Teradata: Ein KGV von 6, das SAP bezahlt hat
Im ersten Quartal 2026 verdiente Teradata 335 Millionen US-Dollar — mehr als im ganzen Jahr 2025. 280 Millionen davon kamen von SAP, als Vergleich nach acht Jahren Prozess. Wir lesen den Geschäftsbericht 2025, den Quartalsbericht vom 6. Mai 2026 und die Pflichtmitteilungen bis Ende Juli und prüfen die Frage, die der Scheck nicht beantwortet: Trägt das Abogeschäft den Mittelzufluss schon — oder noch immer die alten Verträge? Ein Geldsegen ist kein Geschäftsmodell.
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Die Einmal-Falle: Wenn eine Zahl mehr verspricht, als sie halten kann
Es gibt einen Reflex, der uns an der Börse regelmäßig Geld kostet. Er sieht harmlos aus: Diese Aktie hat ein KGV von 6. So billig ist sonst nichts. Da muss ich zugreifen.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis — der Börsenwert geteilt durch den Jahresgewinn — ist eine bequeme Zahl. Sie sagt in einem Wert, wie viele Jahresgewinne man für eine Firma bezahlt. Sie hat nur eine Schwäche: Sie fragt nicht, woher der Gewinn kam. Und manchmal kam er von einem Ort, an den man nicht zweimal gehen kann.
Genau so ein Fall liegt hier auf dem Tisch. Teradata Corporation hat im ersten Quartal 2026 mehr verdient als im gesamten Jahr 2025. Der Grund steht nicht in der Umsatzzeile, sondern in einer Fußnote: Ein Softwarekonzern aus Walldorf hat 480 Millionen US-Dollar überwiesen.
Also machen wir das, was wir immer machen: Wir öffnen die Originalberichte, rechnen nach und schauen, was übrig bleibt, wenn man den Scheck weglegt.
Was in dieser Analyse steht
- Was Teradata verkauft — und an wen
- Wo die Aktie auf unseren Tisch kam
- Der 480-Millionen-Scheck aus Walldorf
- Die Zahlen über die Jahre
- Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Rekordquartal mit operativem Verlust
- Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Das Abo trägt den Cashflow noch nicht
- Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Rückkäufe laufen der Vergütung hinterher
- Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Eine Bilanz, die schlimmer aussieht, als sie ist
- KI: verkauft, nicht nur benutzt
- Was die Aktie kostet
- Chancen und Risiken auf einen Blick
- Ein menschliches Fazit
- Quellen
Was Teradata verkauft — und an wen
Teradata baut Datenbanken für Kunden, denen normale Datenbanken zu klein sind. Wenn eine Handelskette wissen will, was 40 Millionen Kundenkarten in zehn Jahren gekauft haben, oder eine Fluggesellschaft jede Buchung, jede Umbuchung und jeden Treuepunkt seit 1998 auswerten möchte, dann läuft das oft auf einer Teradata-Plattform.
Die Firma wurde 1979 gegründet, gehörte zwischenzeitlich zu NCR und ist seit dem 30. September 2007 eigenständig an der New Yorker Börse notiert. Sitz ist San Diego. Zum 31. Dezember 2025 arbeiteten dort rund 5.100 Menschen in etwa 38 Ländern, gut 30 Prozent davon in den USA.
Das Geschäft hat zwei Segmente und drei Umsatzarten. Für 2025 sah das so aus:
- Wiederkehrender Umsatz — Abonnements, Cloud-Nutzung, Wartung, Mieten. 1.445 Millionen US-Dollar, also 86,9 Prozent. Das ist heute das Geschäft.
- Dauerlizenzen und Hardware — das alte Modell: einmal kaufen, dann besitzen. 17 Millionen, ein Prozent. Ein Rest.
- Beratung — Projekte, Migrationen, Schulungen. 201 Millionen, 12,1 Prozent, und im Jahresvergleich um 19 Prozent gefallen.
Zwei Begriffe brauchen wir gleich noch. ARR steht für „annual recurring revenue" — den Jahreswert aller laufenden Verträge zu einem Stichtag. Man kann sich das wie die Summe aller Abo-Gebühren vorstellen, die aktuell unter Vertrag stehen. Und die Netto-Expansionsrate misst, was Bestandskunden im Folgejahr ausgeben: 108 Prozent heißt, dass dieselben Kunden 8 Prozent mehr abnehmen als im Vorjahr.
Zum 31. Dezember 2025 lag die gesamte ARR bei 1.522 Millionen US-Dollar, 3 Prozent über dem Vorjahr. Darin steckt allerdings eine Umschichtung: Public-Cloud-ARR 701 Millionen (plus 15 Prozent), Abonnement-ARR 735 Millionen (minus 4 Prozent), Wartungs-ARR 86 Millionen (minus 13 Prozent). Das Wachstum kommt aus einem Topf, in den zwei andere Töpfe leerlaufen.
Wer die Konkurrenz sucht, muss nicht raten — Teradata nennt sie im Geschäftsbericht selbst:
„We compete in a large and growing market that is attractive to both current and new competitors. There is a large number of vendors in the market, and the landscape is rapidly growing with the increasing adoption of AI. Participants include AWS, Databricks, Google Cloud, Microsoft Azure, Snowflake, and more; the competitive market also comprises traditional legacy competitors."
