Nel kann auf den Wasserstoff-Boom warten — die Frage ist nur, wie lange
Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller Nel hat 1.328 Millionen Kronen in der Kasse und keine Bankschulden. Doch der Umsatz fiel im zweiten Quartal 2026 um 12 Prozent, der größte PEM-Auftrag der Firmengeschichte steht im Risikofach, und im Lager liegt Ware für 362 Millionen Kronen, die ein Kunde nicht bezahlt hat. Wir haben Geschäfts- und Quartalsbericht gelesen und nachgerechnet, wie viel Geduld sich Nel mit seinem Geld noch kaufen kann.
Stand heute
Stand: 25. September 2026
- Schlusskurs
- 2,10 kr +0,50 %
- Marktkapitalisierung
- 3,9 Mrd. kr
- Wachstums-Score
- 3/10
- AAQS
- 4/10
Kursentwicklung seit 25. September 2026: +1,9 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Tagesschlusskurse seit 1. Dez 2025, um Splits und Dividenden bereinigt.
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Kennst du das? Du planst eine Renovierung für drei Monate, und am Ende dauert sie ein Jahr. Nicht, weil du faul warst, sondern weil dein Kopf beim Planen nur den glatten Verlauf sieht — und die Lieferverzögerung, den kranken Handwerker und die fehlende Genehmigung einfach weglässt. Psychologen nennen das den Planungsfehlschluss: Wir unterschätzen fast immer, wie lange etwas dauert, auch wenn wir es schon oft falsch geschätzt haben. Anleger sind davor nicht geschützt. Im Gegenteil: Wer auf eine Zukunftsbranche setzt, rechnet mit dem Tag, an dem der Markt „endlich anspringt“ — und selten damit, dass dieser Tag sich Jahr für Jahr verschiebt.
Nel ist eine Aktie, an der sich dieser Denkfehler besonders gut beobachten lässt. Der norwegische Hersteller von Elektrolyseuren — Maschinen, die mit Strom aus Wasser Wasserstoff machen — schreibt in seinem Ausblick vom Juli 2026, man sei bereit, zur Wachstumsstrategie zurückzukehren, „wenn der Markt zurückkommt“. Machen wir also einen Deal: Wir fragen nicht, ob der Wasserstoff-Markt kommt, sondern rechnen mit den echten Berichten nach, wie lange Nel auf ihn warten kann. Das Spannungsfeld dieser Analyse lautet: Nel hat genug Geld, um zu warten, und keine Schulden — aber mehrere Posten in der Bilanz verlieren mit jedem Monat Warten an Wert.
Was Nel eigentlich macht — Wasserstoff aus Strom und Wasser
Nel ASA mit Sitz in Oslo baut Elektrolyseure. Das Alltagsbild: Ein Elektrolyseur ist ein Wasserkocher, der das Wasser nicht erhitzt, sondern mit Strom in seine Bestandteile zerlegt — Wasserstoff und Sauerstoff. Kommt der Strom aus Wind oder Sonne, entsteht Wasserstoff ohne CO₂, den Raffinerien, Stahlwerke, Düngemittelhersteller oder Tankstellen nutzen können. Nel fertigt zwei Bauarten. Die alkalische Technik (Sparte Nel Alkaline Electrolyser, Werk in Herøya/Norwegen) ist die ältere, robuste Variante für große Industrieanlagen. Die PEM-Technik (Sparte Nel PEM Electrolyser, Werk in Wallingford/Connecticut, USA) arbeitet mit einer Kunststoffmembran und reagiert schneller auf schwankenden Ökostrom. Die Wurzeln reichen laut Unternehmen bis 1927 zurück; die heutige Gesellschaft wurde 1998 gegründet.
Zum 30. Juni 2026 beschäftigte Nel 313 Menschen, 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Tankstellensparte gibt es nicht mehr: Sie wurde 2024 als Cavendish Hydrogen ASA abgespalten und separat an die Börse gebracht. Alle Zahlen in diesem Text betreffen deshalb das verbliebene Elektrolyse-Geschäft. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr, berichtet wird in norwegischen Kronen (NOK). Zur Einordnung: Zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 25. September 2026 entsprachen 10,84 Kronen einem Euro.
Wichtig für die Belegkette: Nel berichtet nicht an die US-Börsenaufsicht SEC. Das Kürzel NLLSF ist nur ein Zweitsymbol im amerikanischen Freiverkehr ohne eigene Berichtspflicht; zu Hause notiert die Aktie an der Euronext Oslo Børs unter dem Kürzel NEL. Alle Belege dieser Analyse stammen deshalb aus den Originalberichten des Unternehmens — dem testierten Geschäftsbericht 2025, dem Bericht zum zweiten Quartal 2026 und den Börsenmitteilungen.
