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Xerox: Der billige Mittelzufluss, den der Leasingbestand bezahlt

Xerox: Der billige Mittelzufluss, den der Leasingbestand bezahlt

Im hauseigenen K-FCF-Ranking steht Xerox auf Platz 30 der US-Auswahl — fünf Zeilen unter dem sichtbaren Ausschnitt. Der Wert von 1,67 sieht nach Schnäppchen aus. Der Geschäftsbericht 2025 zeigt, woher er kommt: Von 224 Millionen US-Dollar operativem Mittelzufluss stammen 489 Millionen aus dem Abbau der eigenen Leasingforderungen. Ohne diesen Posten steht ein Minus. Wir lesen mit, was der Konzern im ersten Quartal 2026 verpfändet hat — und wem am Ende die Marke Xerox gehört.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Xerox: Der billige Mittelzufluss, den der Leasingbestand bezahlt
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Die Eisberg-Falle

Es gibt eine Schwäche, die uns Menschen beim Geld besonders teuer zu stehen kommt: Wir bewerten, was wir sehen. Nicht, was da ist. Ein Eisberg ist dafür das ehrlichste Bild — sieben Achtel seiner Masse liegen unter Wasser, und trotzdem schätzt jeder Betrachter die Größe nach der Spitze.

Bei Xerox ist die Spitze eine sehr freundliche Zahl. In unserem eigenen K-FCF-Ranking steht der Konzern mit einem Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von 1,67 (US-Auswahl, selbst gemessen am 27. Juli 2026). Übersetzt: Der ganze Konzern kostet an der Börse etwa so viel, wie er in gut zwanzig Monaten an freiem Geld erwirtschaftet. Wenn das stimmt, ist es ein Ausrufezeichen.

Der Deal für die nächsten zwanzig Minuten: Wir lassen die Spitze stehen und tauchen darunter. Wir lesen den Geschäftsbericht 2025 und den Quartalsbericht zum 31. März 2026 Zeile für Zeile — vor allem die eine Zeile in der Kapitalflussrechnung, die dieses ganze Verhältnis trägt. Am Ende weißt du, was die 1,67 misst und was sie nicht misst. Was du daraus machst, bleibt deine Sache.

Was Xerox eigentlich macht

Xerox ist die Firma, deren Name im Englischen zum Verb für „kopieren“ geworden ist. Das Unternehmen aus Norwalk in Connecticut baut und vermietet Drucker und Multifunktionsgeräte, liefert Toner und Papier, wartet die Maschinen und betreibt für große Kunden ganze Druckflotten — im Fachjargon Managed Print Services, im Alltag: Ein Konzern kümmert sich um jeden Drucker in jedem Büro eines anderen Konzerns.

Dazu kommt seit einigen Jahren ein zweites Standbein: IT-Dienste für mittelständische Kunden, gekauft über Zukäufe wie ITsavvy. Und ein drittes, das man leicht übersieht: Xerox finanziert die eigenen Geräte selbst. Wer eine Maschine least, zahlt in Raten an Xerox — die daraus entstehende Forderung steht als Finance Receivable in der Bilanz. Merke dir dieses Wort, es ist der Schlüssel zum ganzen Artikel.

Seit dem 1. Juli 2025 gehört auch Lexmark dazu, ein direkter Wettbewerber im Druckergeschäft, gekauft für 676 Millionen US-Dollar netto. Im Quartalsbericht zum 31. März 2026 berichtet Xerox in zwei Segmenten: Print and Other mit 1.692 Millionen US-Dollar Quartalsumsatz und IT Solutions mit 156 Millionen. Das Druckgeschäft ist also weiterhin 92 Prozent des Konzerns.

Die Börsen-Story dazu heißt „Reinvention“ — ein mehrjähriger Umbau, der laut Geschäftsbericht bis Ende 2025 kumuliert mehr als 500 Millionen US-Dollar an laufenden Bruttokosteneinsparungen gebracht hat. Die nüchterne Einordnung: Der Weltmarkt für Bürodruck schrumpft, seit Dokumente digital wandern. Ein Umbau kann diesen Markt nicht wachsen lassen. Er kann nur die Kostenseite an eine kleinere Umsatzbasis anpassen — und das ist ein Rennen gegen die Zeit.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Xerox kam nicht über eine Nachricht auf unsere Liste, sondern über eine Sortierung. Der hauseigene Aktien-Scanner K-FCF-Ranking sammelt alle Aktien mit positivem freiem Mittelzufluss und einem Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von höchstens 10 und sortiert sie aufsteigend — die rechnerisch günstigsten zuerst. Die Kennzahl selbst ist eine schlichte Division: Börsenwert geteilt durch den freien Mittelzufluss der letzten vier Quartale. Ein Wert von 10 heißt: Zehn Jahre dieses Mittelzuflusses entsprechen dem heutigen Preis. Ein Wert unter 2 heißt: knapp zwei Jahre.

Am 27. Juli 2026 haben wir nachgezählt. Die deutsche Ausgabe der Liste wies 835 Treffer aus, die englische Fassung derselben Auswertung 544; beide waren zuletzt am 26. Juli 2026 neu berechnet worden. Setzt man den Markt-Filter auf USA, zeigt die Seite 25 Zeilen.

