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Acacia Research: 307 Millionen in der Kasse — und ein Aktionär, dem der Schlüssel gehört

Acacia Research: 307 Millionen in der Kasse — und ein Aktionär, dem der Schlüssel gehört

Acacia Research sieht auf den ersten Blick aus wie ein Schnäppchen: 307,5 Millionen US-Dollar Kasse zum 31. März 2026, ein Buchwert von 5,47 US-Dollar je Aktie — und ein Kurs darunter. Die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC erzählen die zweite Hälfte der Geschichte. 2025 kamen 88 Prozent der Patenterlöse von einem einzigen Lizenznehmer; im ersten Quartal 2026 setzte diese Sparte noch 0,7 Millionen um, nach 69,9 Millionen im Vorjahresquartal. Die vier operativen Firmen verdienten 2025 zusammen 31,1 Millionen, die Zentrale kostete 24,7 Millionen. Und über allem sitzt Starboard Value mit 63,4 Prozent der Aktien. Wir lesen nach, was der Tresor wirklich enthält — und wer darüber bestimmt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Acacia Research: 307 Millionen in der Kasse — und ein Aktionär, dem der Schlüssel gehört
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

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Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Die Tresor-Falle: Warum ein voller Geldschrank noch keine gute Aktie ist

Es gibt ein Bild, das im Kopf sofort einrastet: ein Tresor, weit offen, randvoll. Wenn eine Firma an der Börse weniger kostet, als in ihren Büchern steht, fühlt sich das an wie ein Sicherheitsnetz — als könnte man unten nicht mehr durchfallen. Nennen wir es die Tresor-Falle. Sie funktioniert deshalb so gut, weil sie nicht falsch ist, sondern unvollständig: Der Tresor existiert wirklich. Nur beantwortet er zwei Fragen nicht — wer den Schlüssel hat, und was der Wachdienst kostet.

Acacia Research Corporation (Nasdaq: ACTG) ist ein Lehrstück dafür. Zum 31. März 2026 lagen 307,5 Millionen US-Dollar Bargeld in der Bilanz, das Eigenkapital betrug 528,5 Millionen, der Buchwert je Aktie 5,47 US-Dollar. Der Börsenwert lag bei rund 450 Millionen US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026). Also: billiger als die eigene Bilanz.

Bevor uns dieses Bild den Blick verstellt, machen wir einen Deal. Wir lesen gemeinsam die Originaldokumente bei der US-Börsenaufsicht SEC: den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 vom 12. März 2026, den Quartalsbericht (10-Q) zum 31. März 2026 vom 7. Mai 2026 und die Pflichtmitteilungen (8-K) bis Ende Juli 2026. Dort steht, woher der Gewinn 2025 kam, was die Zentrale kostet und wem die Firma gehört. Merke dir für den Weg dorthin einen Satz: Substanz ist kein Ertrag. Ein Tresor ist nur so viel wert wie der Zugang zu ihm.

Was Acacia Research eigentlich macht — vier Firmen unter einem Dach

Acacia Research war jahrzehntelang das, was man in der Branche freundlich „Patentverwerter“ und weniger freundlich „Patenttroll“ nennt: eine Firma, die Patente kauft oder anmietet, mutmaßliche Verletzer verklagt und aus Vergleichen Lizenzgebühren zieht. Dieses Geschäft gibt es noch, aber es ist heute nur noch eine von vier Sparten. Der Geschäftsbericht beschreibt das Unternehmen inzwischen als „disciplined value-oriented acquirer and operator of businesses“ — als disziplinierten, an Substanzwerten orientierten Käufer und Betreiber von Firmen. Übersetzt in ein Alltagsbild: eine Dachgesellschaft, die selbst kaum etwas herstellt, sondern andere Firmen besitzt und deren Gewinne einsammelt.

Unter dem Dach stehen zum 31. März 2026 vier Geschäfte:

  • Patentlizenzierung (Acacia Research Group): das alte Kerngeschäft. Umsatz im ersten Quartal 2026: 0,7 Millionen US-Dollar. Sieben Vollzeitkräfte zum 31. Dezember 2025.
  • Industriedrucker (Printronix): sogenannte Zeilenmatrixdrucker — robuste Nadeldrucker für Fabrikhallen, Krankenhäuser und Logistikzentren, dazu Farbbänder als Verbrauchsmaterial. Umsatz im ersten Quartal 2026: 7,2 Millionen. 128 Beschäftigte.
  • Öl und Gas (Benchmark Energy): Förderung im Anadarko-Becken in Oklahoma und Texas, seit der Übernahme von Revolution Resources im April 2024. Umsatz im ersten Quartal 2026: 18,7 Millionen. 45 Beschäftigte.
  • Kunststoff-Fertigung (Deflecto, seit Oktober 2024): Prospekthalter, Büroartikel, Luftauslässe, Vinyl-Bodenmatten, Fahrradreflektoren, Warndreiecke und Spritzschutz für Lkw. Umsatz im ersten Quartal 2026: 27,7 Millionen. 793 Beschäftigte — mit Abstand die größte Sparte nach Köpfen.

Insgesamt beschäftigte der Konzern zum 31. Dezember 2025 986 Vollzeitkräfte und 76 Auftragnehmer. In der Zentrale in New York arbeiten davon 13 Menschen. Diese 13 sind wichtig — wir kommen darauf zurück.

