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Quantum eMotion: 11.171 Dollar Umsatz im ganzen Jahr — und 6,8 Millionen für Aktienoptionen

Quantum eMotion: 11.171 Dollar Umsatz im ganzen Jahr — und 6,8 Millionen für Aktienoptionen

Quantum eMotion baut Zufallsgeneratoren, die ihre Zufallszahlen aus echtem Quantenrauschen ziehen — eine ernstzunehmende Technik mit fünf Patentfamilien und Schutzrechten in rund einem Dutzend Ländern. Im vierten Quartal 2025 verbuchte die Firma aus Montreal ihren ersten Umsatz überhaupt: 11.171 kanadische Dollar. Im selben Jahr standen 10.983.407 CAD Aufwand dagegen, davon 6.833.609 CAD allein für aktienbasierte Vergütung — der mit Abstand größte Posten. 684.397 CAD des Forschungsbudgets von 1.073.747 CAD gingen an eine Firma, die einem Direktor gehört. Und auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2026 stimmten 47,05 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die Wiederwahl des Vorstandschefs. Keine Anlageberatung — nur die Frage, wem eine Firma zuerst nützt, solange sie noch kaum Kunden hat.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 13. August 2026

Schlusskurs
2,40 $ -0,80 %
Marktkapitalisierung
0,5 Mrd. $

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Quantum eMotion: 11.171 Dollar Umsatz im ganzen Jahr — und 6,8 Millionen für Aktienoptionen
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahres- und Zwischenberichte, 40-F/6-K)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 1,90 $ bis 4,40 $ · Letzter Kurs: 2,40 $ (Stand: 13. August 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt Wörter, die im Kopf das Rechnen abschalten. „Quanten“ ist so eines. Sobald es fällt, kippt die Aufmerksamkeit von der Frage „Was verdient die Firma?“ zu der Frage „Verstehe ich das überhaupt?“ — und wer etwas nicht versteht, prüft es auch nicht. Nennen wir das die Zauberwort-Falle: Ein Begriff klingt so groß, dass Nachfragen unhöflich wirkt. Quantum eMotion Corp. aus Montreal (NYSE American: QNC, parallel TSX Venture und Frankfurt) trägt das Zauberwort im Namen und im Produkt. Machen wir also einen Deal: Wir schalten das Rechnen wieder ein und lesen gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Jahresbericht (Formular 40-F) für 2025 vom 31. März 2026, den Zwischenbericht (Formular 6-K) zum 31. März 2026 vom 15. Mai 2026 und alles, was danach kam. Ein Bericht an die Börsenaufsicht ist unter Strafandrohung ehrlich. Dieser hier erzählt von einer echten Technik, einer erstaunlich sauberen Bilanz — und von einem Umsatz, der in ein Portemonnaie passt. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Quantum eMotion eigentlich macht — Würfel, die niemand vorhersagen kann

Jede Verschlüsselung steht und fällt mit dem Zufall. Ein Schlüssel ist nur so sicher wie die Zufallszahl, aus der er entsteht. Das Problem: Computer können nicht würfeln. Sie rechnen den Zufall nach — mit Formeln, die immer dasselbe Ergebnis liefern, wenn man den Startwert kennt. Fachleute nennen das Pseudozufall. Für den Alltag reicht das meistens. Für einen Angreifer mit sehr viel Rechenleistung nicht immer.

Quantum eMotion zapft deshalb eine andere Quelle an: das Rauschen in einem Halbleiter, das aus quantenmechanischen Effekten entsteht. Dieses Rauschen ist nach heutigem physikalischem Verständnis nicht vorhersagbar — auch nicht mit unendlich viel Rechenleistung. Das Gerät, das daraus Zahlen macht, heißt Quanten-Zufallszahlengenerator, kurz QRNG. Stell es dir vor wie einen Würfelbecher, bei dem selbst der Hersteller nicht weiß, was fällt.

Darum herum hat die Firma eine Produktfamilie gebaut: einen Entwicklungsbaukasten (SDK) für Programmierer, einen Cloud-Dienst, der Zufallszahlen auf Abruf liefert („Entropy as a Service“), Bausteine für Post-Quanten-Kryptografie und — seit dem 2. April 2026 zugekauft — die Plattform SecureKey, die kryptografische Schlüssel während ihrer Benutzung im Arbeitsspeicher schützt. Dazu kommt Hardware: Ein erster QRNG-Chip in 65-Nanometer-Technik wurde im Mai 2025 zur Fertigung gegeben, und mit dem taiwanischen Partner JMEM Tek entsteht ein „System on Chip“, das Zufallsquelle, Fingerabdruck-Funktion und quantensichere Verschlüsselung auf einem Baustein vereint.

