Super Group: 2,2 Milliarden Umsatz mit Betway und Spin — und 78 Prozent davon kommen aus drei Ländern
Super Group (NYSE: SGHC) betreibt die Wettmarke Betway und das Mehrmarken-Casino Spin, hält Lizenzen in 20 Ländern und hat 2025 aus 56,8 Milliarden US-Dollar Wetteinsätzen 2.231 Millionen Umsatz und 218 Millionen Gewinn gemacht. Der Geschäftsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC zeigt aber auch die andere Seite: 78 Prozent des Umsatzes stammen aus Südafrika, Kanada und Großbritannien; der US-Markteintritt von 2023 wurde bis 2025 mit 141 Millionen komplett abgeschrieben, weil sich die Steuerregeln drehten; zwei Steuerverfahren über zusammen 77 Millionen sind offen. Und weil der Konzern als ausländischer Emittent kein Quartalsformular 10-Q einreichen muss, prüft ein Wirtschaftsprüfer die Zahlen nur einmal im Jahr. Keine Anlageberatung — nur die Frage, wie sicher ein Hausvorteil ist, über den am Ende der Gesetzgeber entscheidet.
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Es gibt eine Anleger-Falle, die ausgerechnet die Nüchternen erwischt — weil sie sich wie Mathematik anfühlt und nicht wie eine Hoffnung: die Hausvorteil-Falle. Sie geht so: Du siehst ein Wett- oder Casino-Unternehmen und denkst, völlig zu Recht: „Die Bank gewinnt immer." Der Hausvorteil ist keine Meinung, er ist eingebaut. Bei Super Group (SGHC) Ltd (NYSE: SGHC), dem Konzern hinter der Wettmarke Betway und dem Mehrmarken-Casino Spin, lässt sich das sogar ausrechnen: 2025 setzten die Kunden 56,8 Milliarden US-Dollar um, beim Konzern blieben davon 2.231 Millionen als Umsatz hängen — rund 3,90 Dollar von je 100 Dollar Einsatz, jeden Tag, unabhängig davon, wer welches Spiel gewinnt. Und trotzdem hat genau diese Firma in den letzten drei Jahren 141 Millionen US-Dollar in einem einzigen Markt verbrannt. Nicht weil sie zu wenig Hausvorteil hatte. Sondern weil der Staat den Tisch umgestellt hat. Machen wir also einen Deal: Bevor du „Bank gewinnt immer" kaufst, lesen wir zusammen, was Super Group der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (20-F) für 2025 vom 17. April 2026 und die Zwischenberichte (6-K) vom Februar und Mai 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Am Ende entscheidest du selbst.
Was Super Group eigentlich macht — eine Marke fürs Wetten, viele fürs Spielen
Super Group ist eine Holding aus Guernsey, einer Kanalinsel zwischen England und Frankreich, und betreibt über Töchter in aller Welt zwei Produktwelten. Erstens Betway: eine einzige globale Sportwetten- und Casinomarke mit Lizenzen in Europa, Amerika und Afrika, die auf Wetten in mehr als 70 Sportarten annimmt und über 90 Partnerschaften mit Vereinen, Ligen und Sportlern unterhält — Arsenal in London gehört dazu, ebenso mehrere NBA-Klubs. Zweitens Spin: ein Mehrmarken-Online-Casino mit über 16 Marken, dazu die 2022 zunächst mehrheitlich und 2024 vollständig übernommene Jumpman Gaming, die allein rund 200 Marken betreibt und fast ihren gesamten Umsatz in Großbritannien erwirtschaftet. Übersetzt in ein Alltagsbild: Betway ist die eine große Ladenkette mit dem Namen über der Tür, Spin und Jumpman sind das Regal mit 200 Eigenmarken im Supermarkt — dieselbe Ware, viele Etiketten, damit für jeden Werbekanal und jeden Geschmack etwas dabei ist.
Die Größenordnung: Zum Stand des Geschäftsberichts hält der Konzern Lizenzen in 20 Ländern und beschäftigt rund 2.900 Menschen in 16 Regionen. 2025 spielten im Monatsschnitt über 5,6 Millionen Kunden, im ersten Quartal 2026 waren es 6,4 Millionen. Der Umsatz verteilt sich nach Produkten sehr einseitig: 1.790 Millionen US-Dollar entfielen 2025 auf Online-Casino, nur 408 Millionen auf Sportwetten, 26 Millionen auf Markenlizenzen. Merke dir das gleich: Super Group ist trotz des Wett-Images vor allem ein Casino-Konzern. Damit ist auch das Spannungsfeld dieser Analyse gesetzt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Das Geschäft verdient verlässlich und wächst kräftig — aber fast vier von fünf Dollar kommen aus drei Ländern, in denen jeweils ein Gesetzgeber über die Spielregeln entscheidet, und zwischen zwei Jahresberichten schaut kein Wirtschaftsprüfer auf die Zahlen.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Super Group ist kein Treffer aus unseren Momentum- oder Value-Scannern — die Aktie kam über eine Pflichtmeldung an die SEC auf die Rechercheliste. Der Londoner Hedgefonds Helikon Investments Ltd meldete in seinem 13F-HR zum Stichtag 31. März 2026 (eingereicht am 8. Mai 2026) 9.424.702 Super-Group-Aktien im Wert von 101.786.782 US-Dollar — und zwar als komplett neue Position: Zu den drei vorangegangenen Stichtagen (30. Juni, 30. September und 31. Dezember 2025) hielt Helikon keine einzige Aktie. Das Depot umfasste zu diesem Stichtag 17 Positionen im Gesamtwert von 2.648.555.113 US-Dollar; Super Group war mit rund 3,8 Prozent gewichtet und entsprach rund 1,9 Prozent aller Super-Group-Aktien. Bemerkenswert ist der Zusammenhang: Im selben Quartal eröffnete der Fonds sechs neue Positionen und verkaufte sechs andere komplett — ein Umbauquartal, kein Nachlegen im Bestand.
