Kannibalen-Wende im Rücktest: Rückkauf-Beginn schlägt den Markt, Gewohnheit nicht — 17,90 gegen 15,02 Prozent pro Jahr
Eine Firma, die jahrelang immer mehr eigene Aktien ausgegeben hat und dann erstmals nachhaltig damit aufhört und zurückkauft — ist der BEGINN des Rückkaufens ein besseres Signal als die bloße Gewohnheit? Wir haben diese „Kannibalen-Wende" über 13,5 Jahre und rund 2.800 Firmen mit auswertbarem Aktienraster nachgerechnet, mit verschwundenen Aktien im Depot, mit Cash-Beleg-Pflicht aus der Kapitalflussrechnung und mit zwei Wächtern gegen Aktienzusammenlegungen und -teilungen. Die konservative Rechnung — ohne kurssprung-verdächtige Positionen — bringt 17,90 Prozent pro Jahr gegenüber 15,02 Prozent beim S&P 500 Total Return. Der Kontrollarm der DAUER-Rückkäufer bleibt dagegen mit 13,03 Prozent klar darunter: Der Beginn trägt den Vorsprung, die Gewohnheit nicht.
Die Frage: Ist der ERSTE Rückkauf nach Jahren der Verwässerung ein Kaufsignal?
Firmen geben über Jahre laufend neue Aktien aus — durch Optionsprogramme, Wandelanleihen, Kapitalerhöhungen — und verwässern damit jeden bestehenden Anteil. Hört eine solche Firma erstmals nachhaltig damit auf und beginnt stattdessen, eigene Aktien zurückzukaufen, ist das ein sichtbarer Kurswechsel im Kapitalmanagement. Die naheliegende Frage: Ist dieser BEGINN ein besseres Kaufsignal als eine Firma, die schon seit Jahren gewohnheitsmäßig zurückkauft? Wir haben das über 13,5 Jahre nachgerechnet, mit Rückkauf-Zahlen aus rund 2.800 Firmen mit auswertbarem Aktienraster.
Das Signal: Wie wir die Kannibalen-Wende definiert haben
Eine Kannibalen-Wende braucht zwei Phasen und einen Cash-Beleg, dazu zwei Wächter gegen Datenfehler:
- Historie. Die acht Quartale unmittelbar vor dem ersten Rückgangsquartal fallen in keinem Schritt um mehr als 0,25 Prozent (Rundungstoleranz der Deckblattzählung) und steigen über die ganze Strecke um mindestens 3 Prozent — echte, anhaltende Verwässerung.
- Wende. Danach mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale, deren Aktienzahl um mindestens 1 Prozent unter der ihres Vorjahresquartals liegt, ohne Lücke in der Quartalsfolge.
- Cash-Beleg (Pflicht). Über die Rückgangsquartale muss die Summe der gemeldeten Rückkauf-Auszahlungen größer als null sein. Fehlt zu einem Rückgangsquartal die Rückkaufzeile ganz, gilt der Rückgang als unbelegt und liefert kein Signal — eine gemeldete Null ist etwas anderes als eine fehlende Zeile.
- Reverse-Split-Wächter. Fällt die Aktienzahl im Wende-Fenster von einem Quartal aufs nächste um mehr als 30 Prozent, ist das eine Aktienzusammenlegung und kein Rückkauf — kein Signal.
- Forward-Split-Wächter. Steigt die Aktienzahl im Historie-Fenster von einem Quartal aufs nächste um mehr als 50 Prozent, ist die vermeintliche „Verwässerung" eine Aktienteilung — kein Signal.
- Einstieg. Zum Monatsende, sobald die benötigten Zahlen laut Meldedatum tatsächlich sichtbar waren (Monatsraster nach Filing-Sichtbarkeit) — nicht rückwirkend zum Quartalsende.
Als Gegenprobe läuft ein zweiter, unabhängiger Arm mit: dauer12, die DAUER-Rückkäufer. Hier zählen mindestens zwölf lückenlose Quartale mit Vorjahresrückgang, ohne jede Bedingung an die Zeit davor, mit Cash-Beleg über die letzten vier Rückgangsquartale. Laufen die Dauer-Rückkäufer genauso gut wie die frische Wende, misst die Wende-Regel nichts Eigenes — genau das prüft der Kontrollarm.
