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F&G Annuities & Life: Der freie Cashflow ist größer als der Börsenwert — nur gehört er nicht den Aktionären

F&G Annuities & Life: Der freie Cashflow ist größer als der Börsenwert — nur gehört er nicht den Aktionären

Auf dem Papier ist es das billigste Papier weit und breit: F&G Annuities & Life kommt auf rund 3,93 Milliarden US-Dollar Börsenwert und wies für 2025 einen freien Cashflow von 4.666 Millionen US-Dollar aus. Ein Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis unter eins — die Firma verdient rechnerisch in weniger als einem Jahr ihren eigenen Preis. Die Kapitalflussrechnung im Geschäftsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC zeigt aber, woher das Geld kommt: 3.277 Millionen aus der Veränderung einbehaltener Mittel der Rückversicherer, 1.710 Millionen aus dem Aufbau künftiger Versicherungsleistungen. Das Nettoergebnis betrug 271 Millionen. Diese Analyse rechnet nach, wem das Geld in der Kasse eines Rentenversicherers eigentlich gehört.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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F&G Annuities & Life: Der freie Cashflow ist größer als der Börsenwert — nur gehört er nicht den Aktionären
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die keine Gier braucht und keine Panik — nur eine Kasse, die voll ist. Nennen wir sie die Kassierer-Falle. Stell dir eine Supermarktkasse an einem Samstag vor: 40.000 Euro laufen durch, der Streifen ist meterlang, die Schublade quillt über. Wem gehört das Geld? Nicht dem Menschen, der davorsitzt. Bei einem Rentenversicherer ist es ähnlich, nur größer und viel unübersichtlicher — und die Kapitalflussrechnung sagt einem nicht von selbst, welcher Teil des Geldes bleiben darf. Bei F&G Annuities & Life (NYSE: FG), einem Renten- und Lebensversicherer aus Des Moines in Iowa, steht in dieser Rechnung für 2025 ein operativer Cashflow von 4.681 Millionen US-Dollar. Der Börsenwert lag am 25. Juli 2026 bei rund 3,93 Milliarden US-Dollar. Auf dem Papier wäre das ein Unternehmen, das sich in weniger als einem Jahr selbst bezahlt.

Machen wir also einen Deal: Bevor du eine solche Zahl als Schnäppchen abbuchst, lesen wir gemeinsam nach, aus welchen Zeilen sie sich zusammensetzt. Alles, was folgt, steht in Pflichtveröffentlichungen an die US-Börsenaufsicht SEC — im Geschäftsbericht (10-K) für 2025, im Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 und in drei Meldungen (8-K) danach. Keine Empfehlung, kein Kursziel. Nur die Frage, wem das Geld in der Kasse gehört.

Was F&G Annuities & Life eigentlich macht — die Firma, die Rentenversprechen verkauft

F&G verkauft im Kern eine einzige Sache: Sicherheit gegen Zeit. Ein Kunde gibt heute Geld, das Unternehmen verspricht dafür später Auszahlungen. Wie das Versprechen aussieht, unterscheidet die Produkte.

  • Indexgebundene Renten (FIA und RILA) — das größte Geschäft. Der Kunde zahlt ein, die Verzinsung hängt an einem Aktienindex, aber mit Untergrenze: Er verliert nicht, wenn der Index fällt, bekommt dafür nur einen gedeckelten Teil des Anstiegs. F&G legt das Geld in Anleihen an und kauft mit einem kleinen Teil Optionen, um die Indexgutschrift zu bezahlen. Im Jahr 2025 waren das 6.703 Millionen US-Dollar Absatz.
  • Renten mit fester Verzinsung (MYGA) — das Sparbuch der Versicherungswelt: ein fester Zins über eine feste Laufzeit. 3.794 Millionen US-Dollar Absatz im Jahr 2025.
  • Indexgebundene Lebensversicherung (IUL) — Todesfallschutz mit Sparanteil, 190 Millionen US-Dollar (2025).
  • Pensionsübernahmen (PRT) — ein Unternehmen will seine Betriebsrenten loswerden, zahlt F&G eine Summe, und F&G zahlt fortan die Renten. 2.126 Millionen US-Dollar (2025).
  • Funding Agreements — institutionelle Anlagen, teils über eigens begebene Anleihen, teils über das Bundessystem der Wohnungsbaubanken (FHLB). 1.825 Millionen US-Dollar (2025).

Verdient wird an der Zinsmarge: F&G legt das Geld zu einem Satz an und schreibt dem Kunden einen niedrigeren gut. Im Jahr 2025 warf das durchschnittlich verwaltete Vermögen von 55.384 Millionen US-Dollar eine Rendite von 5,12 Prozent ab (2024: 5,27 Prozent, 2023: 4,80 Prozent). Der Bestand wuchs seit der Übernahme durch Fidelity National Financial (NYSE: FNF) am 1. Juni 2020 von 26,5 auf 57,6 Milliarden US-Dollar (31. Dezember 2025), der Bruttoabsatz von 4,5 auf 14,6 Milliarden. Das ist keine Kleinigkeit — dazu gleich mehr.

