Global Self Storage: Die vollsten Lagerhallen der Branche — und eine Dividende, die 96 Prozent des Mittelflusses aufbraucht
Global Self Storage ist ein Zwerg unter den Selfstorage-Vermietern: 13 Standorte, 36 Beschäftigte, rund 58 Millionen US-Dollar Börsenwert. Und trotzdem meldet die Firma die höchste Auslastung ihrer Branche — 93,1 Prozent zum 31. März 2026, bei einer durchschnittlichen Mietdauer von 3,6 Jahren. Die Kehrseite steht im Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC: Der ausschüttungsfähige Mittelfluss (FFO) fiel um 12,6 Prozent auf 852.563 US-Dollar, die ausgezahlte Dividende kostete im selben Quartal 820.470 — und der Kassenbestand sank um 48.180 US-Dollar. Dazu genehmigte die Hauptversammlung am 16. Juni 2026 eine Million neuer Aktien für den Vergütungsplan; das Unternehmen selbst rechnet mit „rund 8,8 Prozent“ potenzieller Verwässerung. Wer hier die Rendite kauft, sollte wissen, aus welcher Kasse sie kommt.
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Es gibt eine Reflexbewegung, die auch besonnene Anleger überrumpelt — und ausgelöst wird sie nicht von Gier, sondern von einer einzigen Prozentzahl. Nennen wir sie den Rendite-Reflex: Du liest „gut 5 Prozent Ausschüttungsrendite“, und dein Kopf hat die Aktie schon gekauft, bevor er die eigentlich entscheidende Frage gestellt hat — aus welcher Kasse wird das bezahlt? Bei Global Self Storage, Inc. (Nasdaq: SELF) lohnt genau diese Frage besonders, denn die Firma sieht auf den ersten Blick aus wie ein Lehrbuch-Investment: 13 Lagerhaus-Standorte, 93,1 Prozent belegt, Mieter, die im Schnitt 3,6 Jahre bleiben, und eine Quartalsdividende, die seit Jahren unverändert bei 0,0725 US-Dollar je Aktie steht. Machen wir also einen Deal: Bevor du die Rendite kaufst, lesen wir gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025, den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026, die Ergebnismitteilung vom 8. Mai 2026 und drei Dokumente aus dem Frühsommer 2026, die kaum jemand liest: das Proxy-Statement zur Hauptversammlung, das Abstimmungsergebnis vom 16. Juni und eine Aktienregistrierung vom 29. Juni. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von sehr vollen Lagerhallen, von Kosten, die schneller steigen als die Mieten, von einer Dividende, die inzwischen fast den ganzen Mittelfluss aufbraucht — und von einer Million neuer Aktien. Am Ende entscheidest du selbst.
Was Global Self Storage eigentlich macht — 13 Lagerhallen und eine Fondsvergangenheit
Global Self Storage vermietet Lagerräume. Das Alltagsbild dafür braucht keine Übersetzung: Es sind die Hallen an der Ausfallstraße, in denen Menschen einlagern, was in der Wohnung keinen Platz mehr hat — Umzugskisten, Werkzeug, Motorräder, Wohnwagen, das Lagerregal eines Handwerksbetriebs. Zum 31. Dezember 2025 betrieb oder verwaltete die Firma 13 Standorte in Connecticut, Illinois, Indiana, New York, Ohio, Pennsylvania, South Carolina und Oklahoma mit zusammen 966.567 vermietbaren Quadratfuß (rund 90.000 Quadratmeter) und 7.044 Lagereinheiten. Der Sitz liegt in Millbrook, einem Ort im Hudson Valley nördlich von New York City, das gesamte Unternehmen hat 36 Beschäftigte. Die Mietverträge laufen von Monat zu Monat, was sich anfühlt wie ein Nachteil, in Wahrheit aber der größte Preishebel der Branche ist: Wer monatlich kündigen kann, kann auch monatlich eine Mieterhöhung bekommen. Genau das tut die Firma über ein hauseigenes Programm zur Mietsteuerung, das laut Geschäftsbericht unter anderem die Preise der Wettbewerber im Umkreis automatisiert aus dem Internet ausliest.
Rechtlich ist Global Self Storage ein REIT — ein Immobilien-Investmentvehikel, das kaum Körperschaftsteuer zahlt, solange es praktisch seinen ganzen steuerlichen Gewinn ausschüttet. Übersetzt: Der Staat verzichtet auf die Steuer, dafür bekommen die Aktionäre das Geld. Der REIT-Status gilt seit dem Steuerjahr 2013. Und hier kommt die Vergangenheit ins Spiel, die man kennen muss, um die Firma zu verstehen: Global Self Storage war ursprünglich ein börsennotierter Fonds, kein Immobilienunternehmen. Gegründet am 12. Dezember 1996 in Maryland, firmierte die Gesellschaft zuerst als Bull & Bear Global Income Fund, dann als Global Income Fund und ab 2013 als Self Storage Group — ein geschlossener Investmentfonds nach dem US-Investment Company Act von 1940. Erst am 19. Januar 2016 erlaubte die SEC per Bescheid die Abmeldung als Investmentgesellschaft; am selben Tag nahm die Firma den heutigen Namen an und ließ ihre Aktie an der Nasdaq unter dem Kürzel „SELF“ notieren. Der Geschäftsbericht beschreibt den Umbau nüchtern:
„The Company was formerly registered under the Investment Company Act of 1940, as amended (the “1940 Act”) as a non-diversified, closed end management investment company. The Securities and Exchange Commission’s (“SEC”) order approving the Company’s application to deregister from the 1940 Act was granted on January 19, 2016.“
Übersetzung: „Das Unternehmen war früher nach dem Investment Company Act von 1940 in der jeweils gültigen Fassung als nicht diversifizierte, geschlossene Verwaltungs-Investmentgesellschaft registriert. Der Bescheid der Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC), mit dem dem Antrag des Unternehmens auf Abmeldung nach dem Gesetz von 1940 zugestimmt wurde, wurde am 19. Januar 2016 erteilt.“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1 „Business“
Diese Herkunft erklärt zwei Eigenheiten, die uns später wieder begegnen. Erstens hält der REIT bis heute ein kleines Wertpapierdepot — 2.288.437 US-Dollar zum 31. März 2026 —, dessen Kursschwankungen direkt durchs Ergebnis laufen; der Geschäftsbericht hält sich ausdrücklich offen, dieses Restportfolio zur Finanzierung von Zukäufen und Umbauten zu verkaufen und das Geld in Lagerhallen zu stecken. Zweitens ist die Verwaltung eng mit der Fondsfamilie verflochten, aus der die Firma stammt — dazu kommen wir in der letzten unbequemen Wahrheit. Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Der Betrieb ist so gut wie kaum ein anderer in der Branche — aber er wächst nicht mehr, die Kosten laufen den Mieten davon, und die Dividende, die den Reiz der Aktie ausmacht, verbraucht inzwischen fast den gesamten ausschüttungsfähigen Mittelfluss.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Auf die Rechercheliste kam Global Self Storage nicht über eine Trefferliste unserer Aktien-Scanner, sondern über die Reddit-Erwähnungen: Der hauseigene Reddit-Hype-Scanner wertet täglich aus, über welche Titel in den Anlage-Foren gesprochen wird, und SELF stand am Stichtag 30. Juli 2026 auf dieser Liste. Zur Fairness gehört die Gegenprobe, und wir haben sie am selben Tag gemacht: In unseren eigenen Scanner-Trefferlisten kommt SELF nicht vor — kein Momentum-Filter, kein Qualitätsfilter, kein Bewertungsfilter hat die Aktie zum 30. Juli 2026 aufgegriffen. Diese Listen werden täglich neu berechnet; der Befund gilt also für diesen Stichtag und kann morgen anders aussehen.
