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PROG-Holdings-Aktie: Ein Gewinn, der die Erwartung um 122 Prozent schlug — und ein 424-Millionen-Zukauf, der im ersten Quartal Verlust machte

PROG-Holdings-Aktie: Ein Gewinn, der die Erwartung um 122 Prozent schlug — und ein 424-Millionen-Zukauf, der im ersten Quartal Verlust machte

PROG Holdings vermietet Sofas, Handys und Schmuck an Menschen ohne Kreditwürdigkeit — und steht gleich in zwei unserer Ranglisten (Stand 25. Juli 2026), weil das erste Quartal 2026 die Analystenerwartung um 122 Prozent übertraf. Wir haben den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht zum 31. März 2026 und vier Pflichtmitteilungen gelesen: 2,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Kurs-Gewinn-Verhältnis um 11 — aber auch ein schrumpfendes Kerngeschäft, ein für 424 Millionen gekaufter Bereich, der im ersten Quartal 7,5 Millionen Verlust vor Steuern schrieb, und ein Schuldendeckel, der eigens angehoben werden musste. Diese Analyse rechnet nach, was eine Überraschung wert ist, wenn man die Firma dahinter kauft.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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PROG-Holdings-Aktie: Ein Gewinn, der die Erwartung um 122 Prozent schlug — und ein 424-Millionen-Zukauf, der im ersten Quartal Verlust machte
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Zahl, die im Kopf sofort nach oben zeigt: „Gewinn schlägt Erwartung um 122 Prozent." Sie klingt wie ein Urteil über das Unternehmen — dabei ist sie zuerst ein Urteil über die Schätzung. Nennen wir sie die Überraschungs-Falle: Je tiefer die Latte lag, desto spektakulärer sieht der Sprung aus. PROG Holdings, Inc. (NYSE: PRG) steht heute in zwei unserer Ranglisten, weil das erste Quartal 2026 genau so einen Sprung lieferte: 0,89 US-Dollar verwässerter Gewinn je Aktie gegenüber 0,40 US-Dollar Konsens (Datenstand 25. Juli 2026). Bevor der Reflex übernimmt, machen wir einen Deal: Wir lesen gemeinsam nach, was in den Berichten steht — im Geschäftsbericht (10-K) für 2025, im Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 und in vier Pflichtmitteilungen (8-K) zwischen Dezember 2025 und Mai 2026. Dort steht der Grund für den Sprung, und dort steht auch der Preis: ein Zukauf für 424,2 Millionen US-Dollar, der im ersten Quartal 7,5 Millionen Verlust vor Steuern gemacht hat.

Treppe aus vier Balken mit den Zahlen 133, 280, 393 und 806 sowie einer offenen, rot gestrichelten fünften Stufe mit Fragezeichen
Neugeschäft im ersten Quartal 2026 in Millionen US-Dollar: Purchasing Power 133, Four 280, Progressive Leasing 393 — zusammen 806. Die offene Stufe ist der Gewinn des Zukaufs. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was PROG Holdings eigentlich macht — der Ratenkauf für Menschen ohne Kreditkarte

PROG Holdings sitzt in Draper (Utah), ist in Georgia eingetragen und beschäftigte zum 31. Dezember 2025 insgesamt 1.235 Menschen (1.151 bei Progressive Leasing, 15 bei Four, 69 in sonstigen Bereichen). Die Firma ist der Rest von Aaron's: Im Oktober 2020 wurde der Konzern geteilt, das Möbelhaus-Geschäft ging seinen eigenen Weg, und die Holding trug bis zum 23. November 2020 noch den Namen „Aaron's Holdings Company, Inc.". Was blieb, ist eine Finanztechnologie-Holding mit drei Bausteinen.

Progressive Leasing ist der Kern und machte 2025 rund 96 Prozent des Konzernumsatzes aus. Das Modell in Alltagssprache: Du stehst im Möbelhaus vor einer Couch für 1.200 US-Dollar, deine Bonität reicht für keine Ratenzahlung. Progressive kauft die Couch vom Händler und vermietet sie dir — mit wöchentlichen, zweiwöchentlichen oder monatlichen Zahlungen über maximal zwölf Monate. Zahlst du durch, gehört sie dir. Willst du nicht mehr, gibst du sie zurück, ohne Strafe. Angeboten wird das an rund 24.000 Partner-Standorten und Online-Shops in 45 Bundesstaaten, dem District of Columbia und Puerto Rico; eigene Läden hat Progressive keine. Verkauft werden vor allem Möbel, Haushaltsgeräte und Elektronik (58 Prozent des Segmentumsatzes 2025), Handys und Zubehör (16 Prozent) sowie Schmuck (15 Prozent).

