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10 Fehlalarme pro Rally: Warum das 5-Minuten-Todeskreuz 25 % unter dem Hoch aussteigt

10 Fehlalarme pro Rally: Warum das 5-Minuten-Todeskreuz 25 % unter dem Hoch aussteigt

Schneller ist nicht klüger: Das Todeskreuz auf 5-Minuten-Kerzen steigt im Median 25 % unter dem Hoch aus und liegt damit 14,7 Prozentpunkte hinter dem Tages-Kreuz. Nachgerechnet an 887 Millionen Kerzen aus 4.336 US-Aktien von 2010 bis Juli 2026.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 16 Min. Lesezeit
10 Fehlalarme pro Rally: Warum das 5-Minuten-Todeskreuz 25 % unter dem Hoch aussteigt
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Wer eine parabolisch steigende Aktie hält, kennt die Frage: Wann ist der Anstieg vorbei? Unsere Tages-Studie zum Parabel-Todeskreuz hat gezeigt, dass der Verkauf beim Kreuzen der gleitenden Tagesdurchschnitte GD10 und GD20 im Median etwas bringt – aber erst, nachdem mehr als die Hälfte des Absturzes bereits passiert ist. Die naheliegende Frage: Geht es mit den viel feineren 5-Minuten-Kerzen früher – und lässt sich das auch tatsächlich nutzen?

Wir haben dieselbe Kreuz-Logik auf 5-Minuten-Kerzen übertragen, in drei Zeit-Skalen gerechnet und dafür 887 Millionen Kerzen aus 4.336 US-Aktien ausgewertet. Die Antwort fällt ernüchternder aus, als die erste Zahl vermuten lässt: Das 5-Minuten-Kreuz ist schneller als das Tages-Kreuz – aber nicht klüger. Wer ihm in Echtzeit folgt, steigt im Median 25 Prozent unter dem Hoch aus.

Das Ergebnis in vier Zahlen

  • 10 Fehlalarme meldet die Hauptskala (6×) im Median, solange ein Anstieg noch läuft. Ganz alarmfrei bleiben 0,4 % der Anstiege.
  • −25,0 % unter dem Hoch liegt der Verkauf beim ersten Kreuz nach dem Tief – die einzige Regel dieser Studie, die sich in Echtzeit befolgen lässt.
  • −14,7 Prozentpunkte beträgt der Rückstand dieser Regel auf das träge Tages-Todeskreuz, bei 9,7 % Trefferquote.
  • +7,4 Prozentpunkte Vorteil – die einzige freundliche Zahl der Studie. Sie entsteht nur, wenn das Tageshoch bereits bekannt ist.

Im getesteten Zeitraum 2010 bis Juli 2026 zeigte sich damit ein unbequemer Befund: Das 5-Minuten-Kreuz bestätigt schnell, dass ein Hoch vorbei ist – erkennen kann es das Hoch nicht, solange es noch nicht feststeht. Als Regel, die man tatsächlich befolgen kann, ist es dem Tages-Kreuz klar unterlegen.

Zehn Fehlalarme, bevor das Hoch steht

Beginnen wir mit der Frage, die für einen Anleger zählt: Was erlebt jemand, der das 5-Minuten-Todeskreuz in Echtzeit befolgt – ohne zu wissen, wo das Hoch liegen wird? Dafür wurden zwei Größen gezählt: alle 5-Minuten-Kreuze WÄHREND des Anstiegs, also zwischen dem Tief und dem späteren Hoch – das sind die Fehlalarme, denen ein Halter ausgesetzt ist –, und das Ergebnis eines Verkaufs beim allerersten 5-Minuten-Kreuz nach dem Tief. Diese zweite Regel ist die einzige aus dieser Studie, die man am selben Tag umsetzen kann.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Während des Anstiegs erlebt ein Halter auf der Hauptskala (6×) im Median 10 falsche Abwärtskreuze, bevor das eigentliche Hoch erreicht ist – nur in 0,4 % der Fälle bleibt ein Anstieg komplett frei von Fehlalarmen. Auf der feinsten Skala (1×) sind es 70 Kreuze, auf der gröbsten (13×) nur 4; dort bleiben immerhin 2,6 % der Anstiege alarmfrei. Wer diesen Fehlalarmen gefolgt wäre, hätte in aller Regel viel zu früh verkauft.

Säulendiagramm der Fehlalarme während des Anstiegs auf der 6×-Skala: 0 Fehlalarme in 0,4 Prozent der Fälle, 1 bis 2 in 2,6 Prozent, 3 bis 5 in 12,1 Prozent, 6 bis 10 in 39,4 Prozent, 11 bis 20 in 45,4 Prozent und über 20 in 0,1 Prozent.
Bevor das echte Hoch erreicht ist, meldet die 6×-Skala im Median bereits zehn Todeskreuze. In 84,8 Prozent aller Anstiege sind es sechs bis zwanzig, ganz ohne Fehlalarm bleiben nur 0,4 Prozent. Quelle: eigener Backtest, 4.336 US-Aktien 2010–2026, 45.095 bereinigte Ereignisse. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wer stattdessen genau einmal handelt – beim allerersten 5-Minuten-Kreuz nach dem Tief –, verkauft im Median 25,0 % UNTER dem später erreichten Hoch (Skala 6×). Gegenüber dem Verkauf am Tages-Kreuz sind das 14,7 Prozentpunkte WENIGER, und nur in 9,7 % der Fälle schneidet diese Regel überhaupt besser ab als der Ausstieg am Tages-Kreuz. Auf der feinsten Skala (1×) fällt der Effekt noch drastischer aus (−27,9 % gegenüber dem Hoch, −18,1 Prozentpunkte gegenüber dem Tages-Kreuz, nur 3,9 % Trefferquote), auf der gröbsten (13×) etwas milder (−22,6 %, −11,6 Prozentpunkte, 16,7 % Trefferquote). Selbst bei STARK-Ereignissen, den kräftigsten Parabeln überhaupt, verkauft diese Regel im Median 52,0 % unter dem Hoch – 32,9 Prozentpunkte schlechter als am Tages-Kreuz, bei nur 3,6 % Trefferquote.

