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F&E-Beschleuniger im Rücktest: Ein Forschungsschub ist kein verlässliches Kaufsignal — 10,98 gegen 14,82 Prozent pro Jahr

F&E-Beschleuniger im Rücktest: Ein Forschungsschub ist kein verlässliches Kaufsignal — 10,98 gegen 14,82 Prozent pro Jahr

Eine Firma, die ihren Forschungsaufwand nach Jahren der Ruhe plötzlich um vierzig Prozent oder mehr hochfährt: Ist das ein verlässliches Kaufsignal? Wir haben die Frage über 163 Monate und 1.830 Firmen, die mindestens ein Signal auslösten, nachgerechnet — getrennt nach Firmen mit einem echten Geschäft dahinter und nach Firmen ohne nennenswerten Umsatz, mit verschwundenen Aktien im Depot und mit dem Meldetermin bei der US-Börsenaufsicht statt dem Quartalsende als Stichtag. Die Antwort ist ehrlich negativ: Auf zwölf und vierundzwanzig Monaten bleibt das Hauptsegment hinter dem S&P 500 zurück, ein scheinbarer Vorsprung nach drei Jahren zerfällt bei näherem Hinsehen auf drei Positionen, und bei Firmen ohne Umsatz ist die Forschungsexplosion auf jedem Horizont ein Verlustgeschäft. Als Frühindikator für eine kommende Umsatz-Beschleunigung taugt die Forschungs-Beschleunigung ebenfalls kaum.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 14 Min. Lesezeit
F&E-Beschleuniger im Rücktest: Ein Forschungsschub ist kein verlässliches Kaufsignal — 10,98 gegen 14,82 Prozent pro Jahr
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Die Frage: Ist ein Forschungsschub ein Kaufsignal?

Eine Firma, die ihren Forschungsaufwand nach Jahren der Ruhe plötzlich um vierzig Prozent oder mehr hochfährt: Ist das ein Kaufsignal? Wir haben die Frage über 163 Monate — Januar 2013 bis Juli 2026 — an US-Aktien nachgerechnet, getrennt nach zwei Welten, in denen eine Forschungs-Beschleunigung etwas völlig Verschiedenes bedeutet: Firmen mit einem echten Geschäft dahinter (Hauptsegment) und Firmen ohne nennenswerten Umsatz (Vorumsatz-Segment), bei denen die Forschungs-Beschleunigung vor allem eine Kassenfrage ist.

Das Ergebnis ist ehrlich negativ. Auf den Anlagehorizonten, die ein Anleger normalerweise plant — zwölf und vierundzwanzig Monate —, bleibt das Hauptsegment hinter dem breiten Markt zurück. Ein scheinbarer Vorsprung nach drei Jahren zerfällt bei näherem Hinsehen. Und bei Firmen ohne Umsatz ist ein Forschungsschub auf jedem Horizont ein Verlustgeschäft.

Wie ist das Signal definiert?

Wir haben nach Firmen gesucht, deren Zwölfmonatssumme des Forschungsaufwands in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen um mindestens 40 Prozent über derselben Summe zwölf Monate zuvor liegt — nach oben offen, denn eine Verdopplung des Forschungsbudgets ist die stärkste Ausprägung der These, nicht ihr Ausschluss. Voraussetzung ist Ruhe davor: Die vier Quartale unmittelbar vor dem ersten Beschleunigungsquartal müssen je unter 15 Prozent gelegen haben. Gerechnet wird auf der Zwölfmonatssumme und nicht auf dem Einzelquartal, weil der Forschungsposten die zackigste Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung ist. Details zur Rechenmethode stehen weiter unten im Methodik-Kapitel.

Die Hauptzahl jeder Tabelle ist die konservative — gerechnet ohne Positionen mit einem Monatssprung über 200 Prozent, die im Verdacht stehen, nicht nachgetragene Kurskorrekturen statt echter Kursbewegungen zu sein. Sie ist damit nicht in jedem Fall die niedrigere Zahl, sondern die um verdächtige Kursreihen bereinigte; die volle Rechnung steht deshalb in jeder Zeile daneben.

Was bringt der F&E-Beschleuniger auf 12, 24 und 36 Monate?

