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NGEx Minerals: 5,4 Milliarden kanadische Dollar Börsenwert — und für das Hauptprojekt noch keine einzige geschätzte Tonne

NGEx Minerals: 5,4 Milliarden kanadische Dollar Börsenwert — und für das Hauptprojekt noch keine einzige geschätzte Tonne

2 Meter mit 1.740 Gramm Gold je Tonne: NGEx Minerals (TSX: NGEX, OTCQX: NGXXF) meldet aus Argentinien die höchsten Bohrgehalte im Vicuña-Distrikt, und die Börse bewertet das Unternehmen mit rund 5,4 Milliarden kanadischen Dollar. Für das Hauptprojekt Lunahuasi gibt es aber noch keine Ressourcenschätzung – also keine einzige offiziell geschätzte Tonne.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 17 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 8. Oktober 2026

Schlusskurs
23,20 C$ -2,40 %
Marktkapitalisierung
5,0 Mrd. C$
AAQS
1/10

Kursentwicklung seit 5. Oktober 2026: -7,1 %

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

NGEx Minerals: 5,4 Milliarden kanadische Dollar Börsenwert — und für das Hauptprojekt noch keine einzige geschätzte Tonne
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Quartalsberichte des Unternehmens

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 21,20 C$ bis 31,80 C$ · Letzter Kurs: 23,20 C$ (Stand: 8. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Kennst du das Gefühl, wenn eine einzige Zahl hängen bleibt? „2 Meter mit 1.740 Gramm Gold je Tonne.“ Das klingt nach Schatztruhe, und genau so soll es klingen. Nennen wir das die Bohrkern-Hypnose: Ein spektakulärer Abschnitt aus einem einzigen Bohrloch setzt sich im Kopf fest, und bald fühlt sich die ganze Firma so reich an wie dieser eine Meter Gestein.

NGEx Minerals liefert solche Zahlen seit drei Jahren. Die Börse hat das honoriert: Am 5. Oktober 2026 war das Unternehmen rund 5,4 Milliarden kanadische Dollar wert. Das Spannungsfeld dieser Analyse ist schnell benannt: ein Milliardenwert auf der einen Seite und auf der anderen eine Lagerstätte, für die es noch keine einzige Ressourcenschätzung gibt. Wir lesen gemeinsam die Abschlüsse, Lageberichte und Meldungen. Am Ende entscheidest du selbst.

Was NGEx Minerals eigentlich macht

NGEx Minerals sucht Kupfer, Gold und Silber in den Anden. Die Firma sitzt in Vancouver, entstand 2019 als Abspaltung aus Josemaria Resources und gehört zur Lundin-Gruppe, dem Firmengeflecht der schwedisch-kanadischen Bergbaufamilie Lundin. Umsatz hat NGEx keinen. Der Lagebericht zum 30. Juni 2026 sagt es selbst: Gewinne erwartet das Unternehmen erst, wenn es eine wirtschaftlich abbaubare Lagerstätte findet und erschließt.

Das Herzstück ist Lunahuasi in der Provinz San Juan in Argentinien, zu 100 Prozent im Besitz von NGEx. Entdeckt wurde die Lagerstätte Anfang 2023 mit acht Bohrlöchern. Sie liegt im Vicuña-Distrikt, wo Lundin Mining und BHP gemeinsam die großen Projekte Josemaria und Filo del Sol entwickeln. Laut Lagebericht hat NGEx dort vier Arten von Vererzung gefunden: sehr reiche Kupfer-Gold-Silber-Adern, ein großes Porphyr-System (eine weitläufige, eher niedrighaltige Kupfer-Gold-Vererzung), Quarzadern mit extrem viel Gold und eine verteilte Vererzung dazwischen. Die reichen Adern bilden benannte Zonen: Mars, Saturn und Jupiter.

Das zweite Standbein ist Los Helados in Chile, rund neun Kilometer entfernt. NGEx hält dort rund 69 Prozent und führt das Projekt; seit April 2026 ist Lundin Mining der Partner mit den übrigen 31 Prozent. Los Helados ist das Gegenteil von Lunahuasi: riesig, aber niedrighaltig. Die Ressourcenschätzung stammt aus dem Jahr 2023 (Stand 31. Oktober 2023) und wurde seither nicht aktualisiert; der technische Bericht vom 22. August 2025 hat sie unverändert übernommen, deshalb nennt der Lagebericht zum 30. Juni 2026 dessen Stichtag, den 29. Juli 2025. Sie umfasst 2,08 Milliarden Tonnen angezeigte Ressourcen mit 0,51 Prozent Kupferäquivalent (Kupfer, Gold und Silber zusammengerechnet; reiner Kupfergehalt 0,40 Prozent) und weitere 1,08 Milliarden Tonnen vermutete Ressourcen. Ein drittes Projekt, Valle Ancho, soll noch 2026 in eine eigene Gesellschaft abgespalten werden.