Und jetzt der ehrliche Teil: Xerox steht in diesen 25 Zeilen nicht. Die letzte sichtbare Zeile trägt an diesem Tag den Wert 1,4. Xerox liegt mit 1,67 auf Platz 30 — fünf Zeilen unterhalb des sichtbaren Ausschnitts. Wer die Platzierung selbst nachprüfen will, kommt über die Trefferliste dorthin: Rubrik „Aktien“ öffnen, „Screener“ wählen, den Markt auf USA und den Filter P/FCF auf „unter 10“ stellen, nach dieser Spalte aufsteigend sortieren und die Zeile XRX suchen. Die Listen werden täglich neu berechnet — Platz 30 ist eine datierte Momentaufnahme vom 27. Juli 2026, kein Dauerzustand.

Damit ist die entscheidende Frage gestellt, nicht beantwortet: Was steckt in dem freien Mittelzufluss, der diese 1,67 erzeugt? Bei einem schrumpfenden Hardware-Geschäft mit einem großen Leasingbestand gibt es dafür eine unangenehme Möglichkeit — nämlich dass gar kein Geld verdient, sondern nur ein Forderungsbestand abgebaut wird. Genau das prüfen wir jetzt. Wir haben dieselbe Frage schon bei DXC Technology gestellt, das in derselben Liste steht, und bei Upland Software, das dort noch weiter oben rangiert.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt: Xerox bewegt weiterhin große Summen. 7.022 Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr 2025 sind eine Hausnummer, und der Konzern hat es geschafft, den Umsatz gegenüber 2024 um 12,9 Prozent zu steigern. Für ein Unternehmen, dem seit zwei Jahrzehnten das Ende vorausgesagt wird, ist das bemerkenswert.

Bemerkenswert ist auch die Kostendisziplin im ersten Quartal 2026: Der Segmentgewinn stieg von 22 auf 72 Millionen US-Dollar, obwohl der Umsatz eines schrumpfenden Kerngeschäfts dahintersteht. Print and Other steuerte 87 Millionen bei, IT Solutions 6 Millionen, die Zentrale kostete 21 Millionen.

Damit hört das Angenehme auf.

Balkendiagramm: Umsatz von Xerox 6.886, 6.221 und 7.022 Millionen US-Dollar in den Jahren 2023 bis 2025, daneben das Nettoergebnis mit plus 1, minus 1.321 und minus 1.029 Millionen US-Dollar
Der Umsatz steigt 2025 nur, weil Lexmark ab dem 1. Juli 2025 mitgerechnet wird. Das Nettoergebnis war in zwei Jahren in Folge tief negativ. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die 12,9 Prozent Umsatzwachstum bestehen aus 15,5 Prozentpunkten Lexmark, 6,5 Punkten ITsavvy und 0,7 Punkten Währung. Der Umsatz des alten Xerox-Geschäfts fiel im selben Jahr um 9,1 Prozentpunkte. Rechnet man Lexmark in beiden Jahren mit, schrumpfte der Konzern 2025 um 7,6 Prozent. Ein Zukauf hat das Vorzeichen gedreht, nicht das Geschäft.

Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 1.029 Millionen US-Dollar, nach 1.321 Millionen im Jahr 2024 und einem hauchdünnen Plus von 1 Million im Jahr 2023. Die beiden Verlustjahre haben unterschiedliche Ursachen: 2024 war es eine Abschreibung auf den Firmenwert von 1.058 Millionen US-Dollar vor Steuern. 2025 lag der Verlust vor Steuern nur bei 488 Millionen — dann kam eine Steuerposition von 541 Millionen obendrauf. Dazu gleich mehr.

Was in den Berichten steht

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Mittelzufluss kommt aus dem Abbau des Leasingbestands

Hier liegt der Kern dieser Analyse. Der operative Mittelzufluss betrug 2025 224 Millionen US-Dollar nach 511 Millionen 2024 und 686 Millionen 2023. Schon dieser Rückgang um zwei Drittel in zwei Jahren ist eine Nachricht. Die eigentliche Nachricht steht eine Zeile darüber in der Kapitalflussrechnung.

Markierter Absatz aus dem Geschäftsbericht 2025: Der operative Mittelzufluss von 224 Millionen US-Dollar sank um 287 Millionen, weiter belastet durch 174 Millionen aus dem Bereich der Leasingforderungen
Xerox erklärt den Rückgang selbst — unter anderem mit einem geringeren Beitrag aus den Leasingforderungen. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt Cash Flow Analysis. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

„Cash flow from operating activities was further impacted by a $174 million decrease related to finance receivables, primarily due to lower sales of finance receivables, partially offset by increased portfolio run-off as origination volumes declined.“

Übersetzung: „Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit wurde zusätzlich durch einen Rückgang um 174 Millionen US-Dollar im Bereich der Leasingforderungen belastet, vor allem wegen geringerer Verkäufe von Leasingforderungen, teilweise ausgeglichen durch einen stärkeren Abbau des Bestands, da das Neugeschäft zurückging.“

— Xerox Holdings Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Cash Flow Analysis

Lies den letzten Halbsatz noch einmal: „increased portfolio run-off as origination volumes declined“ — der Bestand baut sich stärker ab, weil das Neugeschäft zurückgeht. Das ist keine Ertragsquelle. Das ist die Kasse, die sich füllt, während der Motor ausgeht.

