Cashflow-Beschleuniger im Rücktest: Die frische Beschleunigung schlägt das Feld — aber nicht den Index (13,86 gegen 15,02 Prozent pro Jahr)
Der operative Cashflow gilt als das ehrlichste Signal in der Bilanz — Geld, das tatsächlich hereinkommt, statt eines Gewinns, der auch aus Bilanzierungsspielraum bestehen kann. Wir haben deshalb dieselbe Frage gestellt, die wir schon beim Umsatz und beim Gewinn gestellt haben: Sind Firmen am Anfang einer frischen Cashflow-Geschichte die besseren Langfristkäufe als etablierte Cashflow-Wachser? Über dreizehneinhalb Jahre und 1.906 Positionen der Hauptvariante lautet die Antwort: Die frische Beschleunigung findet überdurchschnittliche Firmen — sie schlägt das eigene Universum deutlich und die etablierten Wachser klar. Den S&P 500 samt Dividenden schlägt sie auf der Hauptlaufzeit von zwölf Monaten aber nicht: 13,86 gegen 15,02 Prozent pro Jahr. Das ehrlichste Signal ist damit kein besseres Kaufsignal als der Index — nur ein früheres als die Umsatz-Beschleunigung, der es im Median drei Monate vorausläuft.
Die Frage: Ist das ehrlichste Signal auch das bessere?
Ein Gewinn lässt sich in Grenzen gestalten — Abschreibungen, Rückstellungen, einmalige Posten. Der operative Cashflow gilt deshalb als härtere Währung: Geld, das tatsächlich auf dem Konto ankommt. Nachdem wir dieselbe Frage bereits für den Umsatz und für den Gewinn gestellt haben, war die naheliegende dritte Frage: Sind Firmen am Anfang einer frischen Cashflow-Geschichte die besseren Langfristkäufe als etablierte Cashflow-Wachser — und ist das Signal, weil es angeblich ehrlicher ist, auch das bessere?
Die Regel besteht diesmal aus drei Teilen:
- Beschleunigung. Die jüngsten mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartale haben eine Jahressumme des operativen Cashflows, die mindestens 30 Prozent über der des Vorjahres liegt. Anders als beim Umsatzbeschleuniger gibt es hier keine Obergrenze — der operative Cashflow schwankt naturgemäß so stark, dass ein festes Band die Ergebnisse verzerrt hätte. Varianten mit Band laufen als Sensitivität mit.
- Ruhe davor. Die vier Quartale unmittelbar vor dem ersten Beschleunigungsquartal wuchsen je unter 15 Prozent.
- Margen-Tor. Zusätzlich muss die Cashflow-Marge (Jahressumme Cashflow geteilt durch Jahressumme Umsatz) mindestens 2 Prozent betragen. Ohne dieses Tor wäre ein Sprung von 10.000 auf 40.000 Dollar dasselbe Signal wie einer von 10 auf 40 Millionen. Ist die Marge unbekannt, fällt das Signal aus dem Segment — ein unbekannter Wert erfüllt keine Schwelle.
Erfüllt eine Firma Beschleunigung und Margen-Tor und ist die Ruhe mit allen vier Quartalen belegt, gilt sie als K (frische Beschleunigung). Ist die Historie zu kurz für den Ruhebeleg, heißt die Klasse K-jung; wuchs mindestens ein Vorquartal schon über der Ruhegrenze, heißt sie L-alt (etablierter Wachser). Nichts wird herausgefiltert — jede Klasse wird ausgewiesen, keine wird weggelassen.