Damit gleich die Einordnung, die in jeden solchen Artikel gehört: Ein 13F ist ein Rückspiegel, kein Fahrplan. Das Formular zeigt nur US-gelistete Long-Positionen, es erscheint mit 35 bis 45 Tagen Verzug, und es zeigt keine Leerverkäufe, keine Derivate und keine europäischen Bestände. Was der Fonds seit dem Stichtag getan hat, weiß niemand außer dem Fonds. Ein 13F ist ein Anlass, hinzuschauen — kein Argument.
Und warum taucht die Aktie in unseren Kennzahlen-Bestenlisten nicht auf? Das ist selbst schon ein Befund. Unsere Scanner rechnen mit Kennzahlen, die aus Quartalsberichten stammen — dem Piotroski-F-Score etwa, einem Neun-Punkte-Test für die Richtung der Bilanz, oder Wachstumsraten je Quartal. Super Group ist bei der SEC aber als Foreign Private Issuer registriert, als ausländischer Emittent: Es gibt kein 10-K und kein 10-Q, sondern einmal im Jahr ein 20-F und dazwischen freiwillige 6-K-Mitteilungen. Wer solche Firmen nur über Screener sucht, findet sie oft gar nicht. Wir lesen deshalb, was da ist — und das ist mehr, als die meisten erwarten.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Erst das, was wirklich beeindruckt. Der Umsatz ist in drei Jahren um 43 Prozent gewachsen: von 1.555 Millionen US-Dollar (2023) über 1.835 Millionen (2024) auf 2.231 Millionen (2025), ein Plus von 21,6 Prozent im letzten Jahr. Das Ergebnis drehte im selben Zeitraum von einem Verlust von 8 Millionen auf einen Gewinn von 218 Millionen (2024: 123 Millionen). Das bereinigte EBITDA — der Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern und ohne Sondereffekte — stieg 2025 um 57 Prozent auf 559,5 Millionen US-Dollar, was einer Marge von rund 25 Prozent entspricht.
Auch die Bilanz ist erfreulich unaufgeregt: Zum 31. Dezember 2025 standen 513,2 Millionen US-Dollar Kasse einer Bilanzsumme von 1.267 Millionen und einem Eigenkapital von 801 Millionen gegenüber — eine Eigenkapitalquote von 63 Prozent, verzinsliche Schulden gab es praktisch keine (17 Millionen). Im Februar 2026 kam vorsorglich eine Kreditlinie über 100 Millionen US-Dollar von Barclays, JPMorgan Chase und Citibank dazu, Laufzeit bis Februar 2029. Und das Geld fließt zurück an die Aktionäre: 2025 waren es 156 Millionen, im ersten Quartal 2026 allein 152 Millionen (eine Sonderdividende von 25 Cent plus Schlussdividende von 5 Cent je Aktie); das jährliche Dividendenziel wurde von 16 auf mindestens 20 Cent je Aktie angehoben. Auch der Start ins Jahr 2026 passt ins Bild: 612 Millionen Umsatz im ersten Quartal (+18 Prozent), 86 Millionen Gewinn, 152 Millionen bereinigtes EBITDA, dazu die bestätigte Prognose von mehr als 2,55 Milliarden Umsatz und mehr als 680 Millionen bereinigtem EBITDA für 2026.
Ein Detail, das die Wachstumsstory ehrlich einordnet: Getrieben wurde sie fast vollständig von Betway. Dessen bereinigtes EBITDA sprang von 69 Millionen US-Dollar (2023) auf 222 (2024) und 395 Millionen (2025) — beim Casino-Zwilling Spin ging es im selben Zeitraum nur von 185 über 185 auf 212 Millionen. Merke dir das Bild: Der Konzern hat nicht zwei Wachstumsmotoren, sondern einen Motor und einen soliden Generator.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Drei Länder tragen 78 Prozent des Umsatzes
„Lizenzen in 20 Ländern", „2.900 Beschäftigte in 16 Regionen" — das klingt nach breiter Streuung. Der Anhang des Geschäftsberichts rechnet anders. Von 2.231 Millionen US-Dollar Umsatz 2025 kamen 708,2 Millionen aus Südafrika, 698,1 Millionen aus Kanada und 328,0 Millionen aus Großbritannien — zusammen 1.734 Millionen oder 77,7 Prozent. Kein weiteres Land kam über die 10-Prozent-Schwelle, ab der ein Konzern es überhaupt einzeln ausweisen muss.