Die Kapitalflussrechnung beziffert diesen Posten genau. Die Zeile „Decrease in finance receivables“ steht 2025 bei 489 Millionen US-Dollar, 2024 bei 663 und 2023 bei 614 Millionen. Ohne diese Zeile hätte Xerox 2025 einen operativen Mittelabfluss von 265 Millionen US-Dollar ausgewiesen.

Wasserfalldiagramm: minus 265 Millionen US-Dollar ohne Leasing-Abbau, plus 489 Millionen aus dem Abbau der Leasingforderungen, 224 Millionen operativer Mittelzufluss, minus 91 Millionen Investitionen, 133 Millionen freier Mittelzufluss
Der gesamte operative Mittelzufluss 2025 und mehr steckt in einer einzigen Zeile: dem Abbau der Leasingforderungen. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und der Effekt hört nicht auf. Im ersten Quartal 2026 steuerte der Leasingbestand weitere 66 Millionen US-Dollar bei — und trotzdem flossen 144 Millionen US-Dollar ab, nach 89 Millionen Abfluss im Vorjahresquartal. Ein Bestand, der zur Kasse wird, ist endlich. Ein Geschäft, das Geld verdient, ist es nicht. Xerox lebt gerade vom ersten.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Dividende wurde in einem Jahr um 90 Prozent gekürzt

Wer Xerox als Dividendenwert im Depot hatte, hat 2025 zweimal Post bekommen. Im ersten Quartal 2025 halbierte der Konzern die Jahresdividende von 1,00 auf 0,50 US-Dollar je Aktie. Im zweiten Quartal 2025 folgte der zweite Schnitt: auf 0,10 US-Dollar.

Markierter Absatz aus dem Geschäftsbericht 2025: Dividenden von 27, 128 und 146 Millionen US-Dollar in den Jahren 2025, 2024 und 2023 sowie die Kürzung von 1 US-Dollar auf 50 und dann 10 Cent je Aktie
Zwei Kürzungen in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen — der Geschäftsbericht nennt beide Schritte in einem Satz. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt Dividends. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Geld: 146 Millionen US-Dollar Ausschüttung 2023, 128 Millionen 2024, 27 Millionen 2025. Eine Dividendenkürzung ist selten eine Marotte des Verwaltungsrats. Sie ist fast immer das ehrlichste Signal, das ein Unternehmen sendet: Das Geld wird woanders gebraucht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Xerox hat die eigene Marke verpfändet

Wo genau das Geld gebraucht wurde, steht in einer Pflichtmitteilung vom 17. Februar 2026. Xerox gründete ein Gemeinschaftsunternehmen mit Fonds von Angelo, Gordon & Co. Die Investoren gaben 405 Millionen US-Dollar als besicherte Darlehen und zeichneten Anteile für 45 Millionen. Zusammen 450 Millionen frisches Geld.

Markierter Absatz aus der Pflichtmitteilung vom 17. Februar 2026: Xerox bringt geistiges Eigentum einschließlich der Markenrechte an der Marke Xerox in das Gemeinschaftsunternehmen ein
Die Sicherheit für die 450 Millionen US-Dollar ist der Markenname selbst. Quelle: SEC-Pflichtmitteilung 8-K vom 17.02.2026, Item 1.01. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Preis dafür ist dreifach. Erstens der Zins: Referenzsatz SOFR plus 8,125 Prozentpunkte, fünf Jahre Laufzeit, 4,50 Prozent Tilgung im Jahr. Zweitens die Lizenzgebühr: Die Xerox-Gesellschaften zahlen für die Nutzung ihres eigenen Namens 2,0 Prozent des maßgeblichen Konzernumsatzes an das Gemeinschaftsunternehmen, quartalsweise, auf ein zweckgebundenes Reservekonto. Drittens die Auflage: Eine Deckungsquote wird zum Ende jedes Quartals geprüft; wird sie verletzt, ist das ein Kündigungsgrund.

Eine Marke ist kein Rohstoff, den man wieder ausgräbt. Sie ist bei Xerox faktisch das wertvollste Aktivum, das der Konzern besitzt — und sie ist jetzt Sicherheit für einen Kredit zu einem Zins, den man aus Sanierungsfällen kennt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der Konzern glaubt selbst nicht mehr an künftige Gewinne

Zurück zum Jahresverlust 2025. Vor Steuern waren es 488 Millionen US-Dollar Verlust. Danach standen 1.029 Millionen. Der Unterschied ist eine Steuerposition von 541 Millionen — Aufwand, obwohl der Konzern Verlust gemacht hat.

