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Verwässerungs-Bremse im Rücktest: Starke Verwässerer bleiben weit zurück — minus 7,44 gegen 15,02 Prozent pro Jahr

Verwässerungs-Bremse im Rücktest: Starke Verwässerer bleiben weit zurück — minus 7,44 gegen 15,02 Prozent pro Jahr

Nicht jede Aktienausgabe ist ein Warnsignal — aber die Firmen, die ihre Aktienzahl in zwölf Monaten am stärksten aufblähen, bleiben im Rückblick deutlich hinter Markt und eigenem Vergleichsuniversum zurück. Wir haben das über 13,5 Jahre und 6.684 Firmen mit auswertbarem Aktienraster nachgerechnet, mit Dezilen UND festen Schwellen, mit Kohorten-Kauf vier Monate nach Quartalsende und mit einem Wächter gegen Aktienzusammenlegungen. Die konservative Hauptzahl — ohne kurssprung-verdächtige Positionen — zeigt das oberste Verwässerungs-Dezil bei minus 7,44 Prozent pro Jahr gegenüber 15,02 Prozent beim S&P 500 Total Return. Diese Studie ist als MEIDE-Filter zu lesen: Sie sagt, wessen Aktien man eher nicht kauft, nicht, was man aktiv kaufen soll.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 21 Min. Lesezeit
Verwässerungs-Bremse im Rücktest: Starke Verwässerer bleiben weit zurück — minus 7,44 gegen 15,02 Prozent pro Jahr
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Die Frage: Bleiben starke Verwässerer hinter dem Markt zurück?

Firmen geben laufend neue Aktien aus — durch Optionsprogramme, Wandelanleihen, Kapitalerhöhungen — und verwässern damit jeden bestehenden Anteil. Die akademische Literatur berichtet seit Jahrzehnten, dass gerade die stärksten Verwässerer im Anschluss schlechter laufen als der Markt. Diese Studie ist bewusst als Meide-Filter angelegt: Es geht darum, welche Aktien man eher NICHT kauft, wenn die eigene Aktienzahl kräftig steigt — nicht darum, ein neues Kaufsignal zu konstruieren. Der Gegenarm der Netto-Rückkäufer läuft mit, rein dokumentarisch, als Brücke zur bereits veröffentlichten Kannibalen-Wende-Studie.

Wir haben das über 13,5 Jahre nachgerechnet. Das erweiterte Universum umfasst 6.684 Firmen mit 234.986 Firmenquartalen; im Messfenster Januar 2013 bis Juli 2026 sind es 6.422 Firmen mit 205.720 Firmenquartalen. Damit liegt die Erweiterung deutlich über der vorregistrierten Mindestschwelle von 1.000 zusätzlichen Firmen.

Das Ergebnis in vier Zahlen

Bleiben Firmen, die ihre Aktienzahl innerhalb von zwölf Monaten am stärksten aufblähen, hinter Markt und eigenem Vergleichsuniversum zurück? Wir haben das über 13,5 Jahre (Januar 2013 bis Juli 2026) an US-Aktien nachgerechnet. Vier Zahlen tragen das Ergebnis:

  • −7,44 % pro Jahr brachte das oberste Verwässerungs-Dezil (D10) im Rücktest, konservativ gerechnet — ohne die darin enthaltenen kurssprung-verdächtigen Positionen.
  • 15,02 % brachte der S&P 500 Total Return in denselben Monaten — 22,46 Punkte mehr als das oberste Verwässerungs-Dezil.
  • 11,49 % pro Jahr brachte der Gegenarm: Firmen mit belegten Netto-Rückkäufen (rueck_cash) — 5,53 Punkte über dem eigenen Vergleichsuniversum (5,96 %), aber weiterhin unter dem S&P 500.
  • 2,30 % brachte das oberste Verwässerungs-Dezil bei Firmen über 100 Millionen Dollar Umsatz — nicht negativ, aber 7,08 Punkte hinter dem eigenen Universum derselben Größenklasse (9,38 %).

Im Testfenster von Januar 2013 bis Juli 2026 lief das oberste Verwässerungs-Dezil deutlich hinter dem Markt und dem eigenen Vergleichsuniversum her, während der Rückkäufer-Gegenarm nur das eigene Universum, nicht aber den Markt erreichte.