Die Schutzrechte sind ordentlich: Der Jahresbericht listet fünf Patentfamilien. Bei den beiden ältesten sind Patente erteilt — jeweils zwei in den USA, dazu unter anderem in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Korea, den Niederlanden, Schweden und Spanien. Die drei jüngeren Familien, darunter die Technik für Kryptowährungs-Wallets, sind bislang nur angemeldet. Die Firma existiert seit 2007. Was sie bis Ende 2025 nicht hatte: einen einzigen Dollar Umsatz.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Quantum eMotion ist kein Fund aus unserem hauseigenen Aktien-Scanner — dafür fehlen der Firma schlicht die Kennzahlen, mit denen Scanner arbeiten. Auf den Tisch kam sie über zwei andere Wege. Erstens: Am 24. Februar 2026 begann die Aktie an der NYSE American zu handeln, unter demselben Kürzel QNC wie in Kanada; der Handel am amerikanischen Freiverkehr OTCQB wurde im Gegenzug eingestellt. Ein solcher Aufstieg macht eine Aktie für amerikanische Fonds erst investierbar — und für unsere Beobachtungsliste sichtbar.

Zweitens: Am 26. Juni 2026 meldeten Capital Ventures International und zwei Susquehanna-Gesellschaften gemeinsam 24.234.055 Aktien — 11,0 Prozent des Unternehmens. Als Stichtag nennt die Meldung den 18. Juni 2026. Wenn ein professioneller Handelshaus-Verbund gut ein Zehntel einer Firma hält, die noch fast keinen Umsatz macht, lohnt ein Blick in die Bücher. Was Quantum eMotion vom Nachbarn SEALSQ unterscheidet — ebenfalls quantensichere Chips, ebenfalls viel Fantasie —, ist die Bilanz: Bei QNC steht kein Schuldenberg, sondern ein Bankguthaben.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt: die Finanzlage. Zum 31. März 2026 wies Quantum eMotion ein Eigenkapital von 40.955.580 kanadischen Dollar aus, bei Gesamtverbindlichkeiten von 903.312 CAD. Das ist ein Verhältnis von rund 45 zu 1. Bankschulden gibt es keine, die größte Verbindlichkeit sind offene Lieferantenrechnungen. An Kasse und marktgängigen Anlagen lagen 36.920.613 CAD bereit — 21.665.000 CAD davon in kanadischen Festgeldern (GIC) mit 3,05 bis 3,30 Prozent Verzinsung, weitere 13,3 Millionen in einem täglich verfügbaren Konto zu 2,75 Prozent. Diese Zinsen sind übrigens der einzige Posten, an dem die Firma derzeit zuverlässig verdient: Im ersten Quartal 2026 brachten sie einen Finanzertrag von 298.879 CAD — das 28-Fache des Quartalsumsatzes.

Woher das Geld kommt, ist kein Geheimnis: aus zwei Kapitalerhöhungen im Jahr 2025 (10,0 Millionen CAD am 24. Februar, 12,0 Millionen am 2. Juni) und aus ausgeübten Optionsscheinen, die 2025 noch einmal 23.431.033 CAD in die Kasse spülten. Ein Kurs, der steigt, finanziert sich in diesem Modell selbst — solange er steigt.

Die Betriebsseite sieht anders aus. Der Verlust ist in den vergangenen zwei Jahren regelrecht explodiert:

Balkendiagramm der Quartalsverluste von Quantum eMotion in Millionen kanadischen Dollar: −0,49 (Q1/24), −0,73 (Q2/24), −0,60 (Q3/24), −1,15 (Q4/24), −3,35 (Q1/25), −1,52 (Q2/25), −1,69 (Q3/25), −4,35 (Q4/25), −3,59 (Q1/26). Alle Balken rot, der Verlust vervielfacht sich ab Anfang 2025.
Neun Quartale, neun rote Balken: Der Quartalsverlust wuchs von 0,49 Millionen kanadischen Dollar (Q1 2024) auf 4,35 Millionen (Q4 2025). Die Sprünge in Q1 2025 und Q4 2025 gehen fast vollständig auf aktienbasierte Vergütung zurück. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahres- und Zwischenberichte, 40-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

2024 lag der Jahresverlust bei 2.968.738 CAD. 2025 waren es 10.548.287 CAD — mehr als das Dreifache. Und im ersten Quartal 2026 kamen weitere 3.588.329 CAD dazu. Der aufgelaufene Verlustvortrag der Firma stand zum 31. März 2026 bei 30.265.039 CAD. Dass die Firma trotzdem gut dasteht, liegt nicht am Geschäft, sondern daran, dass sie mehr Geld eingesammelt hat, als sie bisher verbrennen konnte.

Auch die Mannschaft wuchs: von 5 Beschäftigten (31. März 2025) auf 13 (31. März 2026), verteilt auf 5 in der Forschung, 7 in der Verwaltung und 1 im Vertrieb. Dass in einem Technologieunternehmen mehr Menschen verwalten als forschen, ist eine Zahl, die man kurz sacken lässt.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Umsatz eines ganzen Jahres passt auf einen Kassenzettel

Die Anhangangabe Nummer 17 des geprüften Konzernabschlusses 2025 ist zwei Sätze lang und die wichtigste Zeile des ganzen Berichts:

„The Company achieved its first revenue of $11,171 in the final quarter of 2025. The revenues were based on royalty rates of 10 % and 5 % on partners’ sales, respectively from two partners.“