„Net (Loss) for 2025 includes the results of ITsavvy and the Lexmark Acquisition from July 1, 2025, and primarily reflects higher Income tax expense, as a result of the establishment of valuation allowances of $537 million against certain deferred tax assets to reflect their realizability.“

Übersetzung: „Der Nettoverlust für 2025 enthält die Ergebnisse von ITsavvy und der Lexmark-Übernahme ab dem 1. Juli 2025 und spiegelt vor allem einen höheren Steueraufwand wider, der aus der Bildung von Wertberichtigungen in Höhe von 537 Millionen US-Dollar auf bestimmte latente Steueransprüche resultiert, um deren Realisierbarkeit abzubilden.“

— Xerox Holdings Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Ergebnisdiskussion

Ein latenter Steueranspruch ist ein Guthaben beim Finanzamt: Wer in der Vergangenheit Verluste gemacht hat, darf damit künftige Gewinne verrechnen. Das Guthaben ist aber nur etwas wert, wenn diese künftigen Gewinne auch kommen. Eine Wertberichtigung darauf heißt in Bilanzsprache: Das Unternehmen hält es selbst für überwiegend unwahrscheinlich, dass es die Gewinne erzielt, die zur Nutzung nötig wären. 537 Millionen US-Dollar Zukunftserwartung, abgeschrieben in einem Jahr.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: 305 Millionen Eigenkapital tragen 9,9 Milliarden Bilanzsumme

Zum 31. März 2026 wies Xerox eine Bilanzsumme von 9.902 Millionen US-Dollar aus — und ein Gesamteigenkapital von 305 Millionen. Zum Jahresende 2025 waren es noch 449 Millionen gewesen. Die Eigenkapitalquote liegt damit bei 3,1 Prozent. Zum Vergleich: Ein solide finanziertes Industrieunternehmen steht bei 30 bis 40 Prozent.

Auf der anderen Seite standen zum selben Stichtag 4.446 Millionen US-Dollar Finanzschulden nach 4.247 Millionen zum Jahresende. Davon entfallen 1.407 Millionen auf das Finanzierungsgeschäft — Schulden, denen Leasingforderungen gegenüberstehen. Bleiben 3.039 Millionen Kernverschuldung gegenüber 2.759 Millionen drei Monate zuvor. Der Zinsaufwand außerhalb des Finanzierungsgeschäfts stieg im ersten Quartal 2026 auf 84 Millionen US-Dollar nach 33 Millionen im Vorjahresquartal — mehr als eine Verdoppelung binnen eines Jahres. Der Geschäftsbericht sagt selbst, woher das kommt:

„We have incurred a substantial amount of debt in connection with the financing of the Lexmark Acquisition.“

Übersetzung: „Wir haben im Zusammenhang mit der Finanzierung der Lexmark-Übernahme eine erhebliche Menge an Schulden aufgenommen.“

— Xerox Holdings Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Risikofaktoren

Zur Größenordnung: Die 4.446 Millionen US-Dollar Schulden sind das Dreizehnfache des Börsenwerts von rund 337 Millionen. Wer heute Aktien kauft, kauft einen sehr kleinen Rest an einem sehr großen Schuldenberg. Zwei Verhältniszahlen direkt aus der Bilanz zum 31. März 2026 machen das greifbar: Die Finanzschulden sind das 14,6-Fache des Eigenkapitals, und auf jeden Dollar Bilanzsumme kommen drei Cent Eigenkapital. Ein solide finanziertes Industrieunternehmen liegt beim ersten Wert unter 1 und beim zweiten bei 30 bis 40 Cent.

Unbequeme Wahrheit Nr. 6: 77 Millionen Optionsscheine warten auf einen Kursanstieg

Am 12. Februar 2026 hat Xerox seinen Aktionären etwas geschenkt — und sich dabei ein Werkzeug gebaut.

Markierter Absatz aus dem Geschäftsbericht 2025: Am 12. Februar 2026 wurden 77.271.234 Optionsscheine kostenlos an die berechtigten Inhaber ausgegeben, einer je zwei Aktien
Ein Optionsschein je zwei Aktien, kostenlos verteilt — bei 130,8 Millionen Aktien sind das 77,3 Millionen mögliche neue Stücke. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt Warrants. Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

77.271.234 Optionsscheine zu einem Bezugspreis von 8,00 US-Dollar, Laufzeit bis 12. Februar 2028, notiert unter dem Kürzel XRXDW. Gemessen an 130.779.611 ausstehenden Aktien (Stand 30. April 2026) sind das potenziell 59 Prozent mehr Stücke — dein Anteil am Kuchen würde entsprechend kleiner. Aber: Der Bezugspreis von 8,00 US-Dollar liegt weit über dem letzten in einer SEC-Unterlage dokumentierten Kurs von 2,78 US-Dollar (Kauf vom 10. Juli 2026, protokolliert in der Schwellenmeldung vom 13. Juli 2026). Ausgeübt wird nur, wenn sich der Kurs annähernd verdreifacht.

Der eigentliche Zweck steckt in einem Nebensatz des Optionsschein-Vertrags: Die Scheine können auch durch Einreichung bestimmter Xerox-Anleihen ausgeübt werden. Für Anleihegläubiger ist das ein Weg, Fremdkapital in Eigenkapital zu tauschen. Für Xerox ist es ein Entschuldungsinstrument, das den Konzern kein Bargeld kostet — nur Anteile der bestehenden Aktionäre.