Die Firmengeschichte für Anleger
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2024
Tankstellensparte als Cavendish Hydrogen abgespalten
Nel konzentriert sich auf Elektrolyseure. Die Abspaltung verringerte die Kasse laut Geschäftsbericht 2024 um 625 Mio. NOK. Den Iwatani-Rechtsstreit von Februar 2024 legte Nel erst 2026 mit einer eigenen Zahlung bei.
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2025
Samsung E&A steigt mit 353 Mio. NOK ein
Privatplatzierung im März 2025, rechnerisch rund 2,11 NOK je Aktie. Samsung E&A wird mit 9,09 Prozent größter Aktionär — zu einem Preis, der dem Kurs vom September 2026 entspricht.
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2025
Rund 800 Mio. NOK Wertminderungen
Anlagen in Herøya und Firmenwert der PEM-Sparte werden abgeschrieben, weil die eigene neue Technik die alten Plattformen entwertet. Jahresverlust 1.265 Mio. NOK.
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2025
Rekordauftrag von HYDS
Im vierten Quartal gewinnt Nel 40 Megawatt PEM für zwei Standorte in Norwegen, laut Vorstandschef der größte PEM-Auftrag der Firmengeschichte.
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2026
Juni: Iwatani-Vergleich und Rücktritt des Vorstandschefs
Nel zahlt 7,5 Mio. US-Dollar an Iwatani (70 Mio. NOK Belastung im Q2), Vorstandschef Håkon Volldal kündigt mit sechs Monaten Frist. Ein Nachfolger fehlt bis Ende September.
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2026
Juli: HYDS-Projekte im Risikofach
Der Q2-Bericht weist 296 Mio. NOK des Auftragsbestands als erheblich gefährdet aus. Für Aktionäre wackelt damit genau der Auftrag, der Ende 2025 die Wende belegen sollte.
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2026
September: Montagepartner Hydrasun
Rahmenvertrag mit Hydrasun (Aberdeen) für die Endmontage containerisierter PEM-Anlagen in Europa. Ein fester Auftrag ist damit nicht verbunden.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Über die Foren-Hitliste von wallstreet-online, also die Liste der meistdiskutierten Aktien deutscher Privatanleger — Stand 25. September 2026, dort unter dem US-Kürzel NLLSF. Eine solche Liste misst Aufmerksamkeit, nicht Qualität. Nel ist in deutschen Foren seit Jahren ein Dauerthema, weil die Aktie für viele Anleger das Wasserstoff-Versprechen verkörpert. Der Schlusskurs in Oslo lag am 25. September 2026 bei 2,06 NOK. Das ist fast genau der Preis, den der größte Aktionär vor anderthalb Jahren bezahlt hat — dazu gleich mehr.
Anlässe für neue Diskussionen gab es 2026 genug: Im Mai stellte Nel eine neue Generation druckbeaufschlagter alkalischer Elektrolyseure vor, im Juni einigte sich das Unternehmen in einem Rechtsstreit in Kalifornien und kündigte der Vorstandschef, im September folgte ein Rahmenvertrag mit dem schottischen Montagepartner Hydrasun. Ein ähnliches Muster aus großem Zukunftsversprechen und langem Warten auf den Durchbruch haben wir bei der Brennstoffzellen-Firma Ballard Power nachgerechnet — Nel steht in derselben Wertschöpfungskette eine Stufe davor, dort, wo der Wasserstoff erst hergestellt wird.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Zuerst das, was für Nel spricht, und zwar ohne Einschränkung: Die Bilanz ist solide. Zum 30. Juni 2026 standen 1.328 Millionen NOK an freien Zahlungsmitteln in der Bilanz, dazu 144 Millionen NOK gebundene Guthaben für Bankgarantien. Bankkredite gibt es keine; die einzigen verzinslichen Verpflichtungen sind Mietverträge über zusammen 218 Millionen NOK. Das Eigenkapital betrug 3.602 Millionen NOK, das sind 78 Prozent der Bilanzsumme. Im März 2025 hat sich der südkoreanische Anlagenbauer Samsung E&A mit 353 Millionen NOK eingekauft und hält seitdem 9,09 Prozent. Und die Zahl der Aufträge im PEM-Geschäft ist zuletzt gestiegen: 222 Millionen NOK im zweiten Quartal 2026, fast viermal so viel wie ein Jahr zuvor.
Nun der Blick über die Jahre. Der Umsatz des fortgeführten Elektrolyse-Geschäfts stieg von 436 Millionen NOK (2021) über 708 Millionen (2022) auf 1.350 Millionen (2023) und 1.390 Millionen (2024) — und fiel 2025 auf 963 Millionen NOK, ein Minus von 31 Prozent. Das EBITDA, also grob das, was das Tagesgeschäft vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern abwirft, war in allen fünf Jahren negativ: minus 306, minus 428, minus 272, minus 173 und minus 275 Millionen NOK.