Das Ergebnis: vorn im Feld, hinten gegen den Index
Die Hauptlaufzeit dieser Studie sind zwölf Monate — bei drei und sechs Monaten misst der Arm K zwar eine höhere Rendite, aber auf einer schmaleren Positionsbasis pro Monat (34 bzw. 66 Titel im Median gegenüber 132 bei zwölf Monaten). Konservativ gerechnet, also ohne Positionen mit einem Monatssprung über 200 Prozent:
| Arm | Positionen | Rendite p. a. konservativ | größter Rückschlag |
|---|---|---|---|
| frische Beschleunigung (K) | 1.906 | 13,86 % | −36,41 % |
| Historie zu kurz (K-jung) | 1.401 | 8,03 % | −44,02 % |
| etablierter Wachser (L-alt) | 2.844 | 11,51 % | −36,73 % |
| alle Käufe des Rücktests | 6.151 | 12,08 % | −37,91 % |
| S&P 500 Total Return | — | 15,02 % | −23,87 % |
| Universum, gleichgewichtet (gestutzter Mittelwert) | — | 4,77 % | −53,23 % |
| Universum, mittlerer Titel | — | −5,45 % | −60,68 % |
Zwei Aussagen, und sie widersprechen sich nicht: Die frische Beschleunigung ist die beste Wahl innerhalb der Regel — sie liegt 2,35 Prozentpunkte vor dem etablierten Wachser, 5,83 Punkte vor der IPO-nahen Gruppe und 9,09 Punkte vor dem Universumsdurchschnitt. Und die frische Beschleunigung schlägt den Markt nicht — sie liegt 1,16 Prozentpunkte hinter dem S&P 500 samt Dividenden, bei einem größeren Rückschlag obendrein (−36,41 gegen −23,87 Prozent). Wer aus dieser Studie eine Kaufregel mitnehmen wollte, fände eine, die überdurchschnittliche Firmen findet — aber keine, die den einfachsten Alternativkauf schlägt.
Alle vier Haltedauern im Überblick
| Haltedauer | Positionen | Titel/Monat (Median) | Monate mit ≤ 2 | Rendite p. a. | größter Rückschlag |
|---|---|---|---|---|---|
| 3 Monate | 1.918 | 34 | 0 | 15,80 % | −34,74 % |
| 6 Monate | 1.915 | 66 | 0 | 16,01 % | −32,84 % |
| 12 Monate (Hauptmodus) | 1.906 | 132 | 0 | 13,86 % | −36,41 % |
| solange das Wachstum ≥ 20 % hält | 1.912 | 110 | 0 | 15,03 % | −36,27 % |
Auf der Hauptlaufzeit von zwölf Monaten bleibt der Arm K hinter dem S&P 500 (13,86 gegen 15,02 Prozent). Bei drei und sechs Monaten und in der Variante „solange das Wachstum hält" misst der Arm K nominell mehr als der Index (15,80, 16,01 und 15,03 Prozent) — bei drei und sechs Monaten allerdings auf der deutlich schmaleren Besetzung aus der Tabelle, und der Vorsprung der „solange"-Variante beträgt ein einziges Hundertstel, statistisch bedeutungslos. Zwölf Monate bleibt der Hauptmodus dieser Studie: Es ist die am breitesten besetzte Laufzeit — und auf ihr schlägt die frische Beschleunigung den Index nicht.
Die Wende: ein eigenes Kapitel, kein Kaufsignal
Ein zweites, unabhängiges Signal fragt nicht nach Beschleunigung, sondern nach der Wende aus dem Minus: Die Jahressumme des Cashflows steht erstmals seit mindestens vier verlustreichen Quartalen wieder mindestens zwei Quartale im Plus. Dieses Signal hat weder ein Margen-Tor noch eine Frischeklasse und wird mit dem Hauptsegment nie zusammengerechnet — andere Kohorte, andere Verkaufsregel (gehalten, solange die Jahressumme nicht negativ ist).
