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Millennial Potash: Sechs Milliarden Tonnen Kaligestein — und ein Bergwerk, das noch niemand bezahlt hat

Millennial Potash: Sechs Milliarden Tonnen Kaligestein — und ein Bergwerk, das noch niemand bezahlt hat

Millennial Potash (TSXV: MLP, OTCQB: MLPNF) will in Gabun ein Kalibergwerk für Düngemittel bauen. Die Ressourcenschätzung wuchs auf sechs Milliarden Tonnen Gestein, die US-Entwicklungsbank DFC sagte Geld zu, und 2025 stieg die Aktie von 0,345 auf 3,36 kanadische Dollar. Ende Februar 2026 lagen 28,8 Millionen kanadische Dollar in der Kasse — die Studie von 2024 veranschlagt 480 Millionen US-Dollar für den Bau. Wie groß ein Vorkommen ist, sagt wenig darüber, wer den Abbau bezahlt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 1. Oktober 2026

Schlusskurs
2,40 C$ +4,78 %
Marktkapitalisierung
0,3 Mrd. C$
AAQS
1/10

Kursentwicklung seit 1. Oktober 2026: -0,4 %

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Millennial Potash: Sechs Milliarden Tonnen Kaligestein — und ein Bergwerk, das noch niemand bezahlt hat
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Halbjahresberichte des Unternehmens

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 1,70 C$ bis 3,90 C$ · Letzter Kurs: 2,40 C$ (Stand: 1. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Schwäche, die bei Rohstoffaktien besonders gut funktioniert: Wir lassen uns von großen Zahlen hypnotisieren. Eine Milliarde Tonnen klingt nach Reichtum, sechs Milliarden nach einem Schatz. Nennen wir das die Tonnen-Hypnose: Die Größe eines Vorkommens setzt sich im Kopf fest, und die Frage, wer es aus dem Boden holt und mit wessen Geld, rutscht nach hinten.

Millennial Potash Corp. ist dafür ein Lehrstück. Das kanadische Unternehmen will in Gabun, an der Atlantikküste Zentralafrikas, Kali fördern, den Grundstoff für Kaliumdünger. Die Ressourcenschätzung vom November 2025 nennt rund sechs Milliarden Tonnen kalihaltiges Gestein. Die US-Entwicklungsbank DFC sagte 3 Millionen US-Dollar zu, zwei Regierungen loben das Projekt, und 2025 stieg die Aktie von 0,345 auf 3,36 kanadische Dollar. Darum legen wir die Tonnen für einen Moment beiseite und lesen gemeinsam, was in den Abschlüssen und Meldungen steht. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Millennial Potash eigentlich macht

Kali, im Englischen „potash“, ist die Kurzform für Kaliumsalze. Der wichtigste Handelsstoff daraus ist Kaliumchlorid, kurz KCl, im Handel „Muriate of Potash“ oder MOP genannt. Bauern streuen es als Dünger, und zwar Jahr für Jahr neu — Kali ist deshalb ein Massengut, das in Millionen Tonnen gehandelt wird.

Millennial selbst fördert nichts. Das Unternehmen besitzt über die australische Tochter Equatorial Potash und deren gabunische Tochter Mayumba Potasse das Banio-Kaliprojekt im Süden Gabuns, rund 50 Kilometer südlich der Küstenstadt Mayumba an der Grenze zur Republik Kongo. Seit April 2026 hält Millennial daran 80 Prozent; die übrigen 20 Prozent kann es nach der Machbarkeitsstudie für 3 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen eigene Aktien übernehmen.

Der Plan aus der Wirtschaftlichkeitsstudie von 2024 sieht ein Solungsbergwerk vor: Man bohrt Brunnen in die Salzschichten, spült heißes oder kaltes Wasser hinein, löst das Kalisalz heraus und pumpt die Sole in eine Fabrik bei Mayumba, wo das Kaliumchlorid auskristallisiert, getrocknet und verschifft wird. Stell dir vor, du löst Zucker aus einem Würfel im Tee, statt den Würfel mit dem Löffel zu zerkleinern. Das spart Schächte und Bergleute, braucht aber viel Energie — die Studie plant dafür ein Gaskraftwerk.

Woran verdient das Unternehmen heute? An nichts. Der Lagebericht sagt es so:

„The Company does not currently have any revenue generating assets or operations.“

Übersetzung: „Die Gesellschaft verfügt derzeit über keine umsatzerzeugenden Vermögenswerte oder Betriebe.“

— Millennial Potash Corp., Lagebericht (MD&A) zum Geschäftsjahr bis 31. August 2025, Abschnitt Liquidity and Capital Resources

Bevor es überhaupt um Bau geht, braucht Millennial eine Bergbaulizenz. Heute besitzt das Unternehmen Explorationsgenehmigungen — die Mayumba-Genehmigung und seit dem 24. Februar 2026 zusätzlich die angrenzende „Haute Banio“-Genehmigung über 261,39 Quadratkilometer, zusammen rund 1.500 Quadratkilometer. Für den Lizenzantrag braucht es eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung und die Machbarkeitsstudie. Beide sollen laut Meldung vom 15. April 2026 bis Ende 2026 fertig sein, den Antrag will Millennial Anfang 2027 stellen.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2023

    Aus Black Mountain Gold wird Millennial Potash

    Mit der Freigabe des Kaufvertrags im Januar 2023 erwarb der Goldexplorer 25 Prozent an Banio und benannte sich am 24.01.2023 um. Für Aktionäre ein kompletter Neustart.