Unter dem Strich stand 2025 ein Verlust von 1.265 Millionen NOK. Der Großteil davon sind Abschreibungen, die kein Geld kosten, aber etwas verraten: 361 Millionen NOK auf Produktionsanlagen in Herøya und 439 Millionen auf Firmenwert und Technik aus der Übernahme der heutigen PEM-Sparte. Die Begründung im Geschäftsbericht ist bemerkenswert ehrlich — die eigene neue Technik dürfte die Aussichten der bisherigen Anlagen verschlechtern. Nel entwertet also einen Teil der alten Fabrik, weil die nächste Generation kommt. Merk dir diesen Gedanken, er kehrt im Lager wieder.
Das jüngste Quartal bestätigt das Bild. Im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz um 12 Prozent auf 153 Millionen NOK, das EBITDA fiel auf minus 155 Millionen, der Verlust auf 189 Millionen NOK. Darin stecken 70 Millionen NOK für einen Vergleich mit Iwatani Corporation of America: Der Partner hatte Nel im Februar 2024 wegen Wasserstoff-Tankstellen in Kalifornien verklagt, am 7. Juni 2026 einigte man sich auf eine Zahlung von 7,5 Millionen US-Dollar, die laut Bericht im dritten Quartal 2026 abfließt. Ein Teil der damals beteiligten Gesellschaften gehört inzwischen zu Cavendish — die im Vergleich vereinbarte Zahlung leistet Nel.
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Rekordauftrag liegt im Risikofach
Im vierten Quartal 2025 feierte Nel seinen größten Erfolg seit Jahren. Der damalige Vorstandschef Håkon Volldal schrieb im Geschäftsbericht, man habe einen 40-Megawatt-Auftrag des norwegischen Projektentwicklers HYDS für zwei Standorte in Norwegen gewonnen:
„This contract represents the largest PEM order in Nel’s history and the company’s second largest order ever in terms of value.“
Übersetzung: „Dieser Vertrag ist der größte PEM-Auftrag in der Geschichte von Nel und dem Wert nach der zweitgrößte Auftrag des Unternehmens überhaupt.“
Ein halbes Jahr später liest sich das anders. Nel veröffentlicht mit jedem Bericht eine kleine Tabelle, die den Auftragsbestand in drei Fächer sortiert: geplante Lieferung im laufenden Jahr, Lieferung später — und „erhebliches Risiko von Verzögerung oder Stornierung“. Ende 2025 lagen in diesem Risikofach 132 Millionen NOK, davon nur 17 Millionen aus dem PEM-Geschäft. Zum 30. Juni 2026 waren es 296 Millionen NOK, alle aus PEM. Direkt unter der Tabelle steht, warum:
„One HYDS project is delayed in the initial phase but plans to proceed in time for hydrogen production in 2028. The other project needs to be reevaluated after changed external circumstances and the contractual obligations of HYDS may be fulfilled through deliveries to other projects in the HYDS portfolio.“
Übersetzung: „Ein HYDS-Projekt verzögert sich in der Anfangsphase, plant aber, rechtzeitig für eine Wasserstoffproduktion im Jahr 2028 weiterzumachen. Das andere Projekt muss nach veränderten äußeren Umständen neu bewertet werden, und die vertraglichen Verpflichtungen von HYDS könnten über Lieferungen an andere Projekte im HYDS-Portfolio erfüllt werden.“
— Nel ASA, Bericht zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2026, Alternative Leistungskennzahlen, Seite 20
Übersetzen wir das: Von 990 Millionen NOK Auftragsbestand im PEM-Geschäft stehen 296 Millionen, also 30 Prozent, unter erheblichem Risiko — und die Erläuterung nennt genau die HYDS-Projekte. Im alkalischen Geschäft ist das Problem ein anderes: Dort gibt es kaum noch Bestand, der wackeln könnte. Er schrumpfte binnen eines Jahres von 826 auf 224 Millionen NOK, ein Minus von 73 Prozent, weil Nel mehr auslieferte, als neu bestellt wurde. Im zweiten Quartal 2026 gingen für die alkalische Sparte ganze 8 Millionen NOK an neuen Aufträgen ein. Nel verweist auf bezahlte Vorstudien für Projekte über 100 Megawatt, aus denen feste Bestellungen werden sollen. Ein Vertrag ist das noch nicht.
