Collective Mining Ltd. (CNL)
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Collective Mining bohrt seit 2021 in Kolumbien, meldet spektakuläre Gehalte und wird an der Börse mit rund einer Milliarde US-Dollar bewertet. Der eigene Jahresbericht bei der US-Börsenaufsicht sagt dazu einen einzigen, sehr trockenen Satz: Die Gesellschaft hat weder Mineralressourcen noch Mineralreserven. Umsatz gab es seit der Gründung keinen, der Fehlbetrag stieg 2025 auf 49,9 Millionen US-Dollar, und die Aktienzahl wuchs in zwei Jahren um 51 Prozent. Seit Mai 2026 liegt ein Regalprospekt über 500 Millionen kanadische Dollar bereit. Ein Londoner Fonds hält den Titel trotzdem als viertgrößte Position seines Depots und hat vier Quartale in Folge aufgestockt. Keine Kaufempfehlung — sondern die Frage, was man eigentlich besitzt, solange der Schatz nur als Bohrloch existiert.
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Basis
Performance
Bewertung
Rentabilität
Bilanz & Sicherheit
Wachstum
Qualität & Screener
KI-Einstufung
NeutralGeprüft am 24.07.2026 gegen die vollständige SEC-Berichtslage der Collective Mining Ltd. (CIK 0001953575). Collective Mining ist kanadischer MJDS-Filer: Es gibt kein 10-K und kein 10-Q, ausgewertet wurden deshalb der Jahresbericht 40-F für 2025 (eingereicht 31.03.2026) samt seinen drei Anhängen — Annual Information Form mit Risikofaktoren und technischem Bericht, geprüfter IFRS-Jahresabschluss und Lagebericht (MD&A) — sowie der Zwischenbericht zum 31.03.2026 (6-K vom 14.05.2026) mit Zwischenabschluss und Lagebericht und der Regalprospekt vom 12.05.2026 (6-K vom 13.05.2026). Dokumentierter Negativ-Befund: In keinem der sieben Dokumente kommt „artificial intelligence“, „machine learning“, „deep learning“ oder „neural“ auch nur ein einziges Mal vor — weder im Geschäftsteil noch in den Risikofaktoren (einschließlich des eigenen Abschnitts „Cybersecurity“), weder als Umsatzquelle noch als operativer Einsatz noch als Geschäftsrisiko (Volltextsuche über die Original-HTML-Dateien). Die beiden einzigen Treffer auf „generative“ sind Fachbegriffe der Explorationsgeologie und ohne KI-Bezug: die Budgetzeile „Target generative work“ im empfohlenen Explorationsprogramm für Guayabales und die frühere Funktionsbezeichnung „Director – Generative Exploration Latin America“ eines 2026 eingestellten Managers. Collective Mining ist ein reines Explorationsunternehmen ohne Umsatz: Es bohrt in Caldas, Kolumbien, auf den Projekten Guayabales (Apollo-System) und San Antonio, weist laut eigenem Jahresbericht weder Mineralressourcen noch Mineralreserven aus und erzielte seit der Gründung keinen Umsatz. Nach dem Kriterienkatalog bleibt es damit bei „neutral“ (Rang 4, Negativ-Befund dokumentiert). Hinweis für die Fortschreibung: Sobald die Gesellschaft die im technischen Bericht empfohlene Ressourcenschätzung und die Wirtschaftlichkeitsstudien vorlegt (Stufe I bis Ende 2026, Stufe II bis Ende 2027), lohnt eine erneute Prüfung — in dieser Phase tauchen bei Bergbaugesellschaften erfahrungsgemäß erstmals Aussagen zu Modellierungs- und Automatisierungstechnik auf.
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Ausgewertete Berichte: 40-F 2026-03-31 · 40-F Exhibit 99.1 (Annual Information Form 2025 inkl. Risk Factors und technischem Bericht Guayabales) 2026-03-31 · 40-F Exhibit 99.2 (geprüfter Jahresabschluss 2025, IFRS, Prüfer BDO Canada LLP) 2026-03-31 · 40-F Exhibit 99.3 (Lagebericht/MD&A Geschäftsjahr 2025) 2026-03-31 · 6-K Exhibit 99.1 (Zwischenabschluss zum 31.03.2026) 2026-05-14 · 6-K Exhibit 99.2 (Lagebericht/MD&A Q1 2026) 2026-05-14 · 6-K Exhibit 99.1 (Regalprospekt vom 12.05.2026 über 500 Mio. C$) 2026-05-13
Eingestuft am 24. Juli 2026 · So entsteht die Einstufung
Markiert sind Dinge, die der Redaktion aufgefallen sind: Grün = auffallend stark, Rot = verdient eine genauere Prüfung. Keine Kennzahl taugt als Urteil für sich allein — immer im Zusammenhang lesen.