Das ist ehrlich gesagt kein Wunder, und man sollte es nicht als Urteil lesen, sondern als Beschreibung. Ein Titel mit einem Börsenwert von rund 58 Millionen US-Dollar (Datenstand 30. Juli 2026) fällt durch fast jedes Größen- und Liquiditätsraster; verfolgt wird die Aktie ausweislich der Fundamentaldaten von genau einem Analysten, der sie zum Kauf empfiehlt und ein Kursziel von 6,25 US-Dollar nennt. Und weil unsere Scanner überwiegend auf Kursstärke, Bewertungssprünge oder Bilanzdynamik reagieren, haben sie für eine Firma, deren Umsatz um 1,4 Prozent im Jahr wächst, keinen Haken. Merke dir den Grundsatz: Wo kein Scanner anschlägt, muss man selbst lesen. Also lesen wir.
Eine Größenprobe gehört an diese Stelle, damit die Bewertungszahlen später tragen. Der Börsenwert aus den Fundamentaldaten (rund 58,1 Millionen US-Dollar, Datenstand 30. Juli 2026) lässt sich gegen die Filings gegenrechnen: Das Deckblatt des Quartalsberichts nennt 11.421.732 ausstehende Aktien zum 7. Mai 2026, das Proxy-Statement einen Schlusskurs von 5,10 US-Dollar am 31. Dezember 2025. Elf Komma vier Millionen Aktien zu 5,10 US-Dollar ergeben 58,25 Millionen — die beiden Werte liegen 0,2 Prozent auseinander. Der Börsenwert ist also belastbar, und alles, was wir daraus ableiten, auch.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Zuerst das, was wirklich beeindruckt, und bei Global Self Storage ist das die operative Arbeit. Die Auslastung der zwölf durchgehend betriebenen Standorte lag zum 31. März 2026 bei 93,1 Prozent — ein Plus von 100 Basispunkten gegenüber 92,1 Prozent ein Jahr zuvor. In einer Branche, in der 90 Prozent als voll gelten, ist das die Spitze; die Firma formuliert es in ihrer Ergebnismitteilung selbst so und nennt es „die höchste Same-Store-Auslastung und das höchste Auslastungswachstum der Branche“. Noch aussagekräftiger ist die zweite Zahl: Die durchschnittliche Mietdauer stieg auf einen Rekordwert von rund 3,6 Jahren (Vorjahr: rund 3,5). Übersetzt in ein Alltagsbild: Wer sein Zeug in eine dieser Hallen stellt, holt es im Schnitt erst nach dreieinhalb Jahren wieder ab — und zahlt in dieser Zeit jede Mieterhöhung mit. Für einen Vermieter ist das die beste aller Nachrichten, denn jeder Auszug kostet Leerstand, Reinigung und Werbung.
Auch die Jahresreihe ist ruhig und ordentlich: Der Umsatz stieg von 8,67 Millionen US-Dollar (2019) über 9,20 (2020), 10,51 (2021), 11,94 (2022), 12,19 (2023) und 12,53 (2024) auf 12.705.245 US-Dollar (2025). Das Unternehmen war in jedem dieser Jahre profitabel. Und die Bilanz ist für einen Immobilienbesitzer erfreulich schlank: Zum 31. März 2026 standen einer Bilanzsumme von 63.703.755 US-Dollar nur 17.408.885 US-Dollar Verbindlichkeiten gegenüber, davon 15.638.994 langfristige Darlehen — das Eigenkapital lag bei 46.294.870 US-Dollar oder 4,053 US-Dollar je Aktie. Das Darlehen selbst ist ein Glücksfall aus einer anderen Zinswelt: 20 Millionen US-Dollar, aufgenommen am 24. Juni 2016, fest verzinst mit 4,192 Prozent bis zur Fälligkeit am 1. Juli 2036. Wer heute eine Lagerhalle finanziert, zahlt deutlich mehr.
Jetzt aber zu der Zahl, die bei einem REIT wirklich zählt — und die man kennen muss, um diese Aktie zu beurteilen: dem FFO.