Four ist das zweite Standbein: eine Buy-Now-Pay-Later-App, bei der ein Einkauf in vier zinsfreie Raten über rund sechs Wochen zerfällt. Die Tickets sind viel kleiner als beim Leasing, dafür kaufen die Kundinnen und Kunden häufiger. Wer den Vergleich sucht, findet ihn in unserer Analyse zu Sezzle, dem börsennotierten Reinvertreter dieses Geschäftsmodells. Dazu kommt MoneyApp, eine App für zinsfreie Gehaltsvorschüsse, die noch zu klein für ein eigenes Segment ist.

Purchasing Power, seit dem 2. Januar 2026 dabei, ist der neue dritte Baustein — und funktioniert anders: Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten ein freiwilliges Zusatzangebot, über das sie Markenware und Dienstleistungen kaufen und per Gehaltsabzug in sechs, zwölf oder achtzehn Monatsraten bezahlen, ohne Bonitätsprüfung. Über 360 Arbeitgeber-Partner sind angeschlossen.

Und damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, das sich durch jedes Kapitel zieht: Das große, profitable Kerngeschäft schrumpft — und der teuer gekaufte Ersatz verdient noch kein Geld, sondern kostet Zinsen.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

PRG steht gleich in zwei Ranglisten unseres hauseigenen Aktien-Scanners, beide mit Datenstand 25. Juli 2026: auf Platz 32 von 81 im Big-Earnings-Surprise-Scanner (US-Auswahl) und auf Platz 27 von 28 im Richard-Moglen-1-Week-Top-Performers-Scanner. Das Relative-Stärke-Rating liegt in beiden Listen bei 76 von 100. Diese Listen werden täglich neu berechnet — die Platzierungen von heute sind eine Momentaufnahme, kein Dauerzustand.

Zum Nachmachen: Beide Ranglisten stehen offen unter Scanner; die US-Auswahl schaltest du über den Länderfilter frei, sortiert wird nach dem Relative-Stärke-Rating.

Was die Einträge bedeuten, übersetzt und bewertet:

  • Gewinnüberraschung +122,5 Prozent. Gemeldet wurden am 29. April 2026 verwässerte 0,89 US-Dollar je Aktie, erwartet worden waren 0,40. Der Rückblick zeigt aber: Es war das fünfte Quartal in Folge über der Erwartung (+8,4 · +27,5 · +21,6 · +23,3 · +122,5 Prozent). Wer fünfmal hintereinander zu tief schätzt, hat nicht ein Unternehmen entdeckt, sondern ein Schätzmodell mit Schlagseite. Nüchtern bewertet: Das ist ein Hinweis auf Unterschätzung, kein Beleg für Wachstum — der Gewinn je Aktie stieg von 0,83 auf 0,89 US-Dollar, also um 7 Prozent.
  • Relative Stärke 76. Auf einer Skala bis 100 heißt das: besser als drei Viertel des Marktes, aber deutlich unter den Werten echter Momentum-Führer (90 aufwärts). Solide, nicht spektakulär.
  • Platz 27 von 28 in der Wochenliste. Ein ehrlicher Hinweis: In der Kurzfrist-Rangliste steht PRG ganz am Ende des Feldes. Der Titel ist dort mitgelaufen, nicht vorangelaufen.

Wichtig für die Einordnung: Der Gewinnsprung im ersten Quartal hat einen sichtbaren technischen Anteil. Im Ergebnis stecken erstmals ein Gewinn aus dem Verkauf abgeschriebener Leasingforderungen von 6,5 Millionen US-Dollar und ein Bewertungsgewinn auf die übernommenen Forderungen von 5,7 Millionen — zusammen 12,2 Millionen US-Dollar bei 47,6 Millionen Ergebnis vor Steuern.

Die Zahlen über die Jahre — was wirklich beeindruckt

Fangen wir mit dem an, was gut ist, denn davon gibt es einiges. PROG Holdings ist keine Verlustfirma auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, sondern ein Unternehmen, das seit Jahren dreistellige Millionenbeträge verdient.

Der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäften lag 2023 bei 2.339,4 Millionen US-Dollar, 2024 bei 2.399,1 Millionen und 2025 bei 2.409,2 Millionen — eine flache, aber stabile Linie. Das Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäften stieg 2025 auf 174,5 Millionen US-Dollar nach 163,4 Millionen im Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie betrug 2025 insgesamt 3,59 US-Dollar (2024: 4,53; 2023: 2,98). Der Ausreißer nach oben im Jahr 2024 hat einen Grund, den man kennen muss: Damals stand in der Steuerzeile ein Ertrag von 33,9 Millionen US-Dollar statt eines Aufwands — 2025 waren es wieder 50,2 Millionen Aufwand. Der Gewinnrückgang von 2024 auf 2025 ist also zu einem großen Teil ein Steuereffekt, kein operativer Einbruch.

Beeindruckend ist der Mittelzufluss: Der operative Cashflow sprang 2025 auf 335,0 Millionen US-Dollar nach 138,5 Millionen (2024) und 204,2 Millionen (2023). Der Haupttreiber ist allerdings ambivalent — weniger Neugeschäft heißt weniger Geld für den Einkauf von Leasingware. 153,9 Millionen US-Dollar weniger Warenkauf sind der größte Einzelposten dieses Sprungs.