Ein Wort zur Eigentümerin, denn sie ist die halbe Geschichte: FNF brachte F&G im Dezember 2022 durch Ausgabe von rund 15 Prozent der Aktien an die Börse und verteilte am 31. Dezember 2025 weitere rund 12 Prozent an die eigenen Aktionäre. Danach hielt FNF rund 70 Prozent der Stammaktien. Frei handelbar sind rund 34,7 Millionen von 132,5 Millionen Aktien (Datenstand 25. Juli 2026). Ein Mehrheitseigner ist nicht per se ein Problem — man sollte nur wissen, dass er da ist.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Über unser K-FCF-Ranking. Dieses Ranking sortiert alle Aktien mit positivem freien Cashflow und einem Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von höchstens 10 nach genau dieser Kennzahl — die günstigsten zuerst. Die Kennzahl selbst ist eine Division: Börsenwert geteilt durch den freien Cashflow der letzten vier Quartale. Der freie Cashflow ist das, was nach allen Investitionen in der Kasse bleibt — theoretisch also das Geld, das für Dividenden, Rückkäufe oder Schuldenabbau zur Verfügung steht. Ein Wert von 10 heißt: Zehn Jahre dieses Cashflows entsprechen dem heutigen Preis. Ein Wert unter 1 heißt: ein knappes Jahr.

Am 26. Juli 2026 stand F&G Annuities & Life auf Platz 15 der US-Auswahl dieses Rankings, mit einem angezeigten Wert von 0,7. Die Liste zeigt die 25 stärksten Treffer; insgesamt erfüllten an diesem Tag 835 Aktien die Kriterien. Direkt über F&G lag der Autokreditgeber Consumer Portfolio Services, weiter oben der Immobilienfinanzierer Ready Capital — die Liste ist an ihrer Spitze auffällig finanzlastig, und das ist kein Zufall. Wichtig: Diese Listen werden täglich neu berechnet; Platzierung und Trefferzahl sind eine Momentaufnahme mit Datum, keine Eigenschaft der Aktie.

Rechnen wir die Zahl selbst nach, damit sie nachvollziehbar wird. Der Geschäftsbericht für 2025 weist einen operativen Cashflow von 4.681 Millionen US-Dollar aus, dem stehen 15 Millionen Investitionen in Sachanlagen und aktivierte Software gegenüber. Freier Cashflow also: 4.666 Millionen US-Dollar. Gegen einen Börsenwert von rund 3.928 Millionen (Datenstand 25. Juli 2026) ergibt das 0,84. Gegenprobe zum Börsenwert: 132.484.990 ausstehende Aktien laut Deckblatt des Quartalsberichts (Stand 30. April 2026) mal 29,65 US-Dollar Schlusskurs vom 24. Juli 2026 ergeben 3.928 Millionen — die Zahl trägt.

Und jetzt kommt die Frage, die bei einem Rentenversicherer über allem steht: Woher stammt dieser Mittelzufluss?

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Bevor wir sezieren, das, was wirklich beeindruckt. F&G war 2020 ein mittelgroßer Rentenversicherer mit 26,5 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen und 4,5 Milliarden Jahresabsatz. Fünfeinhalb Jahre später steht ein Bestand von 57,6 Milliarden (31. Dezember 2025) und ein Bruttoabsatz von 14,6 Milliarden in den Büchern. Das ist eine jahresdurchschnittliche Bestandssteigerung von rund 17 Prozent über sechs Jahre — der Geschäftsbericht nennt genau diese Zahl.

Getragen wurde das Wachstum von besseren Finanzkraft-Ratings nach der Übernahme durch FNF: S&P und Fitch hoben im Juni 2020 auf A−, Moody’s im Juli 2023 auf A3, A.M. Best im Januar 2024 auf A. Für einen Rentenversicherer ist das keine Kosmetik, sondern die Eintrittskarte: Vertriebspartner und Pensionsfonds prüfen die Bonität, bevor sie ein Rentenversprechen weiterreichen.

Auch die Ertragsseite hat sich gedreht. Die Gesamterträge stiegen von 4.500 Millionen US-Dollar (2023) auf 5.744 (2024) und 5.731 Millionen (2025). Das Nettoergebnis drehte von einem Verlust von 58 Millionen (2023) auf 642 Millionen Gewinn (2024) und 271 Millionen (2025). Weil bei Versicherern die reine GAAP-Zahl von Derivate-Bewertungen hin- und hergeworfen wird, weist F&G zusätzlich ein bereinigtes Nettoergebnis aus: 335 Millionen (2023), 546 (2024), 482 Millionen (2025). Im ersten Quartal 2026 lag es bei 110 Millionen nach 91 Millionen im Vorjahresquartal.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Nr. 1: Vier von fünf Cashflow-Dollar sind fremdes Geld

Die Konzern-Kapitalflussrechnung im Geschäftsbericht für 2025 beginnt mit dem Nettoergebnis von 271 Millionen US-Dollar und rechnet sich von dort zum operativen Cashflow von 4.681 Millionen hoch. Zwei Zeilen erledigen fast die gesamte Strecke:

  • Veränderung der von Rückversicherern einbehaltenen Mittel: +3.277 Millionen US-Dollar. F&G gibt einen Teil seines Geschäfts an Rückversicherer ab, behält die zugehörigen Vermögenswerte aber selbst in der Bilanz. Das Geld liegt bei F&G, gehört wirtschaftlich aber zur abgegebenen Verpflichtung.
  • Veränderung künftiger Versicherungsleistungen: +1.710 Millionen US-Dollar. Das ist der Aufbau der Rückstellung für Renten, die F&G irgendwann zahlen muss — vor allem aus dem Pensionsübernahme-Geschäft, wo die Prämie als Ertrag verbucht wird und die Verpflichtung als Aufwand ohne Geldabfluss danebensteht.

Zusammen: 4.987 Millionen US-Dollar — mehr als der gesamte operative Cashflow von 4.681 Millionen. Alle übrigen Anpassungen zusammen ergeben minus 577 Millionen.