Bewertung — was 337 Millionen wirklich kaufen

Der Börsenwert lag bei rund 337 Millionen US-Dollar (130.779.611 Aktien, Schlusskurs 2,58 US-Dollar am 24. Juli 2026). Gegenprobe an einem in einer SEC-Unterlage dokumentierten Kurs: 130.779.611 Aktien × 2,78 US-Dollar (Kauf vom 10. Juli 2026) ergeben 363 Millionen — dieselbe Größenordnung.

Auf den ersten Blick ist das grotesk billig: 0,05-Faches des Jahresumsatzes von 7.022 Millionen US-Dollar. 1,1-Faches des bilanziellen Eigenkapitals von 305 Millionen. Und eben das 1,67-Fache des freien Mittelzuflusses, das den Platz 30 im Ranking erzeugt.

Auf den zweiten Blick ändert sich das Bild an einer einzigen Stelle. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis ist nur dann eine Bewertung, wenn dem Umsatz irgendwann ein Gewinn folgt. Ein Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis ist nur dann eine Bewertung, wenn der Mittelzufluss wiederholbar ist. Beides ist hier offen: Der Umsatz des alten Geschäfts fällt um 9,1 Prozentpunkte im Jahr, und der Mittelzufluss 2025 stammt aus einem Bestand, der sich gerade auflöst.

Die sinnvollere Größe ist der Unternehmenswert — Börsenwert plus Schulden minus Kasse. Bei rund 337 Millionen Börsenwert, 4.446 Millionen Schulden und 585 Millionen Kasse (Stand 31. März 2026) landet man bei etwa 4,2 Milliarden US-Dollar. Gemessen daran kostet Xerox das Sechsfache des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen von 372 Millionen US-Dollar der letzten zwölf Monate. Das ist kein Schnäppchen mehr, sondern ein normal bewerteter Industriewert mit einem sehr ungewöhnlichen Kapitalaufbau.

Der Blick der Profis ist entsprechend gespalten: Von fünf erfassten Häusern rät eines zum starken Kauf, zwei zum Halten, eines zum Verkauf und eines zum starken Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 2,75 US-Dollar (Datenstand 27. Juli 2026) — praktisch auf dem Niveau des letzten Schlusskurses. Übersetzt: Die Analysten trauen sich in keine Richtung.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Xerox spricht:

  • Der Umbau greift bei den Kosten: mehr als 500 Millionen US-Dollar kumulierte laufende Bruttoeinsparungen bis Ende 2025, der Segmentgewinn stieg im ersten Quartal 2026 von 22 auf 72 Millionen US-Dollar.
  • Lexmark verschafft Größe im schrumpfenden Druckmarkt — 22.900 Beschäftigte statt 16.800, Zugang zu einer eigenen Fertigung und einem zweiten Vertriebsnetz.
  • Die Liquidität ist gestiegen: 585 Millionen US-Dollar Kasse zum 31. März 2026 gegenüber 512 Millionen zum Jahresende 2025, gestützt durch die 450 Millionen aus dem Gemeinschaftsunternehmen.
  • Der Markenname hat immer noch Kraft — genug jedenfalls, dass Kreditgeber ihn als Sicherheit akzeptieren.
  • Ein Anleger mit strategischer Absicht ist eingestiegen: 6,84 Prozent für 21,0 Millionen US-Dollar, mit ausdrücklichem Gesprächswunsch zu Strategie und Kapitalverwendung.

Was gegen Xerox spricht:

  • Der operative Mittelzufluss 2025 von 224 Millionen US-Dollar wird vollständig von 489 Millionen aus dem Abbau der Leasingforderungen getragen; ohne diesen Posten stünde ein Minus von 265 Millionen.
  • Im ersten Quartal 2026 flossen 144 Millionen US-Dollar ab — trotz weiterer 66 Millionen aus dem Leasingbestand.
  • Der Umsatz des alten Xerox-Geschäfts fiel 2025 um 9,1 Prozentpunkte; auf vergleichbarer Basis schrumpfte der Konzern um 7,6 Prozent.
  • 4.446 Millionen US-Dollar Schulden stehen 305 Millionen Eigenkapital gegenüber; die Zinslast außerhalb des Finanzierungsgeschäfts hat sich binnen eines Jahres auf 84 Millionen je Quartal mehr als verdoppelt.
  • Der Konzern hat 537 Millionen US-Dollar latente Steueransprüche wertberichtigt — ein Eingeständnis, dass er selbst nicht mit den nötigen künftigen Gewinnen rechnet.
  • Die Marke ist Sicherheit für einen Kredit zu SOFR plus 8,125 Prozentpunkten, gekoppelt an eine vierteljährlich geprüfte Deckungsquote.
  • Der Geschäftsbericht für 2025 kam verspätet: Am 2. März 2026 meldete Xerox Verzug (NT 10-K) wegen der noch offenen Kaufpreisaufteilung für Lexmark; eingereicht wurde er erst am 17. März 2026.

Ein menschliches Fazit

Zurück zum Eisberg. Die Spitze ist echt: Xerox hat 2025 tatsächlich 224 Millionen US-Dollar operativen Mittelzufluss ausgewiesen, und der Börsenwert ist tatsächlich klein. Die Zahl 1,67 ist nicht erfunden, sie ist gerechnet — aus zwei Größen, die beide stimmen.