  2. 2024

    Erste Ressourcenschätzung und PEA

    Im Januar 2024 kam die erste Ressourcenschätzung, im April die Studie mit 480 Mio. US-$ Baukosten. Seitdem misst die Börse Millennial an diesen Zahlen.

  3. 2025

    DFC-Zusage und Kursvervielfachung

    Im Juni 2025 sagte die US-Entwicklungsbank vertraglich bis zu 3 Mio. US-$ zu, im November wuchs die Ressource auf 2,45 Mrd. t (gemessen und angezeigt). Die Aktie stieg von 0,345 auf 3,36 C$.

  4. 2026

    18,3 Mio. C$ frisches Geld und 80 Prozent an Banio

    Die Platzierung vom 29.01.2026 zu 3,05 C$ füllte die Kasse für Machbarkeitsstudie und Bohrungen; im April stieg der Anteil auf 80 Prozent, im Juli folgte der Wechsel auf Halbjahresberichte.

Warum es hier keinen Geschäftsbericht bei der US-Börsenaufsicht gibt

Von Millennial Potash gibt es keinen Geschäftsbericht (10-K) und keinen Quartalsbericht (10-Q). Das Unternehmen ist bei der US-Börsenaufsicht SEC nicht berichtspflichtig. Unter der Kennnummer 0002066837 liegt dort nur eine Form-D-Anzeige vom 22. Mai 2025, eine Meldung über eine Privatplatzierung ohne Zahlenwerk. Bei einer kanadischen Gesellschaft mit Heimatnotierung ist das normal.

Berichtet wird nach kanadischem Recht (National Instrument 51-102) und nach den internationalen Rechnungslegungsregeln IFRS, in kanadischen Dollar, auf SEDAR+. Das Geschäftsjahr endet am 31. August; das Geschäftsjahr 2025/26 läuft also von September 2025 bis August 2026. Unter jeder Zahl dieser Analyse steht deshalb „Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Halbjahresberichte des Unternehmens“. Mitschriften von Analystenkonferenzen lagen uns für Millennial nicht vor; ausgewertet haben wir stattdessen Abschlüsse, Lageberichte und Pressemitteilungen. Den Lagebericht zum Halbjahr 2025/26 konnten wir nicht abrufen — die Zahlen dieses Halbjahres stammen aus dem Halbjahresabschluss selbst.

Eine Eigenheit ist neu. Am 8. Juli 2026 teilte Millennial mit, künftig nur noch halbjährlich zu berichten. Kanadische Börsenaufseher erlauben das kleinen Gesellschaften der Venture-Börsen mit weniger als 10 Millionen Dollar Jahresumsatz über eine Ausnahmeregel (Coordinated Blanket Order 51-933):

„Pursuant to CBO 51-933, the Company is electing not to file interim financial reports and related management’s discussion and analysis („MD&A“) for the first and third quarters of its fiscal year.“

Übersetzung: „Gemäß CBO 51-933 verzichtet die Gesellschaft darauf, für das erste und dritte Quartal ihres Geschäftsjahres Zwischenberichte und die zugehörigen Lageberichte einzureichen.“

— Millennial Potash Corp., Pressemitteilung vom 8. Juli 2026, Abschnitt „Millennial adopts semi-annual reporting“

Markierte Stelle aus der Pressemitteilung vom 8. Juli 2026: Millennial verzichtet auf Zwischenberichte für das erste und dritte Quartal
Die Mitteilung vom 8. Juli 2026: Für das erste und dritte Quartal erscheinen keine Zwischenberichte mehr, erstmals für die neun Monate bis 31. Mai 2026. Jahresabschluss und Halbjahresbericht bleiben. Quelle: Pressemitteilung vom 8. Juli 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist legal und spart Kosten. Für dich heißt es aber: Der jüngste Zahlenstand ist der 28. Februar 2026, und der nächste kommt mit dem Jahresabschluss zum 31. August 2026 — der Vorjahresabschluss trägt das Datum 23. Dezember 2025. Dazwischen erfährst du nur, was in Pressemitteilungen steht.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Ehrlich gesagt: Millennial Potash ist kein Treffer unseres hauseigenen Aktien-Scanners, und es kann keiner sein. Der arbeitet mit Umsatz, Gewinn, Marge und Bilanzrelationen — ein Explorer ohne Erlöse fällt durch jeden dieser Filter. Auf die Rechercheliste kam der Wert über die Foren-Hitliste von wallstreet-online, die Liste der meistdiskutierten Aktien deutscher Privatanleger (Stand 2. Oktober 2026), und zwar unter dem US-Kürzel MLPNF. Das ist ein Aufmerksamkeits-, kein Qualitätssignal.

Hinter MLPNF steckt dieselbe Aktie wie hinter MLP an der TSX Venture Exchange in Toronto. Der US-Handelsplatz OTCQB ist ein außerbörslicher Markt, keine regulierte US-Börse; die Preisbildung findet in Toronto in kanadischen Dollar statt. Wer in Deutschland oder in den USA kauft, trägt zusätzlich die Bewegung des kanadischen Dollars. Die laufenden Kennzahlen findest du auf unserer Aktienseite zu Millennial Potash.