Ein Begriff begleitet jede Meldung: Kupferäquivalent. Gold und Silber werden dabei zum Kupferpreis umgerechnet, damit eine Zahl genügt. Bei Lunahuasi rechnet NGEx mit 3,00 US-Dollar je Pfund Kupfer, 1.500 US-Dollar je Unze Gold und 18 US-Dollar je Unze Silber sowie 80 Prozent Ausbeute für alle Metalle. Das ist praktisch, aber es ist eine Rechengröße, keine gemessene Menge.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2019

    Abspaltung aus Josemaria Resources

    NGEx entstand als Abspaltung mit Los Helados als Kernprojekt (Ende 2020: 124,8 Mio. Aktien). Für Aktionäre war das der Start eines reinen Explorers ohne Umsatz.

  2. 2023

    Entdeckung von Lunahuasi

    Acht Bohrlöcher fanden Anfang 2023 die reichen Adern. Im August folgte eine Platzierung zu 6,50 C$ über 85,7 Mio. C$ — mehr Geld, mehr Aktien.

  3. 2024

    Platzierung zu 11,00 C$

    Im Oktober 2024 holte NGEx brutto 176,9 Mio. C$. Der Preis je neuer Aktie lag rund 70 % über 2023, je Dollar wurden also weniger neue Aktien nötig.

  4. 2025

    Platzierung zu 25,00 C$ und Abspaltung von LunR

    Im Oktober 2025 kamen 175,0 Mio. C$ herein, die Aktionäre erhielten LunR-Aktien. NGEx behielt 19,9 % an LunR — am 30. Juni 2026 über die Hälfte des Eigenkapitals.

  5. 2026

    Stollengenehmigung, Metallurgie, Valiente

    Umweltgenehmigung für den Stollen im März, erste Metallurgie mit Arsenthema im September, Abstimmung über die Abspaltung von Valle Ancho am 29.10. Eine Ressource für Lunahuasi fehlt weiter.

Warum es hier keinen Geschäftsbericht bei der US-Börsenaufsicht gibt

Von NGEx Minerals gibt es keinen Geschäftsbericht (10-K) und keinen Quartalsbericht (10-Q). Bei der US-Börsenaufsicht SEC liegen unter der Kennung 0002044153 nur zwei Anzeigen über Privatplatzierungen (Form D vom 13. November 2024 und 23. Oktober 2025). Das ist kein Warnzeichen, sondern üblich für kanadische Explorer, deren Aktie in den USA nur außerbörslich gehandelt wird.

Berichtet wird nach kanadischem Recht und den internationalen Rechnungslegungsregeln IFRS, in kanadischen Dollar, über die Plattform SEDAR+ und gleichlautend auf der Investorenseite. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr, Abschlussprüfer ist PricewaterhouseCoopers. Weil die argentinischen Töchter in einem Hochinflationsland arbeiten, wendet NGEx dort die Sonderregeln für Hyperinflation an; das verschiebt einzelne Posten leicht, ändert am Bild aber wenig. Unter jeder Zahl dieser Analyse steht deshalb „Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Quartalsberichte des Unternehmens“.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Ehrlich gesagt: NGEx ist kein Treffer unseres hauseigenen Aktien-Scanners, und es kann keiner sein. Der Scanner arbeitet mit Umsatz, Gewinn, Marge und Bilanzkennzahlen, und ein Explorer ohne Erlöse fällt durch jeden dieser Filter. Auf die Rechercheliste kam der Wert über die Foren-Hitliste von wallstreet-online, die Liste der meistdiskutierten Aktien deutscher Privatanleger (Stand 6. Oktober 2026), und zwar unter dem US-Kürzel NGXXF. Das ist ein Aufmerksamkeits-, kein Qualitätssignal.

Hinter NGXXF steckt dieselbe Aktie wie hinter NGEX an der Toronto Stock Exchange. Der OTCQX ist ein außerbörslicher US-Markt; die Preisbildung findet in Toronto in kanadischen Dollar statt. Zur Aktualität: Der jüngste Bericht ist der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026 mit Lagebericht vom 6. August 2026. Danach folgten die Ankündigung der Abspaltung von Valle Ancho, ein Investorentag am 15. September mit ersten Metallurgie-Ergebnissen, ein Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats am 17. September und am 2. Oktober 2026 die Einladung zur Sonderversammlung.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. Die vierte Bohrphase lief von Oktober 2025 bis Ende April 2026 mit bis zu acht Bohrgeräten und kam auf 27.318 Meter in 32 Löchern, mehr als die geplanten 25.000 Meter. Zusammen mit den 43.251 Metern der ersten drei Phasen sind das rund 70.600 Meter Bohrkern (unsere Addition). Einige Abschnitte aus dem Lagebericht und den Meldungen zum zweiten Quartal 2026:

  • DPDH064: 1.540 Meter mit 1,17 Prozent Kupferäquivalent, darin 88 Meter mit 8,65 Prozent in der Saturn-Zone
  • DPDH077: 57,75 Meter mit 9,41 Prozent Kupferäquivalent in der Jupiter-Zone, darin 19 Meter mit 25,84 Prozent
  • DPDH070: 17,30 Meter mit 207,79 Gramm Gold je Tonne, darin 2 Meter mit 1.740 Gramm