Wasserfall-Diagramm: Nettoergebnis 271 Millionen US-Dollar plus 3.277 Millionen aus einbehaltenen Mitteln der Rückversicherung plus 1.710 Millionen aus künftigen Versicherungsleistungen minus 577 Millionen übrige Posten ergeben 4.681 Millionen operativen Cashflow im Jahr 2025.
Der operative Cashflow 2025 entsteht fast vollständig aus dem Aufbau von Verpflichtungen, nicht aus dem Ergebnis. Quelle: Geschäftsbericht 2025 (10-K), Konzern-Kapitalflussrechnung. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Interessanterweise stecken die Kundeneinzahlungen in die Rentenverträge — 11.575 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 — gar nicht im operativen Cashflow. Sie stehen bei den Finanzierungstätigkeiten, direkt neben den Auszahlungen von 8.763 Millionen. Das ist buchhalterisch richtig: Diese Einzahlungen sind Verbindlichkeiten, kein Ertrag. F&G schreibt es selbst in aller Deutlichkeit in den Bericht.

„Annuity, IUL, funding agreement and non-life contingent PRT sales are not derived from any specific GAAP income statement accounts or line items and should not be viewed as a substitute for any financial measure determined in accordance with GAAP. Sales from these products are recorded as deposit liabilities (i.e., contractholder funds) within the Company's consolidated financial statements in accordance with GAAP.“

Übersetzung: „Der Absatz von Renten, indexgebundenen Lebensversicherungen, Funding Agreements und nicht lebensabhängigen Pensionsübernahmen leitet sich nicht aus bestimmten GAAP-Konten oder Zeilen der Gewinn- und Verlustrechnung ab und sollte nicht als Ersatz für eine nach GAAP ermittelte Finanzkennzahl angesehen werden. Der Absatz dieser Produkte wird im Konzernabschluss nach GAAP als Einlagenverbindlichkeit (also als Guthaben der Vertragsinhaber) erfasst.“

— F&G Annuities & Life, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Abschnitt „Non-GAAP Financial Measures“

Markierte Fundstelle aus dem Quartalsbericht zum 31. März 2026: Der Absatz von Renten und ähnlichen Produkten wird als Einlagenverbindlichkeit erfasst, nicht als Ertrag.
„Sales from these products are recorded as deposit liabilities“ — F&G sagt selbst, dass die Kundengelder Verbindlichkeiten sind. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was heißt das für die Kennzahl? Ein Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis unter eins bedeutet bei einem Industrieunternehmen: Die Firma erwirtschaftet in einem Jahr ihren eigenen Marktwert an frei verfügbarem Geld. Bei einem Rentenversicherer bedeutet es vor allem: Der Bestand wächst. Wächst er nicht mehr — weil weniger neue Verträge hereinkommen oder mehr alte auslaufen —, dreht die Zahl, ohne dass sich am Geschäft irgendetwas verbessert oder verschlechtert hätte. Ein Merksatz für die Schublade: Wachsende Verpflichtungen sehen in der Kapitalflussrechnung aus wie Gewinn.

Was tatsächlich beim Eigentümer ankam, steht ein paar Zeilen tiefer: 137 Millionen US-Dollar Dividende und 10 Millionen für eigene Aktien im Jahr 2025. Das sind rund 3 Prozent des ausgewiesenen freien Cashflows.

Nr. 2: Die alternativen Kapitalanlagen liefern seit drei Jahren nicht

Ein Teil des Anlagevermögens steckt in Beteiligungen, Fonds und Personengesellschaften — im Bericht „alternative Kapitalanlagen“. Sie sollen mehr abwerfen als Anleihen. Tun sie seit Jahren nicht. Der Geschäftsbericht für 2025 nennt die Fehlbeträge zur langfristigen Renditeerwartung des Managements in drei aufeinanderfolgenden Jahren offen:

„Adjusted net earnings of $482 million for the year ended December 31, 2025 included income from a $16 million reinsurance true-up adjustment, $10 million tax valuation allowance benefit, and $4 million of actuarial reserve release. Investment income from alternative investments was $278 million below management's long-term expected return of approximately 10%.“

Übersetzung: „Das bereinigte Nettoergebnis von 482 Millionen US-Dollar für das am 31. Dezember 2025 endende Jahr enthielt Erträge aus einer Rückversicherungs-Korrektur von 16 Millionen, einen Steuervorteil aus der Wertberichtigung von 10 Millionen und eine Reserveauflösung von 4 Millionen. Das Kapitalanlageergebnis aus alternativen Anlagen lag 278 Millionen unter der langfristigen Renditeerwartung des Managements von rund 10 Prozent.“

— F&G Annuities & Life, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Lagebericht

Markierte Fundstelle aus dem Geschäftsbericht 2025: bereinigtes Nettoergebnis 482 Millionen US-Dollar, Kapitalanlageergebnis aus alternativen Anlagen 278 Millionen unter der langfristigen Erwartung.
Der Fehlbetrag von 278 Millionen US-Dollar steht direkt neben dem bereinigten Ergebnis von 482 Millionen. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Für 2024 nennt derselbe Bericht 145 Millionen Fehlbetrag, für 2023 153 Millionen. Der Fehlbetrag 2025 entspricht 58 Prozent des bereinigten Jahresergebnisses. Anders gesagt: Hätten die Alternativen geliefert, was das Management langfristig erwartet, wäre das bereinigte Ergebnis um mehr als die Hälfte höher ausgefallen.