Merke: Ein Auftragsbestand ist ein Versprechen des Kunden, keine Überweisung. Bei Nel entscheidet nicht die Größe des Bestands, sondern das Fach, in dem er liegt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Ein Lager voller Ware, die niemand abgeholt hat
Normalerweise baut Nel auf Bestellung. Das Lager sollte sich deshalb schnell drehen. Tut es nicht. Zum Jahresende 2025 standen Vorräte von 919 Millionen NOK in der Bilanz, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor (532 Millionen). Die fertigen Erzeugnisse allein stiegen von 67 auf 552 Millionen NOK. Den Grund nennt Note 4.1 des Geschäftsberichts:
„A customer defaulted on its payment, so Nel accepted the goods as settlement for the outstanding receivables. This reduced trade receivables and increased inventory by approximately NOK 362 million. These goods remain unsold and are still held in inventory at the end of 2025.“
Übersetzung: „Ein Kunde ist mit seiner Zahlung ausgefallen, daher hat Nel die Ware als Ausgleich für die offenen Forderungen angenommen. Das verringerte die Forderungen aus Lieferungen und erhöhte den Vorratsbestand um rund 362 Millionen NOK. Diese Ware ist unverkauft und befindet sich Ende 2025 weiterhin im Lager.“
— Nel ASA, Geschäftsbericht 2025, Note 4.1 Inventories
Das Alltagsbild: Ein Möbelhaus liefert eine Einbauküche, der Kunde zahlt nicht, das Möbelhaus holt die Küche zurück und stellt sie ins eigene Lager — zum vollen Einkaufspreis bewertet, obwohl sie für einen anderen Grundriss gebaut wurde. Bei Nel ist das kein Einzelstück. Das alkalische Lager von 644 Millionen NOK entspricht laut Geschäftsbericht rund 350 Megawatt Elektrolyseleistung, überwiegend fertige Zellen und Membranen. Zum Vergleich: Der gesamte alkalische Auftragsbestand lag zum 30. Juni 2026 bei 224 Millionen NOK. Und die Ware stammt aus der Technikgeneration, deren Aussichten Nel wegen der neuen druckbeaufschlagten Anlagen selbst schlechter einschätzt — mit genau dieser Begründung wurden 2025 die Maschinen in Herøya abgeschrieben.
Bewertet ist die Ware trotzdem zum vollen Anschaffungswert. Nel hat geprüft, ob der erzielbare Verkaufspreis reicht, und sagt dazu in der Sensitivitätsanalyse, wie dünn das Polster ist: Ein um rund 20 Prozent niedrigerer Verkaufspreis würde es aufzehren. Und die Zeit spielt mit:
„A delay in expected order intake or delivery compared with management’s assumptions would increase the impact of discounting and may result in a lower NRV. A delay of 12 months compared to estimated timing of sale would result in zero headroom, all else equal.“
Übersetzung: „Eine Verzögerung beim erwarteten Auftragseingang oder bei der Lieferung gegenüber den Annahmen des Managements würde den Abzinsungseffekt erhöhen und kann zu einem niedrigeren Nettoveräußerungswert führen. Eine Verzögerung von zwölf Monaten gegenüber dem geschätzten Verkaufszeitpunkt würde den Puffer bei sonst gleichen Bedingungen vollständig aufzehren.“
— Nel ASA, Geschäftsbericht 2025, Note 4.1 Inventories, Sensitivitätsanalyse
Das ist der Planungsfehlschluss in Bilanzform. Die Bewertung des Lagers hängt an einer Annahme darüber, wann Nel die Ware verkauft. Verschiebt sich dieser Zeitpunkt um ein Jahr, ist der Puffer weg, und jede weitere Verzögerung wird zur Abschreibung. Zum 30. Juni 2026 lagen die Vorräte bei 890 Millionen NOK, nur 29 Millionen weniger als zum Jahresende. Ein schneller Abbau ist das nicht.
Ein zweiter Posten gehört an diese Stelle. Von den Forderungen aus Lieferungen über brutto 274 Millionen NOK waren zum 30. Juni 2026 114 Millionen NOK seit mehr als einem Jahr überfällig; Nel hat darauf 40 Millionen NOK Wertberichtigung gebildet. Wieder dieselbe Frage: Wie lange wartet man auf Geld, bevor man zugibt, dass es nicht mehr kommt?
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Ohne mehr Umsatz kein Gewinn — und die Kasse schrumpft
Nel sagt selbst, woran alles hängt. Im Bericht zum zweiten Quartal 2026 steht der Satz ohne jede Verzierung:
„Nel does depend on increasing revenues to achieve profitability.“
Übersetzung: „Nel ist auf steigende Umsätze angewiesen, um profitabel zu werden.“
— Nel ASA, Bericht zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2026, Finanzentwicklung Konzern, Seite 4
Die Umsätze steigen aber nicht, sie sinken: 302 Millionen NOK im ersten Halbjahr 2026 nach 329 Millionen ein Jahr zuvor. Nel hat deshalb Kosten und Kapazität angepasst, das alkalische Werk in Herøya läuft nicht mehr voll, die Belegschaft ist geschrumpft. Gleichzeitig investiert Nel weiter in die nächste Generation, darunter eine neue Fertigungslinie für 1 Gigawatt Jahreskapazität in Herøya, für deren Industrialisierung der EU-Innovationsfonds Nel für eine Förderung von bis zu 135 Millionen Euro ausgewählt hat. Die Kasse zeigt, was das zusammen kostet.