Zum Vergleich: Die angezeigte Ressource des Nachbarprojekts Los Helados hat im Schnitt 0,40 Prozent Kupfer. Laut Lagebericht sind es die höchsten Kupfer-, Gold- und Silbergehalte, die im Vicuña-Distrikt bisher erbohrt wurden. Das Unternehmen sieht noch viel Luft:

„The Lunahuasi deposit, including the high-grade zones and the porphyry zone, remain open in all directions“

Übersetzung: „Die Lagerstätte Lunahuasi, einschließlich der hochgradigen Zonen und der Porphyr-Zone, ist in alle Richtungen offen“

— Wojtek Wodzicki, Präsident und Vorstandschef, Meldung zum zweiten Quartal 2026 vom 6. August 2026

„Offen“ heißt im Bergbau: Die Bohrungen haben die Ränder der Vererzung noch nicht gefunden. Das ist eine gute Nachricht. Es heißt aber auch, dass niemand weiß, wie groß das Ganze am Ende ist.

Und jetzt die zweite Hälfte des Bildes. Ein Explorer verdient nichts, er gibt aus. Der Jahresverlust stieg von 5,5 Millionen kanadischen Dollar 2021 auf 123,3 Millionen 2025. Bezahlt wurde das mit Geld der Aktionäre: Privatplatzierungen brachten 2021 brutto 25,0 Millionen, 2022 30,0 Millionen, 2023 85,7 Millionen, 2024 176,9 Millionen und 2025 noch einmal 175,0 Millionen.

Balkendiagramm in Millionen kanadischen Dollar, rot der Jahresverlust und blau der Bruttoerlös aus Privatplatzierungen: 2021 5,5 und 25,0, 2022 32,4 und 30,0, 2023 37,7 und 85,7, 2024 63,6 und 176,9, 2025 123,3 und 175,0
Der Jahresverlust wächst von 5,5 Millionen kanadischen Dollar 2021 auf 123,3 Millionen 2025; im selben Zeitraum holte NGEx bei Privatplatzierungen zusammen rund 493 Millionen brutto ein, davon 351,9 Millionen allein 2024 und 2025. Umsatz gab es in keinem Jahr. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Quartalsberichte des Unternehmens (Konzernabschlüsse 2022, 2024 und 2025). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der größte Posten ist die Exploration: 2025 waren es 100,0 Millionen kanadische Dollar, rund 77 Prozent des operativen Verlusts. Im ersten Halbjahr 2026 verlor NGEx 64,1 Millionen, und im laufenden Betrieb flossen 65,9 Millionen ab. Die Ausgaben folgen den Jahreszeiten: Gebohrt wird im südamerikanischen Sommer, deshalb sind das vierte und das erste Quartal teuer und das zweite und dritte billiger (Verlust im ersten Quartal 2026: 44,1 Millionen, im zweiten: 20,0 Millionen).

Die Bilanz ist für einen Explorer ungewöhnlich stark. Am 30. Juni 2026 lagen 81,2 Millionen kanadische Dollar Kasse und 133,5 Millionen kurzfristige Anlagen bereit, zusammen 214,7 Millionen. Bankschulden hat NGEx keine. Beim Mittelabfluss von 93,5 Millionen aus dem Jahr 2025 reicht das rechnerisch gut zwei Jahre — eine Überschlagsrechnung ohne den geplanten Erkundungsstollen und ohne die rund 2,0 Millionen Betriebskapital, die netto an die neue Gesellschaft Valiente gehen sollen.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt kommen die Stellen, die in keinem Bohrergebnis stehen — der Teil hinter der Bohrkern-Hypnose.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Für Lunahuasi gibt es noch keine Ressourcenschätzung

Eine Ressourcenschätzung ist die erste offizielle Mengenangabe einer Lagerstätte: Wie viele Tonnen Gestein mit welchem Gehalt liegen nach den Regeln des kanadischen Standards NI 43-101 im Boden? Erst darauf bauen Wirtschaftlichkeitsstudien, Minenpläne und Bankkredite auf. Für Lunahuasi steht im Jahresbericht ein einziger, nüchterner Satz:

„No Mineral Resources have been estimated for the Lunahuasi deposit.“

Übersetzung: „Für die Lagerstätte Lunahuasi wurden keine Mineralressourcen geschätzt.“

— NGEx Minerals Ltd., Annual Information Form 2025 vom 19. März 2026, Zusammenfassung des technischen Berichts zu Lunahuasi

Markierte Stelle aus der Annual Information Form 2025, Seite 48: Für die Lagerstätte Lunahuasi wurden keine Mineralressourcen geschätzt; darunter die Schlussfolgerung, dass weitere Bohrungen für eine erste Ressourcenschätzung nötig sind
Seite 48 des Jahresberichts vom 19. März 2026: Für Lunahuasi gibt es keine Ressourcenschätzung; laut Schlussfolgerung sind weitere Bohrungen nötig, um die Größe des Systems zu bestimmen und „schließlich“ eine erste Schätzung zu erstellen. Quelle: Annual Information Form 2025, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Lagebericht zum 30. Juni 2026 bestätigt den Stand indirekt: Unter den Zukunftsaussagen steht weiter, ob künftige Bohrungen das Potenzial überhaupt in eine Ressourcenschätzung umwandeln können. Auf dem Investorentag am 15. September 2026 hieß es zur geplanten fünften Bohrphase mit rund 25.000 Metern, man arbeite auf eine erste Schätzung hin. Einen Termin nennt das Unternehmen nicht. Die Präsentation erklärt auch, warum das dauert: Lunahuasi besteht aus mehreren Lagerstättentypen, die jeweils eigene Bohrabstände und Rechenmodelle brauchen.