Nur misst sie etwas anderes, als der erste Blick vermuten lässt. Sie misst nicht, wie viel Geld ein Geschäft verdient. Sie misst, wie viel Geld im letzten Jahr in die Kasse geflossen ist. Bei Xerox kam dieses Geld überwiegend daher, dass Kunden alte Leasingraten abzahlen, während weniger neue Verträge nachkommen. Das ist ein Vorgang mit eingebautem Ende.

Dazu kommt eine Bilanz, die kaum noch Puffer hat, ein Verwaltungsrat, der zweimal in zwei Quartalen die Dividende gekürzt hat, und ein Finanzierungsweg, der die eigene Marke zur Kreditsicherheit gemacht hat. Das sind keine Untergangssignale — Xerox hat Kasse, hat Liquidität, hat einen laufenden Umbau und einen neuen Konzernchef seit dem 31. März 2026. Es sind Signale eines Unternehmens, das an mehreren Stellen gleichzeitig unter Druck steht.

Wer hier investiert, wettet nicht auf ein billiges Unternehmen. Er wettet darauf, dass ein schrumpfendes Kerngeschäft, ein frisch integrierter Zukauf und ein Schuldenberg von 4,4 Milliarden US-Dollar gemeinsam die Kurve kriegen, bevor der Leasingbestand aufgezehrt ist. Das kann gutgehen. Es ist nur eine völlig andere Wette als die, die eine Zahl wie 1,67 auf den ersten Blick verspricht.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Aktien können ihren gesamten Wert verlieren; das gilt in besonderem Maß für Unternehmen mit hoher Verschuldung und dünnem Eigenkapital. Alle Zahlen stammen aus den oben verlinkten Originaldokumenten und tragen den dort genannten Stichtag. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Xerox Holdings Corporation.

Unser Fazit auf einen Blick

Herkunft des Mittelzuflusses negativ
Der operative Mittelzufluss 2025 von 224 Millionen US-Dollar wird vollständig vom Abbau der Leasingforderungen getragen: 489 Millionen US-Dollar stehen dafür in der Kapitalflussrechnung (2024: 663, 2023: 614). Ohne diesen Posten hätte das Jahr mit minus 265 Millionen geendet. Im ersten Quartal 2026 flossen 144 Millionen ab, obwohl der Bestand weitere 66 Millionen beisteuerte.
Umsatzentwicklung negativ
Der ausgewiesene Umsatzanstieg von 12,9 Prozent im Jahr 2025 auf 7.022 Millionen US-Dollar stammt vollständig aus Zukäufen: 15,5 Prozentpunkte Lexmark, 6,5 Punkte ITsavvy, 0,7 Punkte Währung. Das alte Xerox-Geschäft schrumpfte im selben Jahr um 9,1 Prozentpunkte, auf vergleichbarer Basis mit Lexmark in beiden Jahren um 7,6 Prozent.
Bilanz und Verschuldung negativ
Zum 31. März 2026 standen 9.902 Millionen US-Dollar Bilanzsumme nur 305 Millionen Eigenkapital gegenüber (31.12.2025: 449 Millionen) — eine Quote von 3,1 Prozent. Die Finanzschulden lagen bei 4.446 Millionen, das Dreizehnfache des Börsenwerts. Der Zinsaufwand außerhalb des Finanzierungsgeschäfts stieg im ersten Quartal 2026 auf 84 Millionen nach 33 Millionen im Vorjahresquartal.
Finanzierungswege negativ
Am 17. Februar 2026 hat Xerox die eigenen Markenrechte in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht und dafür 450 Millionen US-Dollar erhalten — zu SOFR plus 8,125 Prozentpunkten, gekoppelt an eine vierteljährlich geprüfte Deckungsquote und eine Lizenzgebühr von 2,0 Prozent des maßgeblichen Konzernumsatzes. Am 12. Februar 2026 wurden zusätzlich 77.271.234 Optionsscheine zu 8,00 US-Dollar verteilt, die auch mit Xerox-Anleihen ausgeübt werden können.
Kostenumbau positiv
Der Umbau greift auf der Kostenseite: mehr als 500 Millionen US-Dollar kumulierte laufende Bruttoeinsparungen bis Ende 2025, und der Segmentgewinn stieg im ersten Quartal 2026 von 22 auf 72 Millionen US-Dollar. Die Kasse wuchs im selben Quartal von 512 auf 585 Millionen. Für ein Geschäft in einem schrumpfenden Markt ist das eine ernstzunehmende Leistung.
Bewertung neutral
Rund 337 Millionen US-Dollar Börsenwert (130.779.611 Aktien, Schlusskurs 2,58 US-Dollar am 24.07.2026) entsprechen dem 0,05-Fachen des Jahresumsatzes und dem 1,1-Fachen des Eigenkapitals. Rechnet man die Schulden ein, kostet Xerox beim Unternehmenswert von rund 4,2 Milliarden etwa das Sechsfache des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen — kein Schnäppchen mehr. Das mittlere Analysten-Kursziel liegt bei 2,75 US-Dollar.