| Haltedauer | Positionen | Titel/Monat (Median) | Rendite p. a. | größter Rückschlag |
|---|---|---|---|---|
| 3 Monate | 1.773 | 31 | 10,99 % | −47,68 % |
| 6 Monate | 1.769 | 61 | 12,03 % | −42,46 % |
| 12 Monate | 1.750 | 117,5 | 8,21 % | −42,48 % |
| solange die Jahressumme nicht negativ ist | 1.758 | 221,5 | 11,39 % | −33,75 % |
Bei zwölf Monaten Haltedauer bringt die bloße Wende aus dem Minus nur 8,21 Prozent pro Jahr — 5,65 Punkte weniger als die frische Beschleunigung im Hauptsegment und 6,81 Punkte weniger als der S&P 500. Aus tiefroten Zahlen herauszukommen ist für sich genommen kein Kaufsignal. Nach Größe der Firma zerfällt auch die Wende:
| Umsatzbasis | Positionen | Rendite p. a. | größter Rückschlag |
|---|---|---|---|
| über 100 Mio $ | 1.056 | 10,33 % | −46,44 % |
| 10 bis 100 Mio $ | 460 | −0,22 % | −57,64 % |
| unter 10 Mio $ | 115 | 9,39 % | −65,42 % |
| unbekannt (nur im Wende-Segment möglich) | 119 | 5,79 % | −54,89 % |
Cashflow gegen Umsatz gegen Gewinn: früher, aber nicht besser
Drei Rückblicke, dieselbe Fragestellung, dieselbe Konvention (zwölf Monate Haltedauer, Rendite pro Jahr, Zeitraum Januar 2013 bis Juli 2026, konservative Rechnung, Arm „frische Beschleunigung"):
| Rückblick | Arm | Positionen | Rendite p. a. |
|---|---|---|---|
| Umsatzbeschleuniger | K|org (veröffentlichte Kopfzahl) | 274 | 16,56 % |
| Umsatzbeschleuniger | K (fairer Vergleich) | 502 | 15,02 % |
| Cashflow-Beschleuniger (diese Studie) | K | 1.906 | 13,86 % |
| Gewinnbeschleuniger | K|org (veröffentlichte Kopfzahl) | 258 | 6,76 % |
| S&P 500 Total Return | — | — | 15,02 % |
Die Umsatz-Beschleunigung nennt als veröffentlichte Kopfzahl den Arm „K|org" (zusätzlich auf organisches Wachstum eingeschränkt) — dieser Rückblick erhebt kein Organik-Merkmal und könnte diesen Arm gar nicht bilden. Der faire Vergleich ist deshalb der einfache Arm K auf beiden Seiten: 15,02 Prozent beim Umsatz gegen 13,86 Prozent beim Cashflow, ein Abstand von 1,16 Prozentpunkten. Gegenüber der veröffentlichten Kopfzahl des Umsatzbeschleunigers (16,56 Prozent) beträgt der Abstand 2,70 Punkte. Gegenüber der Gewinn-Beschleunigung liegt die Cashflow-Beschleunigung dagegen 7,10 Punkte vorn. Reihenfolge der Familie: Umsatz vor Cashflow vor Gewinn.
Interessant wird es beim Timing. Von 3.026 Firmen mit einer Cashflow-Beschleunigung hatten 1.533 (50,66 Prozent) auch eine Umsatz-Beschleunigung — das sind 71,07 Prozent aller 2.157 Firmen mit einer Umsatz-Beschleunigung. Bei diesen 1.533 gemeinsamen Firmen liegt die Cashflow-Beschleunigung im Median drei Monate vor der Umsatz-Beschleunigung: Bei 796 Firmen kam der Cashflow zuerst, bei 664 der Umsatz, bei 73 fielen beide Signale auf denselben Monat. Das ehrlichste Signal läuft der Umsatz-Beschleunigung also tatsächlich voraus — nur zahlt sich der Vorlauf nicht in höherer Rendite aus. Ein früherer Alarm ist nicht automatisch ein besserer.