Das Signal: Wie wir die Verwässerung gemessen haben

  • Kennzahl. Zwölfmonats-Veränderung der ausstehenden Aktienzahl: die Aktienzahl im Kalenderquartal-Label gegen die im Label minus vier, in Prozent.
  • Point-in-time. Datiert auf den spätesten Meldetermin der ganzen Fünf-Quartals-Strecke, nicht nur ihrer beiden Enden — das Urteil des Split-Wächters steht erst fest, wenn auch die Quartale dazwischen vorlagen.
  • Einstieg. Die ganze Kohorte kauft am SELBEN Tag: zum Schlusskurs des vierten Monats nach dem Quartalsende. Jede Firma in ihrem eigenen Meldemonat kaufen zu lassen wäre bei einer Rangkennzahl ein Blick in die Zukunft — das Dezil entsteht im Vergleich mit der ganzen Kohorte, und wer früh kauft, kennt erst einen Bruchteil davon. Vier Monate, weil erst dann in JEDEM Kalenderquartal rund 96 Prozent der Kennzahlen öffentlich sind (beim Jahresschlussquartal steht die Zahl im Jahresbericht mit seiner 90-Tage-Frist). Der Kaufstichtag ist zugleich der Sichtbarkeitsschnitt: 8.364 Firmenquartale (4,8 Prozent) melden zu spät und fallen aus ihrer Kohorte.
  • Dezile. Je Quartals-Kohorte zehn gleich große Körbe nach Rang — D1 die stärkste Schrumpfung, D10 die stärkste Verwässerung. Je Kohorte, nicht über den ganzen Zeitraum, sonst entschiede das Jahr mit über das Dezil.
  • Feste Schwellen. Ein Dezil ist ein relativer Rang und sagt über die HÖHE der Verwässerung nichts. Die Literatur berichtet den Effekt aber gerade als nichtlinear in der Höhe (Fama/French 2008: nur das oberste Emissions-Quintil mit durchschnittlich 20 bis 26 Prozent Emission trägt). Erst feste Schwellen bei über 3, 10 und 25 Prozent sind damit vergleichbar.
  • Gegenarm. Netto-Rückkäufer (Aktienzahl gesunken), zusätzlich mit Cash-Beleg aus der Kapitalflussrechnung im Zwölfmonatsfenster — die Brücke zum Kannibalen-Rückblick.

Das Ergebnis: Starke Verwässerer bleiben deutlich zurück

Die HAUPTZAHL dieser Studie ist die konservative Rechnung — ohne kurssprung-verdächtige Positionen. Eine nicht nachgetragene Aktienzusammenlegung erzeugt gleichzeitig einen Kurssprung UND eine scheinbare Schrumpfung der Aktienzahl; beide Fehler zeigen in dieselbe Richtung und begünstigen das unterste Dezil. Rund 1,0 % der Positionen im Universum (330 von 31.898) tragen einen solchen Kurssprung — und heben die volle Jahresrendite des Universums von 5,96 % auf 124,35 %. Diese „volle" Universumszahl gehört nicht in eine Ergebnisaussage und steht hier nur als Beleg dafür, wie groß der Unterschied zur konservativen Zahl ist.

Ergebnis Haltedauer 12 Monate, Arm ALLE, Januar 2013 bis Juli 2026, gleichgewichtet, 0,1 % Kosten je Seite. Die Spalten „p. a. konservativ“ und „größter Rückschlag“ rechnen ohne die in Spalte 3 ausgewiesenen kurssprung-verdächtigen Positionen; „p. a. voll“, „p. a. Totalverlust“, Median und Trefferquote stehen auf dem vollen Bestand und sind deshalb nicht direkt mit der Hauptzahl vergleichbar.
LaufPositionendavon sprungverdächtigp. a. konservativp. a. vollp. a. Totalverlust (voll)Δ zum S&P TRΔ zum eigenen UniversumMedian je Position (voll)Trefferquote (voll)größter Rückschlag (konservativ)
d1 (stärkste Schrumpfung)4.7362411,18 %32,11 %28,12 %−3,84 pp5,22 pp6,76 %59,7 %−36,45 %
d10 (stärkste Verwässerung)4.19596−7,44 %32,64 %11,49 %−22,46 pp−13,40 pp−15,96 %38,6 %−76,84 %
v3 (Verwässerung > 3 %)11.4321920,79 %36,81 %20,96 %−14,23 pp−5,17 pp−5,34 %44,6 %−57,60 %
v10 (Verwässerung > 10 %)6.861139−4,06 %46,12 %25,80 %−19,08 pp−10,02 pp−12,64 %40,5 %−71,09 %
v25 (Verwässerung > 25 %)3.45082−8,39 %38,49 %13,85 %−23,41 pp−14,35 pp−18,76 %36,5 %−77,53 %
rueck (Netto-Rückkäufer)11.2764710,68 %83,90 %78,40 %−4,34 pp4,72 pp7,53 %60,2 %−34,09 %
rueck_cash (mit Cash-Beleg)9.4011911,49 %75,51 %70,75 %−3,53 pp5,53 pp8,41 %61,8 %−33,05 %
univ (eigenes Universum)31.8983305,96 %124,35 %*108,17 %−9,06 pp0,00 pp1,77 %52,3 %−36,02 %
S&P 500 Total Return15,02 %−23,87 %

* Die volle Universumszahl ist ein Datenfehler-Artefakt (siehe oben) und wird in dieser Studie an keiner Stelle als Ergebnis verwendet — sie steht nur zur Einordnung neben der konservativen Zahl.