Balkendiagramm: bereinigtes Nettoergebnis 335, 546 und 482 Millionen US-Dollar in den Jahren 2023 bis 2025, dazu der Fehlbetrag alternativer Kapitalanlagen von minus 153, minus 145 und minus 278 Millionen.
Drei Jahre, drei Fehlbeträge — 2025 entspricht die Lücke 58 Prozent des bereinigten Ergebnisses. Quelle: Geschäftsbericht 2025 (10-K), Lagebericht. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und es geht weiter. Im ersten Quartal 2026 fehlten nach dem Quartalsbericht 44 Millionen US-Dollar zum Mittelwert einer langfristigen Erwartung von rund 12 bis 14 Prozent. Am 8. Juli 2026 — vier Wochen vor dem regulären Quartalsbericht — meldete F&G außer der Reihe vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2026: ein Kapitalanlageergebnis aus alternativen Anlagen von 56 bis 66 Millionen US-Dollar vor Steuern. Der Mittelwert entspricht einer annualisierten Rendite von rund 6 Prozent und liegt damit 65 Millionen vor Steuern beziehungsweise 51 Millionen nach Steuern unter der aktuellen langfristigen Erwartung von rund 12 Prozent. Wer außer der Reihe meldet, tut das selten, weil die Zahl erfreulich ist.

Nr. 3: Die Kapitalquote steht zum Teil auf Sondergenehmigungen

Versicherer werden nicht am Eigenkapital der Konzernbilanz gemessen, sondern an einer eigenen Aufsichtsrechnung: dem risikobasierten Kapital (RBC). Für die Haupttochter FGL Insurance lag diese Quote zum 31. Dezember 2025 bei rund 430 Prozent (2024: 410, 2023: 451 Prozent), das selbstgesetzte Ziel bei 400 Prozent. Das ist auf den ersten Blick komfortabel.

In der Fußnote zu den Aufsichtsangaben des Quartalsberichts steht allerdings, worauf ein Teil dieses Kapitals ruht. Einzelne Bewertungsregeln weichen mit Genehmigung der jeweiligen Aufsicht vom allgemeinen Regelwerk ab — in Iowa, in Vermont und auf den Kaimaninseln. Der Bericht beziffert den Effekt: Diese vorgeschriebenen und erlaubten Praktiken erhöhten das statutarische Kapital und den Überschuss um 249 Millionen US-Dollar, sowohl zum 31. März 2026 als auch zum 31. Dezember 2025. Und er sagt, was ohne sie wäre:

„Without such permitted statutory accounting practices, Corbeau Re's risk-based capital would have fallen below the minimum regulatory requirements as of March 31, 2026 and December 31, 2025.“

Übersetzung: „Ohne diese erlaubten statutarischen Bilanzierungspraktiken wäre das risikobasierte Kapital von Corbeau Re zum 31. März 2026 und zum 31. Dezember 2025 unter die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen gefallen.“

— F&G Annuities & Life, Inc., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Note O

Markierte Fundstelle aus dem Quartalsbericht zum 31. März 2026: Ohne die erlaubten Bilanzierungspraktiken wäre das risikobasierte Kapital von Corbeau Re unter das aufsichtsrechtliche Mindestmaß gefallen; die Praktiken erhöhten Kapital und Überschuss um 249 Millionen US-Dollar.
Ohne Sondergenehmigung unter dem Mindestkapital — und daneben die Größenordnung von 249 Millionen US-Dollar. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Denselben Satz enthält der Bericht für die Kaimaninseln-Tochter F&G Cayman Re. Für FGL Insurance selbst und für Raven Re gilt er ausdrücklich nicht — beide lägen auch ohne die Sonderpraktiken über dem Mindestwert. Einordnung: 249 Millionen entsprechen 5,2 Prozent des gesamten Eigenkapitals von 4.804 Millionen US-Dollar (31. Dezember 2025). Das ist genehmigt, offengelegt und in der Branche nicht ungewöhnlich. Es ist aber Kapital aus einer Bewertungsregel, nicht aus dem Geschäft.

Nr. 4: Ab dem 31. Dezember 2026 kostet ein Regelwechsel rund 10 Punkte Kapitalquote

Dieselbe Meldung vom 8. Juli 2026 enthält eine zweite Zahl, und sie hat ein Datum:

„The Company estimates that applying the new NAIC CLO RBC factors, that take effect on December 31, 2026, to Fidelity & Guaranty Life Insurance Company's (‚FGL Insurance‘) June 30, 2026 CLO portfolio (including both broadly syndicated loans and middle market loans) could reduce FGL Insurance's December 31, 2026 pro forma estimated U.S. RBC ratio by approximately 10 percentage points.“

Übersetzung: „Die Gesellschaft schätzt, dass die Anwendung der neuen NAIC-CLO-Faktoren für das risikobasierte Kapital, die zum 31. Dezember 2026 in Kraft treten, auf das CLO-Portfolio der Fidelity & Guaranty Life Insurance Company zum 30. Juni 2026 — einschließlich breit syndizierter Kredite und Mittelstandskredite — die geschätzte US-RBC-Quote zum 31. Dezember 2026 pro forma um rund 10 Prozentpunkte senken könnte.“

— F&G Annuities & Life, Inc., SEC-Meldung 8-K vom 8. Juli 2026, Item 7.01

Markierte Fundstelle aus der Meldung 8-K vom 8. Juli 2026: Neue NAIC-CLO-Faktoren ab 31. Dezember 2026 könnten die geschätzte US-RBC-Quote von FGL Insurance um rund 10 Prozentpunkte senken.
Ein Regelwechsel mit Termin: rund 10 Prozentpunkte weniger Kapitalquote ab dem 31. Dezember 2026. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 8. Juli 2026. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

CLO steht für verbriefte Unternehmenskredite: Ein Fonds kauft hunderte Firmenkredite und gibt darauf Anleihen unterschiedlicher Rangstufen aus. Für Rentenversicherer sind sie attraktiv, weil sie mehr Zins bringen als Staatsanleihen. Die US-Versicherungsaufseher haben die Eigenkapitalunterlegung dafür neu geregelt. Rechnung: 430 Prozent Ausgangsquote, Ziel 400 Prozent — also 30 Punkte Puffer, von denen rund 10 durch die Regeländerung verschwinden. Kein Alarm, aber ein Drittel eines Polsters.