„Revenue from external customers for the year attributed to South Africa is $708.2 million (2024: $587.8 million), (2023: $346.1 million), Canada is $698.1 million (2024: $614.4 million), (2023: $556.3 million), and the United Kingdom is $328.0 million (2024: $198.0 million), (2023: below 10%). No other country accounted for more than 10% of total external revenues in the years presented."
Übersetzung: „Der Umsatz mit externen Kunden entfällt im Berichtsjahr mit 708,2 Millionen US-Dollar auf Südafrika (2024: 587,8 Millionen; 2023: 346,1 Millionen), mit 698,1 Millionen auf Kanada (2024: 614,4 Millionen; 2023: 556,3 Millionen) und mit 328,0 Millionen auf das Vereinigte Königreich (2024: 198,0 Millionen; 2023: unter 10 Prozent). Kein weiteres Land kam in den dargestellten Jahren auf mehr als 10 Prozent des gesamten Außenumsatzes."
— Super Group (SGHC) Limited, SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025, Note 4 „Segment reporting", Abschnitt „Geographical Information"
Übersetzt in ein Alltagsbild: Stell dir einen Getränkehändler vor, der stolz erzählt, er beliefere 20 Städte — aber drei Straßenzüge kaufen 78 Prozent seiner Ware. Solange in diesen drei Straßen niemand die Regeln ändert, läuft es prächtig. Und in Kanada, dem zweitgrößten Markt, kommt eine Besonderheit dazu, die man zweimal lesen muss: Der Konzern hält dort eine Lizenz bislang nur in einer einzigen Provinz — Ontario. Für den Rest Kanadas beschreibt der Bericht den Markt selbst als „nicht ausdrücklich reguliert", in dem man aber rechtlich handeln dürfe; Suchmaschinen ließen dort keine Glücksspielwerbung zu. Alberta will 2026 ein eigenes Regime starten, British Columbia und Quebec werden im Bericht als Kandidaten genannt. Ein Drittel des Konzernumsatzes hängt damit an Entscheidungen kanadischer Provinzparlamente.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der US-Ausflug kostete 141 Millionen — und endete bei null
Wie schnell aus einem Wachstumsmarkt ein Totalverlust wird, hat Super Group gerade selbst vorgeführt. Im Januar 2023 kaufte der Konzern die Digital Gaming Corporation (DGC), die die exklusive Betway-Lizenz für die USA hielt. Im Juli 2024 kündigte DGC den Ausstieg aus dem Sportwettengeschäft in allen neun Bundesstaaten an, in denen es live war. Im Juli 2025 folgte der Ausstieg auch aus dem US-Online-Casino unter den Marken Betway, Jackpot City und Spin Palace. Die Begründung steht im Bericht:
„This closure arose due to the evolving regulatory landscape (relating to gaming taxes), the unit's performance and a shift in the Group's strategic objectives."
Übersetzung: „Diese Schließung ergab sich aus der sich wandelnden Regulierungslandschaft (bezogen auf die Wettsteuern), der Leistung der Einheit und einer Verschiebung der strategischen Ziele des Konzerns."
— Super Group (SGHC) Limited, SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025, Note 10.1 „Exit from the United States market"
Die Rechnung dazu steht in derselben Note: 37,6 Millionen US-Dollar Wertminderung 2023, 39,6 Millionen 2024, 63,9 Millionen 2025 — zusammen 141,1 Millionen. Der Firmenwert der US-Tochter wurde vollständig ausgebucht, sämtliche Vermögenswerte auf null geschrieben. Dazu kamen belastende Verträge: 33,7 Millionen Rückstellung beim Sportwetten-Ausstieg 2024, weitere 22,6 Millionen beim Casino-Ausstieg 2025, überwiegend für Marktzugangsgebühren an US-Partner, die bis 2030 weiterlaufen, obwohl seit September 2025 kein Umsatz mehr entsteht. In Zahlen der Gegenwart: Der US-Teil kostete 2025 beim bereinigten EBITDA 14,0 Millionen — ohne ihn wären es 573,5 statt 559,5 Millionen gewesen.