Übersetzung: „Das Unternehmen erzielte im letzten Quartal 2025 seinen ersten Umsatz in Höhe von 11.171 Dollar. Die Erlöse beruhten auf Lizenzsätzen von 10 Prozent und 5 Prozent auf die Verkäufe von zwei Partnern.“

— Quantum eMotion Corp., SEC-Jahresbericht 40-F für 2025, Konzernabschluss (Exhibit 99.2), Note 17 „Revenues“

Markierte Fundstelle aus dem SEC-Jahresbericht 40-F 2025 von Quantum eMotion, Note 17 Revenues: Der erste Umsatz der Firmengeschichte betrug 11.171 Dollar und fiel im vierten Quartal 2025 an.
Die Anhangangabe 17 des Konzernabschlusses 2025: der erste Umsatz der Firmengeschichte, 11.171 kanadische Dollar, angefallen im vierten Quartal 2025. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC EDGAR, Jahresbericht 40-F 2025 (Exhibit 99.2). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Im ersten Quartal 2026 wurde es kaum besser: 10.582 CAD, aufgeteilt in 8.343 CAD von Greybox Solutions (5 Prozent auf deren Verkäufe von 166.860 CAD) und 2.239 CAD von Krown Technologies (5 Prozent auf 42.534 CAD). Der Zwischenbericht kündigt an, dass der Satz bei Krown ab November 2026 auf 10 Prozent steigt — was aus 2.239 CAD dann eben 4.478 CAD machen würde, wenn der Partner gleich viel verkauft.

Um die Größenordnung greifbar zu machen: In den zwölf Monaten bis zum 31. März 2026 hat Quantum eMotion 21.753 kanadische Dollar eingenommen. Das ist weniger als ein Vierteljahresgehalt eines Verwaltungsmitarbeiters. Und es steht diesem Aufwand gegenüber:

Balkendiagramm der Aufwandsstruktur von Quantum eMotion 2025 in Millionen kanadischen Dollar: Aktienvergütung 6,83, Verwaltung 2,24, Forschung und Entwicklung 1,07, Marketing und Vertrieb 0,84 — und ganz rechts der gesamte Jahresumsatz mit 0,01.
Der größte Balken ist kein Produkt, sondern Vergütung in eigenen Aktien: 6,83 Millionen kanadische Dollar im Jahr 2025 — mehr als Verwaltung, Forschung und Marketing zusammen. Ganz rechts, kaum sichtbar, der gesamte Jahresumsatz von 0,01 Millionen (11.171 CAD). Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Jahres- und Zwischenberichte, 40-F/6-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Zwei Drittel des Forschungsbudgets gehen an die Firma eines Direktors

Der Konzernabschluss 2025 listet unter „Geschäfte mit nahestehenden Personen“ acht Positionen. Eine davon sticht heraus:

„Research and development costs of $684,397 (2024: $434,609) to Fileglobal, a company owned by a Director.“

Übersetzung: „Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 684.397 Dollar (2024: 434.609 Dollar) an Fileglobal, eine Firma im Eigentum eines Direktors.“

— Quantum eMotion Corp., SEC-Jahresbericht 40-F für 2025, Konzernabschluss (Exhibit 99.2), Note 13 „Related party transactions“

Markierte Fundstelle aus dem SEC-Jahresbericht 40-F 2025 von Quantum eMotion, Note 13: 684.397 Dollar Forschungs- und Entwicklungskosten gingen 2025 an Fileglobal, eine Firma im Eigentum eines Direktors.
Die Anhangangabe 13 zu Geschäften mit nahestehenden Personen: 684.397 kanadische Dollar Forschungskosten an Fileglobal — bei einem gesamten Forschungsaufwand von 1.073.747 CAD im Jahr 2025. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC EDGAR, Jahresbericht 40-F 2025 (Exhibit 99.2). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der gesamte Forschungsaufwand 2025 betrug 1.073.747 CAD. Von diesem Betrag gingen also rund 64 Prozent an eine einzige Gesellschaft, die einem Mitglied des eigenen Verwaltungsrats gehört. Im ersten Quartal 2026 setzte sich das fort: 239.108 von 399.305 CAD, also 60 Prozent. Zählt man alle Zahlungen an den Führungskreis zusammen — Gehälter, Honorare, Verwaltungsratsvergütungen, IT-Dienste und aktienbasierte Vergütung —, kommt man 2025 auf 5.066.313 CAD. Das ist rund das 453-Fache des Jahresumsatzes.