Übersetzung: „Wir treten in einem großen und wachsenden Markt an, der für bestehende wie für neue Wettbewerber attraktiv ist. Es gibt eine große Zahl von Anbietern, und die Landschaft wächst mit der zunehmenden Verbreitung von KI rasch. Zu den Teilnehmern gehören AWS, Databricks, Google Cloud, Microsoft Azure, Snowflake und weitere; der Wettbewerbsmarkt umfasst außerdem traditionelle Altanbieter."
— Teradata Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 (Competition)
Wo die Aktie auf unseren Tisch kam
Wir lassen täglich rund 3.500 Aktien durch unseren hauseigenen Aktien-Scanner laufen. Teradata kam über die Liste Turnaround-Kandidaten herein — am 27. Juli 2026, mit einem Wende-Check von 6 von 8 Punkten.
Eine Einschränkung gleich vorweg, damit niemand vergeblich sucht: Die Scanner-Seite zeigt nur die 25 stärksten Treffer. Die US-Auswahl der Liste umfasste an diesem Tag 60 Titel, und 44 davon hatten denselben Punktestand 6. Bei Punktgleichstand ist die Reihenfolge nicht festgelegt und ändert sich mit jeder Neuberechnung — einen exakten Platz nennen wir deshalb bewusst nicht. Belastbar ist die Spanne: Über der Gleichstandsgruppe stehen 16 Titel mit 7 oder 8 Punkten, Teradata liegt also zwischen Platz 17 und Platz 60. Das bedeutet in jedem Fall: hinteres Drittel, außerhalb der angezeigten 25, auf der Seite selbst nicht sichtbar. Wir haben Punktestand, Trefferzahl und Gleichstandsgruppe direkt in der Datenbank gemessen, auf beiden Marken getrennt — sie stimmen überein. Diese Listen werden täglich neu berechnet; Platz und Punktzahl sind eine datierte Momentaufnahme.
Die Liste hat zwei Pflicht-Säulen. Wer eine davon reißt, fliegt raus:
- Säule 1 — der Absturz: mindestens 50 Prozent unter dem Allzeithoch. Ohne echten Absturz kein Turnaround.
- Säule 2 — das Überleben: Die Firma muss die Durststrecke aushalten können — positives Eigenkapital, höchstens ein Bilanz-Warnsignal, ein Insolvenz-Frühwarnwert außerhalb der Gefahrenzone.
Säule 1 haben wir gegen die Kurshistorie nachgerechnet. Der höchste je erreichte Schlusskurs lag am 6. September 2012 bei 80,62 US-Dollar; am 24. Juli 2026 schloss die Aktie bei 28,52 US-Dollar. Das sind minus 64,6 Prozent — die Hürde hält mit großem Abstand. Der Bezugspunkt ist allerdings knapp 14 Jahre alt, aus einer Zeit, in der Teradata noch Hardware verkaufte.
Säule 2 ist der Punkt, an dem wir dem eigenen Datenbestand widersprechen müssen. Dort ist ein Insolvenz-Frühwarnwert von 3,83 gespeichert. Wir konnten ihn aus keinem Abschluss nachrechnen — weder aus dem Jahresabschluss 2025 noch aus der Bilanz zum 31. März 2026. Deshalb zitieren wir ihn nicht, sondern rechnen die Bilanz lieber selbst nach; das steht weiter unten in Wahrheit Nr. 4. Das Ergebnis vorweg: Teradata ist kein Insolvenzfall, aber die Formel hat gute Gründe, schlecht auszusehen.
Ein zweiter Scanner ist ebenfalls angesprungen: die GpA-Beschleunigung, also ein Gewinn je Aktie, der schneller wächst als im Vorquartal. Dieses Signal ist in diesem Fall besonders lehrreich — denn woher die Beschleunigung kommt, prüft keine Formel. Genau das schauen wir uns jetzt an.
Der 480-Millionen-Scheck aus Walldorf
Am 19. Juni 2018 verklagte Teradata den Softwarekonzern SAP vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien. Der Vorwurf: SAP habe Betriebsgeheimnisse aus Teradatas Datenanalyse-Produkten übernommen und mit seiner Marktmacht bei Unternehmenssoftware Kunden unter Druck gesetzt. SAP klagte mit Patentvorwürfen zurück, es folgten weitere Verfahren in den USA und in Deutschland. 2021 wies das Gericht die Kartellvorwürfe ab; die Berufungsinstanz stellte sie wieder her.
Nach knapp acht Jahren war Schluss. Am 19. Februar 2026 unterschrieben beide Seiten einen Vergleich, am 19. März 2026 zahlte SAP, am 20. März 2026 wurden alle verbliebenen Klagen und Widerklagen endgültig abgewiesen. Die Zahlen stehen in Anmerkung 5 des Quartalsberichts:
„During the three months ended March 31, 2026, as a result of the SAP Settlement Agreement, Teradata received a gross payment of $480 million (the „SAP Legal Settlement Amount"). Additionally the Company recorded $121 million in selling, general and administrative expenses for the associated fees and expenses for the SAP Settlement Agreement, including a customary contingent fee arrangement and other outstanding legal fees incurred in connection with the SAP Litigation (the „SAP Legal Settlement Fees")."
Übersetzung: „In den drei Monaten bis zum 31. März 2026 erhielt Teradata infolge der SAP-Vergleichsvereinbarung eine Bruttozahlung von 480 Millionen US-Dollar. Zusätzlich verbuchte die Gesellschaft 121 Millionen US-Dollar in den Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Kosten für die damit verbundenen Gebühren und Auslagen, einschließlich einer branchenüblichen Erfolgshonorar-Vereinbarung und weiterer offener Anwaltskosten im Zusammenhang mit dem SAP-Rechtsstreit (die „SAP-Vergleichshonorare")."