Und dann ist da Four. Das kleine Segment ist das eindeutig Beste in dieser Bilanz:

Balkendiagramm des Bruttowarenwerts 2023 bis 2025: Progressive Leasing 1.796,6, 1.927,2 und 1.760,8 Millionen US-Dollar, Four 101,1, 301,6 und 736,5 Millionen
Der Bruttowarenwert (GMV) misst das Neugeschäft, nicht den Umsatz: Progressive Leasing fiel 2025 um 8,6 Prozent, Four wuchs um 144,2 Prozent. Quelle: Geschäftsbericht 10-K 2025, fortgeführte Geschäfte. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Bruttowarenwert — im Bericht „GMV" genannt, also der Warenwert des neu geschriebenen Geschäfts — stieg bei Four von 101,1 Millionen US-Dollar (2023) über 301,6 (2024) auf 736,5 Millionen (2025); im ersten Quartal 2026 waren es 280,0 Millionen, ein Plus von 133,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl aktiver Four-Kunden stieg zum Jahresende von 157.000 (2024) auf 486.000 (2025). Und Four verdient bereits Geld: 11,4 Millionen US-Dollar Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal 2026 bei 35,0 Millionen Umsatz.

Merksatz: Das kleinste Segment ist das gesündeste.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Das Kerngeschäft schrumpft, und zwar in jeder Kennzahl

Progressive Leasing steht für 96 Prozent des Umsatzes — und geht zurück. Das Neugeschäft fiel 2025 um 8,6 Prozent auf 1.760,8 Millionen US-Dollar. Die Zahl aktiver Kunden sank von 934.000 (Ende 2024) auf 838.000 (Ende 2025) und bis zum 31. März 2026 weiter auf 763.000 — ein Minus von 18 Prozent binnen fünfzehn Monaten. Der Segmentumsatz lag im ersten Quartal 2026 bei 596,9 Millionen US-Dollar nach 651,6 Millionen im Vorjahresquartal, also 54,7 Millionen weniger.

Drei Ursachen nennt der Bericht selbst: die Insolvenz von Big Lots Ende 2024 mit der Schließung fast aller Filialen im Jahr 2025, die Insolvenz des Möbelhändlers American Signature im November 2025 mit weiteren Schließungen im Jahr 2026 — und eine selbst verschärfte Kreditprüfung Anfang 2025. Die dritte Ursache ist die interessanteste, weil sie freiwillig war: Das Unternehmen hat Volumen geopfert, um die Ausfallquote im Griff zu behalten.

Und es gibt ein Klumpenrisiko obendrauf: Zwei einzelne Handelspartner brachten 2025 jeweils mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes. Wer welche das sind, steht nicht im Bericht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der 424-Millionen-Zukauf machte im ersten Quartal Verlust

Am 1. Dezember 2025 unterschrieb PROG den Kaufvertrag, am 2. Januar 2026 war er vollzogen. Der Wortlaut der Pflichtmitteilung:

„The aggregate consideration paid by the Purchaser to the Seller at the closing was approximately $420 million in cash, subject to customary adjustments. In addition, the Acquired Entity has approximately $330 million of non-recourse funding debt under its securitization and warehouse facilities that remained in place following the closing."

Übersetzung: „Der insgesamt beim Vollzug an den Verkäufer gezahlte Kaufpreis betrug rund 420 Millionen US-Dollar in bar, vorbehaltlich üblicher Anpassungen. Darüber hinaus hat die erworbene Gesellschaft rund 330 Millionen US-Dollar an nicht rückgriffsbehafteter Refinanzierung aus ihren Verbriefungs- und Lagerfazilitäten, die nach dem Vollzug bestehen blieben."

— PROG Holdings, SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 2. Januar 2026, Item 2.01

Markierte Fundstelle aus der 8-K-Pflichtmitteilung vom 2. Januar 2026 mit dem Kaufpreis von rund 420 Millionen US-Dollar in bar
Der Kaufpreis im Wortlaut. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 02.01.2026, Item 2.01. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Im Anhang des Quartalsberichts wird daraus die genaue Rechnung: 424,2 Millionen US-Dollar Gesamtgegenleistung, davon 216,2 Millionen an den Verkäufer, 199,3 Millionen zur Ablösung von dessen Schulden, 6,7 Millionen Transaktionskosten des Verkäufers und 2,0 Millionen auf ein Treuhandkonto. Von den erworbenen Werten entfallen 319,0 Millionen US-Dollar auf immaterielle Vermögenswerte (Kundenbeziehungen 258,0, Maklernetz 24,0, Marke 29,0, Technologie 8,0) und 110,7 Millionen auf den Firmenwert. Verwässerung — also ein kleineres Stück vom Kuchen für die Altaktionäre — gab es keine: Bezahlt wurde bar und mit Schulden.