Kurzer Zwischenstopp: Warum der Gewinn eines REIT wenig sagt
Ein Lagerhaus verliert nicht wirklich an Wert, wenn es ein Jahr älter wird — die Buchhaltung behauptet das aber. Sie schreibt das Gebäude planmäßig ab, und diese Abschreibung mindert den Gewinn, ohne dass ein einziger Dollar das Haus verlässt. Genau deshalb hat die Immobilienbranche eine eigene Kennzahl erfunden: Funds from Operations, kurz FFO. Das Alltagsbild dazu: Der Gewinn ist der Kassenzettel des Steuerberaters, der FFO ist der Blick ins Portemonnaie. Die offizielle Definition steht im Geschäftsbericht selbst:
„NAREIT defines FFO as a REIT’s net income, excluding gains or losses from sales of property, and adding back real estate depreciation and amortization. The Company also excludes unrealized gains on marketable equity securities and gains relating to PPP loan forgiveness.“
Übersetzung: „NAREIT definiert FFO als das Nettoergebnis eines REIT, unter Ausschluss von Gewinnen oder Verlusten aus Immobilienverkäufen und unter Hinzurechnung der Abschreibungen auf Immobilien. Das Unternehmen rechnet außerdem unrealisierte Gewinne auf marktgängige Aktien und Gewinne aus dem Erlass von PPP-Darlehen heraus.“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7 „Non-GAAP Financial Measures“
Merke dir den Satz: Bei einem REIT misst der Gewinn die Buchhaltung, der FFO das Geschäft — und die Dividende wird aus dem FFO bezahlt, nicht aus dem Gewinn. Und genau hier wird das Bild interessant. Die folgende Grafik zeigt drei Balken je Jahr: den Buchgewinn, den FFO und die im jeweiligen Jahr erklärte Dividende.
Die genauen Zahlen: 2023 4.163.937 US-Dollar FFO gegen 3.231.608 US-Dollar erklärte Dividende und 2.938.769 US-Dollar Nettoergebnis; 2024 3.923.932 gegen 3.264.451 und 2.123.743; 2025 4.030.352 gegen 3.290.071 und 2.038.451. Der bereinigte Wert AFFO, der zusätzlich die aktienbasierte Vergütung und die Geschäftsentwicklungskosten herausrechnet, lag 2025 bei 4.402.971 US-Dollar. Zwei Dinge lassen sich daraus ehrlich ablesen: Die Dividende ist aus dem FFO gedeckt — 2025 machte sie 82 Prozent davon aus. Und sie ist aus dem Gewinn in keinem der drei Jahre gedeckt; der ausgewiesene Bilanzverlustvortrag wuchs deshalb von 2.235.236 US-Dollar (Ende 2024) auf 3.486.856 US-Dollar (Ende 2025). Das ist bei einem REIT normal und kein Alarmsignal. Zum Alarmsignal wird es erst, wenn der FFO nachgibt. Und genau das passiert gerade.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Die Dividende brauchte im ersten Quartal 2026 96 Prozent des Mittelflusses
Im ersten Quartal 2026 fiel der FFO um 12,6 Prozent auf 852.563 US-Dollar (Vorjahresquartal: 975.343), der bereinigte AFFO um 11,0 Prozent auf 957.934 (Vorjahr: 1.076.079). Ausgezahlt wurden im selben Quartal 820.470 US-Dollar Dividende. Das sind 96 Prozent des FFO — ein Jahr zuvor waren es 84 Prozent. Und weil ein Lagerhaus nicht nur Dividende, sondern auch Instandhaltung und Kredittilgung verlangt, sieht die Kassenrechnung des Quartals so aus: 979.931 US-Dollar operativer Mittelzufluss, minus 52.298 Instandhaltung, minus 155.343 Tilgung, minus 820.470 Dividende — der Bestand an Zahlungsmitteln sank um 48.180 US-Dollar. Im Vorjahresquartal war er noch um 59.997 gestiegen. Das ist kein Beinbruch bei 7,4 Millionen US-Dollar Kasse, aber es ist ein Vorzeichenwechsel, und ein Vorzeichen ist eine Nachricht.
Die Firma selbst beschreibt diese Lage im Geschäftsbericht mit erstaunlicher Offenheit — in einem Satz, den man zweimal lesen sollte:
„Capital resources derived from retained cash flow have been and are currently expected to continue to be negligible.“
Übersetzung: „Die aus dem einbehaltenen Mittelfluss stammenden Kapitalmittel sind unbedeutend und werden es nach derzeitiger Erwartung auch bleiben.“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7 MD&A
Was das praktisch bedeutet: Jeder Dollar Wachstum muss von außen kommen — aus dem Kredit, aus neuen Aktien oder aus dem Verkauf des Restdepots. Aus dem laufenden Geschäft bleibt nach der Ausschüttung nichts hängen. Dass die Dividende trotzdem nicht selbstverständlich ist, sagt der Geschäftsbericht in seinen Risikohinweisen ebenfalls in aller Klarheit:
„We may be required to borrow or make distributions that would constitute a return of capital which may reduce the amount of capital we invest in self storage properties. We cannot assure stockholders that we will be able to make distributions in the future, be able to maintain our current level of distributions or that our distributions will increase over time …“
Übersetzung: „Wir können gezwungen sein, Kredit aufzunehmen oder Ausschüttungen zu leisten, die eine Kapitalrückzahlung darstellen, was den Betrag des Kapitals verringern kann, das wir in Selfstorage-Immobilien investieren. Wir können den Aktionären nicht zusichern, dass wir künftig Ausschüttungen leisten, unser derzeitiges Ausschüttungsniveau halten oder unsere Ausschüttungen im Laufe der Zeit erhöhen können …“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Kosten laufen den Mieten davon
Warum der FFO fällt, obwohl die Hallen voller werden, zeigt die Same-Store-Tabelle des Quartalsberichts — „Same-Store“ heißt: nur die zwölf Standorte, die in beiden Vergleichszeiträumen durchgehend betrieben wurden, also ein Vergleich ohne Zu- und Verkäufe.
Im Detail: Der Same-Store-Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 1,5 Prozent auf 3.155.135 US-Dollar, die Betriebskosten der Standorte aber um 10,0 Prozent auf 1.330.343. Damit fiel der Netto-Mietertrag (NOI) um 3,9 Prozent auf 1.824.792 US-Dollar. Dazu kamen höhere Verwaltungskosten — 859.220 US-Dollar gegen 786.893 im Vorjahresquartal, unter anderem wegen Einmalkosten für die Überarbeitung des Aktien-Vergütungsplans, was gleich noch wichtig wird. Unterm Strich brach das Betriebsergebnis um 21,0 Prozent auf 571.776 US-Dollar ein, das Nettoergebnis sank auf 477.019 (0,04 US-Dollar je Aktie) gegenüber 555.152 (0,05) im Vorjahresquartal.