SkalaFehlalarme je Anstieg (Median)Anstiege ganz ohne Fehlalarm (%)Verkauf erstes Kreuz vs. Hoch (%)Nachteil vs. Tages-Kreuz (pp)Trefferquote (%)
1× (GD10/20)700,1−27,9−18,13,9
6× (GD60/120)100,4−25,0−14,79,7
13× (GD130/260)42,6−22,6−11,616,7
STARK (6×)−52,0−32,93,6
Balkendiagramm mit drei Skalen. Das Kreuz nach dem Hoch verkauft im Median 1,5 Prozent (1×), 2,6 Prozent (6×) und 4,3 Prozent (13×) unter dem Hoch, das Tages-Todeskreuz in allen drei Fällen 10,5 Prozent darunter, das erste Kreuz nach dem Tief dagegen 27,9, 25,0 und 22,6 Prozent unter dem Hoch.
Rückblickend betrachtet verkauft das Fünf-Minuten-Todeskreuz dicht unter dem Hoch — auf der 6×-Skala 2,6 Prozent darunter statt 10,5 Prozent beim Tages-Todeskreuz. Ohne Blick nach vorn kehrt sich das Bild um: Das erste Kreuz nach dem Tief liegt 25,0 Prozent unter dem Hoch, das der Halter erst Wochen später sehen wird. Quelle: eigener Backtest, 4.336 US-Aktien 2010–2026, je Skala 45.095 bereinigte Ereignisse. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Ein Fall zum Anfassen: Royal Caribbean, Winter 2025/26

Wie sich das anfühlt, zeigt ein einzelner Anstieg. Royal Caribbean (RCL) stieg vom Tief am 10. Dezember 2025 bei 256,79 $ bis zum Hoch am 9. Februar 2026 bei 344,40 $ – ein Plus von 34,1 % in 40 Handelstagen, bei einem Median-Tagesumsatz von 665 Millionen Dollar, also alles andere als ein illiquider Nebenwert. Das Tages-Todeskreuz kam am 24. Februar 2026 bei 313,20 $ und damit 9,1 % unter dem Hoch.

Auf der 6×-Skala meldete die Minutenreihe während dieses Anstiegs 13 Todeskreuze. Das erste davon – das einzige Signal, das ohne Blick nach vorn handelbar gewesen wäre – fiel auf den 16. Dezember 2025, 13:25 Uhr New Yorker Zeit, bei 277,53 $: 19,4 % unter einem Hoch, das erst acht Wochen später erreicht wurde. Das Kreuz, das im Rückblick das richtige war, kam am 11. Februar 2026 um 9:55 Uhr bei 344,17 $ – nur 0,07 % unter dem Hoch und damit 9,0 Prozentpunkte besser als das Tages-Kreuz. Nur: Welches der vierzehn Kreuze das richtige war, ließ sich erst hinterher sagen.

Datum Uhrzeit (New York) Kurs ($) Abstand zum späteren Hoch (%)
16.12.202513:25277,53−19,4
18.12.202513:00282,28−18,0
18.12.202515:35284,18−17,5
23.12.202511:35290,50−15,7
31.12.202511:30277,24−19,5
… und 8 weitere bis zum 5. Februar 2026−20,1 bis −5,0
11.02.2026 (erst nach dem Hoch)09:55344,17−0,07

Der Ex-ante-Vergleich ist ein exploratorischer Nachtrag: Er wurde erst nach Sichtung der Ergebnisse ergänzt und war nicht Teil des am 10. August 2026 vorregistrierten Designs; dokumentiert ist das im Design-Nachtrag vom 21. August 2026. Die ehrliche Kernbotschaft dieses Kapitels bleibt davon unberührt: Das 5-Minuten-Kreuz bestätigt ein Hoch schnell – aber es erkennt es nicht.

Die Glaskugel-Zahl: 10 Tage früher – wenn man das Hoch schon kennt

Warum gilt das 5-Minuten-Kreuz überhaupt als Frühwarnsystem? Weil es rückblickend glänzt. Dreht man die Rechnung um und fragt: Wenn eine Aktie eine Tages-Parabel gebildet hat und irgendwann das Tages-Todeskreuz erreicht – wie viel früher hätte ein 5-Minuten-Kreuz gewarnt, und wie viel besser wäre der Ausstiegspreis gewesen?, dann sieht das Bild glänzend aus. Untersucht wurden dazu alle 45.805 Tages-Ereignisse der Hauptmenge aus der Tages-Studie (3.626 Aktien), jeweils das erste 5-Minuten-Kreuz NACH dem bereits bekannten Tageshoch. Genau darin liegt der Haken: Die Konstruktion setzt das Hoch als bekannt voraus.

Für 45.804 dieser Ereignisse (Skala 6×, Hauptmenge) fand sich ein solches 5-Minuten-Kreuz; nach der weiter unten beschriebenen Reihenbruch-Bereinigung bleiben 45.095. Im Median lag das Minuten-Kreuz 10 Handelstage vor dem Tages-Kreuz (p25–p75: 8 bis 13 Tage), in 99,0 % aller Fälle überhaupt davor. Der Verkauf am 5-Minuten-Kreuz erfolgte im Median 2,6 % unter dem Tageshoch – der Verkauf erst am Tages-Kreuz dagegen 10,5 % darunter. Der Vorteil: +7,4 Prozentpunkte im Median brutto, +7,0 Prozentpunkte netto nach 0,4 % Kosten für den kompletten Rundgang. Im winsorisierten Mittel sind es +8,8 Prozentpunkte vor und +8,7 Prozentpunkte nach der Reihenbruch-Bereinigung, bei einer Trefferquote von 93,5 % brutto (netto 92,1 %, nach Bereinigung 93,8 %). Die mittlere Hälfte der Fälle (p25–p75) lag zwischen +3,7 und +12,3 Prozentpunkten Vorteil.