In zwölf Monaten sind 600 Millionen NOK abgeflossen, im Schnitt 150 Millionen je Quartal. Und das zweite Quartal 2026 sieht besser aus, als es ist: Der operative Mittelfluss war mit plus 2 Millionen NOK nur deshalb positiv, weil 118 Millionen NOK EU-Fördergeld eingingen. Ohne diese Zahlung hätte er bei rund minus 116 Millionen gelegen (eigene Rechnung). Im dritten Quartal fließen zusätzlich die 70 Millionen NOK für den Iwatani-Vergleich ab.
Rechnen wir die Wartezeit aus, so einfach wie möglich: 1.328 Millionen NOK geteilt durch 600 Millionen Abfluss pro Jahr ergibt gut zwei Jahre. Das ist keine Notlage — der Verwaltungsrat bestätigt im testierten Abschluss 2025 die Fortführung, der Bestätigungsvermerk des Prüfers enthält keinen Hinweis auf eine wesentliche Unsicherheit, und Nel schreibt im Ausblick, die Kasse erlaube es zusammen mit den Kostenanpassungen, den Betrieb, die Technikentwicklung und die Rückkehr zum Wachstum zu finanzieren:
„Nel has a cash balance that, in combination with adjustments to the cost base and capacity utilization, allows the company to fund its operations, investment in technology development and to be ready to return to its growth strategy when the market returns.“
Übersetzung: „Nel verfügt über einen Kassenbestand, der es dem Unternehmen zusammen mit Anpassungen der Kostenbasis und der Kapazitätsauslastung erlaubt, den Betrieb und die Investitionen in die Technologieentwicklung zu finanzieren und bereit zu sein, zu seiner Wachstumsstrategie zurückzukehren, wenn der Markt zurückkommt.“
— Nel ASA, Bericht zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2026, Ausblick, Seite 9
Achte auf das letzte Wort: „wenn“. Ein Datum steht dort nicht. Und wer den Weg dorthin führt, ist offen. Am 15. Juni 2026 kündigte Vorstandschef Håkon Volldal, der Nel seit Juli 2022 geführt hatte, um in eine andere Branche zu wechseln. Er bleibt für seine sechsmonatige Kündigungsfrist im Amt; einen Nachfolger hatte Nel bis zum 25. September 2026 nicht gemeldet. Der Verwaltungsrat betont, Strategie und Prioritäten blieben unverändert.
Was die Aktie kostet
Zum Schlusskurs von 2,06 NOK am 25. September 2026 ist Nel bei 1.838,5 Millionen Aktien rund 3,79 Milliarden NOK wert — umgerechnet etwa 349 Millionen Euro oder 398 Millionen US-Dollar. Davon sind 1.328 Millionen NOK, also rund ein Drittel, freie Zahlungsmittel. Der Rest, rund 2,5 Milliarden NOK, ist das, was der Markt für das eigentliche Geschäft bezahlt: gut das 2,5-Fache des Umsatzes von 2025. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht, weil es keinen Gewinn gibt.
Gemessen an der Substanz kostet die Aktie ziemlich genau ihren Buchwert: Das Eigenkapital von 3.602 Millionen NOK entspricht dem 0,95-Fachen des Börsenwerts, umgekehrt gerechnet ist das ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,05. Klingt nach Sicherheitsnetz, ist aber nur so fest wie das, woraus es besteht. Neben der Kasse stecken darin Anlagen von 1.157 Millionen, aktivierte Technik und Firmenwert von 632 Millionen und Vorräte von 890 Millionen NOK — also genau die Posten, deren Wert an der Frage „wann kommt der Markt“ hängt.
Ein Vergleichspunkt: Samsung E&A zahlte im März 2025 für 167,1 Millionen neue Aktien 353 Millionen NOK, rechnerisch rund 2,11 NOK je Aktie (eigene Rechnung). Der größte Aktionär hat also zum heutigen Preis gekauft — und damit anderthalb Jahre gewartet, ohne etwas zu verdienen. Wichtig für die Verwässerung, also die Frage, ob dein Stück vom Kuchen kleiner wird: Die Hauptversammlung vom 10. April 2026 hat den Verwaltungsrat ermächtigt, das Kapital um bis zu 10 Prozent zu erhöhen. Nel schreibt im Geschäftsbericht offen, man werde bei Bedarf versuchen, über Platzierungen, Kredite, Partnerschaften oder strategische Allianzen Kapital zu beschaffen.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Nel spricht:
- Keine Bankschulden, 1.328 Millionen NOK freie Zahlungsmittel und eine Eigenkapitalquote von 78 Prozent zum 30. Juni 2026; der testierte Abschluss 2025 bestätigt die Fortführung.