— Teradata Corporation, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Note 5
Von den 359 Millionen vor Steuern gingen 79 Millionen an das Finanzamt. Übrig blieben 280 Millionen US-Dollar nach Steuern — und die stehen im Quartalsgewinn von 335 Millionen. Der Rest des Unternehmens, das ganze operative Geschäft mit 444 Millionen Umsatz und rund 5.100 Beschäftigten, hat in diesem Quartal 55 Millionen beigetragen.
Merksatz: Ein Gewinn, der aus einem Gerichtssaal kommt, ist echtes Geld — aber keine Prognose.
Die Zahlen über die Jahre
Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. Teradata verdient Geld, seit Jahren, ohne Unterbrechung, in einem Markt, in dem fünf der größten Technologiekonzerne der Welt mitbieten. Das Betriebsergebnis lag 2023 bei 186, 2024 bei 209 und 2025 bei 205 Millionen US-Dollar — bemerkenswert stabil, obwohl der Umsatz in diesen drei Jahren um 170 Millionen fiel. Der freie Mittelzufluss betrug 285 Millionen US-Dollar (2025) nach 277 Millionen (2024). Das schaffen nicht viele schrumpfende Firmen.
Und der Umbau ist gelungen: 2018 lebte Teradata noch von Dauerlizenzen und Hardware, 2025 kommen 86,9 Prozent des Umsatzes aus laufenden Verträgen, im ersten Quartal 2026 sogar 90,1 Prozent. Ein Anbieter, der seine Kunden von „einmal kaufen" auf „monatlich zahlen" umstellt, verliert dabei zwangsläufig Umsatz — der Kunde zahlt ja nicht mehr alles vorab.
Nur: Irgendwann ist die Umstellung fertig, und dann muss die Kurve wieder nach oben zeigen. Bisher zeigt sie das nicht.
Die Ergebnisseite sieht freundlicher aus, weil kräftig gespart wurde. Am 5. August 2024 hat Teradata seinen Vertrieb neu geordnet und ein weltweites Sparprogramm gestartet; bis zum 31. März 2026 waren die meisten Maßnahmen abgeschlossen, die Kosten dafür lagen bei 20 Millionen US-Dollar, die Auszahlungen bei rund 45 bis 50 Millionen. Das Konzernergebnis stieg von 62 (2023) über 114 (2024) auf 130 Millionen US-Dollar (2025) — bei sinkendem Umsatz. Sparen wirkt. Sparen hat nur ein natürliches Ende.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Rekordquartal mit operativem Verlust
Wer im Quartalsbericht die Zeile „Ergebnis aus dem laufenden Geschäft" sucht, findet für das erste Quartal 2026 ein Minus von 36 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal stand dort ein Plus von 66 Millionen.
Das klingt nach Absturz, ist aber eine Buchungsfrage. Die 480 Millionen von SAP zählen als „sonstiges Ergebnis" und stehen damit unterhalb des Betriebsergebnisses. Die 121 Millionen Honorar für dieselbe Sache stehen dagegen im Betriebsergebnis, in den Vertriebs- und Verwaltungskosten. Diese springen von 116 auf 240 Millionen. Rechnet man das Honorar heraus, läge das Betriebsergebnis bei rund 85 Millionen — über dem Vorjahreswert.
Beide Zahlen sind also irreführend, jede in ihre Richtung: Der Nettogewinn von 335 Millionen sieht zu gut aus, der Betriebsverlust von 36 Millionen zu schlecht. Nur zusammen ergeben sie ein Bild. Genau deshalb lohnt es sich, Fußnoten zu lesen.
Ein Detail für die Genauigkeit: Der Steuersatz des Quartals lag bei 23,3 Prozent, für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Firma rund 25 Prozent. Auf den SAP-Betrag entfielen 79 Millionen Steueraufwand, davon 16 Millionen aus einer US-Sonderregel für Auslandsgewinne.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Das Abo trägt den Cashflow noch nicht
Das ist die Frage, auf die es bei Teradata ankommt — und sie lässt sich beantworten.
Der freie Mittelzufluss lag 2025 bei 285 Millionen US-Dollar, 2024 bei 277 Millionen. Stabil. Aber woher kommt er? Nicht aus Wachstum: Der Umsatz fiel um 5 Prozent, der wiederkehrende Umsatz um 2 Prozent, der Beratungsumsatz um 19 Prozent. Der Mittelzufluss blieb trotzdem stabil, weil die Kosten stärker sanken als die Erlöse — Sparprogramm, weniger Personal, weniger Hardware im Umlauf.
Und innerhalb der laufenden Verträge sieht es so aus (Stand 31. Dezember 2025):
- Public Cloud: 701 Millionen US-Dollar ARR, plus 15 Prozent. Der Wachstumsmotor.
- Abonnement (eigene Rechenzentren): 735 Millionen, minus 4 Prozent. Kunden ziehen in die Cloud um — der Topf leert sich planmäßig.
- Wartung und Software-Updates: 86 Millionen, minus 13 Prozent. Das ist der Rest des alten Lizenzgeschäfts, und er verschwindet.
Anders gesagt: Der größte Einzelposten der wiederkehrenden Erlöse ist immer noch das alte Geschäft in den eigenen Rechenzentren der Kunden, und es schrumpft. Die Cloud wächst schneller, ist aber noch kleiner. Bis der Cloud-Topf den Abo-Topf überholt, hängt der Mittelzufluss maßgeblich an Verträgen, die auslaufen.