Skala Menge N Vorsprung Median (Handelstage) p25–p75 Quote „5m-Kreuz vor Tages-Kreuz“ (%) Verkauf 5m vs. Hoch (%) Verkauf Tages-Kreuz vs. Hoch (%) Vorteil Median (pp) Vorteil winsor. Mittel (pp) Trefferquote (%) Vorteil netto Median (pp) Fehlsignal Median (%) Fehlsignal > 5 pp (%)
1× (GD10/20) BASIS 57.505 10 8–13 99,2 −1,6 −11,2 +9,0 +10,5 95,8 +8,6 1,3 10,4
1× (GD10/20) HAUPT 45.805 10 8–13 99,3 −1,5 −10,5 +8,6 +10,1 96,3 +8,2 1,2 7,8
1× (GD10/20) STARK 1.854 11 9–13 99,6 −3,0 −19,0 +14,8 +16,4 95,7 +14,4 2,3 23,0
6× (GD60/120) BASIS 57.467 10 8–13 98,2 −2,9 −11,2 +7,5 +8,9 92,0 +7,1 1,7 15,7
6× (GD60/120) HAUPT 45.804 10 8–13 99,0 −2,6 −10,5 +7,4 +8,8 93,5 +7,0 1,6 12,2
6× (GD60/120) STARK 1.854 10 9–13 99,5 −5,1 −19,0 +12,8 +14,0 92,9 +12,4 3,2 32,4
13× (GD130/260) BASIS 57.320 9 7–12 96,7 −4,8 −11,2 +5,6 +6,7 85,5 +5,2 2,3 23,6
13× (GD130/260) HAUPT 45.799 9 7–12 98,4 −4,3 −10,5 +5,7 +6,8 87,6 +5,3 2,2 20,8
13× (GD130/260) STARK 1.853 9 8–12 99,1 −8,3 −19,0 +9,7 +10,7 88,0 +9,3 4,2 44,0

Der Vorteil skaliert mit der Stärke der Parabel: Bei STARK-Ereignissen (Anstieg mindestens 100 %, Hoch = 120-Tage-Hoch, N 1.854) wuchs er auf +12,8 Prozentpunkte bei 92,9 % Trefferquote. Die feinste Skala (1×, GD10/GD20) lieferte in der Hauptmenge +8,6 Prozentpunkte bei 96,3 % Trefferquote, die gröbste (13×, GD130/GD260) +5,7 Prozentpunkte bei 87,6 % – je feiner die Skala, desto größer der rückblickende Vorsprung, aber auch desto mehr Fehlalarme, wie das vorige Kapitel gezeigt hat. Ganz umsonst ist selbst dieser rückblickende Ausstieg nicht: Läuft die Parabel nach dem 5-Minuten-Kreuz noch weiter, kostet das im Median 1,6 % entgangenen Anstieg bis zum Tages-Kreuztag, in 12,2 % der Fälle mehr als 5 Prozentpunkte, und in 17,9 % der Fälle war dieser entgangene Anstieg sogar größer als der zuvor errechnete Vorteil selbst.

Zur Einordnung der Größenordnung: In der Tages-Studie selbst sparte der Verkauf am Tages-Kreuz gegenüber bloßem Halten im Median +5,0 Prozentpunkte nach 60 und +7,5 Prozentpunkte nach 120 Handelstagen; 51,5 % des gesamten Absturzes passierten dort erst nach dem Kreuz. Rückblickend betrachtet holt die 5-Minuten-Variante noch einmal rund 7 Prozentpunkte zusätzlich heraus.

Nur: 83 % dieser 5-Minuten-Kreuze liegen bereits am Handelstag nach dem Hoch, 95 % binnen zwei Handelstagen. Das beschreibt den Charakter des Signals genau – es bestätigt ein Hoch, das gerade eben stattgefunden hat, statt es vorherzusagen. Die zehn Handelstage Vorsprung sind deshalb eine theoretische Obergrenze dafür, was perfektes Timing maximal hätte herausholen können, keine Regel für den Depotalltag.

Als eigenständiges Signal: nur Rauschen

Das Bild bestätigt sich, wenn man das 5-Minuten-Kreuz ganz ohne Tages-Parabel betrachtet – also direkt im Minutentakt nach einer eigenständigen Parabel sucht (Anstieg von mindestens 30 % binnen rund drei Handelsstunden, gemessen auf der feinsten Skala 1×). Die Fallzahlen sind groß: 6.397 Ereignisse aus 1.667 Titeln in der Hauptmenge (1×), 20.143 auf der 6×-Skala, 33.155 auf der 13×-Skala. Auffällig: 36 % der 1×-Ereignisse stammen allein aus dem Jahr 2020 – eine deutliche Häufung durch die Corona-Rally, die bei der Einordnung mitgedacht werden muss. Die Zahlen dieses Kapitels sind ohne Handelskosten gerechnet; sie vergleichen zwei Wege mit derselben Aktie, nicht zwei unterschiedlich teure Strategien.

Für Halter, die beim eigenständigen 5-Minuten-Kreuz verkaufen statt zu halten, bringt das in der Hauptmenge (1×) kaum etwas: +0,2 Prozentpunkte nach 5 Handelstagen, −0,5 Prozentpunkte nach 20 und −4,9 Prozentpunkte nach 60 Handelstagen. In 49 bis 55 % der Fälle wäre der Ausstieg verfrüht gewesen, und das winsorisierte Mittel ist in jedem Horizont negativ.