Zur Aktualität: Nach dem Halbjahresabschluss zum 28. Februar 2026 hat Millennial vier Dinge gemeldet, die das Bild verändern — die Aufstockung auf 80 Prozent an Banio (15. April), den Start eines Bohrprogramms mit vier Löchern (12. Mai), den Wechsel auf Halbjahresberichte (8. Juli) und erste Beobachtungen aus dem Bohrloch BA-006 (26. August); mit derselben Meldung übernahm Micon International zusammen mit Zenito und Agapito die Fertigstellung der Machbarkeitsstudie. Alle vier sind eingearbeitet. Die jüngste Meldung vom 15. September 2026 über den Besuch einer US-Diplomatin am Projekt enthält keine neuen Zahlen.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. Im Januar 2023, mit der Freigabe der Börse für den Kaufvertrag, erwarb Millennial die ersten 25 Prozent an Banio. Seitdem hat das Team in gut drei Jahren aus alten Bohrdaten ein Projekt mit Ressourcenschätzung, Wirtschaftlichkeitsstudie und laufender Machbarkeitsstudie gemacht. Die Ressourcenschätzung vom 17. November 2025, erstellt vom deutschen Ingenieurbüro ERCOSPLAN, zählt:

  • gemessene Ressourcen: 648,2 Millionen Tonnen mit 15,7 Prozent Kaliumchlorid
  • angezeigte Ressourcen: 1,80 Milliarden Tonnen mit 15,6 Prozent
  • vermutete Ressourcen: 3,56 Milliarden Tonnen mit 15,6 Prozent

Gemessen und angezeigt zusammen sind das 2,45 Milliarden Tonnen Gestein mit rund 383 Millionen Tonnen Kaliumchlorid darin. Die Schätzung beruht auf vier Bohrlöchern im Norden der Genehmigung; laut Unternehmen deckt sie nur rund 5 Prozent der Projektfläche ab. Das Bohrloch BA-006 vom August 2026 traf rund 80 Meter Kalischichten weiter südwestlich, die Laborwerte stehen noch aus.

Auch die Kasse hat sich gedreht. Zum 31. August 2024 lagen 1,57 Millionen kanadische Dollar auf dem Konto, ein Jahr später 17,49 Millionen und zum 28. Februar 2026 28,82 Millionen. Schulden im eigentlichen Sinn gibt es keine; die einzige langfristige Verbindlichkeit ist ein zinsloser Vorschuss der DFC, von dem bis zum 28. Februar 2026 erst 300.000 US-Dollar geflossen waren, den die DFC nur zurückfordern darf, wenn Millennial binnen zehn Jahren die Baufinanzierung schafft. Der Abschluss zum 31. August 2025 trägt keinen Hinweis des Prüfers auf eine wesentliche Unsicherheit zur Fortführung.

Und jetzt die zweite Hälfte des Bildes. Umsatz gab es in keinem Jahr. Die Verluste:

  • Geschäftsjahr bis 31.08.2023: 4,70 Millionen kanadische Dollar
  • bis 31.08.2024: 3,19 Millionen
  • bis 31.08.2025: 5,92 Millionen
  • erstes Halbjahr bis 28.02.2026: 6,85 Millionen (Vorjahreszeitraum 2,57 Millionen)

Die Bohr- und Studienkosten stehen in dieser Rechnung nicht, sie werden als Explorationsvermögen aktiviert. Im ersten Halbjahr 2025/26 flossen dafür 4,30 Millionen kanadische Dollar ab, dazu 3,26 Millionen im laufenden Betrieb und 0,28 Millionen für Ausrüstung — zusammen 7,84 Millionen in sechs Monaten. Bei diesem Tempo reicht die Kasse vom 28. Februar 2026 gut drei weitere Halbjahre. Mit Bohrungen von je rund 1.000 Metern Tiefe und der Machbarkeitsstudie im zweiten Halbjahr dürfte das Tempo eher steigen. Das ist unsere Überschlagsrechnung, keine Angabe des Unternehmens.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt kommen die Stellen, die man in einer Präsentation nicht auf der Titelseite findet. Alle stammen aus den eigenen Dokumenten des Unternehmens.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Sechs Milliarden Tonnen Ressourcen, null Tonnen Reserven

Ressourcen und Reserven klingen ähnlich, sind aber zwei Welten. Eine Ressource ist Gestein, von dem Geologen wissen oder vermuten, dass es da ist. Eine Reserve ist der Teil davon, für den eine Machbarkeitsstudie gezeigt hat, dass sich der Abbau rechnet. Der Unterschied ist der zwischen „im Garten liegt Gold“ und „es lohnt sich, danach zu graben“. Millennial schreibt das selbst:

„There are no known bodies of commercial minerals on the Company’s mineral properties.“

Übersetzung: „Auf den Liegenschaften der Gesellschaft sind keine wirtschaftlich abbaubaren Mineralvorkommen bekannt.“

— Millennial Potash Corp., Lagebericht (MD&A) zum Geschäftsjahr bis 31. August 2025, Abschnitt Risks and Uncertainties

Markierte Stelle aus dem Lagebericht zum 31. August 2025: Auf den Liegenschaften sind keine wirtschaftlich abbaubaren Mineralvorkommen bekannt
Der Risikoabschnitt des Lageberichts vom 23. Dezember 2025: Es sind keine wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen bekannt, die Wirtschaftlichkeitsstudie stützt sich auch auf geologisch zu unsichere Ressourcen, und Ressourcen ohne Reservenstatus haben keine nachgewiesene Wirtschaftlichkeit. Quelle: Lagebericht zum 31. August 2025, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Dazu kommt die Art des Gesteins. Fast alles ist Carnallitit mit rund 15,5 Prozent Kaliumchlorid; der reichere Sylvinit mit rund 24 Prozent macht bei den gemessenen und angezeigten Ressourcen nur 35,2 Millionen von 2,45 Milliarden Tonnen aus. Mehr Gestein mit weniger Kali darin heißt: mehr Sole, mehr Energie, mehr Salz, das wieder weg muss. Wie gut sich der Carnallitit von Banio auflösen lässt, prüft Millennial gerade erst — die Lösungs- und Kriechversuche am Bohrkern laufen laut Meldung vom 19. März 2026 für die Machbarkeitsstudie.

