für 2030 daneben, sieht es anders aus: Bei einem Cashflow je Aktie von rund 0,35 Euro wäre der heutige Kurs das 5,2-Fache. Die Roadmap rechnet für 2026 bis 2030 mit zusammen rund 165 Millionen Euro Netto-Cashflow, also mehr als dem heutigen Börsenwert. Davon sollen aber rund 96 Millionen Euro in die Tilgung von Krediten fließen und rund 60 Millionen in Investitionen, vor allem in Batterien und neue Solarparks. Der Rest und die vorhandene Liquidität tragen die Rückkäufe. Liquide Mittel hatte der Konzern zum 30. Juni 2026 in Höhe von 68,2 Millionen Euro, davon 13,9 Millionen für Projektreserven und Sicherheiten gebunden.
Der Blick der Profis ist dünn: In unseren Fundamentaldaten führt ein einziges Analystenhaus ein Kursziel, 2,50 Euro (Stand 27. September 2026). Eine einzelne Stimme ist keine Marktmeinung. Das Unternehmen selbst hält in seiner Präsentation zum Halbjahr vom 22. September 2026 einen Vergleich dagegen: Auch britische Solarfonds notierten dort unter Buchwert, etwa der NextEnergy Solar Fund beim 0,67-Fachen und der Foresight Solar Fund beim 0,73-Fachen, während Übernahmen im Sektor laut 7C Solarparken zum 0,9- bis 1,1-Fachen des Buchwerts liefen. Das ist ein Argument für Aufholpotenzial — und zugleich ein Hinweis, dass der Abschlag zum Buchwert in der ganzen Branche verbreitet ist. Und der Buchwert, auf den sich das Schnäppchen-Argument stützt, ist genau die Größe, die in den vergangenen 18 Monaten dreimal nach unten korrigiert wurde. Eine Optionsanleihe mit einem Ausübungspreis von 3,75 Euro je Aktie liegt weit über dem Kurs und verwässert derzeit nicht.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für 7C Solarparken spricht:
- Sehr planbares Geschäft: EBITDA-Marge von 90,8 Prozent im Jahr 2025, Cashflow je Aktie 0,59 Euro; die Prognose 2026 (50 Millionen Euro EBITDA, 0,50 Euro Cashflow je Aktie) wurde am 22. September 2026 bestätigt.
- Die Schulden sinken seit Jahren: Nettoverschuldung von 176,5 Millionen Euro (Ende 2021) auf 87,4 Millionen Euro (30. Juni 2026), Eigenkapitalquote 44,5 Prozent.
- Die Aktie notiert bei rund zwei Dritteln des Buchwerts von 2,71 Euro je Aktie; Rückkäufe unter Buchwert erhöhen den Wert je verbliebener Aktie.
- Reuden Süd ist nach dem Betrugsfall am Netz; für 2026 und 2027 sind Investitionen von 26 Millionen Euro in Batterien und neue Parks vertraglich gebunden.
- Das Marktumfeld hat sich im ersten Halbjahr 2026 verbessert: weniger negative Preisstunden (295 statt 389), höherer Marktwert Solar (44 statt 36 Euro je Megawattstunde).
Was dagegen spricht:
- Zwei Drittel der Stromerlöse stammen aus 165 MWp Altanlagen, deren feste Vergütung von 285 bis 406 Euro je Megawattstunde für die Jahrgänge 2007 bis 2010 zwischen 2027 und 2030 endet.
- Das Unternehmen plant selbst ein sinkendes EBITDA: rund 31 Millionen Euro im Jahr 2030 nach 59,6 Millionen im Jahr 2025, Cashflow je Aktie rund 0,35 Euro.
- Wertminderungen von 21,2 Millionen Euro (2025) und 5,4 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2026) zeigen, wie empfindlich der Buchwert auf Preise und Zinsen reagiert; 2025 stand ein Konzernverlust.
- Preisabsicherungen laufen bis 2027 aus; ohne neue Absicherung spüren die jüngeren Anlagen niedrige Marktpreise und negative Strompreise direkt.
- Der Betrugsfall Reuden Süd kostete Geld und legte eine Schwachstelle der Vertragsstruktur offen: Geld floss, bevor die Anteile übergingen; im Mai 2026 verkaufte der Vorstandschef Aktien für 777.467 Euro in das eigene Rückkaufangebot.