Das Ergebnis: Der Rückkauf-Beginn schlägt den Markt knapp
Die belastbare Zahl dieser Studie ist die konservative Rechnung ohne kurssprung-verdächtige Positionen (Begründung im Kapitel zur Robustheit): Bei zwölf Monaten Haltedauer bringt die Kannibalen-Wende 17,90 Prozent pro Jahr aus 94 Positionen gegenüber 15,02 Prozent beim S&P 500 Total Return — ein Vorsprung von 2,88 Prozentpunkten. Die volle Rechnung (95 Positionen, inklusive der verdächtigen Positionen) steht mit 21,29 Prozent daneben, die Totalverlust-Rechnung (jeder Zwangsverkauf zu −100 Prozent) mit 13,99 Prozent.
| Variante | Haltedauer | Positionen | Rendite p. a. (voll) | Δ zum S&P TR | Trefferquote | größter Rückschlag | p. a. Totalverlust-Rechnung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kannibalen-Wende (w2_r1_h8) | 3 Monate | 98 | 18,76 % | 3,74 pp | 54,1 % | −56,97 % | 18,76 % |
| Kannibalen-Wende (w2_r1_h8) | 6 Monate | 98 | 27,29 % | 12,27 pp | 63,3 % | −31,70 % | — (Kleinstportfolio-Artefakt) |
| Kannibalen-Wende (w2_r1_h8) | 12 Monate | 95 | 21,29 % | 6,27 pp | 65,3 % | −37,59 % | 13,99 % |
| Kannibalen-Wende (w2_r1_h8) | solange | 94 | 18,16 % | 3,14 pp | 72,3 % | −40,34 % | 15,34 % |
| Dauer-Rückkäufer (dauer12, Kontrollarm) | 3 Monate | 353 | 7,74 % | −7,28 pp | 55,5 % | −67,63 % | 7,74 % |
| Dauer-Rückkäufer (dauer12, Kontrollarm) | 6 Monate | 353 | 16,27 % | 1,25 pp | 64,3 % | −45,37 % | 15,13 % |
| Dauer-Rückkäufer (dauer12, Kontrollarm) | 12 Monate | 347 | 13,03 % | −1,99 pp | 66,6 % | −43,26 % | 11,14 % |
| Dauer-Rückkäufer (dauer12, Kontrollarm) | solange | 304 | 13,97 % | −1,05 pp | 71,7 % | −34,59 % | 12,58 % |
| S&P 500 Total Return | — | — | 15,02 % | — | −23,87 % | — | |
| Universum, gleichgewichtet | — | — | 4,77 % | — | −53,23 % | — | |
Der Strich in der Spalte „p. a. Totalverlust-Rechnung" bei 6 Monaten ist kein Rechenfehler, sondern ein Kleinstportfolio-Artefakt: In 64 von 157 investierten Monaten hält das gleichgewichtete Depot der Sechs-Monats-Variante höchstens zwei Positionen (Median 3 Titel je Monat). Fällt ein Zwangsverkauf ausgerechnet in einen Monat, in dem das Depot nur eine EINZIGE Position hält, setzt die Totalverlust-Rechnung die GESAMTE Monatsrendite des Depots auf −100 Prozent (bei zwei gehaltenen Positionen wären es −50 Prozent), und die verkettete Reihe lässt sich danach nicht mehr sinnvoll auf ein Jahr hochrechnen. Die reale Rechnung daneben (27,29 Prozent voll) ist davon unberührt — sie zeigt aber ebenfalls ein sehr kleines Depot, siehe nächstes Kapitel.
Der Kontrollarm: Beginn schlägt Gewohnheit
Der Kernbefund dieser Studie liegt im Vergleich beider Arme bei zwölf Monaten Haltedauer: Die frische Kannibalen-Wende bringt 21,29 Prozent pro Jahr (95 Positionen), die Dauer-Rückkäufer nur 13,03 Prozent (347 Positionen) — 1,99 Prozentpunkte UNTER dem S&P 500. Über alle vier Haltedauern hinweg liegt der Kontrollarm durchgehend hinter der Hauptvariante, und bei drei, zwölf sowie „solange gehalten" liegt er sogar hinter dem Index selbst — nur bei sechs Monaten steht er mit 16,27 Prozent knapp darüber. Firmen, die seit Jahren gewohnheitsmäßig zurückkaufen, sind damit im Rückblick KEIN verlässliches Kaufsignal — der Effekt konzentriert sich auf den Moment, in dem eine Firma erstmals nachhaltig damit anfängt.