Und was hat der Zukauf im ersten Quartal geliefert? Der Anhang schreibt es hin: 107,1 Millionen US-Dollar Umsatz und 7,5 Millionen Verlust. Dazu kamen 9,7 Millionen US-Dollar Transaktionskosten im Quartal (plus 2,2 Millionen bereits 2025) und 8,1 Millionen Abschreibungen auf die erworbenen Werte allein in diesem Quartal.

Balkendiagramm des Ergebnisses vor Steuern je Segment im ersten Quartal 2026: Progressive Leasing plus 52,0, Four plus 11,4, Purchasing Power minus 7,5 und Sonstige minus 8,3 Millionen US-Dollar
Vier Segmente, zwei Vorzeichen: Der 424-Millionen-Zukauf steht im ersten Quartal 2026 mit minus 7,5 Millionen US-Dollar in der Segmentrechnung. Quelle: Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Anhang Nr. 11. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Raten hängen an Gehaltsabrechnungen des Bundes

Purchasing Power zieht die Raten direkt vom Gehalt ein — das ist die Stärke des Modells und zugleich seine Sollbruchstelle. Der Quartalsbericht nennt als wichtigsten Bonitäts-Indikator der Forderungen, ob der Schuldner beim Bund beschäftigt ist, weil Bundesbedienstete den Abzug nach geltendem Recht einseitig beenden können. Und dann wird der Bericht sehr konkret:

„While customer payment delinquencies and write-offs for Purchasing Power are generally lower than those of Progressive Leasing due to Purchasing Power's payroll deduction and allotment repayment model, the recent federal government workforce disruptions, including DOGE workforce reductions and multiple government shutdowns, have resulted in elevated delinquencies and write-offs with Purchasing Power's current and former federal government employee-customers."

Übersetzung: „Obwohl Zahlungsrückstände und Abschreibungen bei Purchasing Power wegen des Gehaltsabzugs- und Zuweisungsmodells im Allgemeinen niedriger sind als bei Progressive Leasing, haben die jüngsten Störungen in der Bundesverwaltung — darunter Stellenabbau durch DOGE und mehrfache Haushaltssperren — zu erhöhten Zahlungsrückständen und Abschreibungen bei aktuellen und ehemaligen Bundesbediensteten unter den Kunden von Purchasing Power geführt."

— PROG Holdings, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Item 2 (Lagebericht)

Markierte Fundstelle aus dem Quartalsbericht zum 31. März 2026 über erhöhte Zahlungsrückstände bei Bundesbediensteten unter den Kunden von Purchasing Power
Das Klumpenrisiko im Wortlaut. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026, Item 2. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Zahlen: Die Risikovorsorge des Segments lag im ersten Quartal 2026 bei 12,96 Millionen US-Dollar — mehr als die Hälfte der gesamten Konzern-Risikovorsorge von 24,2 Millionen. Der Forderungsbestand des Bereichs beträgt zum 31. März 2026 387,6 Millionen US-Dollar, davon 203,0 Millionen zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für diese zum Zeitwert geführten Forderungen wird keine Risikovorsorge gebildet — Ausfälle laufen dort über Bewertungsänderungen, nicht über eine sichtbare Vorsorge-Zeile. Das macht die Entwicklung schwerer lesbar, nicht ungefährlicher.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Schuldendeckel musste angehoben werden

Vor dem Zukauf durfte die Nettoverschuldung höchstens das 2,5-Fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betragen — eine Bedingung im Kreditvertrag, deren Bruch die Banken zur sofortigen Fälligstellung berechtigt. Am Tag des Vollzugs wurde diese Grenze verschoben:

„The Fourth Amendment (i) revises the quarterly financial maintenance covenant to increase the maximum permitted total net leverage ratio to 3.25x during fiscal year 2026, 3.00x during fiscal year 2027 and 2.50x thereafter."

Übersetzung: „Die vierte Änderungsvereinbarung (i) passt die vierteljährliche Finanzkennzahl-Auflage an und erhöht die höchstzulässige Gesamt-Nettoverschuldungsquote auf das 3,25-Fache im Geschäftsjahr 2026, das 3,00-Fache im Geschäftsjahr 2027 und das 2,50-Fache danach."

— PROG Holdings, SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 2. Januar 2026, Item 1.01

Markierte Fundstelle aus der 8-K-Pflichtmitteilung vom 2. Januar 2026 über die Anhebung der höchstzulässigen Nettoverschuldungsquote auf das 3,25-Fache
Der angehobene Schuldendeckel im Wortlaut. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 02.01.2026, Item 1.01. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Bilanz zeigt, wofür der neue Spielraum gebraucht wurde. Die Bruttoverschuldung stieg von 600,0 Millionen US-Dollar (31. Dezember 2025) auf 943,7 Millionen (31. März 2026), die Kasse fiel im selben Zeitraum von 308,8 auf 69,4 Millionen. Zur Verschuldung gehören die alten 600 Millionen US-Dollar Anleihen zu 6,00 Prozent mit Fälligkeit 15. November 2029, ein neuer Terminkredit und erstmals 291,4 Millionen US-Dollar forderungsbesicherte Papiere aus dem Zukauf — darunter eine im Februar 2026 begebene Verbriefung über 220 Millionen mit Zinssätzen von 4,37 bis 7,54 Prozent je nach Rangklasse.