Ein menschliches Fazit
Zurück zum Flohmarkt. Der Fund ist echt: 7C Solarparken ist kein Schwindel, sondern ein ordentlich geführter Stromerzeuger mit sinkenden Schulden, einem sauberen Prüfervermerk und einer Aktie, die weniger kostet als das bilanzielle Eigenkapital. Aber der Flohmarkt-Reflex fragt nur „Wie viel zahle ich für einen Euro Buchwert?“, und bei diesem Unternehmen ist das die falsche Frage. Die richtige lautet: Wie viel Geld kommt aus diesen Parks noch heraus, wenn die ältesten Mietverträge in den nächsten vier Jahren auslaufen — und reicht es, um den heutigen Preis zu rechtfertigen, auch wenn 2030 nur noch rund 0,35 Euro Cashflow je Aktie übrig sind? Der Vorstand hat seine Antwort als Zahl in die Roadmap geschrieben; der Markt hat seine in den Kurs. Ob die Differenz eine Chance ist oder eine Wertfalle, hängt daran, wem du mehr glaubst. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Wer sehen will, wie ein anderer deutscher Erneuerbaren-Konzern dasteht, der Wind- und Solarparks vor allem selbst entwickelt und teils verkauft, findet das in unserer Energiekontor-Analyse.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- 7C Solarparken AG — Halbjahresbericht 2026 (Stichtag 30. Juni 2026, veröffentlicht am 22. September 2026) — jüngster Periodenbericht; Quelle für Halbjahreszahlen, Vermarktungsmodell, Roadmap-Stand, Prognose, eigene Aktien und Nachtragsbericht
- 7C Solarparken AG — Pressemitteilungen zum Halbjahr 2026 (22. September 2026), zum ersten Quartal 2026 (2. Juni 2026), zum Geschäftsjahr 2025 (1. April 2026), zur Preisabsicherung (6. März 2026) und zu Reuden Süd (24. Februar 2026)
- 7C Solarparken AG — Konzernabschluss und Lagebericht 2025 (1. April 2026, uneingeschränkter Bestätigungsvermerk von RSM Ebner Stolz) — Quelle für Wertminderungen, Reuden Süd und Risikobericht
- 7C Solarparken AG — Konzernabschlüsse 2021 bis 2024 (Finanzberichte auf solarparken.com) — Quelle der Mehrjahreszahlen
- 7C Solarparken AG — Präsentation zu den Halbjahreszahlen 2026 (22. September 2026) — Quelle für den Buchwert-Vergleich mit anderen Betreibern
- 7C Solarparken AG — Präsentation „H1’25 Results & Roadmap Towards 2030“ (18. September 2025) — Quelle für Portfolio-Aufteilung und Finanzplan bis 2030
- 7C Solarparken AG — Ad-hoc-Mitteilungen zu den Rückkäufen (13. Januar, 27. April und 4. August 2026) und Ergebnis des öffentlichen Rückkaufangebots (21. Mai 2026)
- 7C Solarparken AG — Directors' Dealings (Meldungen vom Oktober 2025 bis 2. Juli 2026) und Stimmrechtsmitteilungen (zuletzt 14. September 2026; abgerufen am 27. September 2026)
- Fundamentaldaten (Schlusskurs 1,805 Euro am 25. September 2026, Analystenkursziel), abgeglichen mit der Aktienzahl aus Halbjahresbericht, Stimmrechtsmitteilung und Rückkauf-Liste.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen €, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 56,2 | 85,8 | 69,8 | 63,3 | 65,7 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 17,5 | 40,2 | 21,8 | 6,1 | 16,5 |
| Nettogewinn | 9,9 | 23,5 | 10,1 | 0,5 | -7,8 |
| Nettomarge | 17,5 % | 27,4 % | 14,4 % | 0,7 % | -11,9 % |
| Gewinn je Aktie | 0,14 € | 0,31 € | 0,12 € | 0,01 € | -0,10 € |
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Unser Fazit auf einen Blick
- Planbare Cashflows positiv
- EBITDA-Marge 90,8 % und Cashflow je Aktie 0,59 € im Jahr 2025; erstes Halbjahr 2026 mit 28,9 Mio. € EBITDA über der eigenen Planung (27 Mio. €), Prognose 2026 bestätigt am 22.09.2026.
- Bilanz und Schuldenabbau positiv
- Nettoverschuldung von 176,5 Mio. € (Ende 2021) auf 87,4 Mio. € (30.06.2026) gesenkt, Eigenkapitalquote 44,5 %; Konzernabschluss 2025 uneingeschränkt testiert.
- Förderende der Altanlagen negativ
- 165 MWp Altanlagen bringen 43 von 65 Mio. € Stromerlösen (Stand 15.09.2025); für die Jahrgänge 2007–2010 endet die Vergütung 2027–2030. Plan 2030: EBITDA rund 31 Mio. €, Cashflow je Aktie rund 0,35 €.
- Marktpreise und Buchwert negativ
- Wertminderungen von 21,2 Mio. € (2025) und 5,4 Mio. € (H1 2026); Konzernverlust 2025 von 6,5 Mio. €. Preisabsicherungen laufen bis 2027 aus, neue waren zum 30.06.2026 nicht abgeschlossen.
- Umsetzung und Kontrollen neutral
- Betrugsfall Reuden Süd: Forderung von rund 5,3 Mio. € 2024 abgeschrieben, Vergleiche über 3,8 Mio. €; der 20-MWp-Park ist seit März 2026 am Netz.
- Kapitalverteilung und Bewertung neutral
- Kurs 1,805 € (25.09.2026) bei 2,71 € Buchwert je Aktie; Rückkäufe statt Dividende. Im Rückkaufangebot vom Mai 2026 wurden 8,2 % des Kapitals angedient, auch vom Vorstandschef.