Quartalszahlen
| Quartal | GpA (Gewinn pro Aktie) | GpA YoY (%) | Umsatz (Mio. $) | Umsatz YoY (%) | Nettomarge (%) | OCF (Mio. $) | FCF (Mio. $) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024: Q2 | -0,09 | 11,20 | 0 | – | – | -7 | -7 |
| 2024: Q3 | -0,09 | -45,40 | 0 | – | – | -6 | -6 |
| 2024: Q4 | -0,07 | 19,40 | 0 | – | – | -6 | -6 |
| 2025: Q1 | -0,22 | -195,30 | 0 | – | – | -5 | -6 |
| 2025: Q2 | -0,11 | -22,20 | 0 | – | – | -8 | -8 |
| 2025: Q3 | -0,13 | -44,40 | 0 | – | – | -10 | -11 |
| 2025: Q4 | -0,14 | -100,00 | 0 | – | – | -13 | -18 |
| 2026: Q1 | -0,13 | 40,90 | 0 | – | – | -10 | -16 |
- GpA (Gewinn pro Aktie):
- Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
- YoY (Year over Year):
- Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
- Umsatz:
- Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
- Nettomarge:
- Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
- OCF (operativer Cashflow):
- Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
- FCF (freier Cashflow):
- Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.
Einschätzung: Chancen & Risiken
Die Bohrergebnisse sind außergewöhnlich. Bis Juli 2026 wurden rund 184.000 Meter Kern gezogen, davon 120.000 Meter am Apollo-System; 18 Abschnitte übersteigen 1.000 Gramm mal Meter Goldäquivalent, der stärkste erreicht 1.499. Am 29. Juni 2026 meldete die Gesellschaft eine neue wolframreiche Zone mit 27,35 Metern zu 37,55 Gramm Goldäquivalent je Tonne ab 300 Meter Tiefe. 2025 wurden 62.500 Meter gebohrt, für 2026 sind bis zu 100.000 Meter mit 13 Bohrgeräten geplant.
Der Jahresbericht 40-F für 2025 hält fest: „The Company currently does not have any mineral resources or mineral reserves." Für Guayabales existiert keine Ressourcenschätzung nach NI 43-101; der Gutachter stuft das Projekt als Entdeckungsstadium ein und veranschlagt zwei Programmstufen über zusammen rund 80,4 Millionen US-Dollar und zwei Jahre bis Ende 2027 — die erste allein, um überhaupt eine Ressourcenschätzung samt erster Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorzulegen. Umsatz gab es seit der Gründung nicht.
Die Aktienzahl stieg von 61.234.906 (31.12.2023) auf 92.575.498 (31.03.2026), ein Plus von 51 Prozent in zwei Jahren; voll verwässert sind es 99.231.798 Stück. Allein 2025 flossen 146,1 Millionen US-Dollar aus Kapitalerhöhungen zu. Am 13. Mai 2026 wurde ein Regalprospekt über bis zu 500 Millionen kanadische Dollar mit 25 Monaten Laufzeit eingereicht — gut das Dreifache der Erhöhungen von 2025 und rund ein Drittel des Börsenwerts. Die Gesellschaft schließt eine erhebliche Verwässerung ausdrücklich nicht aus.
Zum 31. März 2026 lagen 113,3 Millionen US-Dollar in der Kasse, praktisch ohne Bankschulden; die Gesellschaft bezeichnet ihr Programm für 2026 als voll finanziert. Gleichzeitig sank der Bestand im ersten Quartal 2026 um 16,3 Millionen, und die Landkäufe vom Februar und März 2026 ließen die Ratenverbindlichkeiten von 4,7 auf 41,8 Millionen springen, davon 16,0 Millionen innerhalb eines Jahres fällig. Die Eigenkapitalquote fiel dadurch von 0,918 auf rund 0,72, das Nettoumlaufvermögen von 118,1 auf 63,3 Millionen.
Agnico Eagle Mines meldete zum 14. März 2025 14,99 Prozent und hält vertraglich das Recht, sich an jeder Finanzierung zu beteiligen und einen Verwaltungsrat zu entsenden; Management, Insider, strategischer Investor und Nahestehende kommen nach Angabe der Gesellschaft auf 45,2 Prozent. Dazu Helikon mit rund 11,9 Prozent und Jupiter Asset Management mit 9,97 Prozent — Letztere reichte am 15. Juni 2026 drei überfällige Schwellenmeldungen an einem Tag nach. Starke Anker, aber ein dünner freier Handelsbestand.