Immerhin: Das Unternehmen tilgt sichtbar. Vom 125-Millionen-Terminkredit wurden im ersten Quartal 75 Millionen freiwillig zurückgezahlt, und die 135 Millionen aus der Kreditlinie waren zum 31. März 2026 wieder auf null. Die Zinslast stieg trotzdem: 18,4 Millionen US-Dollar Zinsaufwand im ersten Quartal 2026 nach 10,0 Millionen im Vorjahresquartal.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Ausfälle sind eingepreist — und die Regeln können sich ändern

Ein Mietkauf-Anbieter für Kundschaft mit schwacher Bonität lebt davon, Ausfälle einzukalkulieren. PROG tut das offen:

Markierte Fundstelle aus dem Geschäftsbericht 2025 über die Abschreibung von Leasingware nach 120 Tagen und Abschreibungsquoten von 7,5, 7,5 und 6,7 Prozent
Abschreibung nach 120 Tagen, Zielband 6 bis 8 Prozent der Leasingerlöse. Hervorhebung von uns. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K 2025, Item 1. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Abschreibungsquote lag 2023 bei 6,7 Prozent der Leasingerlöse, 2024 und 2025 bei jeweils 7,5 Prozent — im oberen Drittel des eigenen Zielbands von 6 bis 8 Prozent. Im ersten Quartal 2026 waren es 7,3 Prozent. In absoluten Zahlen: 173,1 Millionen US-Dollar abgeschriebene Ware allein 2025.

Dazu kommt das Aufsichtsrisiko, das dieses Geschäftsmodell dauerhaft begleitet. Im April 2020 zahlte Progressive Leasing 175 Millionen US-Dollar an die US-Handelsaufsicht FTC, um Vorwürfe zu Werbe- und Vermarktungspraktiken beizulegen — ohne Schuldeingeständnis. Im dritten Quartal 2024 verlangte dieselbe Behörde erneut Unterlagen zum Nachweis der Einhaltung. Der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania klagte 2022 wegen fehlender Angaben auf Preisschildern; der Streit endete im Januar 2024 mit einem Vergleich. Fast jeder Bundesstaat reguliert Mietkauf eigenständig, und die strengeren Gesetze deckeln, was ein Anbieter oberhalb des Ladenpreises verlangen darf. Für Four kommt seit Dezember 2025 eine gemeinsame Untersuchung von sieben Generalstaatsanwälten zur Buy-Now-Pay-Later-Branche hinzu — Four selbst wurde dabei nicht angeschrieben. Wie eng dieser Rahmen für vergleichbare Anbieter werden kann, zeigt unsere Analyse zu World Acceptance.

Und noch ein Nachklang: Der Datendiebstahl bei Progressive Leasing aus dem Jahr 2023, bei dem auch Sozialversicherungsnummern abflossen, wurde am 6. Februar 2026 gerichtlich mit einem Vergleich über 3,3 Millionen US-Dollar abgeschlossen — bezahlt von der Cyber-Versicherung.

Was die Aktie kostet — Bewertung in Größenordnungen

Zum Datenstand 24. Juli 2026 lag der Börsenwert bei rund 1,75 Milliarden US-Dollar. Die Gegenprobe stimmt: 40.065.564 Aktien (Deckblatt des Quartalsberichts, Stand 24. April 2026) mal 43,71 US-Dollar Schlusskurs ergeben genau diesen Wert.

Daraus folgen als Größenordnungen: ein Kurs-Gewinn-Verhältnis um 11, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis um 0,7 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis um 2,3 bei einem Buchwert von 19,33 US-Dollar je Aktie. Übersetzt: Der Markt bezahlt für einen Dollar Jahresgewinn rund elf Dollar — deutlich weniger als für den durchschnittlichen US-Titel. Das ist der typische Abschlag für ein Geschäft, dessen Kundschaft als erste unter Druck gerät, wenn die Preise steigen.

Was die Profis sagen: Sieben Analystenstimmen ergeben ein mittleres Kursziel von 51,43 US-Dollar und eine Einschätzung von 4,29 auf einer Fünferskala. Das ist wohlwollend — und bei sieben Stimmen eine schmale Basis. Die Qualitätsmaße aus den Fundamentaldaten (Datenstand 25. Juli 2026): Piotroski-Wert 6 von 9 — okay, nicht gut; eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9. Der Altman-Z-Wert von 5,32 liegt klar über der kritischen Schwelle, die Eigenkapitalquote bei 46 Prozent, das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital bei 0,80. Die Aktie schwankt überdurchschnittlich (Beta 1,78) und bewegte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten zwischen 25,57 und 47,73 US-Dollar.