Das oberste Verwässerungs-Dezil (D10) liegt damit 22,46 Punkte hinter dem S&P 500 Total Return und 13,40 Punkte hinter dem eigenen Vergleichsuniversum. Bei einer festen Schwelle von über 25 Prozent Verwässerung (v25) fällt das Ergebnis mit −8,39 % ähnlich deutlich aus. Der Gegenarm bestätigt die Richtung: Firmen mit der stärksten Schrumpfung ihrer Aktienzahl (D1) und erst recht belegte Rückkäufer (rueck_cash) liegen klar über dem eigenen Vergleichsuniversum. Den S&P 500 Total Return erreicht allerdings kein einziger Arm dieser Studie — das ist der Abstand zwischen einem breiten, gleichgewichteten US-Universum und einem kapitalgewichteten Großkonzern-Index, nicht ein Befund über die Verwässerung.

Die Dezile der Reihe nach

Die zehn Dezile zeigen keinen glatt fallenden Verlauf, sondern eine Form, die genau zu der von Fama/French 2008 berichteten Nichtlinearität passt: Erst im obersten Dezil kippt die Rendite deutlich ins Negative.

Dezilkette Haltedauer 12 Monate, Arm ALLE. Die Rendite rechnet konservativ, also ohne die kurssprung-verdächtigen Positionen; beide Positionszahlen stehen daneben. Die Grenzen sind Mittelwerte über die 53 Quartals-Kohorten, weil je Kohorte neu eingeteilt wird.
DezilUntergrenze ⌀Obergrenze ⌀Positionendavon konservativ gerechnetp. a. konservativ
D1−30,24 %−3,17 %4.7364.71211,18 %
D2−3,16 %−0,91 %6.0766.06411,04 %
D3−0,91 %−0,01 %6.1306.08810,34 %
D4−0,01 %0,29 %5.7625.6937,08 %
D50,29 %0,75 %6.5486.5057,72 %
D60,75 %1,52 %6.5376.4928,50 %
D71,53 %3,20 %6.1776.1278,56 %
D83,21 %8,07 %5.6485.5846,56 %
D98,10 %21,01 %5.0895.0020,65 %
D1021,06 %188,23 %4.1954.099−7,44 %

Die Spearman-Rangkorrelation zwischen Dezil und Jahresrendite liegt konservativ gerechnet bei −0,879 (bei sechs Monaten Haltedauer: −0,891) — ein deutlich fallender Zusammenhang. Auf der vollen, datenfehlerbelasteten Rechnung sinkt sie auf −0,321: Dort frisst der Kurssprung-Datenfehler das Signal, ein weiterer Grund, warum die volle Zahl nirgends als Ergebnis zählt.

„a more serious stain on the net stock issues anomaly"
— zu Deutsch: „ein noch ernsthafterer Makel für die Netto-Aktienemissions-Anomalie" —, so beschreiben Fama und French (2008, Journal of Finance) das Fehlen jeder Vorhersagekraft von Aktienemissionen in Zeiträumen vor den 1960er-Jahren, das die Anomalie selbst infrage stellt. Unser Messfenster 2013–2026 liegt vollständig in der Periode, für die die Autoren den Effekt für robust halten.

Vergleichsmaßstäbe: Warum das eigene Universum zählt

Vergleichsmaßstäbe über die volle Zeitspanne von 163 Monaten. Das eigene Universum ist die konservative Rechnung des Laufs univ.
Maßstabp. a.größter Rückschlag
S&P 500 Total Return15,02 %−23,87 %
Kursuniversum, gleichgewichtet4,77 %−53,23 %
Eigenes Universum, gleichgewichtet (Lauf univ, 12 Monate, konservativ)5,96 %−36,02 %

Für eine Dezilstudie ist das eigene Universum der eigentliche Maßstab: Es enthält genau die Firmen, aus denen die Dezile gezogen sind. Die beiden anderen Maßstäbe enthalten Firmen, die nie eine auswertbare Aktienzahl hatten — gegen sie gemessen würde jeder Dezilunterschied mit einem Universumsunterschied vermengt.

Größenschnitt: Bei großen Firmen ist D10 nicht negativ, nur schlechter

Über 100 Millionen Dollar Umsatz ist die Klasse, in der eine Regel überhaupt handelbar wäre. Dort dreht sich das Bild deutlich:

Größenschnitt o100 (über 100 Mio. $ Umsatz), Haltedauer 12 Monate. Wie in der Haupttabelle rechnet die konservative Spalte ohne die kurssprung-verdächtigen Positionen; Median und Trefferquote stehen auf dem vollen Bestand.
LaufPositionendavon sprungverdächtigp. a. konservativp. a. vollMedian je Position (voll)Trefferquote (voll)
d1 (stärkste Schrumpfung)3.976911,84 %13,18 %8,05 %61,4 %
d10 (stärkste Verwässerung)1.20392,30 %4,32 %−0,71 %49,3 %
v3 (Verwässerung > 3 %)5.404308,06 %27,35 %1,75 %52,3 %
v10 (Verwässerung > 10 %)2.459133,40 %29,63 %−0,55 %49,2 %
v25 (Verwässerung > 25 %)9128−0,24 %2,21 %−3,09 %46,5 %
rueck (Netto-Rückkäufer)9.4371811,42 %71,89 %8,27 %61,5 %
rueck_cash (mit Cash-Beleg)8.1721311,72 %76,09 %8,88 %62,3 %
univ (eigenes Universum)21.022709,38 %53,72 %5,07 %56,9 %