Und da ist der fünfte Beteiligte, der in keiner Segmenttabelle auftaucht: Starboard Value LP, ein aktivistischer Hedgefonds aus New York. Starboard hält 61.123.595 Aktien, rund 63,4 Prozent des Grundkapitals (Stand 9. März 2026). Der Geschäftsbericht nennt den Fonds ausdrücklich den „controlling shareholder“ und beschreibt die Beziehung als strategisch: Starboard liefert Kontakte, Branchenexperten und Hilfe bei der Suche nach Übernahmezielen — seit Dezember 2023 formal geregelt in einem Dienstleistungsvertrag, für den Starboard nur Auslagen erstattet bekommt und kein Honorar berechnet.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Der Tresor ist echt — aber der Ertrag, der ihn füllen soll, hing 2025 an einem einzigen Vertrag, und über den Schlüssel bestimmt ein Aktionär, der zwei Drittel der Stimmen hält.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Wir lassen täglich mehrere tausend Aktien durch unsere Scanner laufen. Acacia Research steht zum Datenstand 25. Juli 2026 auf Platz 46 der 81 US-Treffer im Big-Earnings-Surprise-Ranking, bei einem relativen Stärke-Rating von 63 — die Aktie war in den vergangenen zwölf Monaten also stärker als 63 Prozent aller untersuchten Titel. Zum Selbst-Nachmachen: Scanner öffnen, Länderfilter auf „US“ stellen, Liste durchgehen. Diese Listen werden täglich neu berechnet; ein Platz ist eine Momentaufnahme mit Datum, keine Eigenschaft der Firma.

Was der Filter sucht: Firmen, deren gemeldetes Ergebnis je Aktie deutlich über der Analystenschätzung lag — und zwar wiederholt. Die Idee dahinter stammt aus der Momentum-Forschung: Wer einmal überrascht, überrascht oft noch einmal, weil die Schätzungen dem Geschäft hinterherlaufen.

Bei Acacia sieht die Reihe der zuletzt gemeldeten Quartale so aus (Fundamentaldaten, Datenstand 25. Juli 2026): plus 22,2 Prozent für das Quartal bis 31. März 2026 (gemeldet am 7. Mai 2026), plus 121,4 Prozent für das Schlussquartal 2025 (12. März 2026) und plus 40,0 Prozent für das dritte Quartal 2025 (5. November 2025). Ehrlich dazugehört: Das Quartal davor, bis 30. Juni 2025, lag 20 Prozent unter der Schätzung. Die Serie ist also keine lupenreine Erfolgsgeschichte, sondern eine Reihe mit Loch — ein guter Anlass, sich die Zahlen genauer anzusehen, statt der Platzierung zu vertrauen.

Denn hier kommt der Punkt, an dem eine Überraschung etwas anderes misst, als die meisten annehmen. Für das erste Quartal 2026 hatten die Analysten minus 0,09 US-Dollar je Aktie erwartet; gemeldet wurden minus 0,07 — daher die 22,2 Prozent. Nur: Diese minus 0,07 sind eine bereinigte Zahl. Nach den US-Bilanzregeln (GAAP) stand ein Verlust von 0,16 US-Dollar je Aktie in den Büchern. Die Pflichtmitteilung vom 7. Mai 2026 nennt beide Größen brav nebeneinander:

Ausschnitt aus der Quartalsmitteilung von Acacia Research zum ersten Quartal 2026: GAAP-Nettoverlust 15,7 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,16 US-Dollar je Aktie, darunter markiert der bereinigte Nettoverlust von 6,6 Millionen beziehungsweise 0,07 US-Dollar je Aktie.
Zwei Zahlen für dasselbe Quartal: 0,16 US-Dollar Verlust nach Bilanzregeln, 0,07 nach eigener Bereinigung. Verglichen wird die zweite. Quelle: Pflichtmitteilung 8-K vom 7. Mai 2026, Anlage 99.1 (SEC EDGAR); Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das ist kein Vorwurf — bereinigte Kennzahlen sind erlaubt und üblich, und Acacia weist die Überleitung sauber aus. Aber es ändert die Bedeutung des Scanner-Treffers. Merke dir den Grundsatz: Eine Ergebnisüberraschung misst den Abstand zu einer Erwartung — nicht den Abstand zur Bilanz. Dieselbe Mechanik haben wir in unserer Analyse zu Encore Capital auseinandergenommen, ebenfalls ein Treffer desselben Scanners.

Die Zahlen über die Jahre — was wirklich beeindruckt

Fangen wir mit dem an, was gut ist, denn davon gibt es einiges. 2025 war das beste Jahr seit Langem. Der Umsatz stieg von 122,3 auf 285,2 Millionen US-Dollar, das Vorsteuerergebnis drehte von minus 38,1 auf plus 31,3 Millionen, unterm Strich standen 21,7 Millionen Gewinn nach 36,1 Millionen Verlust im Jahr davor.

Noch wichtiger als der Gewinn ist der Mittelzufluss, weil der schwerer zu schminken ist: Aus dem laufenden Geschäft flossen 2025 75,2 Millionen US-Dollar zu, nach Investitionen von 16,7 Millionen blieben 58,5 Millionen freier Mittelzufluss. Die Kasse wuchs von 273,9 auf 306,7 Millionen — und weiter auf 307,5 Millionen zum 31. März 2026. Eine Firma, die Geld verdient und es auch tatsächlich einnimmt: Das ist die Basis, auf der der Tresor steht.