Nr. 5: Die Mutter hält die Fäden — und wandelt im Januar 2027 nach

FNF hält nicht nur rund 70 Prozent der Stammaktien. Am 12. Januar 2024 zeichnete die Mutter zusätzlich 5.000.000 Vorzugsaktien für 250 Millionen US-Dollar — die 6,875-prozentige Series A Mandatory Convertible Preferred Stock. Diese Papiere wandeln am 15. Januar 2027 automatisch in Stammaktien, und zwar in 0,9456 bis 1,1111 Stück je Vorzugsaktie, abhängig vom durchschnittlichen Kurs über 20 Handelstage davor. Das sind zwischen 4,73 und 5,56 Millionen neue Stammaktien auf 132,5 Millionen bestehende — dein Stück vom Kuchen wird also um bis zu 4,2 Prozent kleiner, und der Anteil der Mutter steigt entsprechend.

Solange die Vorzugsdividende läuft, hat sie außerdem Vorrang: Auf die Stammaktie darf nach den Bedingungen grundsätzlich keine Dividende gezahlt und keine eigene Aktie gekauft werden, solange die Vorzugsdividende nicht erklärt und bezahlt ist. Praktisch ist das derzeit unkritisch — die Vorzugsdividende von rund 17 Millionen US-Dollar im Jahr wird bedient —, aber es ist eine Rangfolge, die man kennen sollte.

Ins Bild gehört auch, dass sich die Führung gerade neu sortiert. Am 16. Juni 2026 meldete F&G, dass Chris Blunt den Posten des Vorstandsvorsitzenden zum 30. Juni 2026 abgibt und sich auf seine Rolle als Direktor sowie als Chef der Tochter Peak Altitude Equity, LLC konzentriert. Nachfolger wurde Conor Murphy, bis dahin President und Finanzvorstand. Der neue Finanzvorstand Michael Bailey tritt am 3. August 2026 an; bis dahin führt der Chefbuchhalter Mark Wiltse das Ressort kommissarisch. Ein Doppelwechsel an der Spitze in sechs Wochen ist kein Skandal, aber auch kein Nebengeräusch.

Bewertung — was der Markt heute aufruft

Rund 3,93 Milliarden US-Dollar Börsenwert (Datenstand 25. Juli 2026) stehen einem bilanziellen Eigenkapital von 4.749 Millionen US-Dollar zum 31. März 2026 gegenüber. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt damit bei rund 0,85 — die Börse bewertet das Unternehmen unter dem Buchwert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate beträgt rund 7,7, das Kurs-Umsatz-Verhältnis rund 0,65.

Für einen Rentenversicherer ist ein Abschlag auf den Buchwert kein Ausreißer. Er hat drei nachvollziehbare Gründe. Erstens ist ein großer Teil des Buchwerts von Zinsbewegungen abhängig: Im Eigenkapital steckt ein kumulierter Bewertungsverlust auf Anleihen von 2.500 Millionen US-Dollar (31. März 2026, nach 1.951 Millionen zum 31. Dezember 2025). Steigen die Zinsen weiter, wächst dieser Posten. Zweitens hängt die Ertragskraft an den alternativen Anlagen, die seit drei Jahren unter der Erwartung bleiben. Drittens ist der Streubesitz klein: Rund 34,7 Millionen frei handelbare Aktien bei 132,5 Millionen insgesamt bedeuten dünne Handelsumsätze und stärkere Kursausschläge.

Der Blick der Profis fällt entsprechend zurückhaltend aus — und ist zugleich extrem dünn: Zwei Häuser decken die Aktie ab, beide mit „Halten“, das mittlere Kursziel liegt bei 27 US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026) und damit unter dem Schlusskurs von 29,65 US-Dollar vom 24. Juli 2026. Bei zwei Einschätzungen ist das eher eine Randnotiz als ein Konsens. Der Altman-Z-Wert, sonst ein beliebter Bonitätsindikator, ist bei Versicherern ohne Aussagekraft — die Formel wurde für Industriebetriebe mit Vorräten und Umlaufvermögen entwickelt.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für F&G spricht:

  • Der Bestand wächst seit sechs Jahren zweistellig: verwaltetes Vermögen von 26,5 Milliarden US-Dollar (Juni 2020) auf 57,6 Milliarden (31. Dezember 2025), Bruttoabsatz von 4,5 auf 14,6 Milliarden.
  • Die Zinsmarge trägt: 5,12 Prozent Rendite auf das durchschnittlich verwaltete Vermögen im Jahr 2025 bei einer Verbindlichkeitslaufzeit von rund fünf Jahren; 96 Prozent der festverzinslichen Papiere tragen die beiden höchsten Bonitätsstufen der Aufsicht (31. Dezember 2025).
  • Die Bewertung ist niedrig: rund 0,85 Kurs-Buchwert und rund 7,7 Kurs-Gewinn (Datenstand 25. Juli 2026). Wenn die alternativen Anlagen wieder liefern, wirkt das direkt im Ergebnis.
  • Kapital wird zurückgegeben, wenn auch in kleiner Dosis: Quartalsdividende von 0,25 US-Dollar (erklärt am 6. Mai 2026), neues Rückkaufprogramm über 100 Millionen US-Dollar bis 31. März 2029, dazu ein Rückkaufplan nach Rule 10b5-1 seit dem 30. März 2026.
  • Der Verkauf der Bermuda-Tochter F&G Life Re am 1. März 2026 brachte rund 102 Millionen US-Dollar bar plus einen Anteil von 19,9 Prozent am Käufer und einen Vorsteuergewinn von rund 14 Millionen.