Bei den großen Firmen ist D10 mit 2,30 % NICHT negativ — aber mit 7,08 Punkten Rückstand auf das eigene Universum derselben Größenklasse (9,38 %) klar schlechter, und bei einer festen Schwelle von über 25 Prozent Verwässerung (v25) kippt es auch bei den Großen leicht ins Negative (−0,24 % aus 912 Positionen). Der stärkste Rückstand aus der Gesamtrechnung sitzt also überproportional bei kleinen, teils kaum handelbaren Titeln: Im Gesamtlauf (Arm ALLE, nicht in diesem Größenschnitt) verwirft der 1-Dollar-Mindestkurs in D10 3.750 Episoden, im gegenteiligen Dezil D1 nur 319. Die ausgewiesene D10-Rendite ist damit die der HANDELBAREN Verwässerer — dieser Kaveat gehört zu jeder Nennung der Zahl.

Brücke zum Kannibalen-Befund: Der Rückkäufer-Arm bestätigt die Spiegelthese

Netto-Rückkäufer mit Cash-Beleg (rueck_cash, 9.401 Positionen) bringen 11,49 % pro Jahr — 5,53 Punkte über dem eigenen Vergleichsuniversum, aber 3,53 Punkte unter dem S&P 500 Total Return, bei der höchsten Trefferquote aller Läufe (61,8 %). Das ist die Spiegelseite dieser Studie: Wer Aktien zurückkauft und das mit echten Cash-Auszahlungen belegt, lief im Rückblick besser als wer verwässert.

Das bestätigt die Kernaussage der bereits veröffentlichten Kannibalen-Wende-Studie: Dort schlägt der BEGINN eines Rückkaufprogramms nach Jahren der Verwässerung den Markt (17,90 gegen 15,02 Prozent pro Jahr), während reine Rückkauf-Gewohnheit ohne diesen Übergang darunterbleibt. Diese Studie hier misst etwas anderes — die laufende Zwölfmonats-Richtung statt eines Wende-Ereignisses —, aber beide Rückblicke zeigen in dieselbe Richtung: Kapitalrückführung schlägt Kapitalaufnahme.

Robustheit: Covid, Merger-Artefakte, Lückenzeilen

Ohne die Einstiege der Jahre 2020 bis 2022 verschiebt sich das Niveau — bei den meisten Läufen nach unten, bei den beiden mittleren Verwässerungsschwellen v3 und v10 leicht nach oben. Der Befund selbst bleibt in jedem Fall bestehen: Das oberste Verwässerungs-Dezil ist auch ohne diese Jahrgänge klar negativ und liegt weit hinter dem eigenen Universum.

Robustheit ohne Covid-Einstiege 2020–2022, Haltedauer 12 Monate, konservativ gerechnet. Die Spalte „entfallen“ zählt Positionen des Hauptlaufs.
LaufPositionenp. a. konservativp. a. Hauptlaufentfallen
d1 (stärkste Schrumpfung)3.6446,72 %11,18 %1.092 von 4.736
d10 (stärkste Verwässerung)3.201−5,38 %−7,44 %994 von 4.195
v3 (Verwässerung > 3 %)8.5871,89 %0,79 %2.845 von 11.432
v10 (Verwässerung > 10 %)5.067−1,89 %−4,06 %1.794 von 6.861
v25 (Verwässerung > 25 %)2.536−6,39 %−8,39 %914 von 3.450
rueck (Netto-Rückkäufer)8.9366,62 %10,68 %2.340 von 11.276
rueck_cash (mit Cash-Beleg)7.4537,37 %11,49 %1.948 von 9.401
univ (eigenes Universum)25.1363,72 %5,96 %6.762 von 31.898

Ohne Merger-Artefakte (Kürzel, die nach einer Fusion enden, obwohl die Firma unter neuem Namen weiterläuft) ändert sich praktisch nichts — d10 bleibt bei −7,44 % (0 von 4.195 Positionen entfallen), univ bewegt sich um 3 von 31.898 Positionen. Auch der Robustheitsschnitt mit den Lückenzeilen (Firmenquartale, deren Fünf-Quartals-Strecke eine Lücke hat, im Hauptlauf ausgeschlossen) bestätigt das Bild mit eigenen Dezilgrenzen: d1 11,14 % (−0,04 pp), d10 −7,51 % (−0,07 pp), univ 5,79 % (−0,17 pp) — der Befund hängt nicht an den ausgeschlossenen Lückenzeilen.

Simulations-Hook: Was ein Verwässerungs-Ausschluss in zwei bestehenden Kaufregeln bewirkt

Um die Kennzahl nicht nur isoliert, sondern auch als Filter über ein bestehendes Kaufsignal zu testen, haben wir zwei laufende Regeln (E7 und SB15) um einen einfachen Ausschluss ergänzt: Ein Kauf wird übersprungen, wenn die Verwässerung des Titels über der gewählten Schwelle liegt. Titel ohne auswertbare Kennzahl werden durchgelassen und getrennt gezählt — sonst würde der Vergleich die Abdeckungslücke des Fundamentalbestands messen statt des Signals. Dieses Kapitel rechnet auf einem ANDEREN Zeitraum als der Rest der Studie: Januar 2000 bis Juli 2026.