Robustheit: was die Regel aushält
Früh gegen spät — anders als beim Umsatz
Beim Umsatzbeschleuniger hatten wir gezeigt, dass ein Einstieg im dritten Beschleunigungsquartal fast die gesamte Mehrrendite kostet. Am Cashflow gilt das nicht:
| Lauf | Positionen | Rendite p. a. |
|---|---|---|
| Hauptvariante (frühe und späte Einstiege zusammen) | 1.906 | 13,86 % |
| nur früh eingestiegen (bis zum zweiten Beschleunigungsquartal) | 1.796 | 13,80 % |
| nur spät eingestiegen (ab dem dritten Beschleunigungsquartal) | 1.495 | 14,04 % |
Der Unterschied zwischen früh und spät beträgt gerade einmal 0,24 Prozentpunkte — und spät ist sogar minimal im Vorteil. Wer beim Cashflow auf mehr Bestätigung wartet, verliert also nichts Nennenswertes; die scharfe „friss oder stirb"-Lehre des Umsatzbeschleunigers lässt sich nicht auf den Cashflow übertragen.
Jahressumme gegen Einzelquartal
Der operative Cashflow schwankt von Quartal zu Quartal stark, deshalb rechnet die Hauptvariante auf der gleitenden Jahressumme (TTM). Auf dem Einzelquartal gerechnet:
| Rechenbasis | Positionen | Rendite p. a. |
|---|---|---|
| Jahressumme (Hauptvariante) | 1.906 | 13,86 % |
| Einzelquartal | 666 | 13,71 % |
Die Glättung ändert an der Rendite fast nichts (0,15 Prozentpunkte), verdreifacht aber nahezu die Trefferzahl (1.906 statt 666 Positionen) — die Jahressumme gewinnt vor allem Signale, ohne deren Qualität zu verändern.
Schwellen-Varianten: die Regel hängt nicht an der Feinjustierung
| Variante | Was verdreht wurde | Positionen | Rendite p. a. |
|---|---|---|---|
k2_ge30_r15_m2 (Haupt) | Ruhegrenze 15 %, Margen-Tor 2 %, zwei Quartale, kein Oberband | 1.906 | 13,86 % |
k2_ge30_r10_m2 | Ruhegrenze auf 10 % verschärft | 1.578 | 14,12 % |
k2_ge30_r20_m2 | Ruhegrenze auf 20 % gelockert | 2.305 | 13,35 % |
k2_30_70_r15_m2 | Oberband 30–70 % eingezogen (wie beim Umsatz) | 558 | 11,92 % |
k2_25_80_r15_m2 | Oberband 25–80 % eingezogen | 1.040 | 11,43 % |
k3_ge30_r15_m2 | drei statt zwei Beschleunigungsquartale verlangt | 1.495 | 14,04 % |
k2_ge30_r15_m0 | Margen-Tor entfernt (0 % statt 2 %) | 1.923 | 13,81 % |
k2_ge30_r15_m5 | Margen-Tor verschärft (5 % statt 2 %) | 1.825 | 13,31 % |
eq2_ge30_r15_m2 | Einzelquartal statt Jahressumme | 666 | 13,71 % |
Über alle acht Stellschrauben bleibt die Rendite in einer Spanne von 11,43 bis 14,12 Prozent — flach genug, um zu sagen: Das Ergebnis hängt an der Grundidee, nicht an einer zufälligen Feinjustierung. Sobald allerdings eine Obergrenze eingezogen wird (wie beim Umsatzbeschleuniger), fällt die Rendite spürbar auf 11,4 bis 11,9 Prozent — ein Hinweis, dass die fehlende Obergrenze beim Cashflow keine Nachlässigkeit ist, sondern selbst zur Rendite beiträgt.
Ohne Covid-Basiseffekt
Wer im Frühjahr 2020 Lager abbaute, Investitionen stoppte und Rechnungen streckte, meldete einen Cashflow-Sprung ohne ein einziges zusätzliches Geschäft — und der Einbruch davor liefert die Ruhe-Bedingung gleich mit. Ohne alle Einstiege zwischen April 2020 und Dezember 2022:
| Arm | Positionen | Rendite p. a. | größter Rückschlag |
|---|---|---|---|
| frische Beschleunigung (K) | 1.481 | 13,46 % | −36,41 % |
| etablierter Wachser (L-alt) | 2.178 | 11,88 % | −36,73 % |
| alle Käufe des Rücktests | 4.823 | 12,11 % | −37,91 % |
| Wende-Segment (eigene Kohorte) | 1.383 | 11,56 % | −37,10 % |
| Entfallene Käufe im Hauptsegment: 1.328 von 6.166 | |||
Der Befund hält: 13,46 statt 13,86 Prozent, ein Unterschied von 0,40 Prozentpunkten. Der Cashflow-Vorsprung ist also nicht in erster Linie ein Corona-Artefakt.