Was dagegen spricht:

  • Der freie Cashflow, der die Aktie in unser Ranking gebracht hat, ist zu rund vier Fünfteln der Aufbau von Verpflichtungen. Bei stagnierendem Bestand verschwindet er, ohne dass sich am Geschäft etwas ändert.
  • Die alternativen Kapitalanlagen liegen im dritten Jahr in Folge unter Plan — 2025 um 278 Millionen US-Dollar, das sind 58 Prozent des bereinigten Jahresergebnisses. Das zweite Quartal 2026 wird nach eigener vorläufiger Rechnung erneut rund 65 Millionen vor Steuern verfehlen.
  • Aufsichtsrechtliche Sondergenehmigungen tragen 249 Millionen US-Dollar statutarisches Kapital; zwei Tochtergesellschaften lägen ohne sie unter dem Mindestkapital (31. März 2026).
  • Ab dem 31. Dezember 2026 kosten neue NAIC-Faktoren für CLO-Papiere nach eigener Schätzung rund 10 Prozentpunkte der Kapitalquote — bei 30 Punkten Abstand zum eigenen Ziel.
  • Der Bewertungsverlust auf Anleihen im Eigenkapital wuchs binnen eines Quartals von 1.951 auf 2.500 Millionen US-Dollar (31. Dezember 2025 auf 31. März 2026).
  • Konzentrierte Eigentümerstruktur mit dünnem Streubesitz: FNF hält rund 70 Prozent, frei handelbar sind rund 34,7 Millionen Aktien; die Wandlung der Vorzugsaktien am 15. Januar 2027 bringt bis zu 5,56 Millionen neue Stücke.
  • Doppelter Führungswechsel: neuer Vorstandsvorsitzender zum 30. Juni 2026, neuer Finanzvorstand zum 3. August 2026.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Kasse. Der Kassierer am Samstag hat eine volle Schublade und trotzdem keinen guten Tag gehabt — das eine sagt über das andere nichts. Bei F&G Annuities & Life ist es dieselbe Verwechslung, nur in Milliarden: Die Kennzahl, die diese Aktie ganz nach oben in unser K-FCF-Ranking gespült hat, misst nicht, wie viel das Unternehmen verdient, sondern wie schnell seine Verpflichtungen wachsen. Das ist keine Manipulation — es steht offen in der Kapitalflussrechnung, und F&G schreibt selbst in den Bericht, dass die Kundengelder Verbindlichkeiten sind.

Was bleibt, ist ein solide gewachsener Rentenversicherer mit 57,6 Milliarden US-Dollar Bestand, einer tragfähigen Zinsmarge, einer Bewertung unter Buchwert — und drei Baustellen, die sich alle in denselben Satz packen lassen: Die Erträge kommen nicht dort an, wo sie geplant waren, und das Kapitalpolster wird dünner statt dicker. Nichts davon ist ein Notfall. Alles davon hat einen Termin, an dem man nachsehen kann.

Wer hier kauft, kauft einen niedrigen Buchwertfaktor und die Hoffnung, dass die alternativen Anlagen irgendwann liefern. Wer wartet, hat am 5. August 2026 die Quartalszahlen und im Frühjahr 2027 den Geschäftsbericht mit der neuen Kapitalquote — beides ohne Fortschreibung, beides mit echten Zahlen. Beides ist vertretbar. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Diese Analyse ist journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Pflichtveröffentlichungen und keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien können bis zur Wertlosigkeit fallen; bei rund 34,7 Millionen frei handelbaren Aktien kommt ein erhöhtes Liquiditätsrisiko hinzu. Bei Lebens- und Rentenversicherern hängt der Wert des Eigenkapitals stark an Zins- und Kreditmärkten und kann sich binnen eines Quartals deutlich verändern. Alle Zahlen stammen aus den genannten Originalquellen und tragen den dort angegebenen Stichtag. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in F&G Annuities & Life, Inc.