Zur Fairness gehört: Der Rückzug war eine unternehmerische Entscheidung, kein Unfall, und er hat den Konzern befreit — 2026 wächst das Geschäft ohne diesen Klotz am Bein. Aber die Lehre bleibt, und sie ist der Kern dieser Analyse: Der Hausvorteil hat den Konzern nicht gerettet. Der Steuersatz hat ihn vertrieben. Genau dieselbe Mechanik kann in Südafrika, Kanada oder Großbritannien greifen — nur dass dort nicht 14 Millionen bereinigtes EBITDA auf dem Spiel stehen, sondern der Löwenanteil des Geschäfts.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Zwei offene Steuerakten über zusammen 77 Millionen
Wettsteuern sind bei diesem Geschäftsmodell kein Randthema, sondern die Rechnung, die immer mitläuft. 2025 stiegen die Wettsteuer- und Lizenzkosten um 74,4 Prozent auf 93,1 Millionen US-Dollar — gemessen am Spielumsatz von 7,3 auf 11,0 Prozent. Und im Anhang stehen zwei Vorgänge, die noch nicht abgeschlossen sind. Der erste ist eine Selbstanzeige:
„During January 2024, a Voluntary Disclosure Program ("VDP") was filed with a tax authority for gaming taxes which were provided for in the preceding financial years. … A monthly payment plan was filed with the VDP and the VDP is yet to be assessed by the tax authority. The provision reclassified to accruals amounts to $50.4 million."
Übersetzung: „Im Januar 2024 wurde bei einer Steuerbehörde ein Programm zur freiwilligen Offenlegung („VDP") für Wettsteuern eingereicht, die in den vorangegangenen Geschäftsjahren zurückgestellt worden waren. … Zusammen mit dem VDP wurde ein monatlicher Zahlungsplan eingereicht; das VDP ist von der Steuerbehörde noch nicht beschieden. Die in Verbindlichkeiten umgegliederte Rückstellung beläuft sich auf 50,4 Millionen US-Dollar."
— Super Group (SGHC) Limited, SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025, Note 21 „Provisions"
Der zweite Vorgang betrifft die britische Tochter Jumpman Gaming. Die britische Steuerbehörde HMRC forderte für den Zeitraum drittes Quartal 2018 bis viertes Quartal 2022 zunächst 21,5 Millionen Pfund Online-Glücksspielabgabe, später reduziert auf 12,1 Millionen. Jumpman klagte — und verlor: Am 16. September 2025 wies das First-tier Tribunal die Klage ab. Die Berufung vor dem Upper Tribunal war für den 17. und 18. Juni 2026 terminiert. In der Bilanz stehen dafür zum 31. Dezember 2025 19,6 Millionen Pfund beziehungsweise 26,4 Millionen US-Dollar, davon 9,5 Millionen Pfund allein Zinsen und Strafen. Der Wirtschaftsprüfer hat diesen Posten als „Critical Audit Matter" gekennzeichnet — als eine der Stellen im Abschluss, die besonders viel Ermessen erfordern. Zusammen sind das rund 77 Millionen US-Dollar offene Steuerfragen, mehr als ein Drittel des Jahresgewinns.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Zwischen zwei Jahresberichten prüft niemand die Zahlen
Jetzt die Wahrheit, die keine Zahl ist, aber alle anderen berührt. Super Group ist bei der SEC ein Foreign Private Issuer. Für dich als Anleger heißt das konkret: Es gibt kein 10-Q, also keinen geprüften Quartalsbericht mit dem vollen Pflichtprogramm. Es gibt einmal im Jahr das 20-F mit dem Testat eines Wirtschaftsprüfers — und dazwischen freiwillige 6-K-Meldungen, in denen der Konzern seine Quartalszahlen als Pressemitteilung anhängt. Wie belastbar die sind, sagt der Konzern selbst:
„The financial results included in this press release are preliminary, have not been audited and are subject to change upon completion of the audit of Super Group's financial statements for the year ended December 31, 2025."
Übersetzung: „Die in dieser Pressemitteilung enthaltenen Finanzergebnisse sind vorläufig, wurden nicht geprüft und können sich mit Abschluss der Prüfung des Jahresabschlusses von Super Group zum 31. Dezember 2025 noch ändern."
— Super Group (SGHC) Limited, SEC-Zwischenbericht 6-K vom 23. Februar 2026, Anlage 99.1, Abschnitt „Preliminary Financial Results"
Dazu kommen zwei Umstellungen, die den Vergleich mit der Vergangenheit erschweren. Erstens wechselte der Konzern die Berichtswährung zum 1. Januar 2025 von Euro auf US-Dollar und rechnete alle Vorjahreszahlen rückwirkend um. Zweitens stellt er ab 2026 die Segmentberichterstattung um — statt „Betway" und „Spin" heißen die beiden Segmente künftig „Africa" und „International". Beides ist erlaubt, beides ist begründet, und beides bedeutet: Wer eigene Zeitreihen führt, muss sie zweimal neu aufsetzen. Auch beim Prüfer selbst gab es einen Wechsel: Nach zwölf Jahren löste 2025 Deloitte LLP die bisherige Prüfgesellschaft BDO LLP ab (Prüfungshonorare 2025: 9,3 Millionen US-Dollar an Deloitte, 1,9 Millionen an BDO unter anderem für Nachprüfungen); die Hauptversammlung bestätigte Deloitte am 25. Juni 2026 mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen. Merke dir den Grundsatz: Je seltener geprüft wird, desto mehr Gewicht hat das eine Mal im Jahr — und desto genauer solltest du es lesen.