Und noch ein Detail zur Sorgfalt: In der Meldung vom 13. Januar 2026 steht für die gemessenen und angezeigten Ressourcen ein Gehalt von „16.6% KCl“, in der vom 11. März 2026 für die vermuteten Ressourcen „17.6% KCl“. Laut Ressourcenschätzung sind es in beiden Fällen 15,6 Prozent. Das ändert nichts am Vorkommen, aber es zeigt, dass man Zahlen aus Pressemitteilungen gegen den technischen Bericht halten sollte.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Baukosten stammen aus einer Vorstudie — und sind ein Vielfaches des Börsenwerts

Die einzige Kostenschätzung ist die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (Preliminary Economic Assessment, PEA) von Micon International und Agapito Associates aus dem Jahr 2024. Ihre Kernzahlen: 800.000 Tonnen Kalidünger im Jahr, 480 Millionen US-Dollar Baukosten einschließlich 62 Millionen Reserve, 61 US-Dollar Betriebskosten je Tonne, ein Kapitalwert nach Steuern von 1,07 Milliarden US-Dollar bei 10 Prozent Abzinsung, eine Rendite von 32,6 Prozent und eine Amortisation in 1,4 Jahren. Gerechnet wurde mit einem durchschnittlichen Kalipreis von 387 US-Dollar je Tonne frei Brasilien über 25 Jahre.

Das klingt glänzend. Drei Einschränkungen stehen im selben Lagebericht. Erstens beruht die Studie auf der älteren Ressourcenschätzung von 2024 und bezieht ausdrücklich vermutete Ressourcen ein, die „too speculative geologically“ sind, um daraus Reserven zu machen; „There is no certainty that the PEA will be realized.“ Zweitens sind die Kosten Schätzungen nach Vergleichswerten mit einer Genauigkeit von plus/minus 30 Prozent. Drittens hängt die Rechnung an Bauteilen, die es heute nicht gibt: Brunnenfeld mit 68 Kavernen, Soleleitung über 50 Kilometer, Fabrik, Gaskraftwerk und ein Tiefwasserhafen bei Mayumba. Der Hafen in Mangali, dessen erste Ausbaustufe im April 2025 fertig wurde, hat einen Kai für Schiffe mit drei Metern Tiefgang — gebaut und betrieben von der Grande Mayumba Port Company und laut Millennial nicht eigens für das Unternehmen errichtet.

Jetzt der Vergleich, der die Tonnen-Hypnose bricht. Mit dem Wechselkurs, den Millennial selbst für den ersten DFC-Vorschuss angesetzt hat (300.000 US-Dollar = 415.602 kanadische Dollar), sind 480 Millionen US-Dollar rund 665 Millionen kanadische Dollar. Das ist mehr als das Doppelte des Börsenwerts von rund 285 Millionen am 1. Oktober 2026 und mehr als das Zwanzigfache der Kasse vom 28. Februar 2026. Die DFC-Zusage über 3 Millionen US-Dollar deckt die Machbarkeitsstudie, nicht das Bergwerk. Über die Baufinanzierung schreibt Millennial am 19. März 2026 nur, Gespräche mit „numerous international institutions“ seien „in progress“.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Die Aktienzahl hat sich mehr als verdoppelt — und die nächsten Aktien sind schon vereinbart

Das Geld in der Kasse haben die Aktionäre bezahlt, mit ihrem Anteil am Unternehmen. Verwässerung heißt: Dein Stück vom Kuchen wird kleiner, weil mehr Leute am selben Kuchen mitessen.

Balkendiagramm der ausstehenden Millennial-Potash-Aktien in Millionen: 31.08.2023 51,9, 31.08.2024 71,2, 31.08.2025 107,4, 28.02.2026 118,2, voll verwässert am 28.02.2026 153,1
Die Aktienzahl stieg von 51,9 Millionen am 31. August 2023 über 71,2 Millionen (31. August 2024) und 107,4 Millionen (31. August 2025) auf 118,2 Millionen am 28. Februar 2026, ein Plus von 127,7 Prozent. Rechnet man alle Optionen, Optionsscheine und Aktienzusagen hinzu, wären es 153,1 Millionen. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Halbjahresberichte des Unternehmens. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Allein im Geschäftsjahr bis 31. August 2025 sammelte Millennial brutto 22,9 Millionen kanadische Dollar über Platzierungen, Optionen und Optionsscheine ein, im folgenden Halbjahr weitere 20,6 Millionen — darunter eine Platzierung im Januar 2026 über 6,0 Millionen Einheiten zu 3,05 kanadischen Dollar, die brutto 18,3 Millionen brachte. Zu jeder Einheit gehörte ein halber Optionsschein; ein ganzer berechtigt zum Kauf einer Aktie zu 4,00 kanadischen Dollar. Zum 28. Februar 2026 standen 10.578.050 Mitarbeiteroptionen, 19.702.268 Optionsscheine sowie 1.624.550 und 3.000.000 Aktienzusagen aus. Im April 2026 kamen 1.240.000 Optionen zu 2,10 kanadischen Dollar hinzu.