Ein Bohrabschnitt ist eine Linie durch einen Berg. Eine Ressource ist ein Körper. Wer aus spektakulären Linien einen Körper im Kopf baut, nimmt die Arbeit der Geologen vorweg — und genau das ist die Bohrkern-Hypnose.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Im Konzentrat steckt Arsen

Am 15. September 2026 meldete NGEx die ersten Metallurgie-Tests. Die Ergebnisse sind gut: Aus Proben der Zonen Mars, Saturn und Jupiter gewann ein einfaches Flotationsverfahren 92,0 bis 94,2 Prozent des Kupfers zurück. Dieselbe Meldung enthält aber auch diesen Satz:

„As expected from mineralization in which enargite is the principal copper mineral, the initial copper concentrates contained arsenic at levels above typical penalty thresholds for sale to conventional copper smelters.“

Übersetzung: „Wie bei einer Vererzung zu erwarten, in der Enargit das wichtigste Kupfermineral ist, enthielten die ersten Kupferkonzentrate Arsen in Mengen oberhalb der üblichen Strafgrenzen für den Verkauf an herkömmliche Kupferhütten.“

— NGEx Minerals Ltd., Meldung „Positive Preliminary Metallurgical Results from Lunahuasi“ vom 15. September 2026

Markierte Stelle aus der Meldung vom 15. September 2026: Die ersten Kupferkonzentrate enthielten Arsen oberhalb der üblichen Strafgrenzen für den Verkauf an herkömmliche Kupferhütten
Abschnitt „Phase 2“ der Metallurgie-Meldung vom 15. September 2026: Weil Enargit das wichtigste Kupfermineral ist, lag der Arsengehalt der ersten Konzentrate über den üblichen Strafgrenzen der Hütten; deshalb wurden Verfahren zur Arsenentfernung getestet. Quelle: Pressemitteilung vom 15. September 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was heißt das im Alltag? Hütten zahlen für Kupferkonzentrat, ziehen aber für störende Stoffe wie Arsen Abschläge ab — ab einer gewissen Menge nehmen viele das Material gar nicht. Das ist bei Enargit-Lagerstätten bekannt und lösbar, kostet aber Geld. NGEx hat deshalb gleich Lösungen getestet: Ein Verfahren namens GlassLock entfernte mehr als 95 Prozent des Arsens, ohne dass Kupfer, Gold oder Silber verloren gingen; auch Kupferkathoden und Gold-Silber-Barren vor Ort wurden geprüft. Das Unternehmen betont selbst, dass weitere Tests zu Schwankungen, Optimierung und größerem Maßstab nötig sind. Welche Kosten das in einer Mine verursacht, weiß heute niemand — dafür fehlt die Wirtschaftlichkeitsstudie, und für die fehlt die Ressource.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Mehr als die Hälfte des Eigenkapitals ist ein Aktienpaket

Im Oktober 2025 spaltete NGEx die Gesellschaft LunR Royalties ab. LunR besitzt unter anderem Lizenzgebühren auf NGEx-Projekte: 1 Prozent des Nettohüttenerlöses (Erlös nach Hütten- und Transportkosten) aus Lunahuasi und 1,38 Prozent aus Los Helados. Die Aktionäre bekamen 80,1 Prozent von LunR, NGEx behielt 19,9 Prozent, also 13.370.107 Aktien. Am 30. Juni 2026 stand dieses Paket mit 252,7 Millionen kanadischen Dollar in der Bilanz — 58 Prozent des Eigenkapitals von 433,4 Millionen. Wie stark es schwankt, zeigt der Lagebericht:

„Also in other comprehensive income, the Company has reported an unrealized loss on its investment in LunR common shares in the amount of $153.9 million and an unrealized gain of $78.2 million, respectively, for the three and six months ended June 30, 2026 (2025: $nil for each respective period).“

Übersetzung: „Außerdem weist die Gesellschaft im sonstigen Ergebnis für die drei bzw. sechs Monate bis 30. Juni 2026 einen nicht realisierten Verlust von 153,9 Millionen $ bzw. einen nicht realisierten Gewinn von 78,2 Millionen $ aus ihrer Beteiligung an LunR-Aktien aus (2025: jeweils null).“

— NGEx Minerals Ltd., Lagebericht (MD&A) zum 30. Juni 2026 vom 6. August 2026, Abschnitt Results from Operations