Warum die konservative Zahl die Hauptzahl ist
Von 1.716.220 Positionsmonaten im gesamten Bestand liegen 383 (0,0223 Prozent) über 200 Prozent Monatsrendite. Die zwei größten Ausreißer sind eindeutig kaputte Notierungen, keine echten Kursbewegungen: CMRF (cik 1498547) springt im Dezember 2023 rechnerisch um +178.440 Prozent, CDFT (cik 1473971) im März 2014 um +42.650 Prozent. Weil das Depot gleichgewichtet rechnet, hebt allein die CMRF-Position die Monatsrendite des Arms „alle Käufe" im Dezember 2023 auf +341,94 Prozent bei 537 gehaltenen Titeln.
| Arm | volle Rechnung | konservativ (Hauptzahl) | Unterschied |
|---|---|---|---|
| frische Beschleunigung (K) | 14,37 % | 13,86 % | −0,51 Punkte |
| Historie zu kurz (K-jung) | 18,66 % | 8,03 % | −10,63 Punkte |
| etablierter Wachser (L-alt) | 33,92 % | 11,51 % | −22,41 Punkte |
| alle Käufe des Rücktests | 32,46 % | 12,08 % | −20,38 Punkte |
Im Hauptarm „alle Käufe" bei zwölf Monaten Haltedauer heben diese wenigen Positionen die Jahresrendite von 12,08 auf 32,46 Prozent — ein Unterschied von zwanzig Prozentpunkten, der praktisch vollständig an zwei fehlerhaften Kursreihen hängt. Der Hauptarm K selbst ist davon kaum betroffen: 13,86 Prozent konservativ gegen 14,37 Prozent voll, ein Unterschied von nur 0,51 Punkten — die Ausreißer sitzen überwiegend in L-alt und K-jung. Genau deshalb ist die konservative Rechnung überall die Hauptzahl dieser Studie, und die volle Rechnung steht daneben, nie an ihrer Stelle.
Wie wir gerechnet haben
- Universum und Zeitraum. US-Aktien, Januar 2013 bis Juli 2026, 163 Monate.
- Stichtag. Gerechnet wird ausschließlich auf Quartalen, die am jeweiligen Monatsende bei der Börsenaufsicht eingereicht waren — nicht ab dem Quartalsende. Der Bekanntgabetag liegt teils deutlich später als das Datum der Papiermeldung (dimensionierte Tags, Wechsel auf die Fortgeführte-Geschäftstätigkeit-Variante); das wirkt nur konservativ, gekauft wird später, nie früher.
- Verschwundene Titel sind enthalten und bleiben im Depot. Endet eine Kursreihe mitten im Zeitraum, wird zum letzten Kurs zwangsverkauft (0,1 Prozent Kosten je Seite, Mindestkurs 1 Dollar am Rohkurs, gerechnet auf dem bereinigten Kurs). Daneben steht durchgehend eine Totalverlust-Zweitrechnung, in der ein Zwangsverkauf −100 Prozent kostet.
- Der operative Cashflow ist ein kumulativer SEC-Wert. Die Börsenaufsicht verlangt ihn als Summe seit Jahresbeginn, nicht als Einzelquartal. Ein Quartalswert entsteht deshalb fast immer als Differenz zweier gemeldeter Kumulativwerte — bei 73,28 Prozent der verwendeten Quartale ist das der Fall (beim Umsatzbeschleuniger nur bei 15,02 Prozent). Jeder Meldefehler in einem der beiden Kumulativwerte schlägt rechnerisch, nicht gemeldet, auf das Quartal durch.