Und es sind weitere Aktien vereinbart, die in keiner dieser Zahlen stecken: Für die letzten 20 Prozent an Banio werden nach Abschluss der Machbarkeitsstudie 3 Millionen US-Dollar und 2.500.000 Aktien an die Verkäufer fällig. Der Lagebericht formuliert das Grundproblem ohne Umschweife: „any future financing may be dilutive to existing shareholders“ — jede künftige Finanzierung kann die bestehenden Aktionäre verwässern. Bei Baukosten, die ein Vielfaches des Börsenwerts betragen, ist das keine Floskel.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Zwei Drittel des Aufwands sind Aktienvergütung — und Öffentlichkeitsarbeit kostet extra

Im ersten Halbjahr 2025/26 verbuchte Millennial 7,16 Millionen kanadische Dollar Aufwand. Der größte Posten ist keine Bohrung und keine Studie, sondern Aktienvergütung für Direktoren, Führungskräfte und Berater:

Balkendiagramm des Aufwands im ersten Halbjahr 2025/26 in Tausend kanadischen Dollar: Aktienvergütung 4.951, Management und Beratung 1.229, Werbung 413, Reisen 217, Übrige 349
Von September 2025 bis Februar 2026 entfielen 4,95 der 7,16 Millionen kanadischen Dollar Aufwand auf Aktienvergütung, 1,23 Millionen auf Management- und Beraterhonorare, 0,41 Millionen auf Werbung, 0,22 Millionen auf Reisen und 0,35 Millionen auf übrige Posten; der Halbjahresverlust lag bei 6,85 Millionen. Bohr- und Studienkosten sind aktiviert und hier nicht enthalten. Quelle: Fundamentaldaten & Geschäfts- und Halbjahresberichte des Unternehmens (Halbjahresabschluss zum 28.02.2026). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

„During the six months ended February 28, 2026, the Company recorded share-based compensation of $4,950,849 (February 28, 2025 - $879,225) related to stock options vested.“

Übersetzung: „In den sechs Monaten bis 28. Februar 2026 verbuchte die Gesellschaft aktienbasierte Vergütung von 4.950.849 Dollar (bis 28. Februar 2025: 879.225 Dollar) für unverfallbar gewordene Aktienoptionen.“

— Millennial Potash Corp., Halbjahresabschluss zum 28. Februar 2026, Anhangangabe 10

Markierte Stelle aus dem Halbjahresabschluss zum 28. Februar 2026: aktienbasierte Vergütung von 4.950.849 Dollar nach 879.225 Dollar im Vorjahreszeitraum
Anhangangabe 10 des Halbjahresabschlusses: Im Dezember 2025 gab es 980.000 Optionen zu 3,22 kanadischen Dollar, im Halbjahr summierte sich die Aktienvergütung aus Optionen auf 4,95 Millionen nach 0,88 Millionen ein Jahr zuvor. Quelle: Halbjahresabschluss zum 28. Februar 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Aktienvergütung kostet kein Bargeld, aber sie ist nicht gratis: Sie wird bezahlt, indem neue Aktien entstehen. Laut Anhangangabe 12 entfielen im Halbjahr 3,41 Millionen davon auf die Führungsebene, die zusammen mit Honoraren 4,25 Millionen kanadische Dollar bezog. Das ist für ein Unternehmen ohne Umsatz viel, auch wenn der Zuwachs zum Teil am gestiegenen Aktienkurs liegt, der den Wert jeder Option erhöht.

Daneben gibt Millennial für ein Unternehmen ohne Umsatz viel Geld für Sichtbarkeit aus: 0,41 Millionen kanadische Dollar Werbung im ersten Halbjahr 2025/26, dazu bezahlte Dienstleister. Im September 2025 meldete das Unternehmen drei Verträge für Öffentlichkeitsarbeit (Vorticom, 7.500 US-Dollar im Monat; Proactive, 28.000 kanadische Dollar im Jahr; Fundamental Research, 29.000 kanadische Dollar für bis zu fünf Studien), im April 2026 zwei weitere: Capital Analytica für Social-Media-Arbeit (150.000 Dollar für sechs Monate plus 150.000 Optionen) und Zacks Small Cap Research für bezahlte Studien. Von den vier Analysten, die die Investorenseite als Beobachter nennt, kommen zwei von Häusern, die die Platzierung im Januar 2026 begleitet und dafür 1,05 Millionen kanadische Dollar Provision erhalten haben (Cantor Fitzgerald, SCP Resource Finance), und einer von Fundamental Research, das für seine Studien bezahlt wird. Bezahlte Studien sind in Kanada üblich und offengelegt. Man sollte sie nur nicht mit unabhängigen Urteilen verwechseln.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Ein Land, eine Genehmigung, ein Projekt

Millennial hat genau ein Projekt in genau einem Land. Ob daraus ein Bergwerk wird, entscheiden die Regierung Gabuns (Lizenz, Abgaben, Infrastruktur), die Geldgeber (Baufinanzierung) und der Kalipreis. Die Wirtschaftlichkeitsstudie rechnet mit 7,5 Prozent Förderabgabe und 30 Prozent Gewinnsteuer; beides ist politisch gesetzt und kann sich ändern. Gabun wird seit August 2023 von Brice Oligui Nguema geführt, der im April 2025 mit 90,35 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde; Millennial beschreibt das in seiner Meldung vom 15. April 2025 als Rückkehr zur zivilen Regierung.

Die politische Rückendeckung ist sichtbar: Im März 2026 begleitete Millennial den gabunischen Bergbauminister auf der Bergbaumesse in Toronto, im Juli 2026 besuchte er das Projekt, im September 2026 eine Delegation der US-Botschaft. Besuche sind aber keine Lizenz. Bis zum Antrag Anfang 2027 und dem Bescheid danach ist Banio rechtlich ein Explorationsgebiet.