Zwei weitere Zahlen gehören dazu. Erstens: Die Netto-Expansionsrate in der Cloud fiel von 117 auf 108 Prozent. Bestandskunden bauen also weiter aus — aber deutlich langsamer als im Vorjahr. Zweitens: Zum 31. März 2026 hatte Teradata 2.033 Millionen US-Dollar an noch nicht erfüllten Vertragspflichten in den Büchern, davon 1.372 Millionen mit Fälligkeit innerhalb eines Jahres. Das ist ein solides Polster — rund 15 Monate Umsatz.
Und für das erste Quartal 2026 gilt dieselbe Vorsicht wie beim Gewinn: Der freie Mittelzufluss von 390 Millionen enthält 359 Millionen aus dem SAP-Vergleich. Bereinigt bleiben rund 31 Millionen — nach 7 Millionen im Vorjahresquartal. Das erste Quartal ist bei Teradata traditionell schwach, weil Jahresrechnungen erst später eingehen; aber es ist kein Beleg für eine Wende.
Wie schwer sich ein Technologiedienstleister tut, wenn der Umsatz schrumpft und die Kosten schon gedrückt sind, haben wir in unserer DXC-Technology-Analyse ausführlich aufgeschrieben. Das Muster ähnelt sich.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Rückkäufe laufen der Vergütung hinterher
Teradata zahlt keine Dividende. Das freie Geld geht in Aktienrückkäufe — die Firma kauft eigene Aktien und zieht sie ein, wodurch jeder verbleibende Anteil ein größeres Stück vom Kuchen darstellt. Klingt gut. Man muss nur wissen, wer gleichzeitig neue Stücke abschneidet.
Die Firma vergütet ihre Mitarbeiter zu einem erheblichen Teil in Aktien. Dieser Aufwand betrug 112 Millionen US-Dollar im Jahr 2025, 119 Millionen (2024) und 126 Millionen (2023). Gemessen am freien Mittelzufluss von 285 Millionen sind 112 Millionen 39 Prozent. Dem stehen Rückkäufe von 5,8 Millionen Aktien zu durchschnittlich 24,34 US-Dollar gegenüber, also rund 141 Millionen.
Über das Gesamtjahr 2025 ging die Rechnung knapp auf: Die Aktienzahl sank. Im ersten Quartal 2026 nicht mehr. Da kaufte Teradata 1,2 Millionen Aktien für 34 Millionen US-Dollar zurück — und trotzdem stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien von 92,5 auf 94,4 Millionen. Der aktienbasierte Aufwand lag im selben Quartal bei 29 Millionen.
Am 14. Mai 2026 kam der nächste Schritt dazu:
„The Amended 2023 Plan amends and restates the Teradata 2023 Stock Incentive Plan to increase the number of shares available under the Amended 2023 Plan by 6,300,000 shares."
Übersetzung: „Der geänderte Plan 2023 ändert und ersetzt den Teradata Stock Incentive Plan 2023, um die Zahl der unter dem geänderten Plan verfügbaren Aktien um 6.300.000 Aktien zu erhöhen."
— Teradata Corporation, SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 19. Mai 2026, Item 5.02
6,3 Millionen Aktien sind 6,7 Prozent der 94,1 Millionen Aktien, die am 24. April 2026 im Umlauf waren. Sie werden nicht alle sofort ausgegeben, und ein Teil ersetzt auslaufende Zusagen. Aber die Richtung ist klar: Damit die Aktienzahl sinkt, muss Teradata deutlich mehr zurückkaufen als bisher. Von dem am 17. November 2025 genehmigten Programm über 500 Millionen US-Dollar waren am 31. März 2026 noch 470 Millionen offen — bei einer Kasse von 816 Millionen. Das Geld wäre da.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Eine Bilanz, die schlimmer aussieht, als sie ist
In Teradatas Bilanz steht ein Bilanzverlust von 1.621 Millionen US-Dollar (31. März 2026). Wer das liest, denkt an eine Firma, die jahrelang Geld verbrannt hat. Das Gegenteil ist der Fall.
Der Posten heißt im Original „accumulated deficit" und sammelt alle Gewinne und Verluste seit der Gründung — und alle eingezogenen Aktien. Teradata hat seit 2007 für Milliarden eigene Aktien zurückgekauft und vernichtet; diese Beträge werden gegen genau diesen Posten gebucht. Der Bilanzverlust ist hier also überwiegend das Denkmal einer Rückkaufpolitik, nicht die Spur operativer Verluste.
Das erklärt auch, warum jede Insolvenz-Formel bei Teradata Alarm schlägt: Die klassische Altman-Formel gewichtet das Verhältnis von einbehaltenen Gewinnen zur Bilanzsumme mit hohem Faktor. Rechnet man sie mit der Bilanz zum 31. März 2026 nach, kommt ein Wert um 1,05 heraus, mit dem Jahresabschluss 2025 rund 0,77. Der in unserem Datenbestand gespeicherte Wert von 3,83 lässt sich damit nicht in Einklang bringen — deshalb stützen wir in diesem Artikel keine einzige Aussage darauf. Wir nennen stattdessen, was sich prüfen lässt:
- Eigenkapitalquote 26,0 Prozent — 557 von 2.142 Millionen US-Dollar Bilanzsumme (31.03.2026). Zum Jahresende 2025 waren es 12,9 Prozent; der SAP-Betrag hat das Eigenkapital mehr als verdoppelt.