Skala Horizont (Handelstage) N Verlust Verkauf am Kreuz vs. Hoch (median %) Verlust Halten (median %) Ersparnis Median (pp) Ersparnis winsor. Mittel (pp) Ersparnis positiv (%) Ausstieg verfrüht (%)
1× (GD10/20) 5 6.397 −6,2 −6,1 +0,2 −2,1 50,7 49,2
1× (GD10/20) 20 6.397 −6,2 −4,8 −0,5 −4,5 48,5 51,4
1× (GD10/20) 60 6.293 −6,3 −0,5 −4,9 −17,7 44,5 55,5
6× (GD60/120) 5 20.143 −8,2 −9,0 +0,7 −0,4 52,7 47,1
6× (GD60/120) 20 20.143 −8,2 −6,6 −1,5 −4,5 46,3 53,7
6× (GD60/120) 60 19.984 −8,3 −2,9 −5,3 −13,5 43,7 56,3
13× (GD130/260) 5 33.155 −9,0 −8,8 −0,2 −0,9 49,2 50,6
13× (GD130/260) 20 33.155 −9,0 −7,8 −1,1 −3,5 47,1 52,8
13× (GD130/260) 60 32.936 −9,0 −5,6 −3,6 −9,1 44,9 55,1
Skala Menge Horizont (Handelstage) N Verlust Verkauf am Kreuz vs. Hoch (median %) Verlust Halten (median %) Ersparnis Median (pp) Ersparnis winsor. Mittel (pp) Ersparnis positiv (%) Ausstieg verfrüht (%) Gesamtabsturz Median (%) Anteil Absturz nach Kreuz Median (%)
1× (GD10/20) BASIS 60 15.532 −8,4 −16,5 +6,9 −4,6 56,6 43,4 −36,9 74,9
1× (GD10/20) HAUPT 60 6.293 −6,3 −0,5 −4,9 −17,7 44,5 55,5 −28,9 77,7
1× (GD10/20) STARK 60 146 −10,9 −17,5 +4,2 +5,5 54,1 45,9 −36,1 69,1

Der Grund liegt auf der Hand: Nach dem eigenständigen 5-Minuten-Kreuz steigt der Kurs im Median weiter – in der Hauptmenge (1×) um +0,5 % nach 20 und +5,1 % nach 60 Handelstagen. Der S&P 500 legte im selben Fenster im Median +7,3 % zu; je nach Skala und Horizont blieben die betroffenen Titel der Hauptmenge in 52 bis 56 % der Fälle hinter dem Index zurück.

Skala Horizont (Handelstage) N Titel Median (%) S&P 500 Median (%) Überrendite Median (pp) Überrendite winsor. Mittel (pp) Titel schlechter als Index (%)
1× (GD10/20) 5 6.397 −0,2 +0,9 −1,1 +1,0 53,6
1× (GD10/20) 20 6.397 +0,5 +2,9 −2,6 +0,5 55,0
1× (GD10/20) 60 6.276 +5,1 +7,3 −1,6 +10,2 51,8
6× (GD60/120) 5 20.143 −0,7 +0,6 −1,6 −0,5 56,2
6× (GD60/120) 20 20.143 +1,7 +2,8 −1,8 +1,4 53,9
6× (GD60/120) 60 19.947 +5,9 +7,3 −2,2 +6,9 52,7
13× (GD130/260) 5 33.155 +0,2 +0,6 −0,6 +0,2 53,1
13× (GD130/260) 20 33.155 +1,2 +2,3 −1,1 +1,4 52,8
13× (GD130/260) 60 32.898 +3,9 +6,6 −2,9 +3,8 53,8

Nur die illiquide BASIS-Menge und die kleine STARK-Menge zeigen bei einzelnen Horizonten einen leicht positiven Median – bei winsorisiertem Mittel nahe null oder negativ. Nennenswert positiv im winsorisierten Mittel bleibt allein die kleine STARK-Menge der 1×-Skala: +2,9 Prozentpunkte nach 5, +7,2 nach 20 und +5,5 nach 60 Handelstagen (Median nach 20 Handelstagen +4,9 Prozentpunkte) – allerdings bei nur 152, 152 und 146 Ereignissen. Daneben liegt einzig 13× STARK über 5 Handelstage mit +0,8 Prozentpunkten (652 Ereignisse) über null. Das sind zu wenige Fälle und zu kleine Ausschläge, um daraus eine Regel zu machen. Das Fazit deckt sich mit dem Ex-ante-Befund: Ein Kreuz auf Minutenkerzen allein ist Rauschen, egal ob man es als eigenständiges Signal oder als Echtzeit-Regel nach dem Tief einsetzt. Seinen einzigen Wert hat es rückblickend, als Bestätigung nach einer bereits bekannten Tages-Parabel.

Wann wieder eindecken? Das Short-Rezept ist tot

Eine naheliegende Frage: Wenn man am 5-Minuten-Kreuz shortet, wann deckt man wieder ein? Reicht eine feste Haltedauer, oder ist ein Rückkreuz der gleitenden Durchschnitte der bessere Auslöser? Getestet wurde ein systematischer Ausstiegs-Sweep auf der Hauptskala 6×, Hauptmenge, mit 19.984 Ereignissen (159 weitere ohne vollständiges 60-Handelstage-Fenster wurden ausgeschlossen, damit alle Varianten auf derselben Ereignismenge rechnen). Alle Kennzahlen dieses Kapitels sind netto nach 0,4 % Kosten für den kompletten Rundgang ausgewiesen. Identische Ereignismenge und identisches Kostenmodell für jede Variante sind zwei der bindenden Fair-Play-Regeln des vorregistrierten Designs; die dritte, das Verbot des Blicks in die Zukunft, steht dort wörtlich so:

„Kein Look-ahead: Der Trigger wird auf dem Schlusskurs einer Kerze erkannt, die Ausführung erfolgt frühestens auf der Kerze danach. Das ist strenger als die bestehenden Stop-Spalten (die auf dem Schluss der Auslöser-Kerze rechnen) und entsprechend etwas ungünstiger — bewusst, weil ein gleitender Durchschnitt erst mit dem Schlusskurs feststeht, auf dem sonst gehandelt würde.“

— vorregistriertes Studien-Design, 10.08.2026

Feste Haltedauern brachten im Netto-Median +0,4 % nach 5, −1,2 % nach 10, −2,2 % nach 20 und −6,3 % nach 60 Handelstagen – und in allen 20 getesteten Varianten dieses Sweeps war das winsorisierte Mittel negativ, egal ob Haltedauer, Rückkreuz, Gewinnziel oder Stop.