Unser Fazit auf einen Blick

Wachstum des Bestands positiv
Das verwaltete Vermögen stieg von 26,5 Milliarden US-Dollar bei der Übernahme durch Fidelity National Financial im Juni 2020 auf 57,6 Milliarden zum 31. Dezember 2025, der Bruttoabsatz von 4,5 auf 14,6 Milliarden. Der Geschäftsbericht 2025 nennt eine jahresdurchschnittliche Bestandssteigerung von 17 Prozent über sechs Jahre. Getragen wurde das von Ratinganhebungen: S&P und Fitch im Juni 2020 auf A−, Moody's im Juli 2023 auf A3, A.M. Best im Januar 2024 auf A.
Herkunft des freien Cashflows negativ
Von 4.681 Millionen US-Dollar operativem Cashflow im Jahr 2025 stammen 3.277 Millionen aus der Veränderung der von Rückversicherern einbehaltenen Mittel und 1.710 Millionen aus dem Aufbau künftiger Versicherungsleistungen — zusammen 4.987 Millionen und damit mehr als der gesamte Betrag. Das Nettoergebnis lag bei 271 Millionen, an die Eigentümer flossen 137 Millionen Dividende und 10 Millionen für eigene Aktien. Die Kennzahl misst Bestandswachstum, nicht Ertragskraft.
Alternative Kapitalanlagen negativ
Das Kapitalanlageergebnis aus alternativen Anlagen lag 2023 um 153, 2024 um 145 und 2025 um 278 Millionen US-Dollar unter der langfristigen Renditeerwartung des Managements (10-K 2025). Der Fehlbetrag 2025 entspricht 58 Prozent des bereinigten Jahresergebnisses von 482 Millionen. Im ersten Quartal 2026 fehlten 44 Millionen; für das zweite Quartal 2026 meldete F&G am 8. Juli 2026 vorläufig eine annualisierte Rendite von rund 6 Prozent und einen Fehlbetrag von 65 Millionen vor Steuern.
Aufsichtskapital negativ
Die geschätzte US-Kapitalquote der Haupttochter FGL Insurance lag zum 31. Dezember 2025 bei rund 430 Prozent gegen ein Ziel von 400 Prozent. Vorgeschriebene und erlaubte Sonderpraktiken erhöhten das statutarische Kapital dabei um 249 Millionen US-Dollar (31.03.2026 und 31.12.2025) — ohne sie lägen die Töchter Corbeau Re und F&G Cayman Re unter dem aufsichtsrechtlichen Mindestkapital. Ab dem 31. Dezember 2026 kosten neue NAIC-Faktoren für CLO-Papiere nach eigener Schätzung rund 10 Prozentpunkte der Quote.
Eigentümerstruktur und Verwässerung neutral
Fidelity National Financial hält rund 70 Prozent der Stammaktien (31.12.2025); frei handelbar sind rund 34,7 Millionen von 132,5 Millionen Stück (Datenstand 25.07.2026). Die 5.000.000 Vorzugsaktien der Mutter wandeln am 15. Januar 2027 automatisch in 0,9456 bis 1,1111 Stammaktien je Stück, also bis zu 5,56 Millionen neue Aktien oder 4,2 Prozent. Solange die Vorzugsdividende nicht bedient ist, darf grundsätzlich keine Stammdividende gezahlt werden.
Bewertung neutral
Rund 3,93 Milliarden US-Dollar Börsenwert (Datenstand 25. Juli 2026) stehen 4.749 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026 gegenüber — ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0,85 bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 7,7. Der Abschlag hat Gründe: Im Eigenkapital steckt ein kumulierter Bewertungsverlust auf Anleihen von 2.500 Millionen (31.03.2026, Vorquartal 1.951 Millionen). Zwei Analystenhäuser decken die Aktie ab, beide mit „Halten“ und einem mittleren Kursziel von 27 US-Dollar.

F&G Annuities & Life hat sein verwaltetes Vermögen seit Juni 2020 von 26,5 auf 57,6 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt und verdient an einer tragfähigen Zinsmarge von 5,12 Prozent (2025). Der freie Cashflow von 4.666 Millionen US-Dollar, der die Aktie auf Platz 15 unseres K-FCF-Rankings gebracht hat, ist jedoch zu 4.987 Millionen der Aufbau von Verpflichtungen gegenüber Kunden und Rückversicherern — das Nettoergebnis betrug 271 Millionen. Dazu kommen drei belegte Befunde: alternative Kapitalanlagen unter Plan im dritten Jahr in Folge, 249 Millionen statutarisches Kapital aus aufsichtsrechtlichen Sondergenehmigungen und ein Regelwechsel zum 31. Dezember 2026, der rund 10 Prozentpunkte Kapitalquote kostet. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb steht hier für belegte Substanzbefunde ohne akute Bestandsgefahr. Positiv wiegen ein seit sechs Jahren zweistellig wachsender Bestand von 57,6 Milliarden US-Dollar (31.12.2025), eine Rendite von 5,12 Prozent auf das durchschnittlich verwaltete Vermögen und eine Kapitalquote der Haupttochter von rund 430 Prozent über dem eigenen Ziel von 400 Prozent. Dagegen stehen drei Befunde aus den Berichten: das Kapitalanlageergebnis aus alternativen Anlagen liegt im dritten Jahr in Folge unter Plan (2025: −278 Millionen, das sind 58 Prozent des bereinigten Ergebnisses), 249 Millionen statutarisches Kapital beruhen auf aufsichtsrechtlichen Sondergenehmigungen, ohne die zwei Tochtergesellschaften unter dem Mindestkapital lägen, und ab dem 31. Dezember 2026 kosten neue NAIC-Faktoren für CLO-Papiere rund 10 der 30 Punkte Abstand zum Kapitalziel. Nichts davon ist existenzbedrohend, alles davon ist datiert nachprüfbar.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger: Platz 15 im hauseigenen K-FCF-Ranking (US-Auswahl), angezeigter Wert 0,7, Stand 26. Juli 2026. Die Liste zeigt die 25 stärksten Treffer; an diesem Tag erfüllten 835 Aktien die Kriterien. Die Listen werden täglich neu berechnet — Platzierung und Trefferzahl sind eine Momentaufnahme.
  • Datenstand: SEC-Zahlen per 31.12.2025 (Geschäftsbericht 10-K, eingereicht 26.02.2026) und 31.03.2026 (Quartalsbericht 10-Q, eingereicht 07.05.2026); Kennzahlen, Aktienzahl und Analystenabdeckung mit Datenstand 25. Juli 2026. Nach dem Quartalsbericht wurden die Meldungen 8-K vom 16.06.2026 (Führungswechsel), 25.06.2026 (Hauptversammlung) und 08.07.2026 (vorläufige Zahlen) ausgewertet.
  • Verwechslungsgefahr: Das Kürzel FG führt an der TSX Venture Exchange auch Falcon Gold Corp., ein kanadischer Rohstoffexplorer ohne Verbindung zu diesem Unternehmen. Unter derselben SEC-Kennung 0001934850 notieren zusätzlich die Anleihen FGN und FGSN an der New York Stock Exchange. Eindeutig ist die Zuordnung über Börse (NYSE) und ISIN US30190A1043. Nicht zu verwechseln ist F&G außerdem mit der Mehrheitseignerin Fidelity National Financial (FNF) und mit der gleichnamigen Fondsgesellschaft Fidelity Investments, mit der keine Verbindung besteht.
  • Kennzahlen-Vorbehalt: Bei Lebens- und Rentenversicherern sind Altman-Z und klassische Umlaufvermögens-Kennzahlen ohne Aussagekraft, weil die Formeln für Industriebetriebe entwickelt wurden. Maßgeblich sind stattdessen Neugeschäftsbeiträge, Kapitalanlageergebnis und die aufsichtsrechtliche Kapitalquote.
  • Übernahmeprüfung: In den SEC-Einreichungen bis zum 26. Juli 2026 findet sich weder eine Fusionsvereinbarung noch ein Übernahmeangebot oder ein Rückzug von der Börse — auch nicht durch die Mehrheitseignerin FNF, die ihren Anteil am 31.12.2025 durch Ausschüttung von rund 12 Prozent der Aktien sogar verringert hat.