Hauptsegment, Rendite pro Jahr je Haltedauer, Januar 2013 bis Juli 2026, gleichgewichtet, 0,1 % Kosten je Seite.
HaltedauerPositionenp. a. konservativp. a. vollgrößter Rückschlag (volle Rechnung)S&P 500 TR
12 Monate8210,98 %12,83 %−60,35 %14,82 %
24 Monate7013,41 %13,32 %−50,89 %14,82 %
36 Monate5919,04 %18,66 %−42,17 %14,22 %

Zur Spalte „Positionen“: Sie zählt alle Positionen des Arms und ist damit die Grundlage der vollen Rechnung und der Rückschlagspalte. Die konservative Rechnung lässt die kurssprung-verdächtigen Positionen weg und steht deshalb auf 81 (12 Monate), 69 (24 Monate) und 58 (36 Monate) Positionen — mit genau dieser Menge rechnet auch die nächste Tabelle.

Auf zwölf Monaten liegt das Hauptsegment mit 10,98 Prozent pro Jahr (konservativ gerechnet auf 81 von 82 Positionen) hinter dem S&P 500 Total Return mit 14,82 Prozent. Auf vierundzwanzig Monaten sind es 13,41 Prozent (69 von 70 Positionen) gegen ebenfalls 14,82 Prozent beim Index — wieder ein Rückstand. Erst bei sechsunddreißig Monaten Haltedauer dreht das Bild: 19,04 Prozent pro Jahr (58 von 59 Positionen) gegen 14,22 Prozent beim S&P 500. Dieser scheinbare Vorsprung ist der auffälligste Wert der ganzen Studie — und, wie das nächste Kapitel zeigt, der am wenigsten belastbare.

Warum hält der 36-Monats-Vorsprung der Nachprüfung nicht stand?

Die folgende Probe streicht der Reihe nach die größten Gewinner und schaut, was übrig bleibt. Sie rechnet auf genau der konservativen Menge, die schon die Renditespalte oben trägt.

Was bleibt ohne die größten Gewinner? Gerechnet auf der konservativen Positionsmenge, über genau das Kalenderfenster des jeweiligen Arms.
HaltedauerPositionen (konservative Menge)p. a. konservativohne die größte 1ohne die größten 3ohne die größten 5S&P 500 TR
12 Monate8110,98 %8,04 %5,13 %3,64 %14,82 %
24 Monate6913,41 %12,25 %7,93 %5,20 %14,82 %
36 Monate5819,04 %17,35 %12,75 %10,65 %14,22 %

Die 19,04 Prozent bei 36 Monaten stehen auf 58 Positionen. Streicht man nur die eine größte davon, sinkt die Rendite auf 17,35 Prozent — noch über dem Markt. Streicht man die drei größten, sinkt sie auf 12,75 Prozent und liegt damit unter dem S&P 500. Streicht man die fünf größten, sind es nur noch 10,65 Prozent. Und die beiden größten Positionen sind keine zwei verschiedenen Erfolgsgeschichten, sondern ein und dieselbe Firma, zweimal gekauft: Centrus Energy, deren Kurs ab dem Einstieg im Jahr 2019 binnen 36 Monaten um mehr als 700 Prozent stieg. Ein Vorsprung, der an drei Käufen hängt, von denen zwei auf dieselbe Firma entfallen, ist keine belastbare Regel — er ist ein Einzelfall, der sich als Statistik verkleidet hat.

Auch ohne den sogenannten Covid-Basiseffekt (Einstiege zwischen April 2020 und Dezember 2022 ausgeschlossen, weil ein Zwölfmonatsvergleich dort systematisch verzerrt ist) bleibt das Bild verhalten: Auf 36 Monaten sinkt die Rendite dann auf 12,01 Prozent (38 Positionen) — unter die 14,22 Prozent des S&P 500 im selben Zeitfenster. Der scheinbare Langfrist-Vorsprung ist also weder auf eine breite Basis noch auf einen Basiseffekt-freien Zeitraum gestützt.