Variante N Haltedauer Median (Tage) Auslöser-Quote (%) netto-Median (%) netto winsor. Mittel (%) netto-Trefferquote (%)
Feste Haltedauer 5 Tage 19.984 5 +0,4 −0,8 51,3
Feste Haltedauer 10 Tage 19.984 10 −1,2 −3,0 46,3
Feste Haltedauer 20 Tage 19.984 20 −2,2 −5,5 45,6
Feste Haltedauer 60 Tage 19.984 60 −6,3 −15,6 43,2
Rückkreuz Signalpaar, Deckel 10 Tage 19.984 1 99,8 −1,3 −0,7 36,8
Rückkreuz Signalpaar, Deckel 20 Tage 19.984 1 100,0 −1,3 −0,7 36,8
Rückkreuz Signalpaar, Deckel 60 Tage 19.984 1 100,0 −1,3 −0,7 36,8
Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 10 Tage 19.984 0 100,0 −0,6 −0,5 34,3
Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 20 Tage 19.984 0 100,0 −0,6 −0,5 34,3
Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 60 Tage 19.984 0 100,0 −0,6 −0,5 34,3
Gewinnziel 10 %, Deckel 10 Tage 19.984 10 51,5 +7,9 −1,1 60,5
Gewinnziel 10 %, Deckel 20 Tage 19.984 10 61,5 +9,3 −1,9 66,3
Gewinnziel 10 %, Deckel 60 Tage 19.984 10 73,4 +9,6 −5,4 74,6
Gewinnziel 20 %, Deckel 10 Tage 19.984 10 21,3 −0,3 −2,0 49,1
Gewinnziel 20 %, Deckel 20 Tage 19.984 20 31,8 +0,6 −3,9 51,1
Gewinnziel 20 %, Deckel 60 Tage 19.984 60 49,0 +12,6 −10,5 56,4
Vergleich: Stop 10 %, 20 Tage 19.984 9 66,3 −10,6 −3,0 28,4
Vergleich: Stop 15 %, 20 Tage 19.984 17 54,2 −15,5 −3,9 34,8
Vergleich: Stop 20 %, 20 Tage 19.984 20 43,8 −8,5 −4,4 39,0
Vergleich: Trailing-Stop 15 %, 20 Tage 19.984 6 86,7 −4,5 −1,7 37,6

Das erste Aufwärts-Rückkreuz des schnellen Paars GD10/GD20 brachte im Netto-Median −0,65 %, bei einer Haltedauer von 0 Tagen im Median (die Position kreuzt meist noch am selben Handelstag zurück), einer Auslöser-Quote von 100 % und einer Trefferquote von nur 34 %. Das Rückkreuz des Signalpaars GD60/GD120 selbst schnitt mit −1,3 % im Median, einem Tag Haltedauer, 100 % Auslöser-Quote und 36,8 % Trefferquote ähnlich ab. Ein Gewinnziel von 10 % mit Deckel bei 60 Handelstagen sah auf den ersten Blick gut aus – Median +9,6 %, Trefferquote 74,6 %, Haltedauer 10 Tage, in 73,4 % der Fälle löste das Ziel selbst aus –, aber das winsorisierte Mittel lag bei −5,4 %: Die Gewinne sind durch das Ziel gedeckelt, die Verluste nicht. Bei einem 20-Prozent-Ziel wiederholt sich das Muster: +12,6 % Median bei 56,4 % Trefferquote, aber −10,5 % winsorisiertes Mittel. Stops verschlimmerten die Lage zusätzlich: Ein 10-Prozent-Stop brachte −10,6 %, ein 15-Prozent-Stop −15,5 %, selbst ein 15-Prozent-Trailing-Stop noch −4,5 % im Netto-Median. Jede dieser Varianten rechnet auf denselben 19.984 Ereignissen.

Die Sensitivitätsrechnung bestätigt das Bild: Auf den Skalen 1× und 13× zeigt sich dasselbe Muster. Einzig die kleine STARK-Menge auf der 6×-Skala (N 371) zeigt bei festen Haltedauern positive Mediane von +3 bis +8 % – bei einem winsorisierten Mittel nahe null. Ein früherer Testlauf auf nur 58 geladenen Titeln hatte für die 10-Tage-Haltedauer noch +5 % suggeriert; auf der vollen Datenbasis ist dieser Effekt verschwunden – eine Lehrbuch-Warnung vor Schlussfolgerungen aus Kleinstichproben.