Auch die Bilanz ist ordentlich. Zum 31. März 2026: Bilanzsumme 755,9 Millionen US-Dollar, Verbindlichkeiten 188,6 Millionen, Eigenkapital der Aktionäre 528,5 Millionen (plus 38,7 Millionen Anteile Dritter). Die Finanzschulden sind überschaubar und liegen dort, wo sie hingehören — bei den Töchtern: 59,5 Millionen auf der Kreditlinie von Benchmark Energy und 31,0 Millionen bei Deflecto. Die Benchmark-Linie hat einen Rahmen von 150 Millionen, kostete zum 31. März 2026 im Schnitt 7 Prozent Zinsen und läuft nach einer Änderung vom 3. November 2025 bis zum 17. April 2029. Kein Fälligkeitsdruck also, kein Refinanzierungsrisiko im nächsten Jahr.

Und die operativen Firmen? Die liefern, jede für sich, solide Kleinbeträge. 2025 erzielten sie folgende Betriebsergebnisse: Patente 19,4, Energie 10,2, Industrie 1,2 und Fertigung 0,3 Millionen US-Dollar. Zusammen 31,1 Millionen. Halten wir diese Zahl fest — sie ist der Maßstab für alles, was jetzt kommt.

Was in den Berichten steht — vier unbequeme Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Gewinn 2025 kam von einem einzigen Lizenznehmer

Die Patentsparte war 2025 mit Abstand der größte Gewinnbringer: 78,4 Millionen US-Dollar Umsatz nach 19,5 Millionen im Vorjahr, ein Plus von 301 Prozent. Davon entfielen 76,9 Millionen auf einmalige, ausbezahlte Lizenzverträge — die klassische Vergleichszahlung, bei der ein Unternehmen einmal überweist und danach dauerhaft Ruhe hat. Insgesamt wurden dafür sechs neue Lizenzverträge geschlossen (2024: neun).

Wie sich diese sechs Verträge verteilen, steht im Anhang, und die Zahl ist so kurz wie eindeutig:

„One licensee individually accounted for 88% of revenues recognized during the year ended December 31, 2025. Three licensees individually accounted for 35%, 17% and 10% of revenues recognized during the year ended December 31, 2024.“

Übersetzung: „Ein einzelner Lizenznehmer machte 88 Prozent der im Geschäftsjahr 2025 vereinnahmten Erlöse aus. Drei Lizenznehmer machten im Geschäftsjahr 2024 jeweils 35, 17 und 10 Prozent der vereinnahmten Erlöse aus.“

— Acacia Research Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Anhang Note 2 (Concentrations)

Markierte Fundstelle im Geschäftsbericht 10-K von Acacia Research für 2025: Ein einzelner Lizenznehmer machte 88 Prozent der Erlöse der Patentsparte aus, im Vorjahr verteilten sich 35, 17 und 10 Prozent auf drei Lizenznehmer.
Die Konzentrations-Angabe im Anhang: 88 Prozent von einem einzigen Lizenznehmer. Quelle: Geschäftsbericht 10-K 2025, Note 2 (SEC EDGAR); Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und weil 69,9 der 78,4 Millionen bereits im ersten Quartal 2025 verbucht wurden, gilt: Der gesamte Jahresgewinn 2025 steckt in einem einzigen Quartal, und dieses Quartal steckt in einem einzigen Vertrag. Auch die offenen Forderungen zum Jahresende zeigen dasselbe Muster — drei Lizenznehmer standen für 74, 15 und 11 Prozent.

Zur Fairness gehört: Das ist die Natur dieses Geschäfts, und Acacia sagt das auch. Patenterlöse „schwanken historisch von Quartal zu Quartal und können sich erheblich unterscheiden“, heißt es im Bericht. Das Problem ist nicht die Schwankung, sondern was sie mit der Bewertung macht: Ein Jahr mit 78 Millionen Patentumsatz und ein Jahr mit 19 Millionen sind zwei völlig verschiedene Unternehmen — und niemand kann vorhersagen, welches man kauft.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Zentrale kostet 79 Prozent dessen, was die Firmen verdienen

Jetzt zurück zu den 31,1 Millionen US-Dollar Segment-Betriebsergebnis von 2025. Direkt darunter steht in der Segmenttabelle eine einzelne Zeile: „Parent general and administrative expenses“ — die Verwaltungskosten der Holding selbst. Sie betrugen 24,7 Millionen US-Dollar.

Balkendiagramm: Betriebsergebnis der Segmente von Acacia Research 2025 — Patente plus 19,4, Industrie plus 1,2, Energie plus 10,2, Fertigung plus 0,3 Millionen US-Dollar, dazu die Kosten der Zentrale mit minus 24,7 Millionen.
Vier Firmen verdienten 31,1 Millionen US-Dollar, die Holding kostete 24,7 Millionen. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das sind 79 Prozent des gesamten Segmentgewinns, aufgebracht von 13 Beschäftigten der Zentrale. Übrig blieben 6,4 Millionen Betriebsergebnis auf 285,2 Millionen Umsatz — eine operative Marge von 2,2 Prozent im besten Jahr seit Langem.