Wichtig zur Einordnung: Diese Zahlungen sind vollständig offengelegt, geprüft und in kanadischen Kleinunternehmen nicht ungewöhnlich — Gründer arbeiten oft über eigene Gesellschaften. Trotzdem bleibt die Frage, die sich jeder Aktionär stellen darf: Wer prüft, ob der Preis stimmt, wenn Auftraggeber und Auftragnehmer am selben Tisch sitzen? Auf der Hauptversammlung im Juni 2026 wurde der Betroffene, Larry Moore, nicht erneut als Direktor aufgestellt; die Meldung vom 22. Juni 2026 bezeichnet ihn als „Berater und ehemaligen Direktor“ und nennt zugleich die vorgezogene Ausübbarkeit von 125.000 Optionen für ihn.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der größte Kostenblock ist Papier — und der Optionstopf wächst jetzt automatisch mit

Aktienbasierte Vergütung ist kein Geldabfluss. Die Firma zahlt Mitarbeiter, Berater und Verwaltungsräte teilweise mit dem Recht, später Aktien zu kaufen. Buchhalterisch ist das trotzdem Aufwand — und bei Quantum eMotion war es 2025 mit 6.833.609 CAD der größte Posten überhaupt, größer als Verwaltung, Forschung und Marketing zusammen (4.149.798 CAD). Im ersten Quartal 2026 waren es 2.066.390 von 3.598.911 CAD Gesamtaufwand — obwohl in diesem Quartal keine einzige neue Option ausgegeben wurde. Der Aufwand stammt aus den 10.245.000 Optionen, die allein 2025 zugeteilt worden waren.

Der Preis dafür heißt Verwässerung — dein Stück vom Kuchen wird kleiner, weil ständig neue Stücke abgeschnitten werden. Die Zahlen: 135.502.838 Aktien Ende 2023, 164.652.838 Ende 2024, 218.588.670 Ende 2025, 219.369.670 zum 31. März 2026. Das sind rund 62 Prozent mehr Aktien in gut zwei Jahren. Dazu kommen 17.133.737 ausstehende Optionen (Durchschnitts-Ausübungspreis 0,97 CAD) und 7.250.000 Optionsscheine — zusammen 24,4 Millionen potenzielle neue Aktien, gut 11 Prozent des heutigen Bestands.

Und dann kam der 18. Juni 2026. Auf der Hauptversammlung wurde mit 97,52 Prozent Zustimmung beschlossen, den Optionsplan grundlegend umzubauen:

Markierte Fundstelle aus der SEC-Meldung 6-K vom 22. Juni 2026: Der Aktienoptionsplan von Quantum eMotion wird von einem festen Plan über höchstens 24.750.000 Aktien auf einen rollierenden Plan über bis zu 10 Prozent der jeweils ausstehenden Aktien umgestellt.
Der Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Juni 2026: aus einem festen Deckel von 24.750.000 Aktien wird ein rollierender Plan über bis zu 10 Prozent der jeweils ausstehenden Aktien — gemessen am Tag jeder Zuteilung. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC EDGAR, Bericht 6-K vom 22.06.2026. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Auf den ersten Blick sinkt der Spielraum sogar: 10 Prozent von 219.369.670 Aktien sind rund 21,9 Millionen statt 24,75 Millionen. Der Unterschied liegt in der Mechanik. Ein fester Deckel ist irgendwann erreicht; ein rollierender füllt sich bei jeder neuen ausgegebenen Aktie von selbst wieder auf. Wer Kapital aufnimmt, vergrößert damit automatisch auch den Optionstopf.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Fast die Hälfte der abgegebenen Stimmen ging gegen den eigenen Chef

Dieselbe Hauptversammlung am 18. Juni 2026 wählte alle fünf Kandidaten in den Verwaltungsrat. Das Abstimmungsprotokoll zeigt aber ein zweigeteiltes Bild. Catherine Loubier bekam 99,74 Prozent Zustimmung, David Teeple 97,20 Prozent, Tullio Panarello 96,54 Prozent. Und dann:

„Francis Bellido 25,173,943 · 52.95% · 22,366,076 · 47.05%“ — „John Young 24,506,954 · 51.55% · 23,033,065 · 48.45%“

Übersetzung: Für Francis Bellido stimmten 25.173.943 Aktien (52,95 Prozent), dagegen 22.366.076 (47,05 Prozent); für John Young 24.506.954 (51,55 Prozent), dagegen 23.033.065 (48,45 Prozent).

— Quantum eMotion Corp., SEC-Bericht 6-K vom 22.06.2026, „Report of Voting Results“ zur Hauptversammlung 18.06.2026

Francis Bellido ist der Vorstandschef, John Young ist Direktor und zugleich Chief Operating Officer der US-Tochter. Rechtlich sind beide gewählt — eine einfache Mehrheit reicht. Als Stimmungsbild ist das etwas anderes: Über 22 Millionen Stimmen gegen den eigenen Vorstandschef entsprechen rund 10 Prozent aller ausstehenden Aktien. Bei einer Firma, die ihren ersten Umsatz gerade erst gemeldet hat, ist das kein Formalienstreit.