- Der PEM-Auftragseingang zog an: 222 Millionen NOK im zweiten Quartal 2026, der PEM-Bestand stieg auf 990 Millionen NOK.
- Mit der neuen druckbeaufschlagten alkalischen Technik und bis zu 135 Millionen Euro EU-Förderung hat Nel ein neues Produkt, das die Kosten der Kunden senken soll.
- Starke Partner: Samsung E&A hält 9,09 Prozent, dazu Kooperationen mit Reliance und Saipem und seit September 2026 ein europäischer Montagepartner (Hydrasun).
Was gegen Nel spricht:
- Der Umsatz fiel 2025 um 31 Prozent und im ersten Halbjahr 2026 um weitere 8 Prozent; das EBITDA war fünf Jahre in Folge negativ.
- 30 Prozent des PEM-Auftragsbestands (296 Millionen NOK) tragen ein erhebliches Risiko, darunter der größte PEM-Auftrag der Firmengeschichte; der alkalische Bestand schrumpfte binnen eines Jahres um 73 Prozent.
- Im Lager liegen 362 Millionen NOK zurückgenommene Ware aus einem Kundenausfall; laut eigener Sensitivitätsanalyse genügen zwölf Monate Verzögerung, um den Bewertungspuffer aufzuzehren.
- In zwölf Monaten flossen 600 Millionen NOK ab; bei diesem Tempo reicht die Kasse gut zwei Jahre, und eine Ermächtigung für bis zu 10 Prozent neue Aktien liegt vor.
- Der Vorstandschef geht, ein Nachfolger war bis zum 25. September 2026 nicht benannt.
Ein menschliches Fazit
Erinnerst du dich an die Renovierung vom Anfang, die drei Monate dauern sollte? Nel ist ein Unternehmen, das seit Jahren gut plant und trotzdem immer wieder länger braucht, als es wollte — nicht aus Unfähigkeit, sondern weil Förderprogramme verschoben, Zinsen gestiegen und Projekte der Kunden geplatzt sind. Das Unternehmen schreibt das selbst in jeden Bericht. Die gute Nachricht: Nel hat Geld für das Warten, und keine Bank, die drängelt.
Die unbequeme Nachricht steht in den Anhängen. Das Lager, der Auftragsbestand und die aktivierte Technik sind alle auf der Annahme bewertet, dass der Markt rechtzeitig kommt. Je länger er auf sich warten lässt, desto mehr dieser Werte schmelzen — erst im Risikofach, dann in der Bilanz. Die nächste Probe kommt am 15. Oktober 2026 mit dem Bericht zum dritten Quartal: Wie groß ist das Risikofach, wie viel Lagerware wurde verkauft, und wer führt das Unternehmen ab dem Winter? Wer bei Nel nur auf den Tag wartet, an dem der Wasserstoff kommt, sollte die Uhr mitlesen, die in der Bilanz tickt. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
- Nel ASA — Bericht zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht 15. Juli 2026; jüngster Periodenbericht, IAS 34)
- Nel ASA — Geschäftsbericht 2025 (IFRS-Konzernabschluss, Prüfer Ernst & Young AS; veröffentlicht 26. Februar 2026)
- Nel ASA — Geschäftsbericht 2024 (Kennzahlen des fortgeführten Geschäfts, Abspaltung Cavendish Hydrogen)
- Nel ASA — Bericht zum 1. Quartal 2026 (22. April 2026) und Bericht zum 4. Quartal 2025 (26. Februar 2026)
- Einladung zur Hauptversammlung 2026 (17. März 2026; Ermächtigung zur Kapitalerhöhung um bis zu 10 Prozent)
- Börsenmitteilungen: Vergleich mit Iwatani (7. Juni 2026), Rücktritt des Vorstandschefs (15. Juni 2026), Rahmenvertrag mit Hydrasun (10. September 2026), Finanzkalender (Stand 26. September 2026: Bericht Q3 2026 am 15. Oktober 2026; der Kalender vom 15. Juli 2026 hatte noch den 21. Oktober genannt)
- Euronext Oslo Børs — Kursseite Nel ASA (ISIN NO0010081235), Schlusskurs vom 25. September 2026
- Europäische Zentralbank — Euro-Referenzkurse vom 25. September 2026 (Umrechnung NOK in Euro und US-Dollar)
- Quelle: Fundamentaldaten & Geschäftsberichte (Jahres- und Quartalsberichte, Oslo Børs)
Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung auf Basis öffentlich zugänglicher Unternehmensberichte und keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien können an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust. Alle Zahlen tragen den Stand ihrer Quelle; Kursangaben sind datierte Momentaufnahmen. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen kr, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 753,1 | 914,9 | 1.349,8 | 1.389,9 | 963,1 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -582,5 | -953,6 | -443,5 | -389,4 | -1.364,7 |
| Nettogewinn | -1.666,9 | -1.171,2 | -855,2 | -244,3 | -1.265,1 |
| Nettomarge | -221,3 % | -128,0 % | -63,4 % | -17,6 % | -131,4 % |
| Gewinn je Aktie | -1,14 kr | -0,76 kr | -0,51 kr | -0,15 kr | -0,69 kr |
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Unser Fazit auf einen Blick
- Bilanz und Liquidität positiv
- Zum 30. Juni 2026 hatte Nel 1.328 Millionen NOK freie Zahlungsmittel, keine Bankschulden und eine Eigenkapitalquote von 78 Prozent. Der testierte Abschluss 2025 bestätigt die Fortführung; Samsung E&A ist seit März 2025 mit 9,09 Prozent größter Aktionär.