Im Jahr davor war das Verhältnis noch schlechter: 2024 kostete die Zentrale 30,3 Millionen, während die vier Segmente zusammen 2,6 Millionen Verlust machten — daraus wurde ein Betriebsverlust von 32,9 Millionen. Und im ersten Quartal 2026 kostete die Holding 6,7 Millionen, nach 4,8 Millionen im Vorjahresquartal, ein Plus von 41 Prozent, während die Segmente zusammen 1,6 Millionen Verlust schrieben.

Zur Einordnung, ohne Schaum vor dem Mund: Eine Holding, die Firmen kauft, braucht ein Team, das Firmen findet und prüft — Analysten, Juristen, Transaktionsleute. Diese Kosten fallen an, bevor der erste Zukauf etwas abwirft. Die Frage ist nicht, ob die Zentrale Geld kostet, sondern ob die Zukäufe je genug einbringen, um sie zu bezahlen. Bisher lautet die Antwort in vier von fünf Jahren: nein. Die gleiche Frage stellt sich bei jeder Beteiligungsholding — wir haben sie in unserer Analyse zu Biglari Holdings an einem Haus durchgespielt, in dem ebenfalls ein einzelner Großaktionär die Kapitalentscheidungen trifft.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Im ersten Quartal 2026 machte die Patentsparte 0,7 Millionen — und kaufte nichts nach

Das erste Quartal 2026 ist der Realitätstest. Der Konzernumsatz fiel von 124,4 auf 54,2 Millionen US-Dollar, ein Minus von 56 Prozent. Aus 38,3 Millionen Betriebsgewinn wurde ein Betriebsverlust von 8,4 Millionen, aus 24,3 Millionen Nettogewinn ein Nettoverlust von 15,7 Millionen beziehungsweise 0,16 US-Dollar je Aktie.

Der ganze Einbruch kommt aus einer einzigen Sparte:

Balkendiagramm: Segmentumsätze von Acacia Research im ersten Quartal 2025 gegen das erste Quartal 2026 — Patente 69,9 gegen 0,7, Industrie 7,7 gegen 7,2, Energie 18,3 gegen 18,7 und Fertigung 28,5 gegen 27,7 Millionen US-Dollar.
Rechnet man die Patentsparte heraus, fiel der Umsatz nur um 1,8 Prozent. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die drei operativen Firmen setzten zusammen 53,5 Millionen um, nach 54,5 Millionen im Vorjahresquartal — Industrie 7,2 nach 7,7 Millionen, Energie 18,7 nach 18,3 Millionen und Fertigung 27,7 nach 28,5 Millionen. Ein Minus von 1,8 Prozent, also praktisch Stillstand. Die Patentsparte dagegen fiel von 69,9 auf 0,7 Millionen und produzierte 7,4 Millionen Betriebsverlust, weil den 0,7 Millionen Erlösen 4,8 Millionen direkte Kosten und 3,3 Millionen Verwaltungsaufwand gegenüberstanden. Patentabschreibungen und Erfinder-Tantiemen laufen eben weiter, auch wenn kein Vergleich zustande kommt.

Und dann steht da noch ein Satz, den man leicht überliest:

„During the three months ended March 31, 2026, ARG did not obtain control of any new patent portfolios. During the three months ended March 31, 2025, ARG obtained control of one new patent portfolio.“

Übersetzung: „In den drei Monaten bis zum 31. März 2026 erlangte ARG die Kontrolle über kein einziges neues Patentportfolio. In den drei Monaten bis zum 31. März 2025 erlangte ARG die Kontrolle über ein neues Patentportfolio.“

— Acacia Research Corporation, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026, Note 17 (Segment Reporting)

Markierte Fundstelle im Quartalsbericht 10-Q von Acacia Research zum 31. März 2026: Die Patentsparte ARG erlangte im Quartal die Kontrolle über kein neues Patentportfolio, im Vorjahresquartal über eines.
Ohne Nachschub kein künftiger Vergleich: Im ersten Quartal 2026 kam kein neues Portfolio hinzu. Quelle: Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (SEC EDGAR); Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Warum das zählt: Der Nachschub an Portfolios ist bei einem Patentverwerter das, was bei einem Bäcker das Mehl ist. Ein Quartal ohne Zukauf ist kein Drama — aber es ist auch kein Zufall in einem Geschäft, in dem der Bericht selbst die „Patent Portfolio Intake“ als eine der wesentlichen Herausforderungen benennt. Wer wissen will, ob die Sparte weiterlebt, schaut auf diese Zeile, nicht auf die Erlöse.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Ein Aktionär hält zwei Drittel — und damit den Schlüssel

Kommen wir zum Tresorschloss. Der Risikoteil des Geschäftsberichts formuliert es unmissverständlich:

„Starboard beneficially owns 61,123,595 shares of common stock as of March 9, 2026, representing approximately 63.4% of the common stock based on 96,475,469 shares of common stock issued and outstanding as of such date. As a result, Starboard is able to control the election of our directors and thereby determine our corporate and management policies, including potential mergers or acquisitions, asset sales … This concentration of our ownership may delay or deter possible changes in control of the Company, which may reduce the value of an investment in our common stock.“