Ruhe oder Rückkehr? Ein Zusatzbefund mit dünner Basis

Die Ruhebedingung der Regel kennt nur eine Obergrenze: Wer seine Forschung erst zusammengestrichen hat und danach auf den alten Stand zurückkehrt, erfüllt sie ebenso mühelos wie eine Firma, die tatsächlich von einem ruhigen Niveau aus beschleunigt. Wir haben beide Fälle getrennt:

Zusatzbefund: Art der Ruhephase, Rendite pro Jahr. Der Vergleichsmaßstab läuft je Zeile über genau die Monate, in denen der Arm Positionen hielt.
HaltedauerArmPositionenp. a. konservativp. a. vollS&P 500 TR
12 Monateecht flache Ruhe204,15 %4,15 %13,63 %
12 MonateRückkehr nach Einbruch628,33 %10,46 %14,82 %
24 Monateecht flache Ruhe1710,64 %10,64 %13,40 %
24 MonateRückkehr nach Einbruch5312,80 %12,66 %14,82 %
36 Monateecht flache Ruhe1424,71 %24,71 %13,55 %
36 MonateRückkehr nach Einbruch4517,52 %16,94 %14,22 %

Auch hier zählt die Positionsspalte alle Positionen des Arms. Konservativ gerechnet sind es bei „Rückkehr nach Einbruch“ 61 (12 Monate), 52 (24 Monate) und 44 (36 Monate) Positionen; bei der echt flachen Ruhe fällt keine Position weg.

Bei 36 Monaten steht die echt flache Ruhe mit 24,71 Prozent pro Jahr deutlich vor der Rückkehr nach einem Einbruch mit 17,52 Prozent. Diese Zahl steht allerdings auf nur 14 Positionen — zu wenig, um daraus eine eigene Kaufregel abzuleiten. Wir zeigen sie ausdrücklich als Hinweis für eine mögliche weitere Untersuchung, nicht als eigenständiges Ergebnis dieser Studie. Zu beachten ist außerdem, dass die beiden Unterarme über unterschiedliche Kalenderfenster laufen; der Vergleichsmaßstab in der letzten Spalte ist deshalb je Zeile derselbe Zeitraum wie der Arm daneben.

Was passiert, wenn Firmen ohne Umsatz die Forschung hochfahren?

Bei Biotechs und anderen Firmen ohne nennenswerten Umsatz ist eine Forschungs-Beschleunigung vor allem eine Kassenfrage: Nach einer frischen Kapitalerhöhung steigt der Forschungsaufwand fast zwangsläufig, unabhängig davon, ob ein Produkt in Sicht ist.

Vorumsatz-Segment, Rendite pro Jahr je Haltedauer. Das Totalverlust-Szenario setzt jede zwangsverkaufte Position auf minus 100 Prozent und ist damit eine Untergrenze.
HaltedauerPositionenp. a. konservativp. a. vollTotalverlust-Szenario (Untergrenze)größter Rückschlag (volle Rechnung)S&P 500 TR
3 Monate119−24,18 %−16,27 %−16,27 %−99,78 %14,63 %
6 Monate114−37,24 %−29,40 %−31,02 %−99,90 %14,82 %
12 Monate105−6,70 %−3,50 %−5,31 %−94,09 %14,63 %
24 Monate80−14,16 %−11,57 %−14,98 %−93,93 %14,82 %
36 Monate66−11,19 %−10,50 %−14,77 %−92,31 %14,82 %

Positionsspalte wie oben: alle Positionen des Arms. Die konservative Rechnung steht auf 118 (3 Monate), 113 (6 Monate), 104 (12 Monate), 77 (24 Monate) und 62 (36 Monate) Positionen.

Das Ergebnis ist auf jedem einzigen Horizont deutlich negativ. Nach zwölf Monaten stehen minus 6,70 Prozent pro Jahr zu Buche (104 von 105 Positionen, konservativ), nach 24 Monaten minus 14,16 Prozent (77 von 80 Positionen), nach 36 Monaten minus 11,19 Prozent (62 von 66 Positionen). Selbst auf drei und sechs Monaten verliert dieses Segment 24,18 beziehungsweise 37,24 Prozent pro Jahr. Eine Forschungsexplosion ohne Umsatz dahinter ist im Rückblick kein Kaufsignal, sondern ein Warnsignal.