Bewertung: Was die Börse für ein Bergwerk zahlt, das es noch nicht gibt

Bei 118.213.207 Aktien (28. Februar 2026 zuzüglich 5.000 aus Optionsscheinen laut Anhangangabe 17) und einem Schlusskurs von 2,41 kanadischen Dollar am 1. Oktober 2026 kostet Millennial an der Börse rund 285 Millionen kanadische Dollar. Das ist eine Untergrenze: Optionsscheine zu 0,35 kanadischen Dollar, die zwischen Juni und August 2026 ausliefen, dürften zum Teil ausgeübt worden sein, aber gemeldet ist das nicht. Zieht man die Kasse vom 28. Februar 2026 ab, bleiben rund 256 Millionen — wobei die Kasse seitdem geschrumpft sein dürfte.

Ein Kurs-Gewinn- oder Kurs-Umsatz-Verhältnis gibt es nicht. Das Eigenkapital lag am 28. Februar 2026 bei 49,7 Millionen kanadischen Dollar; die Börse zahlt also knapp das Sechsfache des Buchwerts, der zu einem großen Teil aus Bargeld (28,8 Millionen) und aktivierten Bohr- und Studienkosten (19,2 Millionen) besteht.

Die Bewertung lebt von der Wirtschaftlichkeitsstudie. Ihr Kapitalwert von 1,07 Milliarden US-Dollar gilt für 100 Prozent des Projekts, vor der Finanzierung, vor jeder Verwässerung und auf Basis einer Studie mit plus/minus 30 Prozent Genauigkeit. Millennial hält heute 80 Prozent. Der Kapitalwert des Gesamtprojekts entspricht umgerechnet knapp 1,5 Milliarden kanadischen Dollar, auf den 80-Prozent-Anteil entfallen rund 1,2 Milliarden. Wer dafür 285 Millionen kanadische Dollar zahlt, wettet darauf, dass die Machbarkeitsstudie die Zahlen bestätigt und die Baukosten zu erträglichen Bedingungen finanziert werden. Beides ist offen.

Wie viel Hoffnung im Kurs steckt, zeigt die Spanne der vergangenen zwölf Monate: zwischen 1,73 kanadischen Dollar (Schlusskurse vom 27. März und 23. April 2026) und 3,89 (22. Dezember 2025). Wer die Platzierung im Januar 2026 zu 3,05 gezeichnet hat, liegt im Minus; wer Anfang 2025 zu 0,345 kaufte, liegt beim Vielfachen. Die TSX Venture Exchange setzte Millennial auf Platz 3 ihrer Liste der besten Werte 2025; das Unternehmen nennt dafür 950 Prozent Kursplus, nach den Schlusskursen vom 2. Januar und 31. Dezember 2025 waren es rund 874 Prozent. Ein ähnliches Muster — strategischer Rohstoff, staatliche Rückendeckung, offene Baufinanzierung — haben wir in unserer Analyse zu NioCorp durchgerechnet; wie es aussieht, wenn die Kosten einer geplanten Anlage nach oben korrigiert werden, zeigt unsere Analyse zu Ucore Rare Metals.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für das Unternehmen spricht:

  • Das Vorkommen ist groß und gewachsen. 2,45 Milliarden Tonnen gemessene und angezeigte Ressourcen (November 2025) nach 657 Millionen Tonnen angezeigten Ressourcen im Jahr 2024; die Schätzung deckt laut Unternehmen nur rund 5 Prozent der Projektfläche ab.
  • Die Lage ist günstig. Das Projekt liegt an der Atlantikküste; die Wirtschaftlichkeitsstudie rechnet mit 22 US-Dollar Frachtkosten je Tonne nach Brasilien, ihrem angenommenen Absatzmarkt.
  • Die Kasse ist voll für den nächsten Schritt. 28,8 Millionen kanadische Dollar zum 28. Februar 2026, keine verzinsten Schulden, Abschluss 2025 ohne Fortführungshinweis; Machbarkeitsstudie und Umweltprüfung sind laut Unternehmen finanziert.
  • Staatliche Partner. Die US-Entwicklungsbank DFC hat bis zu 3 Millionen US-Dollar zugesagt, die gabunische Regierung unterstützt das Projekt öffentlich, und Kali steht seit dem 6. November 2025 auf der Liste kritischer Rohstoffe der US-Geologiebehörde.
  • Erfahrener Projektentwickler an Bord. Der im Februar 2026 berufene Projektentwickler Jack Scott war laut Unternehmen bei Allana Potash an einem Kaliprojekt beteiligt, das später an Israel Chemicals verkauft wurde. Millennial selbst prüft laut Meldung vom 18. Februar 2026 neben dem Eigenbau auch „strategic partnership opportunities“.