Die Firma nennt zwei Gründe, und beide verdienen unterschiedliche Bewertung. Der erste sind Personalkosten, die laut Vorstandskommentar vor allem am zeitlichen Zusammentreffen von Neueinstellungen und Abgängen lagen; man erwarte hier eine Rückkehr zu den historisch niedrigeren Steigerungsraten. Das kann stimmen — bei 36 Beschäftigten schlägt jede einzelne Personalie durch. Der zweite Grund ist ernster: steigende Grundsteuern. Die Neubewertung von Selfstorage-Immobilien nehme branchenweit zu, man lege Einspruch ein, „aber es gibt keine Garantie, dass diese erhöhten Bewertungen reduziert werden“. Grundsteuern lassen sich bei Monatsmietverträgen nicht einfach durchreichen, und im Risikoteil des Geschäftsberichts steht ausdrücklich, dass Steuererhöhungen „im Allgemeinen nicht an die Mieter weitergegeben werden“. Merke dir das Bild: Eine Halle kann zu 100 Prozent voll sein und trotzdem weniger verdienen, wenn die Gemeinde ihren Bescheid neu schreibt.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der Wachstumsmotor steht still
Ein REIT dieser Größe hat genau zwei Wege, größer zu werden: Standorte kaufen oder fremde Standorte verwalten. Beide Wege stehen gerade still. Zum ersten sagt der Geschäftsbericht schlicht: „We did not make any acquisitions in the year ended December 31, 2025“ — 2025 wurde kein einziger Standort zugekauft. Dabei fehlt es nicht am Geld: Die Kreditlinie bei der Huntington National Bank — ursprünglich 15 Millionen US-Dollar, vertraglich zum ersten Jahrestag auf 14,75 und zum zweiten auf 14,5 Millionen sinkend — war zum 31. Dezember 2025 komplett unangetastet, 14,7 Millionen standen zur Verfügung; das am 4. April 2025 aufgesetzte Programm zum Verkauf neuer Aktien über bis zu 15 Millionen US-Dollar wurde 2025 mit keiner einzigen Aktie genutzt. Zusammen mit Kasse und Wertpapieren nennt die Firma rund 24,5 Millionen US-Dollar Kapitalreserven (31. März 2026). Das Geld liegt also da — der Kaufpreis passt offenbar nicht. Das ist eine defensive Haltung, die man einem disziplinierten Käufer zugutehalten kann. Nur wächst man davon nicht.
Der zweite Weg ist die Fremdverwaltung, für die Global Self Storage sogar eine eigene Marke geschaffen hat. Der erste Vertrag wurde am 23. Oktober 2019 geschlossen. Und zum 31. Dezember 2025, also mehr als sechs Jahre später, lautet der Stand: ein einziger Kunde — ein Lagerhaus in Edmond, Oklahoma, mit 137.318 vermietbaren Quadratfuß und 619 Einheiten. Die dazugehörigen Verwaltungsgebühren und sonstigen Erträge lagen im ersten Quartal 2026 bei 18.619 US-Dollar, also unter einem Prozent des Quartalsumsatzes. Eine Plattform mit einem Kunden ist keine Plattform, sondern ein Vertrag. Und ein Wachstumsversprechen, das sechs Jahre lang bei eins steht, ist ein Befund, kein Ausblick.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Eine Million neuer Aktien — 8,8 Prozent Verwässerung, vom Unternehmen selbst berechnet
Verwässerung ist der Begriff dafür, dass dein Stück vom Kuchen kleiner wird, weil neue Stücke abgeschnitten werden — dein Anteil an Gewinn, Dividende und Stimmrecht sinkt, ohne dass du irgendetwas getan hast. Bei Global Self Storage stand dieses Thema am 16. Juni 2026 auf der Tagesordnung der Hauptversammlung: Die Aktionäre genehmigten eine Neufassung des Vergütungsplans von 2017, die eine Million zusätzliche Aktien für Mitarbeiter- und Vorstandsvergütung reserviert. Am 29. Juni 2026 registrierte die Firma diese Aktien bei der SEC (Formular S-8). Wie groß das ist, muss man nicht schätzen — das Proxy-Statement rechnet es selbst vor:
„If stockholders approve the A&R Plan, the authorization of an additional 1,000,000 shares would increase the Company's total potential dilution to approximately 8.8%.“
Übersetzung: „Wenn die Aktionäre den geänderten und neu gefassten Plan genehmigen, würde die Genehmigung von zusätzlich 1.000.000 Aktien die gesamte potenzielle Verwässerung des Unternehmens auf rund 8,8 Prozent erhöhen.“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Proxy-Statement DEF 14A (eingereicht 29. April 2026), Proposal 2
Zur Einordnung: Der bisherige Plan von 2017 war auf höchstens 760.000 Aktien begrenzt und wäre am 16. Oktober 2027 ausgelaufen; der neue läuft zehn Jahre ab dem Beschluss. Insgesamt sind nach der Genehmigung 1.393.661 Aktien für Vergütungszwecke reserviert — 12,2 Prozent der 11.431.732 zum 9. April 2026 ausstehenden Aktien. Und die Aktionäre waren sich alles andere als einig: Der Plan bekam 3.717.027 Ja-Stimmen, aber 1.298.704 Nein-Stimmen und 69.240 Enthaltungen; bei der unverbindlichen Abstimmung über die Vorstandsvergütung standen 3.710.166 Ja gegen 1.303.882 Nein. Rund ein Viertel der abgegebenen Stimmen war jeweils dagegen — bei einer Hauptversammlung, auf der 8.070.898 Aktien oder 70,7 Prozent des Kapitals vertreten waren. Eingeordnet in den Rest der Rechnung: Die aktienbasierte Vergütung kostete 2025 bereits 350.333 US-Dollar, gewährt wurden 73.194 Aktien; am 24. März 2026 kamen 52.476 weitere hinzu. Wachstum, das mit frischen Aktien bezahlt wird, ist nie ganz gratis.
Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Die gesamte Gehaltsabrechnung läuft über die Holding der Chef-Familie
Jetzt der Teil, für den man den Anhang lesen muss. Global Self Storage hat 36 Beschäftigte — aber keine eigene Lohnbuchhaltung. Ein externer Personaldienstleister übernimmt die Abwicklung, und als durchleitender Zahler tritt die Midas Management Corporation auf, eine Tochter der Winmill & Co. Incorporated. Der Geschäftsbericht beschreibt es so:
„Pursuant to an arrangement between a professional employer organization (“PEO”) and the Affiliates, the PEO provides payroll, benefits, compliance, and related services for employees of the Affiliates … and, in connection therewith, Midas Management Corporation (“MMC”), a subsidiary of Winco, acts as a conduit payer of compensation and benefits to the Affiliates’ employees including those who are concurrently employed by the Company and its Affiliates.“
Übersetzung: „Aufgrund einer Vereinbarung zwischen einem professionellen Arbeitgeberdienstleister (PEO) und den verbundenen Unternehmen erbringt der PEO Lohnabrechnungs-, Sozialleistungs-, Compliance- und damit verbundene Dienstleistungen für Beschäftigte der verbundenen Unternehmen … und in diesem Zusammenhang tritt die Midas Management Corporation (MMC), eine Tochtergesellschaft von Winco, als durchleitender Zahler von Vergütung und Sozialleistungen an die Beschäftigten der verbundenen Unternehmen auf, einschließlich derjenigen, die gleichzeitig bei der Gesellschaft und ihren verbundenen Unternehmen angestellt sind.“
— Global Self Storage, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Note 10 „Related Party Transactions“
Die Summe, die dafür 2025 an Midas Management floss, steht direkt daneben: 3.152.802 US-Dollar (2024: 3.039.878). Das sind 24,8 Prozent des Jahresumsatzes. Hinzu kommen 28.050 US-Dollar Verwaltungsumlage an Winmill & Co. und 110.056 US-Dollar Arbeitgeberzuschuss zur Altersvorsorge. Und die Verbindung ist personell: Mark C. Winmill, 68, ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender von Global Self Storage — und zugleich Executive Vice President und Direktor von Winmill & Co. sowie Treuhänder des Winmill Family Trust, der die Stimmrechtsaktien dieser Holding hält. Zum 9. April 2026 wird er mit 973.079 Aktien oder 8,52 Prozent geführt, Vorstand und Aufsichtsrat zusammen mit 1.225.743 Aktien (10,73 Prozent), verbundene Unternehmen samt Direktoren und Beschäftigten mit rund 12,2 Prozent — im Geschäftsbericht, aus dem die markierte Stelle oben stammt, sind es zum 31. Dezember 2025 rund 11,6 Prozent. Seine Gesamtvergütung für 2025 betrug 693.476 US-Dollar (2024: 813.323).
Fair bleiben: Das ist alles offengelegt, es ist bei einer Firma, die aus einer Fondsverwaltung hervorgegangen ist, nicht ungewöhnlich, und dass ein Chef fast 9 Prozent der eigenen Aktien hält, ist eher ein Argument für Interessengleichlauf als dagegen. Aber der Befund bleibt: Der größte einzelne Kostenblock dieses REIT läuft über ein Unternehmen, das derselben Familie zuzurechnen ist wie der Vorstandschef. Wer hier investiert, sollte das wissen — und die Zeile im nächsten Geschäftsbericht wiederfinden.
Bewertung: teuer für Stillstand, billig für Substanz
Wie teuer ist die Aktie? Bei einem REIT ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis der falsche Maßstab — es lag zum Datenstand 30. Juli 2026 bei knapp 30, was aber nur die Abschreibungen spiegelt. Der brauchbare Maßstab ist der Preis je Dollar FFO: Bei einem Börsenwert von rund 58,1 Millionen US-Dollar und einem FFO von 4.030.352 US-Dollar (2025) zahlt man das Vierzehnfache des Mittelflusses. Für einen Selfstorage-REIT ist das keine Übertreibung, aber auch kein Schnäppchen — es ist ungefähr der Preis, den man für ein solides, nicht wachsendes Portfolio erwarten würde. Am Buchwert gemessen sieht es günstiger aus: Das Eigenkapital von 46.294.870 US-Dollar entspricht 4,053 US-Dollar je Aktie (31. März 2026); die Aktie handelte in der Größenordnung von rund 5,10 US-Dollar (letzter in einem Filing dokumentierter Schlusskurs, 31. Dezember 2025), also etwa ein Viertel über dem Buchwert. Zum Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 4,6 sei gesagt, dass es bei Immobilienfirmen wenig aussagt, weil Mieteinnahmen mit Industrieumsätzen nicht vergleichbar sind.
Zwei datierte Bewertungsanker aus der eigenen Geschichte helfen zusätzlich, den Kurs einzuordnen — und beide sind ernüchternd: Im Dezember 2019 gab die Firma im Rahmen einer Bezugsrechtsemission 1.601.291 Aktien zu 4,18 US-Dollar aus; am 25. Juni 2021 platzierte sie in einer Zweitplatzierung 1.289.720 Aktien zu 5,35 US-Dollar. Der Kurs, zu dem die Firma vor fünf Jahren neue Aktien verkaufte, liegt also über dem letzten dokumentierten Schlusskurs. Wer 2021 mitgezeichnet hat, wurde in fünf Jahren von der Dividende bezahlt, nicht vom Kurs. Der Blick der Profis ist übrigens dünn: Genau ein Analyst verfolgt die Aktie laut Fundamentaldaten (Datenstand 30. Juli 2026), empfiehlt sie zum Kauf und nennt ein Kursziel von 6,25 US-Dollar. Bei einer Firma dieser Größe ist ein Analystenurteil ein Datenpunkt, kein Konsens. Wie unterschiedlich Dividendengeschichten bei kleinen Immobilienfirmen ausgehen können, haben wir in unserer Analyse zu CTO Realty Growth gesehen — dort ging es um eine Ausschüttung, die ein Short-Seller für unverdient hielt.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für Global Self Storage spricht:
- Operativ Branchenspitze: 93,1 Prozent Auslastung der zwölf Same-Store-Standorte zum 31. März 2026 (Vorjahr 92,1 Prozent) und eine Rekord-Mietdauer von rund 3,6 Jahren — ein Portfolio, das seine Preismacht Monat für Monat ausspielen kann.