Xerox verkauft Drucker, Verbrauchsmaterial und Dokumentendienste in einen schrumpfenden Markt und hat sich mit Lexmark zum 1. Juli 2025 Größe zugekauft. Der ausgewiesene Umsatzsprung von 12,9 Prozent auf 7.022 Millionen US-Dollar stammt vollständig aus diesen Zukäufen; das alte Geschäft fiel um 9,1 Prozentpunkte. Die niedrige Bewertung im K-FCF-Ranking hat eine einzige Quelle: 489 Millionen US-Dollar aus dem Abbau der Leasingforderungen, ohne die 2025 ein Minus von 265 Millionen stünde. Dem stehen 4.446 Millionen Schulden gegenüber 305 Millionen Eigenkapital gegenüber, eine um 90 Prozent gekürzte Dividende, 537 Millionen wertberichtigte Steueransprüche und eine Marke, die seit Februar 2026 als Kreditsicherheit dient. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Substanzrisiko

Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.

Die Substanz ist aufgezehrt, nicht nur angespannt. Zum 31. März 2026 trugen 305 Millionen US-Dollar Eigenkapital eine Bilanzsumme von 9.902 Millionen — 3,1 Prozent Quote, nach 449 Millionen ein Quartal zuvor. Dem stehen 4.446 Millionen Finanzschulden gegenüber, das Dreizehnfache des Börsenwerts, bei einer Zinslast außerhalb des Finanzierungsgeschäfts, die sich binnen eines Jahres auf 84 Millionen je Quartal mehr als verdoppelt hat. Der operative Mittelzufluss, der die niedrige Bewertung erzeugt, ist keine Ertragskraft: Er belief sich 2025 auf 224 Millionen US-Dollar, während allein 489 Millionen aus dem Abbau eines Leasingbestands stammten, der sich auflöst, weil das Neugeschäft ausbleibt — im ersten Quartal 2026 flossen trotz weiterer 66 Millionen aus dieser Quelle 144 Millionen ab. Dazu kommen drei Eingeständnisse des Unternehmens selbst: die Kürzung der Dividende um 90 Prozent binnen eines Jahres, die Wertberichtigung von 537 Millionen US-Dollar auf latente Steueransprüche, weil die dafür nötigen künftigen Gewinne nicht mehr wahrscheinlich sind, und die Verpfändung der eigenen Markenrechte für 450 Millionen zu SOFR plus 8,125 Prozentpunkten. Das ist Rot — nicht als Kursprognose, sondern als Aussage über die Belastbarkeit der Bilanz. Dass die Aktie zugleich billig aussieht, ändert daran nichts: Preis ist kein Qualitätsmerkmal.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Xerox über den hauseigenen Aktien-Scanner „K-FCF-Ranking“. Selbst gemessen am 27. Juli 2026: Die deutsche Ausgabe der Liste zählt 835 Treffer, die englische Fassung derselben Auswertung 544; beide waren zuletzt am 26. Juli 2026 neu berechnet worden. Mit Markt-Filter USA zeigt die Seite 25 Zeilen — Xerox steht dort nicht. Die Trefferliste weist den Titel auf Platz 30 bei einem Verhältnis von 1,67 aus; die letzte sichtbare Zeile der Scanner-Seite trägt an diesem Tag den Wert 1,4. Diese Listen werden täglich neu berechnet, die Platzierung ist eine datierte Momentaufnahme.
  • Der Scanner filtert alle Titel mit positivem freiem Mittelzufluss und einem Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von höchstens 10 und sortiert sie aufsteigend. Das ist eine Sortierung des Universums, kein Qualitätsurteil. Der Wert von 1,67 beruht auf dem freien Mittelzufluss der letzten vier Quartale; dass dieser Mittelzufluss 2025 vollständig aus dem Abbau der Leasingforderungen stammte (489 Millionen US-Dollar bei 224 Millionen operativem Zufluss), sieht die Kennzahl konstruktionsbedingt nicht.
  • Übernahme-Prüfung: Es läuft weder ein Übernahmeangebot noch ein Take-private noch ein Fusionsvertrag auf Xerox. Zwischen dem Quartalsbericht vom 07.05.2026 und dem Datenstand 27.07.2026 enthalten die SEC-Unterlagen die Hauptversammlung (8-K vom 27.05.2026, Items 5.02 und 5.07), ein Bindungsprogramm für Führungskräfte (8-K vom 02.07.2026, Item 5.02), Insider-Meldungen (Form 4), Verkaufsanzeigen (Form 144) sowie zwei Nachträge zu einer Schwellenmeldung (SCHEDULE 13D/A vom 03.06.2026 und 13.07.2026). Weder S-4 noch DEFM14A, SC 14D9 oder SC TO-T liegen vor.
  • Holdingstruktur: Den Ticker XRX trägt die Xerox Holdings Corporation (CIK 0001770450, Commission File 001-39013). Die operative Xerox Corporation (CIK 0000108772, Commission File 001-04471) ist Mitregistrant derselben kombinierten Berichte und hat seit 2019 keine notierte Stammaktie mehr. Beide sind nach dem Recht des Staates New York errichtet, Sitz ist Norwalk in Connecticut. Auf demselben Deckblatt steht ein zweites Nasdaq-Papier: XRXDW, die Optionsscheine vom 12.02.2026.
  • Kursangaben sind datierte Bewertungsanker, keine Kaufargumente: Schlusskurs 2,58 US-Dollar am 24.07.2026, 52-Wochen-Hoch 6,55 US-Dollar (24.07.2025), 52-Wochen-Tief 1,19 US-Dollar (13.04.2026). Gegenprobe zum Börsenwert nach Schritt 4a: 130.779.611 Aktien (Deckblatt des 10-Q, Stand 30.04.2026) × 2,78 US-Dollar — der letzte in einer SEC-Unterlage dokumentierte Kurs, protokolliert in der Schwellenmeldung vom 13.07.2026 für den Kauf vom 10.07.2026 — ergeben 363 Millionen US-Dollar gegenüber 337 Millionen aus den Fundamentaldaten. Die Abweichung liegt unter einem Fünftel, der Wert ist damit verwendbar. Der jüngste Periodenbericht ist der Quartalsbericht 10-Q zum 31.03.2026.