Und noch ein Blick ins Aktionärsregister
Wem gehört die Firma eigentlich? Laut Geschäftsbericht lagen zum 31. März 2026 von 508.076.788 Aktien 226.855.242 (45 Prozent) bei der Knutsson Limited auf der Isle of Man und 97.868.113 (19 Prozent) bei der Chivers Limited, ebenfalls Isle of Man. Beide gehören Treuhandgesellschaften — Knutsson der Ridgeway Associates als Treuhänder des Alea Trust, Chivers der Waddle Limited als Treuhänder des Chivers Trust. Der Bericht hält ausdrücklich fest, dass weder die Treuhandgesellschaften noch deren Geschäftsführer ein wirtschaftliches Interesse an den Trusts haben. Rund 64 Prozent des Kapitals liegen damit in zwei Trusts, deren wirtschaftlich Berechtigte nicht im Bericht stehen. Das ist offengelegt und legal — aber es heißt: Über Übernahmen, Dividenden und Strategie entscheiden faktisch zwei Adressen, die du nicht kennst. Vorstandschef Neal Menashe kommt auf 3 Prozent, alle Organmitglieder zusammen auf 4 Prozent. Wie sehr eine solche Eigentümerstruktur den Charakter einer Aktie prägt, haben wir zuletzt bei einem anderen Betreiber in derselben Branche gesehen — in unserer Monarch-Casino-Analyse.
Bewertung: günstig gerechnet — wenn die drei Länder halten
Wie teuer ist die Aktie? Einen datierten, überprüfbaren Ankerpunkt liefert ausgerechnet die 13F-Meldung vom Anfang: Helikons 9.424.702 Aktien waren zum Stichtag 31. März 2026 mit 101.786.782 US-Dollar bewertet — rechnerisch rund 10,80 US-Dollar je Aktie. Auf 508,1 Millionen Aktien gerechnet ergibt das einen Börsenwert in der Größenordnung von 5,5 Milliarden US-Dollar. Gemessen am Gewinn 2025 (218 Millionen) entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 25; rechnet man das Tempo des ersten Quartals 2026 (86 Millionen) aufs Jahr hoch, sind es rund 16. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei etwa 2,5. Zieht man die Nettoliquidität ab (422 Millionen Kasse gegen 42 Millionen verzinsliche Schulden zum 31. März 2026), kostet das Unternehmen gut das Siebenfache des für 2026 in Aussicht gestellten bereinigten EBITDA von mehr als 680 Millionen. Dazu kommt eine Dividende von mindestens 20 Cent je Aktie für 2026 — bezogen auf den Ankerpreis rund 1,9 Prozent, und das ohne die Sonderausschüttungen, die es 2025 und Anfang 2026 zusätzlich gab.
Das ist, gemessen an Wachstum und Marge, keine teure Aktie. Aber die Bewertung sagt genau das, was auch der Rest dieser Analyse sagt: Der Markt zahlt keinen Aufpreis für ein Geschäft, dessen Ertrag zu 78 Prozent an drei Regulierungsräumen hängt und dessen jüngstes Auslandsabenteuer mit einer Totalabschreibung endete. Wer hier kauft, kauft solide Zahlen mit einem Regulierungsabschlag — und muss wissen, wofür dieser Abschlag da ist. Wer sich generell für Betreiber mit Konzessionsrisiko interessiert, findet in unseren Analysen weitere Fälle, in denen eine Genehmigung mehr über den Kurs entschied als jede Kennzahl.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Super Group spricht:
- Echtes, profitables Wachstum: Umsatz 2025 von 2.231 Millionen US-Dollar (+21,6 Prozent), Gewinn 218 Millionen, bereinigtes EBITDA 559,5 Millionen (+57 Prozent, Marge rund 25 Prozent); im ersten Quartal 2026 kamen 612 Millionen Umsatz (+18 Prozent) und 86 Millionen Gewinn dazu.
- Saubere Bilanz ohne Schuldenlast: 513,2 Millionen US-Dollar Kasse und 801 Millionen Eigenkapital bei 1.267 Millionen Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 (Eigenkapitalquote 63 Prozent), zusätzlich eine ungenutzte Kreditlinie über 100 Millionen bis Februar 2029.
- Aktionäre werden bezahlt: 156 Millionen US-Dollar Ausschüttungen 2025, 152 Millionen allein im ersten Quartal 2026; das jährliche Dividendenziel wurde von 16 auf mindestens 20 Cent je Aktie angehoben, dazu ein Rückkaufrahmen von bis zu 14,99 Prozent der Aktien (Hauptversammlung 25. Juni 2026).
- Skaleneffekte und ein funktionierender Motor: Betways bereinigtes EBITDA stieg von 69 (2023) über 222 (2024) auf 395 Millionen US-Dollar (2025); im Monatsschnitt 5,6 Millionen aktive Kunden 2025, 6,4 Millionen im ersten Quartal 2026.