- Umsatz und Ergebnis negativ
- Der Umsatz fiel 2025 um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK und im ersten Halbjahr 2026 von 329 auf 302 Millionen. Das EBITDA war von 2021 bis 2025 jedes Jahr negativ; Nel schreibt selbst, dass es für Profitabilität auf steigende Umsätze angewiesen ist.
- Auftragsbestand negativ
- Von 1.213 Millionen NOK Bestand (30. Juni 2026) tragen 296 Millionen ein erhebliches Verzögerungs- oder Stornorisiko, betroffen sind die HYDS-Projekte. Der alkalische Bestand schrumpfte binnen eines Jahres von 826 auf 224 Millionen NOK.
- Bilanzqualität negativ
- Rund 362 Millionen NOK Lagerware aus einem Kundenausfall waren Ende 2025 unverkauft; zwölf Monate Verzögerung würden laut Geschäftsbericht den Puffer des alkalischen Lagers aufzehren. 114 Millionen NOK Forderungen waren zum 30. Juni 2026 seit über einem Jahr überfällig.
- Neue Technik und Partner neutral
- Nel brachte im Mai 2026 eine neue druckbeaufschlagte alkalische Anlage auf den Markt, gefördert mit bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds, und gewann im September 2026 einen Montagepartner in Europa. Ob daraus feste Aufträge werden, ist offen.
- Führung neutral
- Vorstandschef Håkon Volldal kündigte am 15. Juni 2026 mit sechs Monaten Frist; bis zum 25. September 2026 war kein Nachfolger benannt. Der Verwaltungsrat erklärt die Strategie für unverändert.
Nel ASA hat 1.328 Millionen NOK in der Kasse und keine Bankschulden, verliert aber rund 600 Millionen NOK im Jahr und ist für Gewinne auf steigende Umsätze angewiesen, die derzeit sinken. Der größte PEM-Auftrag der Firmengeschichte steht im Risikofach, im Lager liegen 362 Millionen NOK zurückgenommene Ware, und der Vorstandschef geht. Beim Kurs von 2,06 NOK (25. September 2026) ist rund ein Drittel des Börsenwerts Kasse. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb steht hier für eine offene operative Frage, nicht für ein akutes Substanzrisiko. Die Bilanz trägt: 1.328 Millionen NOK freie Zahlungsmittel, keine Bankschulden, 78 Prozent Eigenkapitalquote und ein testierter Abschluss mit bestätigter Fortführung. Beim Mittelabfluss der letzten zwölf Monate von 600 Millionen NOK reicht die Kasse gut zwei Jahre, also deutlich länger als die rund vier Quartale, ab denen wir Rot vergeben. Offen ist dagegen alles, was das Geschäft selbst betrifft: fünf Jahre negatives EBITDA, sinkende Umsätze, ein Auftragsbestand mit 296 Millionen NOK im Risikofach und Bilanzposten — Lager, überfällige Forderungen, aktivierte Technik —, deren Wert an der Frage hängt, wann der Wasserstoff-Markt anzieht. Dazu kommt ein Führungswechsel ohne benannten Nachfolger. Zieht der Umsatz nicht an, wird aus der offenen Frage eine Frage der Kassenreichweite; die nächste Prüfmarke ist der Bericht zum dritten Quartal am 15. Oktober 2026.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger dieser Analyse ist die Foren-Hitliste von wallstreet-online (meistdiskutierte Werte deutscher Privatanleger), Stand 25. September 2026, dort unter dem US-Kürzel NLLSF. Der rote Faden ist der Planungsfehlschluss: Wir unterschätzen, wie lange Dinge dauern — und bei Nel hängt der Wert mehrerer Bilanzposten genau an dieser Zeitfrage.