Häufige Fragen

F&G Annuities & Life, Inc. ist ein US-amerikanischer Renten- und Lebensversicherer mit Sitz in Des Moines, Iowa. Verkauft werden indexgebundene Renten, Renten mit fester Verzinsung, indexgebundene Lebensversicherungen sowie institutionell Pensionsübernahmen und Funding Agreements. Verdient wird an der Zinsmarge zwischen Kapitalanlage und Kundengutschrift. Am 31. Dezember 2025 verwaltete das Haus 57,6 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 1.173 Vollzeitkräfte.

Weil der operative Cashflow eines wachsenden Rentenversicherers vor allem den Aufbau von Verpflichtungen abbildet. Von 4.681 Millionen US-Dollar operativem Cashflow im Jahr 2025 stammten 3.277 Millionen aus der Veränderung einbehaltener Mittel der Rückversicherer und 1.710 Millionen aus dem Aufbau künftiger Versicherungsleistungen. Das Nettoergebnis betrug 271 Millionen. Die Kennzahl misst hier Bestandswachstum, nicht Ertragskraft.

Nein. Der Quartalsbericht zum 31. März 2026 stellt ausdrücklich klar, dass der Absatz von Renten, indexgebundenen Lebensversicherungen und Funding Agreements nach US-Bilanzrecht als Einlagenverbindlichkeit erfasst wird. Die 11.575 Millionen US-Dollar Kundeneinzahlungen des Jahres 2025 stehen deshalb bei den Finanzierungstätigkeiten. Nur lebensabhängige Pensionsübernahmen werden als Prämie in den Erträgen gebucht — 2.108 Millionen im Jahr 2025.

Nach der Ausschüttung weiterer rund 12 Prozent der Aktien an die eigenen Anteilseigner am 31. Dezember 2025 hielt Fidelity National Financial (NYSE: FNF) rund 70 Prozent der F&G-Stammaktien. Zusätzlich hält FNF 5.000.000 Vorzugsaktien aus einer Zeichnung über 250 Millionen US-Dollar vom 12. Januar 2024, die am 15. Januar 2027 automatisch in 0,9456 bis 1,1111 Stammaktien je Stück wandeln.

Die geschätzte US-Kapitalquote (RBC) der Haupttochter FGL Insurance lag zum 31. Dezember 2025 bei rund 430 Prozent, nach 410 Prozent (2024) und 451 Prozent (2023); das eigene Ziel liegt bei 400 Prozent. Dabei ist zu beachten, dass aufsichtsrechtliche Sondergenehmigungen das statutarische Kapital zum 31. März 2026 um 249 Millionen US-Dollar erhöhten — ohne sie lägen die Töchter Corbeau Re und F&G Cayman Re unter dem Mindestkapital.

Zu diesem Stichtag treten neue NAIC-Faktoren für die Eigenkapitalunterlegung verbriefter Unternehmenskredite (CLO) in Kraft. F&G schätzte am 8. Juli 2026, dass diese Faktoren die geschätzte US-Kapitalquote von FGL Insurance zum 31. Dezember 2026 pro forma um rund 10 Prozentpunkte senken könnten. Der endgültige Effekt hängt von den Ratings und den zu diesem Zeitpunkt gehaltenen Tranchen ab.

Nein. In den SEC-Einreichungen bis zum 26. Juli 2026 findet sich weder eine Fusionsvereinbarung noch ein Übernahmeangebot oder ein Antrag auf Abmeldung (Form 25 oder Form 15). Fidelity National Financial hat seinen Anteil im Gegenteil durch die Ausschüttung vom 31. Dezember 2025 verringert. Stammaktie und die beiden Anleihen FGN und FGSN notieren weiterhin an der New York Stock Exchange.

Das Kürzel FG wird an der TSX Venture Exchange in Kanada auch von Falcon Gold Corp. geführt, einem Rohstoffexplorer ohne Verbindung zu diesem Unternehmen. Zusätzlich laufen unter derselben SEC-Kennung 0001934850 die Anleihen FGN und FGSN an der New York Stock Exchange. Eindeutig ist die Zuordnung über Börse (NYSE) und Wertpapierkennung ISIN US30190A1043.

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