Verwässerungs-Ausschluss als Kauffilter über zwei bestehende Kaufregeln, Januar 2000 bis Juli 2026 — abweichender Zeitraum gegenüber dem Rest dieser Studie. „Käufe“ zählt Kaufvorgänge, nicht Positionen; „ohne Kennzahl“ zählt dagegen Titel-Monate — ein gesperrter Titel wird jeden Monat neu geprüft. Beide Einheiten sind nicht ineinander umrechenbar.
LaufSchwellep. a.Δ zum ungefilterten Laufgrößter RückschlagKäufePositionen ⌀ je Monatohne Kennzahl (Titel-Monate)Trefferquote
E7 (ungefiltert)14,38 %53,08 %7.942282,256,6 %
E7-V3> 3 %14,64 %+0,25 pp50,31 %5.744206,01,28 %58,0 %
E7-V10> 10 %14,98 %+0,59 pp51,89 %6.773243,32,01 %57,2 %
SB15 (ungefiltert)15,58 %51,50 %9.579225,747,5 %
SB15-V10> 10 %16,53 %+0,96 pp50,72 %8.116195,62,39 %48,4 %

Der Filter trägt in beiden Regeln, am deutlichsten bei SB15-V10 mit knapp einem Prozentpunkt Vorsprung. Die Kennzahl-Abdeckung an den tatsächlichen Käufen liegt bei 95,2 % (E7: 7.557 von 7.942 Käufen) und 94,8 % (SB15: 9.084 von 9.579 Käufen); ohne Kennzahl bleiben damit 4,85 beziehungsweise 5,17 Prozent der Käufe. Die Prozentspalte der Tabelle zählt eine andere Einheit — Titel-Monate, denn ein gesperrter Titel wird jeden Monat neu geprüft; sie ist deshalb niedriger und nicht in Käufe umrechenbar. Wichtigster Kaveat: Die durchschnittliche Positionszahl je Monat sinkt um 30,2 bis 76,2 Titel gegenüber dem ungefilterten Lauf — ein Teil des Vorsprungs ist Konzentration, nicht reines Signal. Das ist ein Simulations-Hook, keine Kaufempfehlung — er zeigt, wie sich der Ausschluss in zwei bestehenden Regeln ausgewirkt hätte, nicht, dass daraus ein eigenes Werkzeug entstehen soll.

Post-hoc-Split: Wie liefen stark verwässernde Positionen im Umsatzbeschleuniger-Depot?

Hätten die Positionen des bereits veröffentlichten Umsatzbeschleuniger-Rückblicks besser abgeschnitten, wenn man die stark verwässernden weggelassen hätte? Dies ist ein POST-HOC-SPLIT der tatsächlich gekauften Positionen und damit eine SCHWÄCHERE Aussage als ein echter Kauffilter — er zeigt nur, wie sich das bereits gekaufte Depot aufteilt, nicht, was ein Filter stattdessen gekauft hätte. Freiwerdendes Kapital, veränderte Depotgröße und Konzentrationseffekt bleiben unsichtbar.

Post-hoc-Split, Variante k2_30_70_r15, Haltedauer 12 Monate — Teilmenge GEGEN Teilmenge derselben Zeile, nie gegen die Gesamtreihe. Alle Renditen rechnen über dieselben 163 Monate; Monate ohne Position zählen flach. Die Spalte „Monate mit Position“ zeigt, wie lange die Teilmenge überhaupt investiert war.
ArmTeilmengePositionenMonate mit Positionp. a. über 163 Monate
ALLEVerwässerung > 10 %628162 von 16316,15 %
ALLEVerwässerung ≤ 10 %1.789162 von 16316,96 %
ALLEohne auswertbare Kennzahl267162 von 16313,89 %
K|orgVerwässerung > 10 %52158 von 1631,85 %
K|orgVerwässerung ≤ 10 %218162 von 16333,95 %
K|orgohne auswertbare Kennzahl760 von 163−10,91 %

Im Arm K|org (organisches Wachstum) ist der Abstand am größten: 1,85 % gegen 33,95 % pro Jahr. Im breiteren Arm ALLE ist der Unterschied deutlich kleiner (16,15 % gegen 16,96 %). Alle vier Zahlen stehen auf derselben Basis, den vollen 163 Monaten; Monate ohne Position zählen darin flach. Das ist wichtig, weil die Teilmengen unterschiedlich lange investiert waren: Im Arm K|org hielt die stark verwässernde Teilmenge nur in 158 Monaten überhaupt eine Position, die schwach verwässernde in 162, die Titel ohne auswertbare Kennzahl sogar nur in 60. Ein Vergleich einer Teilmenge gegen die Gesamtreihe wäre irreführend, deshalb steht hier ausschließlich Teilmenge gegen Teilmenge derselben Zeile.

Quellen-Split: Erklärt die Art der Verwässerung den Rückstand?