Wer diese Stimmen abgegeben hat, steht in keinem Dokument. Acht Tage später meldeten Capital Ventures International und die Susquehanna-Gesellschaften ihre 11,0-Prozent-Beteiligung — mit dem 18. Juni 2026 als Stichtag, dem Tag der Hauptversammlung. Ein Zusammenhang lässt sich daraus nicht belegen. Die Größenordnung fällt trotzdem auf.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Der Risikohinweis, den der Abschlussprüfer nicht unterschrieben hat

Im Risikoteil des Jahresberichts steht ein Satz, der in jeder anderen Firma Alarm auslösen würde:

„If QeM fails to achieve profitability in future periods, the value of its Common Shares may decline. […] This risk is a factor which indicates a material uncertainty that may cast significant doubt on the Company’s ability to continue as a going concern.“

Übersetzung: „Wenn QeM in künftigen Perioden keine Profitabilität erreicht, kann der Wert der Stammaktien sinken. […] Dieses Risiko ist ein Faktor, der auf eine wesentliche Unsicherheit hinweist, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens aufwerfen kann, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.“

— Quantum eMotion Corp., SEC-Jahresbericht 40-F für 2025, Annual Information Form (Exhibit 99.1), Risk Factors, „Ability to Generate Profits“

Markierte Fundstelle aus dem SEC-Jahresbericht 40-F 2025 von Quantum eMotion, Risikofaktor Ability to Generate Profits: Das Risiko weise auf eine wesentliche Unsicherheit hin, die erhebliche Zweifel an der Fortführung des Geschäftsbetriebs aufwerfen könne.
Der Risikoabschnitt des Jahresberichts benennt eine „wesentliche Unsicherheit“ hinsichtlich der Unternehmensfortführung. Der Abschlussprüfer Richter LLP hat den Konzernabschluss 2025 dagegen ohne Einschränkung und ohne einen solchen Hinweis testiert. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC EDGAR, Jahresbericht 40-F 2025 (Exhibit 99.1). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und jetzt kommt der Teil, den man fairerweise dazusagen muss: Der Abschlussprüfer sieht das anders. Richter LLP aus Montreal hat den Konzernabschluss 2025 am 30. März 2026 ohne Einschränkung testiert und keinen Hinweis auf eine Unternehmensfortführungs-Unsicherheit aufgenommen. Der Abschluss selbst stellt ausdrücklich fest, er sei „auf Basis der Unternehmensfortführung“ erstellt. Das passt zur Bilanz: 36,9 Millionen CAD an flüssigen Mitteln gegen 0,9 Millionen CAD Verbindlichkeiten sind kein Fall für Zweifel.

Bemerkenswert bleibt der Widerspruch trotzdem — und er läuft in beide Richtungen. Im selben Zwischenbericht, in dem die Firma sieben Entwicklungsprojekte beschreibt, steht siebenmal der Satz, es gebe „derzeit keine wesentlichen Bedrohungen“ für die Fortführung dieser Projekte — fünfmal davon ausdrücklich mit Verweis auf die „starke Bilanz“. Zwei Dokumente, im Abstand von sechs Wochen bei derselben Behörde eingereicht, sagen also zwei verschiedene Dinge über dieselbe Firma. Das eine ist juristische Vorsicht, das andere ist Zuversicht im Managementbericht. Der Aktionär darf sich aussuchen, welchem Ton er glaubt — oder einfach auf die Bilanz schauen, die in diesem Fall dem Managementbericht recht gibt.

Bewertung: Wofür bezahlt der Markt hier eigentlich?

Bei einer Firma ohne nennenswerten Umsatz und ohne Gewinn versagen die üblichen Werkzeuge. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis rechnerisch schon — es läge im fünfstelligen Bereich und wäre damit keine Kennzahl mehr, sondern ein Scherz. Bleiben zwei Anker.

Erstens der Buchwert. Der Börsenwert lag am 13. August 2026 bei rund 529 Millionen US-Dollar, verteilt auf 219.369.670 Aktien. Das bilanzielle Eigenkapital betrug zum 31. März 2026 40.955.580 kanadische Dollar. Der Markt bezahlt also grob das Siebzehnfache dessen, was in der Bilanz steht. Anders gesagt: Von jedem investierten Dollar ist rund ein Siebzehntel durch Vermögen gedeckt, der Rest ist Erwartung.

Ein Hinweis zur Sorgfalt: Die Bilanz steht in kanadischen Dollar, die Notierung in US-Dollar. Kennzahlen, die beides direkt verrechnen — etwa der Altman-Z-Wert oder das Nettoumlaufvermögen je Aktie —, würden zwei Währungen mischen und werden hier deshalb bewusst nicht ausgewiesen. Auch das ist eine Lücke in der Datenlage, die man kennen sollte, statt sie zu überspielen.

Zweitens der Markt, den die Firma adressiert. Der Jahresbericht selbst nennt eine Zahl: Der weltweite Markt für QRNG-Chips habe 2024 bei rund 150 Millionen US-Dollar gelegen und solle bis 2033 auf 2 Milliarden wachsen. Selbst wenn das eintritt und Quantum eMotion daran einen sehr großen Anteil bekäme, müsste man diese Erwartung noch abzinsen — und bislang liegt der belegte Anteil bei 21.753 kanadischen Dollar in zwölf Monaten. Analystenschätzungen für Gewinn oder Umsatz existieren praktisch nicht; ein „Blick der Profis“ lässt sich hier nicht seriös zitieren.