Übersetzung: „Starboard hält wirtschaftlich 61.123.595 Stammaktien zum 9. März 2026, was rund 63,4 Prozent der Stammaktien entspricht, bezogen auf 96.475.469 zu diesem Zeitpunkt ausgegebene und ausstehende Stammaktien. Damit kann Starboard die Wahl unserer Verwaltungsratsmitglieder bestimmen und dadurch unsere Unternehmens- und Führungspolitik festlegen, einschließlich möglicher Zusammenschlüsse oder Übernahmen und Verkäufe von Vermögenswerten … Diese Eigentumskonzentration kann mögliche Kontrollwechsel verzögern oder verhindern, was den Wert einer Anlage in unsere Stammaktien mindern kann.“

— Acacia Research Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A Risk Factors

Markierte Fundstelle im Geschäftsbericht 10-K von Acacia Research für 2025: Starboard hält 61.123.595 Aktien beziehungsweise rund 63,4 Prozent und kontrolliert damit die Wahl der Verwaltungsratsmitglieder.
Der Risikohinweis nennt es beim Namen: 63,4 Prozent bei einem Aktionär, und das kann einen Kontrollwechsel verhindern. Quelle: Geschäftsbericht 10-K 2025, Item 1A (SEC EDGAR); Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wie sich das in der Praxis anfühlt, zeigte die Hauptversammlung am 23. Juni 2026: 86,7 Millionen Aktien waren vertreten, davon rund 70 Prozent Starboard. Das Vergütungsvotum ging mit 79,7 Millionen Ja-Stimmen gegen 1,1 Millionen Nein durch, die Bestellung des Prüfers Grant Thornton mit 85,8 Millionen Ja-Stimmen. Solche Ergebnisse sagen wenig über Zustimmung und viel über Arithmetik.

Wie Starboard zu diesem Paket kam, ist übrigens keine feindliche Übernahme, sondern eine Sanierung: Im Rahmen einer Neuordnung der Kapitalstruktur wandelte der Fonds im Juli 2023 350.000 Vorzugsaktien in 9,6 Millionen Stammaktien und übte 31,5 Millionen Optionsscheine aus — dabei wurden 60 Millionen US-Dollar Schuldverschreibungen gestrichen und 55 Millionen frisches Geld eingezahlt. Seither gibt es keine Vorzugsaktien und keine Optionsscheine mehr, die Kapitalstruktur ist schlicht. Aber die Mehrheit ist eben auch schlicht: Sie liegt an einer Stelle.

Ein zweiter Punkt gehört dazu. Weil Acacia auch Beteiligungen hält, die sie nicht betreibt, weist der Bericht ein Risiko aus, das man selten liest: Sollte das Unternehmen seine operativen Firmen nicht mehr kontrollieren und führen, könnte es als Investmentgesellschaft nach dem Investment Company Act von 1940 gelten — mit erheblichen regulatorischen Folgen. Es ist ein Randrisiko. Aber es beschreibt gut, wo diese Firma steht: irgendwo zwischen Fonds und Konzern.

Bewertung: Was man bekommt und was man dafür zahlt

Rechnen wir die Größenordnung durch — mit klarer Ansage, welche Zahl von wann stammt. Der Börsenwert lag bei rund 450 Millionen US-Dollar (Fundamentaldaten, Datenstand 25. Juli 2026; Schlusskurs 4,66 US-Dollar am 24. Juli 2026 bei 96.589.132 ausstehenden Aktien laut Deckblatt des Quartalsberichts vom 4. Mai 2026).

Dem stehen aus der Bilanz zum 31. März 2026 gegenüber: 307,5 Millionen Kasse, 14,2 Millionen börsennotierte Wertpapiere und 8,1 Millionen Darlehensforderungen — abzüglich 90,5 Millionen Finanzschulden bei den Töchtern. Zieht man das ab, bleiben rechnerisch rund 210 Millionen US-Dollar für die vier operativen Firmen. Diese Firmen erwirtschafteten 2025 zusammen 31,1 Millionen Betriebsergebnis. Das entspricht grob dem Siebenfachen — nicht teuer, wenn 2025 ein normales Jahr war. Aber 2025 war kein normales Jahr: Ohne den einen Patentvertrag wären es 11,7 Millionen gewesen, und dann sähe dieselbe Rechnung nach dem Achtzehnfachen aus.

Die klassischen Kennzahlen helfen hier nur begrenzt weiter, und zwar aus einem sauber benennbaren Grund. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht, weil das Ergebnis der vergangenen zwölf Monate mit minus 0,19 US-Dollar je Aktie negativ ist (Datenstand 25. Juli 2026). Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei rund 2,1 — aber der Umsatz der vergangenen zwölf Monate enthält eben jenes Ausnahmequartal. Belastbar ist vor allem das Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0,85: Der Buchwert je Aktie betrug zum 31. März 2026 5,47 US-Dollar, der Kurs lag darunter.

Ein zweiter Anker kommt vom Unternehmen selbst: Kasse, Wertpapiere und Darlehensforderungen summierten sich zum Quartalsende auf 329,9 Millionen US-Dollar beziehungsweise 3,41 US-Dollar je Aktie. Rund drei Viertel des Börsenwerts sind also Liquidität. Das ist der Kern der Tresor-Falle: Die Zahl stimmt, und sie sagt trotzdem nichts darüber, wann und ob dieses Geld beim Aktionär ankommt.