Markierte Stelle aus dem Lagebericht zum 30. Juni 2026: nicht realisierter Verlust von 153,9 Millionen Dollar auf die LunR-Aktien im zweiten Quartal und nicht realisierter Gewinn von 78,2 Millionen im Halbjahr
Lagebericht vom 6. August 2026: Im zweiten Quartal 2026 verlor das LunR-Paket 153,9 Millionen kanadische Dollar an Wert, über das Halbjahr gewann es 78,2 Millionen; dazu kam eine latente Steuer von 34,0 Millionen. Quelle: Zwischenbericht zum 30. Juni 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Quartalsverlust lag bei 20,0 Millionen. Die Wertschwankung des Pakets war fast achtmal so groß — sie läuft nur am Gewinn vorbei direkt ins Eigenkapital. Und es gibt eine Schleife, die man kennen sollte. Unsere Lesart: Da LunR an den Erlösen von Lunahuasi und Los Helados verdienen soll, hängt sein Börsenwert stark daran, was der Markt diesen Projekten zutraut. Ein Teil der NGEx-Bilanz spiegelt damit die Erwartungen an die eigenen Projekte. Dazu gehört auch: Lunahuasi trägt neben der Gebühr an LunR noch eine Gebühr von 1 Prozent an Vicuña Corp. (Lundin Mining und BHP) und für die ersten zehn Förderjahre 0,5 Prozent an einen Dritten — zusammen 2,5 Prozent des Nettohüttenerlöses (Erlös nach Hütten-, Raffinations- und Transportkosten), fällig noch vor allen Abbau- und Betriebskosten.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Mehr Aktien, eine starke Familie, viele Abspaltungen

Ohne Umsatz bleibt einem Explorer ein Weg zum Geld: neue Aktien. Verwässerung heißt, dein Stück vom Kuchen wird kleiner, weil mehr Leute mitessen. Bei NGEx stieg die Aktienzahl von 124,8 Millionen Ende 2020 auf 216,9 Millionen im September 2026, ein Plus von 74 Prozent. Fairerweise: Die Platzierungspreise stiegen kräftig, von 6,50 kanadischen Dollar 2023 über 11,00 Dollar 2024 auf 25,00 Dollar im Oktober 2025. Wer damals zu 25,00 Dollar kaufte, liegt beim Schlusskurs vom 5. Oktober 2026 (24,98 Dollar) mit der NGEx-Aktie selbst ungefähr bei null — die kurz danach verteilten LunR-Aktien nicht mitgerechnet. Dazu kommen 11,2 Millionen Aktienoptionen; die aktienbasierte Vergütung kostete 2025 rund 24,5 Millionen Dollar.

Wer bei NGEx das Sagen hat, steht im Jahresbericht:

„Nemesia currently holds 73,671,714 Common Shares of the Corporation, which represents approximately 34.02% of the Corporation’s issued and outstanding Common Shares.“

Übersetzung: „Nemesia hält derzeit 73.671.714 Stammaktien der Gesellschaft, das sind rund 34,02 % der ausgegebenen Stammaktien.“

— NGEx Minerals Ltd., Annual Information Form 2025 vom 19. März 2026, Abschnitt Significant Shareholders

Markierte Stelle aus der Annual Information Form 2025, Seite 34: Nemesia hält 73.671.714 Aktien, rund 34,02 Prozent der ausgegebenen Aktien
Seite 34 des Jahresberichts vom 19. März 2026: Größter Aktionär ist Nemesia, eine Gesellschaft der Lundin-Familientrusts, mit rund 34 Prozent; der Bericht weist darauf hin, dass ihre Interessen von denen anderer Aktionäre abweichen können. Quelle: Annual Information Form 2025, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zur Lundin-Gruppe gehört unter anderem Lundin Mining, der Partner bei Los Helados, und ein Großaktionär mit eigenem Geld im Spiel ist kein Nachteil. Der Jahresbericht selbst nennt aber die Kehrseite: weniger frei handelbare Aktien und Einfluss bei Abstimmungen. Seit dem 17. September 2026 führt Adam Lundin den Verwaltungsrat. Und die Gruppe spaltet regelmäßig Projekte ab: NGEx selbst entstand 2019 aus Josemaria Resources, 2025 kam LunR, 2026 soll Valle Ancho als Valiente Resources folgen. NGEx zahlt Valiente dafür rund 16,6 Millionen kanadische Dollar ein, von denen rund 14,6 Millionen als Kaufpreis für das Projekt an NGEx zurückfließen; netto bleiben Valiente rund 2,0 Millionen Betriebskapital. NGEx-Chef Wojtek Wodzicki soll zusätzlich Chef und Vorsitzender von Valiente werden. Die Sonderversammlung dazu ist am 29. Oktober 2026. Für dein Depot hieße das: Aus 1.000 NGEx-Aktien würden 1.000 neue NGEx-Aktien plus 200 Valiente-Aktien.