Was dagegen spricht:

  • Keine Reserven, keine Lizenz, kein Umsatz. Es gibt nur Ressourcen und Explorationsgenehmigungen; der Lizenzantrag ist für Anfang 2027 geplant.
  • Die Finanzierungslücke ist riesig. 480 Millionen US-Dollar Baukosten laut PEA 2024 gegen 28,8 Millionen kanadische Dollar Kasse und rund 285 Millionen Börsenwert.
  • Verwässerung ist eingebaut. Aktienzahl seit August 2023 mehr als verdoppelt, 153,1 Millionen voll verwässert, 2,5 Millionen Aktien für die letzten 20 Prozent an Banio vereinbart.
  • Carnallitit statt Sylvinit. Rund 15,5 Prozent Kaliumchlorid im Hauptgestein; ob das Solungsverfahren wie geplant funktioniert, prüfen die laufenden Lösungsversuche.
  • Weniger Transparenz. Seit Juli 2026 nur noch Halbjahresberichte, dazu bezahlte Studien und hohe Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit.
  • Ein Land, ein Projekt. Förderabgabe, Steuern, Infrastruktur und Lizenz hängen an der Regierung Gabuns.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an die Tonnen-Hypnose vom Anfang? Die Abschlüsse von Millennial färben nicht schön. Sie sagen, dass es keine Reserven gibt, dass die Kostenschätzung vorläufig ist, dass jede Finanzierung verwässern kann. Die Hypnose steht nicht im Bericht, sondern in uns: Wir lesen „sechs Milliarden Tonnen“ und sehen im Kopf schon Frachter vor der Küste Gabuns.

Das Vorkommen ist echt, und das Team hat in drei Jahren erstaunlich viel daraus gemacht. Ob Banio ein Bergwerk wird, entscheiden aber keine Tonnen, sondern drei nüchterne Fragen: Bestätigt die Machbarkeitsstudie Ende 2026 Baukosten und Kalibilanz? Bekommt Millennial 2027 eine Bergbaulizenz? Und wer bezahlt den Bau — zu welchem Preis für die heutigen Aktionäre?

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen und Datenstand

Datenstand: Unternehmenszahlen zum 28. Februar 2026 beziehungsweise zum jeweils genannten Stichtag; Meldungen bis 15. September 2026; Kurse zum 1. Oktober 2026. Die Meldungsseite des Unternehmens wurde am 2. Oktober 2026 zuletzt geprüft. Bilanzwährung ist der kanadische Dollar; Angaben in US-Dollar sind als solche gekennzeichnet. Rechnerische Werte (Börsenwert, Kassenreichweite, Umrechnung der Baukosten) sind unsere Überschlagsrechnung und als solche benannt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien von Explorationsunternehmen ohne Umsatz sind besonders schwankungsanfällig; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen C$, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Betriebsergebnis (EBIT) -2,1 -1,5 -2,9 -3,3 -6,2
Nettogewinn -2,1 -1,4 -4,7 -3,2 -5,9
Gewinn je Aktie -0,07 C$ -0,04 C$ -0,09 C$ -0,04 C$ -0,06 C$

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Unser Fazit auf einen Blick

Vorkommen positiv
Die Ressourcenschätzung vom 17. November 2025 nennt 2,45 Milliarden Tonnen gemessene und angezeigte sowie 3,56 Milliarden Tonnen vermutete Ressourcen mit rund 15,6 Prozent Kaliumchlorid — auf Basis von vier Bohrlöchern, die laut Unternehmen nur rund 5 Prozent der Fläche abdecken.
Finanzlage positiv
Zum 28. Februar 2026 lagen 28,8 Millionen kanadische Dollar in der Kasse, verzinste Schulden gibt es keine. Der Abschluss zum 31. August 2025 trägt keinen Fortführungshinweis; Machbarkeitsstudie und Umweltprüfung sind laut Unternehmen finanziert.
Projektstand negativ
Keine Reserven, keine Bergbaulizenz, kein Umsatz. Die einzige Kostenschätzung ist die PEA von 2024 mit 480 Millionen US-Dollar Baukosten und plus/minus 30 Prozent Genauigkeit; die Machbarkeitsstudie soll bis Ende 2026 folgen, der Lizenzantrag Anfang 2027.
Finanzierungslücke negativ
Umgerechnet rund 665 Millionen kanadische Dollar Baukosten stehen 28,8 Millionen Kasse (28. Februar 2026) und rund 285 Millionen Börsenwert (1. Oktober 2026) gegenüber. Über die Baufinanzierung laufen laut Meldung vom 19. März 2026 nur Gespräche.
Verwässerung negativ
Die Aktienzahl stieg von 51,9 Millionen (31. August 2023) auf 118,2 Millionen (28. Februar 2026); voll verwässert wären es 153,1 Millionen. Für die letzten 20 Prozent an Banio sind 2,5 Millionen weitere Aktien vereinbart.
Kosten und Transparenz neutral
Im ersten Halbjahr 2025/26 waren 4,95 der 7,16 Millionen kanadischen Dollar Aufwand Aktienvergütung. Dazu kommen bezahlte Studien und Verträge für Öffentlichkeitsarbeit. Seit Juli 2026 berichtet Millennial nur noch halbjährlich.