- Der belastende US-Klotz ist weg: Nach der vollständigen Abschreibung entfällt ab 2026 der Verlustbringer, der 2025 noch 14,0 Millionen US-Dollar bereinigtes EBITDA gekostet hat; die Prognose für 2026 nennt mehr als 2,55 Milliarden Umsatz und mehr als 680 Millionen bereinigtes EBITDA.
Was dagegen spricht:
- Extremes Länder-Klumpenrisiko: 77,7 Prozent des Umsatzes 2025 aus Südafrika (708,2 Millionen US-Dollar), Kanada (698,1) und Großbritannien (328,0); in Kanada besteht eine Lizenz bislang nur in Ontario, der Rest des Landes ist laut Bericht „nicht ausdrücklich reguliert".
- Regulierung ist das Kernrisiko und hat sich bereits materialisiert: Der US-Ausstieg kostete 2023 bis 2025 zusammen 141,1 Millionen US-Dollar Wertminderungen plus Rückstellungen für belastende Verträge; Auslöser waren laut Bericht unter anderem die Wettsteuern.
- Steigende Steuerlast und zwei offene Verfahren: Wettsteuer- und Lizenzkosten 2025 +74,4 Prozent auf 93,1 Millionen US-Dollar (11,0 statt 7,3 Prozent des Spielumsatzes), dazu eine unbeschiedene Selbstanzeige über 50,4 Millionen und ein HMRC-Verfahren über 26,4 Millionen mit verlorener erster Instanz.
- Dünne Zwischenberichterstattung: Als Foreign Private Issuer gibt es kein 10-Q; Quartalszahlen erscheinen als freiwilliges 6-K und sind ausdrücklich „preliminary, have not been audited". Währungsumstellung (Euro auf US-Dollar ab 2025) und Segmentwechsel (ab 2026 Africa/International) brechen zusätzlich die Zeitreihen.
- Konzentrierte, anonyme Eigentümerstruktur: Rund 64 Prozent der Aktien liegen bei zwei Isle-of-Man-Gesellschaften (Knutsson 45 Prozent, Chivers 19 Prozent), deren wirtschaftlich Berechtigte im Bericht nicht genannt werden; Streubesitzaktionäre haben damit faktisch kein Gewicht.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Hausvorteil-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass der Hausvorteil eine Illusion wäre — er ist real, er ist rechenbar, und bei Super Group liefert er verlässlich rund 3,90 Dollar je 100 Dollar Einsatz. Ihr Kern ist, dass der Hausvorteil eine Bedingung hat, die in keiner Wahrscheinlichkeitsrechnung auftaucht: Der Tisch muss stehen dürfen. Genau darüber entscheidet kein Würfel, sondern ein Parlament — in Pretoria, in Ottawa oder Edmonton, in London. Super Group hat 2023 bis 2025 in den USA erlebt, wie es ist, wenn die Antwort „nein, nicht zu diesem Steuersatz" lautet: 141 Millionen US-Dollar abgeschrieben, Vermögenswerte auf null, Verträge, die bis 2030 weiterlaufen, ohne dass ein Cent hereinkommt. Und ausgerechnet in dieser Firma liegen 78 Prozent des Umsatzes in drei Ländern.
Wer heute kauft, kauft deshalb nicht nur eine wachsende, gut verdienende, schuldenfreie Firma mit steigender Dividende — sondern auch drei Gesetzgeber, zwei ungeklärte Steuerakten und einen Kalender, in dem der Wirtschaftsprüfer nur einmal im Jahr vorbeischaut. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Gewinnt die Bank?", sondern: Traust du dir zu, in drei Ländern gleichzeitig zu erkennen, wann sich die Spielregeln drehen — und würdest du dann noch rechtzeitig aufstehen? Wenn ja, hast du hier ein Geschäft mit echtem Ertrag zu einem Preis, der die Risiken kennt. Wenn nein, hast du eine Wette, die nicht am Spieltisch entschieden wird. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- Super Group (SGHC) Limited — SEC-Geschäftsbericht 20-F für 2025 (eingereicht 17. April 2026)
- Super Group (SGHC) Limited — SEC-Zwischenbericht 6-K vom 11. Mai 2026, Anlage 99.1 (Zahlen zum ersten Quartal 2026)
- Super Group (SGHC) Limited — SEC-Zwischenbericht 6-K vom 23. Februar 2026, Anlage 99.1 (viertes Quartal und Gesamtjahr 2025, Prognose 2026)
- Super Group (SGHC) Limited — SEC-Zwischenbericht 6-K vom 1. Juli 2026 (Beschlüsse der Hauptversammlung vom 25. Juni 2026)
- Super Group (SGHC) Limited — SEC-Zwischenbericht 6-K vom 11. Juni 2026 (Dividendenbeschluss)
- Helikon Investments Ltd — SEC-Formular 13F-HR zum Stichtag 31.03.2026 (eingereicht 8. Mai 2026, EDGAR-Übersicht)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von Super Group (SGHC) Limited: EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Bewertungsgrößen; Datenstand 23. Juli 2026), abgeglichen mit den SEC-Berichten.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Super-Group-Aktien.