Häufige Fragen

Weil der Börsenwert von rund 337 Millionen US-Dollar sehr klein ist im Verhältnis zum ausgewiesenen freien Mittelzufluss. Der Scanner filtert alle Titel mit positivem freiem Mittelzufluss und einem Verhältnis von höchstens 10 und sortiert sie aufsteigend. Am 27. Juli 2026 stand Xerox damit in der US-Auswahl auf Platz 30 bei einem Wert von 1,67. Angezeigt werden nur die 25 stärksten Zeilen — Xerox war dort nicht sichtbar.

Aus dem Abbau der Leasingforderungen. Die Kapitalflussrechnung des Geschäftsberichts 2025 weist unter „Decrease in finance receivables“ 489 Millionen US-Dollar aus, bei einem gesamten operativen Mittelzufluss von 224 Millionen. Ohne diesen Posten hätte 2025 mit einem Abfluss von 265 Millionen geendet. Xerox nennt den Grund selbst: Der Bestand baut sich stärker ab, weil weniger Neugeschäft nachkommt.

Nein. Zwischen dem Quartalsbericht vom 7. Mai 2026 und dem 27. Juli 2026 enthalten die SEC-Unterlagen nur die Hauptversammlung, ein Bindungsprogramm für Führungskräfte, Insider- und Verkaufsanzeigen sowie zwei Nachträge zu einer Schwellenmeldung. Es gibt weder ein Übernahmeangebot noch einen Fusionsvertrag. Die Schwellenmeldung nach Schedule 13D ist eine aktivistische Beteiligung von 6,84 Prozent, die ausdrücklich nur Gespräche ankündigt.

Die Xerox Holdings Corporation mit der SEC-Kennung 0001770450. Die operative Xerox Corporation (SEC-Kennung 0000108772) ist Mitregistrant derselben kombinierten Berichte, hat aber seit der Holdingstruktur von 2019 keine notierte Stammaktie mehr. Auf demselben Deckblatt steht ein zweites Wertpapier an der Nasdaq: XRXDW, die im Februar 2026 ausgegebenen Optionsscheine mit einem Bezugspreis von 8,00 US-Dollar.

Ja, aber nur noch eine sehr kleine. Die Jahresdividende wurde im ersten Quartal 2025 von 1,00 auf 0,50 US-Dollar je Aktie halbiert und im zweiten Quartal 2025 auf 0,10 US-Dollar gesenkt. In Summe wurden 2025 noch 27 Millionen US-Dollar ausgeschüttet, nach 128 Millionen im Jahr 2024 und 146 Millionen im Jahr 2023. Das entspricht einer Kürzung um 90 Prozent binnen eines Jahres.

Am 17. Februar 2026 hat Xerox die Markenrechte in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht, das von Fonds von Angelo, Gordon & Co. mit 405 Millionen US-Dollar Darlehen und 45 Millionen Eigenkapital finanziert wurde. Seither zahlen die Xerox-Gesellschaften für die Nutzung ihres eigenen Namens 2,0 Prozent des maßgeblichen Konzernumsatzes an dieses Gemeinschaftsunternehmen — auf ein zweckgebundenes Reservekonto für Zins und Tilgung.

Zum 31. März 2026 lagen die Finanzschulden bei 4.446 Millionen US-Dollar, nach 4.247 Millionen zum Jahresende 2025. Davon entfallen 1.407 Millionen auf das Finanzierungsgeschäft, dem Leasingforderungen gegenüberstehen; 3.039 Millionen sind Kernverschuldung. Dem stand ein Eigenkapital von 305 Millionen US-Dollar bei 9.902 Millionen Bilanzsumme gegenüber — eine Eigenkapitalquote von 3,1 Prozent.

Weil Xerox 537 Millionen US-Dollar latente Steueransprüche wertberichtigt hat. Vor Steuern lag der Verlust 2025 bei 488 Millionen US-Dollar; die Steuerposition von 541 Millionen führte zu einem Nettoverlust von 1.029 Millionen. Eine solche Wertberichtigung bedeutet, dass das Unternehmen selbst nicht mehr mit den künftigen Gewinnen rechnet, die zur Nutzung dieser Steuerguthaben nötig wären.

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