Die Dividende beträgt 0,14 US-Dollar je Aktie und Quartal (zuletzt erklärt am 25. Februar 2026), das sind rund 5,6 Millionen US-Dollar pro Quartal und eine Rendite in der Größenordnung von 1,3 Prozent zum genannten Datenstand.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Chancen

  • Four wächst dreistellig und verdient bereits Geld: 736,5 Millionen US-Dollar Neugeschäft 2025 (+144,2 Prozent), 11,4 Millionen Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal 2026.
  • Der Zukauf bringt einen Vertriebsweg, den PROG nicht hatte: über 360 Arbeitgeber-Partner und ein Maklernetz, dazu 263.000 aktive Kunden zum 31. März 2026 für den Verkauf weiterer Produkte.
  • Bewertung mit Sicherheitsabstand: Kurs-Gewinn-Verhältnis um 11, Kurs-Umsatz-Verhältnis um 0,7, Eigenkapitalquote 46 Prozent, Altman-Z 5,32 (Datenstand 25. Juli 2026).
  • Der Onlineanteil im Kerngeschäft wächst: 25,7 Prozent des Neugeschäfts im ersten Quartal 2026 nach 16,8 Prozent im Vorjahresquartal — dort ist PROG nicht von Filialschließungen abhängig.
  • Sichtbare Entschuldungs-Disziplin: 75 Millionen US-Dollar freiwillige Sondertilgung im ersten Quartal 2026, Kreditlinie wieder auf null.

Risiken

  • 96 Prozent des Umsatzes kommen aus einem Segment, dessen Neugeschäft, Umsatz und Kundenzahl gleichzeitig fallen.
  • Zwei Handelspartner stehen je für mehr als 10 Prozent des Konzernumsatzes; zwei weitere Partner sind seit Ende 2024 insolvent gegangen.
  • Der Zukauf schreibt bisher Verlust (minus 7,5 Millionen US-Dollar vor Steuern im ersten Quartal 2026) und hängt an Gehaltsabzügen, die Bundesbedienstete einseitig beenden können.
  • Bruttoverschuldung 943,7 Millionen US-Dollar bei 69,4 Millionen Kasse (31. März 2026), Zinsaufwand fast verdoppelt, Schuldendeckel eigens von 2,50 auf 3,25 angehoben.
  • Dauerhaftes Aufsichtsrisiko: 175 Millionen US-Dollar FTC-Vergleich (2020), erneutes Auskunftsersuchen (2024), Klage eines Generalstaatsanwalts (2022, verglichen 2024), Branchenuntersuchung zu Buy-Now-Pay-Later seit Dezember 2025.
  • Die Kundschaft ist strukturell die verwundbarste: Der Bericht nennt gestiegene Lebenshaltungs- und Kraftstoffkosten als Grund für schwächere Nachfrage und schlechteres Zahlungsverhalten.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Überraschungs-Falle vom Anfang. Die 122 Prozent, die PRG in unsere Rangliste getragen haben, sind echt gerechnet — und sie erzählen trotzdem nicht die Geschichte dieser Firma. Die Geschichte steht drei Klicks tiefer, in der Segmenttabelle des Quartalsberichts: Das Kerngeschäft verdient noch gutes Geld, wird aber jedes Quartal kleiner. Der Ersatz ist gekauft, teuer bezahlt und macht bisher Verlust. Dazwischen steht eine Bilanz, die sich um 344 Millionen US-Dollar mehr Schulden gestreckt hat und deren Schuldendeckel eigens angehoben werden musste.

Das ist keine Katastrophe. Es ist auch keine Wachstumsgeschichte. Es ist ein Umbau unter laufendem Betrieb — und Umbauten haben die Eigenschaft, dass man ihr Ergebnis erst hinterher sieht, die Rechnung aber sofort bekommt. Wer PRG kauft, kauft die Wette, dass Purchasing Power den Anlaufverlust in Gewinn dreht, bevor Progressive Leasing weiter schrumpft. Wer nicht kauft, verzichtet auf ein Unternehmen, das mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis um 11 und 46 Prozent Eigenkapitalquote wenig Fantasie und wenig Angst gleichzeitig einpreist.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Diese Analyse ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Unterlagen und ausdrücklich keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien können erheblich schwanken; ein Totalverlust ist möglich. Alle Zahlen tragen den Stichtag ihrer Quelle und können sich seither geändert haben. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in PROG Holdings, Inc.