Skala / Menge Variante N Haltedauer Median (Tage) Auslöser-Quote (%) netto-Median (%) netto winsor. Mittel (%) netto-Trefferquote (%)
1× HAUPT Feste Haltedauer 5 Tage 6.293 5 −0,2 −2,7 49,4
1× HAUPT Feste Haltedauer 10 Tage 6.293 10 +0,2 −1,2 50,4
1× HAUPT Feste Haltedauer 20 Tage 6.293 20 −1,0 −5,4 47,8
1× HAUPT Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 60 Tage 6.293 0 100,0 −1,0 −0,7 34,0
1× HAUPT Rückkreuz Signalpaar, Deckel 60 Tage 6.293 0 100,0 −1,0 −0,7 34,0
1× HAUPT Gewinnziel 10 %, Deckel 60 Tage 6.293 5 75,0 +9,7 −5,5 76,5
1× HAUPT Gewinnziel 20 %, Deckel 60 Tage 6.293 39 55,0 +18,5 −10,3 61,2
1× HAUPT Vergleich: Trailing-Stop 15 %, 20 Tage 6.293 2 88,6 −6,0 −2,6 35,0
13× HAUPT Feste Haltedauer 5 Tage 32.936 5 −0,6 −1,4 47,4
13× HAUPT Feste Haltedauer 10 Tage 32.936 10 −1,5 −2,9 45,2
13× HAUPT Feste Haltedauer 20 Tage 32.936 20 −1,6 −4,4 46,3
13× HAUPT Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 60 Tage 32.936 0 100,0 −0,6 −0,4 32,6
13× HAUPT Rückkreuz Signalpaar, Deckel 60 Tage 32.936 3 100,0 −1,8 −1,0 35,4
13× HAUPT Gewinnziel 10 %, Deckel 60 Tage 32.936 14 70,4 +9,6 −4,2 72,0
13× HAUPT Gewinnziel 20 %, Deckel 60 Tage 32.936 60 44,9 +5,5 −8,0 54,2
13× HAUPT Vergleich: Trailing-Stop 15 %, 20 Tage 32.936 8 81,8 −4,6 −2,0 36,5
6× STARK Feste Haltedauer 5 Tage 371 5 +3,1 −0,4 58,0
6× STARK Feste Haltedauer 10 Tage 371 10 +4,4 +0,3 56,9
6× STARK Feste Haltedauer 20 Tage 371 20 +5,4 −0,4 55,5
6× STARK Rückkreuz GD10/GD20, Deckel 60 Tage 371 0 100,0 −0,8 −0,6 37,7
6× STARK Rückkreuz Signalpaar, Deckel 60 Tage 371 1 100,0 −1,2 −1,1 41,2
6× STARK Gewinnziel 10 %, Deckel 60 Tage 371 4 81,7 +9,7 −0,6 82,5
6× STARK Gewinnziel 20 %, Deckel 60 Tage 371 19 65,0 +19,3 −4,4 70,6
6× STARK Vergleich: Trailing-Stop 15 %, 20 Tage 371 2 91,6 −4,6 −1,3 40,2

Damit trägt keine einzige der geprüften Varianten. Der Median sieht bei den Gewinnziel-Varianten freundlich aus, doch sobald man den robusten Durchschnitt über alle Trades betrachtet, kippt jede von ihnen ins Minus – seltene Short-Squeezes fressen die vielen kleinen Gewinne auf. Das ist derselbe Median-gegen-Mittelwert-Effekt, den schon die Tages-Studie gezeigt hat.

So haben wir gerechnet

Datengrundlage sind 5-Minuten-Kursreihen von 4.336 US-Aktien mit auswertbarem Minutenbestand; geladen wurden 4.361 Titel, mindestens ein Ereignis weisen 4.164 davon auf. Das Universum umfasst alle Titel mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 300 Millionen Dollar an irgendeinem Monatsultimo 2020, survivorship-frei einschließlich delisteter Titel. Der Zeitraum reicht von 2010 bis Juli 2026; geladen wurden dabei rund 887 Millionen 5-Minuten-Rohkerzen. Gewertet wird ausschließlich die reguläre Handelszeit von 9:30 bis 15:55 Uhr New Yorker Zeit; nach diesem Filter bleiben 788.154.029 Kerzen übrig. Das sind 78 Kerzen an einem regulären Handelstag und 42 an einem Kurztag; im Zeitraum liegen 34 solcher Kurztage. Der Kurztag-Kalender wurde marktweit aus dem Handelsumsatz abgeleitet und zusätzlich mit der bekannten US-Feiertagsregel abgeglichen, damit kein Kurztag verlorengeht.

Die Kreuz-Logik ist ein direkter Übertrag der Tages-Studie, nur auf Minutenbasis: Ein gleitender kurzer Durchschnitt (GD) kreuzt einen langen Durchschnitt nach einem beschleunigten Anstieg von oben nach unten. Weil „GD10/GD20“ auf 5-Minuten-Kerzen nur wenige Handelsstunden abdeckt, wurde zusätzlich auf zwei gröberen Skalen gerechnet: 6× (GD60/GD120, entspricht in etwa der Reaktionszeit der Tages-Skala) und 13× (GD130/GD260). Kursreihen wurden über den Tagesfaktor adjustiert, dieselben Datenbruch-, Split-Verdachts- und Lücken-Wächter wie in der Tages-Studie kamen zum Einsatz, dazu ein neuer Wächter für Adjustierungslücken zwischen Minuten- und Tagesreihe. Die Mengenstufen heißen wie gewohnt BASIS (Hygiene sauber), HAUPT (BASIS plus Dollarvolumen-Median mindestens 1 Million Dollar) und STARK (HAUPT plus Anstieg mindestens 100 % und Hoch = 120-Tage-Hoch).

Skala Menge N inkl. Randfall Randfall ausgeschlossen N
1× (GD10/20) BASIS 15.999 208 15.791
1× (GD10/20) HAUPT 6.481 84 6.397
1× (GD10/20) STARK 161 9 152
1× (GD10/20) Alle Ereignisse 17.829 477 17.352
6× (GD60/120) BASIS 36.706 237 36.469
6× (GD60/120) HAUPT 20.275 132 20.143
6× (GD60/120) STARK 398 14 384
6× (GD60/120) Alle Ereignisse 39.111 642 38.469
13× (GD130/260) BASIS 50.827 248 50.579
13× (GD130/260) HAUPT 33.318 163 33.155
13× (GD130/260) STARK 679 27 652
13× (GD130/260) Alle Ereignisse 53.435 730 52.705
Skala Grund N
1× (GD10/20) Datenbruch 127
1× (GD10/20) Split-Verdacht 1.059
1× (GD10/20) Lücken > 10 Kalendertage 152
1× (GD10/20) Adjustierungslücke 566
1× (GD10/20) Rohtief < 1 $ 0
1× (GD10/20) Randfall (letzte 30 Handelstage) 477
1× (GD10/20) Dollarvolumen-Median < 1 Mio $ (aus BASIS) 9.382
6× (GD60/120) Datenbruch 83
6× (GD60/120) Split-Verdacht 1.205
6× (GD60/120) Lücken > 10 Kalendertage 149
6× (GD60/120) Adjustierungslücke 1.032
6× (GD60/120) Rohtief < 1 $ 0
6× (GD60/120) Randfall (letzte 30 Handelstage) 642
6× (GD60/120) Dollarvolumen-Median < 1 Mio $ (aus BASIS) 16.326
13× (GD130/260) Datenbruch 65
13× (GD130/260) Split-Verdacht 1.172
13× (GD130/260) Lücken > 10 Kalendertage 109
13× (GD130/260) Adjustierungslücke 1.321
13× (GD130/260) Rohtief < 1 $ 0
13× (GD130/260) Randfall (letzte 30 Handelstage) 730
13× (GD130/260) Dollarvolumen-Median < 1 Mio $ (aus BASIS) 17.424