Kündigt der F&E-Beschleuniger eine Umsatz-Beschleunigung an?

Die eigentlich interessante Anschlussfrage lautet nicht, ob der Forschungsschub selbst ein Kaufsignal ist, sondern ob er etwas ankündigt: Läuft einer Umsatz-Beschleunigung — die wir in unserer Umsatzbeschleuniger-Studie separat untersucht haben — regelmäßig eine Forschungs-Beschleunigung voraus?

Folgt der Forschungs-Beschleunigung eine Umsatz-Beschleunigung? Nenner ist je Horizont die Menge der Firmen, deren Beobachtungsfenster vollständig ins Raster passt.
Horizontbeobachtbare Firmenmit späterer Umsatz-BeschleunigungAnteil
12 Monate951949,88 %
24 Monate92914115,18 %
36 Monate88816518,58 %

Die Antwort ist meistens nein. Von 982 Firmen mit einer F&E-Beschleunigung der Hauptvariante im Hauptsegment und 2.157 Firmen mit einer Umsatz-Beschleunigung überschneiden sich 588. Bei diesen gemeinsamen Fällen kam die Umsatz-Beschleunigung 296-mal zuerst, die Forschungs-Beschleunigung nur 249-mal, und 43-mal fielen beide Signale in denselben Monat. Wenn die Umsatz-Beschleunigung folgt, liegt zwischen beiden Signalen im Median ein Abstand von 20 Monaten; in der Gegenrichtung, wenn die Umsatz-Beschleunigung zuerst kommt, sind es im Median 12 Monate. Der F&E-Beschleuniger ist damit kein verlässlicher Frühindikator für eine kommende Umsatz-Beschleunigung — er tritt bei denselben Firmen auf, ohne sie zuverlässig vorherzusagen.

Wie schneidet der F&E-Beschleuniger gegen den Umsatzbeschleuniger ab?

Wir haben bereits eine verwandte Regel getestet: den Umsatzbeschleuniger, bei dem nicht die Forschung, sondern der Umsatz selbst nach einer ruhigen Phase sprunghaft anzieht. Dort kam der organisch gewachsene Hauptarm bei zwölf Monaten Haltedauer konservativ gerechnet auf 16,56 Prozent pro Jahr (volle Rechnung 26,28 Prozent) — gegen einen S&P 500 Total Return von 15,02 Prozent im selben Zeitraum. Auch im Vergleich Konservativ gegen Konservativ, 16,56 gegen 10,98 Prozent, bleibt der Abstand deutlich. Die Umsatz-Beschleunigung bleibt damit innerhalb derselben Signalfamilie das deutlich stärkere Kaufsignal: Ein plötzlicher Umsatzsprung sagt mehr über die Zukunft einer Firma als ein plötzlicher Forschungsschub. Wer sich für verwandte Wachstumssignale interessiert, findet weitere Rücktests in unserer Studien-Übersicht, etwa den Organik-Rücktest zur Frage, ob Wachstum aus eigener Kraft oder aus Zukäufen stammt.

Wie haben wir gerechnet?

Der Stichtag ist die Pointe jedes Rücktests dieser Serie: Gerechnet wird ausschließlich auf Quartalen, die am jeweiligen Monatsende bei der US-Börsenaufsicht SEC bereits eingereicht waren — nicht auf dem Quartalsende selbst. Ein Rückblick, der eine Zahl vom Tag ihres Quartalsendes an benutzt, kauft mehrere Wochen zu früh, und genau in dieser Spanne liegt bei einem gerade anspringenden Titel oft ein Teil des Kurssprungs.