Unser Fazit auf einen Blick
- Ertragskraft & Wachstum positiv
- Der Umsatz stieg 2025 um 21,6 Prozent auf 2.231 Millionen US-Dollar, der Gewinn auf 218 Millionen (2023 noch −8 Millionen), das bereinigte EBITDA um 57 Prozent auf 559,5 Millionen bei rund 25 Prozent Marge. Das erste Quartal 2026 setzte den Trend fort (612 Millionen Umsatz, +18 Prozent; 86 Millionen Gewinn), die Prognose für 2026 nennt über 2,55 Milliarden Umsatz und über 680 Millionen bereinigtes EBITDA.
- Bilanz & Ausschüttung positiv
- Zum 31. Dezember 2025 standen 513,2 Millionen US-Dollar Kasse und 801 Millionen Eigenkapital (Quote 63 Prozent) nur 17 Millionen verzinslichen Schulden gegenüber; seit Februar 2026 kommt eine ungenutzte Kreditlinie über 100 Millionen dazu. Ausgeschüttet wurden 2025 rund 156 Millionen, im ersten Quartal 2026 weitere 152 Millionen; das Dividendenziel stieg von 16 auf mindestens 20 Cent je Aktie.
- Marktkonzentration negativ
- Von 2.231 Millionen US-Dollar Umsatz 2025 stammen 1.734 Millionen — 77,7 Prozent — aus Südafrika (708,2), Kanada (698,1) und Großbritannien (328,0); kein weiteres Land erreicht 10 Prozent. In Kanada, dem zweitgrößten Markt, besteht eine Lizenz bislang nur in Ontario; der Rest des Landes gilt laut Geschäftsbericht als nicht ausdrücklich reguliert.
- Regulierung & Steuern negativ
- Das Regulierungsrisiko hat sich bereits realisiert: Der US-Ausstieg kostete 2023 bis 2025 zusammen 141,1 Millionen US-Dollar Wertminderungen, laut Bericht ausgelöst unter anderem von den Wettsteuern. Die Wettsteuer- und Lizenzkosten stiegen 2025 um 74,4 Prozent auf 93,1 Millionen (11,0 statt 7,3 Prozent des Spielumsatzes); offen sind eine unbeschiedene Selbstanzeige über 50,4 Millionen und ein HMRC-Verfahren über 26,4 Millionen mit verlorener erster Instanz.
- Transparenz & Eigentümer neutral
- Als Foreign Private Issuer legt der Konzern nur einmal jährlich geprüfte Zahlen vor (20-F für 2025 am 17. April 2026); die Quartalszahlen der 6-K-Mitteilungen sind ausdrücklich vorläufig und ungeprüft. Währungsumstellung von Euro auf US-Dollar (ab 2025) und Segmentwechsel (ab 2026 Africa/International) brechen die Zeitreihen. Rund 64 Prozent der Aktien liegen bei zwei Isle-of-Man-Gesellschaften ohne genannte wirtschaftlich Berechtigte.
Super Group ist ein ungewöhnlich profitabler Online-Glücksspielkonzern: 2.231 Millionen US-Dollar Umsatz 2025 (+21,6 Prozent), 218 Millionen Gewinn, 559,5 Millionen bereinigtes EBITDA, 513,2 Millionen Kasse, kaum Schulden und eine steigende Dividende. Der Preis dafür steht im Anhang: 77,7 Prozent des Umsatzes kommen aus Südafrika, Kanada und Großbritannien; der US-Markteintritt endete nach drei Jahren mit 141,1 Millionen Wertminderung, weil sich die Steuerregeln drehten; zwei Steuerverfahren über zusammen rund 77 Millionen sind offen; und als ausländischer Emittent legt der Konzern nur einmal im Jahr geprüfte Zahlen vor. Der Hausvorteil ist real — er gilt nur, solange der Tisch stehen darf. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
- Wenn Du die Aktie nicht hast
- Solange die im Fazit genannte Frage offen ist, sehen wir keine Grundlage für einen Einstieg.
- Wenn Du sie im Depot hast
- Unsere Befunde liefern keinen akuten Verkaufsgrund — entscheidend bleiben die genannten Prüfpunkte.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Kategorien bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam Super Group nicht über einen Scanner-Treffer, sondern über das Formular 13F-HR der Helikon Investments Ltd zum Stichtag 31. März 2026 (eingereicht 8. Mai 2026): 9.424.702 Aktien im Wert von 101.786.782 US-Dollar, eine komplett neue Position. Ein 13F zeigt nur US-gelistete Long-Positionen mit 35 bis 45 Tagen Verzug, ohne Shorts und Derivate — ein Rückspiegel, kein Fahrplan.