Nicht jede Kennzahl ist mit Kosten gerechnet, und das ist Absicht. Die Short-Kennzahlen im Ausstiegs-Sweep und in der Sensitivitätsrechnung sind netto nach 0,4 % Kosten für den kompletten Rundgang (Short und Rückkauf) ausgewiesen. Beim Preisvorteil gegenüber dem Tages-Kreuz steht die Brutto-Zahl im Vordergrund (+7,4 Prozentpunkte), weil beide Varianten denselben einen Verkauf abbilden; die Netto-Zahl steht mit +7,0 Prozentpunkten daneben. Die Vergleichsrechnungen „Verkaufen statt Halten“ und der Vergleich mit dem S&P 500 sind ohne Kosten gerechnet.

Das Design wurde am 10. August 2026 vorregistriert, bevor die Ergebnisse vorlagen; zwei Amendments – ein präzisierter Kurztag-Kalender und ein Ausstiegs-Sweep für den Short – sind dokumentiert, ebenso zwei Abweichungen nach Sichtung der Ergebnisse: eine Reihenbruch-Bereinigung und der ergänzte Ex-ante-Vergleich. Die Mechanik wurde vor der Vollrechnung verifiziert: Die Kerzenzählung der regulären Handelszeit stimmte exakt, der AAPL-Aktiensplit vom August 2020 verlief nach Adjustierung glatt, und aus dem 5-Minuten-Aggregat ließen sich alle 97 von 97 bekannten Tages-Kreuzungen exakt reproduzieren – die Rechnung ist deterministisch.

Bei der Sichtung fiel ein Reihenbruch auf: Bei 1.188 der 4.336 Titel lag mindestens ein Handelstag vor, an dem die adjustierte 5-Minuten-Reihe und die adjustierte Tagesreihe wegen einer unterschiedlichen Adjustierungsbasis für Reverse-Splits und Spin-offs auf unterschiedlichem Niveau lagen, bei 71 Titeln um mehr als 50 %. Bei ADPT etwa lag die Minutenreihe um den Faktor 4,0 über der Tagesreihe, bei COHR um 3,7, bei XPO um 2,9. Die Abweichung geht in beide Richtungen: Bei 468 der 1.188 betroffenen Titel liegt die Minutenreihe unter der Tagesreihe. Sichtbar wurde das zuerst an rund 200 besonders auffälligen Zeilen, bei denen der 5-Minuten-Verkaufspreis rechnerisch 20 bis 570 % über dem Tageshoch lag. Der vollständige Reihenbruch-Wächter schließt in der Glaskugel-Rechnung (Skala 6×, Hauptmenge) 709 der 45.804 Zeilen aus (1,5 %); es blieben 45.095 Ereignisse, Median +7,40 Prozentpunkte statt +7,42, winsorisiertes Mittel +8,7 statt +8,8 Prozentpunkte, Trefferquote 93,8 %. Ein zusätzlicher Filter auf 19 weitere Zeilen mit lückenhaftem 5-Minuten-Bestand (Kalenderabstand vom Hoch bis zum 5-Minuten-Kreuz über 200 Tage) verschob den Median nur unwesentlich auf +7,39 Prozentpunkte. Beides ist eine dokumentierte Abweichung vom vorregistrierten Design, kein verändertes Kernergebnis.

Grenzen dieser Studie

  • Nur die einfachste Regel wurde geprüft. Zwischenstufen – etwa ein Kreuz, das erst nach einem Mindestanstieg oder einer Mindestdauer als Signal zählt, oder eine Kombination mehrerer Skalen – wurden nicht gerechnet und bleiben offen. Diese Studie beantwortet, was das 5-Minuten-Todeskreuz für sich genommen leistet, nicht, ob eine gefilterte Variante besser abschneiden würde.
  • Die Ex-ante-Zahlen sind explorativ. Der Vergleich zwischen dem rückblickenden Vorteil und den Fehlalarmen während des Anstiegs wurde erst nach Sichtung der Ergebnisse ergänzt, nicht vorregistriert – dokumentiert als Erweiterung des Designs, nicht als Ersatz der konfirmatorischen Rechnung.
  • Häufung im Jahr 2020. Sowohl bei den eigenständigen 5-Minuten-Parabeln (36 % der 1×-Hauptmenge) als auch bei den Tages-Ereignissen ballt sich ein erheblicher Teil der Fälle in der Corona-Rally 2020 – ein Marktregime, das sich nicht beliebig wiederholt.
  • Die Reihenbruch-Hygiene ist post hoc. Der Ausschluss von 709 Zeilen mit einer erkennbar falschen Adjustierungsbasis wurde erst nach Sichtung der Ergebnisse ergänzt, nicht vorregistriert – dokumentiert als Abweichung, mit praktisch unverändertem Median.
  • Kosten sind pauschal angesetzt. 0,4 % Rundgang deckt Geld-Brief-Spanne und Gebühren nur näherungsweise ab; Leihgebühren für Short-Positionen und Slippage speziell auf 5-Minuten-Kerzen sind nicht enthalten. Die Vergleichsrechnungen „Verkaufen statt Halten“ und gegen den S&P 500 sind ganz ohne Kosten gerechnet.
  • Der Sitzungsschluss bleibt ohne Schlussauktion. Die 5-Minuten-Reihe endet mit der letzten regulären Kerze um 15:55 Uhr New Yorker Zeit – der tatsächliche Schlusskurs der Schlussauktion fließt nicht ein.
  • Liquiditätsfilter laufen über das Tagesvolumen. Minutenvolumen bildet Auktionsvolumen teils nicht ab, deshalb wird für den Dollarvolumen-Filter auf das Tagesvolumen zurückgegriffen.
  • Es gibt keinen begleitenden Scanner für dieses Muster – die Studie ist eine reine Rückschau, kein Werkzeug für die Titelsuche.
  • Keine Anlageberatung. Alle Zahlen beschreiben ein rückblickendes Muster, keine Prognose für einzelne, heute gehandelte Aktien.