  • Beschleunigung. Die Zwölfmonatssumme des Forschungsaufwands liegt in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen um mindestens 40 Prozent über derselben Summe zwölf Monate zuvor.
  • Ruhe. Die vier Quartale unmittelbar vor dem ersten Beschleunigungsquartal liegen je unter 15 Prozent.
  • Einstieg. Zum Monatsende des Monats, in dem das zweite Beschleunigungsquartal bei der SEC eingereicht wurde.
  • Kosten. 0,1 Prozent je Seite (Kauf und Verkauf).
  • Mindestkurs. 1 US-Dollar am Einstiegstag, gemessen am Rohkurs.
  • Verschwundene Titel sind enthalten und bleiben im Depot; endet eine Kursreihe mitten im Zeitraum, wird zum letzten verfügbaren Kurs zwangsverkauft. Das ist der Grund, warum dieser Rückblick überhaupt etwas aussagt.
  • Universum und Zeitraum. US-Aktien, Januar 2013 bis Juli 2026 (163 Monate); Quartalsumsätze und -forschungsaufwände aus den öffentlichen Quartals- und Jahresberichten an die US-Börsenaufsicht SEC, Kurse und der Vergleichsmaßstab S&P 500 Total Return aus unserem eigenen Kursbestand.

Was diese Studie nicht sagt

  • Sie gilt nur für forschende Unternehmen. Von 7.405 Firmen im Universum weisen nur 3.292 (44,46 Prozent) überhaupt einen Forschungsaufwand aus. Rohstoff-, Handels- und Immobilienfirmen etwa bilanzieren typischerweise keine Forschung — das ist kein Datenmangel, sondern die Reichweite der Studie.
  • Das Totalverlust-Szenario ist eine Untergrenze, keine Ausfallquote. Es setzt jede Position, deren Kursreihe mitten im Zeitraum an einem Delisting endet, auf minus 100 Prozent — auch dann, wenn die Firma zu einem festen Preis bar übernommen wurde. Von den 109 Zwangsverkäufen, die bei 36 Monaten Haltedauer unter allen 859 Käufen des Hauptsegments anfielen — die Tabellen oben zeigen davon die 59 Erstsignale je Firma —, endeten tatsächlich 68 (62,39 Prozent) mit Gewinn.
  • Die konservative Zahl ist nicht automatisch die vorsichtigere. Der Filter entfernt Positionen mit einem Monatssprung über 200 Prozent, weil solche Sprünge häufig auf nicht nachgetragene Kurskorrekturen zurückgehen. Er sieht aber nur den Sprung und nicht seinen Grund: Trifft er eine echte Kursbewegung, die anschließend wieder abgab, HEBT er die konservative Zahl. Wo sie über der vollen liegt, ist genau das passiert — deshalb stehen beide Zahlen in jeder Zeile nebeneinander.
  • 36 Monate Haltedauer kann nur bis Juli 2023 kaufen. 335 Signale des gesamten Laufs wurden deshalb gar nicht erst eingebucht, weil ihre Haltedauer über das Studienende hinausgelaufen wäre — die Aussage zu 36 Monaten steht damit auf einem kürzeren Einstiegszeitraum als die der kurzen Horizonte.
  • Steuern und Handelsspannen fehlen. Gerechnet sind 0,1 Prozent Kosten je Seite, sonst nichts.
  • Ein Rückblick ist keine Vorhersage. Diese Studie ist Marktforschung, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.

Fazit: Was bedeutet das für Anleger?

Ein plötzlicher Forschungsschub allein ist im Rückblick kein Signal, dem man vertrauen sollte. Auf den Horizonten, die für die meisten Anlageentscheidungen zählen — zwölf und vierundzwanzig Monate —, bleibt er hinter dem breiten Markt zurück. Der auffällige Wert bei 36 Monaten hängt an drei Positionen, von denen zwei derselben Firma gehören, und schmilzt ohne sie unter den Marktdurchschnitt. Bei Firmen ohne nennenswerten Umsatz ist die Forschungsexplosion sogar durchweg ein Verlustgeschäft. Und als Frühwarnsystem für eine kommende Umsatz-Beschleunigung taugt die Forschungs-Beschleunigung ebenfalls kaum — meistens kommt die Umsatz-Beschleunigung zuerst.

Aus diesem Rücktest entsteht deshalb bewusst kein Live-Scanner. Wer nach einem Wachstumssignal sucht, das im Rückblick den Markt geschlagen hat, findet es in der Umsatzbeschleuniger-Studie und im gleichnamigen Live-Scanner.