Größenschnitt: Nur die Großen tragen
Der Vorsprung der Hauptvariante steht und fällt mit der Firmengröße. Bei zwölf Monaten Haltedauer:
| Umsatzbasis | Positionen | Rendite p. a. | Δ zum S&P TR | Trefferquote | Zwangsverkäufe |
|---|---|---|---|---|---|
| Alle Größen | 95 | 21,29 % | 6,27 pp | 65,3 % | 6 |
| unter 10 Mio. $ | 0 | 0,00 % | −15,02 pp | — | 0 |
| 10 bis 100 Mio. $ | 8 | −0,01 % | −15,03 pp | 62,5 % | 0 |
| über 100 Mio. $ | 84 | 21,85 % | 6,83 pp | 65,5 % | 6 |
| Umsatz unbekannt | 3 | 2,49 % | −12,53 pp | 66,7 % | 0 |
Von 95 Positionen der Hauptvariante entfallen 84 auf Firmen mit mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz — nur dort liegt die Rendite (21,85 Prozent) über dem Gesamtwert. Im Segment 10 bis 100 Millionen Dollar (8 Positionen) liegt die Rendite bei praktisch null, unter 10 Millionen Dollar gibt es keine einzige Position. Der gemessene Vorsprung ist damit ein Befund für größere, etablierte Firmen — nicht für Kleinstwerte.
Sensitivitäten: Wie stabil ist die Regel?
Je Variante ist genau eine Stellschraube gegenüber der Hauptvariante verdreht, alles andere bleibt gleich. Zwölf Monate Haltedauer, Arm ALLE:
| Variante | Was verdreht wurde | Positionen | Rendite p. a. | Δ zum S&P TR |
|---|---|---|---|---|
| w2_r1_h8 (Haupt) | Rückgangstiefe 1 %, Historie 8 Q | 95 | 21,29 % | 6,27 pp |
| w2_r05_h8 | Rückgangstiefe auf 0,5 % gesenkt | 128 | 23,13 % | 8,11 pp |
| w2_r2_h8 | Rückgangstiefe auf 2 % angehoben | 55 | 23,74 % | 8,72 pp |
| w2_r1_h12 | Historie auf 12 Quartale verlängert | 92 | 19,26 % | 4,24 pp |
| w3_r1_h8 | drei statt zwei Rückgangsquartale verlangt | 85 | 18,07 % | 3,05 pp |
| dauer12 (Kontrollarm) | Dauer-Rückkäufer, keine Historie-Bedingung | 347 | 13,03 % | −1,99 pp |
Alle fünf Wende-Varianten schlagen den S&P 500, mit einer Spanne von 3,05 bis 8,72 Prozentpunkten — die Regel ist innerhalb ihrer eigenen Familie robust. Eine strengere Rückgangstiefe (w2_r2_h8) verbessert das Ergebnis sogar weiter, allerdings auf nur noch 55 Positionen. Der Kontrollarm dauer12 bleibt in jeder Variante der einzige, der unter dem Markt liegt.
Robustheit ohne Covid-Einstiege
Ein erheblicher Teil des Vorsprungs stammt aus der Zeit rund um die Pandemie. Im Frühjahr 2020 haben reihenweise Firmen ihre Rückkaufprogramme ausgesetzt und stattdessen Aktien ausgegeben; ein Jahr später sah jede Rückkehr zur Normalität wie eine Wende aus, obwohl sie keine war. Wir haben deshalb alle Einstiege zwischen 2020 und 2022 weggelassen — der Vorjahresvergleich und die Historie davor reichen bis zu drei Jahre zurück, deshalb die ganze Spanne. Eine konservative Ohne-Kurssprung-Fassung dieser Rechnung existiert nicht; gezeigt ist durchgehend die volle Rechnung, Bezugsgröße ist die volle Zwölf-Monats-Rendite von 21,29 Prozent:
| Haltedauer | Positionen | Rendite p. a. (voll) | Δ zum S&P TR | entfallen |
|---|---|---|---|---|
| 3 Monate | 80 | 5,95 % | −9,07 pp | 18 von 98 |
| 6 Monate | 80 | 14,67 % | −0,35 pp | 18 von 98 |
| 12 Monate | 77 | 14,68 % | −0,34 pp | 18 von 95 |
| solange | 76 | 17,08 % | 2,06 pp | 18 von 94 |
Der Befund kippt bei zwölf Monaten Haltedauer: Ohne Covid-Einstiege liegt die volle Rendite bei 14,68 Prozent (77 Positionen) — gegenüber der vollen Zwölf-Monats-Rendite von 21,29 Prozent mit Covid-Einstiegen — und damit 0,34 Punkte UNTER statt über dem S&P 500 — praktisch der ganze gemessene Vorsprung stammt aus Einstiegen 2020 bis 2022. Nur bei „solange gehalten" bleibt ein Vorsprung von 2,06 Punkten übrig. Das schwächt die Hauptzahl deutlich und gehört ungeschönt in jede Einschätzung dieser Regel.