Denn genau da wird es dünn. Eine Dividende zahlt Acacia seit November 2015 nicht mehr. Das letzte Rückkaufprogramm — beschlossen am 9. November 2023 über bis zu 20 Millionen US-Dollar — wurde im Dezember 2024 mit 4.358.361 zurückgekauften Aktien vollständig ausgeschöpft; im gesamten Jahr 2025 gab es keine Rückkäufe mehr. Das Geld bleibt also im Haus und wartet auf den nächsten Zukauf. Für einen Käufer, der auf die Auflösung des Abschlags spekuliert, ist das die entscheidende Information: Es gibt derzeit keinen Mechanismus, der den Abstand zwischen Kurs und Buchwert schließt.

Der Blick der Profis fällt entsprechend dünn aus: Der Fundamentaldaten-Konsens umfasst einen einzigen Analysten mit einem Kursziel von 6,00 US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026). Bei einem Titel mit 63 Prozent Festbesitz und rund 33,8 Millionen frei handelbaren Aktien ist das keine Überraschung — aber ein Konsens aus einer Stimme ist kein Konsens, sondern eine Meinung.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Acacia Research spricht:

  • Echte Substanz, nicht nur Buchwert: 307,5 Millionen US-Dollar Kasse und 528,5 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026, dazu 2025 ein freier Mittelzufluss von 58,5 Millionen. Der Tresor ist gefüllt und wurde zuletzt voller, nicht leerer.
  • Drei Sparten laufen unbeeindruckt weiter: Industrie, Energie und Fertigung setzten im ersten Quartal 2026 zusammen 53,5 Millionen um nach 54,5 Millionen im Vorjahresquartal — Stillstand, aber eben kein Einbruch.
  • Energie liefert: Benchmark Energy erzielte im ersten Quartal 2026 mit 18,7 Millionen US-Dollar das stärkste Umsatzquartal seit der Übernahme und 5,3 Millionen Segmentgewinn; die nachgewiesenen Reserven stiegen zum 31. Dezember 2025 auf 33,0 Millionen Barrel Öläquivalent.
  • Keine Fälligkeitsfalle: Die Finanzschulden von 90,5 Millionen liegen bei den Töchtern, die größte Linie läuft bis zum 17. April 2029. Zinsertrag (2,8 Millionen im ersten Quartal 2026) und Zinsaufwand (1,9 Millionen) heben sich nahezu auf.
  • Ein Großaktionär mit Interesse am Kurs: Starboard sitzt mit 61,1 Millionen Aktien im selben Boot. Wenn jemand Druck auf die Kostenseite machen kann, dann dieser Aktionär.

Was dagegen spricht:

  • Ertragskraft ohne Sonderjahr ist mager: Ohne den einen Patentvertrag hätten die Segmente 2025 rund 11,7 Millionen US-Dollar verdient — bei 24,7 Millionen Kosten der Zentrale.
  • Klumpenrisiko im Patentgeschäft: 88 Prozent der Erlöse 2025 von einem Lizenznehmer, kein neues Portfolio im ersten Quartal 2026, 7,4 Millionen Segmentverlust in diesem Quartal.
  • Kein Weg für das Geld nach draußen: keine Dividende seit November 2015, kein Rückkauf seit Dezember 2024. Der Abschlag zum Buchwert kann sehr lange bestehen.
  • Kontrolle ohne Gegengewicht: 63,4 Prozent bei einem Aktionär. Eine Übernahmeprämie ist ohne dessen Zustimmung praktisch ausgeschlossen; der Bericht warnt selbst, dies könne den Wert der Anlage mindern.
  • Rohstoff- und Zollrisiken in den operativen Firmen: Die Energiesparte verlor im ersten Quartal 2026 10,7 Millionen US-Dollar an ihrer Preisabsicherung, hängt an vier Großkunden (11 bis 29 Prozent des Segmentumsatzes 2025) und liegt geografisch konzentriert im Anadarko-Becken; die Fertigungssparte kämpft laut Bericht mit zollbedingt schwacher Nachfrage.

Ein Fazit, das keine Empfehlung ist

Zurück zum Tresor. Er ist echt: 307,5 Millionen US-Dollar liegen dort, das Eigenkapital ist höher als der Börsenwert, und die Firma verdient in guten Jahren Geld. Wer nur auf diese Zahl schaut, sieht ein Sicherheitsnetz.

Wer weiterliest, sieht drei Dinge, die das Bild verschieben. Erstens: Der Gewinn des besten Jahres kam zu 88 Prozent von einem einzigen Lizenznehmer — das ist ein Lottogewinn mit Fußnote, kein Geschäftsmodell. Zweitens: Zwischen dem, was die Firmen verdienen, und dem, was beim Aktionär ankommt, steht eine Zentrale, die 2025 fast vier Fünftel des Segmentgewinns gekostet hat. Drittens: Der Schlüssel zum Tresor liegt bei einem Aktionär mit 63,4 Prozent, der weder Dividende zahlt noch derzeit Aktien zurückkauft.