Kam die Verwässerung der obersten Dezile aus einer Kapitalerhöhung oder aus Aktienvergütung? Klassifizierbar sind 24.243 von 33.071 D9/D10-Firmenquartalen (73,3 %, über der 50 %-Abbruchschwelle). Die Anteilsspalte der folgenden Tabelle bezieht sich auf alle 33.071 Firmenquartale; die Positions- und Medianspalten zählen dagegen Depotpositionen — beides sind verschiedene Einheiten und dürfen nicht ineinander umgerechnet werden.

Median-Rendite je Verwässerungs-Quelle, D9/D10, Haltedauer 12 Monate. Anteil und Firmenquartale beziehen sich auf alle 33.071 geprüften D9/D10-Firmenquartale (Klasse „unklar“ eingeschlossen), die Positions- und Medianspalten auf die daraus entstandenen 9.284 Depotpositionen der vollen Rechnung. Die beiden Einheiten sind nicht ineinander umrechenbar.
KlasseAnteil der 33.071 FirmenquartaleFirmenquartalePositionen im Depot (voll)Median-Rendite (voll)
Kapitalerhöhung (auch gemischt)11,6 %3.8211.041−7,04 %
nur Kapitalerhöhung6,0 %1.982393−0,20 %
nur Aktienvergütung52,7 %17.4425.413−12,16 %
unklar26,7 %8.8282.151−9,93 %
Aktienvergütung (auch gemischt)3,0 %998286−7,51 %

Befund: Alle Klassen liegen im Median negativ — die Quelle der Verwässerung erklärt den Rückstand NICHT. Wandelanleihen bleiben eine ausgewiesene Grenze (ihre Wandlung erhöht die Aktienzahl, ohne in einer der beiden gemessenen Größen aufzutauchen), und Aktienvergütung ist ein AUFWAND, keine Stückzahl — der Split ordnet deshalb zu, er misst nicht mit letzter Schärfe.

Was die Literatur sagt

Diese Studie steht methodisch am nächsten an Pontiff/Woodgate (2008, Journal of Finance): eine kurzfristige Log-Differenz der Aktienzahl ohne den Umweg über Marktkapitalisierung. Dort liegt die Steigung der Fama-MacBeth-Regression bei −2,23 (t = −7,08) — Emission sagt die Folgerendite verlässlich negativ voraus. Daniel/Titman (2006, Journal of Finance) messen mit ihrem Composite-Emissionsmaß über fünf Jahre eine Steigung von −0,651 (t = −4,28). Fama/French (2008) zeigen Steigungen von −1,94 bis −1,49 über alle Größenklassen und berichten den entscheidenden Nebenbefund: Nur das oberste Emissions-Quintil mit durchschnittlich 20 bis 26 Prozent Emission trägt verlässlich negative Renditen — die mittleren Quintile mit 0,1 bis 1,5 Prozent Emission zeigen sogar leicht positive Renditen. Unsere eigene D10-Untergrenze liegt im Mittel bei 21,06 % — passgenau im selben Bereich.

McLean/Pontiff (2016, Journal of Finance) messen für 97 publizierte Renditeprädiktoren einen durchschnittlichen Verfall von 58 Prozent nach der Publikation — Investoren lernen aus akademischen Arbeiten und arbitrieren die Anomalie teilweise weg. Unser Messfenster 2013–2026 liegt VOLLSTÄNDIG nach der Publikation aller vier Originalarbeiten (2006 bis 2016); ein schwächeres Ergebnis als in den Originalstudien wäre also die Erwartung. Beobachtet haben wir das nicht: Das oberste Dezil bleibt mit −7,44 % klar im negativen Bereich, mit derselben nichtlinearen Form wie bei Fama/French. Der erwartete Verfall ist hier — anders als bei vielen anderen publizierten Anomalien — nicht sichtbar geworden.