7C Solarparken ist ein solide finanzierter Stromerzeuger mit sehr planbaren Einnahmen, sinkenden Schulden und einer Aktie unter Buchwert. Doch zwei Drittel der Stromerlöse hängen an Altanlagen, deren feste Vergütung zwischen 2027 und 2030 endet, und das Unternehmen plant selbst ein EBITDA von nur noch rund 31 Millionen Euro im Jahr 2030. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb steht hier nicht für ein Substanzrisiko — die Bilanz ist solide, die Schulden sinken, der Abschluss 2025 ist uneingeschränkt testiert, und die Parks liefern verlässlich Geld. Offen ist die wesentliche operative Frage, ob das Geschäft das Auslaufen der hohen Altvergütungen tragen kann: Das Unternehmen plant selbst, dass das EBITDA von 59,6 Millionen Euro (2025) auf rund 31 Millionen Euro (2030) sinkt, und Batterien sowie neue Parks sollen bis dahin nur rund 5 Millionen Euro beisteuern — ein Beweis dafür steht aus. Dazu kommen Wertminderungen, die den Buchwert seit 2025 mehrfach gesenkt haben, und der Betrugsfall Reuden Süd. Dass die Aktie unter Buchwert notiert, ist ein Preisargument, kein Qualitätsargument; es ändert an dieser Einstufung nichts. Die Entscheidung liegt bei dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Fassung vom 27. September 2026 auf Basis des Halbjahresberichts 2026 (veröffentlicht am 22. September 2026), des Konzernabschlusses 2025, der Roadmap 2030 vom 18. September 2025 und der Pflichtmitteilungen bis zum 18. September 2026. Aufhänger ist die Rangliste der meistdiskutierten Werte bei wallstreet-online — ein Aufmerksamkeitssignal, keine Datenquelle.
- 7C Solarparken berichtet nicht an die US-Börsenaufsicht SEC; alle Belege stammen aus den Berichten und Mitteilungen des Unternehmens auf solarparken.com und erscheinen nur auf Deutsch. Der Halbjahresbericht ist ungeprüft. Die Portfolio-Aufteilung nach Baujahren stammt aus der Präsentation vom 18. September 2025.
- Nettoverschuldung nach Definition des Unternehmens; Leasingverbindlichkeiten von 37,5 Millionen Euro (30. Juni 2026) kommen hinzu. Der Börsenwert ist aus Aktienzahl abzüglich eigener Aktien und Schlusskurs vom 25. September 2026 selbst berechnet.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 27. September 2026. Was sich seitdem bei HRPK.DE geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Häufige Fragen
7C Solarparken (Xetra: HRPK) besitzt und betreibt Solar- und Windparks in Deutschland und Belgien mit 504 MWp Leistung (30. Juni 2026) und verkauft den Strom. Fast das gesamte deutsche Portfolio erhält über das Erneuerbare-Energien-Gesetz eine feste Vergütung für 20 Jahre; 2025 lag der Umsatz bei 65,7 Millionen Euro, das EBITDA bei 59,6 Millionen Euro.
Rund zwei Drittel der Stromerlöse kommen aus Altanlagen, die vor 2016 ans Netz gingen und hohe feste Vergütungen erhalten. Für die Jahrgänge 2007 bis 2010 mit 285 bis 406 Euro je Megawattstunde endet diese Förderung zwischen 2027 und 2030. Danach gibt es nur noch den Marktpreis. Das Unternehmen plant deshalb für 2030 ein EBITDA von rund 31 Millionen Euro.
Nein, für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 gab es keine Dividende; zuletzt wurden für 2022 0,12 Euro und für 2023 0,06 Euro je Aktie gezahlt. Stattdessen kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück: bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 8.136.776 Aktien für 14,87 Millionen Euro. Ein weiteres Programm läuft bis spätestens 23. Dezember 2026.
Ja. Zum 30. Juni 2026 lag der Buchwert laut Unternehmen bei 2,71 Euro je Aktie, der Schlusskurs am 25. September 2026 bei 1,805 Euro, also bei rund zwei Dritteln. Der Buchwert ist allerdings eine Schätzung: 2025 und im ersten Halbjahr 2026 wurden Solarparks, Firmenwert und Projektrechte zusammen um 26,6 Millionen Euro wertgemindert, weil Strompreiserwartungen sanken und Zinsen stiegen.
7C Solarparken zahlte 2023 rund 5,3 Millionen Euro für ein Darlehen an der Projektgesellschaft, das sich 2024 als bereits an einen Dritten verpfändet herausstellte; Verkäufer und Baufirma gingen in die Insolvenz. Nach Vergleichen über 3,8 Millionen Euro stellte 7C den 20-MWp-Park selbst fertig. Er ist seit März 2026 am Netz.
Die Nettoverschuldung lag zum 30. Juni 2026 laut Unternehmen bei 87,4 Millionen Euro, nach 176,5 Millionen Euro Ende 2021; die Eigenkapitalquote betrug 44,5 Prozent. Die Finanzschulden sind überwiegend Projektkredite einzelner Solarparks. Bis Jahresende 2026 soll die Nettoverschuldung wegen Investitionen in Batteriespeicher wieder steigen; bis 2030 plant das Unternehmen 39 Millionen Euro.
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