- Zur Beleglage: Nel ist kein SEC-Filer; NLLSF ist ein Freiverkehrs-Zweitsymbol ohne Berichtspflicht (keine SEC-Kennung, Abfrage am 25. September 2026). Alle Unternehmenszahlen stammen aus dem testierten Geschäftsbericht 2025 (Prüfer Ernst & Young AS), dem Geschäftsbericht 2024, den Berichten zum vierten Quartal 2025 sowie zum ersten und zweiten Quartal 2026 und den Börsenmitteilungen bis 25. September 2026. Berichtswährung ist die norwegische Krone (NOK).
- Eigene Berechnungen: Mittelabfluss über zwölf Monate (1.928 minus 1.328 Millionen NOK), rechnerische Kassenreichweite, operativer Mittelfluss im zweiten Quartal 2026 ohne EU-Förderzahlung (rund minus 116 Millionen NOK), Anteil des PEM-Risikofachs (296 von 990 Millionen NOK), Börsenwert, Börsenwert abzüglich Kasse und der rechnerische Einstiegspreis von Samsung E&A (353,07 Millionen NOK brutto für 167.132.530 Aktien, rund 2,11 NOK). Euro- und Dollarwerte zum EZB-Referenzkurs vom 25. September 2026 (10,84 NOK und 1,1403 US-Dollar je Euro).
- Kurs und Börsenwert: Schlusskurs 2,06 NOK an der Euronext Oslo Børs am 25. September 2026 (Kurshistorie der Euronext). Börsenwert-Gegenprobe: 1.838.457.834 Aktien mal 2,06 NOK ergeben 3.787,2 Millionen NOK; die Fundamentaldaten mit Stand August 2026 führten bei 2,16 NOK dieselbe Aktienzahl.
- Verwechslungsgefahr: Nel ASA (Oslo, Wasserstoff-Elektrolyseure) hat nichts mit Nelnet Inc. (Kürzel NNI, US-Bildungsfinanzierer) zu tun. Die 2024 abgespaltene frühere Tankstellensparte notiert heute eigenständig als Cavendish Hydrogen ASA.
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Häufige Fragen
Nel ASA aus Oslo baut Elektrolyseure, also Anlagen, die mit Strom aus Wasser Wasserstoff herstellen. Es gibt zwei Sparten: alkalische Elektrolyseure aus dem Werk Herøya in Norwegen und PEM-Elektrolyseure aus Wallingford in den USA. 2025 lag der Umsatz bei 963 Millionen NOK, zum 30. Juni 2026 arbeiteten 313 Menschen für Nel.
NLLSF ist ein Zweitsymbol der Nel-Aktie im amerikanischen Freiverkehr ohne eigene Berichtspflicht. Die Heimatbörse ist die Euronext Oslo Børs, Kürzel NEL. Nel berichtet nach IFRS und norwegischem Recht mit Geschäfts- und Quartalsberichten, nicht an die US-Börsenaufsicht SEC; bei der SEC ist das Unternehmen nicht registriert.
Schwach. Der Umsatz sank um 12 Prozent auf 153 Millionen NOK, das EBITDA fiel auf minus 155 Millionen NOK, belastet mit 70 Millionen für den Iwatani-Vergleich. Der Verlust betrug 189 Millionen NOK. Der Auftragseingang stieg dagegen auf 230 Millionen NOK, fast ganz aus dem PEM-Geschäft.
Zum 30. Juni 2026 hatte Nel 1.328 Millionen NOK freie Zahlungsmittel. In den zwölf Monaten davor sanken sie um 600 Millionen NOK. Bei gleichem Tempo reicht die Kasse rechnerisch gut zwei Jahre. Der testierte Abschluss 2025 bestätigt die Fortführung; eine Ermächtigung für bis zu 10 Prozent neue Aktien liegt seit April 2026 vor.
Ein Kunde zahlte 2025 nicht, Nel nahm deshalb die gelieferte Ware zurück. Rund 362 Millionen NOK Vorräte lagen Ende 2025 unverkauft im Lager. Das alkalische Lager entspricht laut Geschäftsbericht rund 350 Megawatt; zwölf Monate Verkaufsverzögerung oder rund 20 Prozent Preisabschlag würden den Bewertungspuffer aufzehren.
Håkon Volldal, Vorstandschef seit Juli 2022, kündigte am 15. Juni 2026, um in eine andere Branche zu wechseln. Er bleibt während seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist im Amt. Der Verwaltungsrat sucht einen Nachfolger; bis zum 25. September 2026 hatte Nel keinen benannt.
Nein. Laut Geschäftsbericht 2025 haben Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe angesichts der Lage des Unternehmens derzeit keine Priorität. Nel schreibt seit Jahren Verluste, 2025 waren es 1.265 Millionen NOK, davon rund 800 Millionen aus Abschreibungen auf Anlagen, Technik und Firmenwert.
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