Bewertung: Fünf Milliarden für Bohrkerne

Bei 216.858.780 Aktien (Stichtag 22. September 2026) und einem Schlusskurs von 24,98 kanadischen Dollar am 5. Oktober 2026 kostet NGEx an der Börse rund 5,42 Milliarden kanadische Dollar; beim OTCQX-Schlusskurs von 17,64 US-Dollar vom selben Tag sind es rund 3,8 Milliarden US-Dollar. Anfang Januar 2021 lag der Kurs bei 0,53 Dollar (ohne die 2025 verteilten LunR-Aktien). In den zwölf Monaten bis Anfang Oktober 2026 schwankte er zwischen 21,24 Dollar (4. November 2025) und 31,84 Dollar (25. Februar 2026), jeweils Schlusskurse.

Ein Kurs-Gewinn- oder Kurs-Umsatz-Verhältnis gibt es nicht. Die Börse zahlt etwa das 12,5-Fache des Eigenkapitals. Spannender ist eine einfache Rechnung: Was bleibt vom Börsenwert, wenn man das abzieht, was NGEx an Geld und Wertpapieren besitzt?

Wasserfalldiagramm in Millionen kanadischen Dollar: Börsenwert 5.417,1 am 5. Oktober 2026, minus Kasse 81,2, minus kurzfristige Anlagen 133,5, minus LunR-Aktienpaket 252,7 laut Bilanz vom 30. Juni 2026, ergibt 4.949,7 für die Projekte
Vom Börsenwert von 5.417,1 Millionen kanadischen Dollar am 5. Oktober 2026 bleiben nach Abzug von Kasse (81,2 Millionen), kurzfristigen Anlagen (133,5 Millionen) und LunR-Paket (252,7 Millionen, alle zum 30. Juni 2026) rund 4.949,7 Millionen, die die Börse für Lunahuasi, Los Helados und Valle Ancho bezahlt. Schulden und spätere Mittelabflüsse sind nicht berücksichtigt. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Quartalsberichte des Unternehmens, eigene Rechnung. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Rund 4,9 Milliarden kanadische Dollar zahlt die Börse also für Projekte, von denen nur eines — Los Helados, an dem NGEx 69 Prozent hält — eine Ressourcenschätzung hat, und zwar eine niedrighaltige, die für einen Untertage-Großabbau gerechnet ist. Die Verbindlichkeiten von 44,4 Millionen (davon 34,0 Millionen latente Steuer) haben wir nicht zusätzlich abgezogen; sie ändern das Ergebnis um weniger als 1 Prozent. Der Rest des Preises ist eine Wette darauf, dass Lunahuasi so groß und so reich wird, wie die Bohrkerne es nahelegen. Das kann aufgehen. Unsere Einordnung: Der Preis setzt den Erfolg schon voraus. Wie eine ähnliche Geschichte mit viel Bohrkern und noch ohne Ressource aussieht, zeigt unsere Analyse zu Collective Mining; wie ein Kupferexplorer in den Anden ohne Mine finanziell aussehen kann, die Analyse zu Solaris Resources.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für das Unternehmen spricht:

  • Außergewöhnliche Gehalte. Laut Lagebericht die höchsten im Vicuña-Distrikt erbohrten Kupfer-, Gold- und Silbergehalte, die Lagerstätte ist in alle Richtungen offen.
  • Volle Kasse ohne Schulden. 214,7 Millionen kanadische Dollar Kasse und kurzfristige Anlagen am 30. Juni 2026, dazu das LunR-Paket.
  • Genehmigung für den Stollen. Die Umweltgenehmigung kam am 9. März 2026; der Bau soll im vierten Quartal 2026 beginnen, sobald die übrigen Genehmigungen vorliegen.
  • Gute erste Metallurgie. 92,0 bis 94,2 Prozent Kupferausbeute im Test, Arsen ließ sich zu mehr als 95 Prozent entfernen.
  • Starke Nachbarn. Lundin Mining und BHP entwickeln nebenan Josemaria und Filo del Sol, Lundin Mining ist seit April 2026 Partner bei Los Helados.

Was dagegen spricht:

  • Keine Ressource für Lunahuasi. Laut Jahresbericht vom März 2026 keine Ressourcenschätzung, ein Termin für die erste ist nicht genannt.
  • Arsen im Konzentrat. Über den üblichen Strafgrenzen der Hütten; die Zusatzbehandlung kostet Geld, das noch niemand beziffert hat.
  • Schwankendes Eigenkapital. 58 Prozent davon steckten am 30. Juni 2026 im LunR-Paket, das im zweiten Quartal 153,9 Millionen verlor.
  • Verwässerung und Vergütung. Aktienzahl seit Ende 2020 um 74 Prozent gestiegen, 11,2 Millionen Optionen ausstehend.
  • Konzentrierte Kontrolle. Die Lundin-Familie hält rund 34 Prozent, die Gruppe spaltet regelmäßig Projekte ab.
  • Land- und Genehmigungsrisiko Argentinien. Hyperinflation, Devisenregeln und ein Gletscherschutzgesetz, dessen Reform laut Jahresbericht offen ist.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an die 2 Meter mit 1.740 Gramm Gold vom Anfang? Sie sind echt, und Lunahuasi ist nach allem, was die Berichte zeigen, ein außergewöhnlicher Fund. NGEx hat Geld, erfahrene Leute und mächtige Nachbarn. Die Bohrkern-Hypnose setzt aber genau dort ein, wo die Berichte aufhören: Eine Ressourcenschätzung gibt es noch nicht, die Metallurgie hat ein Arsenthema, und die Börse zahlt rund 4,9 Milliarden kanadische Dollar für Projekte, deren Größe niemand kennt.