Wie wir gerechnet haben

  • Quelle. Öffentliche Pflichtveröffentlichungen der US-Börsenaufsicht SEC/EDGAR (10-K/10-Q), verdichtet auf ein Kalenderquartals-Raster.
  • Kohorten-Kauf. Die ganze Kohorte kauft vier Monate nach ihrem gemeinsamen Quartalsende (Konvention nach Fama/French 2008, dort sogar sechs Monate) — nicht jede Firma in ihrem eigenen Meldemonat, das wäre bei einer Rangkennzahl ein Blick in die Zukunft. 8.364 der 175.471 auswertbaren Firmenquartale im Messfenster (4,8 %) melden zu spät und fallen aus ihrer Kohorte.
  • Aktienzahlen-Raster ist ein MIX, nicht überwiegend Deckblatt. Gemessen an 500 Zufallsfirmen mit 19.756 Quartalen: 63,3 % stammen von der Bilanzstichtags-Zählung (us-gaap:CommonStockSharesOutstanding), 22,1 % vom Periodendurchschnitt (WeightedAverageNumberOfDilutedSharesOutstanding), nur 14,6 % vom Deckblatt (dei:EntityCommonStockSharesOutstanding). Die Beschreibung „point-in-time-Deckblattzahlen" trifft auf die Mehrheit der Rasterzeilen NICHT zu — richtig bleibt, dass der Meldetermin durchgehend entscheidet. Wo Zähler und Nenner aus verschiedenen Quellen stammen, kann das die letzte Nachkommastelle verzerren; im obersten Verwässerungsbereich, den diese Studie misst, betrifft dieser Mischfall 7,45 % der Kennzahlen (eigene Stichprobe: alle 33.071 D9/D10-Firmenquartale). Richtung und Größenordnung bleiben belegt stabil.
  • Split-Wächter. Ein Quartalssprung unter −30 % oder über 50 % schließt die Zeile aus der Dezilbildung aus (13,2 % der Kennzahlzeilen). Der Wächter nimmt dabei auch echte, sehr große Kapitalerhöhungen mit — also einen Teil des obersten Dezils, um das es hier geht.
  • Lücken-Robustheit. 3,2 % der Kennzahlzeilen des gesamten Rasters — im Messfenster 2013 bis 2026 sind es 1,8 % — haben eine Lücke in ihrer Fünf-Quartals-Strecke und bleiben im Hauptlauf außen vor — dort sitzen ALLE Extremwerte des Bestands (bis über 1,7 Millionen Prozent). Der Robustheitsschnitt mit eigenen Dezilgrenzen bestätigt den Befund, siehe oben.
  • Covid-frei. Ohne Einstiege 2020 bis 2022 verschiebt sich das Niveau, der Befund bleibt (siehe Robustheits-Kapitel).
  • D10-Pennystock-Kaveat. Der 1-Dollar-Mindestkurs verwirft im obersten Verwässerungs-Dezil 3.750 Episoden, im untersten nur 319. Die D10-Zahl gilt für die HANDELBAREN Verwässerer, nicht für den gesamten Bestand vor dem Kursfilter.
  • Delisting und Totalverlust-Sensitivität. Delistete Titel bleiben im Depot und werden zum letzten verfügbaren Kurs zwangsverkauft; die Totalverlust-Zweitrechnung, die jeden Zwangsverkauf auf minus 100 Prozent setzt, steht in jeder Tabelle daneben — sie rechnet auf dem VOLLEN, nicht dem konservativen Bestand und ist deshalb nicht direkt mit der Hauptzahl vergleichbar.
  • Handprobe. 5 Fälle (Logiq, DuPont, GEE Group, Q2 Holdings, Extreme Networks), live gegen die SEC-EDGAR-Primärquelle geprüft — Zahlenwert, Vorjahreswert, Prozentzahl, Bekanntgabetag und Splitverdacht stimmten in allen 5 Fällen exakt.
  • Zeitraum. Januar 2013 bis Juli 2026, 163 Monate. Depot gleichgewichtet, monatliches Rebalancing, 0,1 % Kosten je Seite, Mindestkurs 1 Dollar am Einstiegstag. Das Filter-Kapitel E7/SB15 rechnet abweichend über Januar 2000 bis Juli 2026.
  • Gegenprobe. Die im Bericht neu aggregierten Zahlen weichen von den im Depotlauf gespeicherten um höchstens 1,0E-9 Prozentpunkte ab.

Kursreihen und Vergleichsmaßstab S&P 500 Total Return stammen aus unserem eigenen Kursarchiv US-Aktien inklusive delisteter Titel. Aktienzahlen und Meldetermine stammen ausschließlich aus den öffentlichen Pflichtveröffentlichungen der US-Börsenaufsicht.

Was diese Studie nicht sagt

  • Seit dem 10.08.2026 doch ein Live-Werkzeug — in drei Scannern. Auf Entscheid des Eigentümers, nach einer Prüfung, welche Scanner der Rubrik die Messbasis überhaupt hergeben, läuft der Verwässerungs-Ausschluss seit dem 10.08.2026 in „Organisches Hyperwachstum im Aufwärtstrend", „Wachstums-Juwelen: 7-Punkte-Rezept" und „Umsatzbeschleuniger". Die übrigen sieben Scanner der Rubrik bleiben unverändert. Fehlt die Aktienzahl in den Berichten, lässt der Ausschluss die Firma durch — eine fehlende Angabe ist keine schlechte Angabe, und so wurde auch gemessen. Auf dem Live-Bestand vom 10.08.2026 lag die Abdeckung bei 99,65 Prozent (279 von 282 Treffern mit auswertbarem Quartalsfenster, 2 mit nur einem, einer ohne).
  • Die Quelle der Verwässerung erklärt den Rückstand nicht. Kapitalerhöhung, Aktienvergütung und unklare Fälle liegen alle im Median negativ (siehe Kapitel „Quellen-Split").
  • Der stärkste Rückstand sitzt bei kleinen, teils kaum handelbaren Titeln. Über 100 Millionen Dollar Umsatz ist D10 nicht negativ, nur klar schlechter (plus 2,30 Prozent); der 1-Dollar-Mindestkurs verwirft im obersten Dezil 3.750 Episoden.
  • Der Filter-Hook ist eine Simulation, keine laufende Regel. Das Depot schrumpft im Schnitt um 30 bis 76 Positionen gegenüber dem ungefilterten Lauf — ein Teil des Vorsprungs ist Konzentration, nicht reines Signal. Alle Filter-Zahlen sind zudem in-sample: Schwellen und Staleness-Grenze wurden nicht auf einem getrennten Zeitraum bestätigt.
  • Der Beschleuniger-Split ist ein POST-HOC-Schnitt der bereits gekauften Positionen, keine Aussage darüber, was ein echter Kauffilter stattdessen gekauft hätte.
  • Splitverdacht (13,2 Prozent) und Lückenzeilen (3,2 Prozent) sind ausgeschlossen. Der Wächter nimmt dabei auch echte, sehr große Kapitalerhöhungen mit — korrigiert wird nichts, aus der Sprunghöhe einen Splitfaktor zu rechnen hieße, die eigene Annahme zu messen.
  • Das Aktienzahlen-Raster steht nicht überwiegend auf Deckblattzahlen (nur 14,6 Prozent) — die Mehrheit stammt von Bilanzstichtags- und Durchschnittszählungen, mit einem Mischfall bei 7,45 Prozent der geprüften Kennzahlen.
  • Publikationslage. Das Messfenster liegt vollständig nach der Publikation aller vier zitierten Originalarbeiten; ein Verfall des Effekts wäre laut McLean/Pontiff (2016) die Erwartung. Beobachtet haben wir ihn hier nicht — das ist eine positive Randbedingung für diesen Rückblick, aber keine Garantie für die Zukunft.
  • Ein Rückblick ist keine Vorhersage. Diese Studie ist Marktforschung, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.