- Sehr schlanke Bilanz: 63.703.755 US-Dollar Bilanzsumme gegen 17.408.885 US-Dollar Verbindlichkeiten, Eigenkapital 46.294.870 US-Dollar (31. März 2026); das Hauptdarlehen ist mit 4,192 Prozent bis zum 1. Juli 2036 festgeschrieben, die Zinsdeckung aus dem Betriebsergebnis lag 2025 beim 3,5-Fachen.
- Ungenutzte Reserven für Zukäufe: rund 24,5 Millionen US-Dollar Kapitalreserven (31. März 2026), darunter eine zum 31. Dezember 2025 unangetastete Kreditlinie über 15 Millionen und ein 2025 ungenutztes Aktienprogramm über 15 Millionen US-Dollar.
- Dividende aus dem Mittelfluss gedeckt: 3.290.071 US-Dollar erklärte Ausschüttung 2025 gegen 4.030.352 US-Dollar FFO — 82 Prozent; die Quartalsdividende von 0,0725 US-Dollar je Aktie ist seit Jahren unverändert.
- Disziplinierter Käufer statt Getriebener: 2025 wurde kein Standort gekauft, obwohl das Geld bereitstand; die Firma zielt ausdrücklich auf Klein- und Mittelstädte mit strengen Bauordnungen und aufmerksamen Planungsbehörden, was neue Konkurrenz vor Ort erschwert.
Was dagegen spricht:
- Die Dividende verbrauchte im ersten Quartal 2026 rund 96 Prozent des FFO (820.470 von 852.563 US-Dollar); nach Instandhaltung und Tilgung sank der Kassenbestand um 48.180 US-Dollar, nach +59.997 im Vorjahresquartal.
- Kostenschere: Same-Store-Umsatz +1,5 Prozent, Betriebskosten +10,0 Prozent, Netto-Mietertrag −3,9 Prozent, Betriebsergebnis −21,0 Prozent (jeweils erstes Quartal 2026); Grundsteuer-Neubewertungen lassen sich bei Monatsmietverträgen kaum weiterreichen.
- Verwässerung: eine Million neuer Aktien für den Vergütungsplan (Hauptversammlung 16. Juni 2026, Registrierung 29. Juni 2026), potenzielle Verwässerung nach eigener Rechnung „rund 8,8 Prozent“; rund ein Viertel der abgegebenen Stimmen war dagegen.
- Kein Wachstum: 2025 keine Zukäufe, und die Fremdverwaltungs-Plattform hat seit Oktober 2019 genau einen Kunden (18.619 US-Dollar Verwaltungsgebühren und sonstige Erträge im ersten Quartal 2026).
- Verflechtung und Größe: 3.152.802 US-Dollar Personalkosten 2025 über die Holding der Chef-Familie, 36 Beschäftigte, rund 58 Millionen US-Dollar Börsenwert, ein einziger Analyst — eine markenge Aktie, bei der jede größere Order den Kurs bewegen kann.
Ein menschliches Fazit
Zurück zum Rendite-Reflex vom Anfang. Sein Problem ist nicht, dass er auf etwas Falsches zeigt — die Ausschüttung von Global Self Storage ist echt, sie ist seit Jahren unverändert, und sie ist aus dem Mittelfluss gedeckt. Sein Problem ist, dass er dich davon abhält, die zweite Frage zu stellen: Wie viel Luft ist noch drin? Bei dieser Firma lautet die belegte Antwort für das erste Quartal 2026: vier Prozent. 852.563 US-Dollar Mittelfluss, 820.470 US-Dollar Dividende. Alles darüber hinaus — Instandhaltung, Tilgung, Zukäufe, das Auffangen einer Grundsteuer-Neubewertung — muss aus der Kasse, aus der Kreditlinie oder aus neuen Aktien kommen. Die Firma schreibt das selbst in ihren Bericht, mit dem Wort „unbedeutend“ für das, was am Ende hängen bleibt.
Das kann für dich völlig in Ordnung sein. Wer 93 Prozent belegte Lagerhallen mit 4,192-Prozent-Festzins und einer stabilen Quartalsdividende kauft, kauft ein sehr ruhiges Geschäft — und ruhig ist selten. Aber du kaufst dann eben genau das: Ruhe, keine Rendite aus Wachstum. Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Sind gut 5 Prozent Ausschüttung attraktiv?“, sondern: Würdest du dich mit einer Ausschüttung zufriedengeben, deren Deckung von einem einzigen Grundsteuerbescheid und der nächsten Personalrunde abhängt — bei einer Firma, die seit einem Jahr nichts mehr zukauft und gerade eine Million eigener Aktien für die Vergütung reserviert hat? Wenn ja, hast du eine These. Wenn nein, hattest du einen Reflex. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 25. März 2026)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026 (eingereicht 8. Mai 2026)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 8. Mai 2026, Anlage 99.1 (Ergebnismitteilung erstes Quartal 2026)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 16. Juni 2026, Item 5.07 (Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Registrierung S-8 vom 29. Juni 2026 (1.000.000 Aktien für den neu gefassten Vergütungsplan)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Proxy-Statement DEF 14A zur Hauptversammlung 2026 (eingereicht 29. April 2026)
- Global Self Storage, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht 26. März 2025)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von Global Self Storage, Inc.: EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Fundamentaldaten (Börsenwert, Aktienzahl, Bewertungsvielfache, Analysten-Abdeckung; Datenstand 30. Juli 2026), abgeglichen mit den SEC-Berichten.
- Reddit-Erwähnungen: hauseigener Reddit-Hype-Scanner, Stichtag 30. Juli 2026; Gegenprobe der eigenen Scanner-Trefferlisten am selben Tag ohne Treffer für SELF.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Global-Self-Storage-Aktien.