Das macht Acacia Research nicht zu einer schlechten Firma. Es macht sie zu einer Wette mit einer sehr konkreten Bedingung: dass die Leute in der Zentrale ihre eigenen Kosten mit Zukäufen mehr als verdienen — und dass der, der die Mehrheit hält, irgendwann einen Grund sieht, den Abschlag zu schließen. Beides kann eintreten. Beides steht bislang nicht in den Berichten.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Diese Analyse ist journalistische Einordnung auf Basis öffentlich zugänglicher Unterlagen und ausdrücklich keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Wertpapieren. Aktien können jederzeit erheblich an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Alle Zahlen stammen aus den genannten SEC-Berichten und aus Fundamentaldaten mit dem angegebenen Datenstand; Kennzahlen können sich mit jeder neuen Veröffentlichung ändern. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Acacia Research Corporation.

Unser Fazit auf einen Blick

Bilanz & Liquidität positiv
Zum 31. März 2026 standen 307,5 Millionen US-Dollar Kasse und 528,5 Millionen Eigenkapital in den Büchern, die Finanzschulden von 90,5 Millionen liegen bei den Töchtern und laufen bis 2029. 2025 flossen 58,5 Millionen freier Mittelzufluss zu. Der Substanzsockel ist real und wurde zuletzt größer.
Ertragsqualität negativ
Der Gewinn 2025 hing an einem einzigen Lizenznehmer, der 88 Prozent der Patenterlöse ausmachte; 69,9 der 78,4 Millionen fielen in einem Quartal an. Im ersten Quartal 2026 setzte die Patentsparte 0,7 Millionen um und schrieb 7,4 Millionen Betriebsverlust. Ohne dieses Sondergeschäft bleibt eine Ertragskraft im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.
Kostenstruktur der Holding negativ
Die Zentrale kostete 2025 laut Segmentangaben 24,7 Millionen US-Dollar — 79 Prozent des gesamten Segmentgewinns von 31,1 Millionen; 2024 waren es 30,3 Millionen bei einem Segmentverlust von 2,6 Millionen. Im ersten Quartal 2026 stieg diese Zeile um 41 Prozent auf 6,7 Millionen. Der Überbau muss sich erst noch verdienen.
Eigentümerstruktur negativ
Starboard Value LP hält rund 63,4 Prozent (Stand 9. März 2026) und wird im Geschäftsbericht als kontrollierender Aktionär geführt. Der Bericht warnt selbst, diese Konzentration könne einen Kontrollwechsel verzögern oder verhindern und den Wert der Anlage mindern. Eine Übernahmeprämie ist ohne Starboard praktisch ausgeschlossen.
Operative Sparten neutral
Industrie, Energie und Fertigung setzten im ersten Quartal 2026 zusammen 53,5 Millionen US-Dollar um nach 54,5 Millionen im Vorjahresquartal — stabil, aber ohne Wachstum. Benchmark Energy lieferte mit 18,7 Millionen sein stärkstes Quartal seit der Übernahme, verlor aber im selben Zeitraum 10,7 Millionen an der Preisabsicherung.
Bewertung neutral
Bei rund 450 Millionen US-Dollar Börsenwert (Datenstand 25. Juli 2026) und 5,47 US-Dollar Buchwert je Aktie (31. März 2026) handelt die Aktie zu etwa 0,85 des Buchwerts; rechnerisch bekommt man die vier operativen Firmen für rund 210 Millionen. Günstig — aber ohne Dividende seit 2015 und ohne Rückkauf seit Dezember 2024 fehlt der Hebel, der den Abschlag schließt.

Acacia Research ist die Tresor-Falle in Reinform: 307,5 Millionen US-Dollar Kasse und ein Buchwert über dem Kurs sehen aus wie ein Sicherheitsnetz, doch der Gewinn des Rekordjahres 2025 kam zu 88 Prozent von einem einzigen Lizenznehmer, die Zentrale verbrauchte 24,7 der 31,1 Millionen Segmentgewinn, und im ersten Quartal 2026 setzte die Patentsparte noch 0,7 Millionen um. Über dem Ganzen sitzt Starboard Value mit 63,4 Prozent — ohne Dividende seit 2015 und ohne Rückkauf seit Dezember 2024 gibt es derzeit keinen Mechanismus, der den Abschlag zum Buchwert schließt. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Die Substanz ist belegt und unstrittig: 307,5 Millionen US-Dollar Kasse und 528,5 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026, Finanzschulden von 90,5 Millionen ausschließlich bei den Töchtern und erst 2029 fällig, dazu 58,5 Millionen freier Mittelzufluss im Jahr 2025 — nichts davon deutet auf eine Bestandsgefährdung hin. Offen ist eine rein operative Frage, und sie wiegt schwer: Der Gewinn des Rekordjahres 2025 kam zu 88 Prozent von einem einzigen Lizenznehmer, und im ersten Quartal 2026 setzte diese Sparte noch 0,7 Millionen um und erwarb kein einziges neues Patentportfolio. Dahinter steht eine Zentrale, die 2025 mit 24,7 Millionen US-Dollar 79 Prozent des gesamten Segmentgewinns von 31,1 Millionen aufzehrte — ob die Zukäufe diesen Überbau je verdienen, ist bislang unbewiesen. Die drei übrigen Sparten laufen dabei stabil (53,5 Millionen Umsatz im ersten Quartal 2026 nach 54,5 Millionen), sie tragen die Holding aber noch nicht allein. Das ist kein Substanzrisiko, aber eben auch keine belegte Ertragsqualität — deshalb Gelb.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Acacia Research über den hauseigenen Aktien-Scanner „Big Earnings Surprise“ (US-Auswahl, Platz 46 von 81 Treffern, RS-Rating 63, Stand 25. Juli 2026). Die Listen werden täglich neu berechnet. Wichtig zur Einordnung: Die gemessene Überraschung bezieht sich auf die bereinigte Ergebnisgröße (Q1 2026: −0,07 US-Dollar je Aktie) und nicht auf den GAAP-Wert (−0,16). Die Reihe der Quartale ist zudem nicht lückenlos — das Quartal bis 30. Juni 2025 lag 20 Prozent unter der Schätzung.
  • Datenstand und Stichtage sind unterschiedlich und stehen an jeder Zahl: Bilanz- und Segmentwerte per 31. Dezember 2025 (Geschäftsbericht 10-K) beziehungsweise 31. März 2026 (Quartalsbericht 10-Q), Aktienzahl per 4. Mai 2026 (Deckblatt 10-Q), Starboard-Anteil per 9. März 2026, Marktdaten mit Datenstand 25. Juli 2026. Der Schlusskurs vom 24. Juli 2026 dient allein als datierter Bewertungsanker, nicht als Kaufargument.
  • Verwechslungsgefahr: Acacia Research Corporation (Nasdaq: ACTG) ist weder mit gleichnamigen Beratungs- oder Immobilienfirmen verwandt noch mit der Tochter Acacia Research Group, die nur die Patentsparte bezeichnet. Die Sparten treten unter eigenen Marken auf — Printronix, Benchmark Energy, Deflecto.