Häufige Fragen

Auf den Horizonten, die für die meisten Anleger zählen, nein. Nach 12 Monaten Haltedauer bringt das Hauptsegment 10,98 % pro Jahr (konservativ gerechnet auf 81 von 82 Positionen) gegenüber 14,82 % beim S&P 500 Total Return, nach 24 Monaten 13,41 % (69 von 70 Positionen) gegenüber ebenfalls 14,82 %. Erst nach 36 Monaten liegt die Regel mit 19,04 % vorn — aber dieser Wert ist, wie die nächste Frage zeigt, nicht robust.

Weil er auf nur 58 Positionen steht und von drei davon abhängt. Streicht man die größte, sinkt die Rendite auf 17,35 %; streicht man die drei größten, auf 12,75 % — unter den 14,22 % des S&P 500 im selben Fenster. Zwei der drei größten Positionen sind zudem ein und dieselbe Firma (Centrus Energy), zweimal gekauft. Auch ohne den Corona-Basiseffekt (Einstiege April 2020 bis Dezember 2022 ausgeschlossen) sinkt die 36-Monats-Rendite auf 12,01 % (38 Positionen) — unter den 14,22 % des Index im selben Zeitfenster.

Weil beide Tabellen verschiedene Mengen zählen. Die erste zeigt alle Positionen des Arms; sie trägt die volle Rechnung und die Rückschlagspalte. Die zweite rechnet auf der konservativen Menge, aus der die Positionen mit einem Monatssprung über 200 Prozent bereits entfernt sind — bei 36 Monaten ist das genau eine. Dieselbe Differenz steht bei 12 Monaten (82 gegen 81) und bei 24 Monaten (70 gegen 69). Die konservativen Renditen sind in beiden Tabellen dieselben, weil beide auf der engeren Menge gerechnet sind.

Dort ist die Forschungs-Beschleunigung vor allem eine Kassenfrage — nach einer Kapitalerhöhung steigt der Forschungsaufwand fast zwangsläufig, ohne dass ein neues Produkt dahintersteht. Die Rendite ist deshalb auf jedem Horizont negativ: −24,18 % p. a. nach 3 Monaten, −37,24 % nach 6 Monaten, −6,70 % nach 12 Monaten (104 von 105 Positionen), −14,16 % nach 24 Monaten (77 von 80 Positionen) und −11,19 % nach 36 Monaten (62 von 66 Positionen), jeweils konservativ gerechnet.

Kaum. Von 982 Firmen mit F&E-Beschleunigung und 2.157 Firmen mit Umsatz-Beschleunigung überschneiden sich 588. Bei diesen gemeinsamen Fällen kam die Umsatz-Beschleunigung 296-mal zuerst, die Forschungs-Beschleunigung nur 249-mal. Binnen 12 Monaten nach einer F&E-Beschleunigung folgte nur bei 9,88 % der 951 beobachtbaren Firmen tatsächlich eine Umsatz-Beschleunigung (24 Monate: 15,18 % von 929, 36 Monate: 18,58 % von 888) — und wenn er folgt, liegt der mediane Abstand bei 20 Monaten.

Nur für forschende. Von 7.405 Firmen im Universum weisen 3.292 (44,46 %) überhaupt einen Forschungsaufwand aus; die übrigen — Rohstoff-, Handels- und Immobilienfirmen etwa — haben schlicht keinen. Das ist kein Datenmangel, sondern die Reichweite der Studie. Von den forschenden Firmen lösten 1.830 im Untersuchungszeitraum mindestens ein Signal aus; 982 davon trugen eine F&E-Beschleunigung der Hauptvariante im Hauptsegment.

Deutlich schwächer. In unserer Umsatzbeschleuniger-Studie kam der organisch gewachsene Hauptarm bei 12 Monaten Haltedauer konservativ gerechnet auf 16,56 % pro Jahr (volle Rechnung 26,28 %) gegenüber 15,02 % beim S&P 500 Total Return im selben Zeitraum — gegen die 10,98 % dieser Studie ein deutlicher Abstand, auch bei gleicher Rechenweise. Die Umsatz-Beschleunigung bleibt damit innerhalb derselben Signalfamilie das deutlich stärkere Kaufsignal.

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