Unser Fazit auf einen Blick
- Operative Qualität positiv
- Die zwölf durchgehend betriebenen Standorte waren zum 31. März 2026 zu 93,1 Prozent belegt (Vorjahresquartal 92,1 Prozent), die durchschnittliche Mietdauer erreichte mit rund 3,6 Jahren einen Rekordwert. Die Firma nennt das in ihrer Ergebnismitteilung vom 8. Mai 2026 die höchste Auslastung und das höchste Auslastungswachstum der Branche — bei Monatsmietverträgen, die jede Mieterhöhung sofort wirksam machen.
- Bilanz und Finanzierung positiv
- Zum 31. März 2026 standen 63.703.755 US-Dollar Bilanzsumme nur 17.408.885 US-Dollar Verbindlichkeiten gegenüber; das Eigenkapital lag bei 46.294.870 US-Dollar. Das Hauptdarlehen über ursprünglich 20 Millionen ist mit 4,192 Prozent bis zum 1. Juli 2036 festgeschrieben, die Zinsdeckung aus dem Betriebsergebnis 2025 beim 3,5-Fachen, und die Kreditlinie über 15 Millionen war zum 31. Dezember 2025 unangetastet.
- Ausschüttungsdeckung negativ
- Im ersten Quartal 2026 verbrauchte die ausgezahlte Dividende von 820.470 US-Dollar rund 96 Prozent des FFO von 852.563 (Vorjahresquartal: 84 Prozent). Nach Instandhaltung und Tilgung sank der Kassenbestand um 48.180 US-Dollar, nachdem er ein Jahr zuvor um 59.997 gestiegen war. Der Geschäftsbericht für 2025 nennt die aus dem einbehaltenen Mittelfluss stammenden Kapitalmittel selbst „unbedeutend“.
- Kostenentwicklung negativ
- Im ersten Quartal 2026 stieg der Same-Store-Umsatz um 1,5 Prozent auf 3.155.135 US-Dollar, die Betriebskosten der Standorte aber um 10,0 Prozent auf 1.330.343. Der Netto-Mietertrag fiel um 3,9 Prozent auf 1.824.792, das Betriebsergebnis um 21,0 Prozent auf 571.776 US-Dollar. Grundsteuer-Neubewertungen lassen sich bei Monatsmietverträgen kaum weiterreichen — der Geschäftsbericht sagt ausdrücklich, dass Steuererhöhungen in der Regel nicht an Mieter weitergegeben werden.
- Wachstum und Kapitalverwendung negativ
- 2025 wurde kein Standort zugekauft, obwohl rund 24,5 Millionen US-Dollar Kapitalreserven bereitstehen (31. März 2026), darunter eine unangetastete Kreditlinie über 15 Millionen und ein 2025 ungenutztes Aktienprogramm über 15 Millionen. Die Fremdverwaltungs-Plattform hat seit dem ersten Vertrag vom 23. Oktober 2019 genau einen Kunden; die Verwaltungsgebühren und sonstigen Erträge lagen im ersten Quartal 2026 bei 18.619 US-Dollar.
- Verwässerung und Verflechtung negativ
- Die Hauptversammlung genehmigte am 16. Juni 2026 eine Million neuer Aktien für den Vergütungsplan (Registrierung S-8 vom 29. Juni 2026); die potenzielle Verwässerung steigt laut Proxy-Statement von 3,34 auf rund 8,8 Prozent, gegen den Plan stimmten 1.298.704 Aktien. Zugleich flossen 2025 Personalkosten von 3.152.802 US-Dollar — 24,8 Prozent des Umsatzes — über die Midas Management Corporation, eine Tochter der Winmill & Co. Incorporated, deren Stimmrechtsaktien der Winmill Family Trust hält.
Global Self Storage betreibt seine 13 Lagerhaus-Standorte so gut wie kaum ein anderer in der Branche: 93,1 Prozent Auslastung und eine Rekord-Mietdauer von rund 3,6 Jahren zum 31. März 2026, dazu eine schlanke Bilanz mit einem bis 2036 zu 4,192 Prozent festgeschriebenen Darlehen. Der Preis dieser Ruhe steht im Quartalsbericht: Der Mittelfluss (FFO) fiel um 12,6 Prozent auf 852.563 US-Dollar, die ausgezahlte Dividende kostete 820.470 — 96 Prozent —, der Kassenbestand sank um 48.180 US-Dollar, gekauft wurde 2025 nichts, und die Hauptversammlung hat im Juni 2026 eine Million neuer Aktien für die Vergütung freigegeben, was die potenzielle Verwässerung nach eigener Rechnung auf rund 8,8 Prozent hebt. Wer hier einsteigt, kauft ein sehr ruhiges Geschäft und eine Ausschüttung mit vier Prozent Luft. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Gelb, weil eine wesentliche operative Frage offen ist — nicht weil die Bilanz wackelt. Die Substanz ist da: 46.294.870 US-Dollar Eigenkapital gegen 17.408.885 US-Dollar Verbindlichkeiten, ein Darlehen zu 4,192 Prozent Festzins bis 2036, Zinsdeckung 3,5-fach, in jedem der letzten sieben Jahre ein Gewinn. Offen ist, ob die Firma die Kostenschere schließt: Im ersten Quartal 2026 wuchsen die Betriebskosten der Standorte mit 10,0 Prozent fast siebenmal so schnell wie der Umsatz mit 1,5 Prozent, der Netto-Mietertrag fiel um 3,9 Prozent und der FFO um 12,6 Prozent — womit die unveränderte Dividende 96 Prozent des Mittelflusses verbrauchte und die Kasse erstmals seit Jahren schrumpfte. Dazu kommt ein Wachstumsmotor, der stillsteht (2025 keine Zukäufe, ein einziger Fremdverwaltungs-Kunde seit 2019) und eine im Juni 2026 beschlossene Verwässerung von rund 8,8 Prozent. Zur Aktie selbst: Rund das 14-Fache des FFO ist für ein nicht wachsendes Portfolio kein Schnäppchen, und der Kurs liegt unter dem Preis, zu dem die Firma 2021 selbst neue Aktien verkauft hat — das bleibt aber ein Preisargument und bestimmt die Ampel nicht.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam Global Self Storage über den hauseigenen Reddit-Hype-Scanner (Reddit-Erwähnungen, Stichtag 30. Juli 2026). Die Live-Gegenprobe am selben Tag ergab: SELF steht in keiner unserer Scanner-Trefferlisten — die Listen werden täglich neu berechnet, der Befund gilt für diesen Stichtag.