Der Vergleich mit anderen Quanten-Werten hilft nur bedingt weiter. D-Wave Quantum etwa verkauft immerhin Rechenzeit und meldete zuletzt Millionenumsätze je Quartal — auch dort ist die Bewertung ambitioniert, aber es gibt eine Umsatzbasis, an der man rechnen kann. Bei Quantum eMotion ist die Basis so klein, dass jede Prozentrechnung darauf beliebig wird.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Quantum eMotion spricht:

  • Die Technik ist keine Präsentation, sondern belegt: fünf Patentfamilien, davon zwei mit erteilten Patenten in den USA und rund einem Dutzend weiterer Länder, dazu ein zur Fertigung gegebener QRNG-Chip in 65-Nanometer-Technik (Mai 2025).
  • Eine ungewöhnlich saubere Bilanz für ein Unternehmen dieser Größe: 40.955.580 CAD Eigenkapital gegen 903.312 CAD Verbindlichkeiten, keine Bankschulden (31.03.2026). Der Verwässerungsdruck der nächsten Jahre entsteht aus Optionen, nicht aus Not.
  • Der Rückenwind ist real: Post-Quanten-Kryptografie steht bei Behörden und Banken auf der Tagesordnung, die FIPS-140-3-Zertifizierung läuft, das kanadische Forschungsprogramm NRC IRAP sagte im März 2026 bis zu 600.000 CAD zu.
  • Der Aufstieg an die NYSE American (24.02.2026) öffnet den Kreis möglicher Investoren; institutionelle Halter kamen bereits hinzu, darunter der 11,0-Prozent-Block von Capital Ventures International und Susquehanna (Meldung 26.06.2026).
  • Die zugekaufte SecureKey-Plattform (April 2026) bringt ein fertiges Softwareprodukt statt einer weiteren Absichtserklärung — bezahlt wird sie überwiegend erfolgsabhängig.

Was dagegen spricht:

  • Nach fast zwanzig Jahren steht ein Zwölf-Monats-Umsatz von 21.753 kanadischen Dollar. Die vielen angekündigten Partnerschaften haben bislang zwei zahlende Partner hervorgebracht.
  • Der größte Aufwandsposten ist die eigene Aktienvergütung: 6.833.609 CAD im Jahr 2025, 2.066.390 CAD im ersten Quartal 2026 — Letzteres ohne eine einzige Neuzuteilung.
  • 64 Prozent des Forschungsbudgets 2025 gingen an eine Gesellschaft im Eigentum eines Direktors; die Gesamtvergütung des Führungskreises lag bei 5.066.313 CAD gegenüber 11.171 CAD Umsatz.
  • 47,05 Prozent der abgegebenen Stimmen gingen am 18.06.2026 gegen die Wiederwahl des Vorstandschefs, 48,45 Prozent gegen Direktor John Young — ein Vertrauensproblem, das nicht aus der Welt ist.
  • Die Aktienzahl stieg in gut zwei Jahren um rund 62 Prozent; der neue rollierende Optionsplan wächst künftig automatisch mit jeder ausgegebenen Aktie mit.
  • Die beiden zahlenden Partner sind selbst junge, nicht börsennotierte Firmen. Der Abschlussprüfer stufte gerade die Bewertung dieser Beteiligungen als „Key Audit Matter“ ein — bei Krown wurde ein Bewertungsabschlag von 35 Prozent angesetzt, „angesichts der jüngsten finanziellen Entwicklung und des Fehlens jüngerer Finanzierungsrunden“.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Zauberwort-Falle. Sie funktioniert deshalb so gut, weil sie sich wie Bescheidenheit anfühlt: „Das ist Quantenphysik, davon verstehe ich nichts, also frage ich lieber nicht nach.“ Der Trick besteht darin, zu merken, dass man gar keine Quantenphysik verstehen muss, um diese Firma zu beurteilen. Die entscheidenden Zahlen sind Grundschulmathematik: 11.171 gegen 10.983.407. 684.397 von 1.073.747. 22.366.076 gegen 25.173.943.

Und dann muss man ehrlich beide Seiten sehen. Quantum eMotion ist kein Luftschloss. Die Patente sind erteilt, der Chip ist in der Fertigung, die Kasse ist voll, es gibt keine Schulden, und der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss ohne Einschränkung testiert. Eine Firma, die 36,9 Millionen kanadische Dollar auf der hohen Kante hat und im Quartal zwei davon verbraucht, hat Zeit — mehr Zeit, als die meisten Kleinunternehmen an der Börse je bekommen.

Was die Firma nicht hat, ist der Beweis, dass jemand für ihre Technik bezahlen will. Zwei Partner, ein paar tausend Dollar Lizenzgebühr, ein Lizenzvertrag mit einer versprochenen Jahresgebühr von einer Million, die erst fließt, wenn der Partner überhaupt etwas verkauft. Das kann kippen — in beide Richtungen. Und während man auf diesen Beweis wartet, fließt das Geld der Aktionäre in einer Größenordnung an den eigenen Führungskreis, die man gesehen haben sollte, bevor man kauft.