Millennial Potash entwickelt in Gabun ein großes Kalivorkommen: 2,45 Milliarden Tonnen gemessene und angezeigte Ressourcen, 80 Prozent Projektanteil, 28,8 Millionen kanadische Dollar Kasse und Rückendeckung der US-Entwicklungsbank DFC. Dem stehen ein Unternehmen ohne Reserven, ohne Bergbaulizenz und ohne Umsatz, 480 Millionen US-Dollar Baukosten laut Vorstudie von 2024, eine seit August 2023 mehr als verdoppelte Aktienzahl und eine offene Baufinanzierung gegenüber. Beim Schlusskurs von 2,41 kanadischen Dollar am 1. Oktober 2026 kostet Millennial rund 285 Millionen kanadische Dollar. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier nicht wegen des Kursverlaufs. Rot wäre falsch: Millennial hat zum 28. Februar 2026 28,8 Millionen kanadische Dollar Kasse und keine verzinsten Schulden, der Abschluss 2025 trägt keinen Fortführungshinweis, und rechnerisch reicht das Geld beim Tempo des ersten Halbjahres gut drei weitere Halbjahre. Grün wäre ebenso falsch, denn die entscheidende operative Frage ist offen: Es gibt keine Reserven, keine Bergbaulizenz und keine Baufinanzierung, und die einzige Kostenschätzung ist eine Vorstudie mit plus/minus 30 Prozent Genauigkeit. Das Ergebnis hängt an einem Einzelereignis — der Machbarkeitsstudie Ende 2026 und der Finanzierung danach. Genau das beschreibt die gelbe Stufe. Wer die Aktie beobachtet, achtet auf drei Dinge: die Baukosten der Machbarkeitsstudie, den Lizenzbescheid und die Aktienzahl im nächsten Jahresabschluss.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger dieser Analyse war das US-OTCQB-Kürzel MLPNF auf der Foren-Hitliste von wallstreet-online (Stand 2. Oktober 2026); geführt wird die Firma bei uns unter ihrer Heimatnotierung MLP (TSX Venture Exchange) als MLP.TO. Ein Treffer unseres hauseigenen Aktien-Scanners liegt nicht vor und kann nicht vorliegen: Das Unternehmen erzielt weder Umsatz noch Gewinn.
  • Millennial Potash ist kein SEC-Meldeunternehmen (CIK 0002066837, nur Form D). Alle Unternehmenszahlen stammen aus den kanadischen Pflichtdokumenten: Konzernabschluss und Lagebericht zum 31.08.2025 (23.12.2025), Halbjahresabschluss zum 28.02.2026 (29.04.2026) und Pressemitteilungen bis 15.09.2026. Den Lagebericht zum Halbjahr konnten wir nicht abrufen; Mitschriften von Analystenkonferenzen lagen nicht vor.
  • Seit dem 08.07.2026 berichtet Millennial nur noch halbjährlich. Für die neun Monate bis 31.05.2026 gibt es keinen Zwischenbericht; die nächsten Zahlen kommen mit dem Jahresabschluss zum 31.08.2026.
  • Rechnerische Werte sind unsere Überschlagsrechnung: Börsenwert aus 118.213.207 Aktien mal Schlusskurs vom 01.10.2026 (Untergrenze, weil Ausübungen nach dem 28.02.2026 nicht gemeldet sind), Kassenreichweite aus dem Mittelabfluss des ersten Halbjahres und die Umrechnung der Baukosten mit dem Kurs, den Millennial für den ersten DFC-Vorschuss angesetzt hat (300.000 US-$ = 415.602 C$).

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 2. Oktober 2026. Was sich seitdem bei MLP.TO geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.

Die komplette Analyse als PDF für später

Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu Millennial Potash Corp. (MLP.TO) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.

Wir bestätigen Deine Adresse zuerst per Mail (Double-Opt-in). Du kannst Dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.

Häufige Fragen

Millennial Potash entwickelt das Banio-Kaliprojekt im Süden Gabuns, rund 50 Kilometer südlich der Küstenstadt Mayumba. Geplant ist ein Solungsbergwerk für Kaliumchlorid, das als Dünger verkauft wird. Das Unternehmen hält seit April 2026 80 Prozent am Projekt, hat keinen Umsatz und bislang nur Explorationsgenehmigungen.

Die Ressourcenschätzung vom November 2025 nennt 648,2 Millionen Tonnen gemessene, 1,80 Milliarden Tonnen angezeigte und 3,56 Milliarden Tonnen vermutete Ressourcen mit rund 15,6 Prozent Kaliumchlorid. Reserven gibt es keine — dafür fehlt eine Machbarkeitsstudie, die bis Ende 2026 fertig sein soll.

Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie von 2024 veranschlagt 480 Millionen US-Dollar für 800.000 Tonnen Kalidünger im Jahr, mit plus/minus 30 Prozent Genauigkeit. Eine verbindlichere Zahl liefert erst die Machbarkeitsstudie. Am 28. Februar 2026 lagen 28,8 Millionen kanadische Dollar in der Kasse.

Nein. Das Unternehmen besitzt Explorationsgenehmigungen über rund 1.500 Quadratkilometer. Für den Lizenzantrag braucht es die Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung und die Machbarkeitsstudie; beide sollen laut Meldung vom 15. April 2026 bis Ende 2026 fertig sein, der Antrag ist für Anfang 2027 geplant.

Weil Millennial Potash kein US-Meldeunternehmen ist. Die Gesellschaft ist in British Columbia gegründet, notiert an der TSX Venture Exchange und berichtet nach kanadischem Recht in kanadischen Dollar nach IFRS auf SEDAR+. Bei der SEC liegt unter der Kennnummer 0002066837 nur eine Form-D-Anzeige.

Es ist dieselbe Aktie. MLP ist das Kürzel an der Heimatbörse TSX Venture Exchange, wo die Preisbildung in kanadischen Dollar stattfindet. MLPNF ist das Kürzel am US-Markt OTCQB, einem außerbörslichen Handelsplatz. Bei Börsenlotse wird die Aktie unter MLP.TO geführt.

Seit der Mitteilung vom 8. Juli 2026 nutzt Millennial eine kanadische Ausnahmeregel für kleine Gesellschaften der TSX Venture Exchange (CBO 51-933). Zwischenberichte für das erste und dritte Quartal entfallen, erstmals für die neun Monate bis 31. Mai 2026. Jahresabschluss und Halbjahresbericht bleiben Pflicht.

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