- 217 Firmen ohne lückenlose Jahressumme. Ein Geschäftsjahr aus 12-12-12-16 Wochen (unter anderem PepsiCo, Domino's Pizza, AutoZone und rund fünfzig weitere) hat nie ein Quartal im 70-bis-100-Tage-Fenster und bildet deshalb keine lückenlose Jahressumme — solche Firmen fallen aus der Signalmenge.
- 640 Firmen ohne Umsatzreihe. Ohne Umsatzreihe ist die Cashflow-Marge unbekannt, und ein unbekannter Wert erfüllt keine Schwelle. Diese Firmen können nie ein Beschleuniger-Signal bekommen, nur eine Wende.
- Kein Monotonie-Check. Anders als beim Umsatz darf die Jahressumme des Cashflows sinken, wenn ein einzelnes Quartal Geld verbrennt — das ist keine Dateninkonsistenz, sondern reales Geschäft. Eine unabhängige Stichprobe von 290 Quartalen gegen die Original-10-Qs fand 0 Fälle, in denen dadurch ein nachträglich korrigierter Wert in den Bestand geriet.
- Aggregations-Probe. Die im Bericht neu aggregierten Monatsreihen weichen von den im Depotlauf gespeicherten um 0,000000000 Prozentpunkte ab.
Quellen. Quartalswerte des operativen Cashflows und Meldetermine aus den öffentlichen Pflichtveröffentlichungen der US-Börsenaufsicht (Geschäftsberichte 10-K und Quartalsberichte 10-Q, maschinenlesbar über EDGAR/XBRL). Monatskurse, Quartalsumsätze (Nenner der Cashflow-Marge und Grundlage der Größenklassen) und der Vergleichsmaßstab S&P 500 Total Return aus unserem eigenen Bestand, unverändert aus den früheren Rückblicken dieser Reihe übernommen. Keine Netzabfrage während des Laufs.
Was diese Studie nicht sagt
- Der Hauptarm K ist mit 132 Titeln im Median pro Monat solide besetzt — dünner wird es bei drei und sechs Monaten Haltedauer.
- 73,28 Prozent der Cashflow-Quartale sind rechnerisch aus zwei Kumulativwerten abgeleitet, nicht als Einzelquartal gemeldet. Ein Meldefehler in einem der beiden Werte schlägt voll durch.
- 217 Firmen mit 16-Wochen-Quartalen und 640 Firmen ohne Umsatzreihe können nie ein Beschleuniger-Signal bekommen. Beide Gruppen sind aus der Signalmenge ausgeschlossen, nicht bereinigt hineingerechnet.
- Der Zeitpunkt der Cashflow-Beschleunigung korreliert mit der Umsatz-Beschleunigung, ersetzt sie aber nicht. Nur 50,66 Prozent der Cashflow-Beschleunigungen haben überhaupt eine Umsatz-Beschleunigung derselben Firma.
- Steuern und Handelsspannen fehlen. Gerechnet sind 0,1 Prozent Kosten je Seite, sonst nichts.
- Geprüft wurden nur Monatssprünge über 200 Prozent. Kleinere Kursfehler können auch in der konservativen Zahl noch stecken.
- Ein Rückblick ist keine Vorhersage. Diese Studie ist Marktforschung, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.
Warum aus dieser Studie kein Live-Scanner wird
Aus dem Umsatzbeschleuniger-Rückblick ist ein Live-Scanner geworden, weil das Signal dort auch gegen den Index einen — wenn auch schmalen — Vorsprung hielt. Bei der Cashflow-Beschleunigung bauen wir bewusst keinen: Die frische Beschleunigung findet überdurchschnittliche Firmen, verfehlt aber auf der Hauptlaufzeit von zwölf Monaten den S&P 500 um 1,16 Prozentpunkte, bei einem deutlich größeren Rückschlag. Ein Scanner, der ein Signal ausspielt, das den einfachsten Alternativkauf nicht schlägt, wäre kein Werkzeug, sondern eine Ablenkung. Diese Studie bleibt deshalb, was ein Rückblick sein soll: eine ehrliche Antwort, auch wenn sie „nein, nicht gut genug" lautet.