Das muss kein Fehler sein. Die nächsten Wegmarken sind gut sichtbar: die Sonderversammlung am 29. Oktober 2026, der Zwischenabschluss zum 30. September 2026, der Baubeginn des Stollens, die fünfte Bohrphase und irgendwann die erste Ressourcenschätzung. Lies die Bohrmeldungen gern mit Freude — aber lies sie als Linien durch einen Berg, nicht als Mine.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen und Datenstand

Datenstand: Unternehmenszahlen zum 30. Juni 2026 beziehungsweise zum jeweils genannten Stichtag; Aktienzahl zum 22. September 2026; Meldungen bis 2. Oktober 2026; Kurse zum 5. Oktober 2026. Die Meldungsseite des Unternehmens wurde am 8. Oktober 2026 zuletzt geprüft. Bilanzwährung ist der kanadische Dollar; Bohr- und Ressourcenangaben gelten für das jeweilige Gesamtprojekt. Rechnerische Werte (Börsenwert, Abzugsrechnung, Reichweite der Kasse, Gesamtmeter) sind unsere Überschlagsrechnung und als solche benannt. Die Kennzahlen-Kacheln dieser Seite zeigen den jeweils aktuellen Datenbankstand mit eigener Rundung und können vom hier verwendeten Schlusskurs vom 5. Oktober 2026 (24,98 kanadische Dollar) abweichen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien von Explorern ohne Umsatz sind besonders schwankungsanfällig; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen C$, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Betriebsergebnis (EBIT) 7,7 34,4 49,0 77,1 -129,6
Nettogewinn -5,5 -32,4 -37,7 -63,6 -123,3
Gewinn je Aktie -0,04 C$ -0,20 C$ -0,21 C$ -0,33 C$ -0,61 C$

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Unser Fazit auf einen Blick

Lagerstätte Lunahuasi positiv
Laut Lagebericht zum 30. Juni 2026 die höchsten im Vicuña-Distrikt erbohrten Kupfer-, Gold- und Silbergehalte; die vierte Bohrphase brachte 27.318 Meter, die Lagerstätte ist in alle Richtungen offen.
Ressourcenschätzung negativ
Für Lunahuasi gibt es laut Jahresbericht vom 19. März 2026 keine Ressourcenschätzung. Einen Termin für die erste nennt NGEx nicht; die fünfte Bohrphase soll darauf hinarbeiten.
Metallurgie neutral
Erste Tests (15. September 2026): 92,0 bis 94,2 Prozent Kupferausbeute, aber Arsen über den üblichen Strafgrenzen; ein Zusatzverfahren entfernte mehr als 95 Prozent. Kosten im Minenbetrieb sind offen.
Finanzlage positiv
214,7 Millionen kanadische Dollar Kasse und kurzfristige Anlagen am 30. Juni 2026, keine Bankschulden; beim operativen Mittelabfluss von 93,5 Millionen (2025) rechnerisch gut zwei Jahre Reichweite.
LunR-Paket neutral
252,7 Millionen kanadische Dollar am 30. Juni 2026, 58 Prozent des Eigenkapitals; im zweiten Quartal 2026 sank der Wert um 153,9 Millionen. Ein Finanzierungspolster ohne Verwässerung, aber ein schwankendes.
Verwässerung und Kontrolle negativ
Aktienzahl seit Ende 2020 um 74 Prozent auf 216,9 Millionen gestiegen, 11,2 Millionen Optionen ausstehend. Die Lundin-Familie hält über Nemesia rund 34 Prozent.