Unser Fazit auf einen Blick

Ertragskraft & Bewertung positiv
174,5 Millionen US-Dollar Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Geschäften (2025) und 335,0 Millionen operativer Cashflow bei einem Börsenwert von rund 1,75 Milliarden — Kurs-Gewinn-Verhältnis um 11, Kurs-Umsatz-Verhältnis um 0,7, Eigenkapitalquote 46 Prozent (10-K 2025; Datenstand 24./25.07.2026).
Wachstum bei Four positiv
Neugeschäft 101,1 → 301,6 → 736,5 Millionen US-Dollar (2023–2025), im ersten Quartal 2026 weitere 280,0 Millionen (+133,6 Prozent); aktive Kunden 486.000 zum 31.12.2025; das Segment verdient bereits 11,4 Millionen vor Steuern (10-K 2025; 10-Q zum 31.03.2026).
Kerngeschäft Progressive Leasing negativ
96 Prozent des Umsatzes schrumpfen gleichzeitig in Volumen, Umsatz und Kundenzahl: Neugeschäft −8,6 Prozent auf 1.760,8 Millionen US-Dollar (2025), aktive Kunden 934.000 → 838.000 → 763.000 (31.12.2024 bis 31.03.2026); zwei Handelspartner stehen je für über 10 Prozent des Konzernumsatzes (10-K 2025; 10-Q zum 31.03.2026).
Zukauf Purchasing Power negativ
424,2 Millionen US-Dollar bar für einen Bereich, der im ersten Quartal 2026 bei 107,1 Millionen Umsatz 7,5 Millionen Verlust vor Steuern schrieb — belastet durch 9,7 Millionen Transaktionskosten, 8,1 Millionen Abschreibungen auf erworbene Werte und 12,96 Millionen Risikovorsorge (10-Q zum 31.03.2026, Anhang Nr. 2 und Nr. 11).
Verschuldung & Auflagen negativ
Bruttoverschuldung 600,0 → 943,7 Millionen US-Dollar und Kasse 308,8 → 69,4 Millionen zwischen 31.12.2025 und 31.03.2026; der Verschuldungs-Deckel im Kreditvertrag wurde am 02.01.2026 von 2,50 auf 3,25 (2026) angehoben; Zinsaufwand 18,4 nach 10,0 Millionen im Vorjahresquartal (8-K vom 02.01.2026; 10-Q zum 31.03.2026, Anhang Nr. 7).
Regulierung & Kundenqualität neutral
Abschreibungsquote 7,5 Prozent der Leasingerlöse (2025) im oberen Drittel des eigenen Zielbands von 6 bis 8 Prozent; dauerhafte Aufsicht durch FTC (175-Millionen-Vergleich 2020, erneutes Auskunftsersuchen 2024), Bundesstaaten und seit Dezember 2025 sieben Generalstaatsanwälte zur Buy-Now-Pay-Later-Branche (10-K 2025, Item 1 und Item 1A).

PROG Holdings ist kein Momentum-Titel im üblichen Sinn, sondern ein solide verdienendes Mietkauf-Geschäft mitten im Umbau: Das Kerngeschäft Progressive Leasing trägt 96 Prozent des Umsatzes und schrumpft in jeder Kennzahl, während die Buy-Now-Pay-Later-Tochter Four dreistellig wächst und der für 424,2 Millionen US-Dollar gekaufte Bereich Purchasing Power im ersten Quartal 2026 noch 7,5 Millionen Verlust vor Steuern schrieb. Bezahlt wurde nicht mit Aktien, sondern mit Schulden — die Bruttoverschuldung stieg auf 943,7 Millionen US-Dollar, und der Verschuldungs-Deckel musste angehoben werden. Wer hier kauft, kauft nicht die Gewinnüberraschung von 122 Prozent, sondern die Wette, dass der Anlaufverlust des Zukaufs schneller dreht, als das Kerngeschäft schrumpft. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Die Bewertung ist genügsam, das Geschäft verdient Geld — aber die entscheidende Zahl steht noch aus. Wer wartet, prüft im nächsten Quartalsbericht (10-Q) vier Zeilen: das Ergebnis vor Steuern des Segments Purchasing Power (zuletzt minus 7,5 Millionen US-Dollar), dessen Risikovorsorge (12,96 Millionen), das Neugeschäft von Progressive Leasing (zuletzt 393,0 Millionen im Quartal) und die Bruttoverschuldung (943,7 Millionen). Drehen die ersten beiden ins Positive, war der Zukauf richtig getimt; schrumpft die dritte weiter, kauft man Umbaurisiko zum Buchwert. Ein Gewinnsprung von 122 Prozent misst die Schätzung, nicht die Firma. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam PRG gleich doppelt: Platz 32 von 81 im hauseigenen Big-Earnings-Surprise-Scanner und Platz 27 von 28 im Richard-Moglen-1-Week-Top-Performers-Scanner (US-Auswahl, beide Stand 25. Juli 2026, Relative Stärke 76). Beide Ranglisten werden täglich neu berechnet.
  • Datenstand der Bewertungs- und Scanner-Kennzahlen ist der 24./25. Juli 2026; Bilanz- und Segmentzahlen stammen aus dem Quartalsbericht zum 31.03.2026 und dem Geschäftsbericht 2025. Der Börsenwert wurde gegengeprüft: 40.065.564 Aktien (10-Q-Deckblatt, 24.04.2026) mal 43,71 US-Dollar Schlusskurs vom 24.07.2026.
  • Verwechslungsgefahr: PROG Holdings ist nicht der Möbelhändler Aaron's (NYSE: AAN), von dem die Holding im Oktober 2020 getrennt wurde, und nicht der Biotechnik-Titel Precigen (Nasdaq: PGEN). Der Ticker PRG steht an der New York Stock Exchange.
  • Vive Financial, bis zum 20. Oktober 2025 ein eigenes Segment, wurde verkauft und wird als aufgegebener Geschäftsbereich geführt; alle Umsatz- und Ergebnisreihen dieser Analyse beziehen sich deshalb auf fortgeführte Geschäfte.