- Der Börsenwert von rund 58,1 Millionen US-Dollar (Datenstand 30. Juli 2026) wurde gegen die Filings geprüft: 11.421.732 ausstehende Aktien (Deckblatt des Quartalsberichts, 7. Mai 2026) mal 5,10 US-Dollar Schlusskurs (31. Dezember 2025, aus dem Proxy-Statement) ergeben 58,25 Millionen — 0,2 Prozent Abweichung. Alle Bewertungsvielfachen stehen auf dieser Basis, Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument.
- Nicht zu verwechseln: Global Self Storage war bis Januar 2016 ein geschlossener Investmentfonds; die Namen Bull & Bear Global Income Fund, Global Income Fund und Self Storage Group gehören zur Vorgeschichte derselben Gesellschaft. Das bei der SEC hinterlegte Formular 25 aus dem Jahr 2008 betrifft ausschließlich diese alte Fondsstruktur: Die damalige Global Income Fund, Inc. meldete am 27. März 2008 die freiwillige Abmeldung ihrer Aktie von der American Stock Exchange und blieb dabei als Investmentgesellschaft registriert. Mit der heutigen Notierung hat das nichts zu tun — die Aktie notiert seit 19. Januar 2016 an der Nasdaq.
Häufige Fragen
Global Self Storage, Inc. (Nasdaq: SELF) ist ein Immobilien-Investmentvehikel (REIT) mit Sitz in Millbrook im Bundesstaat New York, das Lagerräume vermietet. Zum 31. Dezember 2025 betrieb oder verwaltete die Firma 13 Standorte in Connecticut, Illinois, Indiana, New York, Ohio, Pennsylvania, South Carolina und Oklahoma mit zusammen 966.567 vermietbaren Quadratfuß und 7.044 Lagereinheiten. Das Unternehmen hat 36 Beschäftigte und erlöste 2025 12.705.245 US-Dollar.
FFO steht für „Funds from Operations“. Der Geschäftsbericht definiert ihn nach dem Branchenverband NAREIT als Nettoergebnis ohne Gewinne oder Verluste aus Immobilienverkäufen und mit zurückgerechneten Abschreibungen auf Immobilien. Der Grund: Eine Lagerhalle verliert nicht wirklich an Wert, wenn sie ein Jahr älter wird, die Buchhaltung schreibt sie aber ab. 2025 lag der Gewinn von Global Self Storage bei 2.038.451 US-Dollar, der FFO bei 4.030.352 — die Dividende wird aus dem FFO bezahlt.
Aus dem Mittelfluss ja, aus dem Gewinn nein — und der Abstand schrumpft. 2025 wurden 3.290.071 US-Dollar Dividende erklärt, bei 4.030.352 US-Dollar FFO und nur 2.038.451 US-Dollar Nettoergebnis. Im ersten Quartal 2026 fiel der FFO um 12,6 Prozent auf 852.563 US-Dollar, während 820.470 US-Dollar Dividende ausgezahlt wurden — 96 Prozent. Nach Instandhaltung und Tilgung sank der Kassenbestand um 48.180 US-Dollar.
Die Firma zahlt seit Jahren unverändert 0,0725 US-Dollar je Aktie und Quartal. Die zuletzt im Geschäftsbericht dokumentierte Erklärung datiert vom 2. März 2026, zahlbar am 31. März 2026 an Aktionäre mit Nachweisstichtag 16. März 2026. Auf das Jahr gerechnet sind das 0,29 US-Dollar je Aktie. Gemessen am letzten in einem Filing dokumentierten Schlusskurs von 5,10 US-Dollar (31. Dezember 2025) entspricht das gut 5 Prozent.
Die Gesellschaft wurde am 12. Dezember 1996 in Maryland als börsennotierter Investmentfonds gegründet und firmierte zuerst als Bull & Bear Global Income Fund, dann als Global Income Fund und ab 2013 als Self Storage Group. Sie war nach dem US-Investment Company Act von 1940 als geschlossene Investmentgesellschaft registriert. Die SEC genehmigte die Abmeldung am 19. Januar 2016; am selben Tag wurde die Firma zu Global Self Storage und ihre Aktie an der Nasdaq notiert.
Die Hauptversammlung genehmigte am 16. Juni 2026 eine Million zusätzlicher Aktien für den neu gefassten Vergütungsplan; registriert wurden sie am 29. Juni 2026 (Formular S-8). Das Proxy-Statement rechnet selbst vor, dass die potenzielle Verwässerung damit von 3,34 Prozent auf „rund 8,8 Prozent“ steigt. Insgesamt sind danach 1.393.661 Aktien reserviert — 12,2 Prozent der 11.431.732 zum 9. April 2026 ausstehenden Aktien. Gegen den Plan stimmten 1.298.704 Aktien.
Kaum. Der Umsatz stieg 2025 um 1,4 Prozent auf 12.705.245 US-Dollar, im ersten Quartal 2026 um 1,5 Prozent. Zukäufe gab es 2025 keine, obwohl die Kreditlinie über 15 Millionen US-Dollar zum 31. Dezember 2025 unangetastet war und das Aktienprogramm über 15 Millionen ungenutzt blieb. Die eigene Fremdverwaltungs-Plattform hat seit dem ersten Vertrag vom 23. Oktober 2019 genau einen Kunden — ein Lagerhaus in Edmond, Oklahoma mit 619 Einheiten.
Gemessen am Mittelfluss ist sie durchschnittlich bewertet: Bei rund 58,1 Millionen US-Dollar Börsenwert (Datenstand 30. Juli 2026) und 4.030.352 US-Dollar FFO (2025) zahlt man etwa das Vierzehnfache. Der Buchwert lag am 31. März 2026 bei 4,053 US-Dollar je Aktie, der letzte in einem Filing dokumentierte Schlusskurs bei 5,10 US-Dollar (31. Dezember 2025). Zum Vergleich: 2021 platzierte die Firma neue Aktien zu 5,35 US-Dollar.
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