Häufige Fragen

Acacia Research ist eine Beteiligungsholding mit vier Sparten: Patentlizenzierung (Acacia Research Group), Industriedrucker (Printronix), Öl- und Gasförderung im Anadarko-Becken (Benchmark Energy) und Kunststoff-Fertigung (Deflecto). Das ursprüngliche Patentgeschäft steuerte im ersten Quartal 2026 nur 0,7 von 54,2 Millionen US-Dollar Umsatz bei. Zum 31. Dezember 2025 hatte der Konzern 986 Vollzeitkräfte.

Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz von 124,4 auf 54,2 Millionen US-Dollar. Der gesamte Rückgang stammt aus der Patentsparte, die von 69,9 auf 0,7 Millionen fiel. Die drei operativen Firmen setzten zusammen 53,5 Millionen um nach 54,5 Millionen im Vorjahresquartal — ein Minus von 1,8 Prozent. Patenterlöse entstehen aus einzelnen Vergleichen und schwanken deshalb extrem.

Starboard Value LP hält 61.123.595 Aktien beziehungsweise rund 63,4 Prozent des Grundkapitals (Stand 9. März 2026). Der Geschäftsbericht bezeichnet den Hedgefonds als kontrollierenden Aktionär: Starboard bestimmt die Wahl des Verwaltungsrats und kann jede Übernahme oder jeden Verkauf verhindern. Frei handelbar sind rund 33,8 Millionen Aktien.

Beides derzeit nicht. Die letzte Dividende wurde im November 2015 ausgeschüttet. Das Rückkaufprogramm über 20 Millionen US-Dollar, beschlossen am 9. November 2023, wurde im Dezember 2024 mit 4.358.361 Aktien vollständig abgeschlossen; im Jahr 2025 gab es keine Rückkäufe. Die Kasse von 307,5 Millionen US-Dollar (31. März 2026) ist für Zukäufe vorgesehen.

Für das erste Quartal 2026 nennt die Quartalsmitteilung einen GAAP-Verlust von 15,7 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,16 US-Dollar je Aktie und daneben einen bereinigten Verlust von 6,6 Millionen beziehungsweise 0,07 US-Dollar. Die bereinigte Zahl klammert unter anderem Bewertungseffekte aus. Analystenschätzungen und Überraschungsquoten beziehen sich auf die bereinigte Größe.

Ja. Der Buchwert je Aktie betrug zum 31. März 2026 5,47 US-Dollar, der Börsenwert lag bei rund 450 Millionen US-Dollar (Datenstand 25. Juli 2026) — ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 0,85. Allein Kasse, Wertpapiere und Darlehensforderungen summierten sich auf 329,9 Millionen beziehungsweise 3,41 US-Dollar je Aktie. Ein Mechanismus, der diesen Abschlag schließt, ist derzeit nicht erkennbar.

Die Verwaltungskosten der Holding betrugen 2025 laut Segmentangaben 24,7 Millionen US-Dollar, 2024 sogar 30,3 Millionen. Dem standen 2025 Segment-Betriebsergebnisse von zusammen 31,1 Millionen gegenüber — die Zentrale kostete damit 79 Prozent des gesamten Segmentgewinns. Im ersten Quartal 2026 waren es 6,7 Millionen nach 4,8 Millionen im Vorjahresquartal.

Sie ist nach Umsatz die zweitgrößte und nach Ergebnis eine der stabilsten Sparten: 63,8 Millionen US-Dollar Umsatz und 10,2 Millionen Segmentgewinn im Jahr 2025, im ersten Quartal 2026 18,7 Millionen Umsatz und 5,3 Millionen Segmentgewinn. Allerdings verlor die Preisabsicherung im selben Quartal 10,7 Millionen, und vier Kunden standen 2025 für 11 bis 29 Prozent des Segmentumsatzes.

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