Robustheit: Kurssprung-Verdacht und Merger-Artefakte
Die HAUPTZAHL dieser Studie (17,90 Prozent, 94 Positionen) ist bewusst die konservative Rechnung, weil die Signal-Logik und ein bekannter Datenfehler in dieselbe Richtung zeigen: Eine nicht nachgetragene Aktienzusammenlegung im bereinigten Kurs halbiert die Aktienzahl von einem Quartal aufs andere — und genau danach sucht das Wende-Signal. Bei zwölf Monaten Haltedauer betrifft das eine von 95 Positionen der Hauptvariante; ohne sie sinkt die Rendite von 21,29 auf 17,90 Prozent. Wir werfen diese Position nicht kommentarlos weg, weil ein Monatssprung auch echt sein kann — deshalb steht die konservative Zahl als Hauptzahl, die volle Rechnung daneben, nie umgekehrt.
Eine zweite, unabhängige Bereinigung betrifft Merger-Artefakte: Endet eine Kursreihe, weil die Firma nach einer Fusion unter einem anderen Börsenkürzel weiterläuft, ist das kein Marktereignis, sondern ein Reihenende — der Depotlauf verkauft trotzdem zwangsweise zum letzten Kurs. Prominentester Fall ist MYL (Mylan): Der Tausch in Viatris am 16. November 2020 erfolgte 1:1 in eine Aktie, die danach rund 16 Dollar wert war — die Kursreihe trägt jedoch einen Pseudo-Restkurs und weist −99,8 Prozent aus. Das ist ein Datenfehler, kein Totalverlust. Ohne die fünf identifizierten Merger-Artefakte (ASGN, CBS, COG, HIIQ, MYL) SINKT die volle Zwölf-Monats-Rendite der Hauptvariante von 21,29 auf 20,95 Prozent (94 Positionen, 1 entfallen) — weil mit HIIQ auch ein Artefakt mit positiver Rendite (+15,3 Prozent) herausfällt. Bei „solange gehalten" wirkt die Korrektur umgekehrt und steigt von 18,16 auf 18,74 Prozent (91 Positionen). Die Korrektur wirkt also je nach Haltedauer in beide Richtungen — sie ist keine reine Verbesserung.
Delisting-Klassifikation: Was aus den Zwangsverkäufen wurde
Über alle Varianten dieser Studie hinweg wurden 30 Zwangsverkaufs-Fälle von Hand recherchiert und eingeordnet, je mit Quelle: 22 Übernahmen, 2 echte Insolvenzen (GPORQ mit belegtem Aktionärs-Wipeout im Chapter-11-Verfahren; EBIX mit Chapter-11-Antrag, danach Pennystock EBIXQ und Übernahme der Reste durch ein Investorenkonsortium — der Verlust von −98 Prozent ist real, ein dokumentierter Aktionärs-Wipeout liegt für EBIX aber nicht vor), 1 freiwilliger Rückzug (PDLI, dessen Liquidationsausschüttungen NACH dem Delisting die gemessene Rendite eher zu niedrig ausweisen) und 5 Merger-Artefakte, bei denen die Firma unter neuem Kürzel weiterlief. Die große Mehrheit der Zwangsverkäufe war damit für die Strategie plausibel positiv oder neutral — Übernahmen dominieren klar gegenüber echten Pleiten.
Familienvergleich: Wie steht die Kannibalen-Wende zum Umsatzbeschleuniger?