- Klassische Screener-Kennzahlen greifen bei dieser Aktie nur eingeschränkt: Als Foreign Private Issuer reicht Super Group kein 10-Q ein, viele quartalsbasierte Kennzahlen (etwa der Piotroski-F-Score) lassen sich daher nicht fortschreiben. Die hier verwendeten Zahlen stammen direkt aus dem Geschäftsbericht 20-F für 2025 und den 6-K-Zwischenberichten.
- Bewertungsangaben datiert und evergreen: Ankerpreis rund 10,80 US-Dollar je Aktie, rechnerisch abgeleitet aus der 13F-Meldung zum 31. März 2026 (101.786.782 US-Dollar für 9.424.702 Aktien); daraus Börsenwert rund 5,5 Milliarden US-Dollar, KGV rund 25 auf den Gewinn 2025 und rund 16 auf das annualisierte Q1-2026-Tempo. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument.
Häufige Fragen
Super Group (SGHC) Ltd (NYSE: SGHC) mit Sitz in St. Peter Port auf Guernsey ist die Holding hinter zwei Online-Glücksspielangeboten: Betway, einer einzelnen globalen Sportwetten- und Casinomarke, und Spin, einem Mehrmarken-Online-Casino mit über 16 Marken; dazu kommt die Tochter Jumpman Gaming mit rund 200 überwiegend britischen Marken. Der Konzern hält Lizenzen in 20 Ländern, beschäftigt rund 2.900 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von 2.231 Millionen US-Dollar.
2025 setzte Super Group 2.231 Millionen US-Dollar um (+21,6 Prozent) und verdiente 218 Millionen; das bereinigte EBITDA stieg um 57 Prozent auf 559,5 Millionen. Nach Produkten entfielen 1.790 Millionen auf Online-Casino und 408 Millionen auf Sportwetten. Nach Ländern konzentriert sich der Umsatz stark: 708,2 Millionen kamen aus Südafrika, 698,1 Millionen aus Kanada und 328,0 Millionen aus Großbritannien — zusammen 77,7 Prozent.
Der Konzern kaufte im Januar 2023 die Digital Gaming Corporation mit der US-Betway-Lizenz, stieg im Juli 2024 aus dem Sportwettengeschäft in neun Bundesstaaten aus und im Juli 2025 auch aus dem US-Online-Casino. Der Geschäftsbericht 20-F für 2025 nennt als Gründe die sich wandelnde Regulierungslandschaft bei den Wettsteuern, die Ertragslage der Einheit und geänderte strategische Ziele. Die Wertminderungen 2023 bis 2025 summieren sich auf 141,1 Millionen US-Dollar; die US-Tochter steht heute mit null in den Büchern.
Weil der Konzern bei der US-Börsenaufsicht SEC als Foreign Private Issuer registriert ist, also als ausländischer Emittent. Solche Gesellschaften reichen einmal jährlich einen Geschäftsbericht auf Formular 20-F ein — für 2025 am 17. April 2026 — und melden Zwischenstände freiwillig über das Formular 6-K. Die dort veröffentlichten Quartalszahlen sind ausdrücklich vorläufig und ungeprüft; ein Wirtschaftsprüfer testiert die Zahlen nur einmal im Jahr.
Zwei, zusammen rund 77 Millionen US-Dollar. Erstens eine im Januar 2024 eingereichte Selbstanzeige („Voluntary Disclosure Program") über Wettsteuern von 50,4 Millionen US-Dollar, die die zuständige Steuerbehörde bis zum 31. Dezember 2025 nicht beschieden hatte. Zweitens ein Verfahren der britischen HMRC gegen die Tochter Jumpman über die Online-Glücksspielabgabe 2018 bis 2022: Die erste Instanz wies die Klage am 16. September 2025 ab, die Berufung war für den 17./18. Juni 2026 terminiert; die Rückstellung beträgt 26,4 Millionen US-Dollar.
Ja. Für 2025 lag das jährliche Ziel bei 16 Cent je Aktie, ausgezahlt in Quartalsschritten; zusätzlich gab es Sonderdividenden. Für 2026 wurde das Ziel auf mindestens 20 Cent je Aktie angehoben, die Quartalsdividende von 4,0 auf 5,0 Cent. Insgesamt flossen 2025 rund 156 Millionen US-Dollar an die Aktionäre, im ersten Quartal 2026 allein 152 Millionen. Zum Ende des ersten Quartals 2026 lagen 422 Millionen US-Dollar Kasse in der Bilanz.
Von 508.076.788 Aktien hielt zum 31. März 2026 die Knutsson Limited (Isle of Man) 226.855.242 Stück oder 45 Prozent und die Chivers Limited (ebenfalls Isle of Man) 97.868.113 Stück oder 19 Prozent — zusammen rund 64 Prozent. Beide Gesellschaften gehören Treuhandkonstruktionen, deren wirtschaftlich Berechtigte im Geschäftsbericht nicht genannt werden. Vorstandschef Neal Menashe kommt auf 3 Prozent, alle Organmitglieder zusammen auf 4 Prozent.
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