RPC, Inc.: Der Umsatz erreicht 2025 ein Sieben-Jahres-Hoch — und vom Gewinn bleibt weniger übrig als 2021
RPC, Inc. pumpt, zementiert und perforiert Öl- und Gasbohrungen in Texas, Oklahoma und Appalachia — und lieferte 2025 mit 1.626,6 Millionen US-Dollar den höchsten Umsatz seit 2018. Nur: 2023 stand fast derselbe Umsatz in den Büchern, und damals blieben 245,0 Millionen operativer Gewinn übrig. 2025 waren es 44,7 Millionen. Im ersten Halbjahr 2026 legte der Umsatz noch einmal um 21,5 Prozent zu, das operative Ergebnis fiel um 37,7 Prozent. Die Bilanz ist dabei tadellos: 1,1 Milliarden Eigenkapital, 179,5 Millionen Kasse, kein Cent auf dem Kreditrahmen. Keine Empfehlung — nur die Frage, wie lange eine Firma kerngesund aussehen kann, während ihre Ertragskraft leise verschwindet.
Stand heute
Stand: 21. August 2026
- Schlusskurs
- 6,40 $ +0,20 %
- Marktkapitalisierung
- 1,4 Mrd. $
- KGV
- 70,5
- Wachstums-Score
- 4/10
- AAQS
- 5/10
Kursentwicklung seit 21. August 2026: +0,5 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 4,20 $ bis 8,00 $ · Letzter Kurs: 6,40 $ (Stand: 21. August 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt eine Anleger-Schwäche, die sich anfühlt wie gesunder Menschenverstand, und genau deshalb so gut funktioniert: die Größen-Falle. Wir lesen „historischer Höchststand“ und hören „die Firma verdient wieder Geld“. Wir sehen eine Umsatzkurve steigen und ergänzen die Gewinnkurve im Kopf, ohne sie je gesehen zu haben. Das ist kein Denkfehler von Anfängern — es ist die natürliche Abkürzung eines Gehirns, das lieber eine gute Geschichte fertig erzählt, als eine unfertige auszuhalten.
Bei RPC, Inc. lässt sich diese Abkürzung ausnahmsweise sauber nachrechnen, weil die Firma zwei fast gleich große Jahre geliefert hat — 2023 und 2025 — und dabei zwei völlig verschiedene Unternehmen war. Wir lesen das hier gemeinsam nach: Geschäftsbericht, Quartalsbericht, Ergebnismitteilung. Am Ende steht keine Empfehlung, sondern eine einzige Frage, die du dir selbst beantworten musst.
Das Spannungsfeld, das sich durch diese Analyse zieht, ist damit schon benannt: Eine Bilanz, die kerngesünder kaum sein könnte, trägt ein Geschäft, dessen Ertragskraft seit 2022 fast verschwunden ist. Beides ist wahr, beides ist belegt, und beide Wahrheiten führen zu völlig verschiedenen Anlagethesen.
Was RPC eigentlich macht
RPC, Inc. fördert kein Öl. Das ist die erste Sache, die man verstehen muss, weil sie fast alles erklärt. Die Firma ist eine Delaware-Gesellschaft mit Sitz in Atlanta, Georgia, und sie ist eine Holding über fünf Servicemarken: Cudd Energy Services, Cudd Pressure Control, Thru Tubing Solutions, Pintail Completions und Patterson Services. Was diese Firmen tun, lässt sich in Alltagssprache übersetzen.
Ein Öl- oder Gasförderer hat ein Loch in den Boden gebohrt. Damit daraus etwas herauskommt, muss das Gestein am Ende des Lochs aufgebrochen werden. Dafür pumpt RPC unter enormem Druck Wasser, Sand und Chemikalien hinein — das ist Pressure Pumping, mit 485,0 Millionen US-Dollar Umsatz 2025 die größte Einzellinie. Damit das Bohrloch dicht bleibt, wird der Ringraum zwischen Rohr und Gestein ausgegossen (Cementing, 54,8 Millionen im ersten Halbjahr 2026). Damit an der richtigen Stelle Löcher ins Stahlrohr kommen, fährt ein Kabelwerkzeug hinunter und zündet dort Ladungen (Wireline). Und wenn ein Bohrloch klemmt, festsitzt oder außer Kontrolle gerät, rückt Cudd Pressure Control mit Endlosrohr, Stickstoff und Spezialgerät an.
Der wichtigste Satz für Anleger lautet deshalb: RPC verdient nicht am Ölpreis, sondern an den Investitionsbudgets der Förderer. Steigt der Ölpreis, aber halten die Förderer ihre Ausgaben diszipliniert flach, bekommt RPC davon nichts ab. Genau das beschreibt der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026: Der durchschnittliche Ölpreis lag im zweiten Quartal 2026 mit 96,54 US-Dollar je Barrel um 49,1 Prozent über dem Vorjahresquartal — die durchschnittliche Zahl aktiver Bohranlagen in den USA lag mit 554 dennoch 3,0 Prozent darunter (Quellen laut Bericht: Baker Hughes und die U.S. Energy Information Administration). Wer sich für die andere Seite dieses Geschäfts interessiert — die Förderer selbst —, findet den Kontrast in unserer Analyse von Range Resources; wie ein direkter Wettbewerber im selben Marktumfeld dasteht, zeigt unsere Analyse von Liberty Energy.
Organisatorisch teilt sich RPC in zwei Segmente: Technical Services (Leistung am Bohrloch, 872,4 Millionen US-Dollar Umsatz im ersten Halbjahr 2026) und Support Services (Vermietung von Gestänge, Rohrprüfung, Lagerung, 43,2 Millionen). Das Auslandsgeschäft ist eine Randnotiz: 1,7 Prozent des Umsatzes im ersten Halbjahr 2026. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern 2.893 Menschen.
Die Firmengeschichte für Anleger
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2021
Tiefpunkt nach dem Nachfrageeinbruch
Der Umsatz liegt bei 864,9 Millionen US-Dollar, das operative Ergebnis bei 16,3 Millionen. Wer damals kaufte, kaufte eine Firma ohne Ertrag — aber auch ohne Schulden.
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2022
Das beste Jahr: 18,0 Prozent operative Marge
Umsatz 1.601,8 Millionen US-Dollar, operatives Ergebnis 287,9 Millionen. Dieser Wert ist bis heute der Maßstab, an dem sich jedes spätere Jahr messen lassen muss.
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2025
1. April: Pintail für 245 Millionen US-Dollar
Der Zukauf bringt die Service-Linie Wireline und 4.545.454 neue Aktien für die Verkäufer. Er erklärt den Umsatzsprung 2025 — und einen Teil der gestiegenen Abschreibungen.
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2025
Höchster Umsatz seit 2018, Restgewinn
Umsatz 1.626,6 Millionen US-Dollar, so viel wie nie seit 2018 — operatives Ergebnis 44,7 Millionen. Für Aktionäre die wichtigste Zahl des Jahrzehnts: Größe schützt die Marge nicht.
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2026
16. Juni: Der Vorstandschef geht
Ben M. Palmer erklärt nach 30 Jahren seinen Rücktritt, wirksam spätestens zum 31. Dezember 2026. Ein Nachfolger ist zum Stichtag 22. August 2026 nicht benannt.
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2026
30. Juli: Halbjahr mit 3,8 Millionen freiem Mittelzufluss
Umsatz plus 21,5 Prozent, operatives Ergebnis minus 37,7 Prozent. Am selben Tag beschließt der Verwaltungsrat die unveränderte Quartalsdividende von 0,04 US-Dollar.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Der Ausgangspunkt war ein Treffer unseres Reddit-Hype-Scanners am 22. August 2026 — also ein Aufmerksamkeitssignal aus Anleger-Foren, keine Kennzahl. Bevor daraus eine Analyse werden konnte, stand deshalb eine Pflichtübung an, die bei diesem Wert wichtiger ist als bei fast jedem anderen: die Identitätsprüfung.
„RES“ ist ein Drei-Buchstaben-Kürzel, und es klingt nach „Resources“. Tatsächlich gibt es an den US-Börsen ein halbes Dutzend Gesellschaften, die man damit verwechseln kann — RGC Resources, Range Resources, EOG Resources, Solaris Resources. Kursdatenbanken und Foren werfen solche Kürzel regelmäßig durcheinander. Maßgeblich ist deshalb nicht der Name in einer Datenbank, sondern die Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC. Dort trägt die Kennnummer CIK 0000742278 genau einen Ticker („RES“) und genau eine Börse („NYSE“), und der zugehörige Name lautet RPC, Inc. Der einzige frühere Name — RPC Energy Services, Inc. — wurde 1995 abgelegt. Keine Abmeldung vom Börsenhandel (Form 15), keine Streichung der Notierung (Form 25), kein Wechsel in den außerbörslichen Handel.
Merke dir diesen Zwischenschritt, er kostet zwei Minuten und erspart peinliche Irrtümer: Ein Ticker ist ein Etikett, eine CIK-Nummer ist eine Identität. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit — und die fängt bei RPC mit einer Zahlenreihe an, die man zweimal lesen muss.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. RPC hat 2020 und 2021 zwei Jahre überlebt, in denen die halbe Branche in die Insolvenz ging: 2020 stand ein operativer Verlust von 309,6 Millionen US-Dollar in den Büchern, 2021 blieben von 864,9 Millionen Umsatz gerade 16,3 Millionen operatives Ergebnis übrig. RPC ging aus dieser Phase ohne Kapitalerhöhung, ohne Notverkauf und ohne Bankenschulden hervor. Das ist in diesem Gewerbe eine Leistung, keine Selbstverständlichkeit.
Dann kam die Erholung, und sie war heftig: 2022 sprang der Umsatz auf 1.601,8 Millionen US-Dollar, das operative Ergebnis auf 287,9 Millionen — eine operative Marge von 18,0 Prozent. 2023 lief fast genauso gut: 1.617,5 Millionen Umsatz, 245,0 Millionen operatives Ergebnis, 15,1 Prozent Marge. Das Nettoergebnis erreichte 195,1 Millionen US-Dollar, ein Gewinn je Aktie von 0,90 US-Dollar.
Und jetzt die zweite Hälfte der Reihe. 2024 fiel der Umsatz auf 1.415,0 Millionen, das operative Ergebnis auf 97,5 Millionen (6,9 Prozent Marge). 2025 stieg der Umsatz wieder — auf 1.626,6 Millionen US-Dollar, plus 15,0 Prozent und der höchste Stand seit 2018. Das operative Ergebnis stieg nicht mit. Es fiel weiter, auf 44,7 Millionen US-Dollar. Marge: 2,8 Prozent. Das Nettoergebnis lag bei 32,1 Millionen, der Gewinn je Aktie bei 0,15 US-Dollar.
Damit steht die Zahl im Raum, um die sich alles Weitere dreht: 2023 und 2025 unterscheiden sich im Umsatz um 9,1 Millionen US-Dollar — im operativen Ergebnis um 200,2 Millionen. Zum Vergleich in Alltagssprache: Ein Handwerksbetrieb schreibt in beiden Jahren fast identische Rechnungen, behält im ersten Jahr aber 15 von 100 Euro und im zweiten nur noch knapp 3. Am Umsatz liegt es nicht.
Das erste Halbjahr 2026 setzt das Muster fort, nur schneller. Der Umsatz stieg um 21,5 Prozent auf 915,6 Millionen US-Dollar — vor allem, weil Pintail (dazu gleich mehr) erstmals volle sechs Monate mitzählte. Das operative Ergebnis fiel um 37,7 Prozent auf 17,4 Millionen. Operative Marge: 1,9 Prozent. Das Nettoergebnis halbierte sich auf 12,9 Millionen US-Dollar.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Höchster Umsatz seit 2018, Restgewinn
Warum verdient RPC an fast demselben Umsatz plötzlich fast nichts mehr? Die Antwort steht nicht in einer Analystennotiz, sondern im eigenen Quartalsbericht — und sie ist ungewöhnlich offen formuliert:
„Management believes the oilfield services completion market continues to be over-supplied and efficiency gains are contributing to excess capacity in the industry.“
Übersetzung: „Das Management ist der Auffassung, dass der Markt für Bohrlochkomplettierungen weiterhin überversorgt ist und dass Effizienzgewinne zu Überkapazitäten in der Branche beitragen.“
— RPC, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026, Abschnitt „Results of Operations“
Übersetzt: Es gibt zu viele Pumpen für zu wenige Bohrlöcher, und die Förderer werden gleichzeitig immer effizienter — sie brauchen weniger Einsätze für dieselbe Fördermenge. In so einem Markt bestimmt nicht der Anbieter den Preis, sondern der Kunde. RPC kann seine Leute und Geräte auslasten, indem es Aufträge zu schlechteren Konditionen annimmt. Genau das sieht man in den Zahlen: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Umsatzkosten um 24,9 Prozent auf 701,3 Millionen US-Dollar, während der Umsatz nur um 21,5 Prozent zulegte. Die Kosten laufen schneller als die Erlöse.
Zwei weitere Posten drücken zusätzlich. Die Abschreibungen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 10,1 Prozent auf 85,8 Millionen US-Dollar — Folge des Pintail-Erwerbs und der Investitionen der Vorjahre (2024 allein 219,9 Millionen). Und in der Gewinn- und Verlustrechnung steht eine eigene Zeile über 14,6 Millionen US-Dollar namens „Acquisition related employment costs“. Das sind keine Barzahlungen, sondern buchhalterische Abgrenzungen aus dem Pintail-Kauf, die an den Verbleib bestimmter Beschäftigter geknüpft sind und über drei Jahre verteilt werden. Sie belasten das ausgewiesene Ergebnis, nicht die Kasse — im bereinigten EBITDA von 119,5 Millionen US-Dollar sind sie herausgerechnet.
Fairerweise: Auch bereinigt sinkt die Marge. Das bereinigte EBITDA lag im ersten Halbjahr 2026 bei 13,0 Prozent des Umsatzes nach 14,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Und im zweiten Quartal 2026 gab es tatsächlich eine Verbesserung gegenüber dem schwachen ersten: 14,3 Prozent nach 11,8 Prozent, ein operatives Segmentergebnis in Technical Services von 27,6 Millionen US-Dollar nach 16,0 Millionen. Der Bericht selbst spricht von „reasons for optimism with some improved pricing and activity visibility“. Ein Quartal ist allerdings kein Trend — 2024 gab es solche Zwischenerholungen auch.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Dividende kommt aus der Kasse
RPC zahlt seit Jahren eine Quartalsdividende von 0,04 US-Dollar je Aktie. Das klingt nach wenig, ist bei 221.657.012 Aktien aber rund 35 Millionen US-Dollar im Jahr. Und diese Summe ist inzwischen größer als das, was das Geschäft an freiem Geld übrig lässt.
Der freie Mittelzufluss — das Geld, das nach allen Investitionen ins eigene Gerät noch da ist — betrug im ersten Halbjahr 2026 3,770 Millionen US-Dollar. Ausgezahlt wurden im selben Zeitraum 17,729 Millionen US-Dollar Dividende. Das ist das 4,7-Fache. Die Kasse sank folgerichtig von 210,0 auf 179,5 Millionen US-Dollar.
Ein Teil dieser Lücke ist technisch und ein Stück weit umkehrbar. Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr 2026 bei 74,6 Millionen US-Dollar nach 92,9 Millionen im Vorjahreszeitraum — der Rückgang kam vor allem aus dem Umlaufvermögen: 51,0 Millionen mehr Forderungen, weil mehr Aufträge liefen, dazu 13,2 Millionen aus der Auflösung einer Kundenvorauszahlung. Forderungen werden irgendwann bezahlt. Der andere Teil ist nicht technisch: Die Investitionen in eigenes Gerät lagen bei 70,8 Millionen, und für das Gesamtjahr 2026 plant RPC 170 bis 190 Millionen US-Dollar. Das ist mehr als das operative Ergebnis der letzten beiden Jahre zusammen.
Am 28. Juli 2026 beschloss der Verwaltungsrat trotzdem die nächste Quartalsdividende von 0,04 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 10. September 2026 an die zum 10. August 2026 eingetragenen Aktionäre. Das ist kein Alarmsignal — mit 179,5 Millionen US-Dollar Kasse und einem ungenutzten Kreditrahmen kann RPC das jahrelang durchhalten. Aber merke dir den Unterschied, er ist bei Dividendenwerten der wichtigste überhaupt: Eine Ausschüttung aus dem Ertrag ist ein Anteil am Gewinn. Eine Ausschüttung aus der Kasse ist eine Rückgabe deines eigenen Geldes.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der 245-Millionen-Zukauf schrumpft schon
Am 1. April 2025 kaufte RPC über die Tochter Thru Tubing Solutions den Perforations-Spezialisten Pintail Alternative Energy aus dem Permian-Becken. Der Preis: 245 Millionen US-Dollar für 100 Prozent der Anteile — rund 170 Millionen in bar, 25 Millionen in eigenen Aktien (4.545.454 Stück) und ein besichertes Verkäuferdarlehen über 50 Millionen. Gemessen am heutigen Börsenwert von rund 1,41 Milliarden US-Dollar (Datenstand 21. August 2026) hat RPC damit für einen einzigen Zukauf etwa 17 Prozent seines eigenen Werts ausgegeben.
Der Zukauf wurde zur Service-Linie Wireline, und die Wirkung war spektakulär: von 18,9 Millionen US-Dollar Umsatz 2024 auf 315,5 Millionen 2025. Das sind 19,4 Prozent des Konzernumsatzes. Ohne Pintail hätte 2025 nicht den höchsten Umsatz seit 2018 gebracht, sondern ein weiteres Rückgangsjahr.
Nur beginnt die Linie bereits zu schrumpfen. Im zweiten Quartal 2026 setzte Wireline 88,594 Millionen US-Dollar um — nach 103,924 Millionen im Vorjahresquartal, dem ersten vollen Quartal unter RPC. Das ist ein Minus von 14,8 Prozent. Auch gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal ging es abwärts: Im ersten Quartal 2026 waren es noch 103,213 Millionen (errechnet aus dem Halbjahreswert von 191,807 Millionen), also 14,2 Prozent mehr als im zweiten. Die Ergebnismitteilung vom 30. Juli 2026 sagt es selbst: Die zweistelligen Zuwächse bei Snubbing, Cementing und Downhole Tools seien „mostly offset by lower Pintail Wireline revenues“ gewesen — größtenteils aufgezehrt durch geringere Pintail-Wireline-Umsätze.
Das muss kein Fehlkauf sein. Perforationsdienste sind besonders preisempfindlich, und ein Rückgang in einem überversorgten Markt sagt noch nichts über die Qualität des erworbenen Betriebs. Aber es verschiebt die Beweislast: In der Bilanz stehen zum 30. Juni 2026 81,2 Millionen US-Dollar Goodwill und 93,8 Millionen sonstige immaterielle Vermögenswerte. Diese Posten leben davon, dass die erworbenen Erträge eintreten. Und bei der ältesten Linie des Hauses ist das Bild noch klarer: Pressure Pumping fiel von 771,5 Millionen US-Dollar Umsatz (2023) über 587,1 Millionen (2024) auf 485,0 Millionen (2025) — ein Minus von 37 Prozent in zwei Jahren. Im ersten Halbjahr 2026 erholte sich die Linie auf 280,6 Millionen nach 242,8 Millionen. Der Zukauf hat also nicht nur Wachstum gebracht, er hat auch einen Rückgang im Kerngeschäft überdeckt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Ein Kunde, eine Familie, ein Aktienpaket
Die drei letzten Befunde gehören zusammen, weil sie alle dasselbe beschreiben: Konzentration. Bei RPC ist ungewöhnlich viel von ungewöhnlich wenigen abhängig.
Erstens der Kunde. Im Geschäftsbericht für 2025 steht:
„One of our customers, a private E&P company, accounted for approximately 15% of the Company's revenues in 2025 and 13% of the Company's revenues in 2024.“
Übersetzung: „Einer unserer Kunden, ein privates Explorations- und Fördererunternehmen, stand 2025 für rund 15 Prozent und 2024 für 13 Prozent der Umsätze des Unternehmens.“
— RPC, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 „Business“ und Anhang „Concentration of Credit Risk“
Rund 244 Millionen US-Dollar Umsatz hängen also an einer einzigen Kundenbeziehung, die RPC nicht einmal namentlich nennen muss, weil das Unternehmen nicht börsennotiert ist. 2023 überschritt noch kein einziger Kunde die 10-Prozent-Schwelle. Der Bericht benennt das Risiko selbst: Der Verlust dieses Kunden könne „a material and disproportionate adverse impact“ auf Umsatz und Ergebnis haben — eine wesentliche und überproportionale nachteilige Wirkung.
Zweitens die Eigentümer. Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 hält fest, dass eine Gruppe um die Verwaltungsratsmitglieder Amy R. Kreisler und Timothy C. Rollins, deren Familienangehörige und von ihnen kontrollierte Gesellschaften mehr als 50 Prozent der Stimmrechte hält. Das ist keine Neuigkeit — RPC ist seit Jahrzehnten ein Familienunternehmen an der Börse — aber es hat Folgen: Übernahmen sind praktisch ausgeschlossen, aktivistische Investoren haben keinen Hebel, und der frei handelbare Anteil ist klein. Der Geschäftsbericht bezifferte den Streubesitz zum 30. Juni 2025 auf 421,4 Millionen US-Dollar.
Drittens — und das ist der Befund, den man leicht überliest — liegt für dieses Familienpaket eine fertige Verkaufsschiene bereit:
„The Form S-3 shelf registration statement registers the resale of up to 127,235,202 shares of our common stock, which represents most of the Company securities held by the Selling Stockholders.“
Übersetzung: „Die Vorrats-Registrierung auf Formular S-3 registriert den Wiederverkauf von bis zu 127.235.202 Aktien unserer Stammaktien, was den größten Teil der von den verkaufenden Aktionären gehaltenen Wertpapiere der Gesellschaft darstellt.“
— RPC, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026, Abschnitt „Related Party Transactions“
Wichtig zur Einordnung: Das ist keine Verkaufsabsicht. Eine Vorrats-Registrierung ist die Erlaubnis, nicht die Handlung — vergleichbar mit einem gültigen Reisepass, der nichts darüber sagt, ob jemand verreisen will. Die Familie hält ihre Mehrheit seit Jahrzehnten. Aber die Größenordnung verdient Beachtung: 127.235.202 Aktien sind 57,4 Prozent der 221.657.012 ausstehenden Stücke, und die Registrierung läuft bis zum 5. Mai 2028. Bei einem Streubesitz dieser Größe wäre schon ein kleiner Teil davon eine eigene Marktbewegung.
Und dazu passt der vierte Punkt, der genau genommen kein Klumpen, sondern eine Lücke ist. Am 16. Juni 2026 teilte Vorstandschef Ben M. Palmer nach 30 Jahren im Unternehmen seinen Rücktritt mit:
Ein Wechsel an der Spitze ist normal und war offensichtlich geordnet vorbereitet. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Er fällt in die Phase, in der die Marge am dünnsten ist und eine strategische Antwort auf den überversorgten Markt gefunden werden muss. Dazu kommt, dass auch der unabhängige Sprecher des Verwaltungsrats, Jerry W. Nix, zur Hauptversammlung 2026 nicht erneut antrat (Pflichtmeldung vom 28. Januar 2026). Zum Stichtag dieser Analyse — 22. August 2026 — war kein Nachfolger für den Vorstandsvorsitz gemeldet.
Was die Aktie kostet
Kommen wir zur Größenordnung, ohne einen Tageskurs zu einer These zu machen. Zum Datenstand 21. August 2026 lag der Kurs bei 6,37 US-Dollar, der Börsenwert bei rund 1,41 Milliarden US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reichte von 4,07 bis 8,06 US-Dollar — die Aktie hat sich in einem Jahr also fast verdoppelt und dabei fast halbiert, je nachdem, wo man einsteigt.
Drei Maßstäbe, jeder mit einer anderen Botschaft. Auf den Umsatz der letzten zwölf Monate von rund 1,79 Milliarden US-Dollar ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,8 — das klingt billig, ist aber bei einem Dienstleister mit 2,8 Prozent operativer Marge auch angemessen: Umsatz, aus dem kein Gewinn wird, ist wenig wert. Auf das Eigenkapital von 1.108,7 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026 — rund 5,00 US-Dollar je Aktie — kommt man auf das etwa 1,3-Fache des Buchwerts. Und auf den Gewinn der letzten zwölf Monate von 0,11 US-Dollar je Aktie ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 58 — eine Zahl, die für sich genommen absurd wirkt und in Wahrheit nur eines sagt: Der Gewinn ist zusammengebrochen, nicht der Kurs.
Genau hier liegt die eigentliche Bewertungsfrage. Bei einem Zykliker ist ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis am Tiefpunkt normal und manchmal sogar ein Kaufargument — vorausgesetzt, es ist der Tiefpunkt. Rechnet man RPC mit der Marge von 2022 durch (18,0 Prozent auf 1,63 Milliarden Umsatz wären rund 293 Millionen operatives Ergebnis), sieht die Aktie sehr günstig aus. Rechnet man mit der Marge des ersten Halbjahrs 2026 (1,9 Prozent), sieht sie teuer aus. Beide Rechnungen sind zulässig, und keine von beiden ist eine Prognose. Der Analysten-Konsens liegt mit einem durchschnittlichen Kursziel von 6,40 US-Dollar (Datenstand 21. August 2026) praktisch auf dem aktuellen Niveau — die Profis trauen sich in dieser Frage selbst nicht über den Weg.
Ein Bewertungsanker aus dem Bericht ergänzt das Bild: Der Streubesitz wurde zum 30. Juni 2025 mit 421,4 Millionen US-Dollar angegeben. Der Markt bepreist hier also ein Unternehmen, von dem nur ein Bruchteil wirklich handelbar ist. Die Dividendenrendite lag zum Datenstand 21. August 2026 bei rund 2,5 Prozent.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für RPC, Inc. spricht:
- Eine Bilanz, die im Ölfeldservice ihresgleichen sucht: 1.108,7 Millionen US-Dollar Eigenkapital gegen 351,0 Millionen Verbindlichkeiten, davon nur 30,0 Millionen verzinslich; 179,5 Millionen Kasse zum 30. Juni 2026 und ein unangetasteter Kreditrahmen über 100 Millionen mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2031.
- Hoher operativer Hebel nach oben: 2022 warf derselbe Konzern bei 1.601,8 Millionen Umsatz 287,9 Millionen operatives Ergebnis ab. Dreht der Zyklus, wirkt die Kostenbasis in die andere Richtung — ohne dass eine Kapitalerhöhung nötig wäre.
- Breite Aufstellung über sieben Service-Linien statt einer: Snubbing, Cementing und Downhole Tools legten im zweiten Quartal 2026 zweistellig zu, während Wireline nachgab. Downhole Tools brachte 2025 mit 393,8 Millionen US-Dollar stabile Erlöse.
- Der operative Cashflow blieb auch im schwachen ersten Halbjahr 2026 mit 74,6 Millionen US-Dollar klar positiv; ein großer Teil des Rückgangs steckt in Forderungen, die noch eingehen.
- Ein Eigentümer mit sehr langem Horizont: Die Rollins-Familiengruppe hält seit Jahrzehnten die Mehrheit und hat den Konzern durch 2020 gebracht, ohne Aktionäre zu verwässern.
Was dagegen spricht:
- Der Ertrag ist fast verschwunden: operative Marge von 15,1 Prozent (2023) auf 2,8 Prozent (2025) und 1,9 Prozent im ersten Halbjahr 2026 — bei praktisch unverändertem Umsatz. Ursache ist nach eigener Darstellung ein überversorgter Markt, in dem RPC keine Preismacht hat.
- Die Dividende von rund 35 Millionen US-Dollar im Jahr war im ersten Halbjahr 2026 nicht verdient: 17,7 Millionen Ausschüttung gegen 3,8 Millionen freien Mittelzufluss, bei einem Investitionsplan von 170 bis 190 Millionen für das Gesamtjahr.
- Klumpenrisiko Kunde: Ein einziger privater Förderer stand 2025 für rund 15 Prozent des Umsatzes (2024: 13 Prozent) — ein Abgang träfe das Ergebnis überproportional, wie der Geschäftsbericht selbst schreibt.
- Der Zukauf Pintail für 245 Millionen US-Dollar liefert bereits weniger als im ersten Jahr: Wireline fiel im zweiten Quartal 2026 auf 88,6 Millionen nach 103,9 Millionen im Vorjahresquartal, während 81,2 Millionen Goodwill und 93,8 Millionen immaterielle Werte in der Bilanz stehen.
- Führung und Eigentümerstruktur: Der Vorstandsvorsitz ist seit dem 16. Juni 2026 zur Nachbesetzung ausgeschrieben, die Familiengruppe hält über 50 Prozent der Stimmen, und 127.235.202 Aktien — 57,4 Prozent des Grundkapitals — sind bis Mai 2028 für den Wiederverkauf registriert.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Größen-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass Umsatz unwichtig wäre — RPC hätte 2025 ohne diese 1,63 Milliarden US-Dollar gar keine Diskussionsgrundlage. Ihr Kern ist, dass eine große Zahl uns die Arbeit abnimmt, nach der zweiten Zahl zu fragen. Wer bei RPC nur den höchsten Umsatz seit 2018 liest, sieht eine Erholung. Wer eine Zeile tiefer schaut, sieht ein Unternehmen, das 2025 fast genauso viel verkauft hat wie 2023 und dabei 200 Millionen US-Dollar weniger verdiente.
Zur Fairness gehört die andere Hälfte: Diese Firma hat keine Bankenschulden, 179 Millionen US-Dollar in der Kasse und einen Kreditrahmen, den sie seit Jahren nicht anfasst. Sie kann diesen Zustand aussitzen, und wenn der Zyklus dreht, wirkt derselbe Hebel, der jetzt nach unten zeigt, wieder nach oben. Es gibt schlechtere Ausgangslagen für eine Wette auf bessere Zeiten.
Genau darum geht es nämlich, wenn man ehrlich ist: Eine Anlage in RPC ist keine Wette auf ein gutes Unternehmen — die Qualität ist unstrittig —, sondern eine Wette auf einen Zeitpunkt. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Ist RPC eine gute Firma?“, sondern: Glaubst du, dass der Markt für Bohrlochkomplettierungen die Überkapazität abbaut, bevor die Kasse dünner wird — und bist du bereit, in der Zwischenzeit eine Dividende zu kassieren, die gerade aus dieser Kasse stammt? Wenn ja, hast du eine These. Wenn nein, hattest du einen Umsatz auf Sieben-Jahres-Hoch. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- RPC, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026 (eingereicht 30. Juli 2026)
- RPC, Inc. — SEC-Pflichtmeldung 8-K vom 30.07.2026 (Item 2.02, Ergebnismitteilung zum zweiten Quartal 2026 samt Anlage 99.1)
- RPC, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 27. Februar 2026)
- RPC, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht 28. Februar 2025)
- RPC, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (eingereicht 8. Mai 2026)
- RPC, Inc. — SEC-Pflichtmeldung 8-K vom 23.06.2026 (Item 5.02, Rücktritt des Vorstandschefs)
- RPC, Inc. — SEC-Pflichtmeldung 8-K vom 07.04.2025 (Erwerb von Pintail Alternative Energy zum 1. April 2025)
- US-Börsenaufsicht SEC — Registrierungsdaten zu CIK 0000742278 (Ticker, Börse, frühere Namen)
Ergänzend: Fundamentaldaten für Kurs, Börsenwert und die daraus abgeleiteten Verhältniszahlen (Datenstand 21. August 2026). Branchendaten zu Ölpreis, Gaspreis und Bohranlagenzahl stammen aus der Ergebnismitteilung vom 30. Juli 2026 und nennen dort Baker Hughes sowie die U.S. Energy Information Administration als Quellen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensberichte und ausdrücklich keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und keine Empfehlung. Aktien können erheblich an Wert verlieren, ein Totalverlust ist möglich. Die genannten Zahlen sind den in der Quellenliste verlinkten Originaldokumenten entnommen und tragen jeweils den dort ausgewiesenen Stichtag. Der Autor hielt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in der besprochenen Aktie. Bilde dir deine eigene Meinung und ziehe im Zweifel eine unabhängige Beratung hinzu.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 864,9 | 1.601,8 | 1.617,5 | 1.415,0 | 1.626,6 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 16,3 | 287,9 | 245,0 | 97,5 | 56,9 |
| Nettogewinn | 7,2 | 218,4 | 195,1 | 91,4 | 32,1 |
| Nettomarge | 0,8 % | 13,6 % | 12,1 % | 6,5 % | 2,0 % |
| Gewinn je Aktie | 0,03 $ | 1,02 $ | 0,92 $ | 0,43 $ | 0,15 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Bilanz positiv
- Zum 30.06.2026 stehen 1.108,7 Mio. US-Dollar Eigenkapital gegen 351,0 Mio. Verbindlichkeiten, davon nur 30,0 Mio. verzinslich (Verkäuferdarlehen aus dem Pintail-Erwerb, im 2. Quartal 2026 um 20,0 Mio. getilgt). Der 100-Mio.-Kreditrahmen ist unangetastet und läuft nach der Verlängerung im 2. Quartal 2026 bis zum 30.06.2031. Kasse 179,5 Mio.
- Ertragskraft negativ
- Die operative Marge fiel von 15,1 % (2023) über 6,9 % (2024) auf 2,8 % (2025) und im 1. Halbjahr 2026 auf 1,9 %. 2023 und 2025 unterscheiden sich im Umsatz um weniger als ein Prozent (1.617,5 gegen 1.626,6 Mio. US-Dollar), im operativen Ergebnis um 200,2 Mio. Das Management nennt als Ursache einen dauerhaft überversorgten Markt (10-Q zum 30.06.2026).
- Ausschüttung negativ
- Im 1. Halbjahr 2026 standen 17,729 Mio. US-Dollar Dividende einem freien Mittelzufluss von 3,770 Mio. gegenüber — das 4,7-Fache. 2025 war die Ausschüttung von 35,1 Mio. noch aus 52,9 Mio. gedeckt. Die Differenz kommt aus der Kasse, die im Halbjahr um 30,5 Mio. auf 179,5 Mio. sank. Am 28.07.2026 wurde die nächste Quartalsdividende von 0,04 US-Dollar unverändert beschlossen.
- Zukauf Pintail neutral
- Der Erwerb für 245 Mio. US-Dollar (01.04.2025) hob die Service-Linie Wireline von 18,9 Mio. Umsatz (2024) auf 315,5 Mio. (2025) und trug den Halbjahreszuwachs 2026. Zugleich fiel Wireline im 2. Quartal 2026 auf 88,594 Mio. nach 103,924 Mio. im Vorjahresquartal (−14,8 %); die Ergebnismitteilung vom 30.07.2026 nennt „lower Pintail Wireline revenues“ ausdrücklich als Bremse.
- Klumpenrisiken negativ
- Ein einziger privater Öl- und Gasförderer stand 2025 für rund 15 % des Konzernumsatzes (2024: 13 %, 2023: kein Kunde über 10 %). Eine Gruppe um die Verwaltungsratsmitglieder Amy R. Kreisler und Timothy C. Rollins kontrolliert über 50 % der Stimmrechte; eine Wiederverkaufs-Registrierung deckt 127.235.202 Aktien dieser Großaktionäre ab — 57,4 % des Grundkapitals, gültig bis 05.05.2028.
- Führung neutral
- Vorstandschef Ben M. Palmer erklärte am 16.06.2026 nach 30 Jahren im Unternehmen seinen Rücktritt, wirksam mit der Benennung eines Nachfolgers, spätestens zum 31.12.2026; die Suche läuft über eine unabhängige Personalberatung. Der Lead Independent Director Jerry W. Nix trat zur Hauptversammlung 2026 nicht erneut an (8-K vom 28.01.2026). Zum Stichtag 22.08.2026 war kein Nachfolger gemeldet.
RPC, Inc. ist ein schuldenarmer US-Ölfeld-Dienstleister mit 2.893 Beschäftigten, der 2025 mit 1.626,6 Millionen US-Dollar den höchsten Umsatz seit 2018 erzielte — bei einem operativen Ergebnis von 44,7 Millionen. 2023 hatte derselbe Umsatz 245,0 Millionen abgeworfen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um weitere 21,5 Prozent, das operative Ergebnis fiel um 37,7 Prozent; der freie Mittelzufluss lag bei 3,8 Millionen gegen 17,7 Millionen ausgezahlte Dividende. Dem steht eine Bilanz gegenüber, die kaum ein Wettbewerber vorweisen kann: 1,1 Milliarden Eigenkapital, 179,5 Millionen Kasse, 30 Millionen verzinsliche Schulden und ein ungenutzter Kreditrahmen bis 2031. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Wir stufen die Unternehmensqualität auf Gelb. Für Grün spricht die Bilanz, und zwar deutlich: 1.108,7 Millionen US-Dollar Eigenkapital gegen 30,0 Millionen verzinsliche Schulden, ein unangetasteter Kreditrahmen mit Laufzeit bis Juni 2031, 179,5 Millionen Kasse und ein operativer Cashflow, der auch im schwachen ersten Halbjahr 2026 mit 74,6 Millionen positiv blieb. Kein Substanzrisiko, kein Hinweis auf Fortführungszweifel, keine Notierungsgefahr — für Rot fehlt jede Grundlage. Gegen Grün spricht eine offene operative Frage, und sie ist gewichtig: Die Ertragskraft ist zwischen 2023 und 2025 bei praktisch unverändertem Umsatz um mehr als vier Fünftel gefallen, und der Trend setzte sich 2026 fort. Ursache ist nach eigener Darstellung ein überversorgter Markt, in dem RPC keine Preismacht hat; dazu kommen ein Kunde mit 15 Prozent Umsatzanteil und ein Zukauf, dessen Service-Linie bereits im zweiten Jahr schrumpft. Ob das der Boden eines normalen Zyklus ist oder eine strukturell dünnere Marge, entscheidet sich in den nächsten Quartalsberichten — bis dahin ist die Frage offen, nicht beantwortet. Ausdrücklich nicht in dieses Urteil eingeflossen ist der Preis: Ob 6,37 US-Dollar viel oder wenig sind, ist eine Bewertungsfrage und keine Qualitätsfrage. Die Entscheidung liegt bei dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger war ein Treffer unseres Reddit-Hype-Scanners am 22.08.2026. Eine belastbare Erwähnungszahl aus einer öffentlichen Messquelle lag zum Redaktionsschluss nicht vor; inhaltliche Grundlage der Analyse sind ausschließlich die SEC-Berichte der Gesellschaft und daraus abgeleitete Kennzahlen.
- Verwechslungsgefahr: „RES“ ist ein sehr allgemeines Kürzel. An der New York Stock Exchange steht es für RPC, Inc. (CIK 0000742278) — nicht für RGC Resources, Range Resources, EOG Resources oder andere Gesellschaften mit „Resources“ im Namen. Die Registrierungsdaten der SEC führen für diese Kennnummer genau einen Ticker („RES“) und genau eine Börse („NYSE“). Einziger früherer Name: RPC Energy Services, Inc. (bis 1995).
- Datenstand: Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026 (eingereicht 30.07.2026) vollständig ausgewertet, ebenso die am selben Tag eingereichte Ergebnismitteilung 8-K (Item 2.02) samt Anlage 99.1. Nach dem 30.07.2026 lag bis zum Stichtag 22.08.2026 kein weiteres Filing vor. Kurs, Börsenwert und die davon abgeleiteten Verhältniszahlen mit Datenstand 21.08.2026.
- Die Branchendaten in den Berichten (Ölpreis im Durchschnitt 96,54 US-Dollar je Barrel im zweiten Quartal 2026, plus 49,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal; Erdgas 2,94 US-Dollar je Mcf, minus 8,1 Prozent; durchschnittlich 554 aktive Bohranlagen in den USA, minus 3,0 Prozent) stammen aus der Ergebnismitteilung vom 30.07.2026 und nennen als Quellen Baker Hughes und die U.S. Energy Information Administration. RPC führt den höheren Ölpreis auf Lieferstörungen im Nahen Osten zurück.
- Die 14,583 Mio. US-Dollar „Acquisition related employment costs“ im ersten Halbjahr 2026 sind laut Quartalsbericht nicht zahlungswirksame Abgrenzungen aus dem Pintail-Erwerb, die an den Verbleib von Beschäftigten gebunden sind und über drei Jahre verteilt werden. Sie belasten das operative Ergebnis, nicht die Kasse — im bereinigten EBITDA von 119,5 Mio. sind sie herausgerechnet.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 22. August 2026. Was sich seitdem bei RES geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Häufige Fragen
RPC, Inc. ist ein US-amerikanischer Ölfeld-Dienstleister aus Atlanta. Die Töchter Cudd Energy Services, Cudd Pressure Control, Thru Tubing Solutions, Pintail Completions und Patterson Services pumpen Bohrungen unter Druck auf, zementieren sie, perforieren sie mit Kabelwerkzeugen, befahren sie mit Endlosrohr und vermieten Bohrgestänge. Bezahlt wird RPC von Öl- und Gasförderern, nicht vom Ölpreis selbst. Zum 31. Dezember 2025 hatte der Konzern 2.893 Beschäftigte.
Weil der Markt für Bohrlochkomplettierungen nach eigener Darstellung überversorgt ist. Im Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 schreibt das Management, der Markt bleibe „over-supplied“ und Effizienzgewinne der Kunden schüfen zusätzliche freie Kapazität; das drücke Auslastung und Preise. RPC verkauft also mehr Leistung zu schlechteren Preisen. Dazu kommen Abschreibungen von 85,8 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 und 14,6 Millionen nicht zahlungswirksame Kosten aus dem Pintail-Erwerb.
RPC zahlt 0,04 US-Dollar je Aktie und Quartal, also 0,16 US-Dollar im Jahr — bei 221.657.012 Aktien rund 35 Millionen US-Dollar jährlich. 2025 war das noch aus dem freien Mittelzufluss von 52,9 Millionen gedeckt. Im ersten Halbjahr 2026 standen 17,7 Millionen Ausschüttung nur 3,8 Millionen freier Mittelzufluss gegenüber. Die Differenz kam aus der Kasse, die von 210,0 auf 179,5 Millionen US-Dollar sank.
Eine Gruppe um die Verwaltungsratsmitglieder Amy R. Kreisler und Timothy C. Rollins, Familienangehörige und von ihnen kontrollierte Gesellschaften hält laut Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Größter Einzelaktionär ist LOR, Inc. Der frei handelbare Anteil war entsprechend klein: Zum 30. Juni 2025 bezifferte der Geschäftsbericht den Streubesitz auf 421,4 Millionen US-Dollar.
Ben M. Palmer, seit 30 Jahren im Unternehmen, teilte dem Verwaltungsrat am 16. Juni 2026 seinen Rücktritt als Direktor, Präsident und Vorstandschef mit — wirksam, sobald ein Nachfolger benannt ist, spätestens zum 31. Dezember 2026. Danach soll er beratend bleiben. Der Verwaltungsrat hat die Suche einer unabhängigen Personalberatung übertragen. Zum Stichtag 22. August 2026 war kein Nachfolger gemeldet.
Zum Datenstand 21. August 2026 lag der Kurs bei 6,37 US-Dollar und der Börsenwert bei rund 1,41 Milliarden US-Dollar. Auf den Umsatz der letzten zwölf Monate von rund 1,79 Milliarden ergibt das ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,8. Gemessen am Eigenkapital von 1.108,7 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026 — rund 5,00 US-Dollar je Aktie — entspricht das dem 1,3-Fachen des Buchwerts. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt wegen des eingebrochenen Ergebnisses bei rund 58.
Kaum. Zum 30. Juni 2026 standen 30,0 Millionen US-Dollar verzinsliche Verbindlichkeiten in der Bilanz — der Rest des Verkäuferdarlehens aus dem Pintail-Erwerb, von dem im zweiten Quartal 2026 bereits 20,0 Millionen getilgt wurden. Auf dem Kreditrahmen über 100 Millionen war nichts gezogen; 18,2 Millionen waren als Akkreditive gebunden, 81,8 Millionen frei verfügbar. Die Laufzeit wurde im zweiten Quartal 2026 von Juni 2027 auf den 30. Juni 2031 verlängert.
Ja. Das Kürzel RES ist an der New York Stock Exchange eindeutig RPC, Inc. mit der SEC-Kennnummer CIK 0000742278; die Registrierungsdaten der Börsenaufsicht führen genau einen Ticker („RES“) und genau eine Börse („NYSE“). Verwechslungen mit RGC Resources, Range Resources, EOG Resources oder anderen Werten mit „Resources“ im Namen liegen nahe, sind aber falsch. Der einzige frühere Name lautet RPC Energy Services, Inc. und wurde 1995 geändert.
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