- Kasse 816 Millionen gegen ein Darlehen von 449 Millionen (31.03.2026) — also bereits damals mehr Geld als Bankschulden.
- Zinsaufwand 6 Millionen im Quartal, Zinserträge 3 Millionen. Die Zinslast war nie das Problem.
Und dann kam der 24. Juni 2026:
„The Credit Agreement replaces Teradata’s prior credit agreement, entered into in 2022, which provided for a revolving credit facility in the maximum principal of $400 million and a term loan commitment in the principal amount of $500 million (the „Prior Agreement"). In connection with the execution of the Credit Agreement, the term loan outstanding under the Prior Agreement was repaid in full."
Übersetzung: „Der Kreditvertrag ersetzt Teradatas früheren Kreditvertrag aus dem Jahr 2022, der eine revolvierende Kreditlinie über maximal 400 Millionen US-Dollar und eine Darlehenszusage über 500 Millionen US-Dollar vorsah. Im Zusammenhang mit dem Abschluss des Kreditvertrags wurde das ausstehende Darlehen aus dem früheren Vertrag vollständig zurückgezahlt."
— Teradata Corporation, SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 24. Juni 2026, Item 1.01
Seither hat Teradata eine unbelastete Kreditlinie über 400 Millionen US-Dollar mit Laufzeit bis zum 24. Juni 2031 — und keine gezogenen Bankschulden mehr. Es bleiben rund 98 Millionen Finanzierungsleasing für Hardware. Der SAP-Vergleich ist also nicht im Sand verlaufen: Ein guter Teil davon steckt heute in einer entschuldeten Bilanz.
Der Vollständigkeit halber: Eine Sammelklage von Aktionären aus dem Juni 2024 wegen Aussagen zur ARR-Prognose 2023 wurde am 26. September 2025 endgültig abgewiesen; das Urteil erging am 6. Januar 2026 zugunsten der Firma, Berufung wurde nicht eingelegt. Die parallele Klage im Namen der Gesellschaft wurde daraufhin zurückgenommen.
KI: verkauft, nicht nur benutzt
Bei vielen Firmen ist „KI" ein Wort in der Präsentation. Bei Teradata ist es die Produktbeschreibung. Der Geschäftsbericht 2025 bezeichnet das Unternehmen durchgehend als „AI and knowledge platform" und nennt konkrete Erzeugnisse: die AI Factory für Kunden, die KI im eigenen Rechenzentrum betreiben müssen (Banken, Behörden, regulierte Branchen), den AgentBuilder zum Bau von KI-Agenten und ein Beratungsangebot namens AI Services.
„Across Teradata, we are executing and advancing in our transformation as a modern, leading AI and knowledge platform. Our transition has earned recognition from numerous industry analyst firms, and we delivered more than 150 AI engagements at customer accounts in 2025."
Übersetzung: „Überall bei Teradata setzen wir unsere Wandlung zu einer modernen, führenden KI- und Wissensplattform um und treiben sie voran. Unser Übergang hat Anerkennung von zahlreichen Branchenanalysten erhalten, und wir haben 2025 mehr als 150 KI-Projekte bei Kunden umgesetzt."
— Teradata Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1
Wir stufen Teradata in unserer Systematik deshalb als Firma ein, die KI verkauft — nicht als eine, die KI nur intern nutzt oder von KI bedroht wird. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Erstens beziffert der Bericht nicht, wie viel Umsatz auf KI-Produkte entfällt; „mehr als 150 Projekte" ist eine Stückzahl, kein Euro-Betrag. Zweitens ist derselbe KI-Boom der Grund, warum der Wettbewerb härter wird — der Geschäftsbericht sagt das im Wettbewerbskapitel selbst.
Die Forschungsausgaben stiegen im ersten Quartal 2026 auf 72 Millionen US-Dollar nach 66 Millionen, ausdrücklich für Public Cloud und KI. Über das Jahr 2025 waren es 280 Millionen — knapp 17 Prozent des Umsatzes. Das ist für einen Anbieter dieser Größe ordentlich; gegen die Budgets der genannten Wettbewerber ist es ein Bruchteil.
Was die Aktie kostet
Zum Datenstand 26. Juli 2026 lag der Börsenwert bei rund 2,64 Milliarden US-Dollar. Daraus ergeben sich diese Größenordnungen — bewusst als Spannen, weil Kurse schwanken:
- Kurs/Gewinn nachlaufend: rund 6,5. Grundlage ist ein Gewinn je verwässerter Aktie von 4,37 US-Dollar über die letzten vier Quartale.
- Kurs/Gewinn ohne den SAP-Betrag: rund 19. Die 280 Millionen nach Steuern entsprechen etwa 2,90 US-Dollar je verwässerter Aktie. Bleiben rund 1,47 US-Dollar aus dem Geschäft.
- Kurs/Gewinn auf die Schätzung für das laufende Jahr: rund 11. Die Analysten erwarten im Mittel 2,65 US-Dollar je Aktie.
- Kurs/Umsatz: rund 1,6. Für einen Softwareanbieter mit 87 Prozent wiederkehrendem Umsatz ist das niedrig — für einen schrumpfenden Anbieter nicht ungewöhnlich.
- Kurs/freier Mittelzufluss: rund 4 auf die letzten vier Quartale — aber rund 8,5, wenn man den SAP-Betrag herausrechnet. Dieselbe Falle wie beim KGV, nur eine Etage tiefer.