Häufige Fragen

PROG Holdings, Inc. (NYSE: PRG, Draper/Utah, 1.235 Beschäftigte zum 31.12.2025) betreibt drei Bereiche: Progressive Leasing vermietet Möbel, Haushaltsgeräte, Handys und Schmuck mit Kaufoption an Kundschaft mit schwacher Bonität — 96 Prozent des Konzernumsatzes von 2,409 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Four bietet Zahlung in vier zinsfreien Raten, Purchasing Power den Kauf per Gehaltsabzug über Arbeitgeber.

Weil das erste Quartal 2026 die Erwartung deutlich übertraf: 0,89 US-Dollar verwässerter Gewinn je Aktie gegenüber 0,40 US-Dollar Konsens, eine Abweichung von 122,5 Prozent. PRG steht damit auf Platz 32 von 81 im Big-Earnings-Surprise-Scanner und auf Platz 27 von 28 im Richard-Moglen-1-Week-Top-Performers-Scanner (US-Auswahl, beide Stand 25. Juli 2026, Relative Stärke 76). Die Listen werden täglich neu berechnet.

Am 2. Januar 2026 übernahm PROG den Anbieter Purchasing Power für 424,2 Millionen US-Dollar in bar; zusätzlich blieben 338,6 Millionen US-Dollar nicht rückgriffsbehaftete Refinanzierungsschulden bestehen. Purchasing Power lässt Beschäftigte von über 360 Arbeitgebern Markenware per Gehaltsabzug in sechs bis achtzehn Raten bezahlen. Auf immaterielle Werte entfielen 319,0 Millionen, auf den Firmenwert 110,7 Millionen.

Im ersten Quartal 2026 noch nicht. Der Anhang des Quartalsberichts weist für das Segment 107,1 Millionen US-Dollar Umsatz und 7,5 Millionen Verlust vor Steuern aus. Belastend wirkten 9,7 Millionen Transaktionskosten, 8,1 Millionen Abschreibungen auf erworbene Werte und eine Risikovorsorge von 12,96 Millionen US-Dollar, die der Bericht auf Stellenabbau und Haushaltssperren beim Bund zurückführt.

Die Bruttoverschuldung stieg vom 31. Dezember 2025 bis zum 31. März 2026 von 600,0 auf 943,7 Millionen US-Dollar, die Kasse fiel von 308,8 auf 69,4 Millionen. Kern sind 600 Millionen Anleihen zu 6,00 Prozent (fällig 15.11.2029), dazu ein Terminkredit und 291,4 Millionen forderungsbesicherte Papiere. Der Kreditvertrag erlaubt seit dem 2. Januar 2026 das 3,25-Fache statt des 2,50-Fachen an Nettoverschuldung.

Ja. Das Neugeschäft sank 2025 um 8,6 Prozent auf 1.760,8 Millionen US-Dollar, die Zahl aktiver Kunden von 934.000 (Ende 2024) auf 838.000 (Ende 2025) und bis zum 31. März 2026 auf 763.000. Gründe sind die Insolvenzen der Handelspartner Big Lots (Ende 2024) und American Signature (November 2025) sowie eine bewusst verschärfte Kreditprüfung Anfang 2025.

Die Quartalsdividende beträgt 0,14 US-Dollar je Aktie (zuletzt erklärt am 25. Februar 2026), im ersten Quartal 2026 also 5,6 Millionen US-Dollar. Aktien wurden dagegen weder im vierten Quartal 2025 noch im ersten Quartal 2026 zurückgekauft; von der am 21. Februar 2024 erneuerten Ermächtigung über 500 Millionen US-Dollar waren zum 31. März 2026 noch 309,6 Millionen offen. Sie läuft am 21. Februar 2027 aus.

Progressive Leasing zahlte im April 2020 einen Vergleich über 175 Millionen US-Dollar an die US-Handelsaufsicht FTC, die 2024 erneut Unterlagen zur Einhaltung anforderte. Der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania klagte 2022; der Streit endete im Januar 2024 mit einem Vergleich. Fast jeder Bundesstaat reguliert Mietkauf eigenständig, und seit Dezember 2025 untersuchen sieben Generalstaatsanwälte die Buy-Now-Pay-Later-Branche.

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