Die Annual Information Form nennt Guerillagruppen und Drogenkartelle, die 2025 ausgesetzten Friedensgespräche der kolumbianischen Regierung, Schutz- und Restriktionsgebiete sowie handwerklichen Bergbau in vier Bereichen des Guayabales-Projekts; ein Teil der Konzessionen wird nur über Optionsverträge gehalten und muss von der Behörde ANM übertragen werden. Als kanadischer MJDS-Filer und junges Börsenunternehmen veröffentlicht Collective Mining zudem keine geprüften Quartalsberichte und kein Prüfer-Testat zur internen Kontrolle.
Collective Mining ist die Schatzkarten-Falle in Reinform: Die Entdeckung am Apollo-System ist echt, die Bohrergebnisse sind außergewöhnlich, und das Team hat mit Continental Gold schon einmal einen Verkauf über rund zwei Milliarden US-Dollar Unternehmenswert geliefert. In den Büchern steht davon nichts: kein Umsatz seit der Gründung, 49,9 Millionen US-Dollar Fehlbetrag 2025, 144,6 Millionen aufgelaufener Verlust — und laut eigenem Jahresbericht weder Mineralressourcen noch Mineralreserven. Bis dahin fehlen nach Einschätzung des Gutachters rund 80,4 Millionen US-Dollar und zwei Jahre. Bezahlt wird das mit Aktien: 51 Prozent mehr Anteile in zwei Jahren, dazu ein Regalprospekt über 500 Millionen kanadische Dollar. Keine Anlageberatung.
- Auf die Rechercheliste kam Collective Mining nicht über einen Scanner-Treffer, sondern über das Formular 13F-HR der Helikon Investments Ltd (London) zum Stichtag 31. März 2026: 10.979.312 Aktien im Wert von 193.345.684 US-Dollar, die viertgrößte von 17 Positionen und rund 11,9 Prozent aller Aktien der Gesellschaft. Der Fonds hat vier Quartale in Folge aufgestockt (9.916.894 → 10.455.037 → 10.650.248 → 10.979.312) und meldete seine Beteiligung zusätzlich direkt per Schedule 13G/A. Ein 13F zeigt nur US-gelistete Long-Positionen mit 35 bis 45 Tagen Verzug, ohne Leerverkäufe und Derivate — ein Rückspiegel, kein Fahrplan.
- Collective Mining ist bei der SEC ein kanadischer MJDS-Filer: Es gibt kein 10-K und kein 10-Q. Geprüft wird einmal jährlich im Formular 40-F (für 2025 eingereicht am 31. März 2026, Prüfer BDO Canada LLP), Zwischenzahlen erscheinen nur als ungeprüfte Anlage zu einem Formular 6-K. Bilanziert wird nach IFRS in US-Dollar. Als „emerging growth company" ist die Gesellschaft zudem von der Prüfer-Bestätigung zur internen Kontrolle befreit.
- Zu den Kennzahlen aus dem Datenbestand: Der Altman-Z-Wert von 55,91 ist rechnerisch korrekt, aber inhaltlich wertlos — er entsteht fast vollständig daraus, dass die Gesellschaft zum Jahresende 2025 kaum Verbindlichkeiten hatte, und misst damit im Kern nur das Verhältnis von Börsenwert zu Schulden. Drei Monate später hatten sich die Verbindlichkeiten vervierfacht. Auch der Piotroski-Score von 3 von 9 ist keine Qualitätsaussage: Mehrere der neun Tests setzen Gewinn und operativen Mittelzufluss voraus, die es bei einem Explorer ohne Umsatz nicht geben kann. Bewertungsangaben datiert und evergreen: Der rechnerische Kurs von rund 17,61 US-Dollar je Aktie stammt aus der 13F-Meldung zum 31. März 2026 und dient als Größenordnung, nicht als Tageskurs.
Über das Unternehmen
Collective Mining Ltd. engages in the acquisition, exploration, and development of mineral properties located in Colombia. The company explores gold, silver, copper, and tungsten deposits. It holds 100% interest in its flagship project The Guayabales project consisting of exploration titles, exploration applications, and mining concession option agreements and a number of surface rights option agreements. The Guayabales Project is located in the Middle Cauca belt in the Department of Caldas, Colombia. The company is headquartered in Miami, Florida.
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
Datenstand: 23. Juli 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.