Die Spiegelseite dieses Befunds — der BEGINN eines Rückkaufprogramms als eigenständiges Kaufsignal — steht in der Kannibalen-Wende-Studie. Wie sich ein verwandtes Wachstumssignal auf demselben Universum schlägt, zeigt die Umsatzbeschleuniger-Studie, deren Positionen im Kapitel „Post-hoc-Split" oben mitgemessen sind.

Häufige Fragen

Die Zwölfmonats-Veränderung der ausstehenden Aktienzahl je Firma, aus SEC-Pflichtmeldungen verdichtet auf ein Kalenderquartals-Raster. Die ganze Kaufkohorte handelt am selben Tag: zum Schlusskurs des vierten Monats nach dem jeweiligen Quartalsende — erst dann sind in jedem Kalenderquartal rund 96 Prozent der Kennzahlen öffentlich. Je Kohorte entstehen zehn gleich große Dezile nach Rang, zusätzlich feste Schwellen bei 3, 10 und 25 Prozent Verwässerung, weil die Literatur den Effekt als nichtlinear beschreibt.

Ja, deutlich. Konservativ gerechnet — ohne Positionen mit einem verdächtigen Kurssprung — bringt das oberste Verwässerungs-Dezil (D10) minus 7,44 Prozent pro Jahr, 22,46 Punkte unter dem S&P 500 Total Return (15,02 Prozent). Das Dezil umfasst 4.195 Positionen, von denen 96 als kurssprung-verdächtig aus der Hauptzahl herausfallen. Bei einer festen Schwelle von über 25 Prozent Verwässerung sind es minus 8,39 Prozent (3.450 Positionen, davon 82 ausgeschlossen). Firmen mit der stärksten Schrumpfung der Aktienzahl (D1, 4.736 Positionen) liegen dagegen bei plus 11,18 Prozent.

Ein Warnfilter. Diese Studie zeigt, welche Aktien man eher MEIDET — nicht, was man aktiv kauft. Der Rückkäufer-Arm ist rein dokumentarisch, keine Handelsempfehlung, und es gibt bewusst keinen Scanner zu diesem Befund. Die Aufnahme in ein Werkzeug ist nicht Teil dieser Studie.

Der Rückkäufer-Arm dieser Studie ist die Spiegelseite: Netto-Rückkäufer mit belegten Cash-Auszahlungen (9.401 Positionen) bringen 11,49 Prozent pro Jahr und liegen damit klar über dem eigenen Vergleichsuniversum; den breiten Markt erreichen sie nicht. Das bestätigt die Kernaussage der Kannibalen-Wende-Studie, wonach der BEGINN eines Rückkaufprogramms ein tragfähigeres Signal ist als bloße Verwässerung.

Abgeschwächt. Bei Firmen über 100 Millionen Dollar Umsatz liegt das oberste Verwässerungs-Dezil bei plus 2,30 Prozent (1.203 Positionen) — nicht negativ, aber klar schlechter als das eigene Universum derselben Größenklasse (9,38 Prozent). Der stärkste Rückstand konzentriert sich auf kleine, teils kaum handelbare Titel: Der 1-Dollar-Mindestkurs verwirft im obersten Dezil 3.750 Episoden gegenüber 319 im gegenteiligen Dezil.

Das lässt sich bei 73,3 Prozent der D9/D10-Firmenquartale klassifizieren, erklärt den Rückstand aber NICHT: Kapitalerhöhung (minus 7,04 Prozent Median), reine Aktienvergütung (minus 12,16 Prozent) und unklare Fälle (minus 9,93 Prozent) liegen alle im negativen Bereich. Die Quelle trennt nicht zwischen besser und schlechter laufenden Verwässerern.

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