Häufige Fragen
Eine Kaufregel in drei Teilen: Die jüngsten mindestens zwei Quartale haben eine Jahressumme des operativen Cashflows, die mindestens 30 Prozent über der des Vorjahres liegt (ohne Obergrenze), die vier Quartale davor wuchsen je unter 15 Prozent, und die Cashflow-Marge muss mindestens 2 Prozent betragen. Gekauft wird zum Monatsende, gleichgewichtet, mit 0,1 Prozent Kosten je Seite, gehalten wird 3, 6 oder 12 Monate oder solange das Wachstum mindestens 20 Prozent bleibt.
Der operative Cashflow schwankt von Natur aus stärker als der Umsatz — Steuertermine, Lagerzyklen, Zahlungsziele können ihn kurzfristig verdoppeln, ohne dass das Geschäft sich ändert. Eine feste Obergrenze hätte hier echte Signale willkürlich ausgeschlossen. Die Sensitivitätsprüfung zeigt zudem: Sobald eine Obergrenze eingezogen wird, sinkt die Rendite deutlich (auf 11,4 bis 11,9 Prozent) — das fehlende Oberband ist keine Nachlässigkeit, sondern trägt selbst zur Rendite bei.
Weil 383 von 1.716.220 Positionsmonaten (0,0223 Prozent) auf über 200 Prozent Monatsrendite kommen — und zwei davon nachweislich kaputte Notierungen sind (CMRF Dezember 2023, CDFT März 2014). Sie heben die Jahresrendite des Arms „alle Käufe" von 12,08 auf 32,46 Prozent. Der Hauptarm K ist davon kaum betroffen (13,86 gegen 14,37 Prozent), aber die Verzerrung an anderer Stelle ist zu groß, um sie zu ignorieren.
Auf der Hauptlaufzeit nicht. Bei zwölf Monaten Haltedauer bringt die frische Cashflow-Beschleunigung konservativ 13,86 Prozent pro Jahr, der S&P 500 samt Dividenden 15,02 Prozent — ein Rückstand von 1,16 Prozentpunkten, bei einem größeren Rückschlag (−36,41 gegen −23,87 Prozent). Das Signal findet bessere Firmen als der Marktdurchschnitt, aber keine, die den einfachsten Alternativkauf schlagen.
Ja, aber es hilft nicht der Rendite. Bei den 1.533 Firmen, die beide Signale hatten, kam die Cashflow-Beschleunigung im Median drei Monate vor der Umsatz-Beschleunigung (796 gegen 664 Fälle, 73 im selben Monat). Trotzdem liegt die Umsatz-Beschleunigung in der Renditerangfolge vorn (15,02 bis 16,56 Prozent gegen 13,86 Prozent beim Cashflow) — ein früherer Alarm ist hier kein besserer.
Nicht für sich genommen. Firmen, deren Cashflow-Jahressumme erstmals seit vier Verlustquartalen wieder positiv wird, bringen bei zwölf Monaten Haltedauer nur 8,21 Prozent pro Jahr — deutlich weniger als die frische Beschleunigung im Hauptsegment (13,86 Prozent) und als der S&P 500 (15,02 Prozent). Aus dem Minus herauszukommen reicht allein nicht.
Weil das Signal den Index auf der Hauptlaufzeit nicht schlägt. Anders als beim Umsatzbeschleuniger, wo ein — wenn auch schmaler — Vorsprung gegenüber dem S&P 500 blieb, verfehlt die Cashflow-Beschleunigung den Markt um 1,16 Prozentpunkte bei größerem Rückschlag. Wir bauen keinen Scanner für ein Signal, das schlechter ist als der einfachste Alternativkauf.