Wer den vollständigen Tages-Backtest lesen möchte, findet ihn in unserer Parabel-Todeskreuz-Studie. Wie sich ein Absturz nach einer Parabel danach oft fortsetzt oder dreht, untersucht die Parabel-Umkehr-Studie. Weitere Rücktest-Studien stehen gesammelt in der Rubrik Studien.

Quelle: eigene Auswertung von Kursdaten (5-Minuten- und Tageskerzen), 4.336 US-Aktien, 2010 bis Juli 2026. Stand der Zahlen: 21. August 2026.

Dieser Beitrag ist eine historische Auswertung öffentlich verfügbarer Kursdaten und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, keine Prognose und keine Bewertung oder Empfehlung zu einzelnen, heute börsennotierten Unternehmen; das Royal-Caribbean-Beispiel ist eine reine Kursbetrachtung. Vergangene Ergebnisse — ob simuliert oder real — sind kein verlässlicher Indikator für künftige Renditen. Wer Anlageentscheidungen trifft, sollte die eigene Lage und die eigenen Risiken prüfen, im Zweifel mit fachlicher Beratung.

Häufige Fragen

Zeitlich ja, praktisch nein. Rechnet man vom bereits bekannten Tageshoch aus rückwärts, liegt das erste 5-Minuten-Kreuz im Median zehn Handelstage vor dem Tages-Todeskreuz und in 99,0 % der Fälle überhaupt davor. Dieser Vorsprung entsteht aber erst durch die Rückschau: 83 % dieser Kreuze fallen auf den Handelstag nach dem Hoch. Das Signal bestätigt ein Hoch, das gerade stattgefunden hat — es kündigt keines an.

Dann verkauft man deutlich zu früh. Die einzige Regel, die sich ohne Kenntnis des Hochs umsetzen lässt, ist der Verkauf beim allerersten 5-Minuten-Kreuz nach dem Tief. Auf der Hauptskala (6×) landet dieser Verkauf im Median 25,0 % unter dem später erreichten Hoch und damit 14,7 Prozentpunkte hinter dem Verkauf am Tages-Todeskreuz. Nur in 9,7 % der Fälle war die schnelle Regel die bessere.

Auf der Hauptskala (6×) meldet die Minutenreihe im Median zehn Abwärtskreuze, während der Anstieg noch läuft; in 84,8 % aller Anstiege sind es sechs bis zwanzig, und nur 0,4 % der Anstiege bleiben ganz ohne Fehlalarm. Auf der feinsten Skala (1×) sind es im Median 70 Kreuze, auf der gröbsten (13×) noch vier. Je feiner die Zeitauflösung, desto mehr Fehlalarme.

Royal Caribbean im Winter 2025/26. Die Aktie stieg vom Tief am 10. Dezember 2025 bei 256,79 Dollar bis zum Hoch am 9. Februar 2026 bei 344,40 Dollar. Währenddessen meldete die 6×-Skala 13 Todeskreuze. Das erste, am 16. Dezember 2025 um 13:25 Uhr New Yorker Zeit bei 277,53 Dollar, lag 19,4 % unter dem späteren Hoch. Das im Rückblick richtige Kreuz kam erst am 11. Februar 2026 bei 344,17 Dollar — welches der Kreuze das richtige war, ließ sich vorher nicht sagen.

Nach dieser Auswertung nicht. Sucht man die Parabel direkt im Minutentakt, statt auf eine Tages-Parabel zu warten, bringt der Verkauf am Kreuz gegenüber dem Halten in der Hauptmenge +0,2 Prozentpunkte nach 5 Handelstagen, −0,5 nach 20 und −4,9 nach 60. In 49 bis 55 % der Fälle war der Ausstieg verfrüht, und der Kurs stieg nach dem Kreuz im Median weiter.

Nach den getesteten Zahlen nicht als Rezept. Ein systematischer Sweep aus 20 Ausstiegsvarianten auf derselben Ereignismenge — feste Haltedauern, Rückkreuze der gleitenden Durchschnitte, Gewinnziele, Stops — liefert in jeder einzelnen Variante ein negatives winsorisiertes Mittel, also einen negativen robusten Durchschnitt über alle Trades. Gewinnziele heben zwar Median und Trefferquote, deckeln aber die Gewinne, während seltene Short-Squeezes die Verluste offenlassen.

Die Rechnung stützt sich auf rund 887 Millionen 5-Minuten-Kerzen aus 4.336 US-Aktien mit auswertbarem Minutenbestand, survivorship-frei inklusive delisteter Titel, auf Basis eines am 10. August 2026 vorregistrierten Designs mit dokumentierten Amendments. Bei der Sichtung fiel ein Reihenbruch auf: Bei 709 von 45.804 Zeilen (1,5 %) lagen die adjustierte 5-Minuten- und die Tagesreihe auf unterschiedlichem Niveau; nach deren Ausschluss blieben 45.095 Ereignisse, und der Median änderte sich praktisch nicht (von 7,42 auf 7,40 Prozentpunkte). Der Ex-ante-Vergleich ist ein exploratorischer Nachtrag, kein vorregistrierter Teil der Studie.

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