NGEx Minerals erkundet mit Lunahuasi in Argentinien eine Kupfer-Gold-Silber-Lagerstätte mit außergewöhnlichen Bohrgehalten, für die es laut Jahresbericht vom März 2026 aber noch keine Ressourcenschätzung gibt. Die Bilanz ist mit 214,7 Millionen kanadischen Dollar Kasse und kurzfristigen Anlagen sowie dem LunR-Paket stark, Umsatz gibt es keinen. Beim Schlusskurs von 24,98 kanadischen Dollar am 5. Oktober 2026 kostet NGEx rund 5,4 Milliarden kanadische Dollar, rund 4,9 Milliarden davon entfallen rechnerisch auf die Projekte. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier nicht für den Kurs und nicht für die Bilanz, die mit 214,7 Millionen kanadischen Dollar Kasse und kurzfristigen Anlagen ohne Bankschulden für einen Explorer ungewöhnlich stark ist. Gelb steht für die offene operative Kernfrage: Für Lunahuasi gibt es noch keine Ressourcenschätzung, keine Wirtschaftlichkeitsstudie und erst eine erste Metallurgie mit Arsenthema. Ob aus den Bohrkernen eine Mine wird, ist unbewiesen. Ein Substanzrisiko im Sinne von Rot liegt nicht vor; die Kasse reicht rechnerisch gut zwei Jahre.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger dieser Analyse war das US-OTCQX-Kürzel NGXXF auf der Foren-Hitliste von wallstreet-online (Stand 6. Oktober 2026); geführt wird die Firma bei uns unter ihrer Heimatnotierung NGEX (Toronto Stock Exchange) als NGEX.TO. Ein Treffer unseres hauseigenen Aktien-Scanners liegt nicht vor und kann nicht vorliegen: Das Unternehmen erzielt weder Umsatz noch Gewinn.
  • NGEx ist kein SEC-Periodenberichter (CIK 0002044153, nur Form D). Alle Unternehmenszahlen stammen aus den kanadischen Pflichtdokumenten: Konzernabschlüsse 2022, 2024 und 2025 (Prüfer PricewaterhouseCoopers LLP), Annual Information Form 2025, Zwischenabschlüsse und Lageberichte zum 31.03. und 30.06.2026, Investor-Day-Präsentation vom 15.09.2026, Rundschreiben zur Sonderversammlung und Pressemitteilungen bis 02.10.2026.
  • Rechnerische Werte sind unsere Überschlagsrechnung: Börsenwert aus 216.858.780 Aktien mal Schlusskurs vom 05.10.2026; Abzugsrechnung mit Kasse, kurzfristigen Anlagen und LunR-Paket zum 30.06.2026 ohne Verbindlichkeiten; Reichweite der Kasse aus dem operativen Mittelabfluss 2025 ohne Stollenbau und ohne das Valiente-Betriebskapital von rund 2,0 Mio. C$ (netto nach dem Kaufpreis von rund 14,6 Mio. C$, der an NGEx zurückfließt); Gesamtmeter als Summe aus technischem Bericht und vierter Bohrphase.
  • Bohrergebnisse in Kupferäquivalent beruhen auf der Formel des Unternehmens (3,00 US-$/lb Kupfer, 1.500 US-$/oz Gold, 18 US-$/oz Silber, 80 % Ausbeute). Sie beschreiben einzelne Bohrabschnitte und sind keine Ressource.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 8. Oktober 2026. Was sich seitdem bei NGEX.TO geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

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Häufige Fragen

NGEx Minerals ist ein kanadischer Explorer der Lundin-Gruppe. Das Unternehmen erkundet die Kupfer-Gold-Silber-Lagerstätte Lunahuasi in der argentinischen Provinz San Juan (100 Prozent) und hält rund 69 Prozent am Projekt Los Helados in Chile. Umsatz gibt es keinen; das Geld stammt aus Aktienplatzierungen.

Nein. Der Jahresbericht vom 19. März 2026 hält fest, dass für Lunahuasi keine Mineralressourcen geschätzt wurden. Laut Investorentag vom 15. September 2026 arbeitet NGEx mit der fünften Bohrphase von rund 25.000 Metern auf eine erste Schätzung hin, nennt aber keinen Termin.

Beim Kupferäquivalent werden Gold und Silber zum Kupferpreis umgerechnet, damit ein Bohrabschnitt mit einer Zahl beschrieben werden kann. NGEx rechnet bei Lunahuasi mit 3,00 US-Dollar je Pfund Kupfer, 1.500 US-Dollar je Unze Gold, 18 US-Dollar je Unze Silber und 80 Prozent Ausbeute. Es ist eine Rechengröße, keine Ressource.

Das wichtigste Kupfermineral bei Lunahuasi ist Enargit, das Arsen enthält. Die ersten Konzentrate lagen laut Meldung vom 15. September 2026 über den üblichen Strafgrenzen der Hütten. Ein Zusatzverfahren entfernte mehr als 95 Prozent des Arsens; die Kosten in einer künftigen Mine sind noch nicht beziffert.

LunR Royalties ist eine Lizenzgebühren-Gesellschaft, die NGEx im Oktober 2025 abgespalten hat. Sie erhält unter anderem 1 Prozent des Nettohüttenerlöses aus Lunahuasi und 1,38 Prozent aus Los Helados. NGEx behielt 19,9 Prozent; das Paket war am 30. Juni 2026 rund 252,7 Millionen kanadische Dollar wert.

Es ist dieselbe Aktie. NGEX ist das Kürzel an der Heimatbörse Toronto Stock Exchange, wo die Preisbildung in kanadischen Dollar stattfindet. NGXXF ist das Kürzel am außerbörslichen US-Markt OTCQX. Bei Börsenlotse wird die Aktie unter NGEX.TO geführt.

NGEx will das Projekt Valle Ancho in die neue Gesellschaft Valiente Resources abspalten. Je NGEx-Aktie gibt es eine neue NGEx-Aktie und ein Fünftel einer Valiente-Aktie. NGEx zahlt Valiente rund 16,6 Millionen kanadische Dollar ein; rund 14,6 Millionen davon fließen als Kaufpreis für das Projekt an NGEx zurück, rund 2,0 Millionen bleiben als Betriebskapital. Abgestimmt wird am 29. Oktober 2026, nötig sind zwei Drittel der Stimmen.

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