Der ehrlichste Satz über diese Aktie steht damit nicht in unserer Analyse, sondern in ihrer eigenen Bilanz: Sie ist heute im Wesentlichen ein gut gefülltes Bankkonto mit einer sehr guten Idee daneben. Ob aus der Idee ein Geschäft wird, entscheiden die nächsten Quartalsberichte — nicht die nächste Pressemitteilung. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensinformationen und ausdrücklich keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien kleiner Unternehmen ohne belastbaren Umsatz können stark schwanken; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Quantum eMotion Corp. Alle Zahlen stammen aus den genannten Originaldokumenten und tragen den jeweils angegebenen Stichtag.

Unser Fazit auf einen Blick

Technologie und Schutzrechte positiv
Fünf Patentfamilien; bei zweien sind je zwei US-Patente erteilt, dazu Schutzrechte in rund einem Dutzend weiterer Länder, drei jüngere Familien sind angemeldet (Jahresbericht 40-F 2025). Der erste QRNG-Chip in 65-nm-Technik wurde im Mai 2025 zur Fertigung gegeben; die FIPS-140-3-Zertifizierung läuft. Die Technik ist keine Behauptung, sie ist dokumentiert.
Bilanz und Finanzierung positiv
40.955.580 CAD Eigenkapital gegen 903.312 CAD Gesamtverbindlichkeiten, keine Bankschulden, 36.920.613 CAD an Kasse und marktgängigen Anlagen (31.03.2026). Bei einem operativen Mittelabfluss von 2.081.397 CAD im ersten Quartal 2026 reicht das über Jahre — Kapitalnot ist derzeit nicht das Thema.
Kommerzialisierung negativ
Der erste Umsatz der Firmengeschichte fiel im vierten Quartal 2025 an: 11.171 CAD für das ganze Jahr, 10.582 CAD im ersten Quartal 2026. Nach fast zwanzig Jahren Entwicklung ist damit kein tragfähiges Geschäft belegt, sondern ein Anfang. Die Partnerschaften sind zahlreich, die daraus fließenden Beträge sind es nicht.
Aufwandsstruktur negativ
Größter Aufwandsposten 2025 war mit 6.833.609 CAD die aktienbasierte Vergütung — mehr als Verwaltung, Forschung und Marketing zusammen (4.149.798 CAD). Im ersten Quartal 2026 waren es 2.066.390 von 3.598.911 CAD Gesamtaufwand, obwohl in diesem Quartal keine einzige neue Option ausgegeben wurde.
Governance und nahestehende Personen negativ
684.397 CAD von 1.073.747 CAD Forschungsaufwand 2025 gingen an Fileglobal, eine Firma im Eigentum eines Direktors (Q1 2026: 239.108 von 399.305). Auf der Hauptversammlung am 18.06.2026 stimmten 47,05 Prozent gegen die Wiederwahl des CEO, 48,45 Prozent gegen Direktor John Young. Der Optionsplan wurde zugleich auf rollierende 10 Prozent der ausstehenden Aktien umgestellt.
Verwässerung negativ
Die Aktienzahl stieg von 135.502.838 (31.12.2023) auf 219.369.670 (31.03.2026) — rund 62 Prozent in gut zwei Jahren. Dazu kommen 17.133.737 Optionen und 7.250.000 Optionsscheine. Die Übernahme von SKV Technology kann weitere Aktien kosten: bis zu 7.000.000 CAD Meilensteinzahlungen sind wahlweise in Aktien zu leisten.

Quantum eMotion hat eine belegbare Technologie, eine ungewöhnlich saubere Bilanz — und praktisch keinen Umsatz. 21.753 kanadische Dollar in den zwölf Monaten bis 31. März 2026 stehen gegen einen Aufwand, der 2025 allein bei 10.983.407 CAD lag, davon 6.833.609 CAD aktienbasierte Vergütung. Wer hier investiert, kauft eine Wette darauf, dass aus Partnerschaften irgendwann Rechnungen werden. Die Governance-Befunde — zwei Drittel des Forschungsbudgets an eine Direktoren-Firma, 47 Prozent Gegenstimmen gegen den Vorstandschef — gehören zu dieser Wette dazu. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Die Bilanz trägt: 40,96 Millionen CAD Eigenkapital, 0,90 Millionen Verbindlichkeiten, keine Bankschulden, Kassenreichweite über Jahre — ein Substanzrisiko ist nicht belegt, der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss 2025 ohne Einschränkung und ohne Going-Concern-Hinweis testiert. Offen ist die entscheidende operative Frage: Nach fast zwanzig Jahren Entwicklung steht der Nachweis aus, dass sich diese Technik verkaufen lässt — 21.753 CAD in zwölf Monaten sind kein Geschäftsmodell, sondern ein Anfang. Dazu kommen zwei Befunde, die man nicht wegdiskutieren kann: Der größte Aufwandsposten ist die eigene Aktienvergütung, und ein erheblicher Teil des Forschungsbudgets fließt an eine Gesellschaft im Eigentum eines Direktors. Das ist kein Bilanz- oder Governance-Bruch, aber es ist ein Grund, jede Quartalszahl genau zu lesen.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger: Quantum eMotion ist seit dem 24.02.2026 an der NYSE American notiert; am 26.06.2026 meldeten Capital Ventures International und die Susquehanna-Gesellschaften 11,0 Prozent.
  • Datenstand: Jahresbericht 40-F für 2025 (eingereicht 31.03.2026), Zwischenbericht 6-K zum 31.03.2026 (eingereicht 15.05.2026), alle Meldungen bis 01.07.2026 durchgesehen; Marktdaten vom 13.08.2026.
  • Währungshinweis: Alle Bilanz- und Ergebniszahlen sind kanadische Dollar (IFRS), der Börsenwert ist in US-Dollar. Kennzahlen, die beides mischen — etwa Altman-Z oder das Nettoumlaufvermögen je Aktie —, werden deshalb bewusst nicht ausgewiesen.
  • Verwechslungsgefahr: Quantum eMotion (QNC) hat nichts mit Quantum Corporation (QMCO) oder QuantumScape (QS) zu tun; bis Juni 2021 hieß die Firma Quantum Numbers Corp.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 13. August 2026. Was sich seitdem bei QNC geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

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Häufige Fragen

Quantum eMotion baut Quanten-Zufallszahlengeneratoren. Verschlüsselung braucht echten Zufall; Computer können ihn nicht erzeugen, sie rechnen ihn nur nach. Die Firma zapft stattdessen ein physikalisches Quantenrauschen an. Dazu kommen Software-Bausteine: ein Entwicklungsbaukasten, ein Cloud-Dienst für Zufallszahlen und seit April 2026 die zugekaufte Schlüsselschutz-Plattform SecureKey.

Sehr wenig. Der erste Umsatz der Firmengeschichte fiel im vierten Quartal 2025 an und betrug 11.171 kanadische Dollar für das gesamte Jahr 2025. Im ersten Quartal 2026 kamen 10.582 CAD dazu. Beides sind Lizenzgebühren von zwei Partnern — Greybox Solutions und Krown Technologies —, berechnet als 5 Prozent von deren Verkäufen. Vor dem vierten Quartal 2025 gab es überhaupt keinen Umsatz.

Quantum eMotion ist eine kanadische Gesellschaft und meldet der US-Börsenaufsicht SEC über das vereinfachte MJDS-Verfahren: Jahresbericht auf Formular 40-F, Zwischenberichte als 6-K, Rechnungslegung nach dem internationalen Standard IFRS. Ein Quartalsbericht 10-Q existiert nicht. Alle Bilanz- und Ergebniszahlen stehen in kanadischen Dollar, während die Notierung an der NYSE American in US-Dollar läuft. Wer Bilanzgrößen mit dem Börsenwert vergleicht, mischt also zwei Währungen.

Nein, und nicht annähernd. 2025 stand ein Nettoverlust von 10.548.287 kanadischen Dollar zu Buche, 2024 waren es 2.968.738 CAD, im ersten Quartal 2026 weitere 3.588.329 CAD. Der größte Aufwandsposten 2025 war mit 6.833.609 CAD die aktienbasierte Vergütung — ein Aufwand ohne Geldabfluss, der aber die Aktienzahl erhöht. Der operative Mittelabfluss lag 2025 bei 4.072.332 CAD.

Zum 31. März 2026 hielt die Firma 36.920.613 kanadische Dollar an Kasse und marktgängigen Anlagen bei Gesamtverbindlichkeiten von 903.312 CAD und ohne Bankschulden. Der operative Mittelabfluss betrug im ersten Quartal 2026 rund 2,08 Millionen CAD. Das Management kündigt für 2026 Mehrausgaben von 5 bis 7 Millionen CAD gegenüber 2025 an. Selbst bei deutlich höherem Verbrauch reicht die Kasse damit über mehrere Jahre.

Auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2026 wurden alle fünf Kandidaten gewählt, aber sehr unterschiedlich deutlich: Drei bekamen zwischen 96,54 und 99,74 Prozent Zustimmung, CEO Francis Bellido dagegen nur 52,95 Prozent, Direktor John Young 51,55 Prozent. 22.366.076 Stimmen gingen gegen den Vorstandschef. Rechtlich war er damit gewählt; als Stimmungsbild zeigt es, dass ein großer Aktionärsblock die Führung nicht mitträgt.

Deutlich. Die Aktienzahl stieg von 135.502.838 Stück Ende 2023 auf 164.652.838 Ende 2024 und 218.588.670 Ende 2025; zum 31. März 2026 waren es 219.369.670. Das ist eine Zunahme um rund 62 Prozent in gut zwei Jahren. Hinzu kommen 17.133.737 Optionen und 7.250.000 Optionsscheine — zusammen weitere gut 11 Prozent, falls sie ausgeübt werden.

Nach klassischen Maßstäben lässt sich das kaum sagen, weil es kaum Umsatz und keinen Gewinn gibt. Der Börsenwert lag am 13. August 2026 bei rund 529 Millionen US-Dollar. Dem stehen 21.753 kanadische Dollar Umsatz der vergangenen zwölf Monate und ein Eigenkapital von 40.955.580 CAD (31.03.2026) gegenüber. Das entspricht rund dem Siebzehnfachen des Buchwerts; ein sinnvolles Umsatz- oder Gewinnvielfaches existiert nicht.

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