Beide Rückblicke rechnen auf demselben Universum, demselben Zeitraum (Januar 2013 bis Juli 2026) und derselben Haltedauer von zwölf Monaten:
| Rückblick | Rendite p. a. (voll) | Totalverlust-Rechnung |
|---|---|---|
| Umsatzbeschleuniger (publiziert) | 26,28 % | 16,56 % |
| Kannibalen-Wende (diese Studie) | 21,29 % | 13,99 % |
| Kannibalen-Wende, Kontrollarm dauer12 | 13,03 % | 11,14 % |
| S&P 500 Total Return | 15,02 % | |
| Universum, gleichgewichtet | 4,77 % | |
Der Umsatzbeschleuniger bleibt in dieser direkten Gegenüberstellung das stärkere Signal, sowohl voll als auch in der Totalverlust-Rechnung. Weitere Rückblicke der Kannibalen- und Beschleuniger-Familie laufen parallel — ein Sammelvergleich über alle Familien-Studien folgt in einem eigenen Artikel.
Wie wir gerechnet haben
- Quelle. Öffentliche Pflichtveröffentlichungen der US-Börsenaufsicht SEC/EDGAR (10-K/10-Q) ab 2013, jeweils die Aktienzahl vom Deckblatt jedes Quartalsberichts und die Rückkauf-Auszahlungen aus der Kapitalflussrechnung.
- Point-in-time. Gerechnet wird über das Meldedatum, nicht über das Quartalsende — eine Zahl zählt erst ab dem Tag, an dem sie tatsächlich veröffentlicht war.
- YTD-Differenzierung. Rückkauf-Auszahlungen werden je nach Firma als Jahres- oder Halbjahreswert gemeldet und vor der Auswertung auf Einzelquartale differenziert (Quartalswert = laufender YTD-Stand minus Vorquartals-YTD-Stand).
- Depot. Gleichgewichtet, monatliches Rebalancing, 0,1 Prozent Kosten je Seite, Mindestkurs 1 Dollar am Einstiegstag.
- Delistete Titel bleiben im Depot und werden zum letzten verfügbaren Kurs zwangsverkauft — daneben steht durchgehend die Totalverlust-Zweitrechnung, die jeden Zwangsverkauf auf −100 Prozent setzt.
- Handprobe. Fünf Erstsignal-Fälle (TREX 2014, HTLD 2016, MU 2019, SLAB 2022, UTHR 2024), gestreut über Jahre und Firmengrößen, wurden gegen die Original-SEC-Filings nachgerechnet — Deckblatt-Aktienzahlen bis aufs Stück beziehungsweise auf höchstens 0,35 Prozent genau (Stichtags-Eigenheit), alle geprüften Cash-Quartale exakt aus den SEC-YTD-Werten differenziert. Alle 5 Fälle bestanden.
- Zeitraum. Januar 2013 bis Juli 2026, 163 Monate.
- Gegenprobe. Die im Bericht neu aggregierten Monatsreihen weichen von den im Depotlauf gespeicherten um 0 Prozentpunkte ab.
Kursreihen und Vergleichsmaßstab S&P 500 Total Return stammen aus unserem eigenen Kursarchiv US-Aktien inklusive delisteter Titel. Quartalsergebnisse, Aktienzahlen und Meldetermine stammen ausschließlich aus den öffentlichen Pflichtveröffentlichungen der US-Börsenaufsicht.
Was diese Studie nicht sagt
- Ein erheblicher Teil des Vorsprungs steckt in der Covid-Zeit. Ohne Einstiege 2020 bis 2022 bleibt bei zwölf Monaten Haltedauer nur noch 14,68 Prozent volle Rechnung (77 Positionen, Bezugsgröße 21,29 Prozent) — 0,34 Punkte unter dem Index statt darüber (siehe Kapitel „Robustheit ohne Covid-Einstiege").
- Das Depot ist ein Kleinstportfolio. Über 13,5 Jahre liegen je nach Variante nur 94 bis 98 Positionen vor; bei festen Haltedauern hält es im Median 2 bis 6 Titel gleichzeitig, im Solange-Modus 22. Bei drei Monaten Haltedauer halten 90 von 125 investierten Monaten höchstens zwei Titel — diese Zahlen sind kaum belastbar. Bei sechs Monaten Haltedauer degeneriert die Totalverlust-Zweitrechnung an einem einzelnen Monat, in dem nur eine Position gehalten wird, zu einem rechnerischen „minus unendlich" (siehe Fußnote im Ergebniskapitel).
- Der Vorsprung trägt nur bei größeren Firmen. Nur das Segment über 100 Millionen Dollar Umsatz (84 von 95 Positionen) liefert die 21,85 Prozent; darunter liegt die Rendite bei praktisch null.
- Die Null-Annahme betrifft 65,63 Prozent der Rückkaufzeilen. Eine Firma, die eine Kapitalflussrechnung einreicht und darin keinen Aktienrückkauf ausweist, wird mit 0 Dollar geführt — ohne diese Setzung bestünde der Bestand nur aus gemeldeten Rückkäufern.
- Wächter greifen häufig. 2.521 Rückgänge blieben unbelegt, 1.161 hatten keinen Cash-Beleg, 37.226 Signalgelegenheiten stehen im Reverse-Split-Verdacht, 20.988 im Forward-Split-Verdacht.
- Das Vorjahresquartal fehlt in 8,6 Prozent der Fälle. Nur bei 91,4 Prozent der Rasterzeilen ist das nötige Vorjahresquartal überhaupt im Bestand — ohne es kann kein Rückgang gemessen werden.
- 994 Rückkauf-Kandidaten wurden verworfen, weil ihre Berechnungsbasis nicht passte (anderes Geschäftsjahr, Nachmeldung) — sie wurden nicht geschätzt.
- Nicht nachgetragene Aktienzusammenlegungen bleiben ein Restrisiko. Geprüft wurden nur Monatssprünge über 200 Prozent (Kapitel „Robustheit"); kleinere, unentdeckte Fälle können noch in der konservativen Zahl stecken.
- Ein Rückblick ist keine Vorhersage. Diese Studie ist Marktforschung, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.
Wer sich für das tragende Wachstumssignal der Familie interessiert, findet es in der Umsatzbeschleuniger-Studie — dort schlägt die frische Umsatz-Beschleunigung den Markt mit einem deutlicheren Abstand als die Kannibalen-Wende hier.
Häufige Fragen
Eine Firma zeigt eine Kannibalen-Wende, wenn ihre Aktienzahl über mindestens acht Quartale in keinem Schritt fällt und über die Strecke um mindestens 3 Prozent steigt (Verwässerung), und danach mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale je mindestens 1 Prozent unter ihrem Vorjahresquartal liegen — belegt durch echte Rückkauf-Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung. Zwei Wächter sortieren Aktienzusammenlegungen (über 30 Prozent Quartalsrückgang) und Aktienteilungen (über 50 Prozent Quartalsanstieg im Historie-Fenster) als Datenfehler aus, bevor sie als Signal zählen.
Knapp ja. Konservativ gerechnet — ohne Positionen mit einem verdächtigen Kurssprung — bringt die Kannibalen-Wende bei zwölf Monaten Haltedauer 17,90 Prozent pro Jahr aus 94 Positionen gegenüber 15,02 Prozent beim S&P 500 Total Return, ein Vorsprung von 2,88 Prozentpunkten. Das ist die HAUPTZAHL dieser Studie. Die volle Rechnung (95 Positionen) steht mit 21,29 Prozent daneben, die Totalverlust-Rechnung mit 13,99 Prozent.
Firmen, die zwölf oder mehr Quartale in Folge zurückkaufen, ohne jede Bedingung an die Zeit davor (Arm dauer12), bringen bei zwölf Monaten Haltedauer nur 13,03 Prozent pro Jahr aus 347 Positionen — 1,99 Prozentpunkte UNTER dem S&P 500. Das ist der zitierfähige Kernbefund dieser Studie: Der BEGINN eines Rückkaufprogramms trägt den Vorsprung, die reine Gewohnheit des Zurückkaufens nicht.
Deutlich eingeschränkt: Ohne Einstiege aus den Covid-Jahren 2020 bis 2022 sinkt die Zwölf-Monats-Rendite (volle Rechnung, Bezugsgröße 21,29 Prozent) auf 14,68 Prozent (77 Positionen) — nur noch 0,34 Punkte unter statt über dem Index. Das Depot ist zudem ein Kleinstportfolio: bei festen Haltedauern hält es im Median 2 bis 6 Positionen gleichzeitig (im Solange-Modus 22), und nur Firmen über 100 Millionen Dollar Umsatz tragen den gemessenen Vorsprung; darunter liegt die Rendite bei praktisch null.