Der Blick der Profis: 11 Analystenhäuser bewerten die Aktie, davon 3 mit „stark kaufen", 1 mit „kaufen", 5 mit „halten" und 2 mit „verkaufen". Das mittlere Kursziel liegt bei 35,50 US-Dollar — rund ein Viertel über dem Schlusskurs vom 24. Juli 2026. Ein gespaltenes Bild also, das zur Datenlage passt: Wer an die Cloud-Kurve glaubt, sieht Aufholpotenzial; wer auf die Umsatzreihe schaut, sieht ein Geschäft, das noch nicht dreht.
Bemerkenswert ist die Gegenwette: Zum Datenstand 26. Juli 2026 waren 17,3 Millionen Aktien leerverkauft — rund 18 Prozent aller 94,1 Millionen Aktien und deutlich mehr als die 12,6 Millionen des Vormonats. Ein Teil des Marktes rechnet also ausdrücklich damit, dass der Kurs fällt. Wie bei Teradatas Ex-Kollegen aus der Datenbank-Frühzeit, die wir in unserer Oracle-Analyse beschrieben haben, gilt auch hier: Alte Datenbanken sterben selten schnell — sie werden nur immer langsamer bezahlt.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Chancen
- Der Umbau ist praktisch abgeschlossen: 90,1 Prozent wiederkehrender Umsatz im ersten Quartal 2026, Dauerlizenzen auf 1 Million geschrumpft. Der Umsatzverlust aus der Umstellung liegt hinter der Firma.
- Die Bilanz ist seit dem 24. Juni 2026 frei von Bankschulden, mit einer ungenutzten Linie über 400 Millionen US-Dollar bis 2031.
- Public-Cloud-ARR wuchs 2025 um 15 Prozent auf 701 Millionen US-Dollar und im ersten Quartal 2026 um 13 Prozent auf 686 Millionen — die Kurve zeigt nach oben.
- 2.033 Millionen US-Dollar vertraglich gesicherte, noch nicht erbrachte Leistungen (31.03.2026) geben Planungssicherheit für gut ein Jahr.
- Vom Rückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar waren am 31. März 2026 noch 470 Millionen offen — bei 816 Millionen Kasse ein echter Hebel, falls das Management ihn nutzt.
- Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 erstmals seit Langem wieder, um 6 Prozent.
Risiken
- Der Umsatz liegt 23 Prozent unter dem Stand von 2018; fünf der letzten sieben Jahre waren Rückgänge.
- Der Gewinnsprung ist einmalig: 280 der 335 Millionen des ersten Quartals 2026 kommen aus dem SAP-Vergleich, und der Rechtsstreit ist endgültig beendet.
- Die Netto-Expansionsrate in der Cloud fiel von 117 auf 108 Prozent — Bestandskunden bauen langsamer aus.
- Die Wettbewerber heißen AWS, Databricks, Google Cloud, Microsoft Azure und Snowflake. Teradatas Forschungsbudget von 280 Millionen US-Dollar (2025) ist dagegen klein.
- Der aktienbasierte Aufwand von 112 Millionen US-Dollar frisst 39 Prozent des freien Mittelzuflusses; am 14. Mai 2026 kamen 6,3 Millionen genehmigte Planaktien hinzu.
- Das Beratungsgeschäft schrumpfte 2025 um 19 Prozent und im ersten Quartal 2026 um weitere 14 Prozent — dort verliert Teradata die Nähe zum Kunden.
- Rund 18 Prozent der Aktien sind leerverkauft (Datenstand 26.07.2026); solche Positionen können Kurse in beide Richtungen verstärken.
Ein menschliches Fazit
Am Anfang stand der Reflex: KGV von 6, das muss billig sein. Wir haben nachgesehen, woher der Gewinn kommt — und die Antwort war ein Gerichtssaal in Nordkalifornien.
Das macht Teradata nicht zu einer schlechten Firma. Im Gegenteil: Hier arbeitet ein profitabler Spezialist, der seinen Umbau vom Lizenz- aufs Abogeschäft im Wesentlichen geschafft hat, seit dem 24. Juni 2026 schuldenfrei ist und mit 285 Millionen US-Dollar freiem Mittelzufluss (2025) mehr Geld verdient, als der Umsatzrückgang vermuten lässt.
Es macht aber die Bewertung zu einer anderen Rechnung als die, die auf dem Bildschirm steht. Wer Teradata mit einem KGV von 6,5 kauft, kauft in Wahrheit ein Geschäft mit einem KGV von rund 19 — plus einen einmaligen Geldeingang, der bereits geflossen und größtenteils in die Tilgung gewandert ist. Ob das teuer oder günstig ist, hängt an einer einzigen Frage: Kippt die Cloud-Kurve schnell genug nach oben, bevor der alte Topf leer ist?
Die nächsten Quartalszahlen werden dazu mehr sagen als jede Kennzahl von heute. Bis dahin ist Teradata ein Fall zum Beobachten, nicht zum Rechnen mit fremdem Geld.
Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Teradata Corporation, eingereicht am 27. Februar 2026 (CIK 0000816761)
- SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, eingereicht am 6. Mai 2026 — SAP-Vergleich (Note 5 und Note 8), Aktienrückkäufe, Kreditvertrag
- SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 19. Mai 2026 — Hauptversammlung vom 14. Mai 2026: Aktienplan mit 6.300.000 zusätzlichen Aktien, Bestätigung des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers (Item 5.02/5.07)
- SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 24. Juni 2026 — neuer Kreditvertrag über 400 Millionen US-Dollar, Tilgung des alten Darlehens (Item 1.01/1.02/2.03)
- SEC-Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A Nr. 3, Lynrock Lake LP, eingereicht am 8. Juli 2026 — 6.212.370 Aktien, 6,6 Prozent
- Screener- und Kennzahlendaten: hauseigener Aktien-Scanner (Datenstand 27. Juli 2026), darunter der Turnaround-Kandidaten-Scanner (US-Auswahl, Wende-Check 6 von 8, hinteres Drittel von 60 Treffern, gemessen am 27. Juli 2026 auf beiden Marken) — die Listen werden täglich neu berechnet und zeigen nur die 25 stärksten Treffer
- Kennzahlen, Kurshistorie und Analystenschätzungen: Fundamentaldaten, Datenstand 26. und 27. Juli 2026
Journalistische Einordnung, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien können erheblich schwanken; ein Totalverlust ist möglich. Alle Zahlen stammen aus den oben verlinkten Originaldokumenten und tragen ihren eigenen Stichtag. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Teradata Corporation.
Unser Fazit auf einen Blick
- Qualität des Gewinnsprungs negativ
- Von den 335 Millionen US-Dollar Quartalsgewinn (31.03.2026) stammen 280 Millionen aus dem SAP-Vergleich. Das laufende Geschäft steuerte 55 Millionen bei, nach 44 Millionen im Vorjahresquartal. Im selben Zeitraum weist die Firma einen Betriebsverlust von 36 Millionen aus, weil die 121 Millionen Honorar in den Vertriebskosten stehen.
- Umbau aufs Abogeschäft neutral
- Der Umbau ist weit fortgeschritten: 86,9 Prozent wiederkehrender Umsatz 2025, 90,1 Prozent im ersten Quartal 2026, Dauerlizenzen praktisch verschwunden (17 Millionen US-Dollar im Jahr 2025). Getragen wird das Wachstum aber nur von der Public Cloud (ARR 701 Millionen, plus 15 Prozent), während Abonnement-ARR um 4 und Wartungs-ARR um 13 Prozent fielen (31.12.2025).
- Mittelzufluss neutral
- Der freie Mittelzufluss lag 2025 bei 285 Millionen US-Dollar nach 277 Millionen (2024) — stabil, obwohl der Umsatz um 5 Prozent fiel. Er stammt damit überwiegend aus Kostensenkungen und aus der noch großen Altkundenbasis, nicht aus Wachstum. Die 390 Millionen des ersten Quartals 2026 enthalten 359 Millionen aus dem SAP-Vergleich; bereinigt bleiben rund 31 Millionen.
- Aktienzahl und Vergütung negativ
- Der aktienbasierte Aufwand betrug 2025 112 Millionen US-Dollar, also 39 Prozent des freien Mittelzuflusses. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien trotz Rückkäufen von 92,5 auf 94,4 Millionen. Am 14. Mai 2026 kamen 6.300.000 genehmigte Planaktien hinzu — 6,7 Prozent des Bestands.
- Bilanz nach der Tilgung positiv
- Am 24. Juni 2026 hat Teradata das Darlehen vollständig getilgt und einen neuen, unbelasteten Kreditrahmen über 400 Millionen US-Dollar bis 2031 vereinbart. Zum 31. März 2026 standen 816 Millionen Kasse gegen 449 Millionen Darlehen; die Eigenkapitalquote lag bei 26,0 Prozent nach 12,9 Prozent zum Jahresende 2025.
- Wettbewerb negativ
- Der Geschäftsbericht 2025 nennt AWS, Databricks, Google Cloud, Microsoft Azure und Snowflake beim Namen — Gegner mit weit größeren Budgets. Der Umsatz liegt 23 Prozent unter dem Stand von 2018, die Netto-Expansionsrate in der Cloud fiel von 117 auf 108 Prozent (31.12.2025). Bestandskunden bauen also langsamer aus als im Vorjahr.
Teradata ist ein profitabler Nischenanbieter mit einer echten Position bei sehr großen Datenmengen: 86,9 Prozent wiederkehrender Umsatz, 2.033 Millionen US-Dollar vertraglich gesicherte Leistungen, 285 Millionen freier Mittelzufluss im Jahr 2025 und seit dem 24. Juni 2026 keine Bankschulden mehr. Der Preis wirkt niedrig — aber das nachlaufende KGV von 6,5 entsteht zu großen Teilen aus einem Gerichtsvergleich, der sich nicht wiederholt; ohne ihn liegt es bei rund 19. Dahinter steht ein Umsatz, der seit 2018 um 23 Prozent geschrumpft ist, ein Cloud-Geschäft, dessen Bestandskunden langsamer ausbauen als im Vorjahr, und eine Aktienzahl, die trotz Rückkäufen steigt. Der Scanner sieht eine Wende; die Berichte zeigen bisher ein Quartal. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Das Geschäft ist echt und schwer zu ersetzen: 86,9 Prozent wiederkehrender Umsatz im Jahr 2025, 2.033 Millionen US-Dollar vertraglich gesicherte Leistungen, drei Jahre in Folge ein Betriebsergebnis um 200 Millionen und seit dem 24. Juni 2026 keine Bankschulden mehr — bei 816 Millionen Kasse zum 31. März 2026. Von Substanzgefahr keine Spur, deshalb kein Rot. Für Grün fehlt die Wachstumsseite: Der Umsatz liegt 23 Prozent unter dem Stand von 2018 und fiel in fünf der letzten sieben Jahre, die Netto-Expansionsrate in der Cloud sank von 117 auf 108 Prozent, das Beratungsgeschäft schrumpfte 2025 um 19 Prozent, und der aktienbasierte Aufwand von 112 Millionen frisst 39 Prozent des freien Mittelzuflusses — die Aktienzahl stieg im ersten Quartal 2026 trotz Rückkäufen von 92,5 auf 94,4 Millionen. Dazu kommt der Wettbewerb, den der Geschäftsbericht selbst beim Namen nennt. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger: hauseigener Aktien-Scanner „Turnaround-Kandidaten", US-Auswahl, Wende-Check 6 von 8, gemessen am 27. Juli 2026 auf beiden Marken. 44 der 60 Treffer haben denselben Punktestand — Teradata liegt im hinteren Drittel und damit außerhalb der 25 angezeigten Plätze. Die Listen werden täglich neu berechnet.
- Datenstand der Kennzahlen und Kurse: 26./27. Juli 2026. Alle Geschäftszahlen stammen aus dem Geschäftsbericht 2025 (27.02.2026), dem Quartalsbericht zum 31.03.2026 (06.05.2026) und den Pflichtmitteilungen bis zum 8. Juli 2026.
- Verwechslungsgefahr: Teradata Corporation (TDC, San Diego) hat nichts mit dem dänischen Telekomkonzern TDC A/S zu tun. Der Registername bei der SEC lautet „TERADATA CORP /DE/" — eine Registerform, keine Umfirmierung.
- Den in unserem Datenbestand gespeicherten Altman-Z-Wert von 3,83 haben wir nicht verwendet: Er lässt sich weder aus dem Jahresabschluss 2025 noch aus der Bilanz zum 31.03.2026 nachrechnen. Im Artikel stehen stattdessen selbst gerechnete Bilanzrelationen.
Häufige Fragen
Teradata verkauft eine Plattform, auf der sehr große Unternehmen ihre Daten sammeln, auswerten und heute auch für KI nutzen. Kunden sind Banken, Handelsketten, Telekomkonzerne und Fluggesellschaften mit Datenmengen, die normale Datenbanken überfordern. Die Firma sitzt in San Diego, beschäftigte zum 31. Dezember 2025 rund 5.100 Menschen und setzte 2025 1,663 Milliarden US-Dollar um.
Wegen eines Rechtsstreits, nicht wegen des Geschäfts. Teradata hatte SAP 2018 verklagt. Am 19. Februar 2026 einigten sich beide Seiten, am 19. März 2026 zahlte SAP 480 Millionen US-Dollar. Nach 121 Millionen Anwalts- und Erfolgshonorar blieben 359 Millionen vor Steuern und 280 Millionen nach Steuern. Der Quartalsgewinn betrug 335 Millionen — 84 Prozent davon stammen also aus dem Vergleich.
Das KGV von 6,5 (Datenstand 26. Juli 2026) beruht auf einem Gewinn je Aktie von 4,37 US-Dollar über die letzten vier Quartale. Darin stecken rund 2,90 US-Dollar aus dem SAP-Vergleich, die sich nicht wiederholen. Ohne diesen Betrag liegt das KGV bei etwa 19. Auf die Analystenschätzung für das laufende Jahr kommt man auf rund 11.
Im ersten Quartal 2026 ja: Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 444 Millionen US-Dollar, davon 2 Prozentpunkte durch Wechselkurse. Über das Jahr 2025 fiel er dagegen um 5 Prozent auf 1.663 Millionen. Gemessen an 2018 (2.164 Millionen) liegt der Umsatz 23 Prozent tiefer. Ein Quartal ist noch keine Wende.
Im Geschäftsjahr 2025 waren 1.445 der 1.663 Millionen US-Dollar wiederkehrend, also 86,9 Prozent; im ersten Quartal 2026 sogar 400 von 444 Millionen (90,1 Prozent). Der Umbau vom Lizenz- aufs Abogeschäft ist damit weitgehend abgeschlossen. Die wiederkehrenden Erlöse selbst fielen 2025 allerdings um 2 Prozent.
Seit dem 24. Juni 2026 praktisch keine Bankschulden mehr. An diesem Tag schloss die Firma einen neuen Kreditvertrag über eine Linie von 400 Millionen US-Dollar bis zum 24. Juni 2031 und tilgte das alte Darlehen vollständig; zum 31. März 2026 standen davon noch 449 Millionen aus. Bezahlt wurde aus der Kasse, die durch den SAP-Vergleich auf 816 Millionen US-Dollar gestiegen war.
Nein. Teradata schüttet nichts aus und gibt das Geld stattdessen für Aktienrückkäufe aus. 2025 waren das 5,8 Millionen Aktien zu durchschnittlich 24,34 US-Dollar. Am 17. November 2025 genehmigte der Verwaltungsrat ein neues Programm über 500 Millionen US-Dollar, von dem am 31. März 2026 noch 470 Millionen offen waren.
Weil die Scanner-Seite nur die 25 stärksten Treffer zeigt. Teradata gehört am 27. Juli 2026 zu den 60 US-Treffern der Liste, erreicht im Wende-Check aber nur 6 von 8 Punkten — wie 43 weitere Titel. Damit landet die Aktie im hinteren Drittel und außerhalb der angezeigten 25. Wir haben die Platzierung